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Sport am Bodensee: TSV 1860 München gegen FC Wohlen im Zeppelinstadion

Heute ist Ruhetag in Sotschi. Stand 2:2. Wie vor einem Jahr in Chennai. Damals gab es 4 Punkteteilungen hintereinander. Diesmal Remis in der 1. Partie. Dann der Sieg von Weltmeister Carlsen im 2. Spiel. Dann der Konter von Anand, der körperlich und mental einen viel besseren Eindruck wie 2013 macht, gestern dann ein erneutes teilen der Punkte. Der für mich beste deutsche Schachreporter bei WM-Kämpfen der letzten Jahre ist Ulrich Stock. Sein Schreibstil unverwechselbar. Er zelebriert die Schachatmosphäre. Bringt textliches Feinsilber auf den Tisch für seine Leser. Jeder Satz ein Lesegenuss. Sein neuestes Stück ist heute auf Zeit Online zu erleben. Ulrich Stock merkt dabei an:

,,Das Duell in Sotschi hat ein Thema gefunden! Auf einmal geht es nicht mehr um Alt gegen Jung, Fit gegen Topfit,  Bieder gegen Ruppig, Bügelfalte gegen Knitterjacke, sondern ums Eingemachte, um Schach.”

Themawechsel. Hier am Bodensee gibt es heute Fußball. Austragungsort ist eine Spielstätte die ich kürzlich hier im Blog am 1. Oktober unter dem Titel Sport am Bodensee: Lakmustest für die Publikumsresonanz der Towerstars und Sanierung im Zeppelinstadion erwähnte.

Der Kunststoffbelag der Leichtathletikanlage im Häfler Zeppelinstadion erhält nach 17 Jahren eine Sanierung. Heute wird auf dem Rasen Fußball gespielt. Ein Freundschafsspiel zwischen dem TSV 1860 München und dem Schweizer Zweitligisten FC Wohlen. 14.00 Uhr ist Anpfiff in der Teuringer Straße 2. An den Tageskassen gibt es Eintrittskarten. Bei 7,00 Euro liegt der Preis für die Steh- und Tribünenplätze. Achtung Bonus: Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre können sich das Testspiel gratis ansehen.Traveler Digital Camera

TSV 1860 München. Was für ein einstiger Ruhm, was für eine Tradition, was für Nackenschläge, was für Schlagzeilen, was für ein Personalkarussell. Einst agierten Präsident Wildmoser, das lebendig gewordene bayerische Barockgemälde, und der strenge Coach Lorant die Geschicke. Beide waren kantige Charakter, ließen sich nicht rund schleifen. Wenn  Karl-Heinz Wildmoser einen Raum betrat, füllte er ihn mit seiner Präsenz. In seiner Präsidentenzeit war der TSV 1860 München wieder in die Bundesliga aufgestiegen und schnupperte gar an den Champions-League Töpfen. In seiner Ära waren es die Löwen. Stolz und stark. Bissig und auf der Jagd. Traveler Digital Camera

Dazu kam der ehrgeizige Trainer Werner Lorant. Er wurde von zahlreichen Medien oft als “Löwendompteur” bezeichnet. Er passte zu jener Zeit hundertprozentig zu 1860. Es gibt ja solche Trainer-Vereins-Kombinationen die einfach sehr lange stimmig sind. Schäfer/Karlsruher SC, Finke/SC Freiburg, Stanislawski/St. Pauli. Zum Beispiel. Allen ist auch gemein, danach gab es eigentlich nie wieder diese Kontinuität in der Trainer-Vita. Schäfer und Finke sah man an den Seitenlinien afrikanischer Fußballnationalmannschaften. Holger Stanislawaski probierte sich kurzzeitig bei der TSG Hoffenheim und in Köln aus. Aufgestiegen ist der 1. FC Köln dann mit dem Österreicher Stöger.

Werner Lorant, von 1992 bis 2001 Trainer bei den Löwen ging dann zu Fenerbace Istanbul. Eine kurze Stippvisite. Spätere Trainerengaments gab es dann unter anderen bei LR Ahlen, Incheon United, Apoel Nikosia, Sivasspor, Saipa Teheran, Kayseri Erciyesspor, SpVgg Unterhaching, Kasımpaşa Istanbul, Liaoning Hongyun,  SV ATA Spor München, DAC Dunajská Streda. 

Während Trainer Lorant eine Odyssee durch verschiedene Länder antrat, verspielte TSV 1860 München den Ruf der Löwen. Sie ähnelten immer mehr Kätzchen. Das soll nicht boshaft despektierlich klingen. Doch statt Aufstiegskampf in die Bundesliga, immer wieder in den letzten Jahren rhetorisch ambitioniert vorgetragen, gibt es aktuell Abstiegskampf. Die tz aus München titelt denn auch Ausreden & Ausflüchte! 1860 redet die Krise schön.

Der heutige Kontrahent von 1860 München ist der FC Wohlen. Bruder Wikipedia gibt einleitend folgendes preis:

,,Der FC Wohlen ist ein Schweizer Fussballclub aus Wohlen im Kanton Aargau. Er spielt in der Challenge League, der zweithöchsten Liga des Landes.

Der Club wurde am 21. Mai 1904 gegründet und ist der älteste Fussballclub der Schweiz, der nicht in einer Stadt entstanden ist. In der Saison 1930/1931 gehörte der FC Wohlen der höchsten Spielklasse der Schweiz an.”

Auf der Trainerbank der Schweizer sitzt ein bekanntes ehemaliges Bundesligagesicht. Ciriaco „Ciri“ Sforza. Er spielte in seiner aktiven Spielerlaufbahn unter anderen beim FC Kaiserslautern und deutschen Rekordmeister Bayern München. Auch Stationen bei Grasshopper Club Zürich oder Inter Mailand schmücken seine Karriere. Ciriaco Sforza bestritt 79 Länderspiele für die Schweiz.

Sport am Bodensee Terminkalender

13.11.2014 Fußball: TSV 1860 München – FC Wohlen in Friedrichshafen ab 14.00 Uhr

14.11.2014 Handball: Alpla HC Hard – Moser Medical UHK Krems ab 19.00 Uhr

15.11.2014 Handball: HSG Konstanz – TSV Rödelsee ab 20.00 Uhr

16.11.2014 Volleyball: Volley YoungStars – TV 05 Waldgirmes ab 14.00 Uhr

16.11.2014 Eishockey: EV Lindau – TEV Miesbach ab 17.30 Uhr

16.11.2014 Eishockey: Ravensburg Towerstars – EC Bad Nauheim ab 18.30 Uhr

18.11.2014 Handball: Kadetten Schaffhausen – TSV St. Otmar St. Gallen ab 19.30 Uhr 

19.11.2014 Volleyball: VfB Friedrichshafen – Aich Dob ab 20.00 Uhr

20.11.2014 Fußball: Gespräch mit Thomas Hitzlsperger an der BürgerUniversität der Zeppelin Universität in Friedrichshafen im SeeCampus, Kolon, Foyer ab 19.15 Uhr

20.11.2014 Handball: Kadetten Schaffhausen – Motor Saporoschje ab 20.00 Uhr

21.11. Vereinspolitik: Jahresversammlung Seglerjugend & Segelabteilung – Alle Abteilungen des DSMC

21.11.2014 Eishockey: Ravensburg Towerstars – EVL Landshut Eishockey ab 20.00 Uhr

22.11.2014 Handball: Tag der offenen Tür bei Kadetten Schaffhausen in der BBC Arena

22.11.2014 Schach: Schachclub Tettnang 1 – Schachverein Friedrichshafen 1 ab 10.00 Uhr

22.11.2014 Fußball: FV Ravensburg – VfR Aalen II ab 14.30 Uhr

22.11.2014 Basketball: TSV Eriskirch – VfL Nagold (Männer) ab 18.00 Uhr 

22.11.2014 Handball: SV Allensbach – SGH-Rosengarten-Buchholz ab 18.00 Uhr

22.11.2014 Handball: Alpla HC Hard – Balatonfüredi KSE ab 19.00 Uhr 

22.11.2014 Handball: Bregenz Handball – HSG Bärnbach/Köflach ab 19.00 Uhr

22.11.2014 Ringen: SV Germania Weingarten – SV Triberg ab 19.30 Uhr

22.11.2014 Basketball: Baskets Konstanz – Panthers Schwenningen ab 20.00 Uhr

23.11.2014 Fußball: FC St. Gallen – FC Vaduz ab 13.45 Uhr

23.11.2014 Eishockey: EV Lindau – EV Moosburg ab 17.30 Uhr

23.11.2014 Basketball: TV Konstanz – USC Heidelberg ab 17.30 Uhr

23.11.2014 Volleyball: VfB Friedrichshafen – CV Mitteldeutschland ab 18.00 Uhr

24.11.2014 Vereinspolitik: Jahresversammlung Wasserski-Sektion des DSMC

25.11.2014 Handball: Kadetten Schaffhausen – GC Amicitia Zürich ab 19.30 Uhr

26.11.2014 Handball: Alpla HC Hard – Bregenz Handball ab 19.00 Uhr

28.11.2014 Party: Warm-up-Party zur ,,39. Eisernen” des DSMC im ,,Steg 4″  

29.11. – 30.11. 2014 Segeln: 39. Regatta der Eisernen des DSMC in Konstanz

29.11.2014 Handball: Bregenz Handball – SG INSIGNIS HB Westwien ab 19.00 Uhr

29.11.2014 Handball: HSG Konstanz – SG Leutershausen ab 20.00 Uhr

30.11.2014 Eishockey: EV Lindau – ECDC Memmingen ab 17.30 Uhr

30.11.2014 Volleyball: VfB Friedrichshafen – Netzhoppers KW Bestensee ab 18.00 Uhr

30.11.2014 Eishockey: Ravensburg Towerstars – Fischtown Pinguins ab 18.30 Uhr 

03.12.2014 Volleyball: VfB Friedrichshafen – Olympiakos Piräus ab 20.00 Uhr 

04.12.2014 Handball: Kadetten Schaffhausen – Aalborg Handbold ab 20.00 Uhr

06.12.2014 Fußball: FV Ravensburg – Freiburger FC ab 14.00 Uhr

06.12.2014 Basketball: TSV Eriskirch – TV Rottenburg (Damen) ab 15.45 Uhr

06.12.2014 Basketball: TSV Eriskirch – BV Villingen-Schwenningen 2 (Männer) ab 18.00 Uhr

06.12.2014 Handball: Alpla HC Hard – Raiffeisen Fivers WAT Margareten ab 19.00 Uhr

06.12.2014 Handball: SV Allensbach – SV-Union Halle Neustadt ab 19.30 Uhr 

06.12.2014 Ringen: SV Germania Weingarten – KSV Aalen 2005 ab 19.30 Uhr

06.12.2014 Handball: HSG Konstanz – SG Kronau/Östringen ab 20.00 Uhr

06. – 07.12.2014 Fußball: 12. MTU-Hallencup – internationales U-15 Fußballturnier

07.12.2014 Basketball: TV Konstanz – Grüner Stern Keltern II ab 14.30 Uhr

07.12.2014 Fußball: FC St. Gallen – FC Sion ab 16.00 Uhr

07.12.2014 Eishockey: EV Lindau – HC Landsberg ab 17.30 Uhr

07.12.2014 Basketball: Baskets Konstanz – 1. FC Kaiserslautern ab 17.30 Uhr

07.12.2014 Eishockey: Ravensburg Towerstars – SC Riessersee ab 18.30 Uhr

09.12.2014 Handball: Kadetten Schaffhausen – BSV Bern Muri ab 19.30 Uhr

13.12.2014 Handball: Bregenz Handball – Union JURI Leoben ab 19.00 Uhr

13.12.2014 Handball: Kadetten Schaffhausen – HC Kriens-Luzern ab 19.30 Uhr

14.12.2014 Schach: Schachclub Tettnang 1 – Schachverein Friedrichshafen 1 ab 09.00 Uhr

14.12.2014 Volleyball: Volley YoungStars – TSV Grafing ab 14.00 Uhr

14.12.2014 Volleyball: VfB Friedrichshafen – SVG Lüneburg ab 18.00 Uhr

14.12.2014 Eishockey: Ravensburg Towerstars – Eispiraten Crimmitschau ab 18.30 Uhr

19.12.2014 Handball: Alpla HC Hard – HSG Bärnbach/Köflach ab 19.00 Uhr

20.12.2014 Basketball: TV Konstanz – Ratiopharm Ulm ab 18.00 Uhr

21.12.2014 Eishockey: EV Lindau – EC Pfaffenhofen ab 17.30 Uhr

21.12.2014 Volleyball: VfB Friedrichshafen – VSG Coburg / Grub ab 18.00 Uhr

21.12.2014 Eishockey: Ravensburg Towerstars – ESV Kaufbeuren ab 18.30 Uhr

23.12.2014 Eishockey: Ravensburg Towerstars – Heilbronner Falken ab 20.00 Uhr

28.12.2014 Eishockey: EV Lindau – EHC 80 Nürnberg ab 17.30 Uhr

28.12.2014 Eishockey: Ravensburg Towerstars – Bietigheim Steelers ab 18.30 Uhr 

30.12.2014 Eishockey: Ravensburg Towerstars – EC Bad Nauheim ab 20.00 Uhr

Rezension von Sport – das Buch

,,Sport – Das Buch” von Jürgen Schmieder und Johannes Aumüller

Das 352 Seiten starke Buch ist seit dem 6. Oktober 2014 in Deutschland auf dem Markt. Der C.Bertelsmann Verlag stellte mir freundlicherweise ein Rezensionsexemplar zur Verfügung. Mein persönlicher Dank geht an Kathrin Arnold, verantwortlich für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Sie kam auf mich schriftlich zu, wir telefonierten miteinander und es erfolgte die prompte Zusendung. Jürgen Schmieder, Reporter sowie Autor für die Süddeutsche Zeitung und derzeit Korrespondent in Los Angeles hatte Lust auf Teamarbeit. Sein kongenialer Partner für Sport – Das Buch war der Sportjournalist Johannes Aumüller. Aumüller arbeitet seit 2008 für die Süddeutsche Zeitung und berichtet vor allem über Sportpolitik und das Sportgeschehen in Osteuropa.Plain black hardback book

104 Sportarten und über 5.000 Fakten werden unterhaltsam aufbereitet und dargeboten. Obligatorisch auch die Frage für Angeber. In der Sportart Fußball kommt sie auf Seite 115 geschmeidig daher:

,,Wie viele deutsche Fußball-Nationalspieler haben in einem EM- oder WM-Finale von außerhalb des Strafraums ein Tor erzielt?”

Klar, Gerd Müller hat sein Siegtor 1974 in München gegen die Niederlande im Strafraum erzielt. Auch Mario Götze erzielte das Siegtor bei der WM 2014 gegen Argentinien innerhalb des Strafraums. 1990 ist eh klar. Das Elfmetertor von Andreas Brehme. Nun, die richtige Antwort ist Horst Hrubesch. Sein 1:0 gegen Belgien im EM-Finale 1980 ist der einzige Treffer in der langen Geschichte von Toren deutscher Fußballer in Endspielen bei einer Europameisterschaft oder einer WM, der von außerhalb des Strafraums erzielt wurde.

Das Buch ist eine Fundgrube für jeden Sportfan. Skurille Sachen werden ans Tageslicht befördert, wissenswertes leicht veranschaulicht dargelegt und man merkt Jürgen Schmieder und Johannes Aumüller den Spaß am Buch an. Dabei werden die einzelnen Sportarten strukturiert abgearbeitet. Nehmen wir einfach zum besseren Verständnis die Sportart Handball auf den Seiten 128 bis 130 heraus. Der Aufbau zieht sich durch das ganze Buch und geht beim Handball so:

Mutterland: Was er war: Wie er wurde: Was er ist: Wettkampf, den man gesehen haben muss: Beeindruckendster Laufweg: Was den Sport einzigartig macht: Dinge, die den Sport grundlegend verändert haben: Typische physische Folge: Tragische Verletzung: Bester Sportler: Schlechteste Sportler: Bester Spruch: Tollster Fachbegriff: Bestes Buch zum Sport: Bester Film: Bestes Lied: Tätigkeit für Sesselsportler: Outfit, das in Erinnerung bleibt: Accessoire, das keinen Einzug in den Mainstream erhalten hat: Athlet, dessen Nachname dem Sport gerecht wird: Bester Spitzname: Beste Regel: Frage für Angeber: Größter Skandal: Lustigste Panne: Größter Gauner: Leistungsfördernd: Die 10 … besten Torschützen (Tore, Siebenmeter, Spiele) in der Geschichte der Handball-Bundesliga, die gemeinhin als stärkste Liga der Welt gilt:

Die jeweiligen Antworten birgen auch für einen belesenen Sportkenner wie mich oft überraschende Erkenntnisse, nachdenkenswertes, Anregung für die Aktivierung des Zwerchfells. Manchmal wird dabei auch das Kopfkino angeknipst. Die Emotionen kommen hoch.

Die Sportjournalisten Schmieder und Aumüller haben sich auch an Sportarten wie Angelsport, Billiard, BMX, Bodybuilding, Bogenschießen, Cheerleading, Computersport, Darts, Frisbee, Karate, Lacrosse, Motorbootsport, Pferderennen, Poker, Polo, Schach, Schachboxen, Segeln, Skeleton, Squash, Tanzsport, Trampolinturnen, Ultimate Fighting, Wasserski und Wushu herangewagt. Das ist dann doch vielfältiger wie die Monokultur der ARD-Sportschau am Sonnabend.

Nicht mehr in das Buch geschafft hat es der WM-Erfolg der polnischen Volleyballer im eigenen Land im September 2014.

Auf den Seiten 322/323 heißt es:

,,Wettkampf, den man gesehen haben muss: Das WM-Finale der Männer 1986. Nach Jahrzehnten, in denne die Weltmeisterschaften ausschließlich osteuropäische Mannschaften Gold gewannen, kam es nun zum direkten Duell zwischen den USA und der Sowjetunion – und die USA siegten. Seitdem gewannen nur noch Italien (dreimal) und Brasilien (ebenfalls dreimal) WM-Gold.”

Selbstverständlich habe ich auch Schach gecheckt. Meine Stammleser im Blog wissen von meinem Faible für das königliche Spiel.

,,Wettkampf, den man gesehen haben muss: Den WM-Kampf im jahr 1972 zwischen Boris Spasskij und Bobby Fischer. Er war die Fortsetzung des Systemkampfs zwischen Ost und West auf dem Schachbrett. Gleich zu Beginn gab es den dilettantischen Fehler des selbst ernannten Genies Bobby Fischer, der auf einen >>vergifteten Bauern<< hereinfiel. Die Gesamtpartie gewann Fischer mit 12,5:8,5.”

Okay, da gehört eigentlich unbedingt der mehr wie verdiente Titel Schachmatch des Jahrhunderts mit hinein. Ja, Fischer hielt sich bereits mehr wie ein Jahrzehnt vor Austragung des Kampfes für den besten Schachspieler der Welt, das er ein Schachgenie in seiner besten Zeit war, ist unbestritten. Zahlreiche Journalisten die in Reykjavik 1972 vor Ort waren, schrieben und plauderten ununterbrochen über das Schachgenie Fischer.

Das Buch hat sehr schöne Illustrationen von Hanni Schmieder. Ja, das Buch bereitete mir viel Lesevergnügen und wertet jede private Sportbibliothek auf. Jürgen Schmieder und Johannes Aumüller ist mit Sport – Das Buch ein guter Wurf gelungen.

Béla Réthy im ZDF: “Pfiffe, nein das macht man nicht bei einem Weltmeister.”

Kaum gibt es ein neues Marketing-Konzept in puncto Bandenwerbung der DFB-Elf, verliert die Mannschaft  von Übungsleiter Löw. Daran lag es natürlich nicht. Eher schon an der Einstellung, der Aufstellung und dem fehlenden Biss. Béla Réthy, 57-Jähriger Sportjournalist, kommentierte in seiner arteigenen Weise das Spiel Deutschland gegen Argentinien in Düsseldorf für das ZDF.  Die Niederlage der Mannschaft von Übungsleiter Löw garnierte er mit dem einen oder anderen prägnanten Satz. Eine kleine Auswahl:

,,Es deutet sich ein Debakel an.”

,,Eigentlich sind die Fans zum Feiern gekommen.”

,,Pfiffe, nein das macht man nicht bei einem Weltmeister.”

,,Schürrle, der mit Chelsea Spitzenreiter in der Premier-League ist. Nach 3 Spieltagen.”

,,Nehmen wir das ganze mal als Aufgalopp.”

,,Er wird Zeit haben jetzt zu basteln.” (über Übungsleiter Löw)

,,Nach 18 unbesiegten Spielen jetzt wieder eine Niederlage der deutschen Elf.”

,,Kroos wird jetzt ernsthaft ermahnt von Kuipers, etwas zurückhaltender zu agieren.”

,,Und es müsste Gelb geben für Lukas Podolski für dieses Foul an Zabaleta.”

,,Beim 0:4 nach 50 Minuten drohte die Feier ins Wasser zu fallen.”

,,Der Auftakt nach der WM hat ein wenig Spaß gemacht, wer Spaß an Toren hat.”

,,Joachim Löw wirkt jetzt regelrecht geschockt.”

,,Aber heute ist keine WM. Heute ist Party.”

,,Di Maria ist nicht einzufangen.”

,,Romero kämpft immer noch mit seiner Wade. Mehr wie mit den deutschen Stürmern.”

,,Und das sind nochmal die Tore der 2. Halbzeit.”

Fußballeintrittskarten oder Ticketbörse auf argentinisch

Kartenverkäufer leben nicht schlecht. CTS Eventim hat es gar bis an die Börse geschafft und ein Blick auf die positive Kursentwicklung der letzten 12 Monate erfreut auch die Aktionäre. Die Performance von 32,37% dürfte jedes Angebot der örtlichen Sparkasse in Sachen Sparbuch um Längen schlagen. Es gibt einen steten Bedarf an Tickets. Im Sport sind die begehrten Karten die Eintrittspforte in spannende, dramatische, unvorhersehbare Stunden. Oft unvergesslich. Tief in die Signatur des Gehirns eingebrannt. Auf Knopfdruck können Emotionen wieder abgerufen werden. Ich erinnere mich heute noch an jede Bewegung von Diego Maradona einst im Leipziger Zentralstadion beim UEFA-Cup Spiel 1. FC Lokomotive Leipzig gegen SSC Neapel am 26. Oktober 1988. Der grandiose argentinische Grenzgänger zwischen Genie und Wahnsinn war amtierender Weltmeister. Ihn Live gesehen zu haben werde ich auch in 15 Jahren noch gut abrufbar jederzeit mir wieder in Erinnerung rufen können. Derweil blinzelt er mich vom Buchregal an.Traveler Digital Camera

Bei manchen Veranstaltungen kommt dann obendrauf der Imagegewinn, die zarte Aufpäpplung des eigenen Egos und die Pflege der Kontakte. Sport Bild fragte einst in der Ausgabe 2 vom 11. Januar 2012 auf den Seiten 78 und 79: Wie komme ich an Tickets? Die Sportzeitschrift aus dem Hause der Axel Springer AG dröselte für die Sportevents Fußball-EM, Champions-League-Finale, Europa-League-Finale, DFB-Pokalendspiel, Olympia London, Wimbledon, die Klitschko-Kämpfe im Boxring, das Reitevent CHIO Aaachen, den Super Bowl (mit Preisspannen zwischen 1.600 und 16.000 Euro), die Formel 1 in Monaco und Hockenheim sowie der Biathlon-WM Ruhpolding die Ticketanbieter mit ihren jeweiligen Preisen auf.

Auch in anderen Ländern sind Tickets immer ein spannendes Thema. Nehmen wir Argentinien. Da hat Fußballfreund Christoph Wesemann, in Buenos Aires lebender Journalist und Blogger, auf Argentinisches Tagebuch seine Möglichkeiten des Erwerbs von Eintrittskarten für ein Spiel der Boca Juniors aufgezeigt:

,,Als Nichtmitglied hat man übrigens drei Möglichkeiten, ein Spiel in der Bombonera zu besuchen. Erstens kann man über eine Agentur teure Karten erwerben und ist dann unter Touristen. Dann lassen sich, zweitens, auf dem Schwarzmarkt vor dem Stadion welche beschaffen, wobei die Verkäufer mit dem Prädikat »zwielichtig« nur unzureichend beschrieben sind und ihren Kunden gern gefälschte Tickets andrehen. Oder, drittens, man kennt jemanden, der Boca angehört, aber keine Zeit oder keine Lust hat, das Spiel zu gucken, und deshalb seinen Mitgliedsausweis verleiht.”

Christoph Wesemann beschreibt dann auch noch wie er geschmeidig mit seinem Sohn durch die charmante Kartenkontrolle kam.

Im Übersteiger-Blog gab es vom Timing zu Beginn der neuen Saison gut plaziert, eine Preisübersicht Dauerkarten 1. & 2. Fußball-Bundesliga 2014/2015. Die vierte Auflage nach der Premiere zur Saion 2011/2012. Der Aufsteiger SC Paderborn setzt dort im Ticketranking eine bemerkenswerte Duftmarke. Sie rufen an der Ticketbörse Preise auf, ohne verschämt mit den Augen zum Boden zu schauen.

Rangnick und die Veteranenmedaille der Leistungsgesellschaft

Die neue Ausgabe vom manager magazin hat auf dem Titelbild zwei rote Bullen die sofort die Assoziation auf das Firmenlogo von Red Bull hervorruft. Zwischen den zwei bulligen Tieren ein Ball. Red Ball nennt das Wirtschaftsmagazin die Abbildung und geht im Heft der Frage nach wie Red Bull nach der Formel 1 auch im Fußball Nägel mit Köpfen machen will. Ein gut aufgelegter Ralf Rangnick plaudert munter und selbstbewusst über die Zielrichtung Bundesliga mit RB Leipzig und der angedachten Erweiterung der Red Bull Arena in Leipzig auf ca. 60.000 Zuschauer. Die Stadt Leipzig ziert sich wohl noch. Das vertiefen wir ein andermal. Ralf Rangnick ist ja seit Juni 2012 Sportdirektor vom FC Red Bull Salzburg und RB Leipzig. Gelegenheit für mich einen Blogbeitrag aus dem Archiv zu holen.

Reblog [vom 25. September 2011]

Die Personalie Ralf Rangnick ging durch alle Gazetten der Republik. Ein Heer von Hobbypsychologen war auf einmal präsent in den TV-Sendungen und in den Zeitungen. Die für mich interessanteste Abhandlung des Themas um das erloschene Feuer eines einst motivierten und im Job brennenden Übungsleiters gab es in der Wochenendausgabe von Süddeutsche Zeitung auf Seite 3.

Werner Bartens, Moritz Kielbass und Christof Kneer zeichnen auf einer kompletten Seite ein  differenziertes Bild über den Druck eines Bundesligatrainers, der Überlastung und dem viel beschriebenen Thema Burn-out. Es kommt auch der Freiburger Soziologe Ulrich Bröckling zu Wort:

,,Burn-out zeigt außerdem an, dass man sich im Beruf ausgepowert hat. Das ist geradezu die Veteranenmedaille der Leistungsgesellschaft – ich habe alles gegeben.”

Es wird von Bartens, Kielbassa und Kneer auch ein Rückblick auf den Jahresanfang gemacht. Der viel zu kurze Zeitraum zwischen der Demission von Rangnick am Neujahrstag bei Hoffenheim und dem neuen Arbeitsvertrag auf Schalke im März. In den paar Wochen dazwischen gönnte sich Rangnick keine Pause zum durchatmen. Die Tage waren getaktet. Selbst anberaumte Urlaubstage auf einer Insel im Süden wurden abgebrochen um ein Fußballspiel in London zu sehen und Gespräche mit Frank Arnesen zu führen. Oder ein selbst durchgeführtes Scouting eines talentierten jungen Keepers beim KRC Genk. Auch ein Rückblick auf die schwere Zeit von Hitzfeld 2004 oder die offensichtlich nicht vorhandene Sensibilität der Menschen, die mit Rangnick zusammenarbeiteten, fehlen in dem lesenswerten Artikel unter dem Titel – Ein Klügerer gibt nach – nicht. Alleine dafür hat sich der Kauf von Süddeutsche Zeitung am Wochenende gelohnt.

Es kommt auch Peter Henningsen, Chefarzt der Psychosomatik an der Technischen Universität in München zu Wort. Er redet Klartext:

,,So ein Fall ist eine Bedrohung für das System Leistungssport. Deshalb muss es als kurzer, leicht zu behebender Betriebsunfall dargestellt werden.”

Hitzfeld kam nach 2004 wieder zurück. Vor sieben Jahren fand er nach eigenen Worten nicht den Weg selber bei Bayern München zu kündigen. Jetzt trainiert er die Nati in der Schweiz. Ein Job mit weniger Dauerstress und keiner medialer 24-Stunden Nabelschau. Rückblickend gewinnt er der damaligen Situation und seiner Auszeit gute Seiten ab:

,,Die Pause danach war wie ein Jungbrunnen für mich”

Ralf Rangnick  wird jetzt den steinigen Weg der Genesung gehen. Dafür ist ihm ein verständnisvolles familäres Umfeld, der Blick in andere Lebensbereiche und viel Kraft sowie Glück zu wünschen.

Entspannung am See

Nein, hier am Bodensee hyperventiliert man nicht aufgrund der Aufgeregtheiten der Unterhaltungsindustrie Fußball mit dem schlagzeilenträchtigen Produkt Bundesliga. Gelassen wird auf das Wasser geschaut. Die Surprise-Segler schwärmten von der Gastfreundschaft beim Europacup. Der Sieg ging nach Frankreich an die Crew um Jean-Jaques Poirier aus Aix-les-Bains. Der Blick auf den See hat fast meditativen Charakter. Entspannend. Eine wohlige Gelassenheit.Traveler Digital Camera

Es bedarf keiner albernen Trainerjobgarantie wie in Mainz. Eine Diskussion um New Economy und Old School, wie kürzlich von Dortmunds meinungsfreudigen Chef Watzke angezettelt, mit Seitenhieb gegen Fußballvereine wie RB Leipzig ohne Börsenteilnahme, wird hier auch nicht geführt. Das Geld von Evonik gerne haben wollen, jedoch das Red Bull Engagement in einen hoffnungsvollen Fußballverein mit dem wackligen Argument der Tradition verbal in Frage stellen, interessiert hier eher temporär. Die Boote sind auch an Tagen ohne strahlenden Sonnenschein im August gut gefüllt. Traveler Digital CameraTraveler Digital Camera

Auch die Live-Ticker Thematik eines Fußballverbandes wird hier nicht auf die Tagesordnung gesetzt. Es gibt hier einfach auch andere Themen. Abfahrtszeiten der Fähre von Friedrichshfaen nach Romanshorn in die Schweiz. Oder die anstehende Eurobike 2014 in der Zeppelinstadt. Traveler Digital CameraTraveler Digital CameraTraveler Digital CameraAuch die Liebespaare haben ihre arteigenen Themen. Welche Farbe, welche Größe, welche Signatur soll das Schloss haben?  Da wirkt das überhitzte Verkünden von kleinsten medial herbeigeredeten Krisen, weil Schalke gerade ein Bundesligaspiel verloren hat und Trainer Keller wieder in Frage gestellt wird, eher etwas störend.

Nachdenkenswert #250

,,Freunde des Radsports haben schon so viele Idole über Doping fallen sehen, dass sie sich lieber mit Radtechnik denn mit den tourdefranzenden Ergebnissen der Körpermodifikation beschäftigen. Ich mache aber hin und wieder den Fehler darauf hinzuweisen, dass Fussball ein Milliardenunternehmen ist und ich mir – wie beim Radsport – nur schlecht vorstellen kann, dass man sich da nicht ab und zu mit den paar Kröten, die Doping kostet, die Tür zu noch höheren Einnahmen öffnet.”

Don Alphonso, in der FAZ, glaubt nicht an die Unschuld der Unterhaltungsindustrie Fußball