Schlagwort-Archive: Franz Beckenbauer

Marketing: Sky Go mit den Testimonials Franz Beckenbauer und Jürgen Klopp

Wer kennt ihn nicht, den prägnanten Spruch mit dem Fernglas von Uli Hoeneß. Einst hatte der Rekordmeister im Jahr 2007 etwas irritiert und titellos zusehen müssen wie die Meisterschaft an den VfB Stuttgart und der Pokalsieg an den 1. FC Nürnberg ging. Der damalige Manager Uli Hoeneß formulierte es dann so:

,,Nächstes Jahr wird es bei uns eine klare Devise geben – und das vom ersten Spieltag an: Wir müssen dafür sorgen, dass nächstes Jahr wieder das Wehklagen einsetzt, wenn die anderen uns in der Tabelle mit dem Fernglas anschauen.”

In Anlehnung an die damalige Geschichte taucht jetzt Franz Beckenbauer mit einem Fernrohr im Sky Go Werbespot auf und plaudert mit Jürgen Klopp.

Vor 40 Jahren: BRD – Chile

Übungsleiter Löw bastelt an seiner Stammformation für die WM 2014 herum. Das Testspiel gegen Chile, 2009 aufgrund der tragischen Ereignisse mit dem Suizid von Robert Enke abgesagt, steht auf dem Plan. Die Südamerikaner waren vor 40 Jahren bei der WM 1974 in der Vorrunde der Gruppengegner der BRD. Die deutsche Fußballnationalmannschaft war einer der Titelfavoriten. Damals unter Leitung von Erfolgscoach Helmut Schön. Auf dem Platz agierten selbstbewusst Spieler wie Franz Beckenbauer, Paul Breitner, Gerd Müller oder Uli Hoeneß. Letzterer lieferte im alten Jahr unschöne Schlagzeilen.Traveler Digital CameraDoch wir wollen uns heute auf das sportliche konzentrieren. Damals gab es einen knappen 1:0 Erfolg der Mannschaft mit dem Bundesadler. Ein präziser Schuß von Paul Breitner sorgte für den Siegestreffer. Ich habe eine Kurzversion und eine Langversion vom Spiel anzubieten. Zuerst die zeitsparende Videosequenz.

Jetzt die lange Version für alle Strohwitwer, Singles und ausdauerstarken Fußballfreunde.

Kann sich noch jemand an das große Glück von Übungsleiter Löw erinnern?

Hier am Bodensee gab es auch schon im Januar wieder phantastische Tage. Fernab vom überhitzten Medienbetrieb der Republik. Das Hitzlsperger Outing ist inzwischen auch medial abgearbeitet. Scheinbar. Oder? Ich warte ja immer noch auf das erste Outing eines deutschen Modeschöpfers als Hetero. Magnus Carlsen greift Ende Januar wieder in den Spielbetrieb ein. Der Schachweltmeister präsentiert sich in Zürich. Die Fußball-WM 2014 kommt auch auf ganz leisen Sohlen. Die Zeit tickt. 12. Juni bis 13. Juli steht im Sportkalender drin. Dick angestrichen. Die Wand hat bei mir bereits den entsprechenden brasilianischen Schmuck durch Fred Kowasch bekommen. Die Post war einer der erfreulichsten Sendungen im bisher frischen neuen Jahr. Was macht eigentlich Übungsleiter Löw? Akribische Vorbereitung der Mission Titelgewinn?Traveler Digital CameraEr ist immer noch mit der Nationalmannschaft titellos. Die Fußballnation Deutschland war bei den Siegerehrungen der letzten Jahre in der Rolle des Gratulanten. Dabei hat Übungsleiter Löw großes Glück gehabt. Die Erinnerung ist noch recht frisch. Traveler Digital CameraHier vom Bodensee kann ich vielleicht noch eine kleine Motivationsspritze mit auf den Weg schicken. Es war ein Tag im Sommer. Wir schreiben den 8. Juli 1990. Verdammt lange 16 Jahre nach München. Tatort ist Rom.

Deuschland - Argentinien 1:0 (0:0)

Deutschland:  Illgner, Berthold (73. Reuter), Augenthaler, Kohler, Buchwald, Brehme, Matthäus, Häßler, Littbarski, Klinsmann, Völler

Teamchef: Franz Beckenbauer

Argentinien: Goycoechea, Ruggeri (46. Monzón), Lorenzo, Sensini, Simón, Serrizuela, Basualdo, Burruchaga (53. Calderón), Maradona, Troglio, Dezotti

Trainer: Carlos Bilardo

Tor: 1:0 Brehme (85. Elfmeter)

Rot: Monzon (65.), Dezotti (87)

Gelb: Völler, Dezotti, Troglio, Maradona

Schiedsrichter: Codesal Méndez (Mexiko)

Zuschauer: 73.600

Alleine mit meiner Motivationsspritze ist es jedoch nicht getan.

Warum ich die Wochenendausgabe Schwäbische Zeitung für die Fußball-WM Brasilien 2014 aufhebe

Die Wochenendausgabe der Schwäbischen Zeitung vom 18. Januar hebe ich mir auf.

Im Sportteil kommt Übungsleiter Löw in der Rubrik Aufgeschnappt zu Wort:

,,Nur Titel verschaffen vollkommene Zufriedenheit.”

Diesen Satz von Joachim Löw werde ich im Sommer nochmals auf die Waage legen. Zur Prüfung in puncto Titelgewinn. Für die ganz junge Generation mit Geburtsjahr 1991 und später: Den letzten WM-Titel gewann eine deutsche Fußballnationalmannschaft im Jahr 1990. Weltmeistercoach war ein gewisser Franz Beckenbauer. Eine der Stützen war ein Lothar Matthäus. Das Tor hütete Bodo Illgner. Rudi Völler und Jürgen Klinsmann stürmten im Trikot mit dem Bundesadler. Sie erreichten damals jene Glückseligkeit und vollkommene Zufriedenheit, die Übungsleiter Löw bisher bei einem Turnier nicht schaffte.

Bayern München – Dynamo Dresden im Oktober 1973

Wir hatten ja hier auf meinem Sportblog kürzlich Dynamo Dresden und 30 Spieler mit DDR Oberliga Patina. Spuren setzte der DDR-Meister von 1973 auch international. Nach dem grandiosen Weiterkommen gegen Juventus Turin gab es eine mit Spannung verfolgte Auslosung. Der Bogen hätte von Alfred Hitchcock nicht spannender gespannt worden sein. Das Los forderte ein Aufeinandertreffen mit dem Meister aus dem Land des damaligen aktuellen Europameisters. Im Oktober vor 40 Jahren gab es das Hinspiel im Europapokal der Landesmeister zwischen Bayern München und Dynamo Dresden. Am Ende standen 7 Tore zu Buche. Bitte auch auf das Abwehrverhalten von Franz Beckenbauer beim 0:1 achten.

Mit dieser knappen 3:4 Niederlage ging es dann zum Rückspiel. Zum damaligen Zeitpunkt konnte keiner ahnen, dass die Münchener am Ende den Europapokal der Landesmeister 1974, 1975 und 1976 in Serie gewinnen sollten. 5 Spieler von Bayern München aus der damligen Aufstellung sollten im Sommer 1974 an selber Spielstätte Weltmeister im Endspiel gegen die Niederlande werden.  Aus der Startformation der Dresdner gewannen Dixie Dörner, Reinhard Häfner und Hartmut Schade im Juli 1976 olympisches Gold gegen den WM-Dritten Polen im vielleicht besten Spiel der DDR-Fußballnationalmannschaft.

Das Tableau der rassigen Partie im Europapokal der Landesmeister am 24. Oktober 1973 liest sich so:

Bayern München: Maier – Hansen, Schwarzenbeck, Beckenbauer, Dürnberger, Zobel, Gersdorff (46. Hadewicz), Roth, U. Hoeness, G. Müller, Hoffmann

Dynamo Dresden: Boden - Dörner, Helm, Geyer, Wätzlich, Häfner, Schade, Ganzera, Heidler, Rau (84. Schmuck), Sachse (75. Riedel)

0:1 Sachse (13.), 1:1 Hoffmann (17.), 2:1 Dürnberger (26.), 2:2 Sachse (34.), 2:3 Heidler (42.), 3:3 Roth (71.), 4:3 Müller (83.)

55.000 Zuschauer im Olympiastadion München

Schiedsrichter: Davidson (Schottland)

Beckenbauer Camp in Going

Das Beckenbauer Camp 2013 in Going ist auch bereits wieder Geschichte. Die Münchener Abendzeitung verteilt Bestnoten:

,,Weißwürste gab es zwar nicht, aber der Promi-Auflauf war so gewaltig wie bei der berüchtigten Weißwurst-Party am Vorabend des Hahnenkamm-Rennens im Stanglwirt zu Going. Kein Wunder, denn diesmal hieß der Gastgeber Franz Beckenbauer. Zum ersten und wohl auch nicht zum letzten Mal veranstaltete der Kaiser, mit großer Unterstützung seines Managers Marcus Höfl, das „Camp Beckenbauer“, eine Art Weltwirtschaftsgipfels des Sports.”

Der Text der Abendzeitung ist mit 43 Fotos versehen. Eine Bildergalerie in der Elvira Netzer kleidungstechnisch heraussticht. Maria Höfl-Riesch und Heidi Beckenbauer flankieren den Kaiser. Franz Beckenbauer hat immer noch eine beeindruckende Taille. Uli Hoeneß sieht man irgendwie die Schwere der letzten Wochen an. Er sitzt im Sessel. Aber auch ein Bild vor der grandiosen Naturkulisse vom Bayern München Präsidenten fehlt nicht.

Auch die Werbebotschaften fehlen nicht. Adidas, Sky, Mercedes, Erdinger sind diskret  vor dem Stanglwirt zu Going in Kitzbühl zu sehen. Bild 6 mit Susanne Riesch und Maria-Höfl Riesch zeigt auch das traumhafte Kaiserwetter. Formel-1 Held Mika Häkkinen, Dr. Michael Otto von der Otto Group und  Hanjo Schneider von Hermes Versand strahlen auch in die Kamera. FIFA-Chef Blatter ist auch präsent. Liz Mohn ebenfalls. Mit mutiger Schuhwahl in puncto Farbe. Bild 11 zeigt ein glückliches Paar. Heidi Beckenbauer und Franz Beckenbauer. Bild 13 zegt ein weiteres schönes Paar. Marcus Höfl und Maria Höfl-Riesch.

Der einstige Spieler vom 1. FC Nürnberg und Bayern München, Stefan Reuter ist auch gesichtet wurden. Günter Netzer und sein kongenialer Fernsehpartenr Gerhard Delling ebenso. Hendrik teNeues kommt sympathisch rüber. Werner Brombacher von Erdinger auf Bild 17 ist das ultimative Symbolfoto. Oliver Bierhoff hat auch eine dezente Sommerbräune. Werner E. Klatten auf Bild 19 macht den Berliner Obama. Wer Gruppenbilder mag ist bei Bild 22 gut bedient mit Franz Beckenbauer, Sabine Christiansen, Dr. Thomas Bach und Wolfgang Niersbach.

Thomas Beckenbauer und Ehefrau Ilona schauen auf Bild 23 glücklich in die Kamera drein. Die Politik darf auch nicht fehlen auf dem Weltwirtschaftsgipfel des Sports. Edmund Stoiber. Auf Bild 25 dann zwei Präsidenten. Uli Hoeneß und Wolfgang Niersbach. Auch Moderator Kerner ist vor Ort. Monika Riesch und Trixi Moser schauen auf Bild 28 auch zufrieden drein. Das ultimative Foto in Sachen entspanntes Lächeln bieten bei Bild 29 Dr. Thomas Bach und Joseph S. Blatter. Dann ein Foto, da habe ich lange verharrt. DJ John Munich. Man beachte den Hintergrund. Da war jemand immens fleißig.

Für alle Schalke Fans ein absolutes MUSS. Bild 31. Clemens Tönnies und Horst Heldt. Bild 32 zeigt einen ehemaligen Torwart mit seiner Frau. Mehr wird hier an dieser Stelle nicht verraten. Hendrik teNeues erwähnte ich bereits. Auf Bild 33 ist er mit Gräfin Stephanie von Pfuel zu sehen. Auch ein schönes Foto. Florian Silbereisen ist auch zu sehen. Zu Ihren Lebzeiten hat meine Mutter ihn gerne gesehen. Die Musiksendung war fest terminiert. Da hätte gleichzeitg ein Champions-League Finale laufen können. Keine Chance.

Vielleicht das schönste Gruppenfoto offeriert Bild 35. Günter Netzer mit Frau Elvira sowie Thomas Beckenbauer mit Ehefrau Ilona. Günter Netzer dann auf Bild 36 mit Jochen Hunold. Gute Stimmung auch bei der Begrüßung von Oliver Bierhoff und Balthasar Hauser. Zum Abschluss der 43-teiligen Bildergalerie der Münchener Abendzeitung sind Sabine Christiansen-Medus mit Ehemann Norbert Medus und Florian Silbereisen zu sehen.

Heute vor 39 Jahren

Es gibt Spiele die vergisst man nicht. Noch Jahrzehnte danach kann sich der Zeitzeuge mit jeder Faser seines Körpers daran erinnern. So auch jenes legendäre Spiel heute vor 39 Jahren auf den Tag genau. Gänsehaut pur.

Jede Einzelheit ist mir noch präsent. Ich kann die Atmosphäre in der Max-Schmeling Villa auch heute noch förmlich aufsaugen. Der Fußballvirus war damals bereits schon in mir. Das er sich nie wieder davon stehlen konnte, dafür sorgte dieser Tag in meiner Kindheit. Die Fußballbegeisterung wurde für ein ganzes Leben manifestiert. Ja, kleiner habe ich es nicht. Mittlerweile brauche ich einfach auch mehr Regalmeter.

Traveler Digital CameraEs gibt ja keine Zufälle. Erst dieser Tage traf ich einen lebenserfahrenen Feyenoord Rotterdam Fan. Stolz trug er das Trikot seiner Lieblingsmannschaft. Wir kamen sofort ins plaudern und landeten erst beim UEFA-Cup Sieg von Feyenoord in der Saison 1973/1974 gegen Tottenham Hotspurs, um dann beim 7. Juli 1974 trefflich zu verweilen. Tatort Münchner Olympiastadion. Niederländer bezeichnen ihn auch oft als schwarzen Tag. Ihre Mannschaft hatte phantastischen Fußball im ganzen Turnier gespielt.

Ein Kader mit der Zunge zum schnalzen. Der charismatische Rinus Michels hatte in sein 22 Mann starkes WM-Aufgebot mit Keeper Treijtel, den Abwehrspielern de Jong, Israel, Rijsbergen sowie den Mittelfeldspielern Jansen und van Hanegem 6 Akteure vom frisch gebackenen UEFA-Cup Sieger Feyenoord Rotterdam berufen.

Im Endspiel gegen Deutschland liefen in der Stammformation Wim Rijsbergen, Wim Jansen und Wim van Hanegem auf. Es wurde ein bitterer Tag für die Rotterdamer mit den Vornamen Wim und ihre Nationalmannschaftskameraden um Johan Cruyff vom FC Barcelona, Arie Haan, Rob Rensenbrink, Jonny Rep, Ruud Krol, Jan Jongbloed und Co. Am Ende gewann Deutschland 2:1 gegen die Niederlande und Franz Beckenbauer, Kapitän der DFB-Elf mit Weltmeistertrainer Helmut Schön, streckte den Pokal in den Münchner Himmel. Der sympathische Feyenoord Rotterdam Fan erinnerte mich voller Freude dann auch noch an einen UEFA-Cup Sieg seiner Mannschaft im Jahr 2002 gegen Endspielgegner Borussia Dortmund.

Heute vor 39 Jahren: Regenschlacht Deutschland – Polen im Frankfurter Waldstadion

Die Bilder gingen um die Welt. An jenem 3. Juli 1974 sollte das Fußballspiel um den Einzug in das Finale der Weltmeisterschaft stattfinden. Die Partie Deutschland – Polen stand auf dem Spielplan. In den Annalen ist wahlweise von Regenschlacht oder Wasserschlacht die Rede. In jenem Sommer, anders wie 2006, gab es bei den 38 Spielen der WM 74 in mehr als der Hälfte der Partien Regen als unangenehme Begleiterscheinung. Doch so eine Wettersituation wie am besagten 3. Juli 1974 im Frankfurter Waldstadion stellte alle Beteiligten auf eine ungewöhnliche Probe. Die Feuerwehr war im Dauereinsatz und pumpte mit Schläuchen die Wasserlachen aus der Strafraumzone. Kräftige und einsatzstarke Männer, eine Schirmmütze als Kopfbedeckung, schoben unermüdlich Walzen über den Rasen des Waldstadions. Gespielt wurde dann auch noch. Das ganze sah damals so aus:

Die polnische Mannschaft war damals Weltklasse. Olympiasieger von München 1972, gespickt mit dem Torwart Jan Tomaszewski, Held von Wembley in der Qualifikation vor 100 000 Zuschauern, der technisch überdurchschnittlich versierte Kazimier Deyna wurde nach Johan Cruyff und Franz Beckenbauer zum drittbesten Fußballspieler des WM-Turniers 74 gewählt. Coach Kazimier Gorski hatte einen Gala-Sturm zur Verfügung. Grzegorz Lato wurde Torschützenkönig der WM. Seine kongenialen Sturmpartner waren Andrzej Szarmach und Robert Gadocha. Sie eilten von Sieg zu Sieg. Um das Regenspiel rankten sich noch jahrzehntelang Mythen. Die Pfützen seien in der deutschen Spielhälfte nicht abgepumpt worden. Die technische Klasse des polnischen Spiels und der Sturmreihe sollte damit behindert werden. Von Manipulation gar war die Rede. Doch zum 25. Jahrestags der Regenschlacht von Frankfurt verwies der Trainer Kazimier Gorski alle Gerüchte und Manipulationsvorwürfe ins Reich der Fabel. Er machte darauf aufmerksam, dass die polnische Nationalmannschaft an jenem 3. Juli 1974 die Seitenwahl hatte.

Der begnadete Geschichtenerzähler Jürgen Klopp

Begnadeten Geschichtenerzählern wird zugehört. Gerade in der Unterhaltungsindustrie Fußball. Einer dieser Plauderer ist Trainer in Dortmund. Jene Mannschaft, die einst den Stadionnamen an eine Versicherung verkaufte, und sich jetzt gegenüber Bayern München als die Guten positioniert. Dabei hat der deutsche Rekordmeister seine Namensrechte für die Sportstätte, die mit einem ungeliebten Ortsrivalen geteilt wird, auch an einen Versicherungskonzern verkauft. Manchmal sind die Unterschiede zwischen Gut und Böse nur marginaler Art. Im Januar 2008 hatte Bayern München einst auch einen Geschichtenerzähler engagiert. Jürgen Klinsmann. Jetzt Nationaltrainer der USA, kürzlich mit einem Prestigesieg gegen den WM-Dritten von 2010, der Mannschaft um Lukas Podolski und Miro Klose. Doch dies ist wieder eine andere Geschichte.

James Bond nebst der Wunderelf von Ungarn und Bayern München

Bei Übungsleiter Klopp musste man nicht genauer hinhören, um vor dem Londoner Finale eine gewisse Unruhe zu spüren. Diese Nervosität führte dann zu verschiedenen Geschichten. Das Publikum lauschte gebannt. Die James Bond Story. Gut und Böse. Der Griff in die historische Mottenkiste von 1954. Dortmund auf einer Ebene mit den Helden von Bern. Gleiche Ausgangslage. Ungarn und Bayern, die Übermannschaften. Deutschland und Dortmund mit jeweils klaren Außenseiterchancen. Wie es 1954 ausging war bekannt. Klopp erzählte die Geschichte charmant, emotional und durchaus auch geschickt. Jeder Motivationstrainer musste aufhorchen. Woher hat er diese magischen Methapern? Von Anthony Robbins, Emile Ratelband oder Jürgen Höller? Laufen die Dortmund Spieler heimlich über glühende Kohlen? Oder springen im Seminarraum bei einer vorbeifahrenden Lok auf die Tische und klopfen sich voller enthusiastischer Begeisterung auf die Brust und signalisieren so: Die Störung durch den Zug wandeln wir um in positive Energie. Bitte schick uns auch morgen wieder eine Lokomotive am Seminarzentrum vorbei. Am besten einen irre langen Güterwaggonzug. Legt bitte jemand nochmals das Tonband mit dem Presslufthammer von der Baustelle auf. Meditation inbegriffen. Die mentale Stärke trainieren.

Story von der China Kopie und die Sache mit dem Arbeiterverein Borussia Dortmund

Doch der für verschiedene Produkte werbende Klopp plaudert eigentlich die ganze Saison über. Hat er in Sachen Werbeverträge eigentlich bereits Franz Beckenbauer eingeholt? Der Kaiser hat ja eine Vielzahl von Produkten beworben. Legendär sein Gesichtsausdruck beim auslöffeln der Knorr Suppe. Oder seine Autowerbung. Wie er die Rolle des Markenbotschafters für Mercedes Benz annahm und dabei einen Rückblick auf Malente warf. Oder die Obsession vom einstigen Weltklasselibero für ein besonderes bayerisches Bier. Doch zurück zum Geschichtenerzähler mit der neuen Frisur. Nach der mutlosen Niederlage im DFB-Pokal im Süden der Republik hatten wir bereits die Geschichte der Raubkopierer mit dem Produkt Spielweise (hatte Dortmund ein Patent laufen?) im Stile der Chinesen gehört. Adressat des Vorwurfs waren die Bösen mit dem Emblem von Bayern München. Wenn ein so ruhiger und erfahrener Trainer wie Jupp Heynckes sich über die Story von Klopp aufregt stimmt die Relation vielleicht nicht. Dazu der immerwährende Vorwurf Bayern würde alles mit Geld regeln. Spieler kaufen. Oh, war Reus vor der Saison ehrenamtlich von Borussia Mönchengladbach zu Borussia Dortmund gewechselt? Ohne Ablösesumme in zweistelliger Millionenhöhe? Hatte er auf ein Millionengehalt verzichtet? Dann ist auch noch das Märchen vom Proletariat. Klopps Chef, Herr Watzke, stilisiert Börsenteilnehmer Borussia Dortmund gerne auch im Jahr 2013 als Arbeiterverein. Schmunzeln. Das ist aberwitzig. Auch Jürgen Klopp strickt gerne an dieser Story. Bei aller Sympathie für Tradition, Wurzeln mit einfachen Familienverhältnissen, begeisternde Fußballspiele, Tempo und Dynamik der Borussen und dem verdienten Double Triumph in der Saison 2011/2012 – Arbeiterverein im Jahr 2013 ist so weit weg von der Realität wie ein Kanzlersieg von Honorarkönig Steinbrück im September.

Marketingkampagne Echte Liebe und die Probleme mit der Treue

Borussia Dortmund hat einen Claim Echte Liebe. Auf den ehemaligen Arbeiterverein zugeschneidert. Ausgedacht unter Marketinggesichtspunkten der Neuzeit. Griffiger Slogan. Authentisch soll er sein. Sympathisch rüberkommen. Eine besondere Verbundenheit der Fans, der Region mit dem Fußballteam von Borussia Dortmund signalisieren. Beim Verkauf von Trikots, Schals und anderen Fanartikeln helfen. Die Umsätze im Merchandising steigen. Trikotsponsor Puma ist mit dem Abverkauf der Hemden mit dem Logo einer Raubkatze zufrieden, so ist zu hören. Die Marketingkampagne Echte Liebe hat jedoch auch die ersten Risse bekommen. Mario Götze, in der schönen Stadt Memmingen im Allgäu zur Welt gekommen, mag nicht mehr im Liebeskreis der Dortmunder bleiben. Er spielt in der nächsten Saison nicht mehr im Puma Trikot mit den traditionellen Dortmunder Farben. Sein neues Leibchen trägt drei Streifen. Stichwort Adidas. Einst prangten diese 6 Buchstaben sogar auf der Trikotbrust von Spielern wie Franz Beckenbauer. Halt Tradition. Auch der talentierte polnische Nationalspieler Robert Lewandowski hat Fernweh und will vom CL-Finalisten 2013 weg. Dabei demonstrieren der Stürmer und seine Berater eine besondere Hartnäckigkeit in der Kommunikation des gewünschten Ausbrechens aus dem Kreis der Liebe. Der Held vom Malaga Spiel, Felipe Santana ist bereits weg. Er suchte eine neue Herausforderung bei, bitte festhalten, Schalke 04. Der Revierrivale. Meister der Herzen. In den Jahren zuvor signalisierten Spieler wie Kagawa oder Sahin den Wunsch einen anderen Kultur- und Freundeskreis kennenzulernen. Echte Liebe. Das Leben ist kompliziert. Immerhin Sahin hat es wieder zurück zu seinem Ex-Verein geschafft.

Vor 23 Jahren gewinnt Matthias Sammer mit Dynamo Dresden den FDGB-Pokal

Er ist einer der Schlüsselpersonen für das Bayern München Märchen in der Saison 2012/2013 gewesen. Die Rede ist von Matthias Sammer. Jetzt als krönender Abschluss im 1. Arbeitsjahr beim deutschen Rekordmeister nach der Meisterschaft mit Rekordpunktzahl, dem Gewinn der Champions-League im Prestigeduell mit Borussia Dortmund nun auch der DFB-Pokal. Es hallt durch ganz Deutschland: Triple. Respekt. Dabei wollen wir an dieser Stelle nicht die Frauen vom Vfl Wolfsburg vergessen. Sie waren die Ersten mit der atemberaubenden Trilogie Meisterschaft, Champions-League und DFB-Pokal. Doch zurück zu Bayern München.

Den Ritterschlag erhält Matthias Sammer vom Kaiser höchstpersönlich. Weltmeister, lebende Bayern München Legende und Ehrenpräsident Franz Beckenbauer gegenüber dem TV-Sender Sky:

“Ich habe von Anfang an gesagt: Die beste Verpflichtung in den letzten Jahren war Matthias Sammer. Er hat die Mannschaft wieder aufgerichtet, natürlich im Verbund mit Jupp Heynckes und seinen Leuten. Matthias Sammer hat einen ganz ganz großen Anteil daran, dass der FC Bayern heute da ist, wo er immer hin wollte”.

Kann man so stehen lassen. Den ersten Pokalerfolg errang der gebürtige Dresdner noch für die Elbflorenzer. Heute genau auf den Tag vor 23 Jahren gewann Matthias Sammer mit Dynamo Dresden in Berlin als Spieler den FDGB-Pokal. Das Tableau der Partie von damals am 2. Juni 1990 im Jahr der deutschen Einheit liest sich so:

SG Dynamo Dresden – PSV Schwerin 2:1 (1:1)

SG Dynamo Dresden: Schulze, Lieberam, Wagenhaus, Schößler, Büttner, Stübner, Pilz (52. Platzverweis), Sammer, Kirsten, Döschner (74. Radtke), Gütschow (87. Minge).

PSV Schwerin: Reinke, Eggert, Herzberg, Beutling, Stammann, Prange, Drews, Ruppach, Kort, Gottschalk (76. Buchsteiner), Baumgart (66. Benthin).

Torfolge: 0:1 Kort (5.), 1:1 Stübner (18.), 2:1 Kirsten (84.).

Schiedsrichter: Gläser (Breitungen).

Zuschauer: 5.750 im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark in Berlin

Im Sommer 1990 wechselte Matthias Sammer dann zum Bundesligisten VfB Stuttgart. Aufbruch zu neuen Zielen und Erfolgen.