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Sport am Bodensee: Einstimmung auf die Eurobike 2014

Die Zeit bleibt nicht stehen. Vor zwei Jahren schrieb ich über die beginnende Eurobike unter dem Titel: Sport am Bodensee: 21. Eurobike mit Sabine Spitz, Andre Greipel und Danny MacAskill:

,,Nein, der einstige Tourgott Lance Armstrong wird nicht auf der 21. Eurobike in Friedrichshafen erscheinen. Vielleicht liest er gerade ein wenig in den deutschen Sportblogs der Qualitätsjournalisten Jens Weinreich

und Jonathan Sachse

In diesen Tagen strömt ja vieles auf den texanischen Velo-Jesus (Copyright by Jürgen Kalwa 9. Juli 2009) ein. Doch weltweit operierende Sponsoren wie Nike halten Lance Armstrong weiterhin die Treue.

Ein Hauch Tour de France wird es dennoch am Bodensee geben. André Greipel, 4-facher Etappensieger bei der Frankreichrundfahrt (1 x 2011, 3 x 2012) ist als prominenter Gast gemeldet. Auch die Mountainbikerin Sabine Spitz, frische Silbermedaillengewinnerin beim Cross Country in London bei den olympischen Spielen, macht der Eurobike ihre Aufwartung.”

Auch der gebräunte und relaxte Jan Ullrich stattete der Eurobike 2012 einen Besuch ab.

Dann gab es im vergangenen Sommer die Eurobike 2013. Das Wetter hat noch nicht die sonnige Komponente des letzten Jahres. Gar keine Frage. Für eine Einstimmung auf die diesjährige Radmesse in Friedrichshafen taugt vielleicht ein Blick auf die Impressionen rund um die Eurobike 2013.

Jeder der Verlinkung gefolgt? Kenne doch meine Pappenheimer. Traveler Digital Camera

Wer jedoch etwas in Eile ist, und sich auf die diesjährige Eurobike 2014 stürzen möchte, dem sei ein Blick auf das Tagesprogramm der Branchenmesse gegönnt.

Schacholympiade in Tromsø im Schoße der Familie und der “Presseattaché vom Team Anand” mit Chess in Tweets

Der August beginnt hoffentlich mit besserem Wetter. Die heutigen Regenverhältnisse am Bodensee mag ich ungern mit in den achten Monat des Jahres schleppen. Wo kommt eigentlich das ganze Wasser  her? Diese Niederschlagsmengen haben etwas von Bern 1954. Diesmal hatte Deutschland ja auch so ein Regenspiel dabei. Manch einer in den bunten Medien stilisierte Übungsleiter Löw gleich zur Stilikone in dem klitschnassen dunklen Hemd. Wie immer tailliert. Da fiel beim Spiel Deutschland gegen USA sein Gegenüber Coach Klinsmann fast ein wenig ab. Allerdings brachte Jürgen Klinsmann das Logo von Nike gut sichtbar an seiner Kleidung rüber. Sehr im Sinne des amerikanischen Sportartikelkonzerns.

Die Schacholympiade 2014 in Tromsø

Derweil rückt nach der Fußball-WM und der am Sonntag beendeten Hassliebe Tour de France das nächste Sportevent in den Blickpunkt. Die Schacholympiade in Tromsø. Im Land des amtierenden Schachweltmeisters. Selbstverständlich wird Magnus Carlsen auch am Start sein. Magnus Carlsen, da leuchten die Augen zahlreicher Schachexperten, Kiebitze und von Anhängern des königlichen Spiels auf der ganzen Welt. Magnus Carlsen ist aber auch eine wunderbare Geschichte formvollendeten Sportmarketings einer Einzelperson. Vielleicht schreibe ich darüber im Herbst kurz vor dem Revanchekampf gegen Vishy Anand. Ich habe übrigens so ein Gefühl im Bauch, der Champion Carlsen wird es diesmal nicht ganz so einfach haben wie im November des vergangenen Jahres. Das Comeback von Viswanathan Anand im Frühjahr war grandios. Er gewann verdient das WM-Kandidatenturnier im sibirischen Khanty Mansiysk und zeigte sich angriffslustig.titelbild Ja, die Neuauflage des WM-Kampfes von 2013 zwischen Magnus Carlsen und Viswanathan Anand ist für mich eines der Höhepunkte im Sportkalender des Jahres 2014. Es wird auch ein Prüfstein für Carlsen, inwieweit er mit der psychologischen nicht immer ganz einfach zu händelnden Favoritenrolle als amtierender junger Schachweltmeister gegen einen bissigen Ex-Schachchampion umgehen kann.anand - carlsen deep gameDoch bis zum Schachweltmeisterkampf zwischen Magnus Carlsen und Viswanathan Anand ist noch ein wenig Zeit. Erst steht die Schacholympiade in Tromsø auf dem Programm.

Der von mir sehr geschätzte Johannes Fischer hat auf dem Schachblog von Zeit Online über Ärger in der Schachfamilie berichtet und leitet seinen Artikel mit den folgenden eloquenten Worten ein:

,,Am 20. Juli 1924 wurde in Paris der Weltschachverband Fide (Fédération Internationale des Échecs) gegründet. Der Verband gab sich das Motto Gens una sumus, „Wir sind eine Familie“ und Familienfeiern sollte es bei Schacholympiaden geben. Die finden seit 1927 unregelmäßig, seit 1950 alle zwei Jahre statt, die nächste beginnt am 1. August im norwegischen Tromsø. Mit Querelen im Vorfeld.”

Das weibliche Familienmitglied Kateryna Lagno, jahrelang für die Ukraine sehr erfolgreich, spielt jetzt doch für Russland. Schau an. In der vergangenen Woche am 21. Juli erhielt sie die russische Staatsbürgerschaft. Vor 8 Jahren erspielte sie Gold mit der Ukraine bei der Schacholympiade. Im vergangenen Jahr wurde sie mit dem ukrainischen Team Mannschaftsweltmeisterin.

Dann wären noch zwei ehrgeizige männliche Familienmitglieder zu nennen. Der FIDE Chef Kirsan Iljumschinow und Schachikone Garri Kasparow stellen sich in Tromsø zur Wahl. Der Amtsinhaber ist erklärter Putin Freund und der Herausforderer ein offener Gegner des russischen Präsidenten.

Ein Blick lohnt auch zu den Websiten von chessbase und schach-ticker, die sich ebenfalls mit der Schacholympiade beschäftigen.

Der “Presseattaché vom Team Anand” und Kultblogger Eric van Reem mit Chess in Tweets

Dann wäre da noch der Kultblogger Eric van Reem zu nennen. Er powert bereits wieder auf Chess in Tweets.

,,Yes, Chess in Tweets is back. Earlier this year I followed the Candidates Tournament in Khanty Mansiysk by compiling a storyline around the games by using tweets about the event.  I will follow the Chess Olympiad in Tromsø in the same way: I will try to filter the most relevant tweets about the Olympiad in Norway and create a story. The good thing for you, the reader is that you only need to read this blog to get the best tweets, even if you do not use Twitter yourself. The bad thing is that I have to read a lot of crap.”

Der “Presseattaché vom Team Anand”, der niederländische Schachblogger Eric van Reem, nimmt sich in seinem Beitrag dann auch gleich offensiv einer im Vorfeld immer wieder gern verbreiteten Geschichte in puncto Marketing der Schacholympiade 2014 an. Stichwort: Das weltweit viertgrößte Sportevent. Eric van Reem übernimmt dies nicht blind. Aber schaut selber rein. Wer obige Verlinkungsabfahrt verpasst hat, kommt auch hier zu Eric van Reem seinem Kultblog.

Fußball-WM 2014: Meine Tage mit Übungsleiter Löw (33)

Fußball-WM 2014: Meine Tage mit Übungsleiter Löw (33)

Es konnte am Ende nur einen von zwei Gesichtsausdrücken geben.Traveler Digital Camera

Huch. Vor über drei Wochen hatte der in Buenos Aires lebende Journalist Christoph Wesemann ja prägnant auf seinem Blog Argentinisches Tagebuch angekündigt:

,,Ich setze trotzdem auf Argentinien, ich nehme sogar so Heimaturlaub, dass ich als Weltmeister in Berlin lande und im weißhimmelblauen Trikot von Diego Maradona ein Taxi winke. Und ich habe meinem Sohn versprochen, mir ein Tattoo stechen zu lassen. Ich weiß noch nicht, von wem oder von was, ob vom Dicken, von Che, den Malwinen oder doch vom Siegtorschützen im Endspiel, also Leo Messi, ist doch auch egal.”

Der Dicke hatte einst 1986 Deutschland besiegt. Nie dürfte ein Weltmeister stärker im Schatten eines einzelnen Fußballspielers gestanden haben. Das Genie Diego Maradona erzielte bei diesem Turnier in Mexiko grandiose 5 Tore und gab im Endspiel gegen die Beckenbauer Elf den entscheidenden Pass auf Burruchaga zum 3:2 Siegtreffer der Argentinier vor 114.600 Zuschauern in der 85. Minute. Lionel Messi konnte gestern Abend nicht aus dem Schatten vom göttlichen Diego steigen.

Nun ist die deutsche Fußballbilanz um einen Weltmeistertitel mehr angereichert. 24 Jahre hat es gedauert. Das ich das noch erleben durfte.Traveler Digital Camera

Dabei wollen wir auch nicht die absurden Rahmenbedingungen des gestrigen Finals unter den Tisch kehren. Sportspool.tv stellte treffend fest:

,,Polizei versetzt Rio in Ausnahmezustand. 26 000 Polizisten, Uniformierte, Militär. Für ein Endspiel um die Fußball-Weltmeisterschaft. Absurder geht es kaum. Unterdessen wurden 19 Personen in Rio festgenommen. Provisorisch. Weil sie der Polizei bekannt sind. So etwas kennt man nur aus Diktaturen. Journalisten vor Ort berichten aktuell von Behinderungen in der Arbeit von Medienvertretern. Ein Fußballfest sieht anders aus!”

Der Ostseepfarrer und die protestantische Pfarrerstochter waren auch vor Ort. Als Herr Gauck 2012 nach dem DFB Pokalfinale ein paar Tage später in München beim Champions-League Finale zwischen Bayern München und Chelsea weilte, manifestierte er nicht den Ruf eines Glücksbringers. Glück war gestern selbstverständlich auch eine Komponente. Geht Argentinien in Führung …. Dann würde es morgen in Berlin keine Feier geben.

Mario Götze und die Sache mit Adidas kontra Nike

Siegtorschütze Mario Götze. Wer hat eigentlich mehr gejubelt? Adidas oder Nike? Die Sportmarketingexperten rieben sich vor einem Jahr die Augen. Bei der Vorstellung von Mario Götze beim neuen Verein Bayern München, der seit Jahrzehnten von Adidas ausgerüstet wird, gab es diesen Coup im Stile des Guerilla-Marketings von Nike. Die Verantwortlichen von Adidas waren nicht begeistert. Mario Götze und der Fauxpas mit dem Nike Shirt sorgten für negative Schlagzeilen. Irgendwie hatte sich der aus Dortmund abgewanderte Jungstar damit seine Integration beim neuen Fußballverein selber erschwert. Der ehrgeizige amerikanische Player Nike hingegen konnte diese Aktion durchaus als Marketingerfolg für sich werten.

7 Spieler von Bayern München am Ende auf dem Platz. Kann eine sehr harte Saison für Pep Guardiola werden. 1974/75 zahlte Bayern einen hohen Preis für 6 Stammkräfte beim WM Erfolg 1974. Am Ende gab es nur Platz 10. Das wird diesmal nicht passieren, jedoch Borussia Dortmund wird ein ernsthafterer Jäger wie im vergangenen Jahr sein.

Übungsleiter Löw steigert sich

Noch ein Wort zu Übungsleiter Löw. Einen Weltmeistertitel 2014 hatte ich ihm nach dem vercoachten EM Halbfinale 2012 gegen Italien nicht zugetraut. Die Skepsis meinerseits wurde auch durch das Katastrophen-Trainingslager mit der Personalie Großkreutz, der Führerschein Geschichte, dem unsäglichen Autounfall mit Personenschaden nicht abgefedert. Im Achtelfinale gegen das Low Budget Team von Algerien hat einzig Neuer den Job von Joachim Löw gerettet. Ein Aus im Achtelfinale gegen die Nordafrikaner wäre in der Heimat nicht als Erfolg zu verkaufen gewesen. Danach hat Übungsleiter Löw viele Sachen richtig gemacht. Der Weltmeistertitel ist auch sein Verdienst. Er ist teilweise über seinen Schatten gesprungen. Stichwort Position von Lahm. Das Team hat er dann in den Spielen gegen Frankreich, Brasilien und Argentinien sehr gut eingestellt. Herzlichen Glückwunsch.

Fußball-WM 2014: Meine Tage mit Übungsleiter Löw (29)

Fußball-WM 2014: Meine Tage mit Übungsleiter Löw (29)

Ich bin noch wie im Trance.

7:1 Auswärtssieg in Belo Horizonte.

Der in Buenos Aires lebende Christoph Wesemann bringt auf Twitter zwei Sätze aus einem argentinischen Radio:

“Nie werdet ihr Brasilianer das 1:7 vergessen. Und falls doch, wird es immer einen Argentinier geben, der euch dran erinnert.”

Andererseits ist es schon blöd, wenn der Höhepunkt vor dem Finale war.

Jetzt also am Sonntag im Estádio do Maracanã in Rio de Janeiro gegen Argentinien. Die Statistik beider Mannschaften in den gegenseitigen Endspielen 1986 und 1990 steht 1:1. Am Wochenausklang wird es eine signifikante Verschiebung der Bilanz geben. Traveler Digital CameraArgentinien hatte 1986 das Finale gegen die Beckenbauer Elf mit 3:2 gewonnen. Es war die WM von Diego Maradona, dem Grenzgänger zwischen Genie und Wahnsinn. Aber er hatte auch eine funktionierende Mannschaft um sich. Sie kam auch mit den komplizierten klimatischen Bedingungen und den infrastrukturellen Gegebenheiten in Mexiko vor 28 Jahren gut zurecht. 1990 spielte Maradona immer noch für Argentinien. Aber die Dynamik, Leidenschaft gepaart mit unglaublichen Toren und dem finalen Biss war nicht mehr da. Der Einzug ins Endspiel gelang über das Elfmeterschießen gegen Italien im Halbfinale. Deutschland siegte dann im Finale von Rom mit 1:0.

Franz Beckenbauer liegt mit einer Prognose daneben

Beckenbauer prognostizierte damals seinem Nachfolger Berti Vogts, mit Blick auf die Wiedervereinigung und dem Reservoir an talentierten Spielern mit DDR Wurzeln, eine Unbesiegbarkeit auf Jahre. Nun, es kam bekanntermaßen etwas anders. Franz irrte ein wenig. Deutschland verlor 1992 gegen Dänemark das EM Halbfinale und schied 1994 und 1998 jeweils im Viertelfinale der WM aus. Gegner waren da Bulgarien und Kroatien. Einzig 1996 konnte die deutsche Elf letztmalig einen Titel bei der EM in England feiern. Über die Auftritte bei der EM 2000 und 2004 decke ich jetzt mal den Mantel des Schweigens.

Argentinien diesmal mit einem Lionel Messi in seinen Reihen

Nun, 24 Jahre nach der Nacht von Rom, hat Deutschland also wieder eine große Chance auf den Weltmeistertitel. Die Sehnsucht ist groß zwischen Rostock und Friedrichshafen. Der Kontrahent kommt wieder aus dem südamerikanischen fußballverrückten Land vom River Plate. Diesmal hat Argentinien einen Lionel Messi in den Reihen. Auch er hat eine funktionierende Mannschaft um sich. In der Vorrunde spielten sie sehr kräftesparend. In den anschließenden K.o. Spielen gegen die europäischen Teams der von Hitzfeld gecoachten Schweiz mit ihren Bundesligalegionären, dem mit vier Siegen hintereinander ins Turnier gestarteten Geheimfavorit Belgien und dem Vizeweltmeister Niederlande mit Robben und Co. ließen sie in 330 Minuten kein Gegentor zu. Wie einst 1990 qualifizierte man sich für das Finale über ein gewonnenes Elfmeterschießen.

Peter Stolterfoht hat sich heute auf der Titelseite der Stuttgarter Zeitung auch mit dem Stil der Elf von Übungsleiter Löw auseinandergesetzt und bescheinigt ihr einen stilvollen Umgang mit dem historischen Sieg gegen Gastgeber Brasilien. Er wirft aber auch einen Blick voraus und schreibt am Ende seines Leitartikels:

,,Wenn die deutsche Nationalmannschaft nach Deutschland zurückkehrt, wird ihr viel Sympathie entgegenschlagen. Das hat maßgeblich mit dem Auftritt in Belo Horizonte zu tun. Und selbst wenn nach dem Finale am Sonntag in Rio der WM-Pokal nicht mit im Flugzeug sein sollte, wird das Team von Joachim Löw zuvor sicher bewiesen haben, dass es nicht nur ein guter Sieger, sondern ein ebensolcher Verlierer ist. Das hätte dann auch wieder Klasse.”

Das Endspiel ist auch aus marketingtechnischer Sicht ein großartiger Coup für Adidas. Der Sportartikelhersteller stattet Deutschland und Argentinien aus. Nach dem frühzeitigen Ausfall ihres Klienten Spanien ist dieses Turnier vom Sportmarketing aus ideal für den Konzern aus Herzogenaurach gelaufen. Im Spiel um Platz 3 stehen sich am Samstag die Nike Teams Brasilien und Niederlande gegenüber. Frühzeitig ohne Chance auf Titelehren war Puma bei dieser Weltmeisterschaft. Vier Teams hatte Puma ins Achtelfinale gebracht. Nur eine Mannschaft weniger wie Nike und Adidas mit jeweils fünf. Doch die Puma Teams Chile, Uruguay, Schweiz und Algerien blieben alle in der ersten K.o. Runde hängen. Wer die Rivalität zwischen den fränkischen Playern Adidas und Puma kennt, kann sich in etwa die aktuelle Stimmungslage ausmalen.Traveler Digital CameraDas Finale wird in der ARD übertragen. Kommentator ist Tom Bartels. In der aktuellen Sport Bild wird er im Interview nach seinem persönlichen Sicherheitsgefühl in Brasilien gefragt. Reporter Bartels:

,,Rund um die Hotels und die Stadien stehen alle 50 Meter Polizei oder Militär. Solche Massen sind surreal. Ich gehe ohne Uhr, Kreditkarten, oft auch ohne Smartphone los. Nur mit etwas Bargeld.”

So, jetzt also noch 3 Tage bis zum Endspiel, dann steht auch der Weltmeister 2014 fest. Aus 32 Mannschaften haben sich zwei Anwärter darauf herauskristallisiert. Tief durchatmen.

Fußball-WM 2014: Meine Tage mit Übungsleiter Löw (21)

Fußball-WM 2014: Meine Tage mit Übungsleiter Löw (21)

Eigentlich ist es noch zu früh um Zeugnisse auszuteilen. Doch der Fußballjournalist Jan Christian Müller hat auf Frankfurter Rundschau für Joachim Löw ein kleines Zwischenzeugnis ausgestellt.

,,Diesmal kam die deutsche Mannschaft mit dem Schrecken davon. Aber natürlich hätte Skhodran Mustafi niemals zur Startelf gehören dürfen. Der 22-Jährige ist ein guter Innenverteidiger, aber es war fahrlässig, den armen Kerl nach seiner völlig missglückten zweiten Halbzeit gegen Ghana  noch einmal aufzubieten. Mustafis Unsicherheit breitete sich im Nu auf die ganze deutsche Mannschaft aus, die praktisch nur noch mit zehn Mann auf dem Feld war. Man fragt sich, wie die keineswegs nachvollziehbare Entscheidungsfindung beim Bundestrainer  zustande kam.”

Auch von Sportspool.tv gibt es keine guten Noten für Übungsleiter Löw.

,,Denn weder Brasilien, noch Argentinien, Frankreich oder Holland überzeugen in Offensive, wie Defensive. Dennoch kann man sich fast sicher sein: Löw und sein Stab werden es diesmal wieder vergeigen. Da macht eine Freistossvariante das Team vor aller Welt lächerlich, verdeutlicht das Festhalten an einer Abwehrformation aus vier Innenverteidigern nur: hier sind starrsinnige Blender am Werk, die ihr Handwerk nicht beherrschen. Dafür aber Millionen kassieren. Noch ist Zeit umzudenken – ein Endspiel zwischen Holland und Deutschland wäre einfach ein Traum.”

Ja, eine Neuauflage der 1974 Finalpaarung von München wäre eine phantastische Geschichte. Doch das werden wir wohl mit 99,99% Sicherheit nicht erleben. Der in seiner 20-Jährigen Trainerlaufbahn im Männerbereich mit zwei überschaubaren Titeln (1997  DFB-Pokal mit dem VfB Stuttgart gegen das drittklassige Team von Energie Cottbus und die österreichische Meisterschaft mit dem FC Tirol Innsbruck 2002) zu Buche stehende Übungsleiter Löw  dämpfte vor der WM im stern Interview die Erwartungen selbst:

,,Titel sind die Krönung. Aber mein Seelenheil hängt ganz und gar nicht von diesen Tagen in Brasilien ab. Geht es um das Seelenheil, da blickt man doch auf viel mehr, nicht nur auf vergängliche Triumphe. Ein Sieg mehr, eine Niederlage mehr – ich glaube nicht, dass dies am Ende die entscheidende Rolle spielt.”

Noch Fragen?

Apropos Fragen. Boris Büchler hatte Fragen. Abwehrspieler Per Mertesacker konnte damit nicht gelassen und charmant mit umgehen. Frank Lübberding beglückwünscht in der faz den Reporter: Herzlichen Glückwunsch, Boris Büchler!

,,Insofern gewährte Per Mertesacker nach dem Achtelfinalspiel gegen Algerien ungewohnte Einblicke in seinen Gemütszustand. Er kanzelte den ZDF-Reporter Boris Büchler live ab (Video). Jede Frage nach der Qualität des deutschen Spiels erschien ihm als Majestätsbeleidigung. Er wisse nicht, was die Leute von ihm und der Nationalmannschaft wollten. Schön spielen und wieder ausscheiden, wie in den vergangenen Turnieren?”

Nun, da verkennt Mertesacker generell etwas. Die Niederlagen 2012 im EM-Halbfinale gegen Italien, die Verlustpartie gegen Spanien 2010 und das mutlose Endspiel 2008 gegen Torres und Co. in Wien waren ja keine schönen Spiele. Es waren arg verkrampfte Spiele, taktisch vercoachte Niederlagen und teilweise mutlos agierende Spieler, denen die Courage sowie der unbedingte Siegeswille im entscheidenden Moment fehlte. Immer wenn es um die Wurst ging, wirkte das Spiel blockiert.  Ja, lieber Per Mertesacker die deutsche Mannschaft schied die letzten Jahre sehr oft aus, sie spielte in jenen verlorenen Spielen jedoch nicht schön.

Trauma für Puma im Achtelfinale

Am heutigen Ruhetag kann auch ein erstes Zwischenfazit nach dem Achtelfinale gezogen werden in Sachen Sportmarketing und Sponsoring. Die Sportartikelfirmen Nike und Adidas hatten jeweils 5 Mannschaften ins Achtelfinale gebracht. Puma 4. Burrda und Lotto Sport jeweils ein Team. Für Puma entwickelte sich die Runde der letzten 16 zu einem Trauma. Chile flog raus, Uruguay flog raus, Algerien flog raus und gestern flog leider auch noch die Schweiz raus. Hier unten am Bodensee wird gerne auch von der Vierländerregion gesprochen. Dem Fürstentum Liechtenstein, Österreich, Deutschland und der Schweiz.Traveler Digital Camera

Die Sympathien für die Eidgenossen hier am Bodensee waren klar vorhanden. Es wäre jetzt nicht die Fahne auf Halbmast geflaggt worden, wenn Argentinien im Elfmeterschießen zum Beispiel gegen die Schweiz rausgeflogen wäre. So musste auch das letzte Team im Puma Dress Abschied von dieser WM nehmen. Das ist bitter aus marketingtechnischer Sicht für die Franken in Herzogenaurach. Puma kann nicht mehr in Live-Übertragungen vom Werbeeffekt der Trikots in diesem Turnier profitieren. Apropos bitter. Puma verlor in drei direkten Duellen mit dem fränkischen Konkurrenten Adidas. Kolumbien (Adidas) setzte sich gegen Uruguay (Puma) ohne Beißer Suarez durch, Deutschland traditionell in Adidas Hemden schickte Algerien in Puma Kleidung nach Hause und die Schweiz in Puma Sportkleidung verlor gegen die von Adidas ausgestatteten Argentinier. The Wall Street Journal hatte ja unlängst treffend getitelt Fußball-WM 2014 wird zur Materialschlacht der Ausstatter und dabei auch auf Einzelverträge von Spielern ein Auge geworfen.

,,Puma, derzeit mitten in einem Restrukturierungprogramm, will zur WM wieder das sportliche Image schärfen. Mit markanten Einzelspielern wie Dante, Marco Reus oder Cesc Fàbregas, die dank der freien Schuhwahl Puma-Treter tragen werden, will der Raubkatzenkonzern für Aufsehen sorgen. „Als kleinerer Herausforderer muss man besonders kreativ sein. Mit innovativem Marketing war Puma immer für eine Überraschung gut, das werden wir auch in Brasilien unter Beweis stellen”, sagt Puma-Sprecher Ulf Santjer. Auch eine Schuhinnovation stehe noch bevor.”

Das mit den Einzelspielern von Puma hat dann auch keine ganz so glückliche Fügung gehabt. Der Bundesligaspieler Marco Reus nahm aufgrund seiner im Armenien Benefizspiel in Mainz zugezogenen Verletzung gar nicht am Turnier teil, Spanien ist bereits wieder zu Hause und Bayern München Verteidiger Dante kam über die Reservistenrolle auf der Bank beim von Nike gesponserten Team Brasilien bisher nicht hinaus. Cesc Fabregas kam auch nur zu zwei überschaubaren Kurzeinsätzen in der Vorrunde. Im Spiel gegen die Niederlande wurde er beim Stande von 1:4 eingewechselt. Zwei Minuten später erzielte der unglaubliche Arjen Robben jenes Weltklassetor zum 1:5 Endstand. Im bedeutungslosen dritten Spiel gegen Australien wurde Fabregas dann in der 68. Minute eingewechselt.

Derweil haben die großen Player Nike und Adidas noch einige heiße Eisen im Feuer. Aber heute ist Ruhetag, da wollen wir auch noch nicht zu sehr in die nächste Runde schauen.

Fußball-WM 2014: Meine Tage mit Übungsleiter Löw (15)

Fußball-WM 2014: Meine Tage mit Übungsleiter Löw (15)

Kommen wir heute ohne den Verweis auf Gijón 1982 aus? Jenen unsäglichen und Algerien benachteiligenden Nichtangriffspakt zwischen den Fußballmannschaften von Deutschland und Österreich? Oskar Beck auf Welt Online erinnert daran mit WM-Schande: Nur “Schoko” brach den Nichtangriffspakt von Gijón.

In aller Deutlichkeit meine Grußadresse an US-Coach Klinsmann und Übungsleiter Löw: Ich will bei einer WM kein Freundschaftsspiel mit Standfußball wie vor 32 Jahren sehen.

Auch andere Medien nehmen sich der Sache von 1982 im Vorfeld der Partie Deutschland gegen USA an. Sportspool.tv (inklusive Bildmaterial vom Ballgeschiebe) merkt an:

,,Beim Rumgeschiebe von Gijón blieb Algeriens WM-Team auf der Strecke. Die deutschen Spieler damals: ‘Toni’ Schumacher, Manfred Kaltz, Uli Stielike, Karl-Heinz Förster, Hans-Peter Briegel, Karl-Heinz Rummenigge (Lothar Matthäus), Wolfgang Dremmler, Paul Breitner, Felix Magath, Horst Hrubesch (Klaus Fischer) und Pierre Littbarski. Fußballprofis, von denen einige heute Ämter im deutschen Fußball haben.

Das Thema hat man heute nicht mehr so gern. Geschichte wiederholt sich nicht, heißt es. Manchmal vielleicht doch?”

Der heutige Teammanager der DFB-Elf, Oliver Bierhoff, war damals 14 Jahre alt und spielte bei Schwarz-Weiss Essen in der Jugend. Der Tagesspiegel nahm sich in diesen Tagen eines speziellen Wunsches vom ehemaligen Stürmer an:

,,Der Teammanager hatte noch vor dem beeindruckenden Auftritt der US-Auswahl gegen Portugal in der Nacht zum Montag deutscher Zeit ein ideales Drehbuch für die 90 Minuten in Brasilien parat gehabt: „Ich würde liebend gerne unterschreiben, dass wir als Erste durchgehen und die Amerikaner als Gruppenzweiter.“ Ein schiedlich-friedliches Unentschieden der punktgleichen Teams (4 Zähler, Ghana und Portugal jeweils 1) würde Bierhoffs Wunsch Realität werden lassen.”

Unglückliche Formulierung. Aus PR-Sicht klar optimierbar. Bereits im Trainingslager war Funktionär Bierhoff nicht immer gut beraten, etwa bei der Verniedlichung der Abgabe des Führerscheins von Übungsleiter Löw. Manch Berufskraftfahrer muss doch arg die Stirn gerunzelt haben, beim Verweis auf die vielen gefahrenen Kilometer auf der Straße von Joachim Löw. Überhaupt das Vorbereitungslager in Südtirol. Da gab es diesen unsäglichen Unfall mit Personenschaden von Sponsor Mercedes-Benz. Der Tagesspiegel damals:

,,Dass der Werbedreh für den Sponsor der Nationalmannschaft als PR-Desaster endete, war noch das geringste Übel.”

Der Hype um Ronaldo verdeckte die Durschnittlichkeit der Mannschaft

Portugal enttäusche im Auftaktspiel gegen Deutschland. Im zweiten Duell gegen die Amerikaner gingen sie früh in Führung. Mussten den Ausgleich und Rückstand hinnehmen. Das eigene Tor zum 2:2 fiel sehr, sehr spät in der Nachspielzeit. Überkreuzvergleiche sind ja immer so eine Sache. Doch ich wage ihn nochmals. In der WM-Qualifikation kamen sie nicht an Russland vorbei. Die russischen Fußballer sind solide, jedoch keine Übertruppe unter Fabio Capello. Der Hype um Ronaldo im Vorfeld verdeckte die Durchschnittlichkeit der portugiesischen Mannschaft. Der Superstar scheint überspielt zu sein, geniale Blitze kann er dennoch bei Unaufmerksamkeit der Abwehr von Ghana durchaus setzen. Aber bei dem aktuellen Blick auf das Torverhältnis wäre ein knapper Sieg nur Makulatur. Spielen heute Deutschland gegen die USA Unentschieden, können Portugal oder auch Kontrahent Ghana so hoch gewinnen wie sie wollen, es wird als nächstes Zwischenziel dann nur die Heimreise bleiben.

USA gegen Deutschland auch ein Duell von Nike kontra Adidas

Medial ist zum Spiel USA gegen Deutschland eigentlich alles im Vorfeld gesagt und durchdekliniert. Es wird auch der marketingtechnische Showdown in der Vorgruppe zwischen den Sportartikelherstellern inklusive Marketinggiganten Nike und Adidas sein. Die Herzogenauracher haben schon bluten müssen mit dem Ausscheiden von Spanien. Da gibt es nichts schönzureden. Ging Puma 2010 mit dem Ausscheiden des damaligen Weltmeister Italien in der Vorrunde ähnlich. Dieses Szenario ist für alle Marketingstrategen der denkbar schlechteste Turnierverlauf ihres Champions. Nike kann auf die grandios aufspielenden Holländer blicken, um den in der Form seines Lebens agierenden Arjen Robben in einer Mannschaft die auch unglaublich sympathisch rüberkommt. Dazu gab es auch schon Bonuspunkte. Griechenland hatte der amerikanische Konzern vielleicht auch nicht auf der ganz sicheren Liste für das Achtelfinale. Allerdings wollen wir beim Blick auf die Branche nicht vergessen, das Adidas bei genaueren Hinsehen durchaus noch ein paar Hausaufgaben zu erledigen hat.Traveler Digital Camera

Geheimfavorit Belgien trifft im Abschlussspiel auf Südkorea

Belgien hat aus zwei Spielen 6 Punkte geholt. Haben damit den Vorschusslorbeer bestätigt, ohne jetzt sich ganz zwingend als Titelfavorit aufzudrängen. Sowohl gegen Algerien als auch gegen Russland (der Mannschaft von Capello wurde ein Elfmeter verwehrt) gab es auch schwächere Phasen der Belgier. Aber eine Turniermannschaft muss Ergebnisse bringen. Das hat das Team von Marc Wilmots getan. Nein, ich beteilige mich heute noch nicht an detailierten Spekulationen ob Belgien gegen Deutschland oder die USA im Achtelfinale trifft. Südkorea, WM-Vierter der 2002er Veranstaltung im eigenen Land hat bisher einen mageren Punkt aufzuweisen. Bei der Niederlage gegen Algerien deutete vieles auf einen vorzeitigen Heimflug nach der Vorrunde hin. Aber vielleicht nehmen sie auch eine Anleihe bei Griechenland auf.

Fabio Capello mit Russland bisher unter Wert geschlagen

Ich würde mich nicht wundern, wenn Russland am letzten Spieltag die Tabelle nochmals gehörig durcheinanderwirbelt. Ein Sieg muss her, dazu gibt es keine Alternative. Im Spiel gegen Südkorea gab es einen russischen Torwartpatzer und gegen Belgien wurde ihnen ein Elfmeter verwehrt. Russland ist für mich bisher unter Wert geschlagen. Kontrahent ist Algerien, jene 1982 so ausgetrickste Mannschaft. Haben die damaligen Teams von Deutschland und Österreich für ihr unsägliches Ballgeschiebe eigentlich bereits Entschädigungszahlungen an den algerischen Fußballverband getätigt? Zurück zur Neuzeit. Algerien unterlag Belgien denkbar knapp und trumpfte dann selbstbewusst beim 4:2 gegen Südkorea auf. Ich hatte diese Woche ja bereits stark die Daumen für Didier Drogba und die Elfenbeinküste gedrückt. Doch wie so oft fehlte am Ende jene Abgezocktheit bei einer afrikanischen Mannschaft, die ein besseres Abschneiden bei einer WM verhinderte. Algerien kann ins Viertelfinale ziehen, die tabellarische Situation ist gut. Anders wie als Zaungast bei der Kaffeekranzrunde von Gijón 1982 haben sie es selber in der Hand. Sind sie so nervenstark? Die russische Mannschaft wird unter Umständen alles von Algerien abverlangen in puncto Physis und Psyche.

Portugal – Ghana

Donnerstag,, 26. Juni, 18.00 Uhr, Brasilia, im ZDFinfo

USA – Deutschland

Donnerstag, 26. Juni, 18.00 Uhr, Recife, im ZDF

Südkorea – Belgien

Donnerstag, 26. Juni, 22.00 Uhr, Sao Paulo, im ZDFinfo

Algerien – Russland

Donnerstag, 26. Juni, 22 Uhr, Curitiba, im ZDF

Fußball-WM 2014: Meine Tage mit Übungsleiter Löw (14)

Fußball-WM 2014: Meine Tage mit Übungsleiter Löw (14)

Oh, Italien raus. Deutschland kann gegen Italien in diesem Sommer nicht mehr gewinnen. Traveler Digital CameraDafür gibt es Jubel bei Uruguay, die ja mit einer 1:3 Niederlage gegen Costa Rica undenkbar schlecht ins Turnier gestartet waren. Auch Griechenland, ich prophezeite ihnen eine vorzeitige Abreise, starteten nach meiner wenig optimistischen Prognose ins Turnier mit einer deutlichen Niederlage. 0:3 gegen Kolumbien. Am Ende schickten sie die Elfenbeinküste um Oldie Didier Drogba nach Hause. Jetzt gibt es die smarte Achtelfinalbegegnung zwischen Costa Rica und Griechenland.Traveler Digital Camera40 Vorrundenspiele von insgesamt 48 liegen hinter uns. Das 64. Spiel der WM ist dann in Rio de Janeiro am 13. Juli terminiert. Einem Sonntag. In der 28. Kalenderwoche. Das Endspiel im Estádio do Maracanã. Bis dahin ist also noch einiges zu spielen. Deutschland bestreitet morgen noch seine letzte Partie in der Gruppenphase. Die Vorberichterstattung der Medien läuft auf Hochtouren. Der Tagesspiegel nimmt sich unter anderen der strebsamen Personalie Philipp Lahm an und titelt: Grenzenlos gut oder überschätzt?

Inwieweit ist Übungsleiter Löw eigentlich in der Pflicht ernsthaft um den Titel mitzufighten, zu spielen und ihn nach endlos langen 24 Jahren nach Deutschland wieder zu holen? Jochen Schlosser brachte es in seinem Leitartikel auf Seite 1 der Schwäbischen Zeitung hier unten am Bodensee auf folgende Worte vor dem ersten deutschen WM-Spiel am 16. Juni in der vergangenen Woche:

,,Diesmal muss Löw liefern. All seine Entscheidungen deuten darauf hin, dass er selbst dies ebenso sieht. Scheitert er erneut, sollte er die Konsequenzen ziehen.”

Wie tickt die Mannschaft? Sportreporter Delling am 18. Juni 2014 um 23.22 Uhr über das Innenleben der deutschen Mannschaft im Fernsehen:

,,Das ist eine absolut funktionierende Kolchose.”

Das lasse ich mal so stehen.

Argentinien mit Lionel Messi bisher noch nicht in einer Frühform wie 2006 und 2010

Heute treten zwei Weltmeister an, die einst ihren Heimvorteil in den Titel umwandeln konnten. Argentinien und Frankreich. Beide führen ihre Gruppen mit jeweils zwei Siegen an. Argentinien konnte bisher noch nicht richtig überzeugen, jedoch war Messi jeweils mit einem entscheidenden Tor zuverlässig. Ihm reichen wenige Gelegenheiten um dem Gegner weh zu tun. Vielleicht ist dies für weltmeisterliche Ambitionen gar nicht so schlecht, sich genügend Steigerungspotenzial offen zu lassen. 2006 und 2010 spielten sie kräftige und dominante Vorrunden, um später nicht den erhofften Sprung in die Runde der letzten vier zu schaffen. Endstation 2006 und 2010 jeweils die DFB-Elf. Auf Lionel Messi ruhen all die Hoffnungen die einst Diego Maradona 1986 überzeugend schulterte. Christoph Wesemann, in Buenos Aires lebender Journalist, in seinem Argentinischen Tagebuch:

,,Nur Leo Messi mit seinem Traumtor hat die weißhimmelblaue Nationalelf am Sonnabend vor einem peinlichen Unentschieden gegen Iran bewahrt. Irgendjemand hat mal gesagt: Wenn Diego Maradona Neuseeländer wäre, hätte Neuseeland 1986 in Mexiko den Titel geholt. Die Weltmeisterschaft gewann Argentiniens ewiger Goldjunge mit einer eher durchschnittlichen Mannschaft um sich herum.”

Nur Leo Messi mit seinem Traumtor hat die weißhimmelblaue Nationalelf am Sonnabend vor einem peinlichen Unentschieden gegen Iran bewahrt. Irgendjemand hat mal gesagt: Wenn Diego Maradona Neuseeländer wäre, hätte Neuseeland 1986 in Mexiko den Titel geholt. Die Weltmeisterschaft gewann Argentiniens ewiger Goldjunge mit einer eher durchschnittlichen Mannschaft um sich herum. – See more at: http://argentinisches-tagebuch.de/#sthash.D64eXK7Q.dpuf
Nur Leo Messi mit seinem Traumtor hat die weißhimmelblaue Nationalelf am Sonnabend vor einem peinlichen Unentschieden gegen Iran bewahrt. Irgendjemand hat mal gesagt: Wenn Diego Maradona Neuseeländer wäre, hätte Neuseeland 1986 in Mexiko den Titel geholt. Die Weltmeisterschaft gewann Argentiniens ewiger Goldjunge mit einer eher durchschnittlichen Mannschaft um sich herum. – See more at: http://argentinisches-tagebuch.de/#sthash.D64eXK7Q.dpuf
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Läuft eigentlich alles auf einen Showdown der Superstars Neymar und Messi hinaus? Gemach, gemach. Für die Gauchos steht noch eine Pflichtaufgabe in der Vorrunde an. Die Südamerikaner treffen heute auf Nigeria. Nigeria bisher mit vier Punkten Gruppenzweiter, zerstörten die Hoffnungen von Bosnien-Herzegowina. Ja, Bosnien-Herzegowina. Peter Schmeichel hatte ihnen eine sehr gute WM zugetraut. Adidas stattete sie kurzfristig aus und löste Legea ab. Am Ende bleibt das frühzeitige Ausscheiden aus dem Turnier.  Der Iran braucht heute einen Sieg um etwaige Chancen auf ein Weiterkommen anmelden zu können. In der Qualifikation war der Iran bereits sehr abwehrstark und ließ wenig Gegentore zu. Diese Defensivstärke zeigten sie auch bei der WM. Im Spiel gegen Argentinien wurde ihnen ein Elfmeter nicht zugesprochen, den der eine oder andere Schiedsrichter durchaus gegeben hätte. Ein Weiterkommen der iranischen Fußballer wäre auch ein großartiger Marketingerfolg für den deutschen Ausstatter Uhlsport.

Schweiz mit Moral, starkes Frankreich mit neuem Teamspirit

In den Spielen um 22.00 Uhr treffen Honduras gegen die Schweiz und Ecuador mit Frankreich aufeinander. Die Schweizer wollen das 2010er Szenario von Südafrika vermeiden, mit Auftaktsieg dann am Ende doch in der Gruppe zu scheitern. Erfolgscoach Hitzfeld beantwortete kürzlich im Tagesanzeiger jeweils eine Frage von 24 Prominenten unter dem Titel Was Roger Federer von Ottmar Hitzfeld wissen will. Der Sänger Kuno Lauener stellte dabei mit Blick auf das heutige Spiel gegen Honduras folgende Frage inklusive einem kleinen Wortspiel:

,,Können die Honduraner uns auf dem Hitzfeld von Manaus das Wasser reichen.”

Der einstige Championsleague Triumphator und Trainer von Borussia Dortmund und Bayern München ist um eine Antwort nicht verlegen.

,,Ich hoffe nicht, denn das Wasser in jenem Gebiet ist ziemlich ungeniessbar. Zudem darf nomen nicht omen sein: Wir wollen möglichst kühlen Kopf bewahren und mit einer konzentrierten Teamleistung drei Punkte holen.”

Ottmar Hitzfeld seine Mannschaft zeigte nach dem zwischenzeitlichen beängstigenden 0:5 Rückstand gegen Weltmeister Didier Deschamps wiedererstarktes Frankreich noch eine gute Moral und schoss in der Schlussviertelstunde zwei ergebniskosmetische Tore. Darauf lässt sich aufbauen. Ein Sieg gegen Honduras ist dabei nicht zwingend erforderlich, bei einem Unentschieden und gleichzeitiger Niederlage von Ecuador gegen Frankreich wäre die Schweiz auch im Achtelfinale. Siehe auch die kicker Tabelle. Ein Weiterkommen würde auch Sponsor Puma, der die Eidgenossen ausstattet, in puncto Sportmarketing erfreuen. Gar keine Frage.Traveler Digital Camera

Frankreich weit vorn im Power Ranking

Die französische Elf ist in meinem persönlichen Power Ranking bei dieser WM sehr weit vorn. Irgendwie wirkt die Elf wie mit einem neuen Teamspirit versehen. Benzema scheint, anders wie manch anderer Real Madrid Spieler, nicht überspielt zu sein. Können sie diese Form konservieren in die K.o. Runde, kann es noch eine Weile ganz tolle Freudentänze in Paris geben. Der nach der WM 2010 neue Ausstatter Nike wird aus marketingtechnischer Sicht zufrieden sein. Heute gegen Ecuador wird es vielleicht den ersten Härtetest auf die Turnierfrühform geben. Die Südamerikaner waren gegen die Schweiz mit dem Last Minute Tor unglücklich geschlagen. Drehten die Tabelle dann am 2. Spieltag. Sie liegen zur Zeit auf Platz zwei, punktgleich mit der Schweiz, haben aber das bessere Torverhältnis. Gewinnt Ottmar Hitzfeld braucht Ecuador auch einen Sieg um nicht auszuscheiden. Genug Spannung für den geneigten Fußballzuschauer.

Nigeria – Argentinien

Mittwoch, 25. Juni, 18.00 Uhr, Porto Alegre, im ARD

Bosnien-Herzegowina – Iran

Mittwoch, 25. Juni, 18.00 Uhr, Salvador, im EinsFestival von ARD

Honduras – Schweiz

Mittwoch, 25. Juni, 22.00 Uhr, Manaus, im ARD Konferenz sowie auf EinsFestival

Ecuador – Frankreich

Mittwoch, 25. Juni, 22 Uhr, Rio de Janeiro, im ARD Konferenz