Schlagwort-Archive: Viswanathan Anand

Natürlich wäre ein WM-Kampf Karjakin gegen Anand auch gegangen …

… doch die Unterschrift von Weltmeister Carlsen unter den Vertrag des WM-Kampf für Sotschi 2014 ist schon okay. Wenn ich es so auf den ersten Blick beim Artikel von Alejandro Ramirez bei ChessBase unter dem Titel Magnus Carlsen unterschreibt WM-Vertrag überblicke, hat das pokern keine signifikanten Vorteile für den jungen Norweger erbracht.

Live-Schach Sinquefield Cup 2014

Wird doch wohl kein zweiter Fall Bobby Fischer werden? Er verteidigte seinen im Match des Jahrhunderts 1972 gegen Boris Spasskij errungenen Schachweltmeistertitel nicht. Die Schachwelt war tieftraurig. Der Kampf gegen den jungen Karpow fand nicht statt. Magnus Carlsen ziert sich noch etwas inklusive seines Managements, den Vertrag für den WM-Kampf gegen Viswanathan Anand in Sotschi zu unterschreiben. Derweil spielt der norwegische Schachweltmeister zur Zeit beim erstklassig besetzten Turnier Sinquefield Cup 2014.

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Ich sortiere die Figuren auf meinem im vergangen Herbst neu gekauften Schachspiel.Traveler Digital CameraGrund für den Neuerwerb in München war der anstehende WM-Kampf von Magnus Carlsen und Viswanathan Anand in Chennai. Auch damals moserte das Management des Norwegers über den Spielort inklusive der Rahmenbedingungen etc. Selbstverständlich fighteten sie auch im Vorfeld der Vertragsunterzeichnung für den Kampf 2013 um das liebe Geld.

Chess: Live-Schach von der Schacholympiade 2014 in Tromsø

Ohne Schacholympiade wäre ich nicht auf der Welt. Ja, dies ist eine spezielle Geschichte. Bevor ich jedoch ins plaudern komme, für alle Schachfreunde mit der Neigung sich sofort in die Live-Übertragung der Schacholympiade Tromsø zu begeben, gibt es den Service an dieser Stelle.

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Dies ist die offizielle Website der Schacholympiade.

Ab der geschmeidigen Uhrzeit von 11.00 Uhr (Zentraleuropäische Sommerzeit) gibt es dort heute bei der Schacholympiade 2014 in der letzten Runde die Live-Berichterstattung.

Ruhetage: Am 7. und 13. August.

Noch jemand da? Okay, also wo waren wir stehen geblieben? Richtig. Ohne Schacholympiade wäre ich nicht auf der Welt. Mein Vater reiste einst 1960 nach Leipzig. Frisch rasiert, mit dunklen Haar, breiten Schultern, gut aussehend und voller Vorfreude auf die Schacholympiade 1960 in der Messestadt. Dort traf er dann eine bezaubernde und charmante Frau während einer Schachpause im Cafe. Beide verliebten sich ineinander und zogen alsbald zusammen. Im Oktober 1963 war es dann soweit. Ihr erstes Kind erblickte am 13.10.1963 das Licht der Welt. Damals war noch nicht abzusehen, dass es eines Tages Schach im Internet geben würde, Deutschland wieder vereinigt sei und ich entspannt bloggen würde. Auch das es eine Selbstverständlichkeit ist als Leipziger in München ein Schachbrett zu kaufen.

 Schacholympiade 1960 mit Michail Tal und Bobby Fischer im Ringmessehaus

Mein Vater erlebte damals bei der Schacholympiade 1960 im Ringmessehaus in der Leipziger Innenstadt den jungen, charismatischen, gut gekleideten und ehrgeizigen Bobby Fischer. Sein Duell mit dem damaligen amtierenden Weltmeister Michail Tal endete Remis. Die Sowjetunion wurde Schacholympiadesieger mit dem Team Michail Tal, Michail Botwinnik, Paul Keres, Viktor Kortschnoi, Wassili Smyslow und Tigran Petrosjan. Auf Platz zwei die Mannschaft aus den USA mit ihrem Jungstar Bobby Fischer. Den bronzenen Platz 3 erspielte sich Jugoslawien vor Ungarn, CSSR, Bulgarien, Argentinien, der BRD, DDR und der Niederlande.

Der diesjährige Gastgeber Norwegen erkämpfte sich damals den 19. Platz. Apropos Norwegen. Der Schachboom der Skandinavier in der Neuzeit hängt natürlich mit ihrem Weltmeister Magnus Carlsen zusammen. Es ist übrigens keine Selbstverständlichkeit, dass er seiner Mannschaft zur Verfügung steht. Dieses Jahr steht ja noch der große und mit Spannung erwartete Revanche WM-Kampf gegen Vishy Anand an. Im vergangenen Jahr hatte ich mir extra zum Duell in Chennai zwischen Anand und Carlsen ein neues Schachbrett in München gekauft.Traveler Digital Camera

Gute Schachadressen sind nur einen Link entfernt

Welche Schachseiten kann man in diesen Tagen empfehlen? Nun bei folgenden Adressen liegt man nicht so schlecht:

Renaissance der Schachblogs. Zeit Online ist dabei.

Noch ein Wort zu Schachblogs. Sie sind ja oft totgesagt wurden. Zur Zeit erleben Sie aber eine Renaissance. Mir persönlich gefällt die Art und Weise des Schachblogs von Zeit Online. Da ist Power dahinter, der Content kommt in frisch aufbereiter Schachkost rüber. Aktuell gut gelungen ist der Artikel Das Leben als Schachprofi von Dennes Abel. Nur an der Spitze ist es monetär so richtig lukrativ.

,,Für professionelle Schachspieler gibt es mehrere Einnahmequellen: Die Schwierigste ist die des Spielens selbst. Während die Elite um Magnus Carlsen um Preisgelder im fünf- bis sechsstelligen Bereich kämpft (nur bei der Weltmeisterschaft geht es dann auch mal um Millionenbeträge), muss sich das Gros der sterblichen Profis mit weitaus weniger zufrieden geben. Nicht selten bekommt der Sieger eines offenen Turniers, den Opens, weniger als 1000 Euro.”

Weitere eloquente Blogautoren bei Zeit Online sind Ilja Schneider und Johannes Fischer.

Auch Joe´s Schachblog kommt am Thema der Schacholympiade 2014 in Tromsø nicht vorbei.

Vishy Anand spielt beim Simultan in Baden-Baden in der Trinkhalle

Das große Event in Norwegen hat bisher chesstigers in der Schachberichterstattung komplett ausgelassen, wenn ich nichts übersehen habe. Doch die Hauswebsite von Vishy Anand hat andere Nachrichten dieser Tage auf dem Radar. So berichteten sie mit starken Text und zahlreichen sehenswerten Fotos unter dem Titel Chess Tigers Jugend trifft Weltmeister Vishy Anand zweimal:

,,Im hinteren Raum bereitet sich unser Ehrenmitglied, Viswanathan Anand, der Weltmeister von 2007-2013 auf den Rückkampf gegen den amtierenden Weltmeister, Schnell- und Blitzschachweltmeister Magnus Carlsen mit seinem Team vor! Zu gerne hätten sie ihre Neugierde befriedigt und den “Großen” mal zugeschaut, wie die denn ihr Training betreiben, sie wollten 30 Minuten, vielleicht 5, aber wenigstens 2 Minuten zuschauen und dabei ein Autogramm ergattern. Doch vor 14 Tagen wurden sie vom Hausherrn Hans-Walter Schmitt überrascht mit der Bemerkung: “Ich habe einen viel besseren Plan, ihr könnt gegen ihn spielen!” Aufgeregtes Erstaunen und wo? Beim Simultan in Baden-Baden in der Trinkhalle und gegen viele andere Großmeister. Glaube ich nicht, gibts doch gar nicht, ein Wunder, cool, irre, geil, waren so die Kommentare.”

An dieser Stelle einen ganz großen Dank an Hans-Walter Schmitt. Er hat über Jahre viel Herzblut in die Schachförderung der Kinder und Jugend gesteckt sowie Vishy Anand bei zahlreichen erfolgreichen WM-Schachkämpfen zur Seite gestanden. Es ist mir auch immer eine große Freude gewesen sich mit ihm bei unseren längeren Telefongesprächen auszutauschen.

Schacholympiade in Tromsø im Schoße der Familie und der “Presseattaché vom Team Anand” mit Chess in Tweets

Der August beginnt hoffentlich mit besserem Wetter. Die heutigen Regenverhältnisse am Bodensee mag ich ungern mit in den achten Monat des Jahres schleppen. Wo kommt eigentlich das ganze Wasser  her? Diese Niederschlagsmengen haben etwas von Bern 1954. Diesmal hatte Deutschland ja auch so ein Regenspiel dabei. Manch einer in den bunten Medien stilisierte Übungsleiter Löw gleich zur Stilikone in dem klitschnassen dunklen Hemd. Wie immer tailliert. Da fiel beim Spiel Deutschland gegen USA sein Gegenüber Coach Klinsmann fast ein wenig ab. Allerdings brachte Jürgen Klinsmann das Logo von Nike gut sichtbar an seiner Kleidung rüber. Sehr im Sinne des amerikanischen Sportartikelkonzerns.

Die Schacholympiade 2014 in Tromsø

Derweil rückt nach der Fußball-WM und der am Sonntag beendeten Hassliebe Tour de France das nächste Sportevent in den Blickpunkt. Die Schacholympiade in Tromsø. Im Land des amtierenden Schachweltmeisters. Selbstverständlich wird Magnus Carlsen auch am Start sein. Magnus Carlsen, da leuchten die Augen zahlreicher Schachexperten, Kiebitze und von Anhängern des königlichen Spiels auf der ganzen Welt. Magnus Carlsen ist aber auch eine wunderbare Geschichte formvollendeten Sportmarketings einer Einzelperson. Vielleicht schreibe ich darüber im Herbst kurz vor dem Revanchekampf gegen Vishy Anand. Ich habe übrigens so ein Gefühl im Bauch, der Champion Carlsen wird es diesmal nicht ganz so einfach haben wie im November des vergangenen Jahres. Das Comeback von Viswanathan Anand im Frühjahr war grandios. Er gewann verdient das WM-Kandidatenturnier im sibirischen Khanty Mansiysk und zeigte sich angriffslustig.titelbild Ja, die Neuauflage des WM-Kampfes von 2013 zwischen Magnus Carlsen und Viswanathan Anand ist für mich eines der Höhepunkte im Sportkalender des Jahres 2014. Es wird auch ein Prüfstein für Carlsen, inwieweit er mit der psychologischen nicht immer ganz einfach zu händelnden Favoritenrolle als amtierender junger Schachweltmeister gegen einen bissigen Ex-Schachchampion umgehen kann.anand - carlsen deep gameDoch bis zum Schachweltmeisterkampf zwischen Magnus Carlsen und Viswanathan Anand ist noch ein wenig Zeit. Erst steht die Schacholympiade in Tromsø auf dem Programm.

Der von mir sehr geschätzte Johannes Fischer hat auf dem Schachblog von Zeit Online über Ärger in der Schachfamilie berichtet und leitet seinen Artikel mit den folgenden eloquenten Worten ein:

,,Am 20. Juli 1924 wurde in Paris der Weltschachverband Fide (Fédération Internationale des Échecs) gegründet. Der Verband gab sich das Motto Gens una sumus, „Wir sind eine Familie“ und Familienfeiern sollte es bei Schacholympiaden geben. Die finden seit 1927 unregelmäßig, seit 1950 alle zwei Jahre statt, die nächste beginnt am 1. August im norwegischen Tromsø. Mit Querelen im Vorfeld.”

Das weibliche Familienmitglied Kateryna Lagno, jahrelang für die Ukraine sehr erfolgreich, spielt jetzt doch für Russland. Schau an. In der vergangenen Woche am 21. Juli erhielt sie die russische Staatsbürgerschaft. Vor 8 Jahren erspielte sie Gold mit der Ukraine bei der Schacholympiade. Im vergangenen Jahr wurde sie mit dem ukrainischen Team Mannschaftsweltmeisterin.

Dann wären noch zwei ehrgeizige männliche Familienmitglieder zu nennen. Der FIDE Chef Kirsan Iljumschinow und Schachikone Garri Kasparow stellen sich in Tromsø zur Wahl. Der Amtsinhaber ist erklärter Putin Freund und der Herausforderer ein offener Gegner des russischen Präsidenten.

Ein Blick lohnt auch zu den Websiten von chessbase und schach-ticker, die sich ebenfalls mit der Schacholympiade beschäftigen.

Der “Presseattaché vom Team Anand” und Kultblogger Eric van Reem mit Chess in Tweets

Dann wäre da noch der Kultblogger Eric van Reem zu nennen. Er powert bereits wieder auf Chess in Tweets.

,,Yes, Chess in Tweets is back. Earlier this year I followed the Candidates Tournament in Khanty Mansiysk by compiling a storyline around the games by using tweets about the event.  I will follow the Chess Olympiad in Tromsø in the same way: I will try to filter the most relevant tweets about the Olympiad in Norway and create a story. The good thing for you, the reader is that you only need to read this blog to get the best tweets, even if you do not use Twitter yourself. The bad thing is that I have to read a lot of crap.”

Der “Presseattaché vom Team Anand”, der niederländische Schachblogger Eric van Reem, nimmt sich in seinem Beitrag dann auch gleich offensiv einer im Vorfeld immer wieder gern verbreiteten Geschichte in puncto Marketing der Schacholympiade 2014 an. Stichwort: Das weltweit viertgrößte Sportevent. Eric van Reem übernimmt dies nicht blind. Aber schaut selber rein. Wer obige Verlinkungsabfahrt verpasst hat, kommt auch hier zu Eric van Reem seinem Kultblog.

Die Zeit der Fußball-WM Bücher

Kannn sich noch jemand an 2006 erinnern? Da wurden die Buchläden der Republik von unzähligen Publikationen rund um die Fußball-WM geflutet. Dieses Spiel um Auflage und Bücherverkauf war durch den Heimvorteil der deutschen Nationalelf noch verstärkt. Ich mag ja gut gemachte Fußballbücher. In meiner kleinen bescheidenen Bibliothek findet sich denn auch die Reihe der WM Bücher der Süddeutschen Zeitung.Traveler Digital CameraDie Bücher sind eine gute Quelle für interessante Statistiken, gut erzählte Geschichten, markante Fotos, Details die selbst einem Fußballliebhaber wie mir immer noch neues zu berichten weiß. In ihnen finden sich namhafte Autoren, die ihre Sicht der Dinge in einem angenehmen Ton rüberbringen.Traveler Digital CameraDabei müssen sich die Fußballbücher aus der spannenden WM-Reihe den Platz durchaus teilen. Olympiabücher, atemberaubende Erzählungen von dem Sportheld Reinhold Messner, jenem selbstbewussten Bergsteiger und Grenzgänger mit dieser unglaublichen Willenskraft, mit Biografien wie über den Chelsea Eigner Roman Abramowitsch, Sportmarketingbücher oder die Werke vom Groundhopping Informer. Traveler Digital CameraDa wären noch die Schachbücher. Angefangen von der Schachbibel schlechthin, jenem Buch was für Schachfreunde ein Standardwerk ist. Das Schachmatch des Jahrhunderts. Inklusive der Spuren eines vielgelesenen und auch jetzt noch sehr oft in die Hand genommenen Buches.Traveler Digital CameraUnd es kommen immer neue Bücher dazu. Wie kürzlich an jenem Sonnabend wo der Postbote für Michael Wiemer die Himmlischen Züge bereit hält. Ein Zuwachs der Bibliothek. Das lässt sich gar nicht vermeiden. Irgendwann stellt sich die Platzfrage.Traveler Digital CameraDoch bis zum Schach-WM Kampf zwischen Vishy Anand und Champion Magnus Carlsen ist ja noch ein paar Monate Zeit. Momentan ist Fußball im Blickpunkt. Stärker denn je. Der Buchmarkt signalisiert dies prägnant. Ruben Schönenberger hat dies schön auf Fokus Fussball skizziert und leitet seinen Text mit diesen schwungvollen Worten ein:

,,Die Weltmeisterschaft in Brasilien naht und damit startet auch die Vermarktungsmaschinerie durch. Bücher, Musik und Filme über das Land, die Geschichte des (Welt-)Fussballs und vieles mehr überschwemmen den Markt. Weil meine Begeisterung für Fussball und Literatur bekannt ist, erreichen mich in dieser Zeit viele Buchvorschläge. Diesen begegne ich meist skeptisch. Zu oft wird Massenware produziert, die man angesichts des bevorstehenden Grossereignisses so einfach verkaufen kann, dass dabei die Qualität auf der Strecke bleibt. „Gooool do Brasil“ von Alois Gstöttner stellt eine angenehme Ausnahme dar.”

Das mit der Massenware würde ich sofort mit dem Füllfederhalter unterschreiben. Es ist wirklich sehr viel in den Regalen zu finden, wo einfach die Qualiät den Ansprüchen an eine gute, sachkundige, emotionale und fundierte Fußballlektüre hinterherhechelt. Das von Ruben Schönenberger herausgepickte Buch Gooool do Brasil – Kartografie einer nationalen Leidenschaft ist offensichtlich eine der Rosinen, die es jedes Jahr immer wieder auch zu finden gibt.

Medienhype: Robert von Weizsäcker Kritik an Schachweltmeister Magnus Carlsen

Ich höre gerne Deutschlandfunk. Okay, meiner Jahrhundertliebe ist er zu textlastig und die gespielte Musik entspricht nicht ihrem Geschmack. Sie bevorzugt eher einen Musiksender wie Antenne Bayern. Bei gemeinsamen Autofahrten zwitschen wir dann manchmal hin und her. Dabei bekommt der Sportteil des Radiosenders Deutschlandfunk durchaus auch gute Noten von meiner Liebsten. Wie komme ich jetzt eigentlich auf den Deutschlandfunk und was hat dies mit Schachweltmeister Carlsen zu tun? Gemach, gemach.

Magnus Carlsen hatte immerhin nach 10 Partien den selben Punktestand wie einst der große Bobby Fischer erreicht. 6,5:3,5 stand es 1972 auch in Reykjavik. Der Amerikaner benötigte beim damaligen Reglement im Schachmatch des Jahrhunderts jedoch noch 11 weitere Partien gegen Boris Spasskij.Traveler Digital CameraDoch zurück in das Jahr 2013. Der Hype hallte durch das kleine Schachland Deutschland. Robert von Weizsäcker, der ehemalige Präsident des Deutschen Schachbundes, hatte sich zwei Tage nach dem grandiosen 6,5:3,5 Sieg vom norwegischen Jungstar Magnus Carlsen gegen den Champion Viswanathan Anand in einem Interview im Deutschlandfunk kritisch gegenüber dem neuen Titelträger gegeben. An jenem Sonntag, den 24. November 2013, gab der begabte Fernschachspieler von Weizsäcker einige kritische Worte über den neuen Schachweltmeister ab. Danach gab es einen regelrechten Medienhype um die Äußerungen über Magnus Carlsen. Thomas Richter hat sich einige Stimmen näher betrachtet und äußert auf schach-ticker unter dem Titel Kommentar zu Kommentar zu von Weizsäcker auch folgende nachdenkenswerten Worte:

,,Generell betrachten einige offenbar jede auch nur leise Kritik an Carlsen (natürlich war von Weizsäcker laut) als Majestätsbeleidigung bis Gotteslästerung und fordern dafür die Todesstrafe – im übertragenen Sinne: sie wollen Carlsen-Kritiker mundtot machen. Das ist, jedenfalls für mich, eine unangenehme, unnötige und unerwünschte Nebenwirkung des Carlsen-Booms.”

Übrigens konnte ich mich bei zahlreichen Artikeln über die Äußerungen von Robert von Weizsäcker nicht des Eindrucks erwehren, dass einige das Interview im Deutschlandfunk nicht selber gehört haben und nur die Kurzversion in Form von Wortschnipseln gelesen hatten. Das komplette Interview kannn noch bis mindestens 24. Mai 2014 als Audio-on-demand auf Deutschlandfunk abgerufen werden.

Schach-WM 2013: 4. Partie Vishy Anand – Magnus Carlsen

Der heutigen 4. Schachpartie um die Schachweltmeisterschaft in Chennai waren 3 Remis vorausgegangen. Der norwegische Herausforderer Magnus Carlsen konnte bis dato seiner Favoritenrolle nicht gerecht werden. In der heutigen Partie spielte der Schachmozart mit den schwarzen Figuren gegen den Champion Vishy Anand. Beim Live-Ticker auf sportal gab Kommentator Bernd Schroller nach 43 Zügen folgende Einschätzung:

,,Anand schaut noch einmal sehr lange in diese Position rein, ich habe im Moment keine genauen Information über die verbrauchte Bedenkzeit. Der wahrscheinlichste Zug ist nun wohl T1c4, um den Springer zu decken. Die meisten Berechnungen zeigen, dass sich dann das Material auf die eine oder andere Weise wegtauscht und ein Endspiel entsteht, dass die Remisbreite nicht verlässt.”

Nun, der indische Schachweltmeister wählte einen anderen 44. Zug. Anand und Carlsen sind dann in einem reinrassigen Doppelturmendspiel gelandet. Der Weltmeister bot zwischendrin einen vergifteten Bauern an. Der exzellent vermarktete Jungstar aus Norwegen lehnte dankend ab. Die heutige Schachpartie war die bisher längste im 2013er Schachmatch in Chennai.

Zur Erinnerung nochmals die Quoten von bwin vor dem Match. Für einen Sieg auf Magnus Carlsen gibt es die Quote von 1,30. Vishy Anand notierte bei 3,20.

In diesen Tagen lohnt auch immer ein Blick auf das Kultblog vom smarten niederländischen Blogger Eric van Reem vom A-Team Anand. Welcher Weltmeister bekommt eigentlich einen ähnlichen guten Support in Sachen bloggen?

Vishy Anand kämpfte im Endspiel auch gegen die unerbittliche Zeit. Bernd Schroller auf sportal nach 51 Zügen:

,,Anand läuft die Teit davon. Er muss bis zur nächsten Zeitkontrolle noch neun Züge spielen und hat dafür nur noch sieben Minuten Zeit.”
Ich persönlich mag keine Zeitnot. Neulich beim Simultan gegen Eva Moser in Bregenz wurde ohne Uhr gespielt. DIe Atmosphäre war sehr entspannt.
Traveler Digital CameraTraveler Digital CameraDoch ich schweife ab. Zurück zu Vishy Anand und Magnus Carlsen. Es geht in die Zielgerade. Showtime. Nach 64 Zügen endet die 4. Partie in Chennai mit einem erneuten Remis. Gesamtstand damit 2:2. Wer die ganze Dramatik inklusive präziser Zeitangaben in puncto Zeitnot und kompletter Live-Kommentierung von Bernd Schroller in aller Ruhe nochmals Revue passieren lassen will, schaut hier bei sportal rein.