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CIR: Ein Adidas-ArbeiterInnen Blog

Adidas schaffte es heute in die Schlagzeilen. Der Kurs rutschte ab. Zweistelliger prozentualer Kursverlust an der Börse. Aber das nehme ich mir vielleicht ein andermal vor. Der DAX-Wert bedarf einer Analyse. Standen nicht erst kürzlich zwei Mannschaften in Adidas Trikots im Endspiel der Fußball-WM 2014? Doch die Dinge sind komplexer. Einbrechendes Russland Geschäft. Die Golf Sparte schwächelt. Doch wie gesagt: Vielleicht ein andermal.

Heute möchte ich auf ein Adidas-ArbeiterInnen Blog verweisen. Die Christliche Initiative Romero (CIR) hat  seit vielen Jahren immer wieder Mut bewiesen. Rückgrat und Beharrlichkeit in der Berichterstattung über die Zustände in der Sportbekleidungsindustrie gezeigt. Im Adidas-ArbeiterInnen Blog der CIR heißt es:

,,Dieser Blog gibt Einblick in die Leben von drei Adidas-ArbeiterInnen aus Kambodscha.   Sarin, Van und Chroeng wurden im April und Mai 2014 interviewt. Die Blogs wurden aus den Transkriptionen der Interviews ins Englische und Deutsche übersetzt. Und auch wenn es Übersetzungen sind, so sind es doch ihre eigenen Worte und Meinungen. Um ihre Identität zu schützen, wurden ihre Namen geändert.”

Es sind sehr nachdenklich stimmende Einblicke in die Lebens- und Arbeitswelt von drei Adidas-NäherInnen aus Kambodscha.

Nachdenkenswert #199

,,Unter den Lesern meines Blogs ist eine kleine Diskussion darüber entflammt, ob Ueli Stecks Solo-Durchsteigung der Annapurna-Südwand ausreichend belegt ist, da er seine Kamera – wie berichtet – beim Aufstieg verloren hatte. Ich zweifle nicht an Uelis Angaben. Bei seiner Klasse hat er es nicht nötig, etwas vorzuflunkern.”

      Stefan Nestler, mit klarer Meinung zu Ueli Steck, auf Abenteuer Sport

Nachdenkenswert #192

,,Mercedes war einer der ersten Hersteller, der in Sachen Blogger Relation in Deutschland eine sehr umfassende Strategie gewählt hat. Während andere Hersteller (zum Beispiel BWM oder VW), sich in Sachen Blogger noch etwas schwer tun, ist man in Stuttgart schnell auf den Online-Zug aufgesprungen. Dass etliche Hersteller mittlerweile Blogger zu ihren Fahrveranstaltungen einladen, ist nichts Neues. Den meisten ist aufgefallen, dass Blogs durchaus hilfreich sein können, wenn es um die Position der Marke im Netz geht.”

Don Dahlmann, Organisator, Blogger und Macher vom Racingblog, im Artikel Image Branding vs. PR auf Irgendwas ist ja immer – Reloaded

Jens Weinreich geht der Frage nach: Wer regiert den Weltsport?

Langsam wird das Wetter wieder besser. Bayern München hat sich nicht den optimalen Zeitpunkt für das feiern vom Triple in der bayerischen Landeshauptstadt ausgesucht. Kein Kaiserwetter wie bei der WM 2006 mit Bundestrainer Klinsmann. Kein meteorologischer Schmusekurs wie einst bei der emotionalen Balkonfete mit Louis van Gaal im Jahr 2010. Während in Deutschland die letzten Tage teilweise bindfadenartige Regenfälle und Kälte auch einer Segelregatta am Bodensee zu schaffen machte, gibt es interessanten Lesestoff aus St. Petersburg. Jens Weinreich hat eine journalistische Schwerstarbeit hingelegt und powert vom Sportaccord-Kongress auf seinem Kultblog.

Der beharrliche und konsequente Grimme Online Award Preisträger von 2009 geht der Frage nach: Wer regiert den Weltsport? Teil 1: Wladimir Putin, Marius Vizer und Scheich Ahmad  Al-Sabah. Jens Weinreich hat die Geschichte um Macht, monetäre Zuteilungen, ringen um die olympische Sportart Ringen, prognostizierte und dann auch eintreffende Wahlergebnisse, Umarmungen der speziellen Art und noch viel mehr geschickt aufgedröselt. Er packt all die Namen und Verbindungen in eine atemberaubende Bildgeschichte. In Deutschland können dies nicht sehr viele. In dieser Komplexität, der hartnäckigen Berichterstattung und schonungslosen Offenlegung der Funktionärswelt auf dem Gebiet des Sports ist Jens Weinreich vielleicht sogar mit einem Alleinstellungsmerkmal in Deutschland ausgestattet.

Nachdenkenswert #178

,,In Kürze fliege ich nach London – und angesichts des Spiels an dem ich als Zuschauer am 25. Mai teilnehmen werde, bekomme ich schon feuchte Hände, leichtes Magendrücken und eine Körpertemperatur, die zwischen kalt und heiß wechselt. Bei dem was die Medien aus dem bevorstehenden Champions League-Endspiel zweier deutscher Mannschaften schon machen und noch machen werden, fällt es einem nicht leicht sich dem Hype zu entziehen. Als Bayern-Fan geht es mir aber in erster Linie nicht um Gegner Dortmund oder um “das Duell”, sondern schlicht um den Henkelpott. Ich wünsche mir, dass mein Team nach 2001 und zwei Finalniederlagen in den letzten drei Jahren endlich wieder Champions League-Sieger wird.”

André Zechbauer, Jahrgang 1967, mit der niedrigen FC Bayern München Mitgliedsnummer 5346 ausgestattet, Organisator, Spiritus Rector und Macher von Fernglas FCB

Toni Innauer und die Sache mit dem finanziellen Overkill

Wenn Sportler bloggen ist es oft so eine Sache. Manch einer kommt nicht über Standardsätze und hundertfach gehörte Floskeln hinweg. Ganz anders dagegen Skisprunglegende Toni Innauer. Sein Blog auf toni-innauer.at ist voller interessanter Beiträge. Der charismatische Sportheld ist ein Freund von klaren Worten und guter Analyse. Er schont dabei selbst Lance Armstrong nicht.

,,Lieber Lance Du hast den Idealisten unter uns also auch noch gezeigt, dass es im Sport nicht nur ums Gewinnen sondern um „richtige Kohle“ geht, um das große Umverteilen. Um das Verschieben des Geldes von denen die sich noch halbwegs ehrlich abstrampeln zu denen, die an den Hebeln sitzen, und so wie Du, wenn sie unter Druck geraten, eine kleine Spende an die Community springen lassen.”

In seinem neuesten Artikel ist der gefallene Velo-Jesus jedoch nicht das Thema von Toni Innauer. Es geht um Geld, sehr viel Geld, die Spirale im Wettbewerb der Materialschlacht. Innauer schaut dabei auch auf die Parkplätze neben den Skisprungschanzen und stellt fest:

,,Neben den Riesentrucks anderer Nationen nimmt sich das ÖSV-Gefährt allerdings aus wie ein winziges Rettungsboot neben Kreuzfahrtdampfern. Früher zitterte man davor, dass die Schanzen durch neue Materialentwicklungen umgebaut werden müssen, heute weitet sich dieses Problem auch auf die Parkplätze aus. Da braucht es schon einen doppelstöckigen Superadlerbus um nicht im Schatten der anderen zu stehen.”

Der einstige Ästhet unter den Skispringern plädiert für eine finanzielle Obergrenze der Etats, um die Materialschlacht zwischen den einzelnen Nationen zu begrenzen. Stichwort Chancengleichheit. Sicher eine idealistische Sicht auf die Dinge.

Chess Tigers on Tour mit dem Potenzial zum Kultblog

Lauter gute Nachrichten vom Schach.

Nein, nicht vom zögerlich in die eröffnung kommenden Peer Steinbrück. Über seine Strategie reden wir ein andermal.

Das Grenke Classic Baden-Baden habe ich vor einigen Tagen bereits lobend erwähnt.

Eric van Reem legt nach seinem Kultblog Mate in Moscow einen weiteren Schachblog auf.

Schachfrerunde können jetzt bereits gespannt sein auf die unglaubliche Power, Kreativität, bildliche Begleitung (Stichwort hierzu – das Reportoire an unglaublich vielen Fotos von Schachgroßmeistern), Originalität von Chess Tigers on Tour.

Meine Vorfreude ist riesig.

Eric van Reem, stellvertretender Vorsitzender der Chess Tigers, hatte voriges Jahr in Moskau bei der WM bewiesen wie groß sein Talent zum bloggen ist.

Man spürt förmlich seine Begeisterung.

Er bestreitet auch unkonventionelle Wege.

Auch ein Blick jenseits des Schachbretts spiegelt sich in seinen Aufnahmen (siehe Moskau) wieder.

Viel Erfolg und die nötige Ausdauer, Leidenschaft sowie stets gute Ideen wünsche ich Chess Tigers on Tour.

Der meinungsstarke Starblogger Andrew Sullivan fasste einst in seinem Werk  Warum ich blogge auf Seite 104 seine Sicht der Dinge prägnant zusammen:

,,Ein Reporter kann warten- muss warten-, bis alle Informanten die Ergebnisse seiner Recherche bestätigt haben. Ein Romanautor kann Monate oder Jahre verbringen, bevor er der Welt seine Wörter vorlegt.

Für Blogger ist immer heute der Abgabetermin.

Bloggen verhält sich deshalb zum Schreiben wie Extremsportarten zu Leichtathletik: mehr Freistil, unfallgefährdeter, weniger regelgebunden, lebendiger. Bloggen bedeutet in vielerlei Hinsicht laut herauszuschreiben.”

Das hohe Loblied auf König Blatter

Blatter ist seit Jahrzehnten in bestechender Form. Er ist der emotionale Leader eines exklusiven Weltklasseteams. Alleine seine Seitenwechsel. Oder die legendäre Abseitsfalle für missliebige Funktionärskollegen oder überkritische Sportjournalisten. Auch seine Schussstärke ist beeindruckend. Sein Distanzschuss kürzlich an das deutsche 2006er Bewerbungsgebälk war in aller Munde. Seine taktische Vielfalt ist einmalig in dieser Liga. Er beherrscht Tackling in höchster Ausführung. Rückfallzieher, Seitfallzieher oder die spezielle Art des Kopfballspiels (bei Gefahr auch einfach den Kopf kurz einziehen und abwarten) erhöhten stetig seinen Wert auf dem Transfermarkt.

Auch bei der Medienarbeit, oft von sehr laschen Bundesligafußballern nur mit semiprofessionellen 0815 -Interviews notdürftig verrichtet, zeigt Blatter seine Eleganz und intellektuelle Weitsicht sowie rhetorische Überlegenheit. Er brilliert auf dem Podium wie auf dem Rasen. Blatter beherrscht in kritischen Situationen das Zeitspiel und hat stets die Uhr im Blick. Berühmt-berüchtigt sein Teamgeist. Manch Mannschafskamerad aus dem inneren Zirkel kann ein Lied davon singen. Auch die Personalplanung hat er stets stringent durchgezogen. Mannhaft. Fernab falscher Sentimentalitäten.

Blatter ist belesen. Nicht immer gefallen ihm vielleicht die aktuellen Schlagzeilen. Journalistische Vollblutstürmer wie Jens Weinreich titeln auf ihrem Blog Lösung für die FIFA? Kollektiv-Rücktritt der Führungsclique!

Stärke zeigen. Mit Power sich über die Kritiken souverän hinwegsetzen. Der König ist wendig, kann Haken schlagen und beendet seine Laufbahn nicht nach Willen des Publikums. Er hat doch einen Matchplan. Das einzige was man aufgibt ist ein Brief. Doch nie das Amt. Die Geschichtsbücher in der Sparte Fußball werden ihm für seine Beharrlichkeit die entsprechenden Seiten bereithalten. Lasst Champagnerkorken knallen.

Little Hoffenheim oder jährlich grüßt das Murmeltier

Sie sind wieder draußen. DFB-Pokal ist nichts für die Hoffenheimer. Der einstige Shooting Star der Bundesliga ist von einer Finalteilnahme in Berlin so weit entfernt wie der Salzstock in Gorleben von einem verlässlichen Atommüll-Endlager.

Vor gut einem Jahr schrieb ich unter Little Hoffenheim hier auf dem Blog:

,,Es gibt keine Alternative zum sportlichen Erfolg. Während Gustavo, ehemaliger Spieler von Hoffenheim, souverän mit seinem neuen Verein Bayern München in das Halbfinale einzieht, mussten die Kraichgauer bei Energie Cottbus ohne Coach Rangnick die Segel aus dem Pokalwettbewerb streichen.”

Für den jetzigen Trainer Holger Stanislawski dürften ein paar ungemütlichere Tage anstehen, wenn ich die Zeilen mit den Aussagen von Mäzen Dietmar Hopp bei spox richtig deute. Ich möchte jetzt nicht in der Haut vom Hoffenheim Coach stecken. Dabei sind die Zeilen über die von Golfspieler Hopp kritisierte fehlende Linie bei Stanislawski vor dem blamablen Pokalaus gegen den Zweitligisten Greuther Fürth  zu lesen gewesen.

Ich bin gerade auf dem Weg zum Emir und spezifische Hürden von Sportjournalismus

Ich hoffe meine hochanständige Leserschaft hat keinem deutschen Chefredakteur eine metaphysische Nachricht auf der Mobilbox hinterlassen. In der Art etwa wie: – Ich bin gerade auf dem Weg zum Emir -.

Journalisten haben es aber auch nicht einfach in Deutschland. Da machen Sportjournalisten keine Ausnahmen. Siehe auch Jens Weinreich und die Suche nach einem Mäzen. Viel Glück bei der Suche ist dem engagierten Mann mit der eigenen Meinung und der ihm arteigenen Hartnäckigkeit bei schwierigen Themen wie Doping oder Korruption zu wünschen. Finanzen sind generell ein wichtiger Baustein jeglicher Berufstätigkeit (man frage bei Timothy Ferriss nach). Aber auch ein anderer Sportjournalist ist noch nicht im finanziellen Traumland angekommen und steht vor einem herausfordernden Jahr. Die Rede ist von Jonathan Sachse. Unter dem Titel Berufliche Veränderung – mehr Journalismus 2012 stellte er kurz vor Ultimo des alten Jahres seine Situation dar und erinnert unter anderen an Höhepunkte seiner Arbeit in den vergangenen 12 Monaten:

,,Zur Erinnung: Im letzten Jahr habe ich einen Monat für das ZDF (TV + Online) in Frankreich gearbeitet und hier täglich von der Tour de France berichtet. Bei der Sportjournalismus Konferenz “Play the Game” konnte ich mich mit mehreren Kollegen austauschen, die mich motiviert haben, mehr Zeit in die Recherche und Journalismus zu investieren. Schließlich habe ich als einziges Medium live von den letzten öffentlichen Minuten im Sportausschuss berichtet .”

Jonathan Sachse habe ich immer gerne gelesen. Seine Tour de France Berichterstattung war aller Ehren wert.

Tour de France  ist ein gutes Stichwort. Kürzlich gab Rolf Aldag der Süddeutschen Zeitung ein Interview unter dem Titel ,,Der Sport ist nicht das wahre Leben.”. Schönen Gruß an Hans-Michael Holczer. Ich habe das Interview auch in der Printausgabe. Es verschwand nicht sofort nach dem Auslesen im Papierkorb. Ich werde das Interview zu gegebener Zeit wieder rausholen. Die nächste Tour de France kommt bestimmt.

So für heute ist das Ende der kleinen Bloggerei in Sicht. Meine Liebste möchte gerne noch ein Glas Rotwein mit mir trinken. Ich kann ihr da schlecht sagen: Ich bin gerade auf dem Weg zum Emir. Oder das Bloggen möchte ich gerne noch verlängern.

Für heute klappen wir den Laptop genüßlich zu.