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Stelian Moculescu im Südkurier-Interview mit Thomas Domjahn

Traveler Digital CameraAbenteuer Netz. Vielleicht ist die Bodenseeregion prädestiniert dafür, das Mekka des deutschen Volleyballs zu sein. Die Erfolgsserie ist lang. Die meisterschaftslosen Jahre 2012 und 2013, nach sieben Titeln in Reihenfolge davor, werden nicht als Wachablösung durch die Berlin Recycling Volleys verstanden. Eher war es ein Zeichen die Kräfte zielgerichtet zu bündeln und den bereits vorhandenen Ehrgeiz weiter leidenschaftlich auszubauen. Mister Volleyball Stelian Moculescu schickt sich gerade wieder an mit seiner Mannschaft die Meisterschaft … Bis dahin ist noch ein Weg. Erst das Playoff-Halbfinale gegen Generali Haching. Der Auftakt ist gemacht. Schritt für Schritt. Das ist allen Beteiligten beim VfB Friedrichshafen bewusst. Die traditionelle und bewährte Bodenständigkeit wird nicht aufgegeben im Tausch gegen Luftschlösser oder voreilige Gedankenspiele.Traveler Digital Camera

Ich habe mit Vergnügen am letzten Sonnabend den Südkurier gelesen. Speziell das bemerkenswerte Interview mit dem charismatischen Erfolgscoach Stelian Moculescu vom deutschen Volleyball-Rekordmeister VfB Friedrichshafen in der Serie Arbeitswelten. Seite 6 Wirtschaft. Fangen wir mit dem Fragesteller Thomas Domjahn an. Der Volontär beim Südkurier studierte Philosophie, Volkswirtschaftslehre und Politikwissenschaften. Studienorte waren die namhaften Universitätsstädte Konstanz (in der kürzlich Günter Netzer seine Premiere im Hörsaal beim SWR Uni Talk gab), Bayreuth und Grenoble. Die journalistischen Schwerpunkte von Thomas Domjahn liegen in den Bereichen Wirtschaft, Politik, Gesellschaft und Kultur. In der Freizeit spielt er vor allem Fußball und Basketball.

Er stellte Stelian Moculescu 22 Fragen. Erfreulicherweise gibt es das komplette Interview auch Online unter dem Titel ,,Ich habe noch nie im Leben etwas geplant”. Die Einstiegsfrage von Thomas Domjahn an den Meistermacher und Mister Volleyball ging so:

,,Herr Moculescu, wie erklären Sie sich das große gesellschaftliche Interesse an Sporttrainern wie Pep Guardiola, Jürgen Klopp oder Jogi Löw?”

Stelian Moculescu redet gerne Klartext.

,,Diesen Star-Kult gibt es eigentlich nur im Fußball. Fußball ist für mich allerdings kein reiner Sport mehr, sondern eine Unterhaltungsindustrie. Den Kult um die Trainer finde ich manchmal übertrieben, auch wenn ich ihre Leistung respektiere.”

Es ist auch wohltuend die Ansichten von Stelian Moculescu zum Geld zu erfahren. Gerade in Zeiten wo ein Bernie Ecclestone oder ein Michel Platini inklusive Verwandtschaft sehr auf die monetären Dinge versessen sind. Im Falle des Formel-1 Chefvermarkters sehen sich jetzt gar die Gerichte mit den kostspieligen Gefälligkeiten damit beschäftigt. Bei Michel Platini, einst bei der Fußball-WM mit unliebsamen Erfahrungen gegen die deutsche Nationalmannschaft biografisch geprägt, hat Geld auch einen arteigenen innerfamiliären Kreislauf bekommen. Oder wie es der investigative und hartnäckige Journalist Jens Weinreich in seinem kenntnisreichen Artikel bereits im Titel ausdrückt:  Es bleibt alles in der Familie: Die Platinis.

Stelian Moculescu mit seiner Lebenserfahrung und Weisheit zu den monetären Dingen:

,,Geld beruhigt ein bisschen. aber eine große Rolle spielt Geld für mich nicht. Ich kenne Situationen in meinem Leben mit und ohne Geld.”

Im Südkurier-Interview mit Thomas Domjahn erinnert er sich auch an die durchaus schweren Anfangsjahre im deutschen Volleyballsport inklusive fehlender Bezahlung und weiß den jetzigen finanziellen Zustand zu schätzen.

,,Ich habe acht Jahre kein Geld als Volleyballtrainer verdient und nebenbei als Bauleiter für Straßen- und Sportstättenbau gearbeitet. Heute geht es mir finanziell sicherlich nicht schlecht.”

Also wer Lust hat und obige Verlinkung verpasst hat, hier geht es zum kompletten Moculescu Interview.

Die Schleimspur und andere Unregelmäßigkeiten

Ich hatte ja hier kürzlich den Hinweis auf die Kultserie Olympic poem von Jens Weinreich gegeben. Die ersten sieben Kunstwerke.

Es sind weitere drei Teile dazugekommen:

Olympic poem (VIII): Dopingfall im deutschen Olympiateam

Olympic poem (IX): Olympiagold für ARD-Reporter im Schleimspursurfen

Olympic poem (X): Gewichtsvorteile und andere EPO-Wunder

Ich bin kein Freund von Lesebefehlen, aber notfalls eine Stunde weniger schlafen und sich die Lesezeit freischaufeln. Meine Empfehlung für die restlichen Tage im Februar.

ARD und ZDF Berichterstattung aus Sotschi: Olympic poem bei Jens Weinreich

Jens Weinreich, beharrlicher und für einige Sportfunktionäre doch recht unbequemer Journalist, hat an zahlreichen olympischen Spielen im Winter und Sommer live teilgenommen und darüber berichtet. Dieses Jahr ist er nicht vor Ort. Es ist noch ein Buch mit dem Titel Macht, Moneten, Marionetten fertigzustellen. Alternativ zum Besuch in Sotschi hat Jens Weinreich im Februar 2014 eine Rubrik Olympic poem aufgelegt und fasst dort in kunstvoller Komposition Textergüsse von den Pay-TV Sendern ARD und ZDF inklusive Streams etc. zusammen.

Bisher sind folgende Stücke online gegangen:

Olympic poem (I) @Maria

Olympic poem (II) ARD-Weltspiegel 1966

Olympic poem (III) @Eric_Frenzel

Olympic poem (IV) Paarlaufen

Olympic poem (V) Deutschland einig Rodelland

Olympic poem (VI) Ein Tor tut dem Spiel gut

Olympic poem (VII) Curling

Die Serie hat das Zeug Kultstatus zu erlangen.

Das Digitale Quartett über die olympischen Spiele in Sotschi

Einer guten Tradition folgend hatte Thomas Knüwer diese Woche bereits die 57. Sendung Das Digitale Quartett anzubieten. Mit Sportjournalist und Blogger Jens Weinreich hatte er einen der profundesten Kenner der Höhen und Tiefen der olympischen Szene eingeladen.

Live Schach-WM 5. Partie Magnus Carlsen – Vishy Anand

Münchens großes Gefühlskino lieferte FCB Präsident Uli Hoeneß diese Woche. Derweil powern Deutschlands Sportblogger. Trainer Baade ist weiterhin  fleißig in Sachen Lesereise mit dem Kultprogramm Drama Queens in kurzen Hosen unterwegs.

Blogger Jens Weinreich bringt ein Buch auf den Markt. Gutes Timing. Titel Macht, Moneten, Marionetten. Nach der Ablehnung einer Bewerbung für Olympische Winterspiele 2022 in München und Umgebung durch die mündigen Bürger beim Votum am Sonntag folgte im Blog der lesenswerte Artikel unter dem Titel Das Nein für München für München 2022 und andere demokratische Regungen: Die Parallelgesellschaft Sport kann die Signale nicht deuten. Unbedingt lesen! Notfalls diese Woche irgendwann ein Zeitfenster dafür reservieren oder die Tagesschau, irgend eine geplante Joggingrunde oder die Anfangsphase der Partie der Mannschaft von Übungsleiter Löw gegen die cleveren, sympathischen und taktisch intelligenten italienischen Fußballer ausfallen lassen.

Übrigens war es nicht überraschend das einige Politiker und Sportfunktionäre arg pikiert auf das klare, ehrliche und unmissverständliche Votum beim Bürgerentscheid reagiert haben.Traveler Digital CameraDabei hatte Ludwig Hartmann die Dinge in einem Statement für sportinsider bereits klar vor dem Bürgerentscheid auf den Punkt gebracht.

Der laute Parteitag der Genossen in der einstigen Olympia 2012 Bewerberstadt Leipzig hin oder her: In der Flugplatz-Projekt Hauptstadt grüßt täglich das Murmeltier. Während in Berlin SPD, CDU und CSU sich weiterhin ein bizarres Geschachere um Posten liefern und ein Wahlversprechen nach dem anderen dem Parteiproporz opfern, geht es heute im indischen Chennai erneut kultivierter zu. Das aristokratische Spiel Schach steht auf dem Programm. Die 5. Partie zwischen dem norwegischen Schachmozart Magnus Carlsen und dem amtierenden Weltmeister Vishy Anand aus Indien zieht wieder alle Schachfreunde in den Bann.

Live ist Live. Ab 10.30 Uhr lohnt sich ein hineinschauen in die Live-Berichterstattung.

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Olympische Spiele 2022 in München?

Die Hochglanzpolitur der olympischen Spiele hat erhebliche Kratzer und anderweitige Gebrauchsspuren aufzuweisen. Der Blogger Jens Weinreich bastelt gerade an seinem IOC-Buch Macht, Moneten, Marionetten. Vorher legt der geradlinige ostdeutsche Journalist erst noch einen Stopp in Dänemark ein. Ziel sind die Play the Game 2013 in Aarhus. Der Grimme-Online Award Träger verspricht:

,,Ich werde nebenher täglich einen Blogeintrag zu Play the Game veröffentlichen. Zur Offenlegung gehört: Auch diesmal, zum vierten Mal, bin ich ehrenamtliches Mitglied der Programmkommission.”

Übrigens verspricht er auch die Fertigstellung des IOC-Buches Macht, Moneten, Marionetten zum 11. November 2013.

Um monetäre DInge geht es auch immer bei Bewerbungen für olympische Spiele. Deutschland hat teilweise hohe Niederlagen mit den Bewerberstädten Berlin, Leipzig (das Projekt war ja wohl eh etwas größenwahnsinnig) und der bayerischen Landeshauptstadt München eingefahren. Nach der Münchener Abstimmungsniederlage für die olympischen Winterspiele 2018 soll jetzt der Bewerberhut in den Ring für 2022 geworfen werden. Plakatiert ist München in diesen Tagen wie zu Zeiten des Wahlkampfes. Traveler Digital CameraDer Bürgerentscheid ist für den 10. November 2013 terminiert. Einen Tag vor der avisierten Fertigstellung des sicherlich grandiosen Buchs von Jens Weinreich. Für den Gang an die Wahlurne in Sachen Bewerbung für olympische Winterspiele 2022 in München wird mächtig getrommelt. Der Ausbau des Nahverkehrs für alle wird auf den Plakaten versprochen. Traveler Digital CameraWer sich da auch nicht alles reinhängt. Eine gewisse FDP. Kürzlich noch mit großen Plakaten und den Parolen – Steuerlast senken. Deutschland entlasten – in diversen deutschen Städten aufgefallen. Hat nichts genützt. Der so oft umstrittene und zögerliche Wähler hat ein klares Votum abgegeben. Die FDP muss raus aus dem Bundestag. Es müssen bittere Tage für den Vizekanzler sein. Hat er bereits seine Urkunde?Traveler Digital CameraEs gibt aber auch die nachdenklichen Stimmen. Ist so ein Großevent unter den derzeitigen Rahmenbedingungen des IOC eigentlich ein Segen für die Region der Bewerberstädte?

Ich bat dieser Tage Ludwig Hartmann, den Fraktionsvorsitzenden von Bündnis 90/Die Grünen und aktives Gründungsmitglied von Nolympia, um ein Statement für sportinsider. Hier seine nachdenkenswerten Worte:

“Die Probleme im Zusammenhang mit der Bewerbung der Landeshauptstadt für die Olympischen Winterspiele 2022 haben sich durch das nur unwesentlich geänderte Bewerbungskonzept nicht verkleinert: 2022 wird der Klimawandel weiter vorangeschritten sein, ein noch massiverer Einsatz von Schneekanonen scheint unausweichlich. Dies würde natürlich nicht nur einen steigenden Energieverbrauch, sondern auch eine weitere Verschandlung der Alpen durch noch größere Beschneiungsbecken bedeuten. Die durch immer mehr Eventsportarten aufgeblähten Winterspiele werden auch immer mehr Platz für Parkplätze, Straßen, Wettkampfstätten, Hotels und Zuschauertribünen benötigen. Dies kann nur zu Lasten unserer oberbayerischen Kulturlandschaft und des sensiblen Alpenraums geschehen.

Auch die nicht verhandelbare Vertragsgestaltung des IOC hat sich nicht geändert. Die Garantien, die die Bewerbergemeinden und –landkreise vorab unterschreiben müssen, können jederzeit, aber nur einseitig vom IOC, verschärft werden.

Die Gewinne der gigantischen Veranstaltung werden komplett vom IOC und seinen Premium-Werbepartnern abgezogen. Vor Ort bleiben die Kosten für die öffentliche Hand, die anschließend durch Einschnitte ins kommunale und staatliche Sozialsystem refinanziert werden müssen. Die einseitige Fixierung auf Wintersport und entsprechende Großveranstaltungen ist illusionär: Garmisch-Partenkirchen, Inzell und Ruhpolding gehören zu den höchstverschuldeten Gemeinden Oberbayerns, weil sie einseitig in sündteure Sportstätten, Pisten, Loipen und Beschneiungsanlagen investieren. Es liegt jetzt an den Bürgerinnen und Bürgern in den betroffenen Landkreisen und Kommunen, ob sie die Fehlentscheidung des DOSB korrigieren wollen. Das Bündnis Nolympia hat zahlreiche Argumente und Fakten gesammelt, um im Vorfeld der anstehenden Bürgerentscheide auch im Wettstreit mit der finanziell übergewichtigen Marketingmaschinerie der Befürworter*innen zu bestehen.”

Von Ludwig Hartmann gibt es auf Video auch seine Rede im Plenum vom 24. Oktober 2013. Die knapp 16 Minuten sollten auch in einer vollgepackten Woche drin sein.

Aber wir wollen natürlich auch die Befürworter für olympische Winterspiele in München nicht unter den Tisch fallen lassen. Wer sich ein Bild machen will schaut auf oja22 vorbei.

Am heutigen Dienstag, den 29. Oktober um 11.00 Uhr gibt es in München im Ratskeller am Marienplatz 8, Bacchuskeller eine Pressekonferenz unter dem Motto Ja zur Heimat, Nein zu Olympia

Nolympia und der führende Schweizer Olympiakritiker Stefan Grass werden sich zur Olympiabewerbung Münchens äußern.

Teilnehmer:

Stefan Grass,  Leiter des Komitees Olympiakritisches Graubünden

Ludwig Hartmann, MdL, Fraktionsvorsitzender Landtagsgrüne, Gründungsmitglied Nolympia

Viola von Cramon, Bündnis 90/Die Grünen, vorm. Grüne Obfrau im Bundestags-Sportausschuss

Christian Hierneis, Vorsitzender der BN-Kreisgruppe München und Sprecher Nolympia München

Jens Weinreich geht der Frage nach: Wer regiert den Weltsport?

Langsam wird das Wetter wieder besser. Bayern München hat sich nicht den optimalen Zeitpunkt für das feiern vom Triple in der bayerischen Landeshauptstadt ausgesucht. Kein Kaiserwetter wie bei der WM 2006 mit Bundestrainer Klinsmann. Kein meteorologischer Schmusekurs wie einst bei der emotionalen Balkonfete mit Louis van Gaal im Jahr 2010. Während in Deutschland die letzten Tage teilweise bindfadenartige Regenfälle und Kälte auch einer Segelregatta am Bodensee zu schaffen machte, gibt es interessanten Lesestoff aus St. Petersburg. Jens Weinreich hat eine journalistische Schwerstarbeit hingelegt und powert vom Sportaccord-Kongress auf seinem Kultblog.

Der beharrliche und konsequente Grimme Online Award Preisträger von 2009 geht der Frage nach: Wer regiert den Weltsport? Teil 1: Wladimir Putin, Marius Vizer und Scheich Ahmad  Al-Sabah. Jens Weinreich hat die Geschichte um Macht, monetäre Zuteilungen, ringen um die olympische Sportart Ringen, prognostizierte und dann auch eintreffende Wahlergebnisse, Umarmungen der speziellen Art und noch viel mehr geschickt aufgedröselt. Er packt all die Namen und Verbindungen in eine atemberaubende Bildgeschichte. In Deutschland können dies nicht sehr viele. In dieser Komplexität, der hartnäckigen Berichterstattung und schonungslosen Offenlegung der Funktionärswelt auf dem Gebiet des Sports ist Jens Weinreich vielleicht sogar mit einem Alleinstellungsmerkmal in Deutschland ausgestattet.

Liegengebliebene Lesehinweise

Ich bin von der Klimaerwärmung enttäuscht. Da propagieren Wissenschaftler seit Jahren die Geschichte von der zu warm werdenden Erde. Dann dieses Winter-Comeback. Ich hab das nicht gewollt. Der Frühling war doch praktisch schon da. Der Winter eigentlich verabschiedet.

Ein paar liegengebliebene Lesehinweise möchte ich gern noch bekannt geben.

Jens Weinreich

Und noch eine Volksbefragung: Olympische Spiele 2028 in Wien?

Stefan Niggemeier

Lichtgestalten, die uns mit Prothesen wärmen: >> Der Stern << malt sich den Fall Pistorius aus

Trainer Baade

,,CIA CAPITANO” – ABER WAS MACHT BALLACK AN DEM ABEND?

Rotebrauseblogger

Attraktive Argumente

der sportmanager

entertainment brands deren wahrheit auf dem platz liegt?

Schach-Ticker

Einer gegen Sieben

Mit diesen interessanten Lesehäppchen sollte die Wartezeit bis zum endgültigen Frühlingserwachen zu überbrücken sein. Viel Freude bei der Lektüre.

Quo vadis Sportjournalismus?

Wo driftet der Sportjournalismus im Jahr 2012 hin? Ich bin dieser Tage erneut über einen Brief aus dem Jahr 2006 gestolpert. Am Anfang des Jahres der Heim-WM in Deutschland im Fußball erschien auf sportnetzwerk.eu ein Offener Brief an den Verband Deutscher Sportjournalisten. Zu den Unterzeichnern gehörten Javier Caceres, Herbert-Fischer Solms, Thorsten Jungholt, Michael Gernandt, Matthias Lieske, Frank Mertens, Ralf Meutgens, Astrid Rawohl, Hans-Joachim Seppelt, Andreas Singler, Jens Weinreich, Ralf Wiegand, Jörg Winterfeldt, Holger Gertz, Thomas Hahn, Robert Hartmann, Anno Hecker, Klaus Hoeltzenbein, Rudi Böhm, Bernd Dassel, Christopher Keil, Thomas Kistner, Barbara Klimke und Matthias Wolf. In dem Brief an den VDS wird auch das abgleiten des Sportjournalismus in die Gewässer des Unterhaltungsbereichs kritisiert sowie die Sorge um den Berufsstand geäußert:

,,Das Abdriften des Sportjournalismus in das reine Unterhaltungsressort und der Rückgang kritischer, distanzierter Berichterstattung werden anstandslos hingenommen. Dass sich manche Kollegen statt von den Mindeststandards an ihre journalistische Arbeit eher von PR-Gesichtspunkten leiten lassen, ist besorgniserregend. Derartigen Tendenzen kann man nicht mit einem verschärften Kuschelstil und hilflosen Appellen begegnen. Es geht hier um Grundfragen des (Sport)-Journalismus, es geht um gesellschaftspolitische Fragestellungen, auf die eine berufsständische Organisation wie der VDS adäquate Antworten finden sollte. Diese aber vermissen wir, und zwar auf breiter Front, so dass wir uns größte Sorgen machen um die Zukunft unseres Berufsstandes.”

Seither sind gut 6,5 Jahre ins Land gegangen. Eine lange Zeit. Irgendwie scheinen mir die damals geäußerten Kritikpunkte immer noch auf hoher Flamme zu kochen. Eine Patentlösung gibt es wahrscheinlich auch nicht. Zu viele Köche halten ihr Süppchen am köcheln. Wer sich nochmals kurz an den Medienhype und die Inszenierung der Frauenfußball-WM 2011 in Deutschland erinnern mag, wird vielleicht ein grummeln in der Magengegend bekommen. Dabei ist es vielleicht nicht fair allein auf dieses eine Ereignis hinzuweisen.

Es gäbe zahlreiche andere Beispiele: Stichwort Biathlonübertragungsschwemme im öffentlich-rechtlichen Fernsehen, der Umgang mit  Themen wie Doping oder Korruption, Verbandsintrigen mit eitlen Sportfunktionären, die mediale Begleitung einer Männerfußballmannschaft während einer Europameisterschaft in der Ukraine und Polen, die unsäglich ideologische geprägte Sicht auf einen  Medaillenspiegel in Form der Nationenwertung, diese kleinliche Erbsenzählerei um Bronze-Silber-Goooold, die Ausgrenzung von Sportarten in der Berichterstattung. Selbstredend die Oktoberfest Mentalität von Januar bis Dezember. Die Stimmung immer schön oben halten, kritische Berichte mit tiefen Blick und vorangegangener Recherche … Wird doch total überbewertet. Will das Sportpublikum doch nicht hören, sehen oder lesen. So wird hinter manch vorgehaltener Hand gemunkelt.

Ich persönlich lese von den eingangs genannten Unterzeichnern des Briefs an den Verband Deutscher Sportjournalisten besonders gerne Thomas Kistner, Frank Mertens, Jens Weinreich, Thomas Hahn und Javier Caceres. Es soll nicht pathetisch klingen. Doch Sie und viele andere (erinnert sei an Jonathan Sachse oder Daniel Drepper) führen den Kampf um seriösen Sportjournalismus. Sicherlich nicht immer einfach.  Ihnen ist Mut, Durchhaltevermögen, Kraft und stets ein Rückgrat zu wünschen.

Sport am Bodensee: 21. Eurobike mit Sabine Spitz, Andre Greipel und Danny MacAskill

Nein, der einstige Tourgott Lance Armstrong wird nicht auf der 21. Eurobike in Friedrichshafen erscheinen. Vielleicht liest er gerade ein wenig in den deutschen Sportblogs der Qualitätsjournalisten Jens Weinreich

und Jonathan Sachse

In diesen Tagen strömt ja vieles auf den texanischen Velo-Jesus (Copyright by Jürgen Kalwa 9. Juli 2009) ein. Doch weltweit operierende Sponsoren wie Nike halten Lance Armstrong weiterhin die Treue.

Ein Hauch Tour de France wird es dennoch am Bodensee geben. André Greipel, 4-facher Etappensieger bei der Frankreichrundfahrt (1 x 2011, 3 x 2012) ist als prominenter Gast gemeldet. Auch die Mountainbikerin Sabine Spitz, frische Silbermedaillengewinnerin beim Cross Country in London bei den olympischen Spielen, macht der Eurobike ihre Aufwartung.

Dann wäre da auch noch der schottische Trial-Biker Danny MacAskill als Protagonist mit Promistatus zu nennen. Er ist ebenfalls für die Branchenmesse am Bodensee gemeldet. Seine Videos sind auf Youtube millionenfach angeklickt und bestaunt worden. Atemberaubend. Eine Kostprobe von Danny Mac-Askill.

Doch nun zu den Zahlen, Daten, Fakten. Vom 29. August bis zum 1. September 2012 werden 1250 Aussteller aus 49 Ländern sich präsentieren. Ihnen stehen dafür mehr als 100.000 Quadratmeter zur Verfügung. Im 21. Jahr der Eurobike gibt es 331 Weltpremieren. Die Internationale Fahrradmesse weckt dieses Jahr das Interesse von 1800 angemeldeten Journalisten, davon 50% aus dem Ausland. Respekt.

Genug der Zahlen. Noch ein paar Lesetipps. Auf der Website der Schwäbischen Zeitung  gibt es die Kolumne von Gunnar Fehlau mit dem Namen Kette rechts. Heute mit dem Titel Den Demoday würdig ausrollen lassen. Der 39-Jährige Fehlau plaudert dabei die eine oder andere Sache hinter den Kulissen aus. Seit 2003 betreibt Mister Fahrrad den pressedienst-fahrrad.

So ganz ohne Zuckerberg geht es nicht. Die Schwäbische Zeitung begleitet die Messe auf Facebook mit Power unter dem Titel: ,,Abgedreht – die SZ rockt die Eurobike.”