Magnus Carlsen (22) kämpft zur Zeit um den Sieg beim WM-Kandidatenturnier in London. Da sei auch ein kleiner Rückblick auf den damals 13 Jahre alten Norweger beim Match gegen Garri Kasparow gestattet. Inclusive Blick in ein Donald Duck Comic Heft.
Magnus Carlsen (22) kämpft zur Zeit um den Sieg beim WM-Kandidatenturnier in London. Da sei auch ein kleiner Rückblick auf den damals 13 Jahre alten Norweger beim Match gegen Garri Kasparow gestattet. Inclusive Blick in ein Donald Duck Comic Heft.
Sie war mein Begleiter bei Siegen, wenn es um Medaillen ging. Im Klubhaus Heinrich Budde waren die Schwestern und Brüder von ihr in einem großen Schrank untergebracht. Besonders bei Blitzpartien prüften wir die Zuverlässigkeit. Unser Schachtrainer Paul Gaffron mochte diese Blitzerei nicht sonderlich. Er hielt normale Schachpartien mit einer längeren Bedenkzeit für das seriösere Schach. Doch auch bei den besagten seriösen Spielen am Vereinsabend waren sie im Einsatz. Die Rede ist von der legendären Schachuhr aus Ruhla. Ihr Name zeugte bereits von Solidität: GARDE. Die 5 großen Buchstaben waren gut leserlich auf der Vorderseite zu lesen.
Der Mythos der legendären Schachuhr lebt weiter. Sie hielt auch Einzug auf die große internationale Schachbühne. Auch Weltmeister wie Anatoli Karpow oder Garri Kasparow nutzten sie bei Ihren Duellen. Ein Klassiker. Im Uhrforum gab User Mavica im vergangenen Jahr unter dem Titel Weltmeisterliches: Ruhla Garde eine interessante Geschichte den geneigten Lesern kund. Auf der Suche nach einer Schachuhr für seine Tochter, sie entwickelte eine Leidenschaft für das königliche Spiel hat, gab es erfreuliches zu vermelden:
,,Als bekennender Ruhla-Fan und Vintage-Genießer stand deshalb für mich natürlich fest, dass nur eine Ruhla-Uhr als Schachuhr in meinem Haus Verwendung finden kann – und sie muss alt sein, also aus DDR-Produktion stammen.
Lange hat die Suche dann auch nicht gedauert und so hat der Postbote in den letzten Tagen dieses schöne Stück bei mir abgelefert:”
Mavica zeigt die Schachuhr in all ihren Facetten. Er hat sie auch aufgeschraubt. Beim betrachten der authentischen Fotos wird einem warm ums Herz. Wer obige Ausfahrt zur Verlinkung verpasst hat: Hier geht es zur Geschichte und den Fotos der antiquarischen Schachuhr Garde aus Ruhla.
Irgendwann geht auch die schönste Schachpartie ihrem Ende entgegen.
Auch die Sportinsider Wahl der Schachwebsite des Jahres 2012 nähert sich ihrem Finale.
Am Sonnabend, den 22. Dezember 2012 sind die Wahlkabinen noch geöffnet.
Wer erst noch traditionell 20.00 Uhr die Tagesschau anschauen möchte… und sich noch nicht für eine Schachwebsite entscheiden konnte… Gemach, gemach.
Bis 22.00 Uhr ist das Wahllokal noch geöffnet.
Aber auch jüngere Schachfreunde, die vielleicht später noch auf die Piste wollen und dem nächtlichen Clubtreiben ihrer Stadt einen Besuch abstatten möchten, können so mit guten Gewissen in das Nachtleben eintauchen. Vorher noch das entsprechende Kreuz machen.
Die Ergebnisse werden am Sonntag, den 23. Dezember zum 4. Advent veröffentlicht.
Update:
Für diejenigen Schachfreunde, Kiebitze und Interessierte mit bereits erfolgter Stimmabgabe im Wahllokal gibt es noch ein wenig Videobonusmaterial.
Schachmatch des Jahrhunderts zwischen Bobby Fischer und Boris Spasskij 1972.
Mein Vater hat ihn bei der Schacholympiade 1960 selber live im Duell mit Bobby Fischer spielen sehen.
Die Rede ist vom damaligen 23 Jahre alten Schachweltmeister Michail Tal.
Hier eine 10-Minütige Sequenz von Michail Tail beim Blindsimultan.
Kann sich das geneigte Publikum noch an Garri Kasparow und die Geschichte mit IBM erinnern?
Stichwort Deep Blue. Kampf Mensch gegen Maschine.
Er hat ihn geknackt. Den Elo-Rekord von Garri Kasparow aus dem Jahr 1999. Die stolze Bestmarke stand bei 2851. Magnus Carlsen wollte den Gipfelsieg. Mittlerweile schafft er es auch auf Augenhöhe mit der Berichterstattung der Champions-League im Fußball.
Zumindest in Norwegen.
Fotograf Ray Morris-Hill findet Ihr auf seiner Website rmhphotos.eu
In Deutschland schaffte es Carlsen unter anderen mit einer dpa Meldung auf die Sportseite der Schwäbischen Zeitung. Immerhin.
Die Online Berichterstattung von chessbase, chesstigers und schach-ticker hielten die deutschen Schachfreunde ständig auf dem aktuellen Stand der Ereignisse von London. Ein Kompliment nochmals dafür auch von meiner Seite.
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Heute ein Sprung in eine fast vergangene Zeit. Vor 25 Jahren …
Wir schreiben das Jahr 1987.
Schnellschach-Schaukampf im “Hippodrom”, einem renommierten Londoner Discoclub.
Die Protagonisten sind Garri Kasparow und Nigel Short.
Vorhang auf!
… Hier geht es weiter…
Während in London die Schachelite um den Turniersieg beim 4. London Chess Classic kämpft, gibt es hier bei der Sportinsider Wahl der Schachwebsite des Jahres 2012 die ersten Positionskämpfe.
Entwicklungsvorsprung hat seinen Namen alle Ehre gemacht und führt die Umfrage vor Schachblätter und der Schachbundesliga an. Danach kommt ein großes Verfolgerfeld mit chessbase, chesstigers, Schach Magazin 64, Karl Online, Rochade Europa, DeepChess, Schach-Ticker, Schachwelt und der Zeitschrift Schach. Das Wahllokal ist bis zum 22. Dezember geöffnet. Es ist bitte immer nur eine Schachwebsite anzukreuzen.
Noch ein paar Worte zu London. Magnus Carlsen hat inzwischen die Elo-Bestmarke von Schachikone Garri Kasparow überschritten, wie ein genauer Blick auf die aktuelle Rating Liste zeigt. Ansonsten sei auch auf den lesenswerten Bericht bei chesstigers und die dort gezeigten Fotos vom Profi der genialen Bildkunst, Ray Morris-Hill, verwiesen. So müssen brilliante Schachfotos aussehen. Ich bin begeistert.
ist heute 22 Jahre jung geworden. Herzlichen Glückwunsch!
Er galt nach seinem Titel bei der Blitz-Schach WM im Jahr 2009 bereits vielen als kommender Schachweltmeister. Nachfolger von Champion Viswanathan Anand. Nun, der indische Berufsschachspieler ist immer noch Weltmeister. Weder Veselin Topalov 2010 in Sofia noch Boris Gelfand 2012 in Moskau konnten den Titelträger entthronen. Der von vielen Schachfreunden erhoffte WM-Kampf Carlsen gegen Anand fand nicht statt. Magnus Carlsen hat in der Zwischenzeit viele Auftritte gehabt. Nicht nur auf der Schachbühne. Erinnert sei an die Jeanskampagne. Zeitweilig hatte ich den Eindruck, dass der Norweger sich mit all seinen außerschachlichen Aktivitäten ein wenig verzettelt. Klar, er ist noch sehr jung. Doch Michail Tal war mit 23 Jahren bereits Schachweltmeister. Er vertrödelte einfach keine Zeit.
Am 7. Dezember im Jahr 2010 schrieb ich hier im Blog:
,,Magnus Carlsen konnte kürzlich seinen Titel bei der Blitzschachweltmeisterschaft in Moskau nicht verteidigen.
Mir fehlte dieses Jahr ein wenig die Konstanz beim norwegischen Jungstar.
Natürlich gab es Werbeauftritte und Carlsen wurde kürzlich erst 20.
Einige Journalisten hatten ihm schon fast die WM-Krone überreicht.”
Vorschußlorbeeren sind für junge Sportler nicht immer gut.
Die Entwicklung des norwegischen Schachgenies ging indess weiter. Carlsen hat sich eine bemerkenswerte Elo-Zahl erarbeitet. In Schlagweite der Bestmarke von Kasparow. Doch vom WM-Titel ist er noch weit entfernt.
Ich will gerne einen WM-Kampf zwischen Magnus Carlsen und Viswanathan Anand sehen. Der Norweger könnte dann gerne der Schachwelt zeigen aus welchen Holz er geschnitzt ist.
Stammleser wissen, diese Position habe ich bereits einige Male geäußert. Doch ich muss einfach nochmals darauf hinweisen: Der WM-Kampf Viswanathan Anand gegen Magnus Carlsen steht ganz oben auf meiner persönlichen Wunschliste. Ich bin da hartnäckig.
Dabei ist derweil ein neuer junger Himmelsstürmer in der Schachwelt aufgekreuzt. Fabiano Caruana ist erst zarte 20 Jahre alt und belegt aktuell Rang 5 in der Weltrangliste mit einer Elo-Zahl von 2788.
Doch zurück zum Geburtstagskind.
Magnus Carlsen möge sein volles Potenzial die nächsten Jahre den Schachfreunden dieser Welt zeigen und ernsthaft einen WM-Kampf anpeilen und erreichen.
Schachfreunde können sich auf den Dezember freuen.
Es gibt nochmals schachliche Feinkost.
In London trifft sich zum Jahresausklang erneut ein illustrer Kreis von hochrangigen Schachgroßmeistern inclusiver weiblicher Beteiligung.
Grund hierfür ist ein hochklassig besetztes Schachturnier: Die Rede ist vom 4. London Chess Classic. Vom 1. bis 10 Dezember 2012 treffen der Schachweltmeister Anand und … alles weitere gibt es gut aufbereitet bei chesstigers.
Die Schachelite in London. Das ist ein schöner Jahresausklang. Der Elo Durchschnitt kann sich auch sehen lassen. 2751. Respekt. Dabei kann im speziellen Fall ein Schachspieler eine Rekordmarke brechen. Bereits am 1. November fragte chess-international alias Schach-Ticker konkret: Knackt Magnus in London Garris Elo-Weltbestmarke? und schrieb:
,,Es ist nämlich nicht unmöglich, dass Magnus Carlsen (Zeichnung: Copyright Frank Stiefel) sie bei den 4. London Chess Classic (1.-10.Dezember) noch in diesem Jahr positiv beantworten wird.
Per 1. November jedenfalls trennen jedenfalls den bald 22-jährigen Norweger (30. November 1990) nur noch ganze drei Punkte von Garri Kasparows Elo-Weltbestmarke vom Juli 1999, die seitdem unerschütterlich auf 2851 steht.”
Der talentierte Magnus Carlsen wird also auch bereits wieder ein Jahr älter. Kürzlich begeisterte der Norweger (von einigen Medien vor Jahren bereits als Schachmozart etikettiert) das Publikum in Mexiko beim UNAM Schachfestival im Blind-Schnellschachturnier. Die renommierte, interessante und zahlreich gelesene Schachwebsite Chessbase berichtete wie immer über bemerkenswerte Schachevents, ausführlich und kompetent darüber. Inclusive der sehenswerten Fotos von der Schachbühne in Mexiko.
Für mich persönlich ist ja Schachweltmeister Viswanathan Anand der Schachspieler des Jahres 2012. Seinen Titel in einem harten WM-Kampf gegen den zähen Boris Gelfand in Moskau zu verteidigen war eine beachtliche Leistung. Elo-Zahlen hin oder her. Anand wollten ja jetzt in den letzten Jahren einige Schachspieler bereits vom Thron stoßen. Scheint nicht so einfach zu sein für die Konkurrenten des indischen Schachweltmeisters. Der Weltmeistertitel ist für mich weiterhin das Maß aller Dinge.
Doch jetzt spielt´s alle noch ein schönes Turnier in London.
Wer beim Blick auf das FIDE-Ranking Magnus Carlsen an der Spitze vermutet liegt nicht falsch mit seiner Annahme. Der 21-Jährige Norweger grüßt von Platz 1 der FIDE Weltrangliste mit der imposanten Elo-Zahl von 2843. Der charismatische Garri Kasparow erreichte im Juli 1999 einen Wert von 2851. Dies ist in der Geschichte des Schachs die bisherige höchste Elo-Zahl die ein Großmeister ereicht hat. Kasparow war im Juli 1999 im Alter von 36 Jahren. Magnus Carlsen wird dieses Jahr am 30. November seinen 22. Geburtstag feiern. Es ist bemerkenswert in welcher Elo Höhenluft sich der norwegische Jungstar bewegt.
Ich würde, da wiederhole ich mich gerne, Magnus Carlsen gerne in einem WM-Schachmatch sehen. Die Paarung Viswanathan Anand - Magnus Carlsen fände ich spannend. Beide nahmen ja leider kürzlich nicht an der Schacholympiade in Istanbul teil. Mein Vater sah einst 1960 bei der Schacholympiade in Leipzig im Ringmessehaus das Duell zwischen Bobby Fischer und Michail Tal. Grandios. Er erzählte sehr oft und begeistert davon. Nach 21 Zügen gab es ein Remis. Es war keines von der langweiligen Sorte. Aber das ist eine andere Geschichte. Zurück zur Gegenwart. In einem WM-Kampf müsste Carlsen unter Beweis stellen ob er schon reif für den Sturm auf den Thron ist. Schachweltmeister Anand hat sehr beharrlich und zäh bei den Schach-WM Kämpfen in Sofia gegen Topalov sowie in Moskau gegen Gelfand gekämpft. Der Lohn war jeweils der verdiente Weltmeistertitel. FIDE-Ranking Erster Carlsen müsste in einem Duell auf der WM-Schachbühne zeigen aus was für Holz er ist.
Die Schachnation Armenien ruht sich nicht auf ihren Lorbeeren aus. Ihr Sieg bei der Schacholympiade in Istanbul bei den Männern ist die Fortsezung der Erfolge von 2006 und 2008. Drei Goldmedaillen im Zeitraum von 6 Jahren ist beachtlich. Der eine oder andere Schachfreund wird sich fragen: Was ist mit der großen Schachnation Russland los? Nun, im chessbase Interview mit Weltmeister Anatoli Karpow bringt Dagobert Kohlmeyer einige Puzzleteile für eine Antwort zusammen. 2002 gelang Russland mit Garri Kasparow letztmalig der Sieg bei der Schacholympiade. So eine Persönlichkeit wird schmerzhaft vermisst:
,,So etwas macht den Unterschied. Es fehlt eine Führungsfigur. Zu unserer Zeit war das anders. Da zählte nur der Sieg, etwas anderes kam gar nicht in Frage. Neben dem schachlichen Können braucht es Persönlichkeiten, richtige Leader, die das Team entsprechend anführen und motivieren. So etwas vermisse ich seit vielen Jahren.”
Oh ja, Garri Kasparow vermisse ich auch. Das Schach ist durch seinen Abschied von der aktiven Laufbahn am Brett ärmer geworden. Auffallend im Interview mit Karpow ist auch der mehrfach angesprochene fehlende Teamgeist im russischen Team.
Doch nun zu den unsrigen. Der amtierende Europameister Deutschland (Nein, kein Schreibfehler) kam nicht in die Top Ten. Sie belegten einen achtbaren 12. Platz und machten das Debakel von Sibirien vor 2 Jahren damit vergessen. Mehr Schachförderung, professionelles Sponsoring für die Spitzenspieler, Schaffung von Rahmenbedingungen für Spitzenleistungen werden in Deutschland immer wieder angemahnt. Die meisten Spieler haben Nebenschauplätze. Müssen berufliche Alternativen prüfen bzw. investieren da schon nicht unerhelbliche Zeit. Deutschland ist keine Schachnation. Schade eigentlich.
Die deutschen Frauen kamen ebenfalls nicht in die Top Ten und belegten am Ende Platz 11. Auch dies keine Überraschung. Für die Schachspielerinnen aus Deutschland sind die Rahmenbedingungen für professionelles Schach ebenfalls schwierig. Nicht umsonst trainiert Elisabeth Pähtz türkische Schachtalente. Die Thueringer-Allgemeine schreibt:
,,Enttäuscht zeigt sich die Nachwuchs-Weltmeisterin von 2002 und 2005 aber schon vom Deutschen Schachbund. Bis auf eine “Sonderförderung als Zwölfjährige” habe sie nie viel erhalten. Die Honorare “wurden zwar zuletzt angehoben”, räumt die Tochter von Großmeister und Trainer Thomas Pähtz ein. Doch ansonsten hätten Privatsponsoren überwiegend für ihre Förderung gesorgt. Obwohl sie schon als Kind beim Duell Garri Kasparow gegen den “Rest der Welt” mit Zugvorschlägen half und für Aufsehen sorgte, reichte es mangels Unterstützung nicht zur ganz großen Karriere.”
Wer beide Endtabellen nochmals in Ruhe studieren will, erhält jetzt einen kleinen Verlinkungsservice von mir. Hier geht es zur Tabelle der Männer. Die Tabelle der Frauen gibt es hier in der kompletten Übersicht. Bei den Frauen siegten die Schachspielerinnen aus Russland hauchdünn vor China.
Zwei große Schachspieler fehlten bei der Olympiade in Istanbul. Magnus Carlsen und Schachweltmeister Viswanathan Anand. Auch schade. Das fernbleiben von Anand hat Tradition. Der junge Carlsen legte dieses Jahr eine Pause ein.