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Jens Weinreich geht der Frage nach: Wer regiert den Weltsport?

Langsam wird das Wetter wieder besser. Bayern München hat sich nicht den optimalen Zeitpunkt für das feiern vom Triple in der bayerischen Landeshauptstadt ausgesucht. Kein Kaiserwetter wie bei der WM 2006 mit Bundestrainer Klinsmann. Kein meteorologischer Schmusekurs wie einst bei der emotionalen Balkonfete mit Louis van Gaal im Jahr 2010. Während in Deutschland die letzten Tage teilweise bindfadenartige Regenfälle und Kälte auch einer Segelregatta am Bodensee zu schaffen machte, gibt es interessanten Lesestoff aus St. Petersburg. Jens Weinreich hat eine journalistische Schwerstarbeit hingelegt und powert vom Sportaccord-Kongress auf seinem Kultblog.

Der beharrliche und konsequente Grimme Online Award Preisträger von 2009 geht der Frage nach: Wer regiert den Weltsport? Teil 1: Wladimir Putin, Marius Vizer und Scheich Ahmad  Al-Sabah. Jens Weinreich hat die Geschichte um Macht, monetäre Zuteilungen, ringen um die olympische Sportart Ringen, prognostizierte und dann auch eintreffende Wahlergebnisse, Umarmungen der speziellen Art und noch viel mehr geschickt aufgedröselt. Er packt all die Namen und Verbindungen in eine atemberaubende Bildgeschichte. In Deutschland können dies nicht sehr viele. In dieser Komplexität, der hartnäckigen Berichterstattung und schonungslosen Offenlegung der Funktionärswelt auf dem Gebiet des Sports ist Jens Weinreich vielleicht sogar mit einem Alleinstellungsmerkmal in Deutschland ausgestattet.

Liegengebliebene Lesehinweise

Ich bin von der Klimaerwärmung enttäuscht. Da propagieren Wissenschaftler seit Jahren die Geschichte von der zu warm werdenden Erde. Dann dieses Winter-Comeback. Ich hab das nicht gewollt. Der Frühling war doch praktisch schon da. Der Winter eigentlich verabschiedet.

Ein paar liegengebliebene Lesehinweise möchte ich gern noch bekannt geben.

Jens Weinreich

Und noch eine Volksbefragung: Olympische Spiele 2028 in Wien?

Stefan Niggemeier

Lichtgestalten, die uns mit Prothesen wärmen: >> Der Stern << malt sich den Fall Pistorius aus

Trainer Baade

,,CIA CAPITANO” – ABER WAS MACHT BALLACK AN DEM ABEND?

Rotebrauseblogger

Attraktive Argumente

der sportmanager

entertainment brands deren wahrheit auf dem platz liegt?

Schach-Ticker

Einer gegen Sieben

Mit diesen interessanten Lesehäppchen sollte die Wartezeit bis zum endgültigen Frühlingserwachen zu überbrücken sein. Viel Freude bei der Lektüre.

Quo vadis Sportjournalismus?

Wo driftet der Sportjournalismus im Jahr 2012 hin? Ich bin dieser Tage erneut über einen Brief aus dem Jahr 2006 gestolpert. Am Anfang des Jahres der Heim-WM in Deutschland im Fußball erschien auf sportnetzwerk.eu ein Offener Brief an den Verband Deutscher Sportjournalisten. Zu den Unterzeichnern gehörten Javier Caceres, Herbert-Fischer Solms, Thorsten Jungholt, Michael Gernandt, Matthias Lieske, Frank Mertens, Ralf Meutgens, Astrid Rawohl, Hans-Joachim Seppelt, Andreas Singler, Jens Weinreich, Ralf Wiegand, Jörg Winterfeldt, Holger Gertz, Thomas Hahn, Robert Hartmann, Anno Hecker, Klaus Hoeltzenbein, Rudi Böhm, Bernd Dassel, Christopher Keil, Thomas Kistner, Barbara Klimke und Matthias Wolf. In dem Brief an den VDS wird auch das abgleiten des Sportjournalismus in die Gewässer des Unterhaltungsbereichs kritisiert sowie die Sorge um den Berufsstand geäußert:

,,Das Abdriften des Sportjournalismus in das reine Unterhaltungsressort und der Rückgang kritischer, distanzierter Berichterstattung werden anstandslos hingenommen. Dass sich manche Kollegen statt von den Mindeststandards an ihre journalistische Arbeit eher von PR-Gesichtspunkten leiten lassen, ist besorgniserregend. Derartigen Tendenzen kann man nicht mit einem verschärften Kuschelstil und hilflosen Appellen begegnen. Es geht hier um Grundfragen des (Sport)-Journalismus, es geht um gesellschaftspolitische Fragestellungen, auf die eine berufsständische Organisation wie der VDS adäquate Antworten finden sollte. Diese aber vermissen wir, und zwar auf breiter Front, so dass wir uns größte Sorgen machen um die Zukunft unseres Berufsstandes.”

Seither sind gut 6,5 Jahre ins Land gegangen. Eine lange Zeit. Irgendwie scheinen mir die damals geäußerten Kritikpunkte immer noch auf hoher Flamme zu kochen. Eine Patentlösung gibt es wahrscheinlich auch nicht. Zu viele Köche halten ihr Süppchen am köcheln. Wer sich nochmals kurz an den Medienhype und die Inszenierung der Frauenfußball-WM 2011 in Deutschland erinnern mag, wird vielleicht ein grummeln in der Magengegend bekommen. Dabei ist es vielleicht nicht fair allein auf dieses eine Ereignis hinzuweisen.

Es gäbe zahlreiche andere Beispiele: Stichwort Biathlonübertragungsschwemme im öffentlich-rechtlichen Fernsehen, der Umgang mit  Themen wie Doping oder Korruption, Verbandsintrigen mit eitlen Sportfunktionären, die mediale Begleitung einer Männerfußballmannschaft während einer Europameisterschaft in der Ukraine und Polen, die unsäglich ideologische geprägte Sicht auf einen  Medaillenspiegel in Form der Nationenwertung, diese kleinliche Erbsenzählerei um Bronze-Silber-Goooold, die Ausgrenzung von Sportarten in der Berichterstattung. Selbstredend die Oktoberfest Mentalität von Januar bis Dezember. Die Stimmung immer schön oben halten, kritische Berichte mit tiefen Blick und vorangegangener Recherche … Wird doch total überbewertet. Will das Sportpublikum doch nicht hören, sehen oder lesen. So wird hinter manch vorgehaltener Hand gemunkelt.

Ich persönlich lese von den eingangs genannten Unterzeichnern des Briefs an den Verband Deutscher Sportjournalisten besonders gerne Thomas Kistner, Frank Mertens, Jens Weinreich, Thomas Hahn und Javier Caceres. Es soll nicht pathetisch klingen. Doch Sie und viele andere (erinnert sei an Jonathan Sachse oder Daniel Drepper) führen den Kampf um seriösen Sportjournalismus. Sicherlich nicht immer einfach.  Ihnen ist Mut, Durchhaltevermögen, Kraft und stets ein Rückgrat zu wünschen.

Sport am Bodensee: 21. Eurobike mit Sabine Spitz, Andre Greipel und Danny MacAskill

Nein, der einstige Tourgott Lance Armstrong wird nicht auf der 21. Eurobike in Friedrichshafen erscheinen. Vielleicht liest er gerade ein wenig in den deutschen Sportblogs der Qualitätsjournalisten Jens Weinreich

und Jonathan Sachse

In diesen Tagen strömt ja vieles auf den texanischen Velo-Jesus (Copyright by Jürgen Kalwa 9. Juli 2009) ein. Doch weltweit operierende Sponsoren wie Nike halten Lance Armstrong weiterhin die Treue.

Ein Hauch Tour de France wird es dennoch am Bodensee geben. André Greipel, 4-facher Etappensieger bei der Frankreichrundfahrt (1 x 2011, 3 x 2012) ist als prominenter Gast gemeldet. Auch die Mountainbikerin Sabine Spitz, frische Silbermedaillengewinnerin beim Cross Country in London bei den olympischen Spielen, macht der Eurobike ihre Aufwartung.

Dann wäre da auch noch der schottische Trial-Biker Danny MacAskill als Protagonist mit Promistatus zu nennen. Er ist ebenfalls für die Branchenmesse am Bodensee gemeldet. Seine Videos sind auf Youtube millionenfach angeklickt und bestaunt worden. Atemberaubend. Eine Kostprobe von Danny Mac-Askill.

Doch nun zu den Zahlen, Daten, Fakten. Vom 29. August bis zum 1. September 2012 werden 1250 Aussteller aus 49 Ländern sich präsentieren. Ihnen stehen dafür mehr als 100.000 Quadratmeter zur Verfügung. Im 21. Jahr der Eurobike gibt es 331 Weltpremieren. Die Internationale Fahrradmesse weckt dieses Jahr das Interesse von 1800 angemeldeten Journalisten, davon 50% aus dem Ausland. Respekt.

Genug der Zahlen. Noch ein paar Lesetipps. Auf der Website der Schwäbischen Zeitung  gibt es die Kolumne von Gunnar Fehlau mit dem Namen Kette rechts. Heute mit dem Titel Den Demoday würdig ausrollen lassen. Der 39-Jährige Fehlau plaudert dabei die eine oder andere Sache hinter den Kulissen aus. Seit 2003 betreibt Mister Fahrrad den pressedienst-fahrrad.

So ganz ohne Zuckerberg geht es nicht. Die Schwäbische Zeitung begleitet die Messe auf Facebook mit Power unter dem Titel: ,,Abgedreht – die SZ rockt die Eurobike.”

Nasskalt

Hier am Bodensee regnet es. Es sind empfindlich kühle 16 Grad. Nein, ich beklage mich nicht. Ich fluche nicht. Sauwetter. Zu kalt für die Jahreszeit. Das ist nur temporär.

Zeit und Gelegenheit für ein wenig Lesestoff bis zum nächsten Sonnenschein und den avisierten wärmeren Temperaturen. Es hat sich einiges angesammelt.

Nasskaltes Wetter ist das eine. Die 0-0-0 Medaillenbilanz der Schwimmerinnen und Schwimmer aus der Bundesrepublik Deutschland das andere.

Auf olympia.ard gab es einen guten längeren Kommentar von Tom Bartels:

Die DDR-Schwimmikone Roland Matthes redet Tacheles auf Welt Online

Olympia ohne Sportfunktionäre ist nicht vorstellbar. Ihre Verhaltensweisen, ihre Denke und ihre Sprache unterscheidet sich oft signifikant vom Sportler und dem Publikum. Am achten Tag schuf Gott den Sportfunktionär. Inclusive Moral, Ethik etc.

Jens Weinreich ist ja immer sehr nah dran an den Sportfunktionären. Schaut hinter die Kulissen. Beleuchtet unterschiedliche Lebenssachverhalte, stellt Fragen die bisweilen unangenehm sind. In Financial Times Deutschland beschäftigt er sich mit Michael Vesper.

Darf ich ehrlich sein? Bis vorige Woche sagte mir der Name Nadja Drygalla nichts. Bin da sicherlich nicht der einzige in Deutschland. Eigentlich hätte das Gold vom Deutschland-Achter die ganze Woche überstrahlen können. Doch die Abreise der Ruderin Drygalla und der daraufhin einsetzende mediale Tsunami war heftig. Tief durchatmen. Johannes Radke schreibt heute auf Zeit Online zum Fall Drygalla:

Verteidigungsminister Thomas de Maizière, Nachfolger vom zurückgetretenen Karl-Theodor zu Guttenberg, auf olympia.ard:

Zum Thema der Personalie Nadja Drygalla, den Aufgeregtheiten und moralischen Sachverhalten hat sich die letzten Tage tiefschürfend Jens Weinreich befasst. Er scheut dabei auch keinen Blick zurück in die Geschichte des IOC.

Jetzt zu erfreulicheren Dingen. Ich wohne ja nur wenige Kilometer vom deutschen Mekka des Volleyballs entfernt. Die ZF Arena, Heimstätte vom VfB Friedrichshafen, ist keine 4800 Meter von mir entfernt. Der Blick geht zur Zeit immer nach London. Die deutschen Volleyball-Männer sind unter den besten acht. Dabei gab es vor dem letzten Spieltag durchaus Ängste, geäußert von Mittelblocker Max Günthör, mit Verweis auf die friedliche Koexistenz im Badminton vor wenigen Tagen. Auf der Website des Häfler Kult-Volleyballverein war zu lesen:

Die Angst war unbegründet. Vor 40 Jahren holten übrigens die DDR-Volleyballer als damaliger amtierender Weltmeister bei den olympischen Spielen in München Silber. Danach hatte der deutsche Volleyball bei olympischen Spielen eine sehr lange Durststrecke von Nichtteilnahmen zu verkraften. Jetzt geht es gegen Bulgarien. Bulgarien stand als Gastgeber bei der Weltmeisterschaft 1970 der siegreichen DDR-Mannschaft um Kapitän Siegfried Schneider gegenüber. Auf olympia.ard wird der aktuelle Erfolg gewürdigt und der Dank an Russland nicht vergessen:

So lange wird es ja nicht regnen. Also dann noch ein abschließender Lesestoff.  Goldjunge Usain Bolt vergisst seine Helfer nicht und grüßt Richtung Deutschland incl. seiner hohen sportärztlichen Kompetenz u.a. auf Spiegel Online:

Meine olympische Wunschliste

Meine ersten olympischen Spiele waren die von Innsbruck. Der Fernseher war schwarz-weiss, die Bilder schneiten in mein Zimmer. Wir schrieben das Jahr 1976. Später folgte im Sommer Montreal. Seitdem ist viel passiert. Länder wie die UdSSR oder die DDR gibt es nicht mehr auf der  geopolitischen Landkarte.

Die Anzahl der Fernsehsender war sehr überschaubar.

Die genannten Länder dominierten im Winter und Sommer den berühmt-berüchtigten Medaillenspiegel.

Meine Ansprüche an Sportübertragungen sind seitdem gestiegen.

Nicht überall wo Sportjournalismus drauf steht findet sich selbiges auch wieder.

Entertainment, oberflächliches Geplaudere gibt es in inflationärer Dosis.

Die zahlreichen Minuten müssen gefüllt, die täglichen Zeitungsseiten gedruckt, die vielen Radiosendungen an den Zuhörer gebracht werden.

Meine persönliche olympische Wunschliste

1. Lasst doch das hecheln und schielen nach der Nationenwertung.

2. Respekt den Leistungen aller Sportler, auch aus kleinen Ländern.

3. Sportkompetenz sollte die Basis der Berichterstattung sein.

4. Weniger Schubladendenken.

5. Beim Doping nicht rumeiern.

6. Funktionären auch kritische Fragen stellen.

7. Sportler wegen medaillenlosen Rängen nicht in die Pfanne hauen.

8. Sogenannte Randsportarten auch in die Sportschau rund ums Jahr.

9. Begeisterung tief aus dem inneren heraus.

10. Olympische Sternstunden die den Tag überdauern

Fernab der olympischen Spiele schlägt sich derweil ein deutscher Ministerpräsident mit Sorgen herum. Die taz titelt ob der Nürburgring-Pleite Kurt Beck droht der Totalschaden.

Politik und Sport ist ja eh nie so zu trennen. Wer wüsste dies nicht besser zu dokumentieren wie der journalistische Vollblutstürmer und London-Live Blogger Jens Weinreich.

Einer der engagiertesten Sportblogger ist wie immer Kai Pahl alias dogfood auf allesaussersport. Genial.

Auf olympia.ard gibt es legendäre Olympiamomente von Nurmi, Owens, Hary, über Beamon, der Black Power in Mexiko City mit Smith und Carlos während der 200 Meter Siegerehrung, Meyfarth in München 72, Schwimmdominator Spitz, die 14-Jährige Rumänin Comaneci in Montreal, das Dream Team, Baumanns Momentum auf der Laufbahn, Muhammad Ali bis Bolt und viele andere zu sehen in Bild und Text.  

Das hohe Loblied auf König Blatter

Blatter ist seit Jahrzehnten in bestechender Form. Er ist der emotionale Leader eines exklusiven Weltklasseteams. Alleine seine Seitenwechsel. Oder die legendäre Abseitsfalle für missliebige Funktionärskollegen oder überkritische Sportjournalisten. Auch seine Schussstärke ist beeindruckend. Sein Distanzschuss kürzlich an das deutsche 2006er Bewerbungsgebälk war in aller Munde. Seine taktische Vielfalt ist einmalig in dieser Liga. Er beherrscht Tackling in höchster Ausführung. Rückfallzieher, Seitfallzieher oder die spezielle Art des Kopfballspiels (bei Gefahr auch einfach den Kopf kurz einziehen und abwarten) erhöhten stetig seinen Wert auf dem Transfermarkt.

Auch bei der Medienarbeit, oft von sehr laschen Bundesligafußballern nur mit semiprofessionellen 0815 -Interviews notdürftig verrichtet, zeigt Blatter seine Eleganz und intellektuelle Weitsicht sowie rhetorische Überlegenheit. Er brilliert auf dem Podium wie auf dem Rasen. Blatter beherrscht in kritischen Situationen das Zeitspiel und hat stets die Uhr im Blick. Berühmt-berüchtigt sein Teamgeist. Manch Mannschafskamerad aus dem inneren Zirkel kann ein Lied davon singen. Auch die Personalplanung hat er stets stringent durchgezogen. Mannhaft. Fernab falscher Sentimentalitäten.

Blatter ist belesen. Nicht immer gefallen ihm vielleicht die aktuellen Schlagzeilen. Journalistische Vollblutstürmer wie Jens Weinreich titeln auf ihrem Blog Lösung für die FIFA? Kollektiv-Rücktritt der Führungsclique!

Stärke zeigen. Mit Power sich über die Kritiken souverän hinwegsetzen. Der König ist wendig, kann Haken schlagen und beendet seine Laufbahn nicht nach Willen des Publikums. Er hat doch einen Matchplan. Das einzige was man aufgibt ist ein Brief. Doch nie das Amt. Die Geschichtsbücher in der Sparte Fußball werden ihm für seine Beharrlichkeit die entsprechenden Seiten bereithalten. Lasst Champagnerkorken knallen.

Meine Wunschliste

Ich kenne die Sätze wie: Das Leben ist kein Wunschkonzert. Bescheidenheit ist eine Zier.

Doch das hält mich nicht ab von einer kleinen Wunschliste.

1. Nach dem Sieg von Magnus Carlsen beim Tal Memorial 2012 wünsche ich mir einen WM-Kampf Anand-Carlsen

2. Die Outdoor-Branche darf Ihrer sozialen Verantwortung gerechter werden.

3. Die mediale Überhöhung einer Fußball-EM darf die nächsten Jahre gedimmt werden.

4. Event-Publikum darf auch den Leistungen anderer Mannschaften gebührenden Respekt entgegenbringen.

5. ARD und ZDF mögen in sich gehen. Quote ist nicht alles.

6. Die Schachbundesliga darf neue Sponsoren gewinnen.

7. Der Mount Everest möge weniger Massentourismus erleiden.

8. Politiker können den Sporttribünen fernbleiben, so lange die Hausaufgaben noch nicht gemacht sind.

9. Jens Weinreich darf bei der Berichterstattung über die Olympischen Spiele neue Maßstäbe setzen.

10. Daniel Drepper möge auf fussballdoping weitere Artikel und Interviews bringen.

Ich bin gerade auf dem Weg zum Emir und spezifische Hürden von Sportjournalismus

Ich hoffe meine hochanständige Leserschaft hat keinem deutschen Chefredakteur eine metaphysische Nachricht auf der Mobilbox hinterlassen. In der Art etwa wie: – Ich bin gerade auf dem Weg zum Emir -.

Journalisten haben es aber auch nicht einfach in Deutschland. Da machen Sportjournalisten keine Ausnahmen. Siehe auch Jens Weinreich und die Suche nach einem Mäzen. Viel Glück bei der Suche ist dem engagierten Mann mit der eigenen Meinung und der ihm arteigenen Hartnäckigkeit bei schwierigen Themen wie Doping oder Korruption zu wünschen. Finanzen sind generell ein wichtiger Baustein jeglicher Berufstätigkeit (man frage bei Timothy Ferriss nach). Aber auch ein anderer Sportjournalist ist noch nicht im finanziellen Traumland angekommen und steht vor einem herausfordernden Jahr. Die Rede ist von Jonathan Sachse. Unter dem Titel Berufliche Veränderung – mehr Journalismus 2012 stellte er kurz vor Ultimo des alten Jahres seine Situation dar und erinnert unter anderen an Höhepunkte seiner Arbeit in den vergangenen 12 Monaten:

,,Zur Erinnung: Im letzten Jahr habe ich einen Monat für das ZDF (TV + Online) in Frankreich gearbeitet und hier täglich von der Tour de France berichtet. Bei der Sportjournalismus Konferenz “Play the Game” konnte ich mich mit mehreren Kollegen austauschen, die mich motiviert haben, mehr Zeit in die Recherche und Journalismus zu investieren. Schließlich habe ich als einziges Medium live von den letzten öffentlichen Minuten im Sportausschuss berichtet .”

Jonathan Sachse habe ich immer gerne gelesen. Seine Tour de France Berichterstattung war aller Ehren wert.

Tour de France  ist ein gutes Stichwort. Kürzlich gab Rolf Aldag der Süddeutschen Zeitung ein Interview unter dem Titel ,,Der Sport ist nicht das wahre Leben.”. Schönen Gruß an Hans-Michael Holczer. Ich habe das Interview auch in der Printausgabe. Es verschwand nicht sofort nach dem Auslesen im Papierkorb. Ich werde das Interview zu gegebener Zeit wieder rausholen. Die nächste Tour de France kommt bestimmt.

So für heute ist das Ende der kleinen Bloggerei in Sicht. Meine Liebste möchte gerne noch ein Glas Rotwein mit mir trinken. Ich kann ihr da schlecht sagen: Ich bin gerade auf dem Weg zum Emir. Oder das Bloggen möchte ich gerne noch verlängern.

Für heute klappen wir den Laptop genüßlich zu.

Ein ganz normaler Bürotag im Dezember in Deutschland

08:00 Entspannt mit dem öffentlichen Nahverkehr ins Büro

08:35 Mantel im Büro aufgehangen. E-Mail Eingang checken. 

08:45 Kollegen an gewonnene Sportwette auf Schalke 04 erinnern

08:50 Ersten Kaffee im Büro trinken, Rosinenbrötchen tunken

08:59 Entspannungsblues Mama Wilson von Engerling auf youtube hören

09:30 Konferenz. Kollegen an ausstehenden Wetteinsatz erinnern

10:00 Zurück im Büro. Ablage. Blick auf Kultseite von Jens Weinreich

10:30 Genüßlicher Blick auf die Website von Jan Ullrich

11:05 Blick auf die Uhr. Zweites Frühstück in Sicht. Wird auch Zeit.

11:15  Zweites Frühstück mit Kollegen P. Austausch über EM-Auslosung

11:45 Kantine. Sport Diskussion fortsetzen. Es dreht sich um Jogi Löw

12:40 Eiligen Außentermin vortäuschen: schnell mal rüber zu Kaufhof

13:45 Beim Bereichsleiter Sorge über Zustand von S. äußern

14:30 Am Drucker Powerpoint-Präsentation der Kollegin K. abgreifen

14:55 Druckerpapier und Textmarker Stabilo für daheim einstecken

15:15 All-inclusive-Angebote für Ukraine und Polen 2012 checken

15:40 Präsentation von K. unter eigenem Namen der Zentrale senden

16:10 Auszubildenden (Eintracht Fan) im Großraumbüro hochnehmen

16:20 Die Bundesligawettgelder von den Kollegen einsammeln

17:10 Endlich Feierabend. In der Tiefgarage auf Bereichsleiter warten:

             ,,So spät noch?“

17:50 Von der Frau wegen aufreibenden Bürotag bedauern lassen

17:55 Gut gekühltes Entspannungsbier von der Frau servieren lassen

Anmerkung

Alles an diesem Büroarbeitstag ist erfunden, das hoffe ich zumindest. Namen der Personen sowie Ablauf in der Firma sind ebenso frei erfunden wie die beschriebenen Situationen und Handlungen.

Ich versichere, dass ein Bezug zu realen Geschehnissen in deutschen Büros nicht beabsichtigt ist, auch wenn sich ein solcher finden sollte.