Schlagwort-Archive: Uli Hoeneß

Bayern München Premiere mit Robert Lewandowski in Memmingen

Es gab ja einige exhorbitant gute Stürmer, die mit ihren Nationalmannschaften nicht am WM-Turnier in Brasilien teilgenommen haben. Da sei Ibrahimovic genannt, mit Schweden konnte er sich in der spannenden Relegation nicht gegen Portugal durchsetzen. Auch Robert Lewandowski und die polnische Nationalelf blieben dem Turnier fern.Traveler Digital CameraDie heimliche Fußballhauptstadt Deutschlands ist ja ab dieser Saison die neue Heimat für Robert Lewandowski. Der polnische Stürmer der Extraklasse gibt heute seine Premiere in Memmingen. 18.00 Uhr stehen sich die Mannschaft des Fanklubs Red Baroons, verstärkt mit Spielern des Regionalligisten FC Memmingen, und der deutsche Rekordmeister Bayern München gegenüber. Im Vorfeld gingen für das Spiel in der 11.150 Zuschauer fassenden Arena rund 10.000 Karten an den Mann. Auch der österreichische Nationalspieler David Alaba wird in Memmingen für die Bayern auflaufen.

Die deutschen Weltmeister mit Bayern München Signatur haben noch Urlaub. Vielleicht bekommen die Zuschauer in Memmingen Franck Ribery noch zu sehen. Der Franzose musste ja wegen einer Verletzung der WM 2014 fernbleiben. Seit Anfang dieser Woche ist der Mittelfeldstar wieder in der bayrischen Landeshauptstadt. Ob er spielen wird ist noch nicht klar. Auf dem Programm stand für ihn noch eine Untersuchung bei Dr. Müller-Wohlfahrt.

Ich hatte ja kürzlich bei der kleinen Vorschau auf das Spiel um Platz 3 an die großen polnischen Stürmer Lato, Szarmach und Gadocha vom Turnier 1974 erinnert. Diese Elf hatte internationale Klasse und in jenen Jahren mit dem Olympiasieg 1972, dem 3. Platz bei der WM 74 in Deutschland und der Silbermedaille bei den olympischen Spielen 1976 ihre beste Zeit. Die Engländer werden sich übrigens auch ungern an den Keeper Jan Tomaszewski erinnern. Mit seinen famosen Glanzparaden verhinderte er  die Qualifikation der englischen Nationalmannschaft für das Turnier in der Bundesrepublik. Jener Tomaszewski hielt dann in der Wasserschlacht von Frankfurt auch einen Elfmeter von Uli Hoeneß.

Apropos Uli Hoeneß. Eine große, eine ganz große Geste von Bastian Schweinsteiger nach dem gewonnenen WM-Endspiel gegen Argentinien am Sonntag. Er grüßte in der Stunde seines eigenen großartigen Erfolgs seinen Förderer Uli Hoeneß. Mit warmen, aufrichtigen Worten. In einer Gesellschaft in der Gefallene durchaus sehr schnell erfahren wie sich einstige Freunde, Mitstreiter, Partner, Wegbegleiter oder Lobhudler abrupt abwenden, war das keine Selbstverständlichkeit. Zu Uli Hoeneß gibt es auch neue Nachrichten aus der JVA Landsberg.

Adidas nutzt Vertragslücke bei Legea und stattet Bosnien-Herzegowina aus

Traveler Digital CameraNike kann nicht überall sein. Dem fränkischen Sportartikelhersteller Adidas ist ein Marketing-Coup vor der WM gelungen. Der italienische Ausstatter Legea hatte sich das Großereignis Fußball-WM Brasilien 2014 nicht im Vertrag mit Bosnien-Herzegowina inkludieren lassen. Das im DAX gelistete Unternehmen Adidas nutzte die Vertragslücke. Die Nationalmannschaft von Bosnien-Herzegowina wird diese Woche am 4. Juni im Länderspiel gegen Mexiko in  Adidas-Trikots auflaufen. The Wall Street Journal schrieb im langen und mit zahlreichen Grafiken von Insider Peter Rohlmann unterlegten bemerkenswerten Artikel Fußball-WM 2014 wird zur Materialschlacht der Ausrüster zu der Legea/Adidas Geschichte:

,,Der Vorgänger, die italienische Marke Legea, hatte versäumt, das Großereignis im Vertrag zu inkludieren. „Adidas kommt nach diesem Geschäft vor Lachen kaum in den Schlaf”, sagt Rohlmann. Alle anderen Wettbewerber hatten nicht schnell genug geschaltet, heißt es. Nur zwischen 500.000 Euro und einer Million Euro, Sachleistungen inklusive, dürfte dieses Sponsoring im Jahr kosten.”

Es ist nicht überliefert ob Legea den Anwalt ihrer bisherigen Wahl austauschen wird. Für Adidas ist dies das 9. Engagement in puncto Teamausstattung bei der Fußball WM. Der amerikanische Konzern Nike verweist auf 10 Mannschaften. Puma hat 8 bei dem größten Sportereignis im Jahr 2014 am Start. Bosnien-Herzegowina spielt in Gruppe F gegen Argentiniens Messi, den Iran und Nigeria. Die Argentinier und Nigerianer laufen auch im Dress mit den drei Streifen auf. Der Iran wird von dem deutschen Unternehmen Uhlsport ausgestattet. Auf die Episode mit dem kolportierten eingelaufenen Torwarttrikot hatte ich ja bereits hingewiesen. Am 13. Mai schrieb ich hier auf dem Blog:

,,Kaum glauben mag man auf den ersten Blick der Nachricht vom Schwarzwälder Boten über den bei der WM in Brasilien nicht stattfindenden Trikottausch der Mannschaft vom Iran, die vom deutschen Hersteller Uhlsport aus dem schönen Balingen ausgestattet werden. Neben dem Sparsamkeitsdiktat des iranischen Fußballverbandes hebt man die Augenbrauen auch ob der Aussage von Ersatztorwart Ali-Resa Haghighi, der nach dem Waschen sein XL Trikot in signifikant kleinerer Größe wiederfand und dem Konter vom Verbandspräsidenten:

“Die Spieler müssen die nicht mit heißem Wasser waschen.”

Das lasse ich Mal so unkommentiert stehen.”

Mittlerweile hat sich das Unternehmen Uhlsport zu Wort gemeldet und sich gegen die Vorwürfe aus dem iranischen Fußballverband gewehrt. Trikots sind dem iranischen Verband in entsprechend ausreichender Anzahl von dem Balinger Sportartikelhersteller zur Verfügung gestellt worden und es wird auch explizit darauf verwiesen, dass jedes Trikot nur für ein Spiel zur Verwendung kommt.

“Keines der Trikots einer WM kann für ein weiteres Spiel verwendet werden, da diese Trikots immer die Flaggen und das Datum der Partie auf der Brust führen”

Zu der Qualitätskritik von Ersatztorwart Ali-Resa Haghighi nimmt Uhlsport mit Verweis auf die Erfahrungen von Tests und bisheriger Teams ebenfalls Stellung:

,,Dass unsere Polyesterware eingehen soll, ist nach allen unseren Tests nicht ansatzweise nachvollziehbar. Ebenso wenig haben wir von professionellen Mannschaften und anderen Partnern Stoffbeanstandungen erfahren.”

Uhlsport nennt dann auch noch den 3. Torwart der deutschen Nationalmannschaft, Ron Robert Zieler,  den niederländischen Keeper Michel Vorm und den französischen Torwart Hugo Lloris, die Produkten aus Balingen ihr Vertrauen geschenkt haben.

Apropos Torwart. Der einstige Weltklassetorwart Peter Schmeichel auf der Facebook Seite von Bosnien-Herzegowina mit einem klaren Statement in puncto Sport:

“Bei dieser Weltmeisterschaft kann Bosnien & Herzegowina für eine Überraschung sorgen. Niemand will sie als möglichen Gegner..Sie hatten eine tolle Qualifikation hingelegt und haben einen Edin Džeko, der immer für ein Tor gut ist – er kann Spiele alleine entscheiden…”

Der 28-Jährige Džeko ist allen deutschen Fußballfreunden noch gut bekannt aus seiner Zeit beim VfL Wolfsburg. 2009 schoss er 26 Tore und kam mit seinem Sturmkollegen Grafite, der mit 28 Toren Torschützenkönig wurde, auf insgesamt 54 Tore. Das war die deutsche Meisterschaft mit Wolfsburg. Bemerkenswert an den 54 Toren war der damit aufgestellte neue Rekord. Sie lösten das Bayern München Sturmduo Uli Hoeneß und Gerd Müller mit 53 Toren aus der sagenhaften Bundesligasaison 1971/1972 in der Rekordtabelle ab.

Bayern München: Keine Nacht der Helden

Tief durchatmen. Dieses Jahr wird es ein Champions-League Finale ohne deutsche Beteiligung geben. Mit Harald Schmidt Humor könnte man anmerken: Positive Nachricht – Hat Übungsleiter Löw die Bayern Spieler eine Woche eher zur Verfügung.

2010 sah ich das Finale von Bayern München mit Coach van Gaal gegen Mourinhos Inter Mailand mit meiner Jahrhundertliebe in einem Nürnberger Multifunktionskino auf großer Leinwand. Nach dem 0:1 Rückstand sagte ich zu meiner Liebsten:

,,Das war´s. “

Auch gestern war ich nach dem 0:1 Rückstand von Ramos überzeugt, die Sache ist durch. Dabei hatte der 116-fache spanische Nationalspieler und Verteidiger  bereits im Training in der Allianz Arena deutlich gezeigt wie eminent torgefährlich er beim Eckball ist. Die phantastischen Bilder vom vergangenen Jahr wird es für Bayern München und die Fans damit 2014 nicht wieder geben können.Traveler Digital Camera

Ich will jetzt nicht mit dem Holzhammer auf die Mannschaft, den Trainer oder etwaige Formschwächen von einzelnen Spielern drauflos hämmern. Oder die Turbulenzen vom Hoeneß Prozess im März thematisieren. Die Mannschaft war voriges Jahr mit jenem Momentum ausgestattet, was dieses Jahr einfach fehlte. Jene Wucht, Dynamik, unbändige Laufbereitschaft mit dem Zug zum Tor, die Erarbeitung und eiskalte Nutzung von Torchancen auf internationalen Parkett, der absolute Siegeswille, die Fokussierung auf die Spiele und der Hunger nach dem sehnsüchtig herbeigesehnten Champions-League Titel waren dieses Jahr so nicht vorhanden.

Vom Biotop Barcelona nach München

Nach so einer Niederlage ist es immer leicht alles am neuen Trainer festzumachen. Ich war immer etwas skeptisch in Sachen Hype um die Neuverpflichtung von Guardiola. Er hatte ein Jahr ohne Trainertätigkeit hinter sich. Die Zeit bei Barcelona war zuweilen zum Schluss etwas von Götterdämmerung geprägt. Der Wechsel in eine neue Liga und ein anderes Land ist auch immer von Unwägbarkeiten gezeichnet. Coach Pep Guardiola hatte noch nicht bewiesen, dass er außerhalb des Biotops Barcelona funktioniert. Ich stand damals bei der Bekanntgabe seines Trainerengagement bei Bayern mit dieser Meinung nicht alleine da. Auch der Titelsammler par excellence – Mister Handball vom Champions-League Gewinner THW Kiel – , Alfreð Gíslason, wies damals auf etwaige Probleme der Umstellung vom inneren Zirkel der Katalanen auf die Gegebenheiten des deutschen Rekordmeisters hin. Sebstverständlich hat Pep Guardiola souverän und mit zahlreichen Rekorden garniert die Bundesliga von der Tabellenspitze aus beherrscht und den nationalen Titel von Vorgänger Jupp Heynckes verteidigt. Eine deutsche Meisterschaft mit Bayern München einzufahren gelang auch Trainern wie Felix Magath, der momentan den englischen Abstiegskandidaten FC Fulham trainiert. Der Anspruch der Bayern und ihrer Führungsriege ist international. Da schmerzt das deutliche Ausscheiden gegen Real sehr.

Harald Schmidt erzählt die Franz Beckenbauer Story

Mir fehlt er schon. Deutschlands schärfster Intellektueller. Er brachte die Dinge auf den Punkt. Seine Zunge hatte bisweilen die Schärfe eines mit Chili überwürzten Menüs beim Asiaten. Zeit ein wenig in Nostalgie zu machen.

[Reblog vom 26. Februar 2010]

Harald Schmidt ist Entertainer und ausgewiesener Fußballexperte.

Keiner kann Zusammenhänge so prägnant auf den Punkt bringen wie der Adolf-Grimme-Preisträger. Mit Hilfe der Playmobil Figuren erklärt er allen Fußballfreunden die Geschichte von Franz Beckenbauer. Weggefährten wie Uli Hoeneß, Paul Breitner oder Sepp Maier werden dabei nicht vergessen.

Beckenbauers Geschichte braucht einen 2. Teil. Harald Schmidt knüpft spielerisch an Malente an und bringt auch König Johan ins Spiel. Der Niederländer Cruyff war der große Protagonist während der WM 74. Den Weltmeisterpokal hielt jedoch Kaiser Franz in den Armen.

 

Marketing: Sky Go mit den Testimonials Franz Beckenbauer und Jürgen Klopp

Wer kennt ihn nicht, den prägnanten Spruch mit dem Fernglas von Uli Hoeneß. Einst hatte der Rekordmeister im Jahr 2007 etwas irritiert und titellos zusehen müssen wie die Meisterschaft an den VfB Stuttgart und der Pokalsieg an den 1. FC Nürnberg ging. Der damalige Manager Uli Hoeneß formulierte es dann so:

,,Nächstes Jahr wird es bei uns eine klare Devise geben – und das vom ersten Spieltag an: Wir müssen dafür sorgen, dass nächstes Jahr wieder das Wehklagen einsetzt, wenn die anderen uns in der Tabelle mit dem Fernglas anschauen.”

In Anlehnung an die damalige Geschichte taucht jetzt Franz Beckenbauer mit einem Fernrohr im Sky Go Werbespot auf und plaudert mit Jürgen Klopp.

Konstanz: Smarter Auftritt von Günter Netzer beim SWR UniTalk am Bodensee

Der Bodensee ist eine wunderbare Region. Mit sehr schönen Städten. Konstanz gehört ohne Wenn und Aber in die Reihe der Orte mit Flair dazu. Zur Zeit spielt auch wieder der in italienisches blau gefärbte Himmel mit. Ein idyllisches Postkartenwetter. Die Schiffe nehmen verstärkt nach ihrem Winterschlaf den Betrieb wieder auf. Motive für Hobbyfotografen ergeben sich von alleine. Der Touristenstrom ist bereits am fließen. Die Sonne hat eine angenehme Temperatur für den Monatsanfang April zu bieten. Die Naturkulisse der Berge am Bodensee tut ihr übriges. An so einem Tag ist bei vielen Menschen die Grundstimmung positiv. Das der unmittelbare Parkplatz am Haupteingang bei meinem Eintreffen bereits überfüllt ist und ich auf den Nachbarplatz ausweiche, nach einem Hinweis eines mit stoischer Ruhe agierenden Parkplatzeinweiser, trübt die Stimmung und Vorfreude nicht im geringsten. Der sonnige Tag senkt sich langsam. Abends um 19.00 Uhr also dann eine gut vorbereitete Veranstaltung im Audimax der Universität Konstanz mit Günter Netzer.Foto (9)Meine Sicht auf die Bühne ist sehr gut. Der Hörsaal proppenvoll. Im Vorfeld ist fleißig promotet wurden. Einen Tag vor dem SWR UniTalk in Konstanz gibt es das bemerkenswerte Interview von Südkurier-Sportchef Ralf Mittmann mit der Fußballikone Günter Netzer beim südkurier unter dem Titel “Einen wie Guardiola habe ich noch nicht erlebt”.

Die eigenmächtige Einwechslung im DFB-Pokalfinale 1973 gegen den 1. FC Köln

Das Publikum will an diesem Abend im Audimax der Universität Konstanz mehr zum Motto des Abends Taktik, Teamgeist, Traummgeschäfte – was können wir vom Fußball lernen? und über den einstigen Mittelfeldstar hören. Der Moderator Fritz Frey plaudert angenehm unangestrengt mit dem gut gelaunten Günter Netzer. Die Haare immer noch lang, ein Schwenk in eine Kurzhaarfrisur kommt wohl für ihn nicht mehr in Frage. Einst war dies ja eine Empfehlung einer Freundin. Lange Haare würden besser aussehen. Klar, die eigenmächtige und legendäre Einwechslung im DFB-Pokalfinale 1973 in der Verlängerung gegen den 1. FC Köln inklusive Siegtor fehlt auch nicht. Hennes Weisweiler und Günter Netzer sprachen anschließend nie darüber. Auch später in Spanien nicht. Das Verhältnis zu Berti Vogts wird angesprochen. Klinsmann profitierte einst sehr von der Fürsprache Vogts bei der Besetzung des Nationaltrainerpostens im Jahr 2004. Jetzt hat sich der Nationalcoach der USA mit der Verpflichtung von Berti Vogts dankbar revanchiert. Der Tod von Günter Netzer seiner Mutter 1973 und die medialen Giftküchenabfälle seinerzeit ihm gegenüber wird ebenfalls angesprochen. Einige Medien hatten den Wechsel von Netzer zu Real Madrid in den Kontext zum Tod stellen wollen.

Top-Stars sind ihr Geld wert

Es wird an diesem Abend auch über Geld gesprochen. Netzer beziffert sein Einkommen in der Hochphase als Spieler mit 200.000 Mark brutto abzüglich 56%. Den Ferrari und die Diskothek leistete er sich trotzdem. Einst rechnete er den Verdienst aus seiner Laufbahn quer mit dem Einkommen der Galaktischen um Figo, Raul, Zidane etc. 10 Tage hätten die Jungs in der Neuzeit gebraucht um an das damalige Jahreseinkommen von Netzer in den Siebzigern ranzukommen. Er positioniert sich auch deutlich. Die Top-Stars sind ihr Geld wert. Sie bringen Leistung und sorgen für die Attraktivität im Geschäft Fußball. Er findet jedoch die mittelmäßigen Spieler finanziell überbewertet. Dies steht konträr zum Statement von BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke über die Philosophie in Sachen Spielergehälter beim Vizemeister und Champions-League Finalisten der vergangenen Saison auf sponsors:

„Wir legen unheimlich viel Wert darauf, dass es eine Hygiene gibt, dass der Spread zwischen dem normalen und dem Topspieler nicht so groß ist.“

Günter Netzer plaudert im Laufe des Abends auch über die Sportvermarktung mit Infront. Steht zur Langlebigeit von Verträgen wie zwischen Trikotsponsor Gazprom und Schalke.  Verweist auf eine der Basics bei Geschäften mit Osteuropa. Trinkfestigkeit. Leber und Magen müssen robust sein. Sonst hätte man keine Chance das Vertrauen für eine Geschäftsbeziehung aufzubauen. Äußert sich kritisch über die bedenkliche Situation im Katar. Nicht nur in Sachen klimatischer Bedingungen im Sommer.

Günter Netzer ist sich seines Lebensglücks bewusst, wenn er sagt:

,,Jeder bekommt im Leben seine  Chancen. Er muss sie nur wahrnehmen. Und ich habe immer gewusst, was  ich kann, aber auch, was ich nicht kann. Das zieht sich wie ein roter Faden durch mein Leben.”

Es gibt auch die Anekdote vom Lottogewinn. Ein jugendlicher Fan schenkte ihm einst im Kuvert einen Lottoschein im Rahmen eines Altherren-Spiels. Verdienstvolle Nationalspieler gaben sich die Ehre. Eigentlich als Geburtstagsgeschenk gedacht. Doch das Datum war falsch. Günter Netzer hatte noch gar keinen Geburtstag. Dafür waren die getippten Zahlen richtig. Der Schein von Netzer war dabei inzwischen zerrissen. Er hatte den Lottoschein bereits weggeworfen. Mühsam puzzelte er ihn wieder zusammen. Am Ende gewannen beide Scheine, der Fan hatte die selben netzerspezifischen Zahlen seit Jahren getippt und ebenfalls einen Lottoschein für sich eingelöst, insgesamt gab es die Gewinnsumme 300.000 DM. Günter Netzer gab dem Fan die Hälfte vom Gewinn seines Spielscheins ab. Alleine diese Anekdote war den Gang in den Hörsaal wert. Auch wenn die Tippreihe mit den exakten Zahlen an diesem Abend nicht zur Sprache kam. Was waren jetzt die glücklichen netzerspezifischen Zahlen? Nun, wenn mich mein Gedächtnis aus vergangenen Gesprächsrunden und Artikeln über den einstigen Star von Borussia Möchengladbach nicht im Stich gelassen hat, waren es Günter Netzers Geburtstag 14.9.44, dann die Anzahl seiner Spiele im Dress der Nationalmannschaft (37), die Torausbeute von Netzer in der Länderspielkarriere mit 6 und die legendäre Schugröße 47.Traveler Digital Camera

Noch ein paar Sprenkel des Abends. Uli Hoeneß will er auch in der JVA Landsberg besuchen. Die Dominanz der großen Geldvereine wie Bayern, Real, Barcelona wird weiter bestehen bleiben. Infront engagiert sich auch bei Alemannia Aachen. Fußball ist nicht kaputt zu kriegen. Red Bull Chef Dietrich Mateschitz sein Engagement bei RB Leipzig sieht er solide, wenngleich aus seiner Sicht Mäzenatentum Risiken hat. Ich sehe dies ein wenig anders. Dietrich Mateschitz praktiziert seit Jahren erfolgreiches professionelles Sponsoring mit dem marketingtechnisch gut aufgestellten Unternehmen Red Bull. Beim Thema RasenBallsport Leipzig, angesprochen in der anschließenden Fragerunde, offeriert Netzer jedoch auch, dass er am Leipziger Fußball nicht so nah dran ist. Einer der besten Protagonisten in Sachen faktenkundiges Wissen um den derzeitigen Tabellenzweiten in der 3. Liga ist seit Jahren rotebrauseblogger.

Günter Netzer lobt auch seinen ehemaligen Mitspieler Herbert Wimmer und dessen enormes Laufpensum. Durch eine Motivationsansprache konnte er ihn zum mitlaufen ermuntern. Der eher im läuferischen zurückhaltende Netzer dachte im Austausch dafür mit. So seine Version. Apropos Laufleistung. Die einstige Gladbacher Fußballikone hält die Statistiken der Neuzeit für überbewertet. Wenn einer 12 Kilometer auf dem Tacho nach Ablauf der 90 Minuten hat, sagt dies noch nichts über die Effektivität aus. Vielleicht waren 6 Kilometer in die falsche Richtung dabei. So sinngemäß die Reminiszenz von Günter Netzer.

Deutschland, Brasilien, Spanien, Italien und Argentinien im WM-Favoritenkreis

Die Aussichten auf einen WM-Titel von Übungsleiter Löw, denn er sehr lobt, sind vorhanden. Jedoch gibt es selbstverständlich keinen Garantieschein. Riesig talentierter Kader voller Qualität. Realistisch sieht Netzer auch Probleme in Sachen Sturm. Stichwort aktuelle Fitness von Miroslav Klose und Mario Gomez sowie die fehlende Weltklasse des Außenverteidigerpaares. Auch der Ausfall von Khedira wirkt schwer. Brasilien, wenn sie denn mit dem Druck klarkommen sieht er als starken Mitfavoriten. Auch Spanien. Und die unangenehmen Italiener. Argentinien sieht er im erweiterten Kreis. Jedoch stark auf Messi fokussiert, und er zeigte immer seine besten Leistungen im Trikot von Barcelona.

Fazit: Ein gelungener Abend. Der SWR UniTalk mit Günter Netzer war jede Minute wert.

Neue Zürcher Zeitung mit einer kleinen Chronik der Besichtigung vom Uli Hoeneß Gefängnis

Nein, es gibt sicher angenehmere Orte auf dieser Welt. Doch diese Woche, zum Anfang des neuen 7-Tage Rennens, trafen sich rund 160 Reporter aus den verschiedensten Ländern in Deutschland. Ziel war die Justizvollzugsanstalt Landsberg. Der Medienrummel um die Personalie Uli Hoeneß war nicht kleiner geworden. Die Substratsättigung setzt nur punktuell ein. Auch ich bin wieder am Thema interessiert. Die anstehende Haftstrafe für den ehemaligen Präsidenten von Bayern München erregt weiterhin die Gemüter in Deutschland. Die Anfragen an die Behörden in puncto Unterbringung, strukturierten Tagesablauf und Beschäftigung von Uli Hoeneß waren zahlreich. Es wurde der offensive Weg gewählt. Die Pressevertreter erhielten eine Einladung zu einer Führung durch das Gefängnis.

Der einst wieselflinke Uli Hoeneß

Den schlanken und schnellen Uli Hoeneß habe ich einst als 10-Jähriger Bub erlebt. Er war wieselflink und stellte die Abwehr von Dynamo Dresden in jenem Rückspiel des Europapokals der Landesmeister im Herbst 1973 vor allergrößte Probleme. Das Hinspiel hatte Bayern München mit 4:3 gewonnen. Damals noch im frischen und fast neuen Olympiastadion. Ein Jahr zuvor gab es die olympischen Sommerspiele in der bayerischen Landeshauptstadt. Die Architektur des Olympiastadions war zu jener Zeit revolutionär. Ein Meilenstein in der Geschichte des Stadionbaus. Renommierte Star-Architekten aus aller Welt schauten nach München. Doch ich schweife ab. In Dresden schoss Uli Hoeneß zwei schnelle Tore. Er war den Abwehrspielern vom DDR Meister aus Elbflorenz entwischt. Nach 13 Minuten stand es 0:2. Später sollte Uli Hoeneß auch im Endspiel des Europapokals der Landesmeister gegen Atletico Madrid im Wiederholungsspiel den gegnerischen Abwehrreihen entwischen. Doch der Steuerthematik, 40 Jahre später im Jahr 2013 akut geworden und an die mediale Oberfläche gespült, konnte Uli Hoeneß nicht entwischen.

Medienmaschine lief in Sachen Uli Hoeneß auf Hochtouren

Die Medienmaschine lief auf Hochtouren. Im durch Zwangsgebühren finanzierten Pay-TV Sender ARD durften Plauderer wie Plasberg und Jauch illustre Gesprächsrunden einladen und in Abwesenheit von Uli Hoeneß munter drauf los plaudern. Nicht immer war alles fair, nicht immer alles durch seriöse Fakten abgesichert. Die Spekulationen liefen ins uferlose. Manch Zeitgenosse stilisierte sich zum Moralapostel. Eine Menge Klugscheißer gab es obendrauf. Erhobene Zeigefinger erlebten eine inflationäre Welle. Im November des letzten Jahres dann die Verkündung des Prozessbeginns im März 2014. Traveler Digital Camera

Da war Uli Hoeneß immer noch Präsident von Bayern München. Der Aufsichtsrat stand wie eine Eins hinter ihm. Mit Unterstützung zahlreicher Weggefährten wie dem ehrgeizigen Herbert Hainer von Adidas, dem machtbewussten Automobilmanager Prof. Dr. Martin Winterkorn, dem wortgewaltigen Helmut Markwort vom focus  oder dem zweifachen Vizeweltmeister Karl-Heinz Rummenigge. Nicht zu vergessen Dr. Edmund Stoiber (CSU). Den Ruf nach Rücktritt gab es in der Bayern-Familie nicht. Das ist alles nun bereits wieder Geschichte. Der Prozess ist durch. Das vieldiskutierte Urteil von München gesprochen. Jetzt geht es um die Verbüßung der verhängten Strafe.

Stephanie Lahrtz berichtet in der NZZ über den Ansturm auf die JVA in Landsberg

Stephanie Lahrtz berichtet am 1. April (kein Aprilscherz) ausführlich auf Seite 7 der Neue Zürcher Zeitung in der Rubrik INTERNATIONAL unter dem Titel Ansturm auf das Hoeness-Gefängnis über die mehrstündige Besichtigung der Justizvollzugsanstalt durch die besagten rund 160 journalistischen Personen. Beginnend mit der Drängelei der Meute investigativ interessierten Journalisten am Gefängnistor in Landsberg. Die Welt ist schon irre. Stephanie Lahrtz mit ihren einleitenden Worten:

,,Verkehrte Welt: Rund 160 Personen drängeln sich vor einem Gefängnistor und schubsen sich gegenseitig rein, sobald das automatische Tor aufgeht.”

Dieter Wedel bitte übernehmen Sie. Ein quotenträchtiger 4-Teiler sollte sich doch inszenieren lassen.

Der Rundgang der Journalisten war detailliert vorbereitet. Fast so akribisch wie einst Udo Lattek seine Truppe mit Bayern München auf die Spiele mit Dynamo Dresden im Herbst 1973 einstellte. Nichts, aber auch gar nichts, wurde dem Zufall überlassen. Stephanie Lahrtz erkennt die Bemühungen der Leitung der Justizvollzugsanstalt Landsberg an:

,,Man hatte vonseiten der Anstaltsleitung keine Mühen gescheut. Die in der Küche tätigen Gefangenen hatten Brötchen gebacken. Leberkäse und Aufschnitt gewurstet und alles in der Turnhalle nett angerichtet. Jeder Zellengang, der Hof für die Freizeit, die Autowerkstatt, alles picobello gefegt. Die Sporthalle ist übrigens um einiges komfortabler eingerichtet als viele Schulturnhallen in München.”

Okay, lastet für den Nachfolger von SPD-Genosse Ude im Bürgermeisteramt in München eine klare Aufgabe auf den neugewählten Schultern. Schulturnhallen in der Landeshauptstadt auf Vordermann bringen.

Doch zurück zur Begehung durch die Journalisten in Landsberg. Die Gefangenen mussten aufgrund des Persönlichkeitsschutzes in ihren Zellen bleiben. Statt der gewohnten Arbeit nachzugehen. Stephanie Lahrtz merkt an:

,,Doch der halbe freie Tag gefiel offenbar keineswegs allen. Viele hätten den Verdienstausfall beklagt, so berichteten die Angestellten während der Besichtigung.”

Essen hält Leib und Seele zusammen. So ein altes Sprichwort, dessen inhaltliche Bestätigung sich bei jeder guten Mahlzeit wiederholt. Uli Hoeneß wird einen Ausweis zur Essensausgabe benötigen. Die akribische Stephanie Lahrtz in der Neue Zürcher Zeitung listet die Menü-Fakten auf:

,,Und was haben wir nun gelernt? ,,Gefangene benötigen einen Lichtbildausweis für die Kostausgabe.” Ohne Ausweis kein Essen, mit ID gibt es Normalkost, ein Menü ohne Schweinefleisch, ein rein vegetarisches oder kalorienreduziert.”

Die Menüwahl will laut Frau Lahrtz gut überlegt sein. Sie verweist auf das Zeitfenster möglicher Wechsel in der Speisenwahl.

,,Denn nur alle sechs Monate ist ein Menü-Wechsel möglich.”

Ein Thema ist auch die Beschäftigung von Uli Hoeneß. Im Vorfeld haben zahlreiche Kommentatoren auf die familäre Metzgervergangenheit vom Europameister, Weltmeister, Gewinner mit Bayern München im Europapokalsieger der Landesmeister, deutscher Meister, deutscher Pokalsieger etc. verwiesen. Auch Stephanie Lahrtz bringt die “Gefängnisküche” als möglichen Arbeitsplatz ins Gespräch und verweist auf die Arbeitswelt in der Justizvollzugsanstalt.

,,Denn alle Häftlinge müssen 40 Stunden pro Woche in einem der 25 Betriebe der Anstalt arbeiten. Dafür werden sie um 5 Uhr 50 mit dunklem, lang anhaltendem Sirenenton geweckt. Dienstantritt ist pünktlich um 7 Uhr. Ausser am Wochenende. Ab 15 Uhr 30 ist Freizeit.”

Das Freizeitangebot umfasst Angebote für Sprachunterricht, Töpfern oder musizieren mit Instrumenten. Es gibt auch einen Fussballplatz.

Doch so eine Besichtigung kann selbst unter optimalen Ablauf nie alle Fragen bis ins letzte Detail klären. So ergeht es auch den rund 160 Journalisten. Stephanie Lahrtz bringt es auf den Punkt:

,,Aber die drängendste aller Fragen bleibt auch am Ende der Führung unbeantwortet: Wann darf Hoeness in den offenen Vollzug oder gar in den Freigang?”

Gibt es ein Comeback von Uli Hoeneß?

Kommt Uli Hoeneß wieder gestärkt heraus? Wird er gar wieder der Bayern München Boss werden? Kann es ein erfolgreiches Comeback analog dem charismatischen Motivationstrainer Jürgen Höller geben? Nicht jede Frage kann sofort seriös beantwortet werden. Ich bin auch nicht allwissend. Der Südkurier macht auf der Titelseite an diesem Dienstag mit der Personalie Hoeneß sowie einem GETTY Foto auf. Das Auge des Betrachters erkennt auf dem Bild ein weisses Keramikwaschbecken, eine farblich mit dem Waschbecken korrespondierende Keramikkonsole mit Kosmetika, einen Wandspiegel für die tägliche Rasur, einen spartanischen Tisch, ein Holzschalenstuhl ohne Armlehnen mit verchromten Kufengestell, ein unaufgeregter Schrank mit Flügeltür, eine Pritsche, ein standardisiertes kleines Buchregal an der Wand, ein kleines Fenster und titelt:

,,Eine Acht-Quadratmeter-Zelle für den Bayern-Boss.”

Das lasse ich jetzt mal so stehen. Den kürzlichen Rücktritt von Amt und Posten bei Bayern München hin oder her.

Substratsättigung in Sachen Uli Hoeneß

Nein, die letzten Beiträge über Uli Hoeneß sind noch nicht geschrieben. Die Munition der Medien noch nicht verbraucht. Zu sehr wird der Honig noch daraus gezogen werden. Bei mir persönlich ist eine Art Substratsättigung in Sachen Uli Hoeneß festzustellen. Irgendwie kennt man dies ja aus der Weihnachtszeit. Plätzchen, Stolle, Glühwein, Tannenbaum, Ente mit Rotkohl und handgemachten Klößen. Alles lecker. Alles wird aufgesogen. Kein Krümel oder Entenfleisch bleibt auf dem Teller übrig. Der Adventskalender wird gerne und täglich geöffnet.Traveler Digital Camera

Doch irgendwann ist dann auch wieder gut. Der Baum wird entsorgt. Ente gibt es bis auf weiteres nicht. Glühwein wird wieder abgelöst durch normalen Kaffee oder Mineralwasser. Der Kalender von der Wand abgenommen. Die Weihnachtsbaumkugeln werden wieder in Kartons gesteckt und für die nächsten knapp 12 Monate im Keller gelagert. Irgendwie ist man froh wenn die Weihnachtszeit dann durch ist. So geht es mir nach der vergangenen Woche mit der medialen Schlacht um den Prozess gegen Uli Hoeneß auch.

Nachdenkenswert #217

 “Es war absolut richtig, dass das Gericht schnell und fair geurteilt hat. Uli Hoeneß hat versucht, sich als Opfer zu stilisieren, er war allerdings ein Täter. Denn an die 27 Millionen Euro Steuern zu hinterziehen, ist keine Kleinigkeit. Daher halte ich das Urteil für ganz klar und richtig. Man darf eines nciht vergessen: Auch die großen Konzerne wie Audi, VW und Adidas stehen nun blamiert da, denn er hätte längst vom Aufsichtsrat gezwungen werden müssen, als Präsident zurückzutreten.”

Anton Hofreiter, (Bündnis 90/Grüne), am 2. Februar 1970 in München zur Welt gekommen, mit einer der gesammelten Rektionen bei Spox zum Urteil gegen Uli Hoeneß

Münchner Impressionen

Nein, ich bastle aus den 3 Fotos kein Quiz mit der Frage:

Auf welchem Bild ist Bayern München Präsident Uli Hoeneß zu erkennen? 

Derweil hat ARD einen Brennpunkt angekündigt.Traveler Digital Camera Traveler Digital Camera Traveler Digital CameraDas Erste weist auf das heutige Abendprogramm hin:

Ihr Abend im Ersten:

20:15 Uhr Brennpunkt: Das Hoeneß-Urteil

20:30 Uhr Eurovision Song Contest 2014: Unser Song für Dänemark

22:30 Uhr Monitor, u.a. mit: Der Krim-Konflikt und der Kampf ums Erdgas

23:00 Uhr Tagesthemen

23:30 Uhr Beckmann: Urteil gegen Uli Hoeneß – Was wird jetzt aus dem Bayern-Präsidenten?