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Die Aufladung einer Aura von Nike, Adidas und Co.

Nein, Sportschuhe verkaufen sich in der Regel nicht von alleine wie geschnitten Brot von einem  Bäcker, der den Namen noch verdient und auf treue Kunden mit sensitiven Geschmacksnerven verlässlich bauen kann. Die Sportartikelhersteller müssen intensiv für ihre Produkte in puncto Marketing das große Rad drehen. Der Adidas Frontmann Herbert Hainer, frischgebackener Nachfolger von Uli Hoeneß als Aufsichtsratchef der FC Bayern AG (der 59-Jährige wurde kürzlich vom Aufsichtsrat einstimmig gewählt) brachte diese Binsenweisheit einst sehr schön im Interview mit der Wirtschaftswoche am 26.07.2008 unter dem Titel “Schlechtes Gewissen? Wieso?”, unmittelbar vor den Olympischen Spielen in Peking zu den gigantischen Marketing- und Werbeausgaben auf den Punkt:

,,Wie sollen wir den Schuh dann verkaufen? Wenn Sie nicht werben, können Sie bald die Schuhe im Büro stapeln. Das wäre der erste Schritt in den sicheren Ruin.”

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Die Marke wird inszeniert. Adidas überlässt da nichts dem Zufall. In bester Innenstadtlage wird intensiv um den Verkauf der Produkte gefightet. Auch der amerikanische Konkurrent Nike beherrscht das Spiel der emotionalen Aufladung seiner Marke und steht den Herzogaurachern da in nichts nach. Im besten Falle umweht beide eine Aura.

Einen der besten nachdenkenswerten Texte zur Aufladung der Produkte der beiden Sportartikelhersteller lieferte einst Friedrich von Borries, Architekt und Design-Theorektiker, im vierseitigen Interview beim Wirtschaftsmagazin brand eins in der Ausgabe 10/09:

„Irgendwann ist Nike und Adidas klar geworden, dass es nicht besonders sexy ist, wenn ihre Turnschuhe bei Karstadt-Sport gestapelt werden. Nike hat 1990 als erstes Mode-Unternehmen angefangen, Flagship Stores zu entwickeln. Es ging darum, die Produkte mit Aura zu versehen und zum Beispiel Original-Schuhe oder -Tennisschläger berühmter Sportler wie Kunstwerke auszustellen. Was wir aus dem Völkerkundemuseum kennen, passiert nun mit unserer eigenen Konsumkultur: Alltagsgegenstände werden als Reliquien präsentiert, eine Ethnologie der Konsumgesellschaft – allerdings mit spezifischen kommerziellen Interessen. Was in der alten, fordistischen Industriegesellschaft zählte, also Funktion, technische Innovation, Gebrauchswert, Preis, wird abgelöst durch Aura und kulturellen Mehrwert. Lifestyle-Accessoires wie Nike-Sneakers brauchen diese Aufladung.“

Die Aufladung der amerikanischen Marke Nike wird auch nicht dem Gevatter Zufall überlassen. Generalstabsmäßig wird bei dem Sportartikelhersteller alles geplant. Ein Blick auf den Nike Campus fördert dann auch solche Bereiche wie den Run-way Biomechanics, die Motion Capture Lab oder  Physiology-Environmental Chambers hervor. Im letztgenannten Sektor liest sich das bei der Stippvisite dann auf lesmads so:

,,Hier werden in zwei verschiedenen Räumen einmal an Athleten oder am Roboter “Hal” die Ausmaße von Temperaturunterschieden beim Work-Out analysiert. Bei unserer Führung wurde zum Beispiel der eine Raum, in dem eine Frau trainierte, auf Temperatur von Rio de Janeiro hochgestuft. Aber nicht nur das: Auch Luftfeuchtigkeit und Luftdruck können exakt eingestellt und somit die Wetterbedingungen eines beliebigen Ortes auf der Welt – egal ob heiß oder kalt – nachempfunden werden.”

Doch es gibt auch immer wieder die kritischen Stimmen. Stichwort Arbeitsbedingungen. Entlohnung. Erinnert sei an den Film aus dem Jahr 1997 von Michael Moore Der große Macher (im Originaltitel: The Big One). Hier der sehr nachdenklich stimmende Wikipedia Eintrag und hier die Sequenz mit dem Interview von  Filmemacher Michael Moore mit dem damaligen Nike-Vorstandsvorsitzenden Phil Knight auf youtube. (8 Minuten und 23 Sekunden).

Entlohnung ist selbstverständlich auch bei Adidas immer wieder ein Thema. Die Arbeitskosten sind auch in Ländern wie China nicht in Stein gemeißelt. Am 20. November 2011 bemerkte Adidas-Chef Herbert Hainer im Interview auf Welt Online dazu an:

,,Die Preise beschäftigen uns natürlich. Sie sind im Vergleich zur Situation vor zwei Jahren immer noch hoch. Allerdings gibt es inzwischen auch positive Signale. Etwa bei den Baumwollpreisen. Die waren innerhalb von zwölf Monaten um 200 Prozent gestiegen, dann fielen sie wieder um die Hälfte. Gummi- oder Polyesterpreise stagnieren oder gehen leicht zurück. Allerdings bemerken wir den starken Anstieg der Arbeitskosten in China. Die Regierung verordnet Lohnsteigerungen um 15 bis 25 Prozent – und es ist noch keine Entspannung zu sehen.”

Übrigens bei dem anstehenden Fußball-Jahreshöhepunkt im Land des Rekordweltmeisters sieht es bei der Ausstattung der Teams für die WM Brasilien 2014 in der Reihenfolge so aus: Nike (10), Puma (8), Adidas (8). Die Aufladung der Aura geht weiter.

Schneller wie Usain Bolt …

[Reblog vom 27. August 2013]

Durchatmen. Tief durchatmen. Der schwäbische Fußballbundesligist VfB Stuttgart wird vom fränkischen Sportartikelhersteller Puma ausgestattet. Auch Sprintstar Usain Bolt läuft für Puma. Der Mann aus Jamaika ist sehr schnell. Doch noch schneller agierte der VfB Stuttgart bei der Entlassung von Trainer Bruno Labbadia nach nur 3 Punktspielen in der neuen Bundesligasaison. Der 1. Wechsel auf der Trainerbank in der noch jungfräulichen Phase des Spielbetriebs im Oberhaus.Traveler Digital CameraDie üblichen Phrasen werden der Entlassung hinterhergeschickt. Der Trainer hat bereits im Trainingslager die Mannschaft nicht mehr richtig erreicht. So in etwa blubberte es von der Pressekonferenz und von da in alle medialen Kanäle. Warum ging man dann mit ihm überhaupt in die neue Saison? Drei punktlose Spiele sind kein schöner Auftakt. Da gibt es nichts zu beschönigen. Doch die Entlassung ist dann doch sehr schnell über die Bühne gegangen. Der VfB Stuttgart stand voriges Jahr im DFB-Pokalfinale. Bruno Labbadia hatte die Mannschaft bis nach Berlin gecoacht. Ein wenig mehr Dankbarkeit hätte er vielleicht verdient gehabt. Oder?

Meine Phrasenliste bei Trainerentlassungen

Wir mussten im Abstiegskampf die Reißleine ziehen.

Die sportliche Entwicklung der letzten Woche ließ uns keine andere Wahl.

Der Trainer hat die Mannschaft nicht mehr erreicht.

Wir wollten neue Reizpunkte setzen und den Spieler die Ausrede nehmen, sich hinter dem Trainer zu verstecken.

Die Kommunikation zwischen Vereinsführung und Trainer war gestört.

Die Spieler haben sich bei unserem Manager mehrfach über den Trainer und sein überhartes Training beschwert.

Der Trainer vermittelte uns nicht mehr den Eindruck die Kurve zu kriegen.

Im Interesse des Vereins mussten wir handeln.

Der Trainer zeigte sich beratungsresistent gegenüber den Ratschlägen vom Verein.

Die Außendarstellung war bedenklich geworden.

Der Trainer hat sich nicht mit dem Verein und seiner Region identifizieren können.

Die sportliche Talfahrt wollen wir aufhalten. Dazu war ein personeller Wechsel auf der Trainerbank notwendig.

Die Chemie stimmt zwischen Mannschaft und Trainer nicht mehr.

Oliver Fritsch mit seiner messerscharfen Analyse von Stuttgart auf Zeit Online

Er ist vielleicht momentan der Beste Fußballjournalist in Deutschland. Seine Analysen sind messerscharf wie die Diagnosen von Dr. House aus der amerikanischen Kultserie. Die Rede ist von Oliver Fritsch. Er agierte einst kraftvoll als Fußballinternetpionier in Deutschland. Erinnert sei an seine Projekte indirekter freistoss, direkter freistoss und das Videoportal Hartplatzhelden. Bei letzteren blieb er Standhaft und scheute auch nicht die Auseinandersetzung mit einem großen Fußballverband, der letztendlich in Karlsruhe eine klare Niederlage hinnehmen musste.Traveler Digital CameraOliver Fritsch trank in dieser Zeit Kaffee aus der Thermoskanne. Das juristische Tauziehen forderte vollen monetären Einsatz und Opfer im persönlichen Lebensstil. Der Fußballjournalist schaffte es selbst mit seiner Geschichte in das Wirtschaftsmagazin brand eins. Menschenskinder, die Einleitung auf einen Lesehinweis von Oliver Fritsch ist jetzt doch länger geworden wie geplant. Also hinein in seine messerscharfe Analyse auf Zeit Online zum recht leblosen Auftritt der Mannschaft von Übungsleiter Löw. Grandios geschrieben, Hemingway würde wahrscheinlich den Daumen nach oben strecken, und die Fehler von Stuttgart wie auf einer Perlenkette fein säuberlich aufgereiht.

Da sammer wieder …

Titel zählen. Matthias Sammer hat dies wie kaum ein anderer in seiner Laufbahn verinnerlicht und leidenschaftlich gelebt. Eine Fußballsaison ohne Titelgewinn ist wie ein Pool ohne Wasser.Traveler Digital CameraTraveler Digital CameraTraveler Digital CameraTraveler Digital CameraTraveler Digital CameraDen ehrgeizigen Matthias Sammer habe ich noch in der DDR-Oberliga spielen sehen.

Der meinungsstarke Matthias Sammer polarisiert. Bei ihm wird Klartext gesprochen.

Er will immer siegen. Nicht die schlechteste Maxime für einen Mann im Profisport.

Kann sich noch jemand an das große Glück von Übungsleiter Löw erinnern?

Hier am Bodensee gab es auch schon im Januar wieder phantastische Tage. Fernab vom überhitzten Medienbetrieb der Republik. Das Hitzlsperger Outing ist inzwischen auch medial abgearbeitet. Scheinbar. Oder? Ich warte ja immer noch auf das erste Outing eines deutschen Modeschöpfers als Hetero. Magnus Carlsen greift Ende Januar wieder in den Spielbetrieb ein. Der Schachweltmeister präsentiert sich in Zürich. Die Fußball-WM 2014 kommt auch auf ganz leisen Sohlen. Die Zeit tickt. 12. Juni bis 13. Juli steht im Sportkalender drin. Dick angestrichen. Die Wand hat bei mir bereits den entsprechenden brasilianischen Schmuck durch Fred Kowasch bekommen. Die Post war einer der erfreulichsten Sendungen im bisher frischen neuen Jahr. Was macht eigentlich Übungsleiter Löw? Akribische Vorbereitung der Mission Titelgewinn?Traveler Digital CameraEr ist immer noch mit der Nationalmannschaft titellos. Die Fußballnation Deutschland war bei den Siegerehrungen der letzten Jahre in der Rolle des Gratulanten. Dabei hat Übungsleiter Löw großes Glück gehabt. Die Erinnerung ist noch recht frisch. Traveler Digital CameraHier vom Bodensee kann ich vielleicht noch eine kleine Motivationsspritze mit auf den Weg schicken. Es war ein Tag im Sommer. Wir schreiben den 8. Juli 1990. Verdammt lange 16 Jahre nach München. Tatort ist Rom.

Deuschland - Argentinien 1:0 (0:0)

Deutschland:  Illgner, Berthold (73. Reuter), Augenthaler, Kohler, Buchwald, Brehme, Matthäus, Häßler, Littbarski, Klinsmann, Völler

Teamchef: Franz Beckenbauer

Argentinien: Goycoechea, Ruggeri (46. Monzón), Lorenzo, Sensini, Simón, Serrizuela, Basualdo, Burruchaga (53. Calderón), Maradona, Troglio, Dezotti

Trainer: Carlos Bilardo

Tor: 1:0 Brehme (85. Elfmeter)

Rot: Monzon (65.), Dezotti (87)

Gelb: Völler, Dezotti, Troglio, Maradona

Schiedsrichter: Codesal Méndez (Mexiko)

Zuschauer: 73.600

Alleine mit meiner Motivationsspritze ist es jedoch nicht getan.

Brasilien WM 2014: Die Geldtöpfe der WM-Auslosung

Okay, Jürgen Klopp wird den Tag der WM-Auslosung in Brasilien nicht entgegenfiebern. Er schaut sich die Sache nicht an. Der ehemalige Zweitligatrainer gab dieser Woche kund, wie wenig ihn die ganze Zeremonie interessiert.

,,Man erfährt ja sowieso irgendwann, gegen wen man spielen muss. Es ist schön, dass die FIFA ein Riesen-Event daraus macht, aber sie könnten auch einfach losen und die Verbände dann anrufen.”

Vielleicht mag Jürgen Klopp in der Zwischenzeit am Freitag ein wenig Video gucken. Hier zum Auftakt ein wenig Brasilien-Flair inklusive der Bedienung von Klischees. Hat-Tip an interpool.tv.

Topf 1:  Brasilien, Spanien, Deutschland, Argentinien, Kolumbien, Belgien, Schweiz, Uruguay
Topf 2:  Chile, Ecuador, Algerien, Elfenbeinküste, Ghana, Kamerun, Nigeria
Topf 3: 
Australien, Iran, Japan, Südkorea, Coast Rica, Honduras, Mexiko, USA
Topf 4: 
Holland, Italien, England, Portugal, Griechenland, Bisnien-Herzegowina, Kroatien,    Rußland, Frankreich

Das sind also die Geldtöpfe der WM-Auslosung. Das Branchenblatt SPONSORs teilte am Donnerstag diese schöne und große Zahl in Sachen monetäre Ausschüttung mit:

,,Der Weltmeister 2014 erhält vom Fußball-Weltverband (FIFA) ein Siegpreisgeld von 35 Millionen Dollar (umgerechnet rund 25,77 Millionen Euro). Dies gab die FIFA nach der Sitzung des Exekutivkomitees am Donnerstag in Costa do Sauípe bekannt.”

Im Fußballbuch Süddeutsche Zeitung WM-Bibliothek 1930 – 1950 wird zum Turnier vor 63 Jahren in puncto Finanzen folgendes festgehalten:

,,Die WM wurde für damalige Verhältnisse ein enormer finanzieller Erfolg. Der Gewinn von 21 Millionen Cruzeiros, was rund 7 Millionen Mark entsprach, ging zu 60% an die teilnehmenden Verbände, zu 25% an den Veranstalter und zu 15% an die FIFA.”

Die jetzige WM ist nicht frei von Sorgen. Manch einer war ob der Proteste im Sommer beim Confed Cup überrascht. Das gellende Pfeifkonzert für die brasilianische Präsidentin und den FIFA-Boss war unüberhörbar. Kosten sozialisieren und Gewinne privatisieren ist kein Modell um in Friede, Freude, Eierkuchen Manier den Beifall der Massen zu bekommen. Das brasilianische Volk probte im Sommer 2013 den aufrechten Gang.

Nachdenkenswert #195

,,Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass Red Bull einen anderen Weg geht, um sein Geld im Profifußball zu versenken anzulegen und die Organisationsstruktur Verein nicht als Sponsor, sondern als Macher bzw. Quasi-Eigentümer finanziert. Das wäre letztlich nur aus vereinsrechtlicher und allgemeingesellschaftlicher (demokratietheoretischer) Perspektive interessant. In Sachen Wirtschaftsgebaren und Gewinnabsichten unterscheiden sich die Heuschrecke Red Bull nicht von den anderen Wiesenbewohnern wie Telekom, Evonik, Gazprom, Wiesenhof und wie sie nicht alle heißen.”

Rotebrauseblogger, räumt mit ein paar Denkfehlern in Sachen “Heuschrecke” Red Bull auf

Dynamo Dresden und 30 Spieler mit DDR-Oberliga Patina

Manchmal kann der Stammtisch gnadenlos in seinen Anforderungen sein. Mal sehen ob ich auf Anhieb noch 30 Dynamo Dresden Fußballer zusammen kriege , die in der DDR-Oberliga gekickt haben.

Also ab 1973, der Herbst sollte sich als ganz erfolgreicher und heißer für den Fußball in dem kleinen Land mit dem sozialistischen Laborversuch entpuppen, war ich 10 Jahre alt. Ab da begann ich mich für den Fußball zwischen Rostock und Suhl zu interessieren. Claus Boden stand damals zwischen den Pfosten des DDR-Meisters von 1973. Der 1. Name von den 30 geforderten Spielern von Dynamo Dresden mit Oberliga Patina wäre also da. Aber wenn ich jetzt jeden einzelnen durchgehe brauche ich ja ewig. Also ich nehme einfach Dixie Dörner, Ganzera, Klaus Sammer, Riedel, Sachse, Schade, Häfner, Wätzlich, Helm, Jakubowski, Weber, Trautmann, Stübner, Gütschow für den Anfang. Wieviel Spieler habe ich bereits zusammen? Gezählt wird später. Weiter. Matthias Sammer, Kotte, M.Müller, Gütschow, Minge, Pilz, Heidler. Bin ich der 30er Marke näher gekommen? Erst ein gepflegtes Frühstück. So viel Zeit muss einfach sein. Genießen. Der Blick frei von Wahlplakaten photogeshopter Politiker. Traveler Digital CameraEin wenig die Großhirnrinde anzapfen. Bruder Wikipedia ist selbstverständlich verboten. Das wäre ja noch schöner. Da halte ich mich für einen Kenner des DDR Fußballs und kriege keine 30 Spieler von Dynamo Dresden zusammen. Das wäre ja wie die Klinsmann Nummer als Vereinstrainernovize bei Bayern München. Kann mir das gut vorstellen. Der Stammtisch lechzt bereits nach einer Freirunde Bier. In diesen Momenten beneide ich Eigenbrötler. Ohne jeglichen Kontakt zu den Mitmenschen. 24 Stunden Single in allen Bereichen. Aber das ist nicht der Weg.

Menschenskinder, selbstverständlich fehlt Eduard Geyer. Sah damals im Rückspiel gegen Bayern München im Sprintduell mit Uli Hoeneß nicht so gut aus. Später hievte er als Coach Energie Cottbus aus der Drittklassigkeit in die Bundesliga. Kreische fehlt auch noch. War Torjäger in den goldenen 70ern. Wie die Selbstverständlichkeit eines Brötcheneinkaufs netzte er die Bälle ein. Unglaublich.

Wie hieß denn gleich nochmal der schwarzhaarige Stürmer, der später in der Bundesliga für die Werkself von Leverkusen auf Torejagd ging. Richtig, Kirsten. Wer fällt mir noch ein? Minkwitz, Jähnig, Lieberam. Nein, Minkwitz spielte doch beim 1. FC Magdeburg. Also den streich ich. Dann gab es den Torwart der für den verletzten Jakubowski beim Uerdingen Debakel herein kam. Ramme. Rau und Richter aus den früheren siebzigern Jahren fallen mir noch ein. Jetzt muss ich bereits an meiner Grosshirnrinde kratzen. Bei Büttner fällt der Groschen. Schulze stand auch im Tor von Dynamo.

Jetzt zähle ich durch. 32 Spieler mit DDR-Oberliga Patina. Der Stammtisch wollte 30 wissen. Ein leises Lächeln überzieht mein Gesicht. Wer jetzt Appetit auf mehr Kolorit aus der kleinen, leidenschaftlich umkämpften und bespielten DDR-Oberliga hat, dem sei ein junges Magazin empfohlen. OstDerby. Sonntag ist OstDerby Tag.

OstDerby Ausgabe 3 - TitelseiteMeine Wenigkeit hat dort auch einen kleinen Text gedichtet über einen Turiner Albtraum am 19. September 1973. Involviert die zwei DDR-Oberliga Mannschaften Dynamo Dresden und der 1. FC Lokomotive Leipzig.

Liebeserklärung

Hier am Bodensee ist in der Fußgängerunterführung in Friedrichshafen eine Liebeserklärung eines Fußballfreundes zu sehen.Traveler Digital CameraMesut Özil sorgte ja unlängst für Schlagzeilen bei seinem Schuhwechsel von Nike zu Adidas. Hier im Tunnel in Friedrichshafen ist mit viel Liebe zum Detail gearbeitet worden. Den Schuhen hat der Künstler und Fußballfreund hingegen eher weniger Aufmerksamkeit geschenkt.

Nachdenkenswert #191

,,Das hat man bei den 100-Meter-Sprintern ja auch immer gesagt: Irgendwann geht es nicht mehr schneller. Aber es ging immer schneller. Auch der Fußball entwickelt sich immer weiter, es gibt immer neue Methoden, man wird immer schneller, immer dynamischer. Das Niveau wird immer höher, man muss immer wieder neue Ideen haben. Es gibt immer noch ein paar Prozentpunkte Luft nach oben.”

Franco Foda, 2-facher Nationalspieler und Trainer vom 1. FC Kaiserslautern, im Interview auf dfb.de