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Kasachstan vor der Brust und eine Erinnerung von Manuel Neuer an Wut über Gegentore

Die Fußball-WM 2014 in Brasilien rückt näher. Jetzt stehen für Übungsleiter Löw  und seine Truppe die Spiele gegen Kasachstan an. 5000 Kilometer Flug von Deutschland bis hinter den Ural liegen hinter der deutschen Mannschaft. Das öffentlich-rechtliche Fernsehen in Form des ZDF ist der übertragende Sender. Die Gebühren müssen ja irgendwo bleiben. Manuel Neuer wird nach seiner Pause gegen Frankreich wieder das Tor hüten. Ein großer internationaler Titel fehlt ihm. Im Interview mit der Süddeutschen Zeitung in der heutigen Printausgabe blickt er auch nochmals auf seine Wut ob der 2 Gegentore im Viertelfinale der EM gegen Griechenland zurück.

,,Ich war zornig, weil es unnötig war, total unnötig. Wir haben ordentlich gespielt gegen Griechenland, aber mehr nicht. Wir haben zwar vier Tore geschossen, aber gegen einen gleichwertigen Gegner hätte das nicht geklappt. Da wären wir rausgeflogen – was dann gegen Italien auch passierte. Klar: Man freut sich über das Weiterkommen. Aber der zweite Gedanke ist: Gegen Italien wäre hier Schluss gewesen. Deshalb haben mich die beiden Gegentore aufgeregt.”

Ups, ja so habe ich das Griechenland-Spiel auch gesehen. Mir war unverständlich welch Lobeshymnen über die Mannschaft von Übungsleiter Löw und seiner Mannschaft angestimmt worden waren. Warum werden solche Siege gegen Mannschaften ohne Weltklasseformat immer so hochgejubelt? Ich habe noch einige Schlagzeilen deutscher Medien vor meinem geistigen Auge. Deutschland war da ja praktisch nach einem 4:2 gegen solide griechische Fußballhandwerker bereits Europameister. Nun, es kam anders. Übungsleiter Löw bekam anschließend nicht nur im boulevardesken Teil der deutschen Zeitungen sein Fett weg. Zum Glück kam dann die Personalie Sammer recht schnell ins Spiel. So war die Aufmerksamkeit der Medien sehr zügig auf dem ehemaligen Spieler von Dynamo Dresden gerichtet. Übrigens hat Deutschland letztmalig 1990 mit Teamchef Franz Beckenbauer deutsches Selbstverständnis eingelöst: Den WM-Titel in der Königssportart Fußball.

“Der letzte macht das Licht aus”

Auf der Website Europäische Sponsoring Börse gibt es ein Interview mit Jürgen May und dem Verband für Sportökonomie und Sportmanagement in Deutschland zu lesen unter dem Titel “Der letzte macht das Licht aus”. Jürgen May ist Leiter des VSD-Arbeitskreises ,,Nachhaltigkeit im Sport”. Er arbeitet freiberuflich als Senior Consulter.

,,Umso wichtiger ist es im Sport, auch die mit dem Sponsor gemeinsamen erarbeiteten Nachhaltigkeitsziele im Sinne einer nachhaltigen Kommunikation glaubwürdig und authentisch zu leben und zu kommunizieren. Vor allem die zunehmende Dynamik der Medien und des Informationsflusses im Sport, steigende gesellschaftliche Ansprüche an Veranstalter, Sponsoren, Management und Sportler unter dem Stichwort „Corporate Social Responsibility“ und wirtschaftliche Erfolgserwartung, erfordern eine Früherkennung von Chancen und Risiken. Wie es bzgl. der Früherkennung von Risiken nicht sein soll, zeigt uns aktuell Werder Bremen und Wiesenhof.”

Nachdenkenswert #152

,,Es gibt weitere Aspekte, die Bauchschmerzen verursachen. Als der Amerikaner plötzlich seine unglaublichen Leistungen strampelte, jubelten ihm alle zu: Fans, Medien, Sponsoren, Veranstalter. Hinterfragt wurde wenig, zumal in der Branche die Omerta, das Schweigegelübde, funktionierte.”

Ralf Mittmann, über die einstige Radsport-Ikone Lance Armstrong, im Südkurier

Nachdenkenswert #144

,,Das Image der Schiedsrichter ist nicht berauschend. Das fängt da an, wie Trainer und Spieler die Unparteiischen kritisieren. Auch die Medien forcieren die Fehlentscheidungen. Zum Beispiel im Fernsehen: Wenn der Spieler wenige Zentimeter im Abseits stand, wird von einer klaren Abseitsposition gesprochen. Das Wort “klar” passt überhaupt nicht. Ich würde mir wünschen, dass man respektvoller miteinander umgeht. Auch ein Journalist sollte sich einmal in die Situation hineinversetzen und selbst ein Spiel leiten. Dann wäre festzustellen, wie schwierig es ist, in Sekundenbruchteilen eine Entscheidung zu treffen.”

Bastian Dankert, Sportwissenschaftler im Landesfußballverband Mecklenburg-Vorpommern und ab der neuen Saison nach 17 Jahren an der Pfeife erstmalig Schiedsrichter in der Bundesliga, im Interview auf dfb.de

Matthias Sammer redet Klartext

Es wird frischer Wind mit der Personalie Sammer bei Bayern München einziehen. Darauf darf sich ein jeder auf seine Art freuen. Oder auch nicht. Matthias Sammer polarisiert. Er ist keiner aus der Abteilung Wohlfühl-Kuschel-Rundum Sorglos Paket-zweite und dritte Plätze sind auch gut. Vorigen Sommer lief Sammer zur Hochform auf und redete Klartext.

Duell

Werden eigentlich bereits die Koffer im Schloss gepackt? Wie wären die Medien eigentlich über den Januar gekommen ohne die Berichterstattung vom Duell eines CDU-Politikers und dem bekannten Chefredakteur!? Dabei ging es ja recht friedlich zu. Steven Spielberg legte einst 1971 mit dem Spielfilm Duell eine ganz andere Art der Auseinandersetzung zwischen zwei Männern hin. Wer den Film nicht kennt, nutzt obige Verlinkung um sich bei wikipedia schlau zu machen und hier gibt es eine visuelle Kostprobe von 10 Minuten. 

Reminiszenz an einen bemerkenswerten Blogbeitrag

Im November vor 3 Jahren schrieb Jürgen Kalwa auf seinem damaligen Blog American Arena  jenen bemerkenswerten Artikel Wenn Vasen wackeln. Es scheint mir an der Zeit diesen nochmals Zeile für Zeile zu lesen und ihn mit der jetzigen aktuellen Lage zu vergleichen.

Nachdenkenswert #97

,,Ja, endlich ist es gelungen, die katholische Kirche in Leder nachzubauen. “Fifa”-Schilder säumen die Autobahnen rings um die Damen-WM-Stadien im Ruhrgebiet, und wie bei den letzten beiden Herren-Turnieren werden die öffentlich-rechtlichen Reporter die vier Buchstaben loben und preisen für mein Geld. Das Elend des Sportjournalismus in den elektronischen Medien rührt von der mafiösen Situation, dass nur berichten darf, wer nächstes Mal noch Rechte kaufen möchte. Das hat die Tour de France zu einer albernen Apothekenrundfahrt gemacht, und nun kriegt halt der Fußball die Blattern. Sollte die Marktwirtschaft ausnahmsweise mal funktionieren, gäbe es einen zweiten, besseren Fußballverband.”

   Friedrich Küppersbusch, Journalist und Borussia Dortmund Fan,

   im Interview mit der unkonventionellen taz

Nachdenkenswert #90

,,In der Lehrveranstaltung blitzt der Bulle selten auf. Bei Zielgruppen etwa. Die halte Mateschitz für überholten “Zauber aus den Sechziger-, Siebzigerjahren”. Beim Thema Innovation: “Ein neues Produkt, eine neue Dienstleistung zu erfinden, ist richtig schwer”, erinnert Pirker. “Ich arbeite mit einem Menschen zusammen, der hat einmal etwas erfunden, ein neues Geschäftsfeld.” Im Rest der Welt und als Red Bull, denn das Urgetränk hatte er ja aus Thailand.”

Red Bull Chef Dietrich Mateschitz bastelt mit Horst Pirker an Medien über die Welt von Red Bull, mehr dazu auf derStandard.at

ARD und das Gespür für Schnee

Es ist der ganz normale Wahnsinn. Wintersport-Junkies bekommen Stoff in Überdosis geliefert. An den Zitzen der  TV-Glotze können ab diesen Freitag bis Sonntag alle Gelüste auf medial aufbereitete Sportarten wie dem Skeleton, Biathlon, Skispringen, Skilanglauf, Riesenslalom oder Zweierbob befriedigt werden.  

        ARD Hauptstadtstudio

        © Jochen Sievert: Pixelio

Treffend hat es interpool.tv formuliert:

,,Ab Freitag gibt es sie wieder – die drei tollen Tage in der ARD. Sechsundzwanzig Stunden Winter’sport’, 1560 Minuten Schnee, Eis und blitzende Kuven. Was das noch mit dem Programmauftrag zu tun hat?! NICHTS! Hauptsache die Quote stimmt.”

Ich werde zur Quote nicht beitragen. Es stehen andere Dinge auf dem Plan. Kieser Training. Kaffee einkaufen beim Kaffeeröster in Cadolzburg. Frühstücken mit Piccolo. Ein wenig in der Buchhandlung schmökern. Frische Luft einatmen. Joggen im Marienpark. Lachen mit meiner Liebsten. Spaß haben. Eine Zeit ohne Fernsehen. Ich freu mich drauf.

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