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Der begnadete Geschichtenerzähler Jürgen Klopp

Begnadeten Geschichtenerzählern wird zugehört. Gerade in der Unterhaltungsindustrie Fußball. Einer dieser Plauderer ist Trainer in Dortmund. Jene Mannschaft, die einst den Stadionnamen an eine Versicherung verkaufte, und sich jetzt gegenüber Bayern München als die Guten positioniert. Dabei hat der deutsche Rekordmeister seine Namensrechte für die Sportstätte, die mit einem ungeliebten Ortsrivalen geteilt wird, auch an einen Versicherungskonzern verkauft. Manchmal sind die Unterschiede zwischen Gut und Böse nur marginaler Art. Im Januar 2008 hatte Bayern München einst auch einen Geschichtenerzähler engagiert. Jürgen Klinsmann. Jetzt Nationaltrainer der USA, kürzlich mit einem Prestigesieg gegen den WM-Dritten von 2010, der Mannschaft um Lukas Podolski und Miro Klose. Doch dies ist wieder eine andere Geschichte.

James Bond nebst der Wunderelf von Ungarn und Bayern München

Bei Übungsleiter Klopp musste man nicht genauer hinhören, um vor dem Londoner Finale eine gewisse Unruhe zu spüren. Diese Nervosität führte dann zu verschiedenen Geschichten. Das Publikum lauschte gebannt. Die James Bond Story. Gut und Böse. Der Griff in die historische Mottenkiste von 1954. Dortmund auf einer Ebene mit den Helden von Bern. Gleiche Ausgangslage. Ungarn und Bayern, die Übermannschaften. Deutschland und Dortmund mit jeweils klaren Außenseiterchancen. Wie es 1954 ausging war bekannt. Klopp erzählte die Geschichte charmant, emotional und durchaus auch geschickt. Jeder Motivationstrainer musste aufhorchen. Woher hat er diese magischen Methapern? Von Anthony Robbins, Emile Ratelband oder Jürgen Höller? Laufen die Dortmund Spieler heimlich über glühende Kohlen? Oder springen im Seminarraum bei einer vorbeifahrenden Lok auf die Tische und klopfen sich voller enthusiastischer Begeisterung auf die Brust und signalisieren so: Die Störung durch den Zug wandeln wir um in positive Energie. Bitte schick uns auch morgen wieder eine Lokomotive am Seminarzentrum vorbei. Am besten einen irre langen Güterwaggonzug. Legt bitte jemand nochmals das Tonband mit dem Presslufthammer von der Baustelle auf. Meditation inbegriffen. Die mentale Stärke trainieren.

Story von der China Kopie und die Sache mit dem Arbeiterverein Borussia Dortmund

Doch der für verschiedene Produkte werbende Klopp plaudert eigentlich die ganze Saison über. Hat er in Sachen Werbeverträge eigentlich bereits Franz Beckenbauer eingeholt? Der Kaiser hat ja eine Vielzahl von Produkten beworben. Legendär sein Gesichtsausdruck beim auslöffeln der Knorr Suppe. Oder seine Autowerbung. Wie er die Rolle des Markenbotschafters für Mercedes Benz annahm und dabei einen Rückblick auf Malente warf. Oder die Obsession vom einstigen Weltklasselibero für ein besonderes bayerisches Bier. Doch zurück zum Geschichtenerzähler mit der neuen Frisur. Nach der mutlosen Niederlage im DFB-Pokal im Süden der Republik hatten wir bereits die Geschichte der Raubkopierer mit dem Produkt Spielweise (hatte Dortmund ein Patent laufen?) im Stile der Chinesen gehört. Adressat des Vorwurfs waren die Bösen mit dem Emblem von Bayern München. Wenn ein so ruhiger und erfahrener Trainer wie Jupp Heynckes sich über die Story von Klopp aufregt stimmt die Relation vielleicht nicht. Dazu der immerwährende Vorwurf Bayern würde alles mit Geld regeln. Spieler kaufen. Oh, war Reus vor der Saison ehrenamtlich von Borussia Mönchengladbach zu Borussia Dortmund gewechselt? Ohne Ablösesumme in zweistelliger Millionenhöhe? Hatte er auf ein Millionengehalt verzichtet? Dann ist auch noch das Märchen vom Proletariat. Klopps Chef, Herr Watzke, stilisiert Börsenteilnehmer Borussia Dortmund gerne auch im Jahr 2013 als Arbeiterverein. Schmunzeln. Das ist aberwitzig. Auch Jürgen Klopp strickt gerne an dieser Story. Bei aller Sympathie für Tradition, Wurzeln mit einfachen Familienverhältnissen, begeisternde Fußballspiele, Tempo und Dynamik der Borussen und dem verdienten Double Triumph in der Saison 2011/2012 – Arbeiterverein im Jahr 2013 ist so weit weg von der Realität wie ein Kanzlersieg von Honorarkönig Steinbrück im September.

Marketingkampagne Echte Liebe und die Probleme mit der Treue

Borussia Dortmund hat einen Claim Echte Liebe. Auf den ehemaligen Arbeiterverein zugeschneidert. Ausgedacht unter Marketinggesichtspunkten der Neuzeit. Griffiger Slogan. Authentisch soll er sein. Sympathisch rüberkommen. Eine besondere Verbundenheit der Fans, der Region mit dem Fußballteam von Borussia Dortmund signalisieren. Beim Verkauf von Trikots, Schals und anderen Fanartikeln helfen. Die Umsätze im Merchandising steigen. Trikotsponsor Puma ist mit dem Abverkauf der Hemden mit dem Logo einer Raubkatze zufrieden, so ist zu hören. Die Marketingkampagne Echte Liebe hat jedoch auch die ersten Risse bekommen. Mario Götze, in der schönen Stadt Memmingen im Allgäu zur Welt gekommen, mag nicht mehr im Liebeskreis der Dortmunder bleiben. Er spielt in der nächsten Saison nicht mehr im Puma Trikot mit den traditionellen Dortmunder Farben. Sein neues Leibchen trägt drei Streifen. Stichwort Adidas. Einst prangten diese 6 Buchstaben sogar auf der Trikotbrust von Spielern wie Franz Beckenbauer. Halt Tradition. Auch der talentierte polnische Nationalspieler Robert Lewandowski hat Fernweh und will vom CL-Finalisten 2013 weg. Dabei demonstrieren der Stürmer und seine Berater eine besondere Hartnäckigkeit in der Kommunikation des gewünschten Ausbrechens aus dem Kreis der Liebe. Der Held vom Malaga Spiel, Felipe Santana ist bereits weg. Er suchte eine neue Herausforderung bei, bitte festhalten, Schalke 04. Der Revierrivale. Meister der Herzen. In den Jahren zuvor signalisierten Spieler wie Kagawa oder Sahin den Wunsch einen anderen Kultur- und Freundeskreis kennenzulernen. Echte Liebe. Das Leben ist kompliziert. Immerhin Sahin hat es wieder zurück zu seinem Ex-Verein geschafft.

Nachdenkenswert #182

,,Versetzen wir uns zum Abschluss also kurz in den Kopf von Peter Stöger: Wir haben ein Angebot der Austria am Tisch liegen und eines von einem Spitzenclub der zweiten deutschen Liga. Pro Zweitklassigkeit sprechen Stadien, Fans und Gehalt. Vor allem aber die absolut realistische Chance, innerhalb eines Jahres die große Bühne der deutschen Bundesliga zu betreten.”

Philip Bauer, über die zweitklassige Verlockung von Peter Stöger auf derStandard.at

Reminiszenz an das Interview von Dirk Thiele und Hans Meyer

Beide gehörten zu den interessantesten Protagonisten des DDR Sport. Dirk Thiele auf Seiten der Sportmoderatoren im Fernsehen und Hans Meyer als erfolgreicher Fußballtrainer. Den FC Carl Zeiss Jena führte er nach einer imponierenden Serie in das Düsseldorfer Finale der Europapokal der Pokalsieger im Jahr 1981. Auf dem Weg dahin gab es unter anderen im Ernst-Abbe-Sportfeld das legendäre 4:0 gegen den AS Rom nach einer 0:3 Hinspielniederlage. Nach der Wende fand Thiele den Weg zu Eurosport. Meyer gelang über den Seiteneinstieg bei Twente Enschede der Weg in die Bundesliga. Höhepunkt war der DFB-Pokalsieg 2007 mit dem 1. FC Nürnberg gegen den damaligen Meister VfB Stuttgart. Im Interview kommt dann ab der 41. Minute auch der begnadete Fußballer Peter Ducke ( 3x DDR Meister, 3 x FDGB-Pokalsieger, Torschützenkönig, Sportler des Jahres der DDR, Fußballer des Jahres der DDR) auf die Bühne. Vorhang auf für bemerkenswerte 58 Minuten, die am 28. Oktober 2011 in der Goethe Galerie in Jena stattfanden.

BSG Chemie Leipzig im legendären Abstiegskampf 1984 gegen den 1. FC Union Berlin

Heute müssen die Anhänger des 1. FC Union Berlin tapfer sein. Ein Rückblick auf den spektakulären Abstiegskampf 1984 zwischen den Leutzschern und den Berlinern. Nach 26 Spieltagen war in der Abschlusstabelle der DDR-Oberligasaison 1983/84 noch keine Entscheidung über den zweiten Absteiger gefallen. Alleine in Halle gingen die Lichter schon aus. Der HFC Chemie stand als Absteiger mit Tabellenplatz 14 definitiv fest. Wer sollte den Hallensern folgen? Es gab zwei legendäre Abstiegsduelle im K.o. Modus zwischen dem 1. FC Union Berlin und der BSG Chemie Leipzig. Das Wort legendär wird ja mitunter etwas inflationär im Sport gebraucht. Doch für die auf Messers Schneide geführten Entscheidungsspiele zwischen der BSG Chemie Leipzig und dem 1. FC Union Berlin vor 29 Jahren trifft es 100% zu.

Bevor es in das historische Dokument geht noch ein wenig Zeitgeist von damals. Beide Teams hatten in ihren jeweiligen Städten die sportlich stärkeren und ungeliebten Rivalen. Der BFC Dynamo holte in jenem Jahr den 6. Titel in Folge und verwies Dynamo Dresden auf den undankbaren 2. Platz. Der 1. FC Lokomotive Leipzig aus Probstheida wurde 3. in jener Saison mit nur 2 Punkten Rückstand zum geförderten Serienmeister. Die BSG Stahl Brandenburg und Motor Suhl qualifizierten sich für die höchste Spielklasse der DDR. Im Nachbarland BRD holte sich der VfB Stuttgart die Meisterschaft punktgleich vor dem Hamburger SV und Borussia Mönchengladbach. Bayern München wurde 4. Den erfolgsverwöhnten Bayern blieb als Trostpflaster der DFB-Pokalsieg. Die Tour de France gewann Laurent Fignon. Niki Lauda siegte in der Formel 1. Der impulsive John McEnroe gewann Wimbledon. Die olympischen Winterspiele fanden in Sarajevo statt. Und dann waren dann auch noch die olympischen Spiele von Los Angeles ohne Beteiligung der sozialistischen Sportschwergewichte UdSSR, DDR und Co.

Doch jetzt zum Fußball zurück. Wie gesagt nach 26 Spielen kam es zu zwei Entscheidungsspielen um den Klassenverbleib in der DDR-Oberliga. Am 23. Mai 1984 gab es das Hinspiel in Berlin an der Alten Försterei und am Samstag, den 26. Mai 1984 das alles entscheidende Rückspiel im Georg-Schwarz-Sportpark. Leutzsch sollte ein hochemotionales Spiel erleben. Protagonisten von damals blicken zurück. Auch das Pedant zur Tagesschau, Die Aktuelle Kamera fehlt nicht. Nach den Honecker News kommt auch Fußball. Doch Bilder sagen mehr wie tausend Worte. Jetzt geht es gleich mit dem Video los. Alleine die Nennung der Paarung BSG Chemie Leizig – 1. FC Union Berlin sorgt heute noch bei allen damals Beteiligten für Gänsehaut. Los geht´s. Vorhang auf.

Vor 23 Jahren gewinnt Matthias Sammer mit Dynamo Dresden den FDGB-Pokal

Er ist einer der Schlüsselpersonen für das Bayern München Märchen in der Saison 2012/2013 gewesen. Die Rede ist von Matthias Sammer. Jetzt als krönender Abschluss im 1. Arbeitsjahr beim deutschen Rekordmeister nach der Meisterschaft mit Rekordpunktzahl, dem Gewinn der Champions-League im Prestigeduell mit Borussia Dortmund nun auch der DFB-Pokal. Es hallt durch ganz Deutschland: Triple. Respekt. Dabei wollen wir an dieser Stelle nicht die Frauen vom Vfl Wolfsburg vergessen. Sie waren die Ersten mit der atemberaubenden Trilogie Meisterschaft, Champions-League und DFB-Pokal. Doch zurück zu Bayern München.

Den Ritterschlag erhält Matthias Sammer vom Kaiser höchstpersönlich. Weltmeister, lebende Bayern München Legende und Ehrenpräsident Franz Beckenbauer gegenüber dem TV-Sender Sky:

“Ich habe von Anfang an gesagt: Die beste Verpflichtung in den letzten Jahren war Matthias Sammer. Er hat die Mannschaft wieder aufgerichtet, natürlich im Verbund mit Jupp Heynckes und seinen Leuten. Matthias Sammer hat einen ganz ganz großen Anteil daran, dass der FC Bayern heute da ist, wo er immer hin wollte”.

Kann man so stehen lassen. Den ersten Pokalerfolg errang der gebürtige Dresdner noch für die Elbflorenzer. Heute genau auf den Tag vor 23 Jahren gewann Matthias Sammer mit Dynamo Dresden in Berlin als Spieler den FDGB-Pokal. Das Tableau der Partie von damals am 2. Juni 1990 im Jahr der deutschen Einheit liest sich so:

SG Dynamo Dresden – PSV Schwerin 2:1 (1:1)

SG Dynamo Dresden: Schulze, Lieberam, Wagenhaus, Schößler, Büttner, Stübner, Pilz (52. Platzverweis), Sammer, Kirsten, Döschner (74. Radtke), Gütschow (87. Minge).

PSV Schwerin: Reinke, Eggert, Herzberg, Beutling, Stammann, Prange, Drews, Ruppach, Kort, Gottschalk (76. Buchsteiner), Baumgart (66. Benthin).

Torfolge: 0:1 Kort (5.), 1:1 Stübner (18.), 2:1 Kirsten (84.).

Schiedsrichter: Gläser (Breitungen).

Zuschauer: 5.750 im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark in Berlin

Im Sommer 1990 wechselte Matthias Sammer dann zum Bundesligisten VfB Stuttgart. Aufbruch zu neuen Zielen und Erfolgen.

Die Lieblingskinder der Unterhaltungsindustrie: Bayern München und Borussia Dortmund

Auch der umtriebige ARD Moderator Frank Plasberg konnte der Versuchung nicht widerstehen in seiner am Montag angesetzten Sendung Hart aber fair, das Fußballspiel der beiden Mannschaften mit den Millionenumsätzen zum Thema zu machen. Okay, um Fußball ging es weniger. Taktische Finessen, Spielsysteme, konditionelle Unterschiede, überpacen von Dortmund mit dem Forchecking, aufdrehen der Bayern nach dem Ausgleich, Einwechselfehler in puncto Zeitpunkt vom jüngeren Trainer an der Seitenlinie etc. waren eher kein Thema beim Moderator und passionierten Autofan Plasberg.

Die Sache mit der Authentizität: Marketingkampagne Echte Liebe und James Bond 

Bei Plasberg wird geplaudert. Nie kann die Welt ganz in ihrer Komplexität erklärt werden. Arm gegen Reich? Arbeiterverein gegen Arroganz Familie? Mit was haben wir es eigentlich zu tun? Sport oder Politik? Zielgerichtetes suchen der Medienaufmerksamkeit und die Betonung der Marke? Marketingkampagne Echte Liebe? Sportmarketing per excellence bei Borussia Dortmund? Erfolgreiches Sportmarketing im Stile eines Branchenführers wie Bayern München? Überzogene moralische Bewertungen normalen Transfergebarens? Wer wirft die größeren Nebelkerzen? Welche Strategie findet eher den Weg in das Gehirn der Menschen? Zahlreiche authentische Werbeverträge für den Übungsleiter mit dem Hang, englischen Zeitungen vor einen Champions-League Finale die Welt zu erklären, und James Bond zu reaktivieren für das Schema Gut kontra Böse.

Bayern München und der BVB das führende Duo in der Unterhaltungsindustrie

Nun, der Borussia Dortmund Fan und Journalist Friedrich Küppersbusch war nicht in der Runde von Frank Plasberg zu finden. Der auch im Fernsehgeschäft tätige Küppersbusch gab unlängst in der taz im Interview folgende Beschreibung kund:

,,Dortmund ist eine Band, Bayern eine Armee. Borussia ist eine offene Elferbeziehung, die Münchner sind ein Harem. Na ja, im Grunde sind beide führende Unternehmen der Unterhaltungsindustrie, die ihre so profilierten Imagekonzepte am besten umsetzen.”

Unterhaltungsindustrie trifft es ganz gut. Doch Bayern München hat natürlich auch großen Sport geboten. Man frage bei Juventus Turin oder dem FC Barcelona und Lionel Messi nach. Auch das Match in London machte da diese Saison keine Ausnahme. Bayern München hat ein temporeiches Spiel für sich entschieden. Dortmund hat überpacet und konnte der nochmaligen Temposteigerung der Bayern Elf nach dem Ausgleich nichts adäquates entgegensetzen. Nebenbei habe ich mich auch ganz gut unterhalten gefühlt. Es spricht nichts gegen ein erneutes Spektakel im neuen Jahr.

Sportwette bei William Hill: 10.000 Pfund auf Sieg von Bayern München

Das Wetter schwächelt in Deutschland. Der Schachspieler und Borussia Dortmund Sympathisant Peer Steinbrück hat nicht wirklich einen Wahlkampf vorzuweisen, der diesen Namen auch verdient. Uli Hoeneß verlor im Halbfinale 100 Euro. Er hatte mit seinem Nachbarn gewettet. Der ehrgeizige Bayern München Präsident setzte auf einen Sieg von Real Madrid gegen die schwarz-gelben aus dem Ruhrgebiet. So habe ich es jedenfalls in dem ellenlangen Interview von Weltmeister Uli Hoeneß mit der Zeitung Die Zeit im gemütlichen Münchener Lokal irgendwie in Erinnerung behalten. Doch halt. Ich hab ja die Zeitung noch. Also noch schnell zum Zeitungsstapel. So wo haben wir denn das gute Stück. Ach hier. Das Interview auf den Seiten 13 bis 16 mit dem Titel ,,Ich gehöre nicht mehr dazu.” Schnell noch die Passage rausgesucht. Damals waren in München angenehme 22 Grad. Von der Wochenzeitung waren 3 Personen zugegen: Redakteurin Cathrin Gilbert, Zeit-Autor Hans Werner Kilz und Redakteur Stephan Lebert. Die Zeit fragte im Lieblingsrestaurant von Uli Hoeneß in der Landeshauptstadt München.

,,Zocken Sie bei Pferderennen oder Fußballwetten?”

Die Antwort von Bayern München Präsident Uli Hoeneß im Beisein seines 33-Jährigen Sohnes Florian gegenüber den 3 Journalisten:

,,Nein, beides gar nicht. Sie sind auf der falschen Fährte. Mich reizen keine Glücksspiele. Beim Champions-League- Spiel zwischen Dortmund und Real Madrid habe ich mit meinem Nachbarn gewettet, wir haben das Spiel zusammen angeschaut. Es ging um 100 Euro. Ich habe gewettet, dass Real Madrid gewinnt. Na ja.”

Immer kann man nicht gewinnen. Dies merkt gerade auch die Basketballhochburg Bamberg. Wolfgang Heyder lehnte einst ein Angebot von Bayern München ab. Er blieb in Bamberg und schrieb weiter an der Erfolgsstory der Korbjäger in der Domstadt. Wackelt jetzt die Titelverteidigung? Brose Baskets verlor sein erstes Heimspiel in den Play-off gegen die Basketballer von Bayern München. Bergsteiger-Legende Reinhold Messner hält sich zur Zeit im Basislager des Mount Everest auf. Die TSG Hoffenheim will weiter in der Bundesliga bleiben. Doch dies ist zur Zeit alles Nebensache. Stichwort Champions-League Finale der Männer in London. Zeit für Sonderdrucke …

Die Süddeutsche Zeitung brachte in der 22 Seiten starken Sonderbeilage zum Champions-League Endspiel auch ein Interview mit dem Sprecher eines Anbieter von Sportwetten. Es gibt ja unzählige Anbieter im Markt, stellvertretend seien hier bwin, tipico, Interwetten, bet365, bet at home, mybet, Bet3000, digibet, betsson, titanbet, betsafe, oddset oder sportingbet genannt.  Den  Sprung in die Sonderbeilage über das deutsch-deutsche Finale hat der smarte 25-Jährige Joe Crilly, Sprecher von William Hill, dem größten Buchmacher Großbritanniens, geschafft. Er plaudert im Interview über einen Wetter mit Entscheidungsfreude,  klarer Meinung und rechtzeitig platzierter Sportwette:

,,Ein Kunde hat vor dem Halbfinale 10 000 Pfund auf den Champions-League-Sieg der Bayern gesetzt. Er würde 47 500 Pfund zurückbekommen.”

Gutes Timing. Die Quote von 4,75 hat Charme. Joe Crilly verrät der Süddeutschen Zeutung übrigens auch seinen ganz persönlichen Tipp. Er zieht Parallelen zum Sieg vom FC Porto mit Mourinho im Jahr 2004 in Gelsenkirchen gegen den AS Monaco und sieht Dortmund mit 3:1 vorn. Dies wäre dann für den Kunden ein nicht ganz so geschmeidiger Ausgang seiner Wette. Schaun mer mal.

Nachdenkenswert #177

,,Es war ja auch einer der Gründe, warum wir gesagt haben, dass wir sowohl der Mannschaft in Salzburg und in Leipzig ein anderes Gesicht geben wollen. Schauen Sie sich Teams wie Dortmund oder Bayern an, das sind alles junge Teams, die erfrischenden Fußball spielen. Das geht mit jüngeren Spielern in der Regel einfacher als mit einer Mannschaft, deren Schnitt bei 28 oder 29 liegt. Wir versuchen das Team sicherlich auch so zusammenzustellen, dass es zur Marke Red Bull passt, aber in erster Linie zählt natürlich der Erfolg.”

Ralf Rangnick, Sportdirektor vom FC Red Bull Salzburg und RB Leipzig, im Interview mit LAOLA1.at