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Fußball-WM 2014: Meine Tage mit Übungsleiter Löw (21)

Fußball-WM 2014: Meine Tage mit Übungsleiter Löw (21)

Eigentlich ist es noch zu früh um Zeugnisse auszuteilen. Doch der Fußballjournalist Jan Christian Müller hat auf Frankfurter Rundschau für Joachim Löw ein kleines Zwischenzeugnis ausgestellt.

,,Diesmal kam die deutsche Mannschaft mit dem Schrecken davon. Aber natürlich hätte Skhodran Mustafi niemals zur Startelf gehören dürfen. Der 22-Jährige ist ein guter Innenverteidiger, aber es war fahrlässig, den armen Kerl nach seiner völlig missglückten zweiten Halbzeit gegen Ghana  noch einmal aufzubieten. Mustafis Unsicherheit breitete sich im Nu auf die ganze deutsche Mannschaft aus, die praktisch nur noch mit zehn Mann auf dem Feld war. Man fragt sich, wie die keineswegs nachvollziehbare Entscheidungsfindung beim Bundestrainer  zustande kam.”

Auch von Sportspool.tv gibt es keine guten Noten für Übungsleiter Löw.

,,Denn weder Brasilien, noch Argentinien, Frankreich oder Holland überzeugen in Offensive, wie Defensive. Dennoch kann man sich fast sicher sein: Löw und sein Stab werden es diesmal wieder vergeigen. Da macht eine Freistossvariante das Team vor aller Welt lächerlich, verdeutlicht das Festhalten an einer Abwehrformation aus vier Innenverteidigern nur: hier sind starrsinnige Blender am Werk, die ihr Handwerk nicht beherrschen. Dafür aber Millionen kassieren. Noch ist Zeit umzudenken – ein Endspiel zwischen Holland und Deutschland wäre einfach ein Traum.”

Ja, eine Neuauflage der 1974 Finalpaarung von München wäre eine phantastische Geschichte. Doch das werden wir wohl mit 99,99% Sicherheit nicht erleben. Der in seiner 20-Jährigen Trainerlaufbahn im Männerbereich mit zwei überschaubaren Titeln (1997  DFB-Pokal mit dem VfB Stuttgart gegen das drittklassige Team von Energie Cottbus und die österreichische Meisterschaft mit dem FC Tirol Innsbruck 2002) zu Buche stehende Übungsleiter Löw  dämpfte vor der WM im stern Interview die Erwartungen selbst:

,,Titel sind die Krönung. Aber mein Seelenheil hängt ganz und gar nicht von diesen Tagen in Brasilien ab. Geht es um das Seelenheil, da blickt man doch auf viel mehr, nicht nur auf vergängliche Triumphe. Ein Sieg mehr, eine Niederlage mehr – ich glaube nicht, dass dies am Ende die entscheidende Rolle spielt.”

Noch Fragen?

Apropos Fragen. Boris Büchler hatte Fragen. Abwehrspieler Per Mertesacker konnte damit nicht gelassen und charmant mit umgehen. Frank Lübberding beglückwünscht in der faz den Reporter: Herzlichen Glückwunsch, Boris Büchler!

,,Insofern gewährte Per Mertesacker nach dem Achtelfinalspiel gegen Algerien ungewohnte Einblicke in seinen Gemütszustand. Er kanzelte den ZDF-Reporter Boris Büchler live ab (Video). Jede Frage nach der Qualität des deutschen Spiels erschien ihm als Majestätsbeleidigung. Er wisse nicht, was die Leute von ihm und der Nationalmannschaft wollten. Schön spielen und wieder ausscheiden, wie in den vergangenen Turnieren?”

Nun, da verkennt Mertesacker generell etwas. Die Niederlagen 2012 im EM-Halbfinale gegen Italien, die Verlustpartie gegen Spanien 2010 und das mutlose Endspiel 2008 gegen Torres und Co. in Wien waren ja keine schönen Spiele. Es waren arg verkrampfte Spiele, taktisch vercoachte Niederlagen und teilweise mutlos agierende Spieler, denen die Courage sowie der unbedingte Siegeswille im entscheidenden Moment fehlte. Immer wenn es um die Wurst ging, wirkte das Spiel blockiert.  Ja, lieber Per Mertesacker die deutsche Mannschaft schied die letzten Jahre sehr oft aus, sie spielte in jenen verlorenen Spielen jedoch nicht schön.

Trauma für Puma im Achtelfinale

Am heutigen Ruhetag kann auch ein erstes Zwischenfazit nach dem Achtelfinale gezogen werden in Sachen Sportmarketing und Sponsoring. Die Sportartikelfirmen Nike und Adidas hatten jeweils 5 Mannschaften ins Achtelfinale gebracht. Puma 4. Burrda und Lotto Sport jeweils ein Team. Für Puma entwickelte sich die Runde der letzten 16 zu einem Trauma. Chile flog raus, Uruguay flog raus, Algerien flog raus und gestern flog leider auch noch die Schweiz raus. Hier unten am Bodensee wird gerne auch von der Vierländerregion gesprochen. Dem Fürstentum Liechtenstein, Österreich, Deutschland und der Schweiz.Traveler Digital Camera

Die Sympathien für die Eidgenossen hier am Bodensee waren klar vorhanden. Es wäre jetzt nicht die Fahne auf Halbmast geflaggt worden, wenn Argentinien im Elfmeterschießen zum Beispiel gegen die Schweiz rausgeflogen wäre. So musste auch das letzte Team im Puma Dress Abschied von dieser WM nehmen. Das ist bitter aus marketingtechnischer Sicht für die Franken in Herzogenaurach. Puma kann nicht mehr in Live-Übertragungen vom Werbeeffekt der Trikots in diesem Turnier profitieren. Apropos bitter. Puma verlor in drei direkten Duellen mit dem fränkischen Konkurrenten Adidas. Kolumbien (Adidas) setzte sich gegen Uruguay (Puma) ohne Beißer Suarez durch, Deutschland traditionell in Adidas Hemden schickte Algerien in Puma Kleidung nach Hause und die Schweiz in Puma Sportkleidung verlor gegen die von Adidas ausgestatteten Argentinier. The Wall Street Journal hatte ja unlängst treffend getitelt Fußball-WM 2014 wird zur Materialschlacht der Ausstatter und dabei auch auf Einzelverträge von Spielern ein Auge geworfen.

,,Puma, derzeit mitten in einem Restrukturierungprogramm, will zur WM wieder das sportliche Image schärfen. Mit markanten Einzelspielern wie Dante, Marco Reus oder Cesc Fàbregas, die dank der freien Schuhwahl Puma-Treter tragen werden, will der Raubkatzenkonzern für Aufsehen sorgen. „Als kleinerer Herausforderer muss man besonders kreativ sein. Mit innovativem Marketing war Puma immer für eine Überraschung gut, das werden wir auch in Brasilien unter Beweis stellen”, sagt Puma-Sprecher Ulf Santjer. Auch eine Schuhinnovation stehe noch bevor.”

Das mit den Einzelspielern von Puma hat dann auch keine ganz so glückliche Fügung gehabt. Der Bundesligaspieler Marco Reus nahm aufgrund seiner im Armenien Benefizspiel in Mainz zugezogenen Verletzung gar nicht am Turnier teil, Spanien ist bereits wieder zu Hause und Bayern München Verteidiger Dante kam über die Reservistenrolle auf der Bank beim von Nike gesponserten Team Brasilien bisher nicht hinaus. Cesc Fabregas kam auch nur zu zwei überschaubaren Kurzeinsätzen in der Vorrunde. Im Spiel gegen die Niederlande wurde er beim Stande von 1:4 eingewechselt. Zwei Minuten später erzielte der unglaubliche Arjen Robben jenes Weltklassetor zum 1:5 Endstand. Im bedeutungslosen dritten Spiel gegen Australien wurde Fabregas dann in der 68. Minute eingewechselt.

Derweil haben die großen Player Nike und Adidas noch einige heiße Eisen im Feuer. Aber heute ist Ruhetag, da wollen wir auch noch nicht zu sehr in die nächste Runde schauen.

Nachdenkenkenswert #241

,,Weil Konkurrent Sony die Fußball-WM sponsert, erlaubt die Fifa keine „Beats“-Kopfhörer in den Fußballstadien – so berichtet es die Nachrichtenagentur Reuters. Dabei haben Fifa und Sony offenbar nicht an den Willen der Spieler gedacht. Denn die hören offenbar fast nur auf „Beats“. Das gehört zur Marketing-Strategie des Unternehmens von Rapper Dr. Dre. Schon seit Jahren versorgt Beats Top-Sportler kostenlos mit Kopfhörern.”

Neues aus der FIFA-Regel Welt bei der FAZ unter dem Titel WM-Fußballer dürfen keine Beats-Kopfhörer tragen

Anwalt Ian Williams gewinnt Hitzeschlacht beim 17. Match Race Germany in Langenargen

Ja, es war sehr heiß. Die Temperaturen waren auf Hochsommer eingestellt. Die Hitze sorgte für Schlagzeilen. Das Jahrhunderthoch sorgte für einen Flautenkrimi. Anwalt Ian Williams, seit längerem mit einer erfolgreichen Auszeit vom Anwaltsjob, dem durchlesen von Papieren im Büro und der Arbeit im Gerichtssaal, verteidigte seinen Vorjahrestitel beim Match Race Germany in Langenargen. Der smarte Engländer hinterließ wieder sympathische Spuren am Bodensee.Day four at Match Race Germany. Day three at Match Race Germany.Day three at Match Race Germany.Day three at Match Race Germany.     Fotos: Eberhard Magg

Auch im nächsten Jahr ist Pfingsten wieder terminiert für das hochkarätige Segelevent. Die Sponsoren sind voll des Lobes über die Veranstaltung und ich wiederhole mich hier im Blog gerne: Die Veranstalter von Match Race Germany haben über viele Jahre eine bemerkenswerte professionelle Sponsorenakquise, Gewinnung qualitativer Sponsorships, eine ernsthafte Sponsorarbeit in puncto Betreuung, Kontinuität, Verlässlichkeit sowie intensivem hegen und pflegen des Netzwerkes geleistet. Das ist keine Selbstverständlichkeit.

Das Gesamtergebnis der 17. Auflage vom Match Race Germany 2014

1. Ian Williams, GAC Pindar (GBR)
2. Keith Swinton, Alpari FX (AUS)
3. Phil Robertson, WAKA Racing (NZL)
4. Mathieu Richard, LunaJets (FRA)
5. Björn Hansen, Hansen Sailing Team (SWE)
6. David Gilmour, Team Gilmour (AUS)
7. Taylor Canfield, USone (ISV)
8. Eric Monnin, Team Sailbox (SUI)
9. Francesco Bruni, Luna Rossa (ITA)
10. Karol Jablonski, Jablonski Sailing Team, (POL)
11. Carsten Kemmling, Segelreporter Matchrace Team (Hamburg)
12. Nicolai Sehested, TRE-FOR Matchracing Team (DEN)

Adidas nutzt Vertragslücke bei Legea und stattet Bosnien-Herzegowina aus

Traveler Digital CameraNike kann nicht überall sein. Dem fränkischen Sportartikelhersteller Adidas ist ein Marketing-Coup vor der WM gelungen. Der italienische Ausstatter Legea hatte sich das Großereignis Fußball-WM Brasilien 2014 nicht im Vertrag mit Bosnien-Herzegowina inkludieren lassen. Das im DAX gelistete Unternehmen Adidas nutzte die Vertragslücke. Die Nationalmannschaft von Bosnien-Herzegowina wird diese Woche am 4. Juni im Länderspiel gegen Mexiko in  Adidas-Trikots auflaufen. The Wall Street Journal schrieb im langen und mit zahlreichen Grafiken von Insider Peter Rohlmann unterlegten bemerkenswerten Artikel Fußball-WM 2014 wird zur Materialschlacht der Ausrüster zu der Legea/Adidas Geschichte:

,,Der Vorgänger, die italienische Marke Legea, hatte versäumt, das Großereignis im Vertrag zu inkludieren. „Adidas kommt nach diesem Geschäft vor Lachen kaum in den Schlaf”, sagt Rohlmann. Alle anderen Wettbewerber hatten nicht schnell genug geschaltet, heißt es. Nur zwischen 500.000 Euro und einer Million Euro, Sachleistungen inklusive, dürfte dieses Sponsoring im Jahr kosten.”

Es ist nicht überliefert ob Legea den Anwalt ihrer bisherigen Wahl austauschen wird. Für Adidas ist dies das 9. Engagement in puncto Teamausstattung bei der Fußball WM. Der amerikanische Konzern Nike verweist auf 10 Mannschaften. Puma hat 8 bei dem größten Sportereignis im Jahr 2014 am Start. Bosnien-Herzegowina spielt in Gruppe F gegen Argentiniens Messi, den Iran und Nigeria. Die Argentinier und Nigerianer laufen auch im Dress mit den drei Streifen auf. Der Iran wird von dem deutschen Unternehmen Uhlsport ausgestattet. Auf die Episode mit dem kolportierten eingelaufenen Torwarttrikot hatte ich ja bereits hingewiesen. Am 13. Mai schrieb ich hier auf dem Blog:

,,Kaum glauben mag man auf den ersten Blick der Nachricht vom Schwarzwälder Boten über den bei der WM in Brasilien nicht stattfindenden Trikottausch der Mannschaft vom Iran, die vom deutschen Hersteller Uhlsport aus dem schönen Balingen ausgestattet werden. Neben dem Sparsamkeitsdiktat des iranischen Fußballverbandes hebt man die Augenbrauen auch ob der Aussage von Ersatztorwart Ali-Resa Haghighi, der nach dem Waschen sein XL Trikot in signifikant kleinerer Größe wiederfand und dem Konter vom Verbandspräsidenten:

“Die Spieler müssen die nicht mit heißem Wasser waschen.”

Das lasse ich Mal so unkommentiert stehen.”

Mittlerweile hat sich das Unternehmen Uhlsport zu Wort gemeldet und sich gegen die Vorwürfe aus dem iranischen Fußballverband gewehrt. Trikots sind dem iranischen Verband in entsprechend ausreichender Anzahl von dem Balinger Sportartikelhersteller zur Verfügung gestellt worden und es wird auch explizit darauf verwiesen, dass jedes Trikot nur für ein Spiel zur Verwendung kommt.

“Keines der Trikots einer WM kann für ein weiteres Spiel verwendet werden, da diese Trikots immer die Flaggen und das Datum der Partie auf der Brust führen”

Zu der Qualitätskritik von Ersatztorwart Ali-Resa Haghighi nimmt Uhlsport mit Verweis auf die Erfahrungen von Tests und bisheriger Teams ebenfalls Stellung:

,,Dass unsere Polyesterware eingehen soll, ist nach allen unseren Tests nicht ansatzweise nachvollziehbar. Ebenso wenig haben wir von professionellen Mannschaften und anderen Partnern Stoffbeanstandungen erfahren.”

Uhlsport nennt dann auch noch den 3. Torwart der deutschen Nationalmannschaft, Ron Robert Zieler,  den niederländischen Keeper Michel Vorm und den französischen Torwart Hugo Lloris, die Produkten aus Balingen ihr Vertrauen geschenkt haben.

Apropos Torwart. Der einstige Weltklassetorwart Peter Schmeichel auf der Facebook Seite von Bosnien-Herzegowina mit einem klaren Statement in puncto Sport:

“Bei dieser Weltmeisterschaft kann Bosnien & Herzegowina für eine Überraschung sorgen. Niemand will sie als möglichen Gegner..Sie hatten eine tolle Qualifikation hingelegt und haben einen Edin Džeko, der immer für ein Tor gut ist – er kann Spiele alleine entscheiden…”

Der 28-Jährige Džeko ist allen deutschen Fußballfreunden noch gut bekannt aus seiner Zeit beim VfL Wolfsburg. 2009 schoss er 26 Tore und kam mit seinem Sturmkollegen Grafite, der mit 28 Toren Torschützenkönig wurde, auf insgesamt 54 Tore. Das war die deutsche Meisterschaft mit Wolfsburg. Bemerkenswert an den 54 Toren war der damit aufgestellte neue Rekord. Sie lösten das Bayern München Sturmduo Uli Hoeneß und Gerd Müller mit 53 Toren aus der sagenhaften Bundesligasaison 1971/1972 in der Rekordtabelle ab.

Sport am Bodensee: Match Race Germany 2014 mit attraktiven Starterfeld

matchrace2014Die Teilnahme von David Gilmour habe ich hier bereits vermeldet. Match Race Germany nimmt weiter Konturen an. Es ist einer der Höhepunkte im Sportkalender am Bodensee. Die Veranstaltung hat eine arteigene schöne Symbiose aus erstklassigen Segelsport, hochkarätigen und attraktiven Teilnehmerfeld, treuen Stammpublikum, marketingtechnisch gut aufgestellter Crew hinter den Kulissen sowie eine stabile Gruppe an namhaften Sponsoren gefunden.

In der aktuellen Pressemitteilung aus meinem Nachbarort Langenargen gibt es Neuigkeiten unter anderen im Hinblick auf das sich herauskristallisierende Starterfeld:

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Auf Rekordkurs: Weltmeister Ian Williams kommt als Titelverteidiger an den Bodensee

Der Weltmeister hat Gefallen am Match Race Germany gefunden. Viele Jahre hatte Ian Williams vergeblich versucht, den deutschen Klassiker zu gewinnen. Doch nun kommen der Brite und sein Team GAC Pindar über Pfingsten vom 5. bis 9. Juni als Titelverteidiger an den Bodensee. Williams will in dieser Saison der Alpari World Match Racing Tour 2014 einen neuen Rekord aufstellen und zum fünften Mal Weltmeister in der spektakulären Duell-Disziplin des Segelsports werden.

„Natürlich werden wir versuchen unseren Sieg aus dem letzten Jahr zu wiederholen“, sagte Williams, „doch die Gruppe der Tour-Card-Inhaber ist in diesem Jahr sehr stark. Auch die Wild-Card-Starter und die Qualifikanten stellen eine Bedrohung dar.“ Der ehemalige Anwalt, der sich in einer Auszeit vom Job als Weltklasse-Steuermann bewährte und Profi wurde, will mit seinem fünften WM-Titel die Führung in der ewigen Bestenliste der Matchrace-Weltmeister erobern, die er sich bislang mit America’s-Cup-Gewinner und Matchrace-Legende Peter Gilmour teilt. Ausgerechnet Gilmours Sohn David könnte verhindern, dass Williams seinen Vater vom Thron schubst, denn der junge Australier nimmt erstmals Kurs auf Langenargen und will als Tour-Card-Debütant zeigen, zu was die nächste Gilmour-Generation imstande ist. 

Nur die seglerische Leistung zählt

Ian Williams ist ein leidenschaftlicher Duellsegler, sagt: „Die Alpari World Match Racing Tour bietet mit das beste Regattasegeln in unserem Sport. Weil Boote und Ausrüstung gestellt werden, geht es ausschließlich um die Leistung der Segler an jedem gegeben Tag. Das sorgt für einen großartigen Wettbewerb.“ Und einen spannenden dazu, denn gesegelt wird im Matchrace wie im America’s Cup: Im Duell Boot gegen Boot. Vergleichbar ist diese Segelsport-Disziplin mit einer Mischung aus Schachspiel und Boxkampf auf dem Wasser. Es gibt nur einen Sieger. Zweiter ist schon Letzter. Design- oder Materialvorteile spielen in den Duellen zwischen den baugleichen Booten keine Rolle. Auf Langenargen freut sich Ian Williams, der am 26. April seinen 37. Geburtstag feiert, ganz besonders: „Wir genießen es immer an den Bodensee zu kommen. Dort herrscht jedes Mal eine sehr ausgelassene Feststimmung. Es ist so ein wunderschöner Ort, dass wir uns immer aufs Wiedersehen freuen.“

Das Match Race Germany findet 2014 zum 17. Mal seit 1997 statt. Nur einmal fiel der deutsche Klassiker des Duellsegelsports dem Hochwasser zum Opfer. Längst ist der Grand Prix von Langenargen renommierter und einziger deutscher Tour-Stopp der Alpari World Match Racing Tour. Wie schon 2013 eröffnet das Match Race Germany die Tour-Saison auch in diesem Jahr. Acht gesetzte Tour-Card-Inhaber, zwei Qualifikanten und zwei vom Veranstalter eingeladene Wild-Card-Teams bilden das Feld der insgesamt zwölf teilnehmenden Mannschaften aus mindestens neun Nationen, die über Pfingsten direkt vor dem Langenargener Ufer Zehntausende Zuschauer mit ihrer Segelkunst begeistern werden.

Eine Welttour, sechs Regatten, ein Weltmeister

Die finale Teilnehmerliste geben die Veranstalter im Mai bekannt. Für die Profi-Crews geht es im hübschen Familienurlaubsort Langenargen zwischen Friedrichshafen und Lindau um rund 50.000 Preisgeld und wertvolle Punkte für die Tour-Wertung und den Kampf um die WM-Krone. Nach dem Weltmeisterschaftslauf wird die Alpari World Match Racing Tour ab 30. Juni vor Schwedens schöner Insel Marstrand fortgesetzt und endet nach drei weiteren Regatten vor Sopot (Polen), Chicago (USA) und Hamilton (Bermuda) mit dem Finale in Malaysia. Dort entscheidet sich, welches der Profi-Teams in diesem Jahr den WM-Titel und einen Löwenanteil vom Gesamtpreisgeld der Tour in Höhe von 1,75 Millionen US-Dollar erkämpfen kann.

Die Tour-Card-Skipper 2014

Der aktuelle Weltmeister: Taylor Canfield (USone; USA)

Der viermalige Weltmeister: Ian Williams (GAC Pindar, GBR)

Der Vize-Weltmeister von 2010: Mathieu Richard (LunaJets; FRA)

Der Vize-Weltmeister von 2012: Björn Hansen (eWork Sailing Team; SWE)

Der Vize-Weltmeister von 2011: Francesco Bruni (Luna Rossa Challenge, ITA)

Der WM-Dritte von 2013: Phil Robertson (WAKA Racing, NZL)

Der WM-Sechste von 2013: Keith Swinton (Black Swan Racing, AUS)

Der WM-Dreizehnte von 2013: David Gilmour (Team Gilmour, AUS)

Alle Tour-Card-Inhaber haben bereits für das Match Race Germany zugesagt; lediglich das italienische Team um Francesco Bruni muss noch eine Terminüberschneidung mit seinen Trainingsplänen für den America’s-Cup lösen.

Die Wild-Card-Starter

Werden vom Veranstalter eingeladen und noch bekannt gegeben.

Die Qualifikanten

2. Platz Berlin Match Race (Sieger Mathieu Richard kommt mit seiner Tour Card an den Bodensee: Eric Monnin (SUI)

Deutsche Matchrace Meister: Carsten Kemmling (startet mit Felix Oehmes Hamburger Matchrace-Team; Matchrace-Weltrangliste: Platz 41)

Die Partner

Porsche, MHP, Adidas, Ultramarin und Nauti Sattler bleiben als große Partner an Bord. ZF Marine ist als neuer Partner eingestiegen. Das überaus erfolgreiche Hüttenkonzept im Langenargener Gondelhafen wird weiter ausgebaut. So können die Fans neben spektakulärem Sport direkt vor dem Bodensee-Ufer auch an Land ihre Segelparty mit ganz besonderer Note und den besten Matchrace-Crews der Welt feiern.

Die Veranstalter

Steuerzentrale des Match Race Germany ist das Match Center Germany in Langenargen, das 2008 von den Matchrace-Organisatoren Eberhard Magg, Harald Thierer und Bernd Buck gegründet wurde. An der Seite des Trios steht der Yacht-Club Langenargen mit seinen engagierten Mitgliedern für eine auf hohem Niveau präsentierte Segelsport-Schau direkt vor dem Langenargener Bodensee-Ufer.

 Ende

Generali Haching und die Suche nach einem neuen Hauptsponsor

Es war ordnungsgemäß und beizeiten verkündet, dies machte die Sache nicht angenehmer: Die Generali Versicherungen sind über das Saisonende hinaus nicht mehr der Hauptsponsor für den Volleyball-Spitzenclub Generali Haching. Tief durchatmen. Für die Volleyballer ist trotz intensiver Suche immer noch kein neuer Sponsorship zu vermelden. Die Suche nach einem neuen Hauptsponsor ist bisher ergebnislos verlaufen. Dabei konnte auch dieses sympathische Video bisher nichts daran ändern.

Manchmal kommt ja überraschend ein Retter in letzter Minute auf die Bühne. Andererseits zeigt das Beispiel auch wie wichtig auch ein über die Jahre gewachsener Sponsorenpool ist. Ist er nicht adäquat vorhanden, schüttelt der Abgang eines Hauptsponsors den Verein durch und bringt existenzielle Nöte mit sich.

Doch noch wird Volleyball gespielt. Am Donnerstag findet gegen den VfB Friedrichshafen das 2. Spiel im Playoff-Halbfinale statt. Dabei kommt Generali Haching durchhaus mit Selbstvertrauen daher. Hachings Libero Ferdl Tille will denn auch noch den besseren Spirit bei seinem Team ausgemacht haben:

,,Der VfB hat die besseren Einzelspieler, wir aber den besseren Teamspirit. Friedrichshafen ist zu knacken, wenn es uns gelingt, sie nicht ins Rollen kommen zu lassen. Wir müssen um jeden Punkt fighten, ihnen unser Spiel aufdrücken. Dann fangen sie an mit sich und den Teamkollegen zu hadern. Das haben wir schon erlebt und das müssen wir mit unserem Spiel provozieren. Ist der VfB mal ein Punkte voraus, wird es schwer.“

Derweil laufen bei den Fans vom VfB Friedrichshafen die Vorbereitungen für die Unterstützung beim Auswärtsspiel auf Hochtouren.

,,Zusammen mit den VfB-Bluebears ist die erste Fahrt zum Halbfinale gesichert. Am 10. April (Abfahrt 16 Uhr, ZF Arena) geht es für die Häfler nach Unterhaching. Gegen Generali Haching wollen nicht nur die Spieler sondern auch die Bluebears einen bleibenden Eindruck hinterlassen. „Wir würden gerne ins Finale einziehen“, sagt VfB-Fanbeauftragter Rudi Krafcsik. „Dafür werden wir von Fanseite aus unser bestmögliches geben.“ 50 Plätze hat er im Bus nach Unterhaching zu vergeben, doch: „notfalls stocken wir auf“, so Krafcsik. „Wir nehmen jeden mit, der mit will.“ Abfahrt ist am Donnerstag (10. April) um 16 Uhr an der ZF Arena Friedrichshafen. Wer sich nur eine Karte (10€) reservieren möchte und die Anreise selbst in die Hand nehmen will, kann dies auch bei Rudi Krafcsik tun.”

Die E-Mail Adresse vom VfB-Fanbeauftragten Rudi Krafcsik lautet:

                                                             rudi.krafcsik@vfb-volleyball.de

Rudi Krafcsik hatte einst im sportinsider Interview auch seine Vorstellungen von einem idealen Spieltag umrissen:

,,Ein idealer Spieltag ist es wenn alles rechtzeitig aufgebaut ist, die Halle zum Brechen gefüllt und ein Sieg der Mannschaft den Abend abrundet. Danach ein gemütliches Bierchen im Kreise der Mannschaft und der Fans.”

Derweil stehen sich heute Abend um 20 Uhr der TV Ingersoll Bühl und der deutsche Meister Berlin Recycling Volleys in der Großsporthalle Bühl gegenüber.

Der österreichische Sportwettenanbieter bwin bietet eine Quote von 8,00 für einen Heimsieg der TV Ingersoll Bühl. Bei einem Favoritensieg der Berliner gibt es die Quote von 1,05.

Auch Generali Haching und der VfB Friedrichshafen sind bereits für ihre morgige Partie ausgepreist. Der Gastgeber geht mit einer Quote von 2,75 ins Rennen. Der VfB Friedrichshafen notiert  bei einem Auswärtssieg mit 1,40.

Die Aufladung einer Aura von Nike, Adidas und Co.

Nein, Sportschuhe verkaufen sich in der Regel nicht von alleine wie geschnitten Brot von einem  Bäcker, der den Namen noch verdient und auf treue Kunden mit sensitiven Geschmacksnerven verlässlich bauen kann. Die Sportartikelhersteller müssen intensiv für ihre Produkte in puncto Marketing das große Rad drehen. Der Adidas Frontmann Herbert Hainer, frischgebackener Nachfolger von Uli Hoeneß als Aufsichtsratchef der FC Bayern AG (der 59-Jährige wurde kürzlich vom Aufsichtsrat einstimmig gewählt) brachte diese Binsenweisheit einst sehr schön im Interview mit der Wirtschaftswoche am 26.07.2008 unter dem Titel “Schlechtes Gewissen? Wieso?”, unmittelbar vor den Olympischen Spielen in Peking zu den gigantischen Marketing- und Werbeausgaben auf den Punkt:

,,Wie sollen wir den Schuh dann verkaufen? Wenn Sie nicht werben, können Sie bald die Schuhe im Büro stapeln. Das wäre der erste Schritt in den sicheren Ruin.”

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Die Marke wird inszeniert. Adidas überlässt da nichts dem Zufall. In bester Innenstadtlage wird intensiv um den Verkauf der Produkte gefightet. Auch der amerikanische Konkurrent Nike beherrscht das Spiel der emotionalen Aufladung seiner Marke und steht den Herzogaurachern da in nichts nach. Im besten Falle umweht beide eine Aura.

Einen der besten nachdenkenswerten Texte zur Aufladung der Produkte der beiden Sportartikelhersteller lieferte einst Friedrich von Borries, Architekt und Design-Theorektiker, im vierseitigen Interview beim Wirtschaftsmagazin brand eins in der Ausgabe 10/09:

„Irgendwann ist Nike und Adidas klar geworden, dass es nicht besonders sexy ist, wenn ihre Turnschuhe bei Karstadt-Sport gestapelt werden. Nike hat 1990 als erstes Mode-Unternehmen angefangen, Flagship Stores zu entwickeln. Es ging darum, die Produkte mit Aura zu versehen und zum Beispiel Original-Schuhe oder -Tennisschläger berühmter Sportler wie Kunstwerke auszustellen. Was wir aus dem Völkerkundemuseum kennen, passiert nun mit unserer eigenen Konsumkultur: Alltagsgegenstände werden als Reliquien präsentiert, eine Ethnologie der Konsumgesellschaft – allerdings mit spezifischen kommerziellen Interessen. Was in der alten, fordistischen Industriegesellschaft zählte, also Funktion, technische Innovation, Gebrauchswert, Preis, wird abgelöst durch Aura und kulturellen Mehrwert. Lifestyle-Accessoires wie Nike-Sneakers brauchen diese Aufladung.“

Die Aufladung der amerikanischen Marke Nike wird auch nicht dem Gevatter Zufall überlassen. Generalstabsmäßig wird bei dem Sportartikelhersteller alles geplant. Ein Blick auf den Nike Campus fördert dann auch solche Bereiche wie den Run-way Biomechanics, die Motion Capture Lab oder  Physiology-Environmental Chambers hervor. Im letztgenannten Sektor liest sich das bei der Stippvisite dann auf lesmads so:

,,Hier werden in zwei verschiedenen Räumen einmal an Athleten oder am Roboter “Hal” die Ausmaße von Temperaturunterschieden beim Work-Out analysiert. Bei unserer Führung wurde zum Beispiel der eine Raum, in dem eine Frau trainierte, auf Temperatur von Rio de Janeiro hochgestuft. Aber nicht nur das: Auch Luftfeuchtigkeit und Luftdruck können exakt eingestellt und somit die Wetterbedingungen eines beliebigen Ortes auf der Welt – egal ob heiß oder kalt – nachempfunden werden.”

Doch es gibt auch immer wieder die kritischen Stimmen. Stichwort Arbeitsbedingungen. Entlohnung. Erinnert sei an den Film aus dem Jahr 1997 von Michael Moore Der große Macher (im Originaltitel: The Big One). Hier der sehr nachdenklich stimmende Wikipedia Eintrag und hier die Sequenz mit dem Interview von  Filmemacher Michael Moore mit dem damaligen Nike-Vorstandsvorsitzenden Phil Knight auf youtube. (8 Minuten und 23 Sekunden).

Entlohnung ist selbstverständlich auch bei Adidas immer wieder ein Thema. Die Arbeitskosten sind auch in Ländern wie China nicht in Stein gemeißelt. Am 20. November 2011 bemerkte Adidas-Chef Herbert Hainer im Interview auf Welt Online dazu an:

,,Die Preise beschäftigen uns natürlich. Sie sind im Vergleich zur Situation vor zwei Jahren immer noch hoch. Allerdings gibt es inzwischen auch positive Signale. Etwa bei den Baumwollpreisen. Die waren innerhalb von zwölf Monaten um 200 Prozent gestiegen, dann fielen sie wieder um die Hälfte. Gummi- oder Polyesterpreise stagnieren oder gehen leicht zurück. Allerdings bemerken wir den starken Anstieg der Arbeitskosten in China. Die Regierung verordnet Lohnsteigerungen um 15 bis 25 Prozent – und es ist noch keine Entspannung zu sehen.”

Übrigens bei dem anstehenden Fußball-Jahreshöhepunkt im Land des Rekordweltmeisters sieht es bei der Ausstattung der Teams für die WM Brasilien 2014 in der Reihenfolge so aus: Nike (10), Puma (8), Adidas (8). Die Aufladung der Aura geht weiter.

Sport am Bodensee: 1. Abenteuer am Netz im Playoff-Halbfinale gewinnt der VfB Friedrichshafen

Nach zwei meisterschaftslosen Jahren ist die Sehnsucht nach einem erneuten Gewinn der deutschen Meisterschaft im Volleyball bei den Häflern groß. Traveler Digital Camera

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Die Ruhe am Bodensee einen Tag nach dem 1. Abenteuer täuscht ein wenig. Noch ist nichts entschieden. Aber der Anfang war vielversprechend. Sehr vielversprechend. Ein drittes Jahr hintereinander ohne Meistertitel möchte sich hier am Bodensee keiner vorstellen.Traveler Digital Camera

Universalspieler Christian Dünnes hatte vor dem Spiel seine Wünsche im Interview auf den Punkt gebracht:

,,Ich wünsche mir, dass wir es schaffen in den wichtigen Momenten aggressiv zu sein. So ähnlich wie im Pokalfinale, bei dem Max gezeigt hat, dass man mit Aggressivität viel bewegen kann. Von den Zuschauern wünschen wir uns, dass sie auch alles geben, wenn es mal nicht so läuft. Es ist schwer als Spieler und Mannschaft aus einem Tief herauszukommen und in diesem Moment ist das Publikum besonders wichtig und wertvoll.”

Nun, der psychologisch so wichtige Auftakt gegen Generali Haching in der heimischen ZF Arena gelang vor 3.300 Zuschauern mit 3:1 (25:23, 21:25, 25:16, 25:13). Das Zauberwort der Serie im Playoff-Halbfinale heißt: „best of five“. Dem VfB Friedrichshafen fehlen zum Einzug in das erhoffte Traumfinale gegen Berlin Recycling Volleys also noch zwei Siege. Den Berlinern selbstverständlich auch. Sie gewannen ihr Auftaktheimspiel glatt mit 3:0 gegegen den TV Bühl.

Der Kontrahent vom VfB Friedrichshafen hat seit Monaten auch schmerzgrenzwertige Sorgen in Sachen Hauptsponsor. Eine Linderung nicht in Sicht. Generali Haching bekam im vergangenen Jahr Bescheid über den Rückzug vom Hauptsponsor zum Saisonende. Elisabeth Schlammerl schrieb in der FAZ dieser Tage Der Leuchtturm wankt und verweist auf die Dominanz der Fußballer vom FC Bayern und sich daraus entwickelnde lange Schatten für andere:

,,Dem Volleyball in Haching ergeht es wie vielen Randsportarten in Deutschland. In München aber ist die Situation schon immer am schwierigsten gewesen. Sportlich wird die Stadt vom Fußball und da insbesondere vom FC Bayern beherrscht.”

Firmen zieht es wie ein Magnet zum deutschen Rekordmeister in der Königsdisziplin Fußball.

Elisabeth Schlammerl weiter in der FAZ:

,,Wer sich als Unternehmen für Sportsponsoring entscheidet, strebt zu den Rekord-Bayern, von deren Glanz auch die Basketballabteilung profitiert. Andere Sportarten bleiben auf der Strecke. Der Eishockeyklub EHC München existiert nur noch dank eines Energiedrink-Herstellers aus Österreich. Generali Haching wäre nun nach dem TSV 1860 München oder dem ASV Dachau eine weitere Volleyballmannschaft, die trotz Erfolgen in der Bundesliga aufgeben müsste.”

Anders die Situation beim VfB Friedrichshafen. ZF ist ein wirtschaftlich starker Trikotsponsor.  Zuverlässig. Stabil.  Mit ausgeprägter Loyalität zu den ehrgeizigen Volleyballern am Bodensee. Dieses Jahr durfte bereits gemeinsam über den Pokalsieg gejubelt werden. Wer nicht in der Bodenseeregion wohnt und sich über die wirtschaftliche Bedeutung der ZF Friedrichshafen AG nicht im Detail bewusst ist, wird vielleicht beim schmökern bei Wikipedia ein wenig erahnen können wie groß die Power und das Know How ist.Traveler Digital Camera

Groß ist die Power und das Know How der Volleyballer um Erfolgscoach Stelian Moculescu auch. Inklusive der beeindruckenden sportlichen Geschichte. Der VfB Friedrichshafen ist deutscher Volleyballmeister von 1998, 1999, 2000, 2001, 2002, 2005, 2006, 2007, 2008, 2009, 2010, 2011 und Pokalsieger 1998, 1999, 2001, 2002, 2003, 2004, 2005, 2006, 2007, 2008, 2012, 2014 sowie Champions-League-Sieger 2007.

Am 10. April um 19.30 Uhr beginnt das 2. Abenteuer für die Häfler im Playoff-Halbfinale bei Generali Haching.

Red Bull und das Sportsponsoring

[Reblog vom 3. Dezember 2009]

Dietrich Mateschitz ist ein Marketing-Genie. Er hat im Sportsponsoring weltweit Akzente gesetzt. Mit dem Energy Drink Red Bull revolutionierte der österreichische Unternehmer einen ganzen Markt.

Im Sponsoring ist der Milliardär mit Red Bull gut aufgestellt. Die Fußballer von RB Salzburg sind aktueller Meister in der höchsten österreichischen Fußball-Liga. Ab der Saison 2009/2010 konnte der renomierte Huub Stevens als neuer Trainer verpflichtet worden. Auch die Salzburger Eishockeycracks tragen das Logo des Energy Drinks auf dem Trikot. International sponsert Dietrich Mateschitz in Amerika mit New York Red Bulls ein Major League Soccer Team und in Deutschland das Markranstädter Fußballteam RB Leipzig. Eine ganze Reihe hochkarätiger Sportveranstaltungen wie das Red Bull Air Race World Championship erfreut sich des Namenssponsorings der Österreicher. Die Formel 1 ist ein weiteres sehr erfolgreiches Sponsoring von Red Bull.

In der vorletzten Saison war Sebastian Vettel in Monza der jüngste Formel 1 Sieger. Der symphatische 21-Jährige lächelt natürlich in die Kameras. Shootingstar Vettel wechselte vor der abgelaufenen Saison vom italienischen Team Toro Rosso (Besitzer Dietrich Mateschitz) zum östereichischen Rennstall Red Bull. Der zweite Geniestreich des Formel 1 Fahrers erfolgte dann beim China GP in Shanghai. In der Regenschlacht legte der Heppenheimer eine Glanzvorstellung hin und verwies damals seinen Teamkollegen Mark Webber auf den 2. Rang.

Sebastian Vettel war nach dem zweiten Sieg seiner Karriere völlig aus dem Häuschen. Nach dem China-GP dankte der Red Bull Pilot seinem Team via Funk:

“Was für ein Rennen! Grüße nach Österreich und ein großer Dank an die ganze Red-Bull-Familie.”

Der 21-Jährigen neue Formel 1 Star hat keinerlei Starallüren. Seine Interviews sind ungefiltert. Sein Lachen nicht einstudiert. Mit 9 Jahren (so die Legende) suchte Sebastian Vettel schon die ersten Sponsoren. Den Vertrag mit Red Bull ließ er nur durch einen Anwalt checken. Mehr nicht. Kein Manager. Kein Beraterstab. Keine Juristen-Gruppe. Vettel mag es einfach.

Dies war und ist auch eines der Erfolgsgeheimnisse von Dietrich Mateschitz. Nach eigener Aussage weiß er gar nicht, wie er vor Red Bull ohne Energy Drink über den Tag gekommen ist. Jetzt will er bis zu 5 Dosen am Tag trinken. Für seine Mitarbeiter bestehe keine Konsumpflicht. Sein Statement:

,,Für mich ist Red Bull Grundnahrungsmittel. Ich fange mit dem Frühstücksbullen an. Nach Mitternacht höre ich auf, die Dosen zu zählen.”

Werden wir Sebastian Vettel und Red Bull noch öfter auf dem Podium sehen ? Ja, das werden wir erleben. Die Chancen stehen verdammt gut. Dietrich Mateschitz und Red Bull verleihen Sebastian Vettel Flügel. Der siebenmalige Formel-1 Weltmeister Michael Schumacher hat viel Freude am Newcomer. Nach dem China-GP sagte er in die Mikrofone der Reporter:

,,Das war grandios. Da kann man nur mit Spaß zuschauen und genießen.”

Red Bull hat auch klare Ziele mit den oben genannten Fußballteam von RB Leipzig. Die Bundesliga ist das Ziel. Spricht man mit Protagonisten des ostdeutschen Fußballs,wie Präsident Hubert Wolf vom ZfC Meuselwitz oder dem Geschäftsführer Frank Duschka von Energie Cottbus, erklingen klare Signale: Red Bull macht das genau so professionell wie in der Formel 1. Die gehen ihren Weg.

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Sponsoring der olympischen Spiele: Coca-Cola und die Macht der Bilder

Es gäbe viel kritisches über diese olympischen Spiele in Sotschi zu berichten. Nehmen wir nur die intensiv verwendete Axt an Mutter Natur. Der unersättliche und gnadenlose Raubbau an der Umwelt. Vielleicht sollte auch nochmals ein Blick in die Geschichte der olympischen Winterspiele erfolgen. Axel Zängl und Sylvia Hamberger haben da einen sehr nachdenklichen und ausführlichen Text mit zahlreichen Quellen angefertigt auf der Website Nolympia.

Derweil fragt die altehrwürdige Neue Zürcher Zeitung Sponsoring für den Sport oder für Putin? und weist auf die vermeintliche Crème de la Crème hin.

,,Das IOK wird von zehn Grosskonzernen mitfinanziert, die geschätzt jeweils rund 100 Millionen Dollar bezahlen, um während eines Vierjahreszyklus mit Sommer- und Winterspielen unter anderem die Marke Olympia für ihre Werbung nutzen zu dürfen. Sechs der zehn Firmen stammen aus den USA, nämlich McDonald‘s, Coca-Cola, Visa, Dow Chemical, General Electric sowie Procter & Gamble. Der Rest der Wirtschaftswelt wird durch Atos (Frankreich), Omega (Schweiz), Panasonic (Japan) und Samsung (Südkorea) vertreten. Gerade für die US-Konzerne, überwacht durch das feine Sensorium ihres Heimatpublikums für (vermeintliche) Diskriminierungen aller Art, ist das Engagement in Sotschi zu einem Balanceakt geworden.”

Einer dieser US-Konzerne ist der Brausehersteller Coca-Cola. Die wikipedia Akte ist dick. Siehe besonders Punkt 6 Kritik. Der Getränkehersteller hatte in Deutschland auch gerade wieder Schlagzeilen geliefert. Der sogenannte Regalstreit mit dem Discounter Lidl. Der andere Branchenriese im Lebensmitteldiscounterbereich, der im Volksmund auch gerne als Feinkostanbieter Albrecht bezeichnete ALDI, wird die Auseinandersetzung aufmerksam verfolgt haben. Doch Regalstreit hin oder her: Coca-Cola wird weiter getrunken. Der Sponsor der olympischen Spiele ist megapräsent in Russland. Er begleitet den olympischen Fackellauf. Locker und flockig, mit einer Prise russischer Folklore und einer unübersehbaren Werbebotschaft. Coca-Cola überlässt normal in Sachen Marketing nichts dem Zufall. Ausgeklügelte marketingtechnische Aspekte und Szenarien werden intensiv geplant und dann mit der arteigenen Konsequenz umgesetzt. Die Macht der Bilder wird dabei jedesmal bemüht. Aber meine geschätzen Leserinnen und Leser können selber in das Video schauen und sich ein Urteil bilden

Das Video hat eine Länge von 3 Minuten und 26 Sekunden. Vorhang auf.