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Sport am Bodensee: Windbrecher Tony Martin und der Blick von Dr. Eckart Diesch auf die Wetterprognose

Kürzlich war hier unten am Bodensee ja die Eurobike. Im flankierenden Rahmen dieser Veranstaltung sind dann immer auch einige Fahrräder am Hafen zu sehen, die den normalen Rahmen eines landläufig handelsüblichen Rades sprengen.Traveler Digital Camera

Über olympische Medaillenspiegel und darauf fixierte Funktionäre hat man schon viel gelesen, gesehen, gehört. Das gilt auch für Weltmeisterschaften. Gäbe es einen regionalen WM-Medaillenspiegel für die Bodenseeregion, wäre diese Woche aus Spanien eine Silbermedaille dazugekommen. Zeitfahrspezialist Tony Martin wohnt in Kreuzlingen, auf der Schweizer Seite vom Bodensee. Die Stadt Kreuzlingen ist mit 20.950 Einwohnern die zweitgrößte Stadt des Kantons Thurgau und die größte Schweizer City am Bodensee. Autogrammwünsche lässt der Einzelzeitfahrweltmeister der Jahre 2011, 2012 und 2013 von TeamSpirit GmbH aus Erfurt bearbeiten. Dazu kamen 2012 und 2013 noch die Weltmeistertitel im Teamzeitfahren in der sportlichen Vita.

Die Schweiz hat über Jahre Magnetwirkung für einige prominente Radsportler gehabt. Jan Ullrich wohnt in Scherzingen, Andreas Klöden in Landschlacht. Scherzingen und Landschlacht sind jeweils Ortschaften der Gemeinde Münsterlingen des Bezirks Kreuzlingen des Kantons Thurgau in der Schweiz.

Am Mittwoch in Ponferrada also kein vierter Einzelzeitfahrweltmeistertitel hintereinander für Tony Martin. Martin Eder attestierte diese Woche in der FAZ dem Radprofi besondere Qualitäten unter dem Titel Der Windbrecher und schaut auch auf die Optimierung im Windkanal und das Equipment.

,,Martin hat seine Position im Windkanal des Formel-1-Teams McLaren optimiert. Was dort ein paar Sekunden Zeitersparnis verspricht, wird später auf der Bahn und auf der Straße getestet. Wichtig auch der aerodynamische Zeitfahrhelm.”

Der Helm, bei zivilen Radlern immer wieder in der Diskussion. Manch Sicherheitsdebatte füllte schon TV-Sendezeit. Martins Kopfbedeckung hat andere Aufgaben.

,,Er dient nicht der Sicherheit, hat kein schützendes Innenleben, er dient allein dem schnelleren Fortkommen. Drei bis vier Watt bringt er auf Martins Niveau beim selben Krafteinsatz. Selbst mit der Kleidung wird permanent experimentiert. Martins Rennanzug ist als Einteiler maßgeschneidert, die Nähte sind an Stellen, die einen optimalen Strömungsfluss versprechen.”

Themawechsel. Segeln. Maßgeschneidert war das Konzept der 1. Segel-Bundesliga, die in der erfolgreichen Premiere 2013, wie gestern bereits ausgeführt, auch die Installierung der 2. Segel-Bundesliga nach sich zog. Zusätzliche Aufmerksamkeit kommt auch durch die Interboot 2014 in Friedrichshafen hinzu. Jeweils 18 Segelvereine gehen in der Zeppelinstadt an diesem Wochenende an den Start. Der Württembergische Yacht-Club merkt in einer ausführlichen Vorschau unter dem Titel Hochspannung vor dem Doppelevent der Segel-Bundesliga in Friedrichshafen an:

,,Die Wettfahrtleitung für die erste Liga wird Diesch selbst in die Hand nehmen: „Die Wind- und Wettervorhersagen verfolge ich zur Zeit sehr angespannt mehrfach am Tag – mit der Hoffnung, dass sich Friedrichshafen wie vergangenes Jahr von seiner besten Windseite zeigen wird. Allerdings sehen die Prognosen derzeit nicht so rosig aus.” Der Olympiasieger von 1976 schaut natürlich nicht nur als Liga-Vorsitzender und Wettfahrtleiter auf das Wochenende, sondern auch als Club-Präsident. „Obwohl es bei den bisherigen Regatten nicht so gut gelaufen ist, liegt unsere WYC-Mannschaft auf dem vierten Tabellenplatz. Offensichtlich hatten die anderen Mannschaften auch ihre Patzer in dieser Saison”, so Diesch.”

Dr. Eckart Diesch wurde bei den olympischen Sommerspielen 1976 in Montreal Olympiasieger in der Klasse Flying Dutchman als 22-Jähriger. Bitter war das Jahr 1980 für ihn und seinen Bruder Jörg. Sie waren für die olympischen Segelwettbewerbe in Tallinn qualifiziert. Durch den Boykott der olympischen Sommerspiele von Moskau blieb ihnen die Teilnahme verwehrt.

Eishockey: Die Ravensburg Towerstars wollen im Heimspiel gegen Bietigheim Steelers ihre Scharte vom 2:7 Desaster in Kassel auswetzen. Zu einem Heimsieg gibt es eigentlich keine Alternative. Derweil hat der Towerstars Pressesprecher Frank Enderle auch einen Blick auf das Auswärtsspiel am 4. Oktober nach Bad Nauheim geworfen und den geplanten Start mit einem Weißwurst-Frühstück:

,,Die Abfahrt zum Spiel gegen die Roten Teufel in Bad Nauheim ist um 13 Uhr vorgesehen. Ab 12 Uhr gibt es im Restaurant “1881” ein Weißwurstfrühstück zum Fan-Sonderpreis. Inbetriffen ist 1 Paar Weißwürste, 1 Brezel und 1 Weißbier – alles zusammen zum attraktiven Preis von nur 5 Euro.”

Manch Ernährungsberater oder selbsternannte Guru wird bei dem Frühstück vielleicht die Stirn falten. Sandra Maischberger hatte wohl dieser Tage eine illustre Runde im Fernsehen zum Thema Essen. Sebastian Pfeffer titelte auf Welt-Online Falsche Gurus rauben uns die Lust am Essen und outet sich am Ende seines Artikels mit einer unglaublichen Essenssünde.

Doch zurück zum Eishockey am Freitagabend in der Puzzlestadt. Der Tabellenfünfte Ravensburg Towerstars empfängt den Tabellenzweiten und amtierenden Vizemeister. Auch Servus TV hat sich angesagt. Ebenso wird der DEL2-Geschäftsführer René Rudorisch in Ravensburg erwartet.

Eishockeyenthusiast Frank Enderle in seiner gewohnt akribischen Vorschau auf die Partie zur österreichischen Servus-TV Komponente:

,,Zu Gast sein wird auch ein Kameramann im Auftrag von Servus-TV für einen kompakten Zusammenschnitt des BW-Derbys gegen Bietigheim. Gesendet wird dieser am Sonntag ab 17.30 Uhr im Rahmen der Sendung Servus Hockey Night, die das DEL-Spiel Hamburg gegen Köln überträgt.”

Soweit für heute. Meinen Lesern einen prima Freitag und einen guten Start ins Wochenende.

Sport am Bodensee Terminkalender

20.09. – 28.09.2014 Interboot in Friedrichshafen

26.09. – 28.09.2014: Segeln: Regatta der 1. Deutsche Segel-Bundesliga Friedrichshafen

26.09. – 28.09.2014: Segeln: 2. Bundesliga in Friedrichshafen (Ausrichter Konstanzer Yacht Club)

26.09.2014 Eishockey: Ravensburg Towerstars – Bietigheim Steelers ab 20.00 Uhr

27.09.2014 Schach: Schnellschach-Turnier in Bregenz, Park Mariahilf ab 09.00 Uhr

27.09.2014: Handball: Alpla HC Hard – HC Linz AG ab 19.00 Uhr

27.09. – 28.09.2014: Segeln: Herbstregatta beim Yacht-Club Romanshorn

28.09.2014: Karate: Tag der offenen Tür in der Sporthalle der TSV Eriskirch ab 12.00 Uhr

28.09.2014 Segeln: Absegeln mit Clubregatta beim Yacht Club Lindau

02.10.2014 Eishockey: Ravensburg Towerstars – Lausitzer Füchse ab 20.00 Uhr

03.10. – 04.10.2014 Segeln: RVB Final Race beim Segel-Club Bodman e.V.

04.10.2014 Handball: Bregenz Handball – Moser Medical UHK Krems ab 19.00 Uhr

04.10.2014 Fußball: FC St. Gallen – FC Basel ab 20.00 Uhr

04.10. – 05.10.2014 Segeln: Internationales Konstanzer Schlusslicht der Folkeboote

04.10. – 05.10.2014 Segeln: Blue Planet Flug Trophy Rohrspitzregatta (Yachtclub Rheindelta)

04.10.2014 Basketball: TSV Eriskirch – Rathiopharm Ulm2 (Frauen) ab 15:45 Uhr

04.10.2014 Basketball: TSV Eriskirch – VfL Kirchheim (Männer) ab 18.00 Uhr 

05.10.2014 Marathon: Sparkasse-Marathon der 3 Länder am Bodensee ab 11.00 Uhr

05.10.2014 Lauf: 22. Gehrenberglauf der TV Markdorf 1880 ab 11.00 Uhr 

10.10.2014 Eishockey: Ravensburg Towerstars – ESV Kaufbeuren ab 20.00 Uhr

10.10.2014 Volleyball: Volley YoungStars – TSV GA Stuttgart ab 20.00 Uhr

11.10.2014 Handball: Bregenz Handball – Skjern Handbold (Dänemark) ab 19.00 Uhr

11.10.2014 Handball: Alpla HC Hard – St. Pölten ab 19.00 Uhr

12.10.2014: Volleyball: Teamvorstellung VfB Friedrichshafen in der ZF Arena ab 18.00 Uhr

17.10.2014 Eishockey: Ravensburg Towerstars – Löwen Frankfurt ab 20.00 Uhr

18.10.2014 Rudern: Abrudern beim Ruderverein Friedrichshafen e.V

18.10.2014 Handball: Bregenz Handball – Sparkasse Schwaz HB Tirol ab 19.00 Uhr

22.10.2014 Handball: Alpla HC Hard – Sparkasse Schwaz HB Tirol ab 19.00 Uhr

26.10.2014 Volleyball: VfB Friedrichshafen – SWD powervolleys Düren ab 18.00 Uhr

26.10.2014 Eishockey: Ravensburg Towerstars – Heilbronner Falken ab 18.30 Uhr

31.10.2014 Volleyball: VfB Friedrichshafen – VCO Berlin ab 20.00 Uhr

Sport am Bodensee: Einstimmung auf die Eurobike 2014

Die Zeit bleibt nicht stehen. Vor zwei Jahren schrieb ich über die beginnende Eurobike unter dem Titel: Sport am Bodensee: 21. Eurobike mit Sabine Spitz, Andre Greipel und Danny MacAskill:

,,Nein, der einstige Tourgott Lance Armstrong wird nicht auf der 21. Eurobike in Friedrichshafen erscheinen. Vielleicht liest er gerade ein wenig in den deutschen Sportblogs der Qualitätsjournalisten Jens Weinreich

und Jonathan Sachse

In diesen Tagen strömt ja vieles auf den texanischen Velo-Jesus (Copyright by Jürgen Kalwa 9. Juli 2009) ein. Doch weltweit operierende Sponsoren wie Nike halten Lance Armstrong weiterhin die Treue.

Ein Hauch Tour de France wird es dennoch am Bodensee geben. André Greipel, 4-facher Etappensieger bei der Frankreichrundfahrt (1 x 2011, 3 x 2012) ist als prominenter Gast gemeldet. Auch die Mountainbikerin Sabine Spitz, frische Silbermedaillengewinnerin beim Cross Country in London bei den olympischen Spielen, macht der Eurobike ihre Aufwartung.”

Auch der gebräunte und relaxte Jan Ullrich stattete der Eurobike 2012 einen Besuch ab.

Dann gab es im vergangenen Sommer die Eurobike 2013. Das Wetter hat noch nicht die sonnige Komponente des letzten Jahres. Gar keine Frage. Für eine Einstimmung auf die diesjährige Radmesse in Friedrichshafen taugt vielleicht ein Blick auf die Impressionen rund um die Eurobike 2013.

Jeder der Verlinkung gefolgt? Kenne doch meine Pappenheimer. Traveler Digital Camera

Wer jedoch etwas in Eile ist, und sich auf die diesjährige Eurobike 2014 stürzen möchte, dem sei ein Blick auf das Tagesprogramm der Branchenmesse gegönnt.

Nachdenkenswert #250

,,Freunde des Radsports haben schon so viele Idole über Doping fallen sehen, dass sie sich lieber mit Radtechnik denn mit den tourdefranzenden Ergebnissen der Körpermodifikation beschäftigen. Ich mache aber hin und wieder den Fehler darauf hinzuweisen, dass Fussball ein Milliardenunternehmen ist und ich mir – wie beim Radsport – nur schlecht vorstellen kann, dass man sich da nicht ab und zu mit den paar Kröten, die Doping kostet, die Tür zu noch höheren Einnahmen öffnet.”

Don Alphonso, in der FAZ, glaubt nicht an die Unschuld der Unterhaltungsindustrie Fußball

Heuchelei um Lance Armstrong

Heute ploppte die Pantani Geschichte auf. Aus dem Anlass vielleicht auch Gelegenheit einen Text vom Oktober 2012 vom einstigen Velo-Jesus Lance Armstrong rauszuholen.

Reblog (vom 24. Oktober 2012)

Hat jemand die 15 Tonnen Sekundärliteratur zur Causa Armstrong durch? Es ist die Stunde der Heuchler. An Lance Armstrong wird sich abgearbeitet. Riecht ein wenig nach dem Versuch die Thematik Doping im Radsport wieder einmal als Einzeltäterschaft hinzustellen. Man muss den Texaner nicht mögen. Armstrong hat das Ding ja nie alleine durchgezogen. Bei seinem Comeback 2009 griff Christian Ewers im Stern Nr. 28 am 2.7.2009 in seinem Artikel über Lance Armstrong eine Episode vom März des selbigen Jahres heraus:

,,Im März ließ Armstrong einen Dopingkontrolleur 20 Minuten warten, vorgeblich, weil er erst mal duschen wollte. In 20 Minuten kann man auch bequem eine Dopingprobe manipulieren, verschleiernde Medikamente nehmen oder gar den Urin austauschen. Ein klarer Verstoß gegen die Vorschrift, der normalerweise wie ein Dopingvergehen geahndet wird – für Armstrong kein Problem. Er telefonierte mit dem Chef des Internationalen Radsportverbandes, ein paar Tage später war die Sache aus der Welt.”

Die jetzt zur Schau gestellte Naivät von Sponsoren des einstigen Tourgott Lance Armstrong kann ich nicht nachvollziehen. Klar, in dieser Ausführlichkeit, wie jetzt vorliegend, gab es noch keinen Roman über die ausgeklügelten Dopingpraktiken mit all seinen Verästelungen, Abgründen, Manipulationen und gezahlten Provisionen für Kurierfahrer auf dem Motorrad incl. Spitznamen. Doch die Tour ist offenbar nicht mit Brot und Wasser zu gewinnen. Derweil wird die Tour de France 2013 präsentiert. Der Radsportzirkus geht weiter. Die monetären Interessen vom Veranstalter, von Sponsoren, Funktionären und Verbänden (ich hab sicherlich noch einige Interessenten und Nutznießer vergessen) müssen bedient werden. Die Frankreichrundfahrt ist eine unendliche Geschichte des Dopings. Der surreale Tod von Tommy Simpson im Jahr 1967 am Mount Ventoux sei stellvertretend hier nochmals erwähnt und zu sehen. Jugendliche Leser meines Blogs unter 18 Jahren mögen an dieser Stelle bitte aussteigen.

Tief durchatmen.

Die Tour de France verlor ihre Unschuld.

2 Jahre vorher hatte Simpson dem Magazin The People ein Interview gegeben. In der tabellarisch aufbereiteten Dopingübersicht von Cycling4Fans steht vermerkt:

,,Tom Simpson gibt in einem Interview mit dem Journal “The People” zu sich zu dopen – niemand fand das besonders schockierend.”

21 Jahre nach der Todesfahrt von Tomy Simpson gab es 1998 den Festina-Skandal. Die Branche war unverbesserlich. Dann trat Lance Armstrong nach überstandener schwerer Hodenkrebskrankheit auf den Plan und schickte sich an die Tour de France von 1999 bis 2005 zu gewinnen. Es gab großartige Duelle gegen das deutsche Radsporttalent Jan Ullrich. Er hatte erstmalig für Deutschland 1997 die Höllentour gewonnen. Er hatte viele Fans. Einer davon war damals der SPD Politiker Rudolf Scharping. Das öffentlich-rechtliche Fernsehen hatte große Momente in der euphorischen Übertragungswelle. Doch gegen Lance Armstrong zog Jan Ullrich immer wieder den kürzeren. Rudolf Scharping äußerte sich dieser Tage in seiner Funktion als Radsportfunktionär (Präsident Bund Deutscher Radfahrer) zur Ära Armstrong gegenüber dem kicker:

“Die Entscheidung der UCI ist nach der Beweislast nur konsequent. Entscheidend ist, dass ein verseuchtes Jahrzehnt aufgearbeitet und endlich abgeschlossen wird.”

Endlich das Kapitel zumachen. So wünscht sich dies der ehemalige SPD Hoffnungsträger für das Bundeskanzleramt. Erinnert sich eigentlich noch jemand an die Troika Scharping, Lafontaine und Schröder?

Ist es Zeit für ein Begräbnis der Sportart Radsport? Vor einigen Jahren sagte ein Bestatter zu mir:

,,Sehr viele Trauernde essen lieber trockenen Kuchen.”

Ehemalige deutsche Sponsoren im Radsport wie Telekom, Gerolsteiner oder Milram haben bereits vor Jahren ihre Sponsorships in der skandalumwitterten Branche der Lohnfahrer beendet.

Eigentlich hätten wir alle bereits trockenen Kuchen essen müssen.

“Diese Tage ohne Fußball sind Mist.”

Er hat einst selber bei der Fußballweltmeisterschaft einige Spuren hinterlassen. 1986 wurde der englische Nationalspieler Gary Lineker Torschützenkönig in Mexiko. Zu den Ruhetagen ohne Fußballspiele bei der WM in Brasilien sagte er:

,,Diese Tage ohne Fußball sind Mist.”

Heute die Feierlichkeiten in Berlin für die Nationalmannschaft Deutschlands. Derweil feiern deutsche Radsportler im Schatten der Fußballweltmeisterschaft zahlreiche Etappensiege bei der Tour de France. Einst war die Höllentour das Flaggschiff der ARD mit dem strahlenden Tourhelden Jan Ullrich. Wie sauber ist der Radsport im Jahr 2014? Die Frage nur in diese Richtung zu schieben ist vielleicht nicht ganz fair. Wie sauber ist der 100 Meter Lauf der Männer? Oder um noch ein wenig WM-Flair zu zelebrieren: Wie sauber ist der Profifußball im Jahr 2014? Doch zurück zur Frankreichrundfahrt. Die einen halten es für das größte Radrennen der Welt, andere für die größte rollende Apotheke. Das Spektakel wird auch auf der offiziellen Website der Tour de France akribisch dokumentiert.Traveler Digital CameraHat eigentlich jeder in Deutschland damals in der Woche vom 16. bis 22. Juni die Titellust von Schachweltmeister Magnus Carlsen mitbekommen. Am 16. Juni gewann die deutsche Fußballelf gegen das indisponierte Portugal mit 4:0 und am Samstag, den 21. Juni gab es jenes 2:2 gegen Ghana nach 1:2 Rückstand. Der norwegische Champion Carlsen holte sich in jener Woche zwei weitere Titel in seiner noch jungen und so erfolgreichen Laufbahn. Erst wurde er Schnellschachweltmeister (siehe den Bericht auf chessbase) und dann holte er sich in Dubai auch noch die Blitzweltmeisterschaft. Ebenfalls in gewohnt kenntnisreicher Art und Weise von André Schulz auf chessbase dokumentiert. Der bekennende Real Madrid Fan Magnus Carlsen hatte allerdings die Woche vorher, am Freitag den 13. Juni, jenes 1:5 der Männer um Casillas und Ramos gegen die Niederlande durchleben müssen. An jenem schwarzen Freitag wurde er bei seinem Heimatturnier Norway Chess Turnier nur Zweiter hinter Sergey Karjakin. Manchmal kommt es knüppeldick.

Die Zeit ist schnelllebig. Auch bereits wieder Geschichte ist die OutDoor 2014 hier unten am Bodensee in Friedrichshafen. 21st Summit of Outdoor of Business. Die Fachmesse verlieh auch wieder zahlreiche OutDoor INDUSTRY AWARD in diesem Jahr.

,,Der OutDoor Industry Award zählt international zu den höchsten Auszeichnungen, die ein Unternehmen in der Outdoor-Branche erzielen kann. Von den 361 Produktneuheiten, die in diesem Jahr zum Award eingereicht wurden, haben 35 von der Fachjury eine Auszeichnung erhalten und sieben davon sogar den Gold Award gewonnen.”

Bliebe auch noch nachzutragen, der bemerkenswerte Erfolg von Tennislegende Boris Becker in seiner neuen Tätigkeit. Sportler wie Lothar Matthäus oder Boris Becker haben ja in ihrer Zeit nach der aktiven Laufbahn nicht nur schöne und positive Schlagzeilen produziert. Aber der junge Becker hatte damals Tennisgeschichte geschrieben. Habe mich sehr für ihn und seinen Schützling  Novak Djokovic für den kürzlichen Erfolg in Wimbledon gefreut. Auch Lothar Matthäus hatte ja erfolgreiche berufliche Verpflichtungen. In Brasilien. Beiden, Boris Becker wie Lothar Matthäus wünscht man mal eine längere schlagzeilenfreie Zeit in puncto Privatleben etc.

Das Hotel am Bodensee

Der von mir so innig geliebte Bodensee hat zahlreiche Hotels in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Zahlreiche Tourismuskataloge werben für die verschiedensten Häuser mit der individuellen Leistungspalette. In der Regel wird dort alles zum Wohle des Gastes aufbereitet. Eine Wohlfühlatmosphäre soll den Aufenthalt begleiten. Auch der aktive Sport wird beworben. Inklusive der Möglichkeit für ausgiebige Radtouren rund um den Bodensee. Kürzlich stolperte ich über eine Aussage von Jörg Jaksche in Sport Bild Nr. 30/13:

,,An meine erste Epo-Spritze kann ich mich noch gut erinnern. Es war in einem Hotel am Bodensee. Ein Betreuer setzte mir auf meinem Zimmer die Spritze. Ich wusste, Epo verdickt mein Blut, es kann plötzlich mehr Sauerstoff zu den Muskeln transportieren.”

Diese Zeilen haben keine Chance in einem Tourismuskatalog am Bodensee aufgenommen zu werden. Jörg Jaksche nahm auch der großen Frankreichrundfahrt teil. Seine Laufbahn, die so manchen Funktionär schlecht aussehen ließ, ist eine nachdenklich stimmende Vita eines einst hoffnungsvoll in den Radsport gestarteten jungen Mannes. Nach seiner Offenbarung wollte kein Team Jörg Jaksche für seriöse Konditionen unter Vertrag nehmen. Er galt vielen gemeinhin als Nestbeschmutzer. Einstige Weggefährten machten einen großen Bogen um ihn. Die intensive Hassliebe Tour de France hat viele ungezählte Hotelaufenthalte mit Blutverdickungsaktionen aufzuweisen. Eine Obsession der besonderen Art. Inklusive Schweigegelübden.

Ist die Tour de France 2013 sauber? Umfrage der FAZ fällt eindeutig aus.

Die FAZ hatte in Ihrem Artikel am heutigen Tag über den Kolumbianischen Radprofi Nairo Quintana, der sich vorhin auf Platz 3 der Gesamtwertung bei der Königsetappe schob, auch eine Umfrage eingebaut. Die Sauberkeit des Sports mit dem hundsmiserablen Image auf dem Prüfstein der Leser. Zahlreiche Dopingfälle ziehen sich durch die Geschichte der Tour de France. Das sie nicht unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfindet ist wohl dem Geheimnis der Hassliebe geschuldet.

Die Umfrage der FAZ schaute heute am 18.07.2013 um 17.45 Uhr so aus:

Tour de France 2013 – ein Aufbruch zu sauberem Radsport?

20977 Stimmen wurden abgegeben.

4%   Ja, die neue Generation der Radprofis hat sich konsequent von den Altlasten getrennt!
17% Schön wäre es, aber haben die alten Doper nicht auch gesagt, sie seien sauber?
14% Es ist wie immer im Leben, es gibt solche und solche. Nur wer kann sie unterscheiden?
65% Nein, diese Sportart ist seit 100 Jahren mit Doping verseucht und wird es auch bleiben