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Nachdenkenswert #242

,,Teammanger Oliver Bierhoff und die Sponsoren haben der Nationalmannschaft eine Corporate Identity verpasst – #bereitwienie und so. Medienvertreter sind in diesem Konzept nur noch dazu da, um das positive Bild nach außen zu tragen – für den DFB, für Mercedes, für Adidas. Und die Menschen da draußen sind dazu da, auf Fanfesten mit Klatschpappen und lustigen Frisuren für die nötigen Bilder zu sorgen.”

Jürn Kruse, Medienredakteur, in der taz über das Corporote Identity der DFB-Elf

Fußball-WM 2014: Meine Tage mit Übungsleiter Löw (22)

Fußball-WM 2014: Meine Tage mit Übungsleiter Löw (22)Traveler Digital Camera

Das Löw noch seinen Job hat, ist dem Glück von Neuer zuzuschreiben. Ja, diese Ausflüge vom ehemaligen Schalke Torwart sind keine Neuigkeit. Auch beim katastrophalen 0:4 gegen Real Madrid im Champions-League Halbfinale in Fröttmaning war er weit außerhalb des Strafraums aktiv. Da übrigens nicht immer souverän. Auch im DFB-Pokalfinale sahen die Zuschauer einen Ausflug. Meine Jahrhundertliebe zu mir:

,,Was macht er denn da draußen?”

Anschließend verletzte er sich bei der Aktion in Berlin an der Seitenlinie. Die dabei zugezogene Schulterverletzung hielt fortan die Nation in Atem. Dabei gab Neuer dem Balljungen die Schuld. Darüber konnte man geteilter Meinung sein. Mein Vater sagte immer: Bitte keine Ausreden.

Doch an jenem Montag gegen Algerien sicherte Manuel Neuer, diesmal bei seinen zahlreichen Ausflügen neben dem Können auch mit viel Glück den Sieg der deutschen Elf und hat bei Übungsleiter Löw einen gut. Oliver Fritsch, von mir sehr geschätzter Fußballjournalist und einstiger Gründer von indirekter-freistoss sowie Hartplatzhelden, findet kein Haar in der Suppe und flechtet auf Zeit Online Manuel Neuer Lorbeerkränze.

,,Zu diesem Zeitpunkt hatten sich die Zuschauer bereits daran gewöhnt, dass der deutsche Tormann ein fünfter Verteidiger ist und die vielen Lücken schließt, die ihm seine vier Nebenmänner lassen. Zu diesem Zeitpunkt hatten sich die Zuschauer daran gewöhnt, dass er die Sicherheit seines Tors weit davon entfernt verteidigt – an der Eckfahne, nahe der Mittellinie oder zur Not auch am Hindukusch.”

Diese Art des Torwartspiels wird sich auch auf den Bolzplätzen der Republik auswirken. Wollte früher jeder Tore wie Rekordtorschütze Gerd Müller schießen oder den Ball wie Netzer führen oder den Beckenbauer machen, prognostiziert Oliver Fritsch den Trend zum Torwart.

,,Man soll ja vorsichtig sein mit solchen Prognosen. Aber Neuer dürfte beim deutschen Sieg gegen Algerien ein epochales Spiel geboten haben, das künftige Generationen beeinflussen wird. Kinder, die das Spiel gesehen haben, wollen ab sofort Tormann werden – und zwar so wie Neuer.”

Kürzlich gab es ja das Ranking von Frank Rost über die besten deutschen Torhüter. Da belegte Manuel Neuer nur Platz 10. 5 Plätze hinter dem kürzlich zu Barcelona gewechselten  Marc-Andre Ter Stegen.

Abseits der WM schießen sich die Bundesligisten warm

Während die deutsche Elf sich 32 Jahre nach dem Thriller von Sevilla auf das Spiel gegen Didier Deschamps französische Auswahl vorbereitet, gibt es derweil die ersten Vorbereitungsspiele von Bundesligisten auf die neue Saison. Da greifen dann die gegnerischen Keeper zuweilen in einer inflationären Anzahl hinter sich. So gewinnt der neu in die Bundesliga aufgestiegene SC Paderborn in der Saisonvorbereitung bei Kreisligist SV 03 Geseke mit 14:0 (10:0). Auch der SC Freiburg hat sich warm geschossen.  Ihr ehemaliger Kulttrainer Volker Finke gab ja mit Kamerun nur eine kurze Visitenkarte in Brasilien ab. Eine enttäuschende Bilanz stand am Ende zu Buche. Doch ich will nicht abschweifen. Also zurück zum angekündigten Torfestival der Freiburger. Sie wollten den Paderbornern nicht nachstehen. Der SC Freiburg hat in der Vorbereitung auf die neue Saison einen ebenso lockeren Testspielsieg eingefahren. Die Breisgauer gewannen gegen den Bezirksligisten FV Tennenbronn 14:0 (5:0).

So locker wie die siegreichen Akteure bei beiden 14:0 Testspielsiegen möchte manch PR Berater auch seine Klienten präsentieren. Doch die Sache mit dem geplanten Image ist ja immer so eine Sache. Der Medienredakteur Jürn Kruse hat sich auf taz Gedanken über die Inszenierung der Nationalmannschaft gemacht, die inszenierten Bilder von den Strandläufen von Übungsleiter Löw und die gewünschte Botschaft: Wir sind locker.

,,Dabei kann dieses deutsche Nationalteam alles, nur nicht locker. Jede Regung folgt einem Plan, alles ist gestellt. Die Bilder, die in die Heimat gesandt werden, müssen übereinstimmen mit der Corporate Identity, die das DFB-Team mittlerweile umgibt.”

Jürn Kruse stellt dabei auch eine “Distanz” und “Kälte” fest.

,,Oder „Ein Land, eine Mannschaft, ein Traum“, wie es auf dem Mannschaftsbus heißt. Die Inszenierung eines Turniers, die 2006 begann und mit der Nominierung des Teams auf der Zugspitze (Motto für die EM in der Schweiz und Österreich: „Bergtour“) einen ersten grotesken Höhepunkt erreichte, ist gewuchert und strahlt nur noch Kälte und Distanz aus.”

Da wären wir für heute fast durch. Einen habe ich noch. Der ehemalige Handelsblatt Journalist Thomas Knüwer hat die WM nicht links liegen gelassen. Eine weitere Ausgabe vom Digitalen Quartett #65 unter dem Titel Die digitale WM gibt es.

Fußball-WM 2014: Meine Tage mit Übungsleiter Löw (16)

Fußball-WM 2014: Meine Tage mit Übungsleiter Löw (16)

Heute ist Ruhetag. Zeit zum durchschnaufen.copy-045.jpgDerweil gibt es vielleicht auch die Gelegenheit noch ein wenig zu stöbern in interessantem Zahlenmaterial. Eine gute visualisierte Übersicht der Körpergrößen und Gewichtsmaße aller Teams der WM-Endrunde gibt es hier gut aufbereitet zu sehen.

Die Leichtgewichte bei Deutschland sind Philipp Lahm mit 66 Kilo, Mario Götze mit 68 Kilo und Kevin Großkreutz mit 72 Kilo. Das meiste Gewicht in der DFB-Elf bringt Manuel Neuer mit 92 Kilo auf die Waage. Das sind 30 Kilo mehr wie Argentiniens Lionel Messi.

48 Vorrundenspiele sind um. Jetzt geht es in die K.o. Phase. Die Entscheidung fällt nach 90 Minuten, bei Bedarf nach Verlängerung oder dem sagenumwobenen Elfmeterschießen. Einer der 16 Achtelfinalisten wird am Ende der Weltmeister 2014 sein. Vor dem Turnier war mein WM-Favorit Brasilien. Das hat sich auch nach der Vorrunde nicht geändert. Wie sagte Schauspieler und Fußballfreund Heiner Lauterbach am 16. Juni so schön im Südkurier:

,,Ich habe noch nie eine WM gesehen, bei der der Weltmeister sieben gute Spiele gemacht hat. Der ist immer auch mal gestolpert.”

In der Geschichte der WM haben Uruguay, Italien, England, Deutschland, Argentinien und Frankreich vor heimischem Publikum ihre Weltmeisterschaften 1930, 1934, 1966, 1974, 1978 und 1998 zu Titeln genutzt. Dieser nicht zu unterschätzende Heimvorteil der Elf von Felipe Scolari kann gerade in engen Spielen die entscheidenden 2 bis 3 oder auch 4 Prozent ausmachen. Da haben wir jetzt noch gar nicht über Wunderstürmer Neymar gesprochen.

Ein Dauerthema der WM ist natürlich die Berichterstattung von ARD und ZDF. 11 Freunde Chefredakteur Philipp Köster im lesenswerten Interview bei Meedia:

,,Nervig ist eigentlich nur, dass sich die Sender offenbar durchgehend als versteckte PR-Kompanie des DFB verstehen. Ständig ist von “wir” die Rede, wenn es um die Nationalelf geht. Und ein Reporter, der im Morgenmagazin der deutschen Nationalelf zuruft: “Gebt Gas, Jungs!” – da fragt man sich ja wirklich, ob der noch alle Latten auf dem Zaun hat.”

Stammleser wissen, dass ich nicht zum Fanclub von KMH (Katrin Müller-Hohenstein) gehöre. Kürzlich hatte ich bei einem sogenannten Interview mit Mario Götze umgeschaltet. Auch Philipp Köster hatte sich die Fußball fremdelnde Plauderei zwischen dem Bayern Spieler Götze und der ehemaligen Antenne Bayern Moderatorin zeitweise angeschaut.

,,Trotzdem drängt sich die Frage auf, warum Müller-Hohenstein jedes Gespräch in Rekordschnelle in Richtung Kaffeeklatsch steuert. Wenn man Mario Götze schon mal ausführlicher vors Mikrofon bekommt, wäre das doch eine feine Gelegenheit, ihn mal zu ein paar fußballerischen Dingen zu befragen. Stattdessen geht es dann um Frühstücksrituale und darum, ob er sich nicht der Schafkopfrunde der Kollegen anschließen möchte. Da schaltet man doch gerne schnell mal um.”

Richtig, Fußball wurde gestern auch noch gespielt. Unter anderen Deutschland gegen USA. Für ein Fazit der Tätigkeit von Übungsleiter Löw ist es noch zu früh. Es war übrigens auch keine “Todesgruppe” wie Jürgen Klinsmann nach dem Spiel kund tat. Diese Überhöhung von Fußball nervt manchmal. Die DFB Elf kommt am Ende ihrer Pflichtaufgabe nach. Jetzt also gegen Angstgegner Algerien. Die bisherige Länderspielstatistik sieht zwei Spiele mit Verlustpartien. Die erste gab es vor 50 Jahren. Am Neujahrstag 1964 gab es eine 0:2 Niederlage der deutschen Nationalmannschaft gegen das algerische Team. Und dann war da ja noch 1982. Jener 16. Juni mit der 1:2 Niederlage der Derwall-Elf gegen Algerien, der zwischenzeitliche Ausgleich durch Karl-Heinz Rummenigge nur Makulatur.

Russland wahr wahrlich nicht von Glück überschüttet bei dieser WM. Erst der Torwartpatzer zum halben Eigentor gegen Südkorea, dann der nicht gegebene Elfmeter im Spiel mit Belgien und jetzt vor dem Ausgleichstreffer durch Algerien diese Laserpointerattacke auf den russischen Keeper Akinfejew. Ein Glück für das Nationalteam Russlands, sie müssen für das nächste Turnier durch keine Qualifikation.

Fußball-WM 2014: Meine Tage mit Übungsleiter Löw (10)

Fußball-WM 2014: Meine Tage mit Übungsleiter Löw (10)

Costa Rica zeigt wie wichtig körperliche Fitness, Herzblut und das Umgehen mit den klimatischen Bedingungen vor Ort sind. Italien japste beizeiten nach Luft. Der Schiedsrichter verwehrte Costa Rica beim Stand von 0:0 einen klaren Elfmeter. Warum eigentlich? Reporter Tom Bartels im ARD:

,,Wir brauchen hier keine 3 Zeitlupen. Das ist Strafstoß.”

Unmittelbar danach ging der vermeintliche Außenseiter mit einem herausgespielten Tor in Führung. Kommentator Bartels:

,,Das ist jetzt einfach gerecht.”

Es war noch zu spielen. Der Halbzeitpfiff ertönte noch nicht. Tom Bartels merkt an:

,,Mit Führung in die Halbzeit zu gehen wäre ein großer Moment für Costa Rica.”

Der Moment war nach 90 Minuten noch größer.

Gestern tat mir Ottmar Hitzfeld fast ein wenig leid. Zeitweise lag die Schweiz mit 0:5 gegen Frankreich mit Coach Didier Deschamps zurück. Die Ergebniskosmetik zeugt von einer intakten Moral der Eidgenossen. Noch ist alles drin in puncto Achtelfinale.Traveler Digital CameraHeute spielt Argentinien, der zweite südamerikanische WM-Favorit. Christoph Wesemann, lebt in Buenos Aires und ist immer präsent auf Argentinisches Tagebuch, vor einigen Tagen selbstbewusst:

,,Nur 2:1 gegen Bosnien, puh. Wird ein enges Ding am 13. Juli gegen Brasilien. Könnte. Ach was! ¡Vamos Argentina, carajo!”

Ein Finale mit Argentiniens Messi und Brasiliens Neymar gilt vielen als Traumendspiel im Estádio do Maracanã in Rio de Janeiro. Die beiden Teamkollegen vom FC Barcelona im Kampf um den Weltmeistertitel, marketingtechnisch kaum zu toppen. Brasilien in Nike Trikots und Argentinien in Adidas Hemden. Christoph Wesemann legt sich auch prägnant fest in Sachen Weltmeister 2014:

,,Ich setze trotzdem auf Argentinien, ich nehme sogar so Heimaturlaub, dass ich als Weltmeister in Berlin lande und im weißhimmelblauen Trikot von Diego Maradona ein Taxi winke. Und ich habe meinem Sohn versprochen, mir ein Tattoo stechen zu lassen. Ich weiß noch nicht, von wem oder von was, ob vom Dicken, von Che, den Malwinen oder doch vom Siegtorschützen im Endspiel, also Leo Messi, ist doch auch egal.”

Argentinien heute gegen den Iran, dessen Präsident kein Freund von Public Viewing ist

Doch erst stehen noch einige Spiele an. Heute das 2. Gruppenspiel gegen den Iran, der in Uhlsport Trikots aufläuft, zumindest bis heute von sich behaupten kann, bei dieser WM noch ohne Gegentreffer zu sein. Das Auftakt 0:0 gegen Nigeria war eines der schwächeren Partien in der Vorrunde. Solche müden Kicks hast du bei jeder WM dabei. Der iranische Präsident schaute das Spiel alleine vor dem Fernseher. Die Fotos wurden dann verbreitet. Versteckte Botschaft: Seht her Fußball kann auch zu Hause im Wohnzimmer geschaut werden. Public Viewing, also jene suspekten Menschenansammlungen, müssen doch nicht sein. PR bewusste Politiker aller Couleur lassen sich bei Fußballweltmeisterschaften gerne zu gestellten Fotos hinreißen. Siehe auch Frau Merkel von der CDU. Argentinien bot gegen Bosnien Herzegowina keine Gala Show. Ein 2:1 Auftaktsieg, der Potenzial nach oben lässt. Lionel Messi zeigte wie wichtig er für den Erfolg der Gauchos ist. Alles andere wie ein Sieg wäre eine große Überraschung und Enttäuschung. Wo die Südamerikaner genau stehen, wird sich vermutlich erst in der K.o. Runde zeigen.

Thomas Müller gleichauf mit Rudi Völler und Diego Maradona

Dann gibt es heute um 21.00 Uhr in Fortaleza das Spiel der Mannschaft von Übungsleiter Löw gegen Ghana. Gab es bereits in der Vorrunde 2010. Damals ein knapper Sieg durch den Özil Treffer für die DFB-Elf. Heute wird sich zeigen, was der souveräne 4:0 Sieg gegen ein indisponiertes Portugal in zeitiger Unterzahl wert war. Dabei wird Per Mertesacker sein 100. Länderspiel machen. Die Schulter von Manuel Neuer hielt den ersten Praxistest unter Turnierbedingungen aus. Thomas Müller hat, wenn meine Statistik zuverlässig ist und mich nicht im Stich gelassen hat, jetzt 8 WM Tore. Auf diese Anzahl an Toren kamen auch die Weltmeister Diego Maradona und Rudi Völler. An dieser Stelle auch nochmals Dank an Louis van Gaal, der 2009 bei Bayern München den unorthodox spielenden Müller in das Männerteam aus dem Nachwuchs aufnahm und ihn förderte. Deutschlands heutiger Kontrahent war beim Auftakt einem Punktgewinn sehr nahe. Ghana fightete gegen das Team von Jürgen Klinsmann, musste sich den Amerikanern jedoch nach unglücklicher Tordramaturgie geschlagen geben.

Spiel für alle Nachteulen

Nigeria liegt in der Tabelle vor Bosnien-Herzegowina. Das kann nach dem Spiel ganz anders aussehen. Die talentierte Mannschaft von Bosnien-Herzegowina hat selber vor dem Turnier das Mindestziel Achtelfinale ausgegeben. Eine Auftaktniederlage gegen Argentinien war da durchaus mit eingepreist. Ein Eigentor und ein Gegentreffer von Messi sorgten für den Verlust der ersten Partie. Das Spiel ist für alle Nachteulen auf die geschmeidige TV-Zeit von 24.00 Uhr terminiert.

Argentinien – Iran

Samstag, 21. Juni, 18.00 Uhr, Belo Horizonte, im ARD

Deutschland – Ghana

Samstag, 21. Juni, 21.00 Uhr, Fortaleza, im ARD

Nigeria – Bosnien-Herzegowina

Samstag, 21. Juni, 24.00 Uhr, Cuiaba, im ARD

Fußball-WM 2014: Meine Tage mit Übungsleiter Löw (1)

Fußball-WM 2014: Meine Tage mit Übungsleiter Löw (1)

Von den einen langersehnt, von den Anderen eher mit Skepsis und Argwohn beäugt: Der Start der Fußball-WM fängt heute mit dem Spiel von Gastgeber Brasilien gegen Kroatien an. Der kroatische Fußballpräsident Davor Suker hat einen Spruch rausgehauen, den die Süddeutsche Zeitung heute in ihrer Vorschau für das Eröffnungsspiel auf Seite 30 abdruckte:

,,Weltmeister kann Kroatien nur auf der Playstation werden.”

David Suker gehörte der erfolgreichen kroatischen Mannschaft von 1998 in Frankreich an, die im Spiel um Platz 3 bei der Fußballweltmeisterschaft die Niederlande schlug. In Deutschland ist Suker auch durch seine Zeit bei 1860 München bekannt. Heute beginnt der Auftakt der WM, 32 Mannschaften kämpfen rund einen Monat um die begehrteste Krone im Weltfußball.

Brasilien – Kroatien

Donnerstag, 12. Juni, 22.00 Uhr, Sao Paulo, im ZDF

Funktionär Bierhoff wird sich nur ungern an das Spiel der deutschen Nationalmannschaft bei der WM 1998 im Viertelfinale gegen Kroatien erinnern. Am Ende des Turnierverlaufs in Frankreich stand ein blamables Aus mit einer schlagzeilenträchtigen 0:3 Niederlage gegen die junge kroatische Sportnation. Oliver Bierhoff stand 90 Minuten mit Jürgen Klinsmann, dem heutigen US-Coach, auf dem Platz. Zwischen den Pfosten stand Torwart Andy Köpke, der mir gestern via Autoradio bei einer längeren Autofahrt öfters den aktuellen Stand in puncto Torhüterpersonalie Manuel Neuer mitteilte. Der ehemalige Mannschaftskollege von Keeper Neuer, der meinungsstarke Frank Rost setze letzte Woche in Sport Bild eine Duftmarke. Sein Ranking der besten deutschen Torhüter wird dem einen oder anderen nicht gefallen haben.

Frank Rost Ranking der Top Ten der besten deutschen Torhüter aller Zeiten in Sport Bild

1. Rene Müller

2. Uli Stein

3. Sepp Maier

4. Dieter Burdenski

5. Marc-Andre Ter Stegen

6. Oliver Kahn

7. Norbert Nigbur

8. Rudi Kargus

9. Oliver Reck

10. Manuel Neuer

Vielleicht gehe ich während der WM nochmals ausführlich auf die Liste von Frank Rost ein. In meinem eigenen Kopf ist da auch ein Ranking der besten deutschen Torhüter aller Zeiten vorhanden. Da gibt es durchaus Gemeinsamkeiten zur veröffentlichten Liste, jedoch auch Unterschiede.

An das Jahr 1998 wird auch Übungsleiter Löw keine so guten Erinnerungen haben. Vor der WM stand er mit dem VfB Stuttgart im Finale des Europapokals der Pokalsieger gegen Chelsea. Am Ende musste Joachim Löw mit seiner damaligen Vereinsmannschaft eine 0:1 Endspielniederlage gegen den englischen Traditionsclub in der Ära vor Roman Abramowitsch hinnehmen.

10 Jahre später führte Übungsleiter Löw erstmalig die deutsche Nationalelf eigenständig in ein Turnier. Bei der Europameisterschaft 2008 musste er in der Vorrunde eine Niederlage gegen den schlauen Außenseiter Kroatien hinnehmen. An jenem 12. Juni in Klagenfurt gab es eine 1:2 Schlappe. Medial keine einfache Zeit für den ehemaligen Spieler vom SC Freiburg. Es tauchte heftige Kritik auf, wie immer wenn die deutsche Nationalmannschaft bei einem Turnier ein Vorrundenspiel in den Sand setzt. Der Michael Ballack nahm Joachim Löw dann mit seinem Gewaltschuss im Spiel gegen Österreich aus der Schusslinie der Medien.

Spielerisch limitierte deutsche Elf schafft es ins Endspiel gegen Brasilien

Letztmalig kam eine deutsche Fußballnationalmannnschaft einem WM-Titel im Jahr 2002 am nähesten. Eine spielerisch limitierte Elf schaffte es bis ins Endspiel und unterlag dort Brasilien mit 0:2 (0:0). Stürmer Oliver Bierhoff war damals Mitglied dieser DFB-Elf unter Führung von Teamchef Rudi Völler und wurde im Finale in der 74. Minute für den Kaiserslauterner Stürmer Miroslav Klose eingewechselt. 5 Minuten später erzielte Ronaldo das spielentscheidende 2:0 für die brasilianische Elf mit Coach Felipe Scolari. Jener Ronaldo, mit einer unsäglichen Äußerung kürzlich auffällig geworden, bekommt von mir die Rote Karte. Dunkelrot. Der Weltmeistercoach Scolari hatte übrigens 2002 mächtig Beton mischen lassen. In den vier K.o. Spielen inklusive Endspiel gegen Deutschland ließ Brasilien nur einen Gegentreffer durch den Engländer Owen zu.

In der Geschichte der Eröffnungsspiele, die es regelmäßig seit der WM 1966 gibt, musste Brasilien zweimal antreten. 1974 erreichten sie nur ein 0:0 gegen Jugoslawien. 1998 in Frankreich gab es einen 2:1 Auftaktsieg gegen Schottland. Bei diesen Spielen gab es oft zähe Fußballhausmannskost zu sehen. Aller Turnierauftakt ist schwer.

Eröffnungsspiele seit 1966

1966: England – Uruguay 0:0

1970: Mexiko – UdSSR 0:0

1974: Brasilien – Jugoslawien 0:0

1978: Deutschland – Polen 0:0

1982: Belgien – Argentinien 1:0

1986: Bulgarien – Italien 1:1

1990: Argentinien – Kamerun 0:1

1994: Deutschland – Bolivien 1:0

1998: Brasilien – Schottland 2:1

2002: Frankreich – Senegal 0:1

2006: Deutschland – Costa Rica 4:2

2010: Südafrika – Mexiko 1:1

Die Kovac Brüder auf der Kommandobrücke

Kroatien wird von Niko Kovac (42) trainiert. Sein Bruder Robert (40) ist sein Assistent. Sie sind in Deutschlands Hauptstadt Berlin aufgewachsen. Sie legen viel Wert auf Disziplin. Niko Kovac spielte in seiner Laufbahn unter anderen bei Hertha BSC, Bayer Leverkusen, Bayern München und RB Salzburg. Auch Robert Kovac spielte beim deutschen Rekordmeister Bayern München. Die beiden Brüder sind ein Herz und eine Seele. Es wird mit deutscher Organisation und präziser Planung gearbeitet. Im Januar gab es die Hospitation im Trainingslager von Borussia Dortmund in La Manga. Kroatien belegte in der Qualifikation hinter Geheimtipp Belgien den zweiten Platz und musste in die Relegation gegen Island. Ihr Kader ist durchaus mit zahlreicher Qualität durchsetzt, mit bemerkenswerten Individualisten. Luka Modric kommt als frischgebackener Champion-League Sieger von Real Madrid, Ivan Rakitic wurde mit dem FC Sevilla Euroleague-Sieger gegen Benfica Lissabon und spielt nächstes Jahr beim FC Barcelona. Ivica Olic seine Pferdelunge, Einsatzbereitschaft sowie mentale Stärke sind in der Bundesliga durch seine Stationen Hamburger SV, Bayern München und aktuell VfL Wolfsburg hinlänglich bekannt. Der Sturmtank Mario Mandzukic hat bei Bayern München Duftmarken gesetzt und hatte starken Anteil am Triple in der Saison 2012/2013. Er ist jedoch für das Eröffnungsspiel gesperrt. Souvenir vom WM-Relegationsspiel gegen Island. Der wechselwillige Bayern Spieler holte sich gegen die Isländer eine rote Karte.

WM-Favorit Brasilien mit exhorbitanter Qualität im Kader + Juwel Neymar

Brasilien ist mein WM-Favorit. Vor drei Jahren hatte ich einem Trio den Triumph zugetraut. Argentinien, Brasilien und Spanien. Nun, Brasilien scheiterte an der Mannschaft der Niederlande, mit einer unkonzentrierten zweiten Halbzeit und einem unsicheren Torwart. Argentinien musste doch anerkennen: Eine WM ohne richtigen Trainer zu spielen ist schwierig. Ich habe ja Diego Maradona noch selber live spielen sehen im Leipziger Zentralstadion mit dem SSC Neapel gegen den 1. FC Lokomotive Leipzig. Ein überragender Spieler. Doch als Coach …. nein, nein, nein. Das hatte ich unterschätzt bei meiner Prognose. Ich bin kein Psychologe, doch alleine seine theatralischen Umarmungen mit Lionel Messi 2010. Messi war dies doch irgendwie von der Körpersprache peinlich. So, wie ein ungeliebter Onkel bei einer Familienfeier laut tönend von weiten die Arme ausbreitet, auf einen zielgerichtet zugeht und die volle Wucht in die Umarmung legt. Da ist man dann froh, wenn der nervende Onkel die Arme von einem wieder löst. Aus meinem Favoritentrio 2010 ist es dann Spanien geworden. Übungsleiter Löw musste im Halbfinale mit der DFB-Elf die Überlegenheit des späteren Weltmeisters anerkennen. Der 1:0 Sieg war wie bereits der 1:0 Erfolg in Wien beim EM-Finale 2008 klarer für die spanische Mannschaft als es das knappe Ergebnis auszudrücken vermag.

Dieses Jahr sehe ich also die Elf von Felipe Scolari vorn. Die Gastgeber haben vor Torwart Julio Cesar vom FC Toronto eine exquisite Abwehr. Dani Alves (FC Barcelona), Thiago Silva (Paris St. Germain), David Luiz (FC Chelsea) und Marcelo von Real Madrid. Das klingt ziemlich gut und ist als Weltmeisterabwehr gut vorstellbar. Im Mittelfeld werden wir einen guten Bekannten aus der Bundesliga erleben. Luiz Gustavo. Im vergangenen Jahr überzeugte er beim Confed-Cup. Traditionell hat Brasilien auch wieder extravagante Spielfreude anzubieten: Stichwort Neymar. Auf ihm ruhen die Hoffnungen. Wenn er dem Erwartungsdruck seiner Landsleute standhält, kann er der Spieler des Turniers werden. Dazu kann Felipe Scolari auf Torpower von Hulk und Fred hoffen. Fred in Diensten von Fluminense FC hat in 33 Länderspielen 17 Tore erzielt. Hulk in 35 Partien 9 Treffer. Superstar Neymar vom FC Barcelona glänzt mit seiner Statistik: In 49 Länderspielen für die Nationalmannschaft Brasiliens erzielte das 22-Jährige Juwel unglaubliche 31 Tore. Tief durchatmen. Kein Schreibfehler. Da kommt auf jede gegnerische Abwehr Schwerstarbeit zu.

Doch jetzt fangt an.

Das große Glück von Übungsleiter Löw

[Reblog vom 24. Juli 2012]        

Basketballfan Wulff kann ein Lied davon singen. Ist der Boulevard erst einmal an einer Person dran und strickt die Storys, Schlagzeilen, Kommentare und Leserbriefe in einer unbarmherzigen Art und Weise, können selbstgezogene Verteidigungslinien wie ein Kartenhaus bei starker Zugluft einstürzen.

Übungsleiter Löw galt bis zum Halbfinalspiel durchaus als Liebling der schlagzeilenträchtigen Presse. Wer sollte die Elf nach dem Sieg gegen Griechenland aufhalten? Löw machte alles richtig. Inclusive Kleidung, Auftritt, taktischen Wechselspielen etc. Nach der 1:2 Niederlage gegen Italien brach die Kritik über ihn wie ein verbaler Tsunami herein. Sie war Holzschnittartig. Nun bin ich kein überbordender Freund von Übungsleiter Löw. Doch die Kritik war in weiten Teilen überzogen, fast bösartig und oft fernab einer seriösen Analyse. Das hätten harte mediale Wochen für Löw werden können. Doch er hatte Glück.

Am Montag nach der EM explodierte die Nachricht von der Verpflichtung Matthias Sammers bei Bayern München. Das große Glück von Übungsleiter Löw.

Der bescheidene Titelsammler blieb seither weitestgehend unbehelligt im Schatten der medialen Ereignisse von München um die Personalie Sammer.

Eine Trainerdiskussion wurde so nicht zum köcheln gebracht.

Dabei gibt es durchaus interessante Aspekte. Stichwort Titelbilanz. Es gibt Trainer die sammeln sie wie Briefmarken und es gibt eher bescheidenere Protagonisten an der Seitenlinie.

Joachim Löw ist seit 1994 Trainer im Männerbereich. Das sind lange 18 Jahre. In diesem respektablen Zeitraum gab es für den ehemaligen Freiburg Spieler an zählbaren Erfolgen den DFB-Pokalsieg 1997 mit dem VfB Stuttgart gegen Energie Cottbus. Weiterhin steht die österreichische Meisterschaft mit dem FC Tirol Innsbruck im Jahr 2002 zu Buche. Die Mannschaft von Energie Cottbus spielte damals noch in der drittklassigen Regionalliga. Beim FC Tirol konnte Joachim Löw auf die Arbeit von seinem Vorgänger Kurt Jara aufbauen der bereits 2001 und 2000 mit dem Team Meister in Österreich wurde.

Andere Engagements von Übungsleiter Löw wie beim damaligen zweitklassigen Karlsruher SC in der Saison 99/2000 oder der darauffolgenden Saison bei Adanaspor in der Türkei beinhalteten bittere Erfahrungen. Er stand noch nicht einmal das jeweilige komplette Spieljahr durch. Aufgrund von Erfolglosigkeit kam es bei beiden Vereinen zur Kündigung des Arbeitspapieres.

Natürlich hat sich Joachim Löw seit damals weiterentwickelt. Doch wenn die Trainerbilanz nüchtern auf Zahlen, Daten, Fakten abgeklopft wird ist die Titelausbeute doch sehr mager.

Mein Bauchgefühl sagt mir für 2014 ebenfalls keinen Titel der DFB-Elf mit Löw in Brasilien voraus. Das ist auch kein Beinbruch. In Portugal galt die Mannschaft um Figo als sogenannte goldene Generation. Titellos trat sie ab. Das Leben ging in Portugal trotzdem weiter.

Übungsleiter Löw dämpft die Erwartungen im Kicker Sonderheft zur Fußball-WM 2014

Der portugiesische renommierte Verein Benfica Lissabon gewann 1962 den Europapokal der Landesmeister in einem spektakulären Endspiel gegen Real Madrid. Ein 0:2 und 2:3 Rückstand wurde in einem atemberaubenden Spiel in ein 5:3 gedreht. Danach kam die internationale Titelbilanz ins stocken. Seit 1962 hat Benfica Lissabon keinen weiteren Erfolg in einem Endspiel der europäischen Wettbewerbe dazu fügen können. Kürzlich verlor der Traditionsverein das 8. europäische Finale hintereinander in der Vereinsgeschichte, seit diesem vermaledeiten Béla Guttmann Fluch. Alex Raack dröselte die Sache neulich bei 11Freunde auf:

,,Die Legende geht so: 1962, Benfica hatte gerade zum zweiten Mal in Folge den Europapokal gewonnen, wurde Meistertrainer Béla Guttmann bei seinem Präsidenten vorstellig und bat um eine Gehaltserhöhung. Weil die ihm auch nach längeren Verhandlungen nicht gewährt wurde, schmiss Guttmann nicht nur hin, er belegte seinen nun ehemaligen Arbeitgeber auch mit einem Fluch. Überliefertes Zitat: »Nicht in hundert Jahren wird Benfica noch einmal den Europacup gewinnen!« Benficas Bosse lachten nur. “

Eine harte Nummer. 52 Jahre später wirkt der Fluch immer noch. Acht Versuche und jeweils titellos wieder abdrehen. Bitter für Benfica Lissabon. Irgendwie scheint auch die deutsche Nationalelf von einer Art Fluch beseelt zu sein. Seit dem Europameistertitel 1996 mit dem Golden Goal von Oliver Bierhoff gegen Tschechien gab es anschließend acht Versuche einen weiteren Titel bei einem großen internationalen Turnier zu erreichen.

WM 1998: Es erfolgte das WM-Aus im Viertelfinale mit dem 0:3 gegen Kroatien

EM 2000:  Erich Ribbeck scheitert mit der DFB-Elf in der Vorrunde

WM 2002: Deutschland verliert gegen Brasilien das Endspiel mit 0:2

EM 2004:  Rudi Völler nimmt nach dem enttäuschenden Vorrunden-Aus seinen Hut

WM 2006: Deutschland kann den Heimvorteil im Halbfinale gegen Italien nicht nutzen.

EM 2008: Deutschland verliert mit Übungsleiter Löw in Wien gegen Spanien mit 0:1

WM 2010: Deutschland scheitert mit Übungsleiter Löw im Halbfinale an Spanien mit 0:1

EM 2012: Deutschland verliert das Halbfinale gegen Italien mit 1:2

Nun also der neunte Versuch seit dem Titelgewinn 1996 bei der EM. Übungsleiter Löw dämpfte bereits kürzlich im Stern Interview die Erwartungen.

,,Titel sind die Krönung. Aber mein Seelenheil hängt ganz und gar nicht von diesen Tagen in Brasilien ab. Geht es um das Seelenheil, da blickt man doch auf viel mehr, nicht nur auf vergängliche Triumphe. Ein Sieg mehr, eine Niederlage mehr – ich glaube nicht, dass dies am Ende die entscheidende Rolle spielt.”

Auch im Kicker Sonderheft zur Fußball-WM 2014 in Brasilien kommt Joachim Löw im Interview auf den Seiten 12 bis 16 mit einer eher defensiven Einstellung daher.

,,Es wird immer wieder gesagt, wir hätten jetzt die beste Mannschaft aller Zeiten. Aber 1972, 1990 und 1996 hatten wir ebenso gute Teams. Und im März, als ich betonte, das einige unserer Spieler verletzt waren, stimmten Realität und Anspruch nicht überein. Alle Welt schwärmte: Ihr habt 20 Topspieler! Doch dann waren Khedira, Gündogan, Schweinsteiger, Klose, Gomez und andere verletzt. Ich kann die Erwartungen nicht dämpfen, möchte aber realistisch sein.”

Im Gespräch in der DFB-Bibliothek in Frankfurt am Main mit Karlheinz Wild, Oliver Hartmann und Frank Lußem vom Kicker sowie DFB-Pressesprecher Jens Grittner gibt Übungsleiter Löw jedoch auch eine fast philosophische Ansicht kund:

,,Nur der Weltmeister geht vollkommen glückselig nach Hause.”

Diese Glückseligkeit hatte Deutschland letztmalig 1990. Vizeweltmeister ist irgendwie blöd. Man frage bitte beim dreifachen Vizeweltmeister Niederlande nach. Auch ein knappes Ausscheiden im Halbfinale, wie es den Niederländern 1998 in Frankreich im epischen Spiel gegen Brasilien nach Elfmeterschießen widerfuhr, kann nicht wirklich trösten. Die bevorstehende Fußball-WM in Brasilien sieht Joachim Löw unter den klimatischen Bedingungen als Schwerstarbeit der nominierten Spieler an und kündigt ein gedrosselteres Tempo gegenüber den letzten beiden Weltmeisterschaften an:

,,Italiens Coach Prandelli erzählte, beim Confed-Cup wollten in Fortaleza oder Recife Spieler raus, weil sie keine Luft und Kraft mehr hatten. Es ist eine Tortur für die Spieler, bei 30 Grad und hoher Luftfeuchtigkeit, gegenüber 2006 und 2010 muss man beim Tempo Abstriche machen.”

Am Ende des Interviews auf Seite 16 erscheint dann noch die Anzeige von ODDSET mit der Frage:

                     Wer wird Weltmeister?

Der Sportwettenanbieter ruft eine Quote von 5,00 für den Titelgewinn der deutschen Elf auf.

Post von einem niederländischen Schachfreund in Sachen Rafael van der Vaart

Auf der Online Seite der Frankfurter Rundschau kam die Meldung so rüber:

,,Nach der schlechtesten Spielzeit seiner Karriere verpasst Rafael van der Vaart nun auch noch die Weltmeisterschaft. Bondscoach Louis van Gaal wird den Profi des Hamburger SV wegen einer Wadenverletzung nicht nach Brasilien mitnehmen, bestätigte der niederländische Fußballbund KNVB am Mittwoch. Der Mittelfeldspieler hatte sich am letzten Trainingstag von Oranje im portugiesischen Lagos eine Muskelverletzung an der rechten Wade zugezogen.”

Es dauerte nicht lange, da bekam ich Post von einem niederländischen Schachfreund, der sich auch für Fußball interessiert. In seiner E-Mail an mich schrieb er unter anderen dann offen:

Hallo Michael,

Viel los bei dir, mit der Fussball WM ins Visier?! Gute Nachrichten
Heute: van der Vaart fällt aus für die WM! Er hatte eh nur Luft für 60
Minuten, in Brasilien wäre er eingebrochen. Lieber einen jungen fitten
Spieler mitnehmen!

Fitness ist ein gutes Stichwort. Jedoch ist dies nur eines von vielen Problemen im Trainingslager der DFB-Elf diese Woche gewesen.

Der Tagesspiegel: ,,Dass der Werbedreh für den Sponsor der Nationalmannschaft als PR-Desaster endete, war noch das geringste Übel.”

Stefan Hermanns und Gregor Derichs fassen auf Der Tagesspiegel die schlechten Nachrichten des heutigen Tages aus dem Trainingslager der DFB-Fußballnationalmannschaft zusammen.

Professor Ernst Kabelka spricht ein paar deutliche Worte zur Verletzungsmisere der DFB-Elf

Lese ich doch heute in der Münchner tz auf Seite 27 ein nachdenklich stimmenden Artikel, indem auch Professor Ernst Kabelka , renommierter Sportmediziner, ein paar kritische Worte zur Situation um Manuel Neuer und dem DFB äußert. Der ehrgeizige Torwart hatte sich im Pokalendspiel gegen Borussia Dortmund einen Einriss am Kapselbandapparat des rechten Schultereckgelenks zugezogen. Professor Kabelka:

,,Aus meiner Sicht verharmlost der DFB die Situation. Jeder, der eine solche Verletzung schon einmal hatte, kann ihnen bestätigen, wie schmerzhaft und langwierig das sein kann. Das Problem ist, dass er eine ganze Zeit lang die Arme nicht über die Horizontale nach oben nehmen kann. Und das ist für einen Torwart nicht ganz unwichtig.“

Auch zu Real Madrid Spieler Sami Khedira, der sich beim Länderpiel gegen Deutschlands Lieblingsgegner Italien am 15.11.2013 einen Kreuzbandriss zuzog, gibt es eine gedämpfte Erwartungshaltung von dem Sportmediziner, dem auch die Klitschko Brüder vertrauen.

,,Nehmen wir den Fall Khedira: Er hat jetzt zwei Spiele über 60 Minuten gemacht. Das ist schön, reicht aber auf keinen Fall aus, um in Brasilien international konkurrenzfähig zu sein.“

Auch auf die oft gestellte Frage in diesen Tagen …

,,Kann Deutschland denn trotzdem Weltmeister werden?“

… gibt es eine deutliche Antwort von Professor Ernst Kabelka.

,,Das würde mich sehr wundern. Die Voraussetzungen dafür sind außergewöhnlich schlecht.“

Es gibt da auch noch die aktuellen Sorgenkinder der Bayern Spieler Bastian Schweinsteiger mit seinen Patellasehnenbeschwerden und Kapitän Lahm mit dem Kapselriss am linken Sprunggelenk.