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Audi und das Potenzial im Marketing

[Reblog vom 2. August 2013]

Audi hat mich ein wenig enttäuscht. Die Übergabe eines 520 PS starken Autos an Pep Guardiola ist das eine. Aus marketingtechnischer Sicht fehlt mir die Fortsetzung der Story. Pep seine Hände am Lenkrad. Sein schneeweißes Hemd im Kontrast zum Innenraum und Cockpit des Fahrzeuges. Wen hat Pep Guardiola auf der Rücksitzbank? Wie ist die Position der Beine von Guardiola beim fahren mit dem Audi. Ich habe da auch immer noch jenes Bild eines Profisportlers vor Augen. Rückblick in das Jahr 2009. Der Stern hat auf dem Cover der Ausgabe Nr. 28 vom 02.07.2009 einen Musiker mit diesen unendlich traurigen Augen.

Traveler Digital CameraIm Inhaltsverzeichnis der Hinweis auf das Sport-Comeback des Jahres 2009. Der damals siebenfache Tour de France Sieger Lance Armstrong wird medial in Szene gesetzt.Traveler Digital CameraIm gut bebilderten Beitrag von Christian Ewers (Text) und Elizabeth Kreutz (Fotos) über den Tourdominator ist dann auch Lance Armstrong am Lenkrad eines Audi zu sehen. Konzentriert, der Blick ist nach vorne gerichtet. Die Töchter auf der Rücksitzbank. Der Vati fährt sie zur Schule.Traveler Digital CameraIhm reicht der linke Arm locker am Steuer. Die vier Ringe sind seine Begleiter. Ja, solche Bilder haben eine emotionale Sogwirkung. Traveler Digital CameraNun, heute schreiben wir das Jahr 2013. Lance Armstrong ist seine Toursiege los. Sein einstiger Konkurrent Jan Ullrich setzt sich für die Rückgabe der sieben Tour de France Siege für den einstigen Patron der Frankreichrundfahrt in der aktuellen Sport Bild ein.

Derweil fährt Pep Guardiola den Sieg mit Bayern München beim Audi-Cup ein.

Marketing: Sky Go mit den Testimonials Franz Beckenbauer und Jürgen Klopp

Wer kennt ihn nicht, den prägnanten Spruch mit dem Fernglas von Uli Hoeneß. Einst hatte der Rekordmeister im Jahr 2007 etwas irritiert und titellos zusehen müssen wie die Meisterschaft an den VfB Stuttgart und der Pokalsieg an den 1. FC Nürnberg ging. Der damalige Manager Uli Hoeneß formulierte es dann so:

,,Nächstes Jahr wird es bei uns eine klare Devise geben – und das vom ersten Spieltag an: Wir müssen dafür sorgen, dass nächstes Jahr wieder das Wehklagen einsetzt, wenn die anderen uns in der Tabelle mit dem Fernglas anschauen.”

In Anlehnung an die damalige Geschichte taucht jetzt Franz Beckenbauer mit einem Fernrohr im Sky Go Werbespot auf und plaudert mit Jürgen Klopp.

Fußballbundesliga: Wöchentlich grüßt das Murmeltier

Ligen mit zu großer Dominanz des Meisters können auch in existenzielle Krisen geraten. Einst holte sich der BFC Dynamo eine Meisterschaft nach der anderen. Nicht besonders spannend. Nicht besonders beliebt. Von einer existenziellen Krise ist die Bundesliga so weit entfernt wie der Salzstock in Gorleben von einem verlässlichen Atommüll-Endlager. Doch es bleibt im wöchentlichen Murmeltier Rhythmus dabei: Die Langeweile in der Bundesliga und die Geschichte mit dem Frosch und dem Mann mit Hund wird weiter treuer Begleiter sein.Traveler Digital CameraHabe ich das eigentlich richtig mitgekriegt, Bayern München Sponsor Telekom soll voreilig auf Facebook zur Meisterschaft gratuliert haben? Die verrücktesten Geschichten schreibt immer noch der Praktikantenalltag am Wochenende … Die Augsburger Allgemeine zur Facebook Panne des deutschen Telekommunikationsunternehmen:

,,Natürlich wird der FC Bayern Meister. Gratulationen werden aber erst angenommen, wenn rechnerisch bla bla bla. Die Telekom hielt sich nicht danach – und ruderte dann zurück.”

Hatte Telekom eigentlich einst Jan Ullrich auch bereits vor Paris zum Gewinn der Tour de France gratuliert? Aber wir wollen uns an solchen Kleinigkeiten nicht weiter aufhalten. Wer Montags ein wenig Fußballcontent in kompakter und gut aufbereiteter Form lesen möchte, hat bei fokus fussball und bei indirekter freistoss ganz gute Karten.

Allen meinen Lesern einen entspannten Wochenbeginn.

Münchner Impressionen

Nein, ich bastle aus den 3 Fotos kein Quiz mit der Frage:

Auf welchem Bild ist Bayern München Präsident Uli Hoeneß zu erkennen? 

Derweil hat ARD einen Brennpunkt angekündigt.Traveler Digital Camera Traveler Digital Camera Traveler Digital CameraDas Erste weist auf das heutige Abendprogramm hin:

Ihr Abend im Ersten:

20:15 Uhr Brennpunkt: Das Hoeneß-Urteil

20:30 Uhr Eurovision Song Contest 2014: Unser Song für Dänemark

22:30 Uhr Monitor, u.a. mit: Der Krim-Konflikt und der Kampf ums Erdgas

23:00 Uhr Tagesthemen

23:30 Uhr Beckmann: Urteil gegen Uli Hoeneß – Was wird jetzt aus dem Bayern-Präsidenten?

Die Langeweile in der Bundesliga und die Geschichte mit dem Frosch und dem Mann mit Hund

Also, ich will ja keinem in Leverkusen oder Dortmund zu nahe treten, aber die Meisterschaft in der Bundesliga ist durch. Die große Langeweile um den Kampf um Platz 1 ist ein Fakt, an dem bis zum Saisonende nicht mehr gerüttelt werden wird. Okay, es gibt noch ein paar spannende Momente im Abstiegskampf, und der hat ja durchaus immer wieder für Schlagzeilen, Dramatik und ganz großes Kino gesorgt. Vor 30 Jahren gab es in der DDR-Oberliga den atemberaubenden Hitchcook-Thriller BSG Chemie Leipzig im legendären Abstiegskampf 1984 gegen den 1. FC Union Berlin. Augenzeugen bekommen heute noch feuchte Augen. Das war Dramatik pur. Kraftvolle Emotionen, gegen die manch Hollywood Blockbuster wie ein zahmes Kätzchen daherkommt. Vielleicht gibt es ähnliches dieses Jahr in der Bundesliga. Schaun mer mal.

Die Langeweile an der Gipfelspitze der Bundesliga ist natürlich auch bereits in der einen oder anderen Geschichte erarbeitet worden.

Da ist ein ehrlicher und solider Autofahrer, seit Jahren konsequentes Nicht-Mitglied eines kürzlich in die Schlagzeilen geratenen Automobilvereins, sehr besorgt. Sein Hund, ein Labrador mit ungefälschten Papieren, ist über das Wochenende schwer erkrankt. Herrchen ist sehr besorgt und will ihn in die nächstgelegene Tierklinik fahren. Er fährt auf der Landstraße schnell. Plötzlich bremst er abrupt, wie einst Deutschland im Halbfinale der EM von Italien ausgebremst wurde. Auf der asphaltierten Straße war eine komplette Froschfamilie von links nach rechts unterwegs. Der umsichtige Mann steigt aus seinem Auto aus, einst bekam sein Fahrzeugtyp eine Auszeichnung eines großen Automobilvereins (ist dieser Tage revidiert), und schaut vor die Motorhaube. Eine lebendige Froschfamilie blinzelt ihn an. Das Familienoberhaupt, ein stolzer und großer sowie sattgrüner Frosch öffnet sein Maul und spricht den Mann an:

,, Vielen Dank für Dein Bremsmanöver. Ich besitze Zauberkräfte. Du hast einen Wunsch frei.”

Der 46-Jährige Mann überlegt nicht lange und sagt:

,,Okay, wenn Du zaubern kannst, dann heile meinen Hund. Er ist sehr schwer erkrankt.”

Der Frosch beäugt den Labrador und schüttelt den grünen Kopf von links nach rechts und wieder nach links und sagt nachdenklich mit gedämpfter Stimme:

,,Du, es tut mir wahnsinnig leid. Da ist nichts zu machen. Gibt es eventuell einen anderen Wunsch?”

Der nie in einem Automobilverein als Mitglied registrierte Fahrer öffnet die Beifahrertür. Aus dem Handschuhfach seines deutschen Autos mit provinziellen Wolfsburger Wurzeln holt er einen Borussia Dortmund Fanschal heraus. Mit dem Merchandisingartikel in der Hand fragt der Autofahrer den Frosch:

,,Mach doch bitte die Bundesliga wieder spannend.”

Der selbstbewusste Frosch verdreht die Augen und schnappt für einen Moment nach Luft.

,,Lieber Mann, dann zeige mir doch den Hund noch mal.”

So ist die Faktenlage.

Tabubruch

[Reblog vom 15. September 2012]

Diese Woche ist viel von Outing gesprochen worden. Bundesligafußballer bräuchten keine Angst zu haben. Die Unterstützung der Gesellschaft wäre da. Es gab Stimmen von CDU Politikerin Angela Merkel, derzeit Bundeskanzlerin, von Uli Hoeneß, dem ehemaligen Fußballer und Bayern München Präsidenten. Ich trau Botschaften vom Podium hinunter ins Land nicht so sehr eine sofortige Handlungswirkung im täglichen Leben zu. Zu oft sind in der Vergangenheit Sonntagsreden verpufft. Bei aller guter Absicht. Das Leben ist oft komplizierter. Gleichgeschlechtliche Liebe ist ein sehr sensibles Thema. Komplex und diffizil. Vor einem Jahr gab die ehemalige Bundesligaspielerin Tanja Walther-Ahrens Einblick in ihre Sicht der Dinge zum Thema im Interview auf hna.de unter dem Titel ,,Outing lohnt sich”: Ex-Bundesliga-Spielerin über Homosexualität im Fußball:

,,Es ist grundsätzlich immer noch ein größerer Tabubruch, wenn Männer homosexuell sind. Bei Frauen wird das als nicht mehr ganz so schlimm wahrgenommen. Hinzu kommt das Image: Nur richtige Männer können Fußball spielen. Schwule aber gelten als weich, zart und zurückhaltend, als keine richtigen Kerle. Bei Frauen kommt das Klischee hinzu: Heteros können keinen Fußball spielen, sondern nur Mannsweiber.”

Aus dem Autoradio streifte gestern eine Stimme mein Ohr mit einer wahrscheinlichen Statistik, nachder es in den zwei oberen Bundesligen im deutschen Fußball ca. 3 komplette Mannschaften mit homosexuellen Männern gäbe. Nun, die Worte von Angela Merkel und Uli Hoeneß werden nicht zu einem massenhaften Outing in den nächsten Tagen und Wochen führen. Auch Querverweise von Kommentatoren auf Hape Kerkeling oder Berlins Bürgermeister Klaus Wowereit greifen hier zu kurz. Im Fußball ist es immer noch ein absoluter Tabubruch. Soll so auch bei den Vorständen der DAX-Unternehmen sein. Dies wird auch noch lange so bleiben. Eine Gesellschaft die Erfolg nach wie vor auch über Ellenbogenmentalität, dicke Bonizahlungen, erwähnenswertes Prestige über soziale Statussymbole, geschmeidige Anpassung an Konformitätsdruck scheinbar in Stein gemeißelter gesellschaftlicher Normen etc. definiert, wird ihre Entwicklungsphase benötigen.

Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch in das Jahr 2014!

Es ist Zeit Danke zu sagen. Allen meinen Besuchern die mir im Jahr 2013 die Treue gehalten haben, jeder Kiebitz der vorbeigeschaut hat und all die Sportinteressierten, die hoffentlich einige Anregungen, Inspirationen und gute Unterhaltung auf sportinsider gefunden haben.Traveler Digital CameraDas Jahr war gespickt mit zahlreichen Höhepunkten. WM-Kandidatenturnier in London mit der knappen Niederlage von Kramnik gegen Carlsen. Der große Abschied von Jupp Heynckes, 5-fach Triumph von Bayern München inklusive der Geschichte mit Präsident Uli Hoeneß fernab des Fußballplatzes, der Hype um Pep Guardiola, WM-Sieg der brasilianischen Handballerinnen, erster Schach-WM Titel für das norwegische Genie Magnus Carlsen im Match gegen Vishy Anand in Chennai. Die Harting Show, trotz Rückenschmerzen. Die Usain Bolt Express Story auf der Erde, Sebastian Vettels 4. WM Sieg im Red Bull Cockpit.  Aber auch traurige Schlagzeilen in der Personalie Pistorius. Nachrichten über Verletzungen wie von Nationalspieler Khedira oder der Skiqueen Vonn. Abstiegssorgen beim 1. FC Nürnberg. Die Erfolge der Hockey-Frauen und Männer. Nadine Angerer und das siegreiche Frauenfußballteam. Ein titelloses Jahr der Volleyballer vom VfB Friedrichshafen. Die erfolgreiche Veranstaltung Match Race Germany in Langenargen oder der 11. MTU-Hallencup in der ZF Arena. Um nur einige Puzzleteilchen eines bemerkenswerten Sportjahres 2013 zu nennen.Traveler Digital CameraDas Jahr 2014 bringt die Fußball-WM als großen Höhepunkt . Die Zeit wird bis dahin rasend schnell vergehen. Es gibt noch einige offene Baustellen. Ein Grund mehr die Weihnachtstage in einem gemütlichen Rhythmus einzuleiten und in das neue Jahr zu kommen.Traveler Digital CameraFrohe Weihnachten und einen guten Rutsch in das Jahr 2014!

PS: Wenn Sie mögen sehen wir uns im neuen Jahr am 3. Januar wieder.

Sport am Bodensee: 11. MTU-Hallencup 2013 in Friedrichshafen

Was haben die Nationalspieler David Alaba, Thomas Müller, Holger Badstuber (an dieser Stelle die besten Genesungswünsche), Mario Götze, Julian Draxler und Marco Reus gemeinsam? Sie alle eint ein Erlebnis: Die einstige Teilnahme beim MTU-Hallencup am Bodensee. Das U-15 Jugendfußballturnier ist eine renommierte Bühne für zukünftige Profifußballer. Die Veranstaltung hat sich über Jahre einen klangvollen Namen erarbeitet. Klaus Segelbacher, der geschickte und emsige Organisator des MTU-Cups, hat auch für 2013 wieder alle Hebel in Bewegung gesetzt um attraktive Mannschaften nach Friedrichshafen zu holen. Traveler Digital CameraDas Teilnehmerfeld ist erlesen. Spektakulärer Hallenfußball ist angesagt. Die ganz großen Namen sind dabei. FC Barcelona, Manchester United, Arsenal London, Bayern München. Der MTU-Cup hat mittlerweile eine riesige Magnetwirkung erzielt. Das Spiel in der Halle ist schnell, geprägt von ständig wechselnden Spielszenen, technischen Feinheiten und permanenten Schüssen auf das Tor. Gestern beim Training zeigte sich wie schwer es ist den Kasten sauber zu halten. Auch für den Keeper von Manchester United.Traveler Digital CameraTraveler Digital CameraApropos Keeper. Einst machte ein junger und talentierter Torwart beim MTU-Hallencup auf sich aufmerksam. Oliver Baumann. Inzwischen ist er Stammtorwart beim SC Freiburg und hielt unlängst beim 3:0 Auswärtssieg gegen den 1. FC Nürnberg überragend und parierte 12 Bälle. Die Franken sind schier an Oliver Baumann verzweifelt.Traveler Digital CameraDer MTU-Cup ist aus marketingtechnischer Sicht ein Premiumprodukt. Im Vorfeld ist die Marketingtrommel auch kräftig gerührt worden. Die Werbehinweise waren in Friedrichshafen nicht zu übersehen. Ob an der Tankstelle, am Bodensee Center oder in der Karlstraße in der Nähe des Sees. Das schwäbische Meer selbst zeigt sich von seiner stürmischen, schönen und sonnigen Seite.Traveler Digital CameraTraveler Digital CameraTraveler Digital CameraTraveler Digital CameraTraveler Digital CameraDoch wir wollten ja die erwähnten Marketingmaßnahmen an Tankstelle, Bodensee Center und der Karlstraße auch noch ein wenig dokumentieren.Traveler Digital CameraTraveler Digital CameraTraveler Digital Camera

Traveler Digital CameraTraveler Digital CameraTraveler Digital CameraDoch zurück in die Halle. Die Ausgabe 2013 findet in der ZF Arena statt. Jener berühmten Volleyballhalle vom VfB Friedrichshafen. Vor einigen Wochen sah ich mich am 31. Oktober genötigt ein paar Zeilen über die Häfler nach vier Niederlagen am Stück hier auf meinem Blog unter dem Titel Sport am Bodensee: Das scheinbar Unerwartete tritt ein zu schreiben.

,,Vier Niederlagen sind auch ein Härtetest für das Selbstvertrauen der Häfler Volleyballer. Es fehlt der Speed. Doch ich habe großes Vertrauen in Stelian Moculescu. Der erfolgsbesessene Trainer wird die Mannschaft wieder aufrichten und in die Spur bringen. Ein zweites Jahr ohne Titel wird Moculescu nicht zulassen wollen. Gemach, gemach. Die Saison ist noch sehr lang. Die nationalen Konkurrenten kochen auch nur mit Wasser. Einige nehmen gar den Topf vor dem Kochen von der Herdplatte. Vielleicht sind die vier verlorenen Spiele am Stück gar eine heilsame Lektion. Bottrop wird der nächste Prüfstein am 2.11. für die Häfler sein.”

Mein Vertrauen wurde nicht enttäuscht. In Bottrop begann dann eine Siegesserie die bis heute anhält. Die Männer von Kultcoach Stelian Moculescu haben gerade einen bemerkenswerten Lauf. 10 Spiele hintereinander gewonnen.

Ich habe einst selber Hallenfußball gespielt. Mir waren es immer unvergleichliche Erlebnisse. Aber auch als Hallenfußballzuschauer habe ich meine Freude. Es ist wie großes Kino. Es macht einen Heidenspaß den Jungs beim Kicken zuzuschauen. Die Begeisterung in den Gesichtern, die technischen Raffinessen, die Zurufe, das Spiel mit der Bande, die Torwartparaden, die Zweikämpfe auf dem Kunstrasen. Diese pure Lust auf Fußball.Traveler Digital CameraTraveler Digital CameraTraveler Digital CameraTraveler Digital CameraTraveler Digital CameraTraveler Digital CameraTraveler Digital CameraTraveler Digital CameraBei der Jubiläumsausgabe im vergangenen Jahr holte sich übrigens Bayern München erstmalig den Turniersieg beim MTU-Cup gegen den Finalgegner VfB Stuttgart. So zum Abschluss noch eine Prise Leserservice mit folgenden Websitenempfehlungen:

Offizielle Website MTU-Hallencup

Live-Turnier Spielplan mit aktuellen Ergebnissen vom 11. MTU-Hallencup 2013

Wikipedia Eintrag MTU

Der MTU-Hallencup erregt die GemüterBeitrag vom vergangenen Jahr auf schwaebische.de

Zvonimir Soldo beim MTU-Cup - Beitrag auf suedkurier.de

Sportinsider Interview mit Hans-Jürgen Dörner

Zeitsprung. Wir schreiben das Jahr 1977. Es war nach einem FDGB-Pokalendspiel in Berlin. Dynamo Dresden gewann gegen den 1. FC Lokomotive Leipzig mit 3:2. Abends hörte ich im West-Radio den Rückblick-Kommentar eines Sportreporters auf die Finalpartie. Er lobte den Dresdner Libero und attestierte ihm: -Dieser technisch beschlagene Spieler kann in jeder Mannschaft des Westens spielen-. Zahlreiche Fußballfreunde nannten ihn auch den Beckenbauer des Ostens. Er war ein begnadeter Fußballer und schrieb Geschichte. 100 Länderspiele mit der DDR-Nationalmannschaft, inklusive des sportlichen Höhepunktes bei den olympischen Sommerspielen 1976 in Montreal im atemberaubenden Finale gegen die damalige polnische Weltklassemannschaft. Auch Frankreich mit einem gewissen Michel Platini konnte den Triumph nicht verhindern. Hans-Jürgen Dörner, mit dem Spitznamen Dixie, war dreimaliger DDR-Fußballer des Jahres bei der Wahl der Fachzeitung Die neue Fußballwoche und begeisterte die Fußballfreunde mit zahlreichen exzellenten Partien im Europapokal der Landesmeister. Er war zu seiner aktiven Spielzeit bei Dynamo Dresden bereits eine Legende. Meistertitel und FDGB-Pokalsiege sammelte Hans-Jürgen Dörner mit der DDR-Spitzenmannschaft wie andere Briefmarken oder Münzen. Im Sportinsider Interview gibt der einstige technisch versierte Libero einen Rückblick auf bemerkenswerte Momente seiner langen und erfolgreichen Fußballer-Laufbahn.
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Am 22. Juni 1969 im Magdeburger Ernst-Grube Stadion gaben Sie ihr Länderspieldebüt beim Spiel DDR-Chile. In der 59. Minute wechselte der damalige Trainer Harald Seeger Sie für Henning Frenzel vom 1. FC Lokomotive Leipzig ein. Welche emotionalen Erinnerungen an das Freundschaftspiel sind noch vorhanden?
Es war ein bedeutender Moment für mich, ohne ein Oberligaspiel bestritten zuhaben, das 1.Länderspiel für die DDR zu bestreiten. 
7 Jahre später gab es am 31. Juli 1976 ein denkwürdiges Endspiel bei den olympischen Sommerspielen. Im Fußball traf die DDR gegen die polnische Elf, den WM-Dritten von 1974. Nationaltrainer Georg Buschner peilte mit Ihnen und der Mannschaft die Krönung eines beachtlichen Turnieres an. Auf dem Weg in das Finale mussten der Brasilianner Zico, der Franzose Platini oder Oleg Blochin aus der Sowjetunion die Stärke der DDR-Nationalmannschaft anerkennen. Der Olympiasieg in Montreal 1976 war ein historischer Sieg für die DDR-Nationalmannschaft. Viele Fußballexperten sprachen vom vielleicht besten Spiel der Nationalelf in ihrer Geschichte. Wie sehen Sie dieses Spiel im Rückblick von 37 Jahren?
Die Olympiade 1976 war für mich ein tolles Erlebnis. Das olympische Dorf, die Atmosphäre an sich waren sensationell. Hinzu kamen natürlich die Erfolgsspiele für uns, mit dem Gewinn der Goldmedaille. Das Endspiel gegen Polen war mit Sicherheit eins der besten Länderspiele der Nationalmannschaft.
Mit Dynamo Dresden lieferten Sie unzählige temporeiche Europapokalpartien ab. Die Rolle des Libero interpretierten Sie sehr modern. Oft fehlte nur ein Quentchen zu größeren Erfolgen oder Mannschaften wie der starke FC Liverpool standen im Weg. Aber auch Mannschaften wie der FC Zürich, Austria Wien oder Standard Lüttich versperrten Dynamo den Weg. Welche drei Europapokalpartien blieben für Sie am intensivsten im emotionalen Gedächtnis?
Wir haben in Dresden tolle Europapokalabende erlebt. Es gastierten fast alle europäischen Spitzenmannschaften im Dresdner Stadion und alle hatten es sehr schwer hier zu bestehen. Spiele wie gegen Liverpool, Bayern oder Ajax Amsterdam blieben natürlich extrem in Erinnerung. 
Vor 40 Jahren am 24. Oktober 1973 in München und im Rückspiel am 7. November in Dresden gab es die legendären Spiele gegen Bayern München mit Ihnen in der Mannschaft von Dynamo. Die Mannschaft aus dem Süden der Bundesrepublik war mit Sepp Maier, Franz Beckenbauer, Katsche Schwarzenbeck, Uli Hoeneß und Gerd Müller mit 5 späteren Weltmeistern gespickt. Nach der knappen Hinspielniederlage von 3:4 im Münchener Olympiastadion gab es beim Rückspiel durch Reinhard Häfner in der 56. Minute das 3:2. Dynamo Dresden hatte einen schnellen 0:2 Rückstand durch den Hoeneß Doppelpack in den ersten 13 Minuten zu Hause wettgemacht und wäre nach der Arithmetik der geschossenene Auswärtstore weitergewesen. Dann kam jene 58. Minute. Gerd Müller, der Torschützenkönig der WM 1970 und Rekordschütze der Bayern erzielte für die Lattek-Elf das 3:3. 
Wie nah war Dynamo Dresden damals an der europäischen Spitze dran? In der Runde vorher musste Juventus Turin aus dem Land des damaligen Vizeweltmeisters die Dynamo Überlegenheit in puncto Tempo, Torgefährlichkeit und Kombinationsspiel anerkennen.
Ich denke, wir waren von der europäischen Spitze nicht so weit weg. Uns fehlte die Erfahrung und die nötige Cleverness, die man braucht um solche Spiele auch zu gewinnen. 
Manch Fußballexperte meinte, Dynamo Dresden hat in den guten Europapokaljahren ein Torwart der Weltklasse wie Jürgen Croy gefehlt. Dann wäre mehr möglich gewesen. Wie sehen Sie im Rückblick die Torwartpersonalie. Was fehlte aus Ihrer Sicht für den absoluten Sprung in die europäische Spitze?
Dresden war immer auf der Suche nach guten Fußballspielern. Es gab leider in der DDR keine Vereinswechsel, wie das heute im Fußball üblich ist. Sonst hätten wir uns mit Sicherheit punktuell verstärkt. 
Die renommierte Fußballzeitschrift “Die neue Fußballwoche” zeichnete Sie in den Jahren 1977, 1984 und 1985 als Fußballer des Jahres in der DDR aus. Was war aus Ihrer Sicht das persönlich stärkste Fußballjahr der Laufbahn von Dixie Dörner?
Ich bin stolz darauf, diese Auszeichnung 3 x erhalten zu haben. 1977 wird in Erinnerung bleiben, weil es das 1.Mal war. 1984 und 1985 zeigt eigentlich, das man auch mit über 30 Jahren und der nötigen Erfahrung gute Leistungen bringen kann. 
Welche Fußballer inspirierten Sie bei der Interpretation der modernen Liberorolle?
Es gab viele gute Fußballspieler von denen ich profitiert habe. In erster Linie aber habe ich versucht mein Spiel zu interpretieren. 
Sprung in die neue Zeit. Heute haben Sie eine Fußballschule. Der Name Dixie Dörner ist nach wie vor sehr vielen Fußballfreunden ein Qualitätsbegriff. Ihr Manager Torsten Reitz unterstützt Sie. Wie würden Sie die Zusammenarbeit mit ihm beschreiben. Welche gemeinsamen Ziele und interessante Projekte möchten Sie gerne noch in Angriff nehmen?
Meine eigene Fußballschule besteht nicht mehr. Ich arbeite in der Fußballschule von der SG Dynamo Dresden mit und hoffe, dass die Nachwuchsarbeit dadurch weiter voran kommt. 
Ein Wort zur aktuellen Situation von Dynamo Dresden. Wo sehen Sie den Traditionsverein in 5 Jahren stehen?
Durch kontinuierliche Arbeit kann der Verein sich fest setzen im deutschen Profifußball. Das Potential dafür ist vorhanden. 
Eine Frage zum Abschluss unseres kleinen Interviews: Wie sieht der ideale Tag im Leben von Dixie Dörner aus?
Wie bei anderen Menschen auch, ganz normal.
 
Vielen Dank für das Interview und viel Erfolg, Gesundheit, Freude und noch eine ganze Reihe von schönen Erlebnissen im Fußball.
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Hier geht es zur Website von Hans-Jürgen Dörner: www.dixie-doerner.de

Bayern München – Dynamo Dresden im Oktober 1973

Wir hatten ja hier auf meinem Sportblog kürzlich Dynamo Dresden und 30 Spieler mit DDR Oberliga Patina. Spuren setzte der DDR-Meister von 1973 auch international. Nach dem grandiosen Weiterkommen gegen Juventus Turin gab es eine mit Spannung verfolgte Auslosung. Der Bogen hätte von Alfred Hitchcock nicht spannender gespannt worden sein. Das Los forderte ein Aufeinandertreffen mit dem Meister aus dem Land des damaligen aktuellen Europameisters. Im Oktober vor 40 Jahren gab es das Hinspiel im Europapokal der Landesmeister zwischen Bayern München und Dynamo Dresden. Am Ende standen 7 Tore zu Buche. Bitte auch auf das Abwehrverhalten von Franz Beckenbauer beim 0:1 achten.

Mit dieser knappen 3:4 Niederlage ging es dann zum Rückspiel. Zum damaligen Zeitpunkt konnte keiner ahnen, dass die Münchener am Ende den Europapokal der Landesmeister 1974, 1975 und 1976 in Serie gewinnen sollten. 5 Spieler von Bayern München aus der damligen Aufstellung sollten im Sommer 1974 an selber Spielstätte Weltmeister im Endspiel gegen die Niederlande werden.  Aus der Startformation der Dresdner gewannen Dixie Dörner, Reinhard Häfner und Hartmut Schade im Juli 1976 olympisches Gold gegen den WM-Dritten Polen im vielleicht besten Spiel der DDR-Fußballnationalmannschaft.

Das Tableau der rassigen Partie im Europapokal der Landesmeister am 24. Oktober 1973 liest sich so:

Bayern München: Maier – Hansen, Schwarzenbeck, Beckenbauer, Dürnberger, Zobel, Gersdorff (46. Hadewicz), Roth, U. Hoeness, G. Müller, Hoffmann

Dynamo Dresden: Boden - Dörner, Helm, Geyer, Wätzlich, Häfner, Schade, Ganzera, Heidler, Rau (84. Schmuck), Sachse (75. Riedel)

0:1 Sachse (13.), 1:1 Hoffmann (17.), 2:1 Dürnberger (26.), 2:2 Sachse (34.), 2:3 Heidler (42.), 3:3 Roth (71.), 4:3 Müller (83.)

55.000 Zuschauer im Olympiastadion München

Schiedsrichter: Davidson (Schottland)