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Live-Stream zum Tal Memorial 2013

Es ist ein schachliches Feinkostmenü der besten Art. Die Rede ist vom Tal Memorial 2013 in Moskau. Nebenbei wird zusätzlich zur Schachehre auch um Geld gespielt. Der ausgelobte Preisfonds in der russischen Metropole beläuft sich auf 100.000 Euro. Die Splittung sieht 30.000 Euro für den erfolgreichen Turniersieger vor. Auf den Plätzen folgen dann die Dotierungen in Höhe von 20.000, 15.000, 10.000, 8.000, 6.000, 4.000, 3.000, 2.500 und 1.500 Euro.

Michail Tal begeisterte die Schachfreunde bei der Schacholympiade 1960

Das Gedächtnisturnier zu ehren von Michail Tal ehrt einen ganz Großen in der Gilde der Schachweltmeister. Mein Vater hat ihn noch Live bei der legendären Schacholympiade 1960 in der Messestadt Leipzig gesehen. Beim hochinteressanten Schachmatch gegen den jungen und ehrgeizigen Bobby Fischer. Michail Tal begeisterte damals die Schachfreunde der ganzen Welt. Mein Vater nahm vor 53 Jahren extra Urlaub und reiste nach Leipzig zur Schacholympiade. Er sah zwei Großmeister am Schachbrett mit Charisma. Der eine wurde 12 Jahre später im Schachmatch des Jahrhunderts in Reykjavik gegen Boris Spasskij Weltmeister. Der geniale Bobby Fischer. Der andere charismatische Schachspieler war Michail Tal.

Michal Tal bereits zu Lebzeiten eine Legende

Der Schachweltmeister von 1960 war bereits zu Lebzeiten ob seiner spektakulären und risikoreichen Spielweise eine Schachlegende. Das Kombinationsspiel von Michail Tal war auf Angriff ausgerichtet. Oft gelang es dem genialen Großmeister, wie aus dem Nichts, einen furiosen und erfolgreichen Angriff auf die Stellung des Kontrahenten zu starten. Offensivspieler Tal opferte dabei Material und die Gegner am Schachbrett  fanden oftmals nicht mehr die passende Antwort.

Hier auf ausdrücklichen Wunsch eines Fernschachfreundes nochmals die Reminiszenz an ein Blindsimultan von Michail Tal an zehn Brettern. Es war die Zeit, wo der Rauch der Zigarette noch einen arteigenen Charme hatte. Genug der Vorrede.

Zurück in das aktuelle Jahr 2013. Das Tal Memorial ist auch wieder mit einem Online-Angebot für alle Schachfreunde ausgestattet. Es wird heute ab 15.00 Uhr in Moskau gespielt (in Deutschland also dann abzüglich der 2 Stunden Zeitdifferenz zur Moskauer Zeit ab 13.00 Uhr) und der Live-Stream zum Tal Memorial befriedigt die Neugier aller Schachspieler, Enthusiasten, Kiebitze und Analysten.

Neues Buch über Bobby Fischer von Dagobert Kohlmeyer

Voriges Jahr jährte sich der 40. Jahrestag des Schachmatch des Jahrhunderts zwischen den Protagonisten Bobby Fischer und Boris Spasskij. Speziell die Aura von Bobby Fischer, eng zwischen Genie und Wahnsinn angesiedelt, mit einem überragenden Verständnis für das königliche Spiel ausgestattet, führte immer wieder zu Buchveröffentlichungen. Den Klassiker zum grandiosen Schachkampf gab es bereits 1972.Traveler Digital CameraTraveler Digital CameraTraveler Digital CameraDas legendäre Schachbuch von Großmeister Svetozar Gligoric über jene Tage von Reykjavik mit dem Titel Fischer  Spasskij Schachmatch des Jahrhunderts aus dem Jahr 1972 nehme ich auch heute noch mindestens 1 – 2 mal die Woche in die Hand. Genial geschrieben. Jede Partie von Großmeister Wolfgang Unzicker nachgespielt  und überprüft. Dazu die ins Detail gehenden Texte von Svetozar Gligoric mit den einzelnen Etappen des Thrillers. Ein Versuch in die Tiefen der Denkweise von Bobby Fischer zu stoßen, dabei die äußeren Rahmenbedingungen, sowohl auf der schachpolitischen  wie auf der weltpolitischen Bühne beleuchtend. Auch immer mit einer fairen Sichtweise auf Boris Spasskij. Ein grandioses Buch.

41 Jahre nach dem Schachmatch des Jahrhunderts gibt es ein weiteres Buch über Bobby Fischer. Dagobert Kohlmeyer hat sich an das Thema herangewagt. Der Schachjournalist ist ein profunder Kenner der Schachszene und hat seinem Buch den Titel Bobby Fischer – Zwischen Ruhm und Wahn gegeben.

Professor Christian Hesse hat sich das Werk näher angeschaut und auf chessbase eine interessante Rezension verfasst. Für alle Fischer Fans eine unbedingte Leselektüre. Hesse selbst hat mich einst vor Jahren selber angenehm überrascht. In einer Nürnberger Buchhandlung nahe der Lorenzkirche gibt es ein Regal mit Schachliteratur. In Deutschland nicht selbstverständlich. Darin fand ich auch das Buch von Professor Christian Hesse Expeditionen in die Schachwelt. Ein Meisterwerk. Seit 1991 ist er Professor für Mathematik an der Universität der Landeshauptstadt Stuttgart. Schachjournalist Dagobert Kohlmeyer hätte sich keinen besseren und kompetenteren Rezensenten wünschen können.

Schach WM-Kampf Tigran Petrosjan – Michail Botwinnik 1963

Neulich hielt ich wieder das von meinem Vater geerbte Schachbuch von Svetizar Gligoric in den Händen: Fischer SpasskijSchachmatch des Jahrhunderts. Jenes mehrfach von mir gelesene Meisterwerk vom jugoslawischen Schachgroßmeister über den WM-Schachkampf 1972 in Reykjavik. Am Ende des Buches findet sich auf Seite 239 die Stellungnahme verschiedener Großmeister auf die Fragen von Journalist Flohr. Er selber war ein früherer Schachgroßmeister und stellte Botwinnik, Petrosjan, Smyslow, Kotow und Tal folgende 3 Fragen vor Beginn des Schachmatch des Jahrhunderts:

1. Larsen ist der Ansicht, daß die sowjetische Schachhegonomie in größter Gefahr ist. Teilen Sie diese Meinung?

2. Worin besteht Fischers Geheimnis – gibt es ein solches überhaupt?

3. Fischer und seine Anhänger sind fest von einem amerikanischen Sieg in diesem Turnier überzeugt. Können die sowjetischen Schachfans und der Großmeister unter diesen Umständen noch ruhig schlafen?

Lassen wir ruhig die 3 Fragen ein wenig auf uns wirken. Die Sowjetunion stellte seit 1948 die Schachweltmeister mit der Regelmäßigkeit der aufgehenden Sonne. Schach schien fest in der Hand einer Nation mit dem Regierungssitz in Moskau zu sein. Es sah fast nach einer Zementierung von liebgewonnener Tradition aus. Fand das Schach WM-Turnier 1948 noch zweigeteilt im niederländischen Den Haag und Moskau statt, war die sowjetische Metropole von 1951 bis 1969 Austragsort aller Schach-WM Kämpfe innerhalb der Familie. Ausländische Spieler fanden einfach den Weg ins Finale nicht. Es war wie eine gläserne Decke. Doch es gab da diesen überaus ehrgeizigen Spieler aus den USA. Bereits mit 19 Jahren hielt er sich für den besten Schachspieler der Welt. Doch auch für ihn war es nicht so einfach die Decke zu durchstoßen. Bobby Fischer, 1972 im Alter von 29 Jahren, schickte sich also an eine 25-Jährige Vorherrschaft im königlichen Spiel zu den Geschichtsbüchern zu legen. In der damaligen Umfrage antwortete Tigran Petrosjan, 2 x facher Schachweltmeister, auf die obengenannten Fragen wie folgt:

,,Ja, die Hegemonie ist beendet, denn sonst würden sich bei der Weltmeisterschaft wieder nur Sowjetmeister gegenüberstehen. Fischers Geheimnis ist seine Jugend. Wenn Geller, Kortschnoi, Petrosjan und Tal jünger wären, würde alles ganz anders aussehen. – Fischer kann geschlagen werden, wenn man ihm die richtigen Eröffnungszüge vorsetzt. Es gibt noch verschiedene Geheimnisse auf dem Schachbrett, die er nicht so ganz durchschaut hat. Meiner Meinung nach hat Spasskij durchaus Siegeschancen, trotzdem kann ein Weltmeister nie ganz ruhig schlafen.”

Der Defensivvirtuose Tigran Petrosjan hatte übrigens im Jahr 1963 seinen ersten Schach-WM Kampf gegen Michail Botwinnik in Moskaus ausgetragen. Wie er sich kurz vor seinem 34. Geburtstag selbst ein unvergessliches Geschenk mit dem Schachweltmeistertitel machte habe ich für chessbase in Vor 50 Jahren: Petrosjan wird Weltmeister aufgeschrieben. Also schaut’s rein, es ist eh Regenwetter und Dank ChessBase sind für den geneigten Schachfreund auch alle 22 Partien vom WM-Kampf 1963 nachzuspielen.

Schöne Sequenz über Schachweltmeister Michail Tal

Mein Vater hat ihn noch Live bei der Schacholympiade 1960 in Leipzig gesehen. Beim Schachmatch gegen Bobby Fischer. Die Rede ist von Michail Tal. Hier eine von Jessica Fischer zusammengestellte Sequenz auf youtube von Schachweltmeister Michail Tal.

Bobby Fischer – Anatoli Karpow 1975: Was wäre wenn …?

Bobby Fischer siegte 1972 im Schachmatch des Jahrhunderts. 3 Jahre später sollte es zum WM-Kampf gegen Anatoli Karpow kommen. Nicht nur Schachhistoriker wissen: Es kam leider nicht dazu.

Auf youtube hat User OchoReSotto einen fiktiven Kampf veröffentlicht. Vorhang auf!

Dagobert Kohlmeyer erinnert auf chessbase an Bobby Fischer

Es war das Schachmatch des Jahrhunderts. Auf immer wird es mit dem Namen eines außergewöhnlichen Schachspielers verbunden sein. 

Auf chessbase erinnert Dagobert Kohlmeyer an den unvergesslichen Bobby Fischer. Heute vor 5 Jahren schloss Bobby Fischer für immer die Augen.

Dagobert Kohlmeyer hat sorgfältig Stimmen von Vishy Anand, Vlastimil Hort und Peter Leko über das Schachgenie zusammengetragen. Also unbedingt lesen.

Sportinsider Wahl der Schachwebsite des Jahres 2012 mit dem Endergebnis

Einen wunderschönen guten Abend. Herzlich Willkommen. Ich begrüße alle Schachfreunde, alle Interessierten am königlichen Spiel, die sympathischen Kiebitze, Sportfans, Webmaster, Programmierer, Schachjournalisten, Autoren, Schachverleger, Marketingexperten, Contentspezialisten, Fanclubs, Großmeister, aktiven Leser mit dem Faible für Schach und eröffne den virtuellen Gala-Abend mit einem musikalischen Auftritt der Spitzenklassse. Begrüßen Sie ganz herzlich mit mir Stephanie Trick und Jörg Hegemann am Piano. Viel Vergnügen!

Ein stimmungungsvoller Einstieg in die heutige Verkündung des Ergebnis der Sportinsider Wahl der Schachwebsite des Jahres 2012. Schach ist aus der Mode geraten. Meinen die einen. Andere sagen die besten Jahre liegen vor ihm. Ich mag mit einem Zitat des Schachweltmeisters Bobby Fischer aus dem Jahr 1972 die Faszination des königlichen Spiels umreißen wollen. Vor seinem Schach-WM Kampf gegen Boris Spasskij in Reykjavik sagte er:

,,Möglicherweise wird es das größte sportliche Ereignis der Geschichte. Bedeutender sogar als der Kampf Frazier-Ali…”

Das Duell zweier Schachgroßmeister mit der unendlichen Leidenschaft für das Spiel auf 64 Feldern ging als Schachmatch des Jahrhunderts in die Geschichte des Schachs ein. Fischers Freund Svetozar Gligoric hielt diese Worte vom amerikanischen Schachweltmeister in seinem Buch Fischer Spasskij Schachmatch des Jahrhunderts in seiner Einleitung auf Seite 17 fest.

Ich liebe Schach. Der Kampf Fischer gegen Spasskij war sozusagen meine Schachsozialisierung. Damals, im Jahr 1972 verfolgte mein Vater jede Nachricht aus der isländischen Hauptstadt. Später sollten meine Schulkameraden und ich in der Schule zeichnen wie wir  uns das Jahr 2000 vorstellen. Internet kam in meinen Zeichnungen nicht vor. Eher waren es Lufttaxis, Schwebebahnen, kilometerhohe Wolkenkratzer, Raumanzüge und so eine Art Propeller auf den Rücken der Menschen um kurze Wege zwischen den einzelnen Hochhäusern per Eigen-Mobilität zu regeln. Nein, Internet und eine Vielfalt an interessanten Schachwebsiten waren in den Zukunftsvisionen von uns Schülern nicht vorgesehen.

Zeitsprung. Es ist das Jahr 2012. Schach hat längst die Möglichkeiten des Internets ergriffen. Es gibt unglaublich guten Content. Bei der Sportinsider Wahl der Schachwebsite des Jahres 2012 haben die Leser abgestimmt.

Mit viel Freude darf ich die Laudatio für Platz 3 halten.

ChessBase hat Schachgeschichte geschrieben vor 26 Jahren. Jene berühmte Fahrt in die Schweiz. Zielort Basel. Gesprächspartner war die Schachikone Garri Kasparow. Zwei engagierte, leidenschaftliche Männer stellten dem Schachweltmeister etwas bis dato einmaliges vor. Matthias Wüllenweber und Frederic Friedel zeigten Garri Kasparow auf einem Atari das erste lauffähige ChessBase-Programm. Wie die Geschichte  sich weiterentwickelte ist bekannt. Schachprogramme, Trainingsdatenbanken, Videos, Schachserver komplettieren heute ein marktgerechtes Angebot und haben unter Einsatz von viel Man-Power zur anerkannten Marktgröße geführt. Ein Blick auf die Mannschaft von ChessBase zeigt auch die personelle Kraft die hinter dem Content steht. ChessBase powert mit einer hohen Frequenz und hält die Schachwebsite immer auf aktuellen Stand. Bonusmaterial sind die zahlreichen interessanten Interviews, das Bildmaterial und dann gibt es auch noch Daniel King. Bemerkenswert.

Bevor wir zur nächsten Laudatio kommen…

Eine Hommage an Paul Morphy.

 Mit großer Freude darf ich die Laudatio für Platz 2 halten.

Chess Tigers lässt die Augen von Marketingexperten glänzen. Chess Tigers ist untrennbar mit Schachweltmeister Viswanathan Anand verbunden und sorgt für ein Alleinstellungsmerkmal in Deutschland. Vishy Anand ist Ehrenmitglied. Bei seinem WM-Kampf dieses Jahr in Moskau legte Eric van Reem einen Kultblog Mate in Moscow zum Match auf. Chess Tigers on Tour. Doch auch an einen anderen Schachweltmeister wird permanent erinnert. Der eingangs von mir erwähnte Bobby Fischer ersann einst das Fischer Random Chess, heute bekannt unter Chess960. Mit viel Engagement wird der kreativen Möglichkeiten von Chess960 durch Chess Tigers gehuldigt. Hans-Walter Schmitt fördert auch vehement das Thema Grundschulschach. Betreut sie bei Wettkämpfen. Kinder bekommen leuchtende Augen beim Schachspiel. In Zeiten der Überflutung mit Spielkonsolen in das eine oder andere Kinderzimmer keine Selbstverständlichkeit.

Der große Höhepunkt des Abends naht.

Doch gerne vorher eine Hommage an Bobby Fischer.

Tief durchatmen. Wer ist auf Platz 1 durch die Leser gewählt worden?

Ehre wem Ehre gebührt.

Lassen wir das Orchester aufspielen mit dem Sänger Udo Jürgens.

Ein Applaus für die Schachwebsite des Jahres 2012.

Meine Damen und Herren schauen Sie mit mir auf …

Wir wollen den Spannungsbogen nicht überziehen.

Im Scheinwerferlicht steht…

Schach-Ticker ist eng verbunden mit den Namen Franz Jittenmeier. Ihm zur Seite steht Journalist und Autor Raymund Stolze. Die professionelle und redaktionelle Betreuung merkt man dem Content an. Intensiv werden die Turniere beleuchtet, auch aktuelle Exklusiv-Interviews wie mit dem Vater von Sebastian Bogner zum bevorstehenden Förderationswechsel in die Schweiz machen den Charme der Schachwebiste aus. Der Schach-Ticker hat einen regelrechten Fanclub. Kurt Walpurgis und Joachim Talarski seien hier stellvertretend genannt. Ihre Begeisterung für das Gesamtpaket in puncto Schach-Ticker ist riesig. Gern gelesene Pflichtlektüre. Mit der neuen Rubrik “Kurz & Knapp – Die Schach-Ticker Turnier-Umschau” ist dem Team sicherlich auch ein guter Schachzug gelungen. Jedenfalls signalisieren das die Besucher gegenüber den Machern der Schachwebsite des Jahres 2012.

Herzlichen Glückwunsch!

Was wäre Schach ohne eine komplette Turniertabelle.

So haben die Leser insgesamt gewählt …

Sportinsider Wahl der Schachwebsite des Jahres 2012

Antwort Stimmen Prozent
Schach-Ticker 147 40%
Chess Tigers 75 20%
ChessBase 41 11%
Schach Magazin 64 30 8%
Schachwelt 17 5%
Entwicklungsvorsprung 14 4%
Schachbundesliga 12 3%
DeepChess 11 3%
Karl Online 8 2%
Schachblätter 7 2%
Zeitschrift Schach 6 2%
Rochade Europa 4 1%

Danke für all das Herzblut, die Zeit, Mühe und die Kraft Schach populärer zu machen. Jeder hat seine eigene Philosophie, individuelle Handschrift. Das ist auch gut so. Von dieser Vielfalt lebt das Internet. Nicht auszudenken wenn es nur eine Schachwebsite gäbe.

Einen schönen Abend und viel Freude bei der nächsten gespielten Schachpartie.

Endspurt bei der Sportinsider Wahl der Schachwebsite des Jahres 2012

Irgendwann geht auch die schönste Schachpartie ihrem Ende entgegen.

Auch die Sportinsider Wahl der Schachwebsite des Jahres 2012 nähert sich ihrem Finale.

Am Sonnabend, den 22. Dezember 2012 sind die Wahlkabinen noch geöffnet.

Wer erst noch traditionell 20.00 Uhr die Tagesschau anschauen möchte… und sich noch nicht für eine Schachwebsite entscheiden konnte… Gemach, gemach.

Bis 22.00 Uhr ist das Wahllokal noch geöffnet.

Aber auch jüngere Schachfreunde, die vielleicht später noch auf die Piste wollen und dem nächtlichen Clubtreiben ihrer Stadt einen Besuch abstatten möchten, können so mit guten Gewissen in das Nachtleben eintauchen. Vorher noch das entsprechende Kreuz machen.

Die Ergebnisse werden am Sonntag, den 23. Dezember zum 4. Advent veröffentlicht.

Update:

Für diejenigen Schachfreunde, Kiebitze und Interessierte mit bereits erfolgter Stimmabgabe im Wahllokal gibt es noch ein wenig Videobonusmaterial.

Schachmatch des Jahrhunderts zwischen Bobby Fischer und Boris Spasskij 1972. 

Mein Vater hat ihn bei der Schacholympiade 1960 selber live im Duell mit Bobby Fischer spielen sehen.

Die Rede ist vom damaligen 23 Jahre alten Schachweltmeister Michail Tal.

Hier eine 10-Minütige Sequenz von Michail Tail beim Blindsimultan.

Kann sich das geneigte Publikum noch an Garri Kasparow und die Geschichte mit IBM erinnern?

Stichwort Deep Blue. Kampf Mensch gegen Maschine.

Magnus Carlsen – Mount Everest 2851

Er hat ihn geknackt. Den Elo-Rekord von Garri Kasparow aus dem Jahr 1999. Die stolze Bestmarke stand bei 2851. Magnus Carlsen wollte den Gipfelsieg. Mittlerweile schafft er es auch auf Augenhöhe mit der Berichterstattung der Champions-League im Fußball.

Zumindest in Norwegen.

Fotograf Ray Morris-Hill findet Ihr auf seiner Website rmhphotos.eu

In Deutschland schaffte es Carlsen unter anderen mit einer dpa Meldung auf die Sportseite der Schwäbischen Zeitung. Immerhin.

Die Online Berichterstattung von chessbase, chesstigers und schach-ticker hielten die deutschen Schachfreunde ständig auf dem aktuellen Stand der Ereignisse von London. Ein Kompliment nochmals dafür auch von meiner Seite. 

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Hype um das norwegische Schachgenie
 
Magnus Carlsen jetzt also der Reinhold Messner des Schachs. Schachmozart, Schachprinz waren auch schon gebräuchliche Namensbeigaben für den 22-Jährigen norwegischen Wunderknaben. Mit 22 Jahren war Garri Kasparow Weltmeister. Michail Tal gelang dies mit 23 Jahren. Diese WM-Marken wird Magnus Carlsen nicht mehr erreichen. Aber es waren vielleicht auch andere Zeiten. Auf alle Fälle kann ihm jetzt keiner mehr die Ablösung der Mount Everest 2851 Marke von Kasparow nehmen. Der Hype um das norwegische Schachgenie ist enorm. Schach kann Popularität, Werbeträger, spektakuläre Biografien gebrauchen. Gar keine Frage. Carlsen wird gut vermarktet. Vielleicht folgt auch irgendwann ein gut dotierter Pepsi-Cola Werbevertrag mit entsprechenden Inszenierungen. Freunde des gepflegten Kasparow Trinkverhaltens eines alkoholfreien Kultgetränks werden sich noch an diesen legendären Clip erinnern. Dabei war es für ihn gar nicht so einfach an eine Cola heranzukommen.
 
Kann Carlsen einen WM-Zweikampf über Wochen von Angesicht zu Angesicht?
 
Ob man Carlsen einen Gefallen tut ihn jetzt schon auf ein Denkmal zu heben ist eine andere Sache. Der Norweger ist sensibel. Durchaus kein abgezockter. Aus welchen Holz Männer geschnitzt sind zeigt sich im WM Kampf, dem Duell um den Schachweltmeistertitel. Von Angesicht zu Angesicht in einem Zweikampf über mehrere Wochen. Die Geschichte ist voller talentierter Schachspieler die nie den Olymp bestiegen, zwar am Thron kratzten, jedoch ihn nie bestiegen. Klar in der Zeit der russischen Hochzeit des Schachs mussten zwangsläufig Spieler wie Keres oder Taimanow ohne Titel bleiben. Es waren einfach zu viele gute Schachspieler in der UdSSR in dem Zeitfenster von 1948 bis 1972 dank der intensiven Talenteförderung und der Konzentration auf das königliche Spiel. Ablenkungen wurden vermieden. Die sowjetischen Schachweltmeisterschaften in Moskau inclusive Titel blieben in der Familie. Bis dann 1972 Bobby Fischer auf der Schachbühne in Reykjavik erschien. Doch das ist wieder eine andere Geschichte.

Schach – Das Duell

Was passiert wenn sich ein angehender Mediengestalter in Bild und Ton mit dem Thema Schach – Das Duell auseinandersetzt?

Die Arbeit stammt aus dem Jahr 2007. Der Dank geht an Ramondo12.

Derweil dürfte Schachspieler Peer Steinbrück andere Sorgen haben. Das Duell gegen die schwarze Dame war rhetorisch vor ca. 7 Wochen kampfstark eröffnet worden. Alleine danach hätte ich ein offensives e2-e4 erwartet. Eine kraftvolle Eröffnung des Wahlkampfes gegen die Titelverteidigerin. Stattdessen endlose Diskussionen um Nebentätigkeiten, Honorare, Buchvergütungen, unterschiedliche Ansichten der Modalitäten in Sachen monetäre Entlohnung einer Veranstaltung in Bochum. In der in die Schlagzeilen gekommene Bochumer Veranstaltungsreihe Atrium Talk der ortsansässigen Stadtwerke waren auch Sänger Peter Maffay, Protestant Joachim Gauck und Fußballurgestein Uli Hoeneß zu Wort gekommen. Spende oder Honorar war auf einmal ein vieldiskutiertes Thema in der Presse Deutschlands und an den Stammtischen der Bundesrepublik. Manch CDU-Wahlkämpfer wird heimlich vor Freude ein Bier geöffnet haben ob der erfreulichen taktischen Spielsituation.

Doch zurück zum Zeitpunkt wo aus der Troika ein Bundeskanzlerkandidat und Herausforderer der Titelverteidigerin sich in Stellung brachte. Peer Steinbrück ließ seinen Worten am Freitag, den 28. September 2012 noch nicht die notwendigen Taten folgen:

,,Wir wollen diese Bundesregierung ablösen.”

Die Eröffnung lässt vorläufig auf sich warten. Die Zeit läuft. Nun, in der Geschichte des Schachsports ist ja zum Beispiel Bobby Fischer mit seinem Zuspätkommen an das Schachbrett gegen Boris Spasskij berühmt-berüchtigt geworden, um am Ende das Schachmatch des Jahrhunderts 1972 in Reykjavik doch zu gewinnen. Die Uhr vom Schachgenie aus den Staaten lief. Doch er holte den Zeitverlust dann regelmäßig im Kampf um den Titel heraus. Im Buch von Svetozar Gligoric Fischer Spasskij – Schachmatch des Jahrhunderts ist dieses arteigene Zeitspiel von Bobby Fischer während der 1. Partie so beschrieben:

,,Spasskij betrat die hell erleuchtete Bühne des großen Turniersaales eine Minute vor 17 Uhr Ortszeit. Fischer war noch nicht erschienen. Deshalb galt der Applaus der nach Tausenden zählenden Zuschauer (selbst der sowjetische Botschafter war zugegen) ausschließlich dem Titelverteidiger.”

Herausforderer Bobby Fischer kam mit neun Minuten Verspätung in den Saal. Dies wiederholte sich bei anderen Partien im WM-Kampf. Hm. Mir scheint Schachspieler Peer Steinbrück hat bereits mehr Zeit wie jene neun Minuten aus der Auftaktpartie von Fischer verloren. Dabei warte ich immer noch auf einen 1. Zug. Es ist ja nicht so, dass die schwarze Dame keine Schwächen hätte. Bei Sascha Lobo könnte er sich unter dem Titel Dr. Merkels vollstes Vertrauen Anregungen holen. Blogger Lobo hat die Dinge grafisch anschaulich aufbereitet. Wer ist eigentlich der Sekundant von Peer Steinbrück? Material für einen Angriff auf den Damenflügel ist in Hülle und Fülle da. Ohne Ende.

Erfahrene Wahlkampfstrategen reiben sich verwundert die Augen. Warum ist der Honorarkönig nicht bereits zum Angriff übergegangen. Im Buch Die Patin von Frau Gertrud Höhler kommt auf der Umschlagsinnenseite auch einer der führenden intellektuellen Köpfe Deutschlands, der charismatische und smarte Verleger Jakob Augstein (Herausgeber Der Freitag) zu Wort:

,,Es ist ein bisschen wie beim Piraten Jack Sparrow, nur das Merkel ihre Ziele nicht selber wählt – weil sie außer dem Amtserhalt keine hat.”

Peer Steinbrück ist am Zug.