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Blick ins Sportarchiv: Texte zu Uli Hoeneß

Auch Maybrit Illner hatte diese Woche das Thema Uli Hoeneß auf dem silbernen Tablett. Doch schauen wir einfach in ein paar Texte zum Präsidenten und ehemaligen Manager von Rekordmeister Bayern München. Das ist der Vorteil beim bloggen, der Gang in das eigene Sportarchiv gelingt mühelos. Also los geht es:

,,Campieren wegen einem 5er Smartphone in München im Jahr 2012 … Das ich das noch erleben durfte. Derweil gibt Uli Hoeneß in der bereits erschienen Ausgabe vom Oktober des Fußballmagazins 11Freunde ein längeres Interview. Da streift er wie nebenbei auch den Fußball in Leipzig. Stichwort RB Leipzig. Attestiert Hopp von Hoffenheim mehr Herzblut und Nachhaltigkeit für Fußball im Vergleich zu Red Bull Chef Mateschitz. Ich bin mir da nicht so sicher. In der Regel zieht Mateschitz seine Sponsorengagements bis zum angestrebten Erfolg durch. Ich wage nicht meinen Instinkten zu widersprechen. RB Leipzig wird Deutschland in einigen Jahren in der Bundesliga sehen. Hoeneß gibt auch VW einen mit. Stichwort Meisterschaft 2009 mit Wolfsburg. Teuer erkauft. Der Weltmeister von 1974 macht über seine Abneigung gegenüber Twitter keinen Hehl draus. Der Präsident von Bayern München will in China Sponsoren stärker mit einbinden. Dort wird bei der Ankunft von Bayern München auch schon einmal von den Chinesen zur Begrüßung der Fußballer Stern des Südens gesungen. Der einstige wieselflinke Stürmer hat bei der Summe von 40 Millionen für Martinez auch an den Bau von Kindergärten für diesen Geldbetrag gedacht. Er sieht die Bundesliga in 10 Jahren in Europa dominieren. Hoeneß trägt dann nach getaner Arbeit inclusive der Fotos zum Interview auch mit den Redakteuren die Bank den Hang hinunter.”

sportinsider, in Warteschlange fernab von Uli Hoeneß am 22.09.2012

Doch tauchen wir ruhig auch in einen bereits etwas länger zurückliegenden Text.

,,Szenenwechsel. Uli Hoeneß war kürzlich beim Sparkassenforum in Neustadt/Aisch. Die Markgrafenhalle war bis auf den letzten Platz besucht. Der frühere Bayern München Manager und jetzige Präsident sprach Klartext.   Bratwurstfabrikant Hoeneß referierte zum ThemaDer Weg des FC Bayern München von einem Fußballverein zu einem Wirtschaftsunternehmen -. Das mag Nostalgiker schmerzen. Dabei ging es in meiner Erinnerung (seit 1973 verfolge ich intensiv das Fußballgeschehen) schon immer auch um Geld. Die Summen waren nur kleiner. Erinnert sei an das erste Jahresgehalt von Günter Netzer bei Real Madrid. Oder die kolportierte Summe vom Werbevertrag von Franz Beckenbauer mit dem Tütensuppenhersteller Knorr. Uli Hoeneß seine Rede wurde übrigens mehrfach von stürmischen Beifall unterbrochen.”

sportinsider, in Roman Abramowitsch, Uli Hoeneß, St. Pauli und der Kommerz, am 20.11.10

Im November 2010 gab es ja auch über die Dissonanzen zwischen Louis van Gaal und Uli Hoeneß zu berichten.

,,Medien wollen gefüttert werden. Nach der massiven Kritik von Uli Hoeneß an Meistercoach Louis van Gaal auf Sky gab es reichlich Fleisch. War es ein verspätetes Echo auf die Buchpräsentation von Louis van Gaal in Schuhbecks Südtiroler Stuben?

Derweil dürfte der Konflikt zwischen Hoeneß und van Gaal weiter schwelen. Von einem harmonischen Arbeitsverhältnis sind die beiden so weit entfernt wie der Salzstock in Gorleben von einem verlässlichen Atommüll-Endlager.”

sportinsider, in Sky, Uli Hoeneß und die Raubtierfütterung am 03.11.2010

Uli Hoeneß ist zeitig in mein Leben getreten. Ich war 10 Jahre alt. Anlässlich seines Wechsels vom Manager zum Präsidenten war es im Jahr 2009 Zeit für eine Hommage.

,,Die 2005 eingeweihte Allianz Arena und ihre Finanzierung ist die vielleicht größte Herausforderung für Uli Hoeneß gewesen. Seine gesamten Erfolge als Spieler und Manager für Bayern München aufzählen, hieße Eulen nach Athen tragen. Er ist in den letzten Tagen von den Zeitungen und Magazinen der Republik mit Lorbeeren und Rückblicken auf sein Lebenswerk bedacht worden. Auch seine größten Kritiker nehmen innerlich Haltung an.

Ich habe Uli Hoeneß das erste mal als 10-jähriger Junge 1973 live im Europapokal der Landesmeister gegen Dynamo Dresden spielen sehen. 1976 habe ich mir beim verschossenen Elfmeter von Belgrad im EM Finale die Haare gerauft. Er war und ist für mich der beste Fußballmanager über Jahrzehnte gewesen. Seine Leidenschaft und sein Feuer waren immer stark. Natürlich musste er auch einiges austeilen. Einstecken auch.

Uli Hoeneß hat Bayern München geprägt. Den Verein groß gemacht. Nicht alleine. Das geht auch gar nicht. Doch er war über 30 Jahre lang Lokomotive. Er hat auch stets im Erfolgsfall an die Spieler gedacht die sich mit Verletzungen rumgeschlagen haben, denen es zwischenzeitlich dreckig ging und persönliche Lebenskrisen hatten. Er hat dort immer ein sehr großes Herz gehabt. Mir fallen da spontan seine Unterstützung für Gerd Müller am Krankenbett ein. Seine Hilfe für Alexander Zickler, die Anerkennung für Jens Jeremies seinen körperlichen und gesundheitlichen Einsatz in der Champions-League Saison 2000/20001, die Bemühungen um Sebastian Deisler oder das einstige auffangen von Mehmet Scholl in einer schwierigen Lebensphase. Uli Hoeneß hat immer alles gegeben.”

sportinsider, in Hommage an Uli Hoeneß am 28.11.09

Uli Hoeneß hat sich zahlreich zu Wort gemeldet. Auch in der Personalie des bei der Nationalmannschaft nicht mehr gelittenen Michael Ballack:

,,Es regnet, jedenfalls am Bodensee. Kein Grund sich die Laune verhageln zu lassen. Die ideale Zeit für ein weiteres vergnügliches Kieser Training in Friedrichshafen.  So ganz vergnügt scheint mir hingegen momentan Michael Ballack nicht zu sein. Ich habe soviel vom sich über Monate hinziehenden Dialog zwischen dem Ex-Kapitän und dem Übungsleiter Löw gehört. Sie können sicherlich beide nichts dafür. Mir hängt das Thema jedenfalls zum Halse hinaus. Uli Hoeneß hatte bereits vor einem Jahr in der Sport Bild dazu eine klare Meinung und Ratschlag an den ehemaligen Bayern München Spieler:”

sportinsider, in Uli Hoeneß hat auch in Sachen Michael Ballack den richtigen Richer gehabt am 18.06.11

Dabei habe ich durchaus auch einen kritischen Blick gehabt, bei Dingen wo Uli Hoeneß meiner Meinung nach daneben lag.

,,Jetzt hat der Vater des Bamberger Erfolgs im Basketball fundierte Kritik an Uli Hoeneß in Sachen Dirk Bauermann in der Süddeutschen Zeitung geäußert. Wolfgang Heyder spricht Klartext. Ungefiltert. Er springt der Trainerkapazität Bauermann zur Seite. Kritisiert die Art und Weise des Umgangs mit dem ehemaligen Coach in München. Die Demontage einer Person und Menschen. Wolfgang Heyder stellt Uli Hoeneß kein Zeugnis mit Bestnoten aus.”

sportinsider, in Wolfgang Heyder kritisiert Uli Hoeneß in Sachen Dirk Bauermann am 06.10.12

Uli Hoeneß hat schon immer polarisiert. Dies ist diese Woche, Medienhype hin oder her, nicht anders gewesen. Auffallend jedoch schon die Reaktionen von Menschen mit Parteibuch die sich vor kurzen noch gerne mit Uli Hoeneß ablichten ließen. Jetzt sei man enttäuscht. Lässt dies per TV verlauten.

In Sachen Uli Hoeneß

Nein, es sind nicht wirklich viele gute Texte zur Personalie Uli Hoeneß und den monetären Problemen mit dem Konto in der Schweiz aufgelaufen. Sehr viel Empörungslyrik, stochern im Nebel angesichts der noch nicht bis ins Detail geklärten Sachlage, auffallend viele politische SPD-Stimmen die auf Moral machen. Dabei hat man sich in Sachen Honorarkönig oder dem schnellen Wechsel vom letzten SPD-Kanzler zum lockenden Geld der russischen Wirtschaft auffallend ruhig verhalten.

Immer schön hart aber fair

Auch Frau Schenk meint sich äußern zu müssen. Kürzlich unterlag sie Herrn Scharping bei der Wahl zur “präsidialen Führungsspitze” (Copyright by Jonathan Sachse) beim Bund Deutscher Radfahrer. Auch Herr Leyendecker hat ein paar Zeilen zu Uli Hoeneß geschrieben. Dazu eine Menge aus dem Boden gestampfter Sendungen zum Thema. Andere Themen mussten weichen. Gestern Jauch. Heute Plasberg. Immer schön hart aber fair. Ein wenig moralisch entrüstet, ein wenig Dampfplauderei, ein wenig erhobener moralischer Zeigefinger. Immer mit Steigerungsmöglichkeiten der Empörung versehen. Die eingeladenen Gäste haben nicht wirklich viel erhellendes beizutragen. Zumindest gestern Abend in der Sendung nach dem Tatort. Gab es eigentlich schon einen ARD-Brennpunkt zur Personalie vom Europameister 1972 und Weltmeister von 1974? Einst legte der öffentlich-rechtliche Sender eine Klinsmann Entlassungs-Story Sondersendung auf. Immer im Dienste der Quote. Mir wird kalt. Welcher Moralapostel hat sich eigentlich noch nicht gemeldet? Zauderer bitte vortreten und die Stirn in Falten der moralischen Entrüstung legen.

Fragen auf dem Kultblog breitnigge zur Personalie Uli Hoeneß

Selbstverständlich hat sich Uli Hoeneß angreifbar gemacht. Oliver Schmidt – Spiritus Rector, Organisator, Bayern München Fan und Macher vom Kultblog breitnigge hat es in seinem reflektierten Text treffend in Form von Fragen auf den Punkt gebracht:

,,All das macht(e) mich wütend, Uli!

Warum hast Du all diesen Leuten, nach einer ebenso erfüllten wie erfolgreichen Karriere, nun diese Steilvorlage geliefert?

Warum – und gehen wir mal davon aus, dass all das wirklich stimmt – hast Du überhaupt ein Konto in der Schweiz?

Warum hast Du über all die Jahrzehnte Gott und die (Heuschrecken-)Welt so verteufelt, um dann anscheinend selbst verurteilungswürdige Handlungen durchzuführen?

Wusstest Du nicht, was Du da tatest? Gerade Du, der Macher? Hat sich blind auf seine (Steuer-)Berater verlassen?”

Kein Mensch geht perfekt durch das Leben. Immer den geraden Weg. Wer hat nicht selbst als Kind beim Nachbarn Kirschen gemopst? Die sahen einfach so verlockend aus. In der Schule bei Mathe einfach nach links zur Klassenbesten geschaut. Ein wenig geillert. Ihre Lösung übernommen. So geschickt, dass der Mathematiklehrer es nicht merkte. Beim ersten Autoverkauf des heißgeliebten Käfers die bekannten Schwächen dem Kaufinteressenten nicht unter die Nase gerieben. Bei der Probefahrt um den Wohnblock alle Vorzüge in goldenen Farben gepriesen.

Beckenbauer, Vettel, Schumacher und die Frage mit dem Wohnsitz

Auch ein Franz Beckenbauer hatte einst Schlagzeilen produziert. Nein, keine Anekdote aus dem Schrebergarten. Monetäre Momente. Bei Günther Jauch kamen doch gestern Abend wie von Zauberhand gelenkt die Namen Sebastian Vettel, Michael Schumacher und Franz Beckenbauer zur Sprache. Stichwort Wohnsitz. Das war der Zeitpunkt wo ich von der Couch aufstand. Vielleicht machen wir auch einfach zu viel Wind um Sendungen in der ARD. Eine vernünftige Berichtersattung vom Schach-WM Kandidatenturnier London 2013 kriegen sie jedenfalls noch nicht hin. Da ist schon die Bestückung vom Videotext problematisch.

Uli Hoeneß geht keinen leichten Zeiten entgegen. Gut , dass er twitter nicht als sein Lieblingsmedium in Gebrauch hat. Dort haben sich die Dinge teilweise in den letzten Tagen überschlagen. Da ist viel Häme mit dabei gewesen. Keine Frage, Uli Hoeneß hat immer gerne auch ausgeteilt. Verbal nahm er nicht den Samthandschuh in Auseinandersetzungen. Moralisch hat er oft sehr klar geurteilt und verurteilt. Im Zweifelsfall immer den Säbel statt Florett. Stichwort Russlandisierung des Fußballs. Oder die deutliche Kritik am FDP-Wirtschaftsminister Rösler (Dabei bin ich kein Fan der FDP oder des Amtsinhabers). Äußerungen über den Stadtrivalen 1860 München in Harald Schmidt Manier. Die unsägliche Daum Geschichte. Kritik an den politischen Kräften die links agieren.

Er hielt Reden vor Wirtschaftsvertretern. Sprach über Moral, Werte, Ordnung. Sah Bayern München schon lange nicht mehr als normalen Fußballverein, er sah im FCB ein erfolgreiches Wirtschaftsunternehmen. Ist der FC Bayern München ja auch. Wir reden ja hier vom Fußballbusiness. Es geht um viel Geld. Sehr viel Geld. Hohe Summen. Unglaublich hohe Summen. Vielleicht stört da manchmal gar der sentimentale Fan.

Ich bin jedenfalls traurig. Auch zu Teilen sprachlos. Ratlos. Tief durchatmen.

Bayern München und das Prinzip Fernglas

Es war kein gutes Jahr für den FC Bayern München. Anfang des Jahres rumorte es. Die News-Ticker brachten dann die Meldung über den Äther: Trainerentlassung. Spieler sollen daraufhin gar gefeiert haben. Erzählt man sich hinter vorgehaltener Hand. Anschließend heuerte ein Altmeister auf der Trainerbank beim deutschen Rekordmeister an. Es reichte dennoch nur zu einer titellosen Saison. Ungewohnt für Münchner Verhältnisse. Eine Art Majestätsbeleidigung. Die Rede ist vom Jahr 2007. Im Pokalfinale siegte der fränkische Rivale 1. FC Nürnberg gegen den schwäbischen Vertreter VfB Stuttgart. In der Meisterschaft siegte die Mannschaft von Armin Veh. Jener VfB Stuttgart mit einem torhungrigen Mario Gomez konnte sich deutscher Meister 2007 nennen. Schalke 04 hatte fahrlässig den Titel verspielt. Nichts neues in Gelsenkirchen. Doch den größten Ärger gab es in München. Eine Saison ohne Titel: Tief durchatmen. Der wortgewaltige Europameister und Weltmeister aus der goldenen Ära des deutschen Fußballs in den siebzigern, Bayern München Legende Uli Hoeneß, ging unter die Philosophen und haute jene bedeutungsvollen Worte heraus:

,,Nächstes Jahr wird es bei uns eine klare Devise geben – und das vom ersten Spieltag an: Wir müssen dafür sorgen, dass nächstes Jahr wieder das Wehklagen einsetzt, wenn die anderen uns in der Tabelle mit dem Fernglas anschauen.”

Bayern München gelang dann in der Saison 2007/2008 jene philosophische Umsetzung des Prinzip Fernglas. Doch noch besser machte es der diesjährige Jahrgang. Zeitweise hatte man als geneigter Beobachter der Fußballszene den Eindruck, dass die Konkurrenz resigniert das Fernglas beiseite gelegt hat.

Content Marketing: Alter Wein in neuen Schläuchen?

Content is King. Immer diese altbekannten Weisheiten. Geschichten erzählen im Stile von Goldfinger, dem Kultbösewicht der Bond-Filmreihe. Begnadeten Geschichtenerzählern wird auch Jahrzehnte nach Ersterscheinung der Story immer noch gerne zugehört. Gemach, gemach zum Sport und seinen Protagonisten kommen wir gleich.

Es hallt aus verschiedenen Ecken des Landes wie eine neue Verheißung: Content Marketing. Das Wirtschaftsmagazin Brand eins beschäftigte sich neulich in der Ausgabe mit einer Colaflasche auf dem Cover damit. Kultblogger Thomas Knüwer, einst journalistisch erfolgreich für das Handelsblatt und jetzt auf eigene Rechnung agierend, widmete dem Thema Content Marketing einen Artikel auf seinem Blog Indiskretion Ehrensache. Auch der Deutschlandfunk räumte Platz für die Thematik ein. Content Marketing schaffte es bereits zu einem eigenen wikipedia Beitrag.

,,Im Gegensatz zu werbenden Techniken, wie Anzeigen, Banner oder Werbespots, stellen die Inhalte des Content Marketings nicht die positive Darstellung des eigenen Unternehmens mit seinen Produkten in den Mittelpunkt, sondern bieten nützliche Informationen, weiterbringendes Wissen oder anziehende Unterhaltung.“

Wird da alter Wein in neuen Schläuchen angeboten? Content Marketing gibt es doch seit Jahrzehnten. Der Beispiele gibt es viele. Extrembergsteiger, Grenzgänger, Podiumsredner und Buchautor Reinhold Messner, Rekordmeister Bayern München, der österreichische Getränkegigant Red Bull oder die bestens eingeführte Veranstaltung Match Race Germany in Langenargen seien hier stellvertretend genannt.

Reinhold Messners Geschichten verkaufen seit Jahren

Der charismatische Reinhold Messner bereitet seine Touren medial nach, erzählt den Inhalt seiner Berggeschichten gut aufbereitet auf der Bühne. In den Pausen signiert er konzentriert Bücher von seinen Fans. Mit den Lesern lässt sich der charismatische Individualist fotografieren. Ich muss nicht erwähnen, dass der Bergkönig in ausverkauften Hallen zu seinem Publikum spricht. Flankierend schreibt er mit einer Frequenz  Bücher und vermarktet sie geschickt. Dazu ist er zur rechten Zeit omnipräsent auf verschiedenen TV-Sendern und in Zeitungen. Seine Interviews haben philosophische Tiefe und bringen oft erstaunliche Erkenntnisse zum Vorschein. Nebenher gibt es auch im Kino Content Marketing vom Mount Everest Bezwinger zu sehen. Reinhold Messner nennt dies anders. Er spricht gerne von Abfallprodukten seiner Expeditionen. Da mag es die eine oder andere Werbeagentur schütteln. Das Wort Abfallprodukt kommt eher seltener aus dem Mund eines Werbetexters oder den kreativen Büros der großen Agenturen in den größten Städten. Messner nimmt darauf keine Rücksicht. Er zieht sein Ding durch. Sein Content Marketing basiert auf der Marke Messner und seinen zahlreichen spannend aufbereiteten Geschichten.

Content Marketing bei Bayern München

Auch Bayern München beherrscht seit Jahrzehnten Content Marketing. Wenn ich alleine daran denke wie oft ich die Trilogie des dreifach Triumphes im Europapokal der Landesmeister 1974, 1975 und 1976 selbst weitererzählt habe. Erfolg macht sexy. Die Bayern München Story entwickelt Kinoformat. Dazu war ja bereits der 1. Teil mit den Qualitäten eines gut inszenierten Thriller versehen. Vorstopper Schwarzenbeck, in der Bundesliga schwerlich als Torschütze ausfindig zu machen, trifft doch in der 120. Minute gegen Atletico Madrid. Als Uli Hoeneß seine Laufbahn im Management von Bayern München begannn, im Alter von 27 Jahren, reiste er in die USA. Wie erzählen die dortigen Vereine zum Beispiel in der NBA ihre Erfolgsstorys? Uli Hoeneß war sich der Wichtigkeit von Content Marketing immer bewusst. Er hat es nie so genannt. Doch auch in der Erlebniswelt der Arena in Fröttmaning, wird Content geschickt aufbereitet. Selbst ein Schachbrett hat es bis in die Dauerausstellung geschafft. Bayern München dominierte ja einst auch die Schachbundesliga. Doch das ist wieder eine andere Geschichte. Die Marke Bayern München ist fest mit den Fußballern und ihrer Erfolgsstory verbunden. In der Erlebniswelt wird sie genüsslich zelebriert. Content Marketing in Reinkultur.

Red Bull mit Content Marketing Coup

Über das erfolgreiche Content Marketing von Dietrich Mateschitz und Red Bull zu sprechen, hieße Eulen nach Athen tragen. Der Formel-1 Erfolgsweg mit dem sympathischen Sebastian Vettel. Das Engagement in Leipzig mit dem Ausgangspunkt in Markranstädt und dem Ziel Bundesliga. Rotebrauseblogger begleitet den Weg aus den Niederungen des deutschen Fußballs in höhere Sphären mit Akribie, fußballerischer Kompetenz und Leidenschaft. Ohne Mandat von Red Bull. Aus eigenem Antrieb. Oder die zahlreichen Extremsportarten mit Beteiligung von Red Bull inclusive eigenem Medienunternehmen. Leonard Ameln schrieb kürzlich auf der Website vom Deutschlandfunk:

,,Auch, wer packende Geschichten zu erzählen hat, wird gesehen und gehört. Wie Red Bull: Seit 2007 gönnt man sich ein eigenes Medienunternehmen mit etwa 400 Redakteuren und einem Korrespondentennetzwerk in 160 Ländern. Mit Hartnäckigkeit und viel Geld hat sich der Brausehersteller in so ziemlich jede Fun- und Extremsportart eingekauft, die irgendwas mit Action, Adrenalin oder Abenteuer zu tun hat.“

Dazu so ein Content Marketing Coup wie mit Felix Baumgartner. Ein Marketingtechnischer Sprung in ein neues Zeitalter. Medienaufmerksamkeit mit wunderschön inszenierten Bildern eines spektakulären Sprungs. Dazu ein Abenteuersportler mit Ecken und Kanten. Wo unsereins klimatisierte Räume durchaus zu schätzen weiß. Der Alltag voller Sicherheitsnetze durchzogen ist. Selbst Bürodrehstühle haben TÜV. An der Tankstelle geht die Glastür von alleine auf. Das Auto piepst wenn das Heck zu nahe an die Parkhausmauer kommt. Manch Bürger kann vor lauter abgeschlossenen  Versicherungen gegen alle vermeintlichen, eingebildeten oder eingetrichterten Risiken der Zivilgesellschaft kaum geradeaus laufen. Die Waschstraße bringt risikolos den Winterschmutz vom Lack. Das zivilisierte Leben hat einen Mangel an Abenteuer. Die Bürotürme speien blasse Menschen nach einem langen wie langweiligen Tag aus den Neonröhrentrakten hinaus. Da ist so ein medial inszenierter Sprung auch für viele Menschen ein wenig Teilhabe am Abenteuer.

Match Race Germany vor grandioser Naturkulisse am Bodensee seit 1997

Content Marketing wird auch erfolgreich seit Jahren in meinem Nachbarort Langenargen praktiziert. Match Race Germany. Die Premiere fand 1997 statt. Erlebnis Segeln auf dem paradiesischen Bodensee mit der grandiosen Naturkulisse der Berge. Tief und entspannt durchatmen. Selbstbewusst ist die Veranstaltung über die Jahre gewachsen. Folgenden Text im Stile von Content Marketing kommt mit offensiven Charme auf der Website von langenargen-tourismus daher:

,, Ein Hauch von America’s Cup weht am Bodensee, wenn sich die Welt-Elite der Matchrace – Segler in Langenargen trifft, um im spannenden Kampf Boot gegen Boot die Besten zu ermitteln.“

Übrigens noch 71 Tage bis zur Neuauflage von Match Race Germany vom 15. – 20. Mai 2013. Auch die offiziellen Zahlen der Organisatoren sprechen für sich und ein erfolgreiches  Content Marketing.

Zuschauer 2012
Rund 35.000 Besucher verfolgten die spannenden Duelle vom Langenargener Ufer aus

Media-Daten 2012
TV int: 3.878 min. Sendezeit, 190 Mio. pot. Zuschauer
TV nat: 1.450 min. Sendezeit, 109 Mio. pot. Zuschauer
Live TV Internet: 1800 min.,
Radio: 68.13 min. Sendezeit, 8,1 Mio Zuhörer
Tageszeitungen: 455 Beiträgen
Magazine: 167 Beiträgen
Online PR: 87 Beiträge, 96,16 Mio. potenzielle Zuschauer
Web: www.matchrace.de:18.677 Besucher (nur Eventtage)
PR-Value Online: 9,3 Mio USD

PR-Value TV: 14,9 Mio USD
PR-Value Print: 7,9 Mio USD

Soweit ein paar Zahlen von Match Race Germany.

Ich nähere mich der 1000er Wortgrenze meines Beitrages. Content Marketing: Alter Wein in neuen Schläuchen? Zeit für heute es ausklingen zu lassen.

Die Shaolin Mönche haben unter anderen ein Prinzip und tragen es seit Jahrhunderten weiter:

,,Schaue niemals zurück.“

Also schauen wir einen Blick nach vorne. Selbstredend wollen auch die großen Agenturen des Landes, wie Serviceplan, Jung von Matt oder Ogilvy ein großes Stück vom Kuchen in Sachen Content Marketing die nächsten Jahre abbekommen. Sie wollen so schnell wie möglich aber auch 2015 mit Content Marketing Geld verdienen. Das ist legitim. Serviceplan, Jung von Matt oder Ogilvy werden auch 2017 Rechnungen für größere Projekte an ihre Kunden legen. In Zeiten in denen die Aufmerksamkeit auf klassische Werbeformen nachlässt oder bewusst Werbung ausgeblendet wird, hat der Kampf um die Budgets in Sachen Content Marketing sicher gerade erst begonnen.

Dabei sind die aufgezeigten erfolgreichen Beispiele Reinhold Messner, Bayern München, Red Bull und Match Race Germany bereits seit Jahren sehr unterhaltsam in Sachen Content Marketing unterwegs. Egal ob das Kind früher einen anderen Namen trug.

Was bleibt vom Sportjahr 2012?

Was bleibt vom Sportjahr 2012? Jener tränenreiche Tag in München nach der Chelsea Niederlage? Drogba köpft sich in die Herzen der Fans des Teams von Rohstoffmagnat und Milliardär Roman Abramowitsch. Die Nachricht der Übernahme eines englischen Traditionsvereins von einem bis dato in Deutschland fast unbekannten russischen Geschäftsmannes erfuhr ich 2003 in Berlin. Die Verteidigung des Schachweltmeistertitels von Viswananthan Anand gegen Boris Gelfand in Moskau. Das Halbfinal-Aus der Mannschaft von Übungsleiter Löw und die anschließende heftige mediale Diskussion. Die Sternstunde der Beachvolleyballer von London. Die Harting Show nach Diskusgold. Die Magdalena Neuner Geschichte … Abschied vom Leistungssport nach einer grandiosen Laufbahn.

Die Stärke vom THW Kiel und die Nichtwahl auf einen der Podiumsplätze der Handballer bei der Wahl der Mannschaft des Jahres in Deutschland. Das Meisterstück des Kult-Achters Deutschland. Die Heuchelei um Lance Armstrong. Die Vettel Fahrten zum 3. WM Titel und Platz 2 hinter Robert Harting bei der Wahl der Sportler des Jahres. Das Double von Borussia Dortmund. Der Elo Rekord von Magnus Carlsen. Die Sicherheitsdiskussion und Papiere vom DFB sowie DFL.

Die Debatte um den Medaillenspiegel, Förderung des Leistungssports, Transparenz, effektive oder vielleicht gar nicht gewollte Dopingbekämpfung. Die Demission von Dirk Bauermann bei Bayern München und der Sand im Getriebe im Projekt Basketball von Uli Hoeneß. Die starke Saison im Herbst von RB Leipzig. Der Absturz des Hoffenheim Projektes bis auf den Relegationsplatz inclusive Trainerwechsel-Dich-Spiel. Ein schmerzhafter Verlust von Schachtrainer Paul Gaffron. Der von Red Bull perfekt in Szene gesetzte Baumgartner Sprung. Ein neuer Messner Film über die Bergsteigerlegende.

Der Tod von Schiedsrichter Amerell. Die Volleyballer von Recycling Berlin mit dem deutschen Meistertitel. Die OSG Baden-Baden mit dem Abo auf die Meisterschaft in der Schachbundesliga. Der Pokalsieg vom VfB Friedrichshafen. Eine Tour de France mit ramponierten Renommee. Wieder sehr viel Einmischung der Politik in den Sport. Der Protestant Gauck sowohl bei den feiernden Fußballern von Borussia Dortmund nach dem Pokalsieg in Berlin, eine Woche darauf in München beim bereits erwähnten Champions-League Finale mit Beteiligung von Bayern München. Basketballfan Wulff trat vom Amt des Bundespräsidenten zurück. Schachspieler Peer Steinbrück glückt die Eröffnung der Partie – Ich will Bundeskanzler werden – nicht so recht.

Trend Schulschach in Deutschland zeitigt weiter zarte Blüten. Red Bull engagiert sich jetzt auch im deutschen Eishockey. Stichwort München. Die Eishockey-Nationalmannschaft hat mit Pat Cortina einen neuen charismatischen Coach. Der deutsche Männerhandball schaut weiterhin sehnsüchtig auf 2007 und die Ära Heiner Brand. Ralf Rangnick ist nach gesundheitlicher Pause wieder auf der Bühne. Jetzt in anderer Funktion…. Usain Bolt bedankt sich nach seinem Olympiasieg bei seinem deutschen Sportarzt.

Es gäbe noch sehr viel zu sagen, zu erwähnen, doch ich hab einfach spontan aus meinem Kopf und dem emotionalen Gedächtnis ein paar Erinnerungsstückchen aufgeschrieben…

Ich habe noch keinen Weihnachtsbaum gekauft. Meine Jahrhundertliebe lächelt …

Gerne klappe ich für heute den Laptop zu.

Meinen Lesern wünsche ich ein glückliches Händchen bei den letzten Weihnachsvorbereitungen und gerne möchte ich mich hiermit auch für die aufgebrachte Lesegeduld, die Inputs, die Aufmerksamkeit, die Anregungen sowie Hinweise bedanken.

Schach – Das Duell

Was passiert wenn sich ein angehender Mediengestalter in Bild und Ton mit dem Thema Schach – Das Duell auseinandersetzt?

Die Arbeit stammt aus dem Jahr 2007. Der Dank geht an Ramondo12.

Derweil dürfte Schachspieler Peer Steinbrück andere Sorgen haben. Das Duell gegen die schwarze Dame war rhetorisch vor ca. 7 Wochen kampfstark eröffnet worden. Alleine danach hätte ich ein offensives e2-e4 erwartet. Eine kraftvolle Eröffnung des Wahlkampfes gegen die Titelverteidigerin. Stattdessen endlose Diskussionen um Nebentätigkeiten, Honorare, Buchvergütungen, unterschiedliche Ansichten der Modalitäten in Sachen monetäre Entlohnung einer Veranstaltung in Bochum. In der in die Schlagzeilen gekommene Bochumer Veranstaltungsreihe Atrium Talk der ortsansässigen Stadtwerke waren auch Sänger Peter Maffay, Protestant Joachim Gauck und Fußballurgestein Uli Hoeneß zu Wort gekommen. Spende oder Honorar war auf einmal ein vieldiskutiertes Thema in der Presse Deutschlands und an den Stammtischen der Bundesrepublik. Manch CDU-Wahlkämpfer wird heimlich vor Freude ein Bier geöffnet haben ob der erfreulichen taktischen Spielsituation.

Doch zurück zum Zeitpunkt wo aus der Troika ein Bundeskanzlerkandidat und Herausforderer der Titelverteidigerin sich in Stellung brachte. Peer Steinbrück ließ seinen Worten am Freitag, den 28. September 2012 noch nicht die notwendigen Taten folgen:

,,Wir wollen diese Bundesregierung ablösen.”

Die Eröffnung lässt vorläufig auf sich warten. Die Zeit läuft. Nun, in der Geschichte des Schachsports ist ja zum Beispiel Bobby Fischer mit seinem Zuspätkommen an das Schachbrett gegen Boris Spasskij berühmt-berüchtigt geworden, um am Ende das Schachmatch des Jahrhunderts 1972 in Reykjavik doch zu gewinnen. Die Uhr vom Schachgenie aus den Staaten lief. Doch er holte den Zeitverlust dann regelmäßig im Kampf um den Titel heraus. Im Buch von Svetozar Gligoric Fischer Spasskij – Schachmatch des Jahrhunderts ist dieses arteigene Zeitspiel von Bobby Fischer während der 1. Partie so beschrieben:

,,Spasskij betrat die hell erleuchtete Bühne des großen Turniersaales eine Minute vor 17 Uhr Ortszeit. Fischer war noch nicht erschienen. Deshalb galt der Applaus der nach Tausenden zählenden Zuschauer (selbst der sowjetische Botschafter war zugegen) ausschließlich dem Titelverteidiger.”

Herausforderer Bobby Fischer kam mit neun Minuten Verspätung in den Saal. Dies wiederholte sich bei anderen Partien im WM-Kampf. Hm. Mir scheint Schachspieler Peer Steinbrück hat bereits mehr Zeit wie jene neun Minuten aus der Auftaktpartie von Fischer verloren. Dabei warte ich immer noch auf einen 1. Zug. Es ist ja nicht so, dass die schwarze Dame keine Schwächen hätte. Bei Sascha Lobo könnte er sich unter dem Titel Dr. Merkels vollstes Vertrauen Anregungen holen. Blogger Lobo hat die Dinge grafisch anschaulich aufbereitet. Wer ist eigentlich der Sekundant von Peer Steinbrück? Material für einen Angriff auf den Damenflügel ist in Hülle und Fülle da. Ohne Ende.

Erfahrene Wahlkampfstrategen reiben sich verwundert die Augen. Warum ist der Honorarkönig nicht bereits zum Angriff übergegangen. Im Buch Die Patin von Frau Gertrud Höhler kommt auf der Umschlagsinnenseite auch einer der führenden intellektuellen Köpfe Deutschlands, der charismatische und smarte Verleger Jakob Augstein (Herausgeber Der Freitag) zu Wort:

,,Es ist ein bisschen wie beim Piraten Jack Sparrow, nur das Merkel ihre Ziele nicht selber wählt – weil sie außer dem Amtserhalt keine hat.”

Peer Steinbrück ist am Zug.