Schlagwort-Archive: Jan Ullrich

Sport am Bodensee: Eurobike 2013 wirft ihre Schatten voraus

Der Trend geht zum Zweitrad. So manche Protagonisten der Eurobike im vergangenen Jahr. Umsatzleuchten in den Augen. Aufrechte Renditesitzposition. Der Branche geht es gut. Nach der 21. Eurobike 2012 mit Sabine Spitz, Andre Greipel, Danny MacAskill und Jan Ullrich geht es dieses Jahr in die 22. Auflage. Prominente Aushängeschilder. Alle haben ihr Meriten. Der Tour de France Sieger von 1997 war braungebrannt und entspannt beim Autogramm schreiben am Messestand des Carbon-Spezialisten Lightweight. Die dezente Sonnenbräune stand Jan Ullrich ausgezeichnet. Für die diesjährige Eurobike ist hier unten am Bodensee auch wieder kräftig geworben worden. Es war nicht zu übersehen. Auch konventionelle Werbemittel wie Plakate an den Straßenrändern sind zahlreich eingesetzt worden und konnten sich selbst dem Blick des zügig fahrenden Autofahrers nicht entziehen.Traveler Digital CameraDie 22. Eurobike 2013 hat wieder ein volles Programm im Zeitraum vom 28. bis 31. August. Auf der offiziellen Website der internationalen Fachmesse sind viele relevante Daten vermerkt. CDU-Parteifreundin Angela Merkel hat es ebenfalls auf die Homepage geschafft. Ja, der Wahlkampf bzw. der Termin im September steht vor der Tür. Ihr Kontrahent, Schachspieler Peer Steinbrück, ist ja nie so richtig in den Wahlkampfmodus hineingekommen. Aber das ist wieder eine andere Geschichte. Die Fahrradmesse übrigens sieht sich selber als Leitmesse des internationalen Bike Business.

Audi und das Potenzial im Marketing

Audi hat mich ein wenig enttäuscht. Die Übergabe eines 520 PS starken Autos an Pep Guardiola ist das eine. Aus marketingtechnischer Sicht fehlt mir die Fortsetzung der Story. Pep seine Hände am Lenkrad. Sein schneeweißes Hemd im Kontrast zum Innenraum und Cockpit des Fahrzeuges. Wen hat Pep Guardiola auf der Rücksitzbank? Wie ist die Position der Beine von Guardiola beim fahren mit dem Audi. Ich habe da auch immer noch jenes Bild eines Profisportlers vor Augen. Rückblick in das Jahr 2009. Der Stern hat auf dem Cover der Ausgabe Nr. 28 vom 02.07.2009 einen Musiker mit diesen unendlich traurigen Augen.

Traveler Digital CameraIm Inhaltsverzeichnis der Hinweis auf das Sport-Comeback des Jahres 2009. Der damals siebenfache Tour de France Sieger Lance Armstrong wird medial in Szene gesetzt.Traveler Digital CameraIm gut bebilderten Beitrag von Christian Ewers (Text) und Elizabeth Kreutz (Fotos) über den Tourdominator ist dann auch Lance Armstrong am Lenkrad eines Audi zu sehen. Konzentriert, der Blick ist nach vorne gerichtet. Die Töchter auf der Rücksitzbank. Der Vati fährt sie zur Schule.Traveler Digital CameraIhm reicht der linke Arm locker am Steuer. Die vier Ringe sind seine Begleiter. Ja, solche Bilder haben eine emotionale Sogwirkung. Traveler Digital CameraNun, heute schreiben wir das Jahr 2013. Lance Armstrong ist seine Toursiege los. Sein einstiger Konkurrent Jan Ullrich setzt sich für die Rückgabe der sieben Tour de France Siege für den einstigen Patron der Frankreichrundfahrt in der aktuellen Sport Bild ein.

Derweil fährt Pep Guardiola den Sieg mit Bayern München beim Audi-Cup ein.

Hassliebe Tour de France

Höllenqual, der Mund schon lange trocken, die Waden schmerzen, die Arme vibrieren, am Lenker wird gezerrt, doch es sind noch 6 Kilometer bis L’Alpe d’Huez. Scheiß Höllentour.

Noch ein Tritt. Noch ein Tritt. Noch ein verdammter Tritt. Erbarmungsloser Fight gegen sich selbst. Der Puls scheint die Schädeldecke öffnen zu wollen.

Die Sonne peitscht den Asphalt, die Gesichter und den Rücken der Radprofis. Die Arme schmerzen. Die Beine lösen sich auf. Noch ein paar Meter.

Simpson, Tommy. Mount Ventoux 67. Scheiße. Todeskampf, Hubschrauber. Einsatzkräfte. Flug in das Krankenhaus. Alles zu spät. Sinnlos. Mount Ventoux der Killerberg. Die Todeszone. Die surreale Mondlandschaft. Die Bilder seiner Todesfahrt gehen um die Welt.

Denkmäler. Sie stürzen ein wie ein Kartenhaus bei starker Zugluft. Anquetil, Bobet, Fignon, Armstrong, Merckx,  Jan Ullrich, Contador, Guerilla-Pirat Pantani, Landis, Indurain, Winokurow, Millar, Hamilton, Zabel, Riis, Cancellar, Kohl, Rasmussen. Wanken. Bröckeln. Die Heroes kommen ins straucheln. Ich bin empört. Wütend. Phlegmatisch. Gleichgültig. Desillusioniert.

Die Doping-Scheiße. Schlimmer wie Lepra. Fukushima. Tschernobyl. Krebs in der Endphase.

Ich will diesen Zirkus ohne Doping. Ohne Bluteigendoping. Keine Klebestreifen an Hotelwänden zur Befestigung der Blutbeutel. Kein Motoman mit dicken Cocktail-Kurier-Taschen. Keine Rolex für zuverlässige Überbringerdienste am Ende der Tour.

Man möchte die Kiste abschalten. Nein, Fenster auf. Das TV-Monster über die Terrasse geschmissen in bester Kinski Manier.

Hat die Seele jetzt ihre Ruhe?

Andreas Burkert berichtet für die Süddeutsche Zeitung von der Höllentour 2013. Marcel Kittel spricht vorwurfsvolle Worte Richtung Jan Ullrich. Kittel musste sein auf der 1. Etappe errungenes Gelbes Trikot bereits nach der 2. Zielankunft wieder abgeben. Das ging aber schnell. Motivationstrainer wie Anthony Robbins empfehlen in solchen Situationen die Konzentration der Kräfte. Keine Verzettelung.

Finger krampfen. Venen erstarren. Das Sitzfleisch ist aufgerauht. Salz auf der Haut. Schweiß, der den Augen zu schaffen macht.

100 Jahre. Für die einen die größte professionelle Radsport-Rundfahrt der Welt, für die anderen die größte und skrupelloseste rollende Apotheke auf Rädern. Zeit Online bringt die ultimative mediale Festagsausgabe. Ein multimediales Scroll Dossier.

Jäger und Gejagte. Den Laborspezialisten immer einen Schritt voraus. Oder? Armstrong Beichte, die Stunde der Heuchler.

Telekom, Gerolsteiner, US-Postal, Phonak, Milram, Radio Shack pumpten Millionen in das umstrittene Spektakel.

Wasserträger fluchen und buckeln gleichzeitig.

Eurosport sendet. Auch 2013. Beharrlich. Unaufhörlich. Kontinuierlich. Das halbstaatliche Fernsehen ARD + ZDF köchelt auf Sparflamme. Nicht erst dieses Jahr. Hatten ihren moralischen nach dem Telekom-Team Kater. Jan Ullrich, einst von ARD hochgejazzt, wurde fallengelassen wie eine heiße Kartoffel. Moralin-sauer wird sich von der Schmuddelsportart abgewendet. Andererseits wer will es ihnen verdenken.

Derweil gibt es da diesen Froome. Trägt Gelb. Tourdominator. Scheinbar aus einer anderen Welt. Wie er am Mount Ventoux davonritt, leicht, scheinbar ohne physikalische Widerstände, im Speedmodus, erinnerte er mich stark an Pantani. Der hatte solche Berg-Guerilla Attacken auch drauf.

Google Suchbegriffe

Es kommt auch immer ein Besucherstrom durch die Google Suchmaschine hierher auf das Blog. In den letzten Tagen waren unter anderen folgende Suchbegriffe dabei:

Tour de france 2013 interesse in deutschland

garde schachuhr ruhla

doping fc barcelona

fdgb pokalfinalel fussball 04.06.1983

tal+memorial+2013

kieser training preise 2013

was macht eigentlich jan ullrich

günter netzer kfz kennzeichen

was+hat+red+bull+von+ihrem+sponsoring

adidas leibchen

schachtrainer in zürich gesucht

ddr-oberliga-1.fcunion-berlin-videos

jauch fleisch tönnies

Mount Everest Geschenke

Zeitfahren Bad Saulgau

Kieser Friedrichshafen

CEV Gala Wien

nils kaben zdf segeln

Wider dem Guardiola Hype

Für den Hype um seine Person kann und will ich ihn nicht verantwortlich machen. Der eine oder andere Fußballfan hat bereits eine Substratsättigung. Die Rede ist vom aus der Auszeit zu Bayern München gekommenen Trainer Pep Guardiola. Mir war es bereits bei der Installation vom Vereinstrainernovizen Klinsmann alles ein zu großer medialer Auflauf. Ära. Aufbruch in neue Dimensionen. 5 Jahre später ist in München wieder von einer Ära die Rede. Pep Guardiola ist gelandet. Das Ingolstädter Dienstauto mit 520 PS übergeben. Lorbeerkränze im Dutzend sind dem Katalanen überreicht worden. Die Lobeshymnen arteten teilweise in einen Personenkult aus. Vielleicht ist es an der Zeit das Scheinwerferlicht ein wenig zu dimmen. Sportexperte Thomas Haider, einst von Alberto Contador in Sachen Doping belogen, hat auf sport10.at auch ein paar kritische Anmerkungen vorzubringen. Unter dem Titel Doppelmoral verweist er auf dunklere Stellen in der Fußballerbiografie von Pep Guardiola. Er zieht den Vergleich zu Jan Ullrich, dem ehemaligen Tour de France Teilnehmer und Sieger der Höllentour von 1997. Die mediale Sicht auf beide fasst er so zusammen:

,,Ullrich der Böse, Guardiola der Messias.”

Dabei gibt es zwischen beiden Gemeinsamkeiten. Thomas Haider, der einst  mit der Amerikanerin Lindsey Vonn schon Interviews führte, als die Skirennläuferin noch Kildow hieß, verweist in seinem Artikel darauf:

,,Was Ullrich und Guardiola gemeinsam haben? Positive Dopingkontrollen in ihrer aktiven Karriere und jahrelang intensive Kontakte zu Blutpanscher Fuentes!”

Thomas Haider erinnert in seinem Beitrag an die unsäglichen Machenschaften von Mediziner Fuentes und die Verquickung zum Fußballbiotop. Hat-Tip geht an Fokus Fussball.

Aber es gibt auch noch andere kritische Stimmen, die beschäftigen sich nicht mit Doping sondern mit der etwaigen Gefahr für die Freude am Fußball unter Guardiola. Im Interview mit Zeit Online berichtete Wolfram Eilenberger dem Fußballinternetpionier und Hartplatzhelden Oliver Fritsch vor 5 Monaten:

,,Ich bin Bayern-Fan, ich bin Fußball-Fan, und ich mache mir Sorgen um die Schönheit des Spiels. In letzter Konsequenz könnte Guardiola nicht nur mir, sondern einem ganzen Kontinent die Lust am Fußball nehmen.”

Der meinungsstarke Wolfram Eilenberger ist Chefredakteur des Philosophie Magazins. Der Philosoph spielt selber Fußball und hat in der deutschen Autoren-Nationalmannschaft die Spielposition im linken Mittelfeld inne. Er hielt mit seiner Kritik an der Kurzpass-Spielweise von Guardiola nicht hinter dem Berg.

,,Im idealen Fußball des Guardiola regieren kurze Pässe, es gibt keine Distanzschüsse, direkten Freistöße, Flanken, Kopfballtore. Kleinteilige Ballkontrolle und Penetrationsarmut kennzeichnen seinen Stil. Günter Netzer, übernehmen Sie!”

Bayern München hat in den letzten Jahren nicht immer glücklich bei den Trainerneueinkäufen agiert. Erinnert sei an Klinsmann. Aber auch der Kontrakt mit Louis van Gaal fand ein jähes Ende in der 2. Saison. Kontrakt hin oder her. Stimmt das Timing des Einkaufs von Bayern München in der Personalie Guardiola? Eilenberger hat da seine Bedenken und urteilt:

,,Ich halte es nicht für ausgeschlossen, dass   die Bayern einen verglühten Stern gekauft haben.”

Das habe ich einst von Jupp Heynckes nach seiner Reaktivierung bei Bayern München gedacht. Hiermit muss ich noch nachträglich Abbitte beim Triple-Erfolgscoach leisten.

Ist die Tour de France pervers?

Die Lohnarbeiter der Asphaltstraßen sind in Kürze wieder im Einsatz. Die Brot und Wasser Tour durch Frankreich steht auf dem Programm.

Es wird wieder jenes von den Organisatoren gewünschte Spektakel werden. Die Tour de France feiert Geburtstag. Die 100. Rundfahrt hält wieder ein fast unmenschlich anmutendes Streckenprofil bereit. Nur die harten kommen in den Garten. Für die einen ist es nach wie vor das faszinierendste Radrennen des Planeten und für andere die größte rollende Apotheke der Welt. Die Liste der grandiosen Pedalritter und ihrer anschließenden Entzauberung durch aufgeflogenes Doping ist ellenlang. Wie wird dies eigentlich bei den Anbietern von professionellen Sportwetten gehändelt? Ich meine, da gewinnt einer die Tour um sie Monate oder Jahre später wieder annulliert zu bekommen. Gib mir mein täglich Landis oder Contador. Oft haben auch die Zweitplazierten bei genauerer Betrachtungsweise Dreck am Stecken gehabt.  Der Wettschein ist zu dem Zeitpunkt oft bereits zerknüllt und nicht wieder auffindbar. Wettdrama der arteigenen Art. Verrückte Sportart. Verlogenheit inbegriffen. Aber auch die Stunde der Moralapostel. Erinnert sei an die Heuchelei um Lance Armstrong. Andererseits sind da diese faszinierenden Duelle in der Vergangenheit gewesen, diese Kämpfe Mann gegen Mann, diese kraftvollen Antritte am Berg, das sich schinden, die auch für den Fernsehzuschauer sichtbare Quälerei der Rennradfahrer. Nein, ich bring jetzt kein Udo Bölts Gedächtnis-Zitat. Dann diese Landschaftsaufnahmen. Die grandiose Naturkulisse. Die Wohnmobile an der Strecke. Die Faszination einer ganz großen Zirkusveranstaltung. Die Menschen lieben Spektakel.  Auch bei den Sprintankünften oder beim Zeitfahren, dem gnadenlosen Kampf gegen die Uhr. Was waren das für Duelle Lance Armstrong kontra Jan Ullrich. Hitchcock-Thriller der Extraklasse. Fast ganz Deutschland fieberte einst mit, hielt den Atem an und drückte die Daumen.

Auch der Tod ist mit eingepreist. Tommy Simpson starb 1967. Sein surrealer Tod am Mount Ventoux war sinnlos. Die Show ging weiter.

Sport am Bodensee: Tour de France Sieger Jan Ullrich gibt auf der Eurobike Autogramme

Einen habe ich vorgestern glatt vergessen beim Bericht über die 21. Eurobike 2012. Jan Ullrich, der Tourheld von 1997, ist ebenfalls auf der Internationalen Fahrradmesse in Friedrichshafen vor Ort dabei. Er ist nach wie vor gefragt. Am Stand des Häfler Carbon-Spezialisten Lightweight gab er fleißig Autogramme. Jan Ullrich sieht gut aus. Sportliche Figur. Drahtig. Entspannte Gesichtszüge. Eine dezente Sonnenbräune steht ihm prima. Der gebürtige Rostocker scheint mit sich im Reinen zu sein.

Nachdenkenswert #139

,,Jeder Sieg ist schön und Gelb zu übernehmen ist immer toll. Aber wenn du die Rundfahrt wirklich gewinnen willst, dann hast du anfangs weniger Stress, wenn du zwar gut fährst, aber mit kleinem Rückstand Zweiter, Dritter oder Vierter im Prolog wirst. Dann muss man weder zur Pressekonferenz noch zur zeitaufwändigen Dopingkontrolle. Auch sein Team muss man nicht arbeiten lassen. Ein guter Prolog ist sowohl wichtig fürs Ego als auch zur Formbestätigung. Ideal ist also tatsächlich ein starker Auftakt, nach dem dann aber andere die Arbeit machen müssen.”

      Jan Ullrich, Tour de France Sieger 1997, im Interview auf eurosport.yahoo

Exklusives Radtraining mit Tour de France Sieger Jan Ullrich

Auf der Website von Jan Ullrich gab es diese Woche Neuigkeiten zu lesen. Der Tour de France Sieger von 1997 bietet eine Trainingswoche vom 15. bis 22. Juli 2012 an. Mehr dazu gibt es unter Auf den Spuren des “Ötzis” mit dem Tourgott – Exklusives Radtraining mit Jan Ullrich im 5* Central Spa Sölden zu lesen.

Die Teilnehmerzahl ist mit mindestens 6 und maximal 12 Personen festgesetzt. Finanzieller Rahmen liegt bei um 4396,00 Euro pro Teilnehmer und die sportliche Basis sollte 1.500 Kilometer im Jahr auf dem Rennrad betragen.

Ich muss direkt mal meine Kilometer von 2011 am Bodensee zusammenzählen.

________________________________________________________

Artverwandte Artikel

Jan Ullrich mit neuem Management und Perspektive

Tour de France Sieger Jan Ullrich steigt bei LOWOXYGEN® ein

Was macht eigentlich Tour de France Gewinner Jan Ullrich?

__________________________________________________

Little Hoffenheim und das Problem

Nein, heute kein Radsport. Es sei denn hier, hier und hier. Wir wollen die Akte Little Hoffenheim nicht so schnell weglegen. Was ist da eigentlich mit dem einstigen Projekt schiefgelaufen? Im Herbst 2008 rockte das Team unter Führung von Coach Rangnick durch die Elite-Etage des deutschen Fußballs. Die Bundesliga wurde aufgemischt. Man wähnte sich auf Augenhöhe mit Bayerrn München. Der erste Herbstmeistertitel wurde gefeiert wie die Entschuldung Griechenlands (wenn sie dann kommt). Bei der Wahl zur Mannschaft des Jahres kam die Truppe mit auf das Podest. Die Medien überschlugen sich wie einst beim Toursieg von Jan Ullrich 1997.

Das ist alles lange her. Inzwischen ist das Projekt in Richtung graue Maus gestottert. Little Hoffenheim rockt nicht mehr. Die Elf ist austauschbar wie es andere graue Mäuse wie Arminia Bielefeld, VfL Bochum, Hansa Rostock, Eintracht Frankfurt (….. hier nach Belieben die Mannschaft eigenen Desinteresses einsetzen) auch sind. Ein Abstieg wäre für alle Fußballfreunde (die überschaubare Anzahl an Sympathisanten der Kraichgauer Elf ausgenommen)  kein Beinbruch. Ein dümpeln in den Untiefen der grauen Mittelfeldzone der Bundesliga auch nicht.

Richtig ärgern dürfte sich eigentlich auch Sportartikelhersteller Puma. Die Trikots mit dem Logo der Herzogenauracher  strahlten im Herbst 2008 eine Siegermentalität aus. Das Sponsoring schien eine Erfolgsgeschichte zu sein. Tabellenplatz eins färbt immer auch auf den Hersteller der Trikots ab, in denen die jungen Männer auflaufen. Im Jahr 2012 ist von jenen mentalen Stärken der Elf davon selbst mit einem guten Carl Zeiss Fernglas nicht viel zu sehen.

Indirekter Freistoß hat unter dem Titel Vom Mäzen zum Problem eine kleine Sammlung an interessanten Pressestimmen zusammengestellt und leitet sie mit den Worten ein:

,,In der Presse ist man sich einig: Das Problem in Hoffenheim war nicht Holger Stanislawski.  Hoffenheims Problem heißt Dietmar Hopp.”

Es gibt ganze Abhandlungen über die Rolle von Mäzenen in der Kunst oder im Sport. Ich finde es erst einmal gut wenn es Mäzene gibt. Manch Künstler wäre ohne sie verhungert. Manch Fußballverein ohne den Geldfluß immer zwischen den engen Torstangen seines Dorfplatzes geblieben. Monetäre Power ist erstmal nichts unredliches. Wenn ein Mäzen es in eine Sache pumpt soll sich natürlich etwas bewegen. In die richtige Richtung. Das Mäzene oft mangelnde Geduld mit ihren Projekten haben ist bekannt. Der neue Coach  Babbel wird sich drauf einstellen müssen.