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Sport am Bodensee: Häfler Kultverein nach der 6. Etappe der CEV Champions League 2012/2013 vor einem titellosen Übergangsjahr?

Stelian Moculescu ist ein ehrgeiziger Trainer. Er mag Niederlagen nicht. Diesen kann er in der Regel keinen hohen Sympathiewert zuordnen. Natürlich lag nach der Niederlage in der 6. Etappe der CEV Champions League gegen die Österreicher ein wenig der Blues über der ZF Arena. Doch es wurde in Friedrichshafen nicht auf Halbmast geflaggt. Das Leben ging nach dem Verlust des Spiels gegen Hypo Tirol Innsbruck hier am Bodensee weiter. Nach dem Aus im nationalen Pokal gegen evivo Düren nun auch Endstation in dieser Saison auf internationalen Parkett. Stelian Moculescu im Interview auf der Website des Häfler Kultvereins:

,,Wenn man das so deuten will, dann kann man sagen, dass es Programm hat, dass es diese Saison eine Tendenz gibt, dass wir in wichtigen, entscheidenden Momenten nicht richtig reagieren. Wir haben immerhin Spieler, die schon mal Volleyball gespielt haben und die jetzt diese Saison nicht das erste Mal auf so einem Niveau spielen. Von daher fällt die Ursachenforschung schwer.”

Jetzt kann der Meisterschaft die volle Konzentration gelten. Der VfB Friedrichshafen hat oft genug in den letzten Jahren mit voller Power auf allen drei Hochzeiten getanzt. Ein Szenario eines titellosen Übergangsjahres wäre auch kein Weltuntergang, wenngleich für die Macher des Vereins gewöhnungsbedürftig. Titel sind das Salz in der Suppe.

Reden wir über Geld und das Sponsoring. Vielleicht wäre es auch nicht schlecht in den nächsten Jahren verstärkt neue Unternehmen für den Sponsorenpool zu gewinnen. Visionär 2-3 vertriebsstarke Menschen mit einer Affinität zum Sport und dem Wissen um Zusammenhänge in der Wirtschaft zusätzlich in der Geschäftsstelle des VfB Friedrichshafen einbauen. Von dort die komplette wirtschaftspotente Bodenseeregion vertriebstechnisch professionell täglich bearbeiten. Eine intensive Akquise die den Namen verdient.

Auch neue Wege gehen. Mir fällt da spontan das Thema Spielerpatenschaft ein. Einzelne Spieler für eine Saison für einen interessanten monetären Betrag Unternehmen anbieten. Gegenleistung sollte dann über das Autogrammgeben hinausgehen. Da darf ein Spieler auch in einem Unternehmen wie ZF oder einem neu zu gewinnenden Firmenverbund auch gerne Podiumsvorträge halten über Trainingspläne, Jahresziele, Einteilen der Ziele in Etappen, Motivation, Beharrlichkeit und herauskitzeln der Leistungsreserven. Durchaus Anleihen bei Reinhold Messner sich holen. Über den Tellerrand schauen. Firmen ordern den Bergsteiger mit dem extremen Ehrgeiz und einer kontinuierlichen Lernbereitschaft gerne. Warum sollen leistungsstarke Volleyballer vom VfB mit entsprechender Rhetorik nicht auch den Firmen Mehrwert bieten können? Zu Firmenjubiläen oder einem Tag der offenen Tür Spieler aus dem Nähkästchen plaudern lassen. Oder Kooperationen mit Schulen. Verstärktes Sachsponsoring. Erhöhung des Etats bei den bestehenden Sponsoren. Die Marke VfB Friedrichshafen mit Emotionalität und einer strategischen Sponsorarbeit noch stärker herausarbeiten.

Sport am Bodensee: VfB Friedrichshafen bekommt in der 2. Etappe die Stärke von Champions-League Sieger Zenit Kazan zu spüren

Es war keine Überraschung. Bei den internationalen Buchmachern ging der deutsche Pokalsieger VfB Friedrichshafen als klarer Außenseiter in die Begegnung. Der Champion Zenit Kazan aus Russland war für die Häfler zu stark. Vor 3100 Zuschauern in der ZF Arena gab es am Ende ein 0:3 (17:25, 21:25, 22:25) gegen den aktuellen Champions-League Sieger nach 82 Minuten. Der 62-Jährige Kulttrainer Stelian Moculescu hatte sich vor dem Spiel realistisch unter anderen in der seewoche geäußert:

,,Wenn es uns gelingt, den Sideout zu halten und selbst mit dem Aufschlag Druck zu machen, können wir das Spiel vielleicht offen halten. Auf mehr zu spekulieren wäre vermessen. Da müssen wir uns einen Hauch von Realismus bewahren.”

Der russische Coach Vladimir Alekno war ob des 3:0 zufrieden. Nicht jedoch mit den 82 Minuten Spielzeit. Auf der Häfler Website wird auf die dadurch gestörte Logistikkette des Heimflugs verwiesen:

,,Kazan hatte seinen Privatjet für 21.50 Uhr zum Abflug gebucht, da der Flughafen um 22 Uhr schließt. Das Spiel dauerte jedoch länger und so mussten die Russen nach dem Sieg eine weitere Nacht in Friedrichshafen bleiben. “

Noch ein paar Anmerkungen zur Situation des VfB Friedrichshafen. Vor dem Start in die Champions-League Phase war klar wer den 1. Platz in der Gruppe gebucht hatte. Zenit Kazan. Es konnte nur um den 2. Gruppenplatz gehen. Dies hatte auch Chefcoach Stelian Moculescu so gesehen. Durch die erfolgreiche 1. Etappe bei Hypo Tirol Innsbruck haben die Volleyballer vom Bodensee weiter alle realistischen Chancen. Zenit Kazan spielt in einer anderen Liga. Sie sind einer der weltbesten Volleyballmannschaften des Planeten. Ohne jetzt in euphorischen Überschwang zu geraten. Doch Ehre wem Ehre gebührt. Es ist einfach Fakt. Momentan sind die starken Russen nicht die Messlatte für den VfB Friedrichshafen.  Trotzdem träumte der eine oder andere Häfler Fan natürlich insgeheim von einer Sensation. Das ist legitim.

Sport am Bodensee: VfB Friedrichshafen absolviert erfolgreich die 1. Etappe

Der Auftakt ist für die Häfler gelungen.

In Innsbruck gab es den 1. Sieg in der neuen Champions-League Saison. 80 Bluebaers peitschen VfB zum Sieg und mittendrin der Fanbeauftragte Rudi Krafcsik.

Der österreichische Vertreter Hypo Tirol Innsbruck spielte bravourös und verlor am Ende gegen den Volleyballkultverein vom Bodensee.

Das mehr wie verdiente und intensiv erkämpfte sowie erspielte Ergebnis aus Sicht des amtierenden deutschen Pokalsiegers mit 3:2 (19:25, 16:25, 25:20, 25:23, 15:9) dokumentiert den Spannungsbogen.

Auf die Fans konnte sich der VfB Friedrichshafen wieder verlassen. Sie sorgten für eine phantastische unterstützende Stimmung die ein kleines, aber wichtiges Puzzleteil am Erfolg der Truppe von Coach Stelian Moculescu beitrug. Dazu Rudi Krafcsik:

,,Genial. Gemeinsam haben wir uns zum Sieg gepeitscht.”

Kompliment.

Der Fanbeauftragte Rudi Krafcsik hatte am Anfang der Woche hier im Interview auf dem Blog auch eine Lanze für den Erfolgstrainer gebrochen. Stelian Moculescu war mit dem Auftakt in der CEV Champions League in der Saison 2012/2013 zufrieden.

Auf der Vereinswebsite der Häfler gab der charismatische Kulttrainer eine Binsenweisheit nach dem spannenden Auftaktmatch in Innsbruck zum Besten:

,,Wenn es läuft, dann läuft es.”

Der sympathische VfB Friedrichshafen präsentierte sich als erfolgreicher Jäger auf internationalen Parkett in Innsbruck. Die Faz hatte den Volleyballern aus der Zeppelinstadt kürzlich in puncto nationalen Meisterschaftskampf die faszinierende Rolle des Jäger vom Bodensee attestiert.