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Nachdenkenswert #191

,,Das hat man bei den 100-Meter-Sprintern ja auch immer gesagt: Irgendwann geht es nicht mehr schneller. Aber es ging immer schneller. Auch der Fußball entwickelt sich immer weiter, es gibt immer neue Methoden, man wird immer schneller, immer dynamischer. Das Niveau wird immer höher, man muss immer wieder neue Ideen haben. Es gibt immer noch ein paar Prozentpunkte Luft nach oben.”

Franco Foda, 2-facher Nationalspieler und Trainer vom 1. FC Kaiserslautern, im Interview auf dfb.de

Heute vor 10 Jahren

Menschenskinder, die Zeit vergeht. Heute vor 10 Jahren, kann sich jemand noch an den 31. Juli 2003 erinnern? Udo Muras hat auf dfb.de den wöchentlichen Blick in das Archiv getan und dabei unter anderen folgendes ausgegraben:

,,Vor zehn Jahren wird bekannt, dass Michael Ballack (Bayern München) erneut Fußballer des Jahres geworden ist. Ballack erhält von den deutschen Sport-Journalisten 263 Stimmen und freut sich “riesig, aber überrascht bin ich eigentlich nicht”. Trainer des Jahres wird Stuttgarts Felix Magath (517 Stimmen), Fußballerin des Jahres Birgit Prinz (253), die 2003 in den USA (Carolina Courage) spielt.”

Solche Wahlen haben ja oft ihre eigenen Gesetze. Aber ich kann mich noch gut an 2003 erinnern. Aus einer Fernbeziehung machte ich mit meiner Jahrhundertliebe eine Nahbeziehung. Der Umzug war leicht und uferlos. Es war eine phantastische Aufbruchstimmung. Unser anschließender Urlaub auf Kreta war sonnenüberflutet und die Temperaturen streiften mehrmals die 40 Grad Grenze. Auch 42er Werte gab es zu bestaunen. Der Sommer war in Bestform. Die Kellner schwitzten. Wir schwitzten auch. Air Condition war im Dauereinsatz. Flankiert war der Kreta Urlaub vorher und danach auch mit Hochsommer in Deutschland. Es war eine wahnsinnig schöne und gute Zeit. Übrigens Michael Ballack, Felix Magath sowie Birgit Prinz waren damals bei der Wahl auch meine Favoriten.

DFB-Frauenfußball die Nr. 1

Die letzte Woche stahlen sie dem FC Bayern bereits die besseren Einschaltquoten beim ZDF. Die Paarung in München gegen den FC Barcelona zog den kürzeren gegen den Auftritt der Frauennationalmannschaft gegen Schweden bei der EM. Die Elf von Silvia Neid hat es heute am Bodensee auch auf die Titelseite der Zeitungen gebracht.Traveler Digital CameraNadine Angerer gibt dem EM-Titel auch den nötigen Thriller-Effekt. Zwei gehaltene Elfer. Respekt, ein riesiges Kompliment und herzlichen Glückwunsch!

Interview von DFB-Präsident Wolfgang Niersbach in der tz

Am morgigen Mittwoch stehen zwei Fußballspiele der besonderen Bedeutung auf dem Plan. In München spielt der FC Bayern gegen den FC Barcelona um den Uli Hoeneß Cup. Den Pokal hat der Gold- und Silberschmiedemeister Andreas Bachmeier angefertigt. Der Uli Hoeneß Cup misst 62 Zentimeter und wiegt 10 Kilo. Im Interview mit der Münchener Zeitung tz erklärt er seine Idee hinter dem Entwurf.

,,Zunächst gibt es einen breiten Sockel aus Holz, darüber werden vier Säulen in eine Enge getrieben, um dann wieder aufzugehen. Mein Gedanke war, an die Karriere von Uli Hoeneß zu erinnern. Auch die ist breit gestartet, hat sich aber nach kurzer Zeit durch die Knieverletzung und das Karriereende verengt. Als Manager des FC Bayern kam dann das Aufblühen.”

Das zweite Spiel mit erhöhten Interesse am Mittwoch ist das Halbfinalspiel der DFB-Frauennationalmannschaft bei der EM gegen Gastgeber Schweden in Göteborg. DFB-Präsident Wolfgang Niersbach war bereits bei der Viertelfinalpartie gegen Italien in Skandinavien vor Ort. Sein Daumendrücken half. Die Frauen gewannen die eminent wichtige Begegnung mit 1:0. Jetzt also das Spiel um den Einzug in das Finale. Schweden hat die Favoritenrolle. Psychologisch kann dies für die deutsche Elf von Silvia Neid durchaus ein nicht zu unterschätzender Vorteil sein. Die junge Mannschaft aus Deutschland gefällt sich  in ihrer Rolle, nicht mit der Bürde des Favoriten in die Begegnung zu gehen. DFB-Präsident Wolfgang Niersbach wird zum Spiel nach Göteborg einfliegen. Inklusive Daumendrücken.

Apropos Wolfgang Niersbach. Der heutigen Ausgabe der tz ist im ausführlichen Interview mit Michael Knippenkötter auf Seite 23 die Begeisterung des Präsidenten für das Gesamtpaket Bundesliga der Männer förmlich anzumerken:

,,Ja, das solide Wirtschaften, die Seriosität, die Begeisterungsfähigkeit. Letztes Jahr hatten wir einen Zuschauerschnitt von 44 000! Das ist doch sensationell. Und das geht zu einem großen Teil auf die Effekte der WM 2006 zurück. Ohne den Zuschlag vom 6. Juli 2000, 14.07 Uhr, wäre die Allianz Arena nie gebaut worden. Und die ist seit der Fertigstellung bei den Spielen des FC Bayern immer ausverkauft gewesen. Wir freuen uns schon jetzt auf das Länderspiel gegen Österreich am 6. September in München. Jeder zweite spricht mich auf Karten an…”

Wolfgang Niersbach attestiert dem Kader von Bayern München Bestnoten und sieht ihn durchaus konkurrenzfähig bei einem WM-Turnier. Auch den Neuzugang Thiago Alcantara aus Barcelona sieht er im Hinblick auf die Magnetwirkung der Bundesliga positiv. Rückblickend bekommt Triple-Trainer Jupp Heynckes einen Lorbeerkranz und der neue Coach Pep Guardiola Vorschusslorbeeren.

Frauenfußball-EM in Schweden

Update: Die schwedischen Fußballerinnen eifern den englischen Männern nach. Mehr zur Schwäche vom Elfmeterpunkt der Gastgeberinnen der Frauenfußball-EM 2013 gibt es hier auf dfb.de zu lesen.

Heute beginnt die Frauenfußball-EM in Schweden. Die Gastgeberinnen werden von Pia Sundhage gecoacht. Sie hatte sehr große Erfolge mit dem Team der USA. Der Auftakt wird gegen Dänemark gespielt. Für Frauenfußball und Online gibt es seit Jahren eine richtig gute Adresse. Auf womensoccer powert Markus Juchem, Organisator, Macher und Spiritus Rector mit Fachkenntnis sowie einem Faible für den Frauenfußball. Er hat sich heute die Chancen der Teams in Gruppe A vorgenommen und ist der Frage nachgegangen: Welches Team kommt wie weit? Schweden, Dänemark, Italien und Finnland werden einem Check unterzogen. Die Schwedinnen werden dies nicht so gerne lesen:

,,Fazit: Schweden erreicht zumindest das Halbfinale, holt aber nicht den Titel.”

Der studierte Kommunikationswissenschaftler Markus Juchem zeichnet sich durch hohe Kompetenz aus und begleitet seit 2003 den Frauenfußball journalistisch. Er wird unterstützt von Nora Kruse.  Sie betreibt unter ff-archiv.de eine Fotodatenbank über den internationalen und nationalen Frauenfußball.

Auf dfb.de gibt es ein Interview mit der Bayern München Spielerin Lena Lotzen. Die 19-Jährige plaudert offen über die Gestaltung der freien Zeit in Schweden.

,,Wir haben hier eine Players Lounge im Hotel, mit einigen Spielen wie Tischtennis, einem Kicker oder einer Playstation. Am liebsten bin ich an der Playstation, dort halten wir uns abends oder auch nach dem Mittagessen auf, wir spielen auch in Turnierform zu fünft oder sechst. Das ist eine gute Abwechslung.”

Sie verrät auch wer an der Spielkonsole am geschicktesten ist. Nadine Angerer ist eher an der Tischtennisplatte zu finden. Für den Zusammenhalt der Mannschaft ist sie enorm wichtig.

Auf der DFB-Website ist auch noch einiges an interessanten Info-Puzzleteilen unter dem Titel Oldies, Youngster, Blöcke: Wissenswertes zum Turnier in Schweden zusammengestellt. Von 12 teilnehmenden Frauenteams werden nur 3 von Frauen gecoacht. Die bereits erwähnte Pia Sundhage für Schweden, Hope Powell für England und Bundestrainerin Silvia Neid.

Das Auftaktspiel der DFB-Elf gegen die Niederlande am morgigen Donnerstag wird Live 20.30 Uhr im ZDF übertragen. Frank Hellmann hat für die taz ein Stück über die coole Kapitänin Nadine Angerer getextet. Sie soll die Mannschaft erfolgreich durch das EM-Turnier in Schweden führen. In der Vorbereitung hatte die deutsche Mannschaft eine unglaubliche Verletzungswelle. Die letzen Vorbereitungsspiele mit Siegen gegen Kanada und den Weltmeister Japan waren jedoch sehr respektabel und haben ein Signal an die Konkurrenz gesendet.

Frauenfußballheldin und DFB-Direktorin Steffi Jones war kürzlich hier unten am Bodensee bei einer Fußballveranstaltung der Stiftung Liebenau. Auf Spiegel Online gibt es ein Interview mit ihr und Heike Ullrich, beim DFB verantwortlich für die Frauenbundesliga, unter dem Titel Der Begriff Profifußball passt nicht zum Frauenfußball zu lesen.

Nachdenkenswert #184

,,Wir wollen erstmal die Gruppenphase überstehen, das wird kein Selbstläufer. Aber wir wissen, dass wir sehr viel Qualität in der Mannschaft haben, und wir wollen natürlich am liebsten den Titel. Wir wissen aber auch, dass es noch einige andere Mannschaften gibt, die dazu auch das Potenzial haben.”

Leonie Maier, frisch gewechselt zu Bayern München, über die Sehnsucht nach dem Titel der Frauen-Nationalmannschaft, im Gespräch der Woche auf dfb.de 

Michael Ballack schießt Tore für den Chemnitzer FC

Die 4. Jahreszeit ist kalt und zeigt sich von ihrer bezauberndsten Seite. Kristallweiß, glitzernd, prächtig und eindrucksvoll. Derweil zieht es Vizeweltmeister Michael Ballack in die Halle. Beim Chemnitzer Oldie-Hallenturnier steuert er zwei Tore beim 4:3 Sieg des Chemnitzer FC gegen Erzgebirge Aue bei. Früher lautete diese Paarung ja FC Karl-Marx-Stadt gegen BSG Wismut Aue – zu Zeiten der DDR-Oberliga im Laborversuch des Sozialismus. Die Himmelblauen gegen die Veilchen. Spieler wie Jürgen Bähringer, Joachim Müller, Uli Ebert oder Konrad Schaller trugen unzählige Partien in den Trikots ihrer Mannschaften aus.

Ich habe einst auch in der Halle Fußball gespielt. Immer eine willkommene Abwechslung. So kann ich die Ambitionen des ehemaligen Bayern München Spielers durchaus nachvollziehen. Hallenfußball hat etwas. Nur Orthopäden mögen diese Sportart nicht so. Verletzungsgefahr. Nicht gesundheitsförderlich. Ist aus ihren Mündern zu vernehmen. Nun ja. Bei der Personalie Ballack frage ich mich allerdings immer noch, wieso beide Seiten, der DFB und der ehemalige Nationalmannschaftskapitän, nicht das Ding mit den 100 Länderspielen hingekriegt haben.

Nachdenkenswert #144

,,Das Image der Schiedsrichter ist nicht berauschend. Das fängt da an, wie Trainer und Spieler die Unparteiischen kritisieren. Auch die Medien forcieren die Fehlentscheidungen. Zum Beispiel im Fernsehen: Wenn der Spieler wenige Zentimeter im Abseits stand, wird von einer klaren Abseitsposition gesprochen. Das Wort “klar” passt überhaupt nicht. Ich würde mir wünschen, dass man respektvoller miteinander umgeht. Auch ein Journalist sollte sich einmal in die Situation hineinversetzen und selbst ein Spiel leiten. Dann wäre festzustellen, wie schwierig es ist, in Sekundenbruchteilen eine Entscheidung zu treffen.”

Bastian Dankert, Sportwissenschaftler im Landesfußballverband Mecklenburg-Vorpommern und ab der neuen Saison nach 17 Jahren an der Pfeife erstmalig Schiedsrichter in der Bundesliga, im Interview auf dfb.de