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Nachdenkenswert #188

,,Grundsätzlich ist es ja so, dass man immer auch unterscheiden muss, was geht ins Team, was geht in die Struktur. Da sind wir ein gutes Stück hinter Bayern. Bei Brose in der Tat wird an diesem Mittwoch eine Entscheidung fallen, ob das Unternehmen das Naming Right unserer Halle übernimmt.”

Wolfgang Heyder, Manager der Brose Baskets Bamberg, in Verhandlungen mit Michael Stoscheck von Brose, im Interview mit der Süddeutschen Zeitung über etwaige Zuwächse im Etat

Sportwette bei William Hill: 10.000 Pfund auf Sieg von Bayern München

Das Wetter schwächelt in Deutschland. Der Schachspieler und Borussia Dortmund Sympathisant Peer Steinbrück hat nicht wirklich einen Wahlkampf vorzuweisen, der diesen Namen auch verdient. Uli Hoeneß verlor im Halbfinale 100 Euro. Er hatte mit seinem Nachbarn gewettet. Der ehrgeizige Bayern München Präsident setzte auf einen Sieg von Real Madrid gegen die schwarz-gelben aus dem Ruhrgebiet. So habe ich es jedenfalls in dem ellenlangen Interview von Weltmeister Uli Hoeneß mit der Zeitung Die Zeit im gemütlichen Münchener Lokal irgendwie in Erinnerung behalten. Doch halt. Ich hab ja die Zeitung noch. Also noch schnell zum Zeitungsstapel. So wo haben wir denn das gute Stück. Ach hier. Das Interview auf den Seiten 13 bis 16 mit dem Titel ,,Ich gehöre nicht mehr dazu.” Schnell noch die Passage rausgesucht. Damals waren in München angenehme 22 Grad. Von der Wochenzeitung waren 3 Personen zugegen: Redakteurin Cathrin Gilbert, Zeit-Autor Hans Werner Kilz und Redakteur Stephan Lebert. Die Zeit fragte im Lieblingsrestaurant von Uli Hoeneß in der Landeshauptstadt München.

,,Zocken Sie bei Pferderennen oder Fußballwetten?”

Die Antwort von Bayern München Präsident Uli Hoeneß im Beisein seines 33-Jährigen Sohnes Florian gegenüber den 3 Journalisten:

,,Nein, beides gar nicht. Sie sind auf der falschen Fährte. Mich reizen keine Glücksspiele. Beim Champions-League- Spiel zwischen Dortmund und Real Madrid habe ich mit meinem Nachbarn gewettet, wir haben das Spiel zusammen angeschaut. Es ging um 100 Euro. Ich habe gewettet, dass Real Madrid gewinnt. Na ja.”

Immer kann man nicht gewinnen. Dies merkt gerade auch die Basketballhochburg Bamberg. Wolfgang Heyder lehnte einst ein Angebot von Bayern München ab. Er blieb in Bamberg und schrieb weiter an der Erfolgsstory der Korbjäger in der Domstadt. Wackelt jetzt die Titelverteidigung? Brose Baskets verlor sein erstes Heimspiel in den Play-off gegen die Basketballer von Bayern München. Bergsteiger-Legende Reinhold Messner hält sich zur Zeit im Basislager des Mount Everest auf. Die TSG Hoffenheim will weiter in der Bundesliga bleiben. Doch dies ist zur Zeit alles Nebensache. Stichwort Champions-League Finale der Männer in London. Zeit für Sonderdrucke …

Die Süddeutsche Zeitung brachte in der 22 Seiten starken Sonderbeilage zum Champions-League Endspiel auch ein Interview mit dem Sprecher eines Anbieter von Sportwetten. Es gibt ja unzählige Anbieter im Markt, stellvertretend seien hier bwin, tipico, Interwetten, bet365, bet at home, mybet, Bet3000, digibet, betsson, titanbet, betsafe, oddset oder sportingbet genannt.  Den  Sprung in die Sonderbeilage über das deutsch-deutsche Finale hat der smarte 25-Jährige Joe Crilly, Sprecher von William Hill, dem größten Buchmacher Großbritanniens, geschafft. Er plaudert im Interview über einen Wetter mit Entscheidungsfreude,  klarer Meinung und rechtzeitig platzierter Sportwette:

,,Ein Kunde hat vor dem Halbfinale 10 000 Pfund auf den Champions-League-Sieg der Bayern gesetzt. Er würde 47 500 Pfund zurückbekommen.”

Gutes Timing. Die Quote von 4,75 hat Charme. Joe Crilly verrät der Süddeutschen Zeutung übrigens auch seinen ganz persönlichen Tipp. Er zieht Parallelen zum Sieg vom FC Porto mit Mourinho im Jahr 2004 in Gelsenkirchen gegen den AS Monaco und sieht Dortmund mit 3:1 vorn. Dies wäre dann für den Kunden ein nicht ganz so geschmeidiger Ausgang seiner Wette. Schaun mer mal.

Sport am Bodensee: Hoffnungen am grünen Tisch für ifm Baskets Konstanz, Läufe im Ried, Pokalregatta und Vorfreude auf Langenargen

Das Szenario ist von der Schachbundesliga bekannt. Nicht jeder Aufsteiger nutzt seine Startmöglichkeit in der höheren Spielklasse. Finanzielle Aspekte sind oft der Hauptgrund. Daher gibt es manchmal für Vereine am grünen Tisch doch noch einen Nicht-Abstieg, wo der Gang nach unten eigentlich besiegelt war. Klassenerhalt über den 2. Bildungsweg sozusagen. Die Ifm Baskets Konstanz sind dieses Jahr in der 2. Bundesliga ProB sportlich abgestiegen. Doch Manager Christian Lipski hat noch Hoffnungen auf den Klassenerhalt am grünen Tisch. Er gibt für die Schwäbischen Zeitung auf schwaebische.de ein offenes und bemerkenswertes Interview. Themen sind auch die Rahmenbedingungen in Konstanz, die Sponsoren, die Organisation um den Verein herum und die Zeitintensität von Christian Lipski sowie sein breitgefächertes Aufgabenfeld.

Traveler Digital Camera

Derweil die BSB die zahlreichen Touristen und Interessierten über den Bodensee zu den interessantesten Ausflugszielen bringt, gibt es fernab des Wasssers zu Lande Läuferaktivitäten zu vermelden. Erwähnenswert der 8. Uhldinger Pfahlbau-Marathon. Der Fotoclub Uhldingen e.V. hat die entsprechenden Fotos geordnet in den Kategorien Start, Kids Run, Pfahlbauten, Wasserwerk Oberuhldingen, Schloss Salem, Affenberg, Klosterkirche Birnau, Aachsteg, Ziel, Siegerehrung und Sonstiges online gestellt. Hier geht es zu den Fotos vom 8. Uhldinger Pfahlbau-Marathon.

Den 7. Riedlauf in Eriskirch gewann am Sonntag Andreas Kreis aus Tettnang. Die Siegerzeit von Kreis betrug 59 Minuten für 15 Kilometer. Auf Rang 2 lief Thomas Kübler aus Langenargen ein. Platz 3 belegte der Lokalmatador Holger Müller aus Eriskirch. Am Muttertag waren auch zahlreiche Frauen am Start. Monika Carl aus Langenargen gewann vor Marlies Romano, ebenfalls Langenargen. Den 3. Rang erlief sich Uschi Bergler aus Grünkraut. Das Wetter war suboptimal. Empfindlich kühl und nass. Hallensportarten wie die oben erwähnten Basketballer der ifm Baskets Konstanz haben ja in der Regel immer trockene Wetterneutralität.

Dann gab es noch das 11. Bad Waldseer Lauffieber inklusive eines Marathon mit 101 Teilnehmern. Nach 2 Stunden, 44 Minuten und 37 Sekunden blieb die Zeit für den Sieger Michael Sommer aus Stuttgart stehen. Bei den Frauen gewann Pamela Veith vom TSV Kusterdingen in 3 Stunden, 1 Minute und 51 Sekunden. Hier geht es zur Ergebnisliste entlang.

Vom Land wieder aufs Wasser. Die Pokalregatta 2013 in Friedrichshafen erwischte wechselhaftes Wetter. Wettfahrtleiter Markus Finckh resümierte auf der Website vom Württembergischen Yacht Club.

,,Es hätte nicht besser laufen können. Alle waren zufrieden, es war eine schöne Veranstaltung und wir hatten Wind. Vielleicht wären zehn Grad mehr noch schöner gewesen.”

Die Ergebnisse der Pokalregatta 2013 in Friedrichshafen hat der WYC detailliert aufbereitet:

Kommen wir zum Abschluss auf Match Race Germany 2013 in Langenargen zu sprechen.

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Die Vorfreude ist bei allen Beteiligten rieisig. In der aktuellen Pressemitteilung lässt Yachtclub Langenargen Präsident Roel van Merkestyn seiner Stimmung freien Lauf:

,,Segelsport auf Top-Niveau und das auf unserem schönen Bodensee vor einmaliger Kulisse. Das Ganze professionell umgesetzt durch die passende Mischung aus Ehrenamt und Match Center Germany. Es macht einfach Spaß, die besten Segler der Welt in einer so privaten Atmosphäre kennenzulernen und beobachten zu können.“

Man-Power stemmt solche Veranstaltungen oder im geschmeidigen Marketing-Deutsch auch immer gerne als Events bezeichnet. 50 Ehrenamtliche Helfer sind in dieser Woche im Einsatz. Mit vor Ort ist auch der dreimalige Weltmeister Jochen Schümann. Mir persönlich fiel sein Name im Zusammenhang der Sportberichterstattung von den Olympischen Spielen 1976 in Montreal erstmalig ein. Damals holte Jochen Schümann sein erstes olympisches Gold. 1988 und 1996 sollten jeweils eine weitere Goldmedaille in seiner Sammmlung dazukommen und im Jahr 2000 eine Silbermedaille in Sydney. Die Seglerlegende ist am Bodensee Gast und Fan in einer Person. Und da wäre noch die Beziehung zu Adidas …

Adidas und das Sponsoring hatten wir hier im Blog ja bereits öfters thematisiert. Jochen Schümann wird die Gelegenheit in Langenargen während des Match Race Germany 2013 nutzen, um die neue adidas Segelkollektion vor den Zuschauern zu begleiten. Wer sich noch ein wenig näher einlesen will in die Person Jochen Schümann findet hier bei wikipedia Lektüre. Übrigens hat Schümann an der adidas Segelkollektion selber mitgewirkt. Er ist auch Gesellschafter der Konzeptwerft. Diese war federführend bei der Taufe der neuen Deutschen-Segel-Bundesliga. Auch der Bodensee ist im Jahr 2013 Station für den neuen und prestigeträchtigen Vereinswettbewerb. Die Organisation und Vermarktung der Deutschen-Segel-Bundesliga liegt in den Händen der Sportvermarktungsagentur Konzeptwerft. Siehe auch – Sport am Bodensee: Deutsche-Segel-Bundesliga nimmt Fahrt auf.

Wolfgang Heyder kritisiert Uli Hoeneß in Sachen Dirk Bauermann

Wolfgang Heyder entschied sich Ende 2010 gegen ein Angebot von Bayern München für das neuaufgelegte Projekt Basketball in der bayerischen Landeshauptstadt. Der integre und erfolgreiche Basketballkenner  blieb in Bamberg. Es dürfte nicht so viele Manager in Deutschland geben die ein Angebot von Bayern München abgelehnt hätten. Er hat in der lieblichen Stadt Bamberg in vielen Jahren erstaunliches geleistet in puncto Sponsorengewinnung, dem halten von Sponsoren, dem stemmen erstaunlicher Sponsorenbudgets in einer 70.000 Einwohner zählenden Stadt, überregionale Akquise von hochkarätigen Sponsorships (zum Beispiel Brose), kreative Wege in der Förderung der Nachwuchsarbeit und dem holen zahlreicher Titel in die Domstadt.

Wolfgang Heyder ist der Uli Hoeneß des deutschen Basketballs. Brose Baskets Bamberg ist dort wo die Verantwortlichen in München das bayerische Basketballteam mit dem klangvollen Namen Bayern München gerne sehen würden.

Jetzt hat der Vater des Bamberger Erfolgs im Basketball fundierte Kritik an Uli Hoeneß in Sachen Dirk Bauermann in der Süddeutschen Zeitung geäußert. Wolfgang Heyder spricht Klartext. Ungefiltert. Er springt der Trainerkapazität Bauermann zur Seite. Kritisiert die Art und Weise des Umgangs mit dem ehemaligen Coach in München. Die Demontage einer Person und Menschen. Wolfgang Heyder stellt Uli Hoeneß kein Zeugnis mit Bestnoten aus.

Nachdenkenswert #149

“Wie van Gaal hat sich Bauermann überhaupt nicht vorstellen können, dass der FC Bayern diesen Schritt wagen würde. Er hat geglaubt, dass er im Basketball in Deutschland so eine starke Position hat, dass wir es uns nicht erlauben können, ihm das anzutun. Da hat er sich getäuscht.”

Uli Hoeneß, Präsident vom FC Bayern München, über die Entlassung von Trainer Dirk Bauermann im Gespräch mit SPORT1

Nachdenkenswert #134

,,Ich habe gelernt: Profi sein ist harte physische Arbeit. Dieses Leben ist überraschend unspektakulär. Als Zuschauer nimmt man ja nur die Bühnensituation wahr, diese anderthalb euphorischen Stunden im Scheinwerferlicht. Im Alltag aber ist alles durchgetaktet. Es wird festgelegt, was die Spieler essen, wann sie aufstehen, welche Bewegungen sie immer wieder machen müssen. Sinnvolle Monotonie. Mein Kindertraum war wilder und bunter.” 

Thomas Pletzinger, Schriftsteller, begleitete ein ganzes Jahr die   Basketballer von Alba Berlin, im Interview mit Der Tagesspiegel

Gefährliche Sportarten

Es soll Krankenversicherung geben, die teilen Sportarten in risikoarm und risokoreich ein. Machen wir den Praxistest. Die basketballaffine Familie Wulff betreibt eher eine risikoarme Sportart. Bettina Wulff, Ehegattin vom Bundespräsidenten, erklärte im vergangenen Jahr im Interview auf Zeit Online auf Fragen zum Sport Basketball:

ZEITmagazin: Sie haben Basketball im Verein gespielt. Gibt es im Schloss Bellevue einen Korb?

Wulff: Nein, aber bei uns zu Hause, vor der Garage. Und wir versuchen, alle zwei, drei Wochen in einer Halle mit den Sicherheitsbeamten zu spielen. Das macht großen Spaß.

ZEITmagazin: Wer ist besser, Sie oder Ihr Mann?

Wulff: Ich natürlich. Ich bin auch die Einzige, die gegen meinen Mann richtig verteidigt, die anderen halten sich zurück.

Nun, das hätte ich mir früher in der Schule beim Basketball auch gewünscht, dass sich die anderen etwas zurückhalten. Risikoarm. War nicht der Fall. Ich war aber auch nicht mit dem Talent von Michael Jordan oder Dirk Nowitzki gesegnet. Es gibt jedoch auch die richtig risikoreichen Sportarten. Beispiel kommt postwendend. In der ersten Ausgabe des outdoor Magazins 2012 wurde von Paddel-Queen Freya Hoffmeister berichtet. Ihre sportliche Vita umfasst 2386 gepaddelte Kilometer um Neuseeland in 70 Tagen sowie 13 790 Kilometer um Australien in 332 Tagen. Alleine das klingt hart. Doch die Risiken lauern auch in Form von hyperaktiven Haien. Einer hinterliess sogar deutliche Spuren. Freya Hoffmeister im Interview mit outdoor.

,,Der Allerletzte. Es war sechs Uhr und gerade mal hell, als aus dem milchigen Wasser das Viech auftauchte, sein Maul aufriss und in mein Heck biss. Passend zum Kieferabdruck muss der Körper wohl so groß wie mein Boot gewesen sein. Gesehen hab ich nichts, nur den Stoß gehört und gefühlt. Auch das er zugebissen hat, habe ich anfangs gar nicht bemerkt. Beim Umdrehen sah ich etwas auf dem Deck liegen. Ein Zahn? Erst zu Mittag habe ich dann registriert, dass hinten das ganze Abteil abgesoffen war. Das war der einzige Moment der Australienreise, an dem ich wirklich gezweifelt habe, ob es das Risiko wert ist. Nach zwei Stunden hatte ich das Leck repariert, und weiter ging´s.”

Bei diesen Erzählungen vom Kampf mit Haien und Wellen muss doch jedem Sachbearbeiter einer Krankenversicherung der Angstschweiss von der Stirn tropfen. Unglaublich. Die Schublade riskoarme Sportart bleibt da verschlossen wie einst der Mund von Boxer Norbert Grupe im legendären ZDF Interview. Sportinterviews im Fernsehen sollen in der Regel ja einen offenen Dialog bilden. Kein Monolog. Am 21. Juni 1969 stellte der Sportmoderator Rainer Günzler im ZDF-Sportstudio dem Boxer Norbert Grupe einige Fragen zum verlorenen Boxkampf gegen den Argentinier Oscar Bonavena. Das missglückte „Gespräch“ kostete den bedauernswerten Rainer Günzler den Job. Für die jüngeren Freunde des Sports hier nochmals ein Blick in das Archiv.

Da verblassen so manche Interviews mit diesen ewigen Worthülsen, Floskeln und Standardsätzen von Sportlern (nach Bundesligaspielen öfters zu hören). Manchmal wünscht man sich wieder solche legendären Momente der Ruhe.