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Die Lieblingskinder der Unterhaltungsindustrie: Bayern München und Borussia Dortmund

Auch der umtriebige ARD Moderator Frank Plasberg konnte der Versuchung nicht widerstehen in seiner am Montag angesetzten Sendung Hart aber fair, das Fußballspiel der beiden Mannschaften mit den Millionenumsätzen zum Thema zu machen. Okay, um Fußball ging es weniger. Taktische Finessen, Spielsysteme, konditionelle Unterschiede, überpacen von Dortmund mit dem Forchecking, aufdrehen der Bayern nach dem Ausgleich, Einwechselfehler in puncto Zeitpunkt vom jüngeren Trainer an der Seitenlinie etc. waren eher kein Thema beim Moderator und passionierten Autofan Plasberg.

Die Sache mit der Authentizität: Marketingkampagne Echte Liebe und James Bond 

Bei Plasberg wird geplaudert. Nie kann die Welt ganz in ihrer Komplexität erklärt werden. Arm gegen Reich? Arbeiterverein gegen Arroganz Familie? Mit was haben wir es eigentlich zu tun? Sport oder Politik? Zielgerichtetes suchen der Medienaufmerksamkeit und die Betonung der Marke? Marketingkampagne Echte Liebe? Sportmarketing per excellence bei Borussia Dortmund? Erfolgreiches Sportmarketing im Stile eines Branchenführers wie Bayern München? Überzogene moralische Bewertungen normalen Transfergebarens? Wer wirft die größeren Nebelkerzen? Welche Strategie findet eher den Weg in das Gehirn der Menschen? Zahlreiche authentische Werbeverträge für den Übungsleiter mit dem Hang, englischen Zeitungen vor einen Champions-League Finale die Welt zu erklären, und James Bond zu reaktivieren für das Schema Gut kontra Böse.

Bayern München und der BVB das führende Duo in der Unterhaltungsindustrie

Nun, der Borussia Dortmund Fan und Journalist Friedrich Küppersbusch war nicht in der Runde von Frank Plasberg zu finden. Der auch im Fernsehgeschäft tätige Küppersbusch gab unlängst in der taz im Interview folgende Beschreibung kund:

,,Dortmund ist eine Band, Bayern eine Armee. Borussia ist eine offene Elferbeziehung, die Münchner sind ein Harem. Na ja, im Grunde sind beide führende Unternehmen der Unterhaltungsindustrie, die ihre so profilierten Imagekonzepte am besten umsetzen.”

Unterhaltungsindustrie trifft es ganz gut. Doch Bayern München hat natürlich auch großen Sport geboten. Man frage bei Juventus Turin oder dem FC Barcelona und Lionel Messi nach. Auch das Match in London machte da diese Saison keine Ausnahme. Bayern München hat ein temporeiches Spiel für sich entschieden. Dortmund hat überpacet und konnte der nochmaligen Temposteigerung der Bayern Elf nach dem Ausgleich nichts adäquates entgegensetzen. Nebenbei habe ich mich auch ganz gut unterhalten gefühlt. Es spricht nichts gegen ein erneutes Spektakel im neuen Jahr.

In Sachen Uli Hoeneß

Nein, es sind nicht wirklich viele gute Texte zur Personalie Uli Hoeneß und den monetären Problemen mit dem Konto in der Schweiz aufgelaufen. Sehr viel Empörungslyrik, stochern im Nebel angesichts der noch nicht bis ins Detail geklärten Sachlage, auffallend viele politische SPD-Stimmen die auf Moral machen. Dabei hat man sich in Sachen Honorarkönig oder dem schnellen Wechsel vom letzten SPD-Kanzler zum lockenden Geld der russischen Wirtschaft auffallend ruhig verhalten.

Immer schön hart aber fair

Auch Frau Schenk meint sich äußern zu müssen. Kürzlich unterlag sie Herrn Scharping bei der Wahl zur “präsidialen Führungsspitze” (Copyright by Jonathan Sachse) beim Bund Deutscher Radfahrer. Auch Herr Leyendecker hat ein paar Zeilen zu Uli Hoeneß geschrieben. Dazu eine Menge aus dem Boden gestampfter Sendungen zum Thema. Andere Themen mussten weichen. Gestern Jauch. Heute Plasberg. Immer schön hart aber fair. Ein wenig moralisch entrüstet, ein wenig Dampfplauderei, ein wenig erhobener moralischer Zeigefinger. Immer mit Steigerungsmöglichkeiten der Empörung versehen. Die eingeladenen Gäste haben nicht wirklich viel erhellendes beizutragen. Zumindest gestern Abend in der Sendung nach dem Tatort. Gab es eigentlich schon einen ARD-Brennpunkt zur Personalie vom Europameister 1972 und Weltmeister von 1974? Einst legte der öffentlich-rechtliche Sender eine Klinsmann Entlassungs-Story Sondersendung auf. Immer im Dienste der Quote. Mir wird kalt. Welcher Moralapostel hat sich eigentlich noch nicht gemeldet? Zauderer bitte vortreten und die Stirn in Falten der moralischen Entrüstung legen.

Fragen auf dem Kultblog breitnigge zur Personalie Uli Hoeneß

Selbstverständlich hat sich Uli Hoeneß angreifbar gemacht. Oliver Schmidt – Spiritus Rector, Organisator, Bayern München Fan und Macher vom Kultblog breitnigge hat es in seinem reflektierten Text treffend in Form von Fragen auf den Punkt gebracht:

,,All das macht(e) mich wütend, Uli!

Warum hast Du all diesen Leuten, nach einer ebenso erfüllten wie erfolgreichen Karriere, nun diese Steilvorlage geliefert?

Warum – und gehen wir mal davon aus, dass all das wirklich stimmt – hast Du überhaupt ein Konto in der Schweiz?

Warum hast Du über all die Jahrzehnte Gott und die (Heuschrecken-)Welt so verteufelt, um dann anscheinend selbst verurteilungswürdige Handlungen durchzuführen?

Wusstest Du nicht, was Du da tatest? Gerade Du, der Macher? Hat sich blind auf seine (Steuer-)Berater verlassen?”

Kein Mensch geht perfekt durch das Leben. Immer den geraden Weg. Wer hat nicht selbst als Kind beim Nachbarn Kirschen gemopst? Die sahen einfach so verlockend aus. In der Schule bei Mathe einfach nach links zur Klassenbesten geschaut. Ein wenig geillert. Ihre Lösung übernommen. So geschickt, dass der Mathematiklehrer es nicht merkte. Beim ersten Autoverkauf des heißgeliebten Käfers die bekannten Schwächen dem Kaufinteressenten nicht unter die Nase gerieben. Bei der Probefahrt um den Wohnblock alle Vorzüge in goldenen Farben gepriesen.

Beckenbauer, Vettel, Schumacher und die Frage mit dem Wohnsitz

Auch ein Franz Beckenbauer hatte einst Schlagzeilen produziert. Nein, keine Anekdote aus dem Schrebergarten. Monetäre Momente. Bei Günther Jauch kamen doch gestern Abend wie von Zauberhand gelenkt die Namen Sebastian Vettel, Michael Schumacher und Franz Beckenbauer zur Sprache. Stichwort Wohnsitz. Das war der Zeitpunkt wo ich von der Couch aufstand. Vielleicht machen wir auch einfach zu viel Wind um Sendungen in der ARD. Eine vernünftige Berichtersattung vom Schach-WM Kandidatenturnier London 2013 kriegen sie jedenfalls noch nicht hin. Da ist schon die Bestückung vom Videotext problematisch.

Uli Hoeneß geht keinen leichten Zeiten entgegen. Gut , dass er twitter nicht als sein Lieblingsmedium in Gebrauch hat. Dort haben sich die Dinge teilweise in den letzten Tagen überschlagen. Da ist viel Häme mit dabei gewesen. Keine Frage, Uli Hoeneß hat immer gerne auch ausgeteilt. Verbal nahm er nicht den Samthandschuh in Auseinandersetzungen. Moralisch hat er oft sehr klar geurteilt und verurteilt. Im Zweifelsfall immer den Säbel statt Florett. Stichwort Russlandisierung des Fußballs. Oder die deutliche Kritik am FDP-Wirtschaftsminister Rösler (Dabei bin ich kein Fan der FDP oder des Amtsinhabers). Äußerungen über den Stadtrivalen 1860 München in Harald Schmidt Manier. Die unsägliche Daum Geschichte. Kritik an den politischen Kräften die links agieren.

Er hielt Reden vor Wirtschaftsvertretern. Sprach über Moral, Werte, Ordnung. Sah Bayern München schon lange nicht mehr als normalen Fußballverein, er sah im FCB ein erfolgreiches Wirtschaftsunternehmen. Ist der FC Bayern München ja auch. Wir reden ja hier vom Fußballbusiness. Es geht um viel Geld. Sehr viel Geld. Hohe Summen. Unglaublich hohe Summen. Vielleicht stört da manchmal gar der sentimentale Fan.

Ich bin jedenfalls traurig. Auch zu Teilen sprachlos. Ratlos. Tief durchatmen.

Nachdenkenswert #170

,,93 Vereine konkurrieren fortan in 5 Ligen um groteske 3 Aufstiegsplätze in die Bedeutsamkeit: Was für Millionen Zuschauer der Sportschau ab 18 Uhr ein nettes Aufwärmprogramm ist, war hinsichtlich dieser Kommerzialisierung der Sargnagel für zahlreiche Traditionsvereine. Preußen Münster hat den Absprung geschafft und lebt. Carl-Zeiss Jena, TuS Koblenz, Rot-Weiß Oberhausen, Eintracht Trier und Rot-Weiss Essen sind mausetot. Oder hört noch jemand ihre Stimmen, und wie sie singen, oh wie schön das alles ist?”

     Søren Feyerabend, Spiritus Rector von kabinentraktate.wordpress.com

     im lesenswerten Text Die Stadt der Lichter und Lenker

Der Fall Oscar Pistorius

Ich habe lange überlegt ob ich etwas zu Oscar Pistorius und dem tragischen Geschehen in der Nacht zum Valentinstag schreibe. Es ist die letzten Tage viel geschrieben und gesendet worden zu dem Kriminalfall. Schuldig oder nicht schuldig? Manches deutet auf einen Mord im Affekt hin. Das Model Reeva Steenkamp weilt nicht mehr unter den Lebenden. Oscar Pistorius wird der Tat verdächtigt. Der Sportler und das Model – Reeva Steenkamp war die Freundin von Oscar Pistorius. Ein Stoff für einen Hollywood-Film. Alle Puzzleteile für eine atemberaubende Story auf der Leinwand scheinen vorhanden.

Medienstar der Paralympics

Der Südafrikaner war der Medienstar der Paralympics. Er sorgte für aufmerksamkeitserheischende Schlagzeilen. Seine Sponsorverträge waren gut dotiert. Nike hatte ihn unter Vertrag. Der amerikanische Sportartikelhersteller setzte das Vertragspapier nach der Verhaftung von Oscar Pistorius aus. Die französische Kosmetikfirma Clarins verzichtet ab sofort auf die Werbung mit dem Olympiasieger. In den südafrikanischen Städten entfernten die Menschen die Plakate vom einstigen Idol von den Häuserwänden. Ein schneller Sturz vom Denkmalsockel.

Körper-Normalität des Models und Pistorius Kaution von 85.000 EURO

In der FAZ hat sich Hans Ulrich Gumprecht der Personalie Pistorius angenommen. Gumbrecht ist 1948 in Würzburg geboren, Professor für Literatur an der Stanford University und amerikanischer Staatsbürger. Er schreibt in seinem bemerkenswerten Artikel unter anderen:

,,Der Status des gewaltsamen Tods seiner Freundin als Kasus wird nun dadurch unterstrichen, dass Reeva Steenkamp ein Model war (ein mehr oder weniger berühmtes Model zu Lebzeiten, aber das wahrscheinlich weltweit berühmteste Model nach ihrem Ableben). Denn der Begriff des “Models” steht ja für eine Körper-Normalität, die angesichts ihrer Vollkommenheit in scheinende Körper-Normativität umschlägt. Auf den gemeinsamen Photographien präsentierte sich Oscar Pistorius immer wieder als das männliche Äquivalent von Reeve Steenkamps scheinender physischer Normativität.”

Seit gestern ist Oscar Pistorius gegen Kaution von umgerechnet 85.000 Euro wieder in Freiheit. Steffen Wurzel, ARD-Hörfunkstudio Johannesburg, schreibt auf tagesschau.de unter dem Titel Reich, berühmt – und auf Kaution frei auch über die Reaktion auf die Freilassung bis zum Prozess im Juni.

,,Er habe es kommen sehen, sagt der 42-jährige Stanley aus der Innenstadt von Johannesburg. “Erstens, weil Pistorius extra einen PR-Experten aus Großbritannien hat einfliegen lassen.” Zweitens habe Pistorius ein Team aus exzellenten Verteidigern. “Einer, der 500.000 Euro im Jahr verdient, kann doch machen was er will. Wäre das einer ohne Geld gewesen, wäre er nie im Leben auf Kaution rausgekommen”, wettet Stanley.”

Der Fall Oscar Pistorius wird nicht so schnell zu den Akten gelegt werden können.

Nachdenkenswert #160

,,ARD und ZDF betrachten sich noch immer als Konkurrenten. Tatsächlich aber sind sie Bruder und Schwester, finanziert von den Eltern Gebührenzahlern. Wir brauchen keinen Wettlauf um Übertragungsrechte im Fußball, keine Doppelübertragungen bei königlichen Hochzeiten und auch nicht zwei Sender bei Sportgroßereignissen.”

        Johannes Beermann, CDU, Chef der Sächsischen Staatskanzlei, im stern

Fußball im Kopf des Hörers

Ich mag nach wie vor die Fußballreportage aus dem Radio. Die gut gemachte. In meiner Jugend habe ich oft die Radiokonferenz gehört oder Einzelübertragungen von Europapokalspielen in klangvollen Städten aus England, Schottland, Italien, Frankreich oder Spanien. Radio ist auch im Jahr 2012 noch nicht out. Meine Liebste sagt zu dem Thema gerne:

,,Im Radio kommt ein Fußballspiel viel spannender rüber wie im Fernsehen. Es passiert mehr.”

Ein guter Radioreporter kann den Hörer in fast jeder Spielszene wirklich mit seiner Stimme in Hochspannung versetzen und die Atmosphäre im Strafraum nach einer Flanke zelebrieren. Es entstehen Bilder im Kopf des Hörers. Hörfunkjournalist Holger Senzel hat in seinem Buch “Arschtritt”: – Mein Weg aus der Depression zurück ins Leben eine solche Sequenz beschrieben:

,,Michael Ballack kann verletzungsbedingt schon wieder nicht spielen. Der BBC-Reporter verbirgt die Häme über das deutsche Weichei kaum. Fußball im Radio hat einen besonderen Zauber – und ich bin voller Bewunderung für die Reporter, die 90 Minuten ununterbrochen reden müssen, weil da kein Bild ist, das man mal einen Augenblick lang unkommentiert stehen lassen könnte. Die mit ihren plastischen Schilderungen dieses Bild erst in meinem Kopf entstehen lassen.”

Holger Senzel war London-Korrespondent für die ARD und lebt heute in Hamburg. Seine neue berufliche Heimat ist der NDR.

Sport am Bodensee: Interboot wirft seine Schatten auf den 2. Bavaria Charity Cup 2013 voraus

Hier am Bodensee gibt sich in Friedrichshafen eine interessante Messe nach der anderen den Staffelstab in die Hand. Erst die OutDoor 2012 (siehe auch den Bericht im Handelsblatt). Eine Branchenmesse auf der immer wieder intensiven Suche nach neuen Trends und Umsätzen für alle Outdoorfreunde. Kürzlich die renommierte 21. Eurobike 2012 mit namhafter Radprominenz wie Sabine Spitz, Danny MacAskill oder Jan Ullrich. Jetzt die Interboot. Bodensee und Boot, diese Assoziation wird hier mit Begeisterung gelebt. Gratis die grandiose Bergkulisse dazu.

Das Jahr 2013 wirft bereits seine Schatten voraus. Die Zukunft ist auf der Interboot selbstverständlich auch ein Thema. Der 2. Bavaria Charity Cup 2013 wird vorbereitet. Mit an Bord auch der eine oder andere Fernsehstar. Für alle Interessierten hier die Pressemitteilung aus Friedrichshafen:

PRESSEMITTEILUNG

BAVARIA Yachtbau, die Wassersportmesse INTERBOOT und das Match Center Germany stellen das Programm für den BAVARIA CHARITY CUP 2013 vor.

Deutsche TV Stars segeln 2013 zwei Regatten des BAVARIA Charity-Cups.

Sonne, blaues Meer, guter Wind und tolle Segelyachten – auch 2013 veranstaltet BAVARIA seinen Charity-Cup und mitsegeln wird wieder das BAVARIA Charity Yachtrace Team mit deutschen TV-Stars wie Christoph M. Ohrt, Dieter Landuris, Denise Zich, Daniela Ziegler und Johannes Brandrup. Das Charity Yachtrace Team wird 2013 weitere Film- und Fernsehschauspieler als Mitglieder begrüßen. Die INTERBOOT und das Match Center Germany unterstützen 2013 als Partner und Sponsor den Cup.

Nach einer erfolgreichen ersten Saison wird das BAVARIA Charity Yachtrace Team auch 2013 den Gedanken „Charity“ auf das Meer und erstmalig auch auf den Bodensee tragen. Zehn deutsche TV-Stars segelten 2012 in der Bucht von Palma de Mallorca erfolgreich gegen Teilnehmeryachten aller Klassen beim José Carreras International Yacht Race um den BA­VARIA Charity-Cup und belegten die Plätze fünf, sechs, acht und zwölf.

Der Cup wurde erstmalig im Rahmen der ARD José Carreras Gala ausgerufen und am 29. Juli 2012 mit dem José Carreras International Yachtrace gestartet. „Wir haben hart dafür gearbe­itet und sind gespannt auf unsere erste Regatta – bei uns gilt der Olympische Gedanke, mehr ist wahrscheinlich auch nicht drin!“ sagte Christoph M. Ohrt, der auf einer BAVARIA CRUISER 50 des deutschen Yachtbauers startete und nach vier Tagen Segeln Fünfter wurde.

Für 2013 plant der deutsche Yachtbauer ein zusätzliches Rennen im Rahmen des Match Race Germany in Langenargen am Bodensee, sowie als großes Finale eine Regatta vor Palma de Mallorca.

Das eigens für den Cup gegründete BAVARIA Charity Yachtrace Team wird 2013 deutlich aufgestockt, unter anderem durch die Schauspieler Götz Schubert, Ursula Buschhorn, Simon Licht, Lara Joy Körner, den Regisseur Stephan Wagner und weitere Top-Künstlern der deutschen Film- und Fernsehlandschaft.

Der BAVARIA Charity-Cup ist eine Regatta für Segelboote aller Klassen. Der Yachtbauer aus Giebelstadt möchte als Initiator und Veranstalter des Charity-Cups wohltätige Stiftungen und Organisationen unterstützen und als größter Yachthersteller Deutschlands den Gedanken „Charity“ auf die Meere tragen. 

-Ende.

Eishockey: Pat Cortina kennt keine leichte Vorbereitung

Die Spatzen pfiffen es bereits von den Dächern. Er kommt. Jetzt. Die Rede ist von Pat Cortina. Neuer Coach der deutschen Eishockey-Nationalmannschaft. Sein Verein EHC Red Bull München heißt die Doppelfunktion, Vereinstrainer und Verantwortlicher neuer Bundestrainer, für gut. Der Daumen ist nach oben gerichtet. Manager Christian Winkler in der tz vor der Ratifizierung des Vertrags:

,,Die Nationalmannschaft ist die wichtigste Mannschaft Deutschlands. Für den EHC wäre es eine Große Ehre, den Bundestrainer zu stellen.”

Na denn. Pat Cortina übernimmt das Amt vom glücklosen Jakob Koelliker. Das schweizer Experiment war gescheitert. Auch Eishockey in Deutschland ist ein Ergebnisspiel. Der neue Bundestrainer gilt als harter Hund. Cortina ist für eine intensive körperliche Vorbereitung seiner Teams bekannt. Da machte auch der Sommer 2012 keine Ausnahme. Eishockeytrainer Pat Cortina mit einem Statement in der tz:

,,Ich bin jetzt seit 24 Jahren im Geschäft – jedes Jahr gibt es diese Beschwerden. Ich glaube, ich höre auf mit meiner Arbeit, sobald jemand sagt, eine Vorbereitung bei mir wäre leicht. Zusammen mit Fitnesstrainer Daniel Müller haben wir gute Sachen gemacht.”

Die Vita von Pat Cortina weist unter anderen den Aufstieg von Ungarn in die A-Gruppe und das hochhieven vom EHC in die oberste deutsche Eishockey-Spielklasse auf. Ihm wird ein gutes Händchen bei der Förderung junger Spieler und ein ausgeprägter Gerechtigkeitssinn nachgesagt. Mit der Verpflichtung zum Bundestrainer richten sich die Augen auch auf die olympischen Winterspiele 2014 in Sotschi. Pat Cortina wird den Spruch des einstigen Bundescoach Uwe Krupp kennen:

,,Schulterklopfen ist nur 50 Zentimeter von einem Tritt in den Hintern entfernt, du bist immer nur so gut wie dein letztes Turnier.”

Tief durchatmen. In Kürze steht der Deutschland Cup 2012 in München an. Cortina wird dort sein erstes Turnierecho als neuer Bundestrainer bekommen.

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Nadine Kleinert vervollständigt die Medaillensammlung in der Vitrine und Jan Ullrich bloggt auf Eurosport

Im Schatten des Scheiterns von Übungsleiter Löw und seiner betreuten Mannschaft sind die Leichtathletik-Europameisterschaften in Helsinki gestartet. Nadine Kleinert zeigt jenen Siegeswillen den die Fußballer vermissen ließen. Im Interview auf leichtathletik.de sagt sie zu Ihrer Gefühlslage:

,,Ich strahle mittlerweile heller als die Sonne. Ich kann es einfach nicht fassen. Das hat man, glaube ich, auch nach dem letzten Versuch gesehen. Mir ist soviel durch den Kopf gegangen. Das war der fünfte Anlauf bei Europameisterschaften. Ich musste 36 Jahre alt werden, um das endlich mal zu erreichen. Ich habe jetzt alle Medaillen, die ein Athlet gewinnen kann, in meiner Vitrine. Darauf bin ich so stolz. Das schaffen nicht so viele.”

Nun, die Magdeburgerin erzielte 19,18 Meter im Kugelstoßen und krönte somit eine lange Laufbahn. Glückwunsch an Nadine Kleinert. Die Weite war ihr dabei egal. Was zählte war der Sieg. Ihr Wille Gold in Helsinki zu holen und in die Geschichtsbücher der Leichtathletik Einzug zu halten.

Warum kriegt die Truppe von Übungsleiter Löw eigentlich nicht diesen unbändigen Siegeswillen hin? Liegt es an der Stromlinienförmigkeit des Teams? Dem nicht zulassen von eckigen und kantigen Charakteren? Es werde Sommerpause. Zeit das sich was dreht.

Derweil startet die Tour de France, auch Höllentour genannt, dieses Wochenende. ARD und ZDF sind nicht dabei. Beide Sender ohne Live-Bilder. Die Tour gibt es bei Eurosport zu sehen. Was macht eigentlich Jan Ullrich? Einstiger Liebling von ARD und ZDF sowie vieler Deutschen. Eurosport hat im Netz einen kleinen Blog mit dem ehemaligen Tour de France Sieger aufgelegt. Mal sehen wie sich die Schreibfrequenz vom Wahlschweizer entwickelt.

Biathlon-WM in Ruhpolding 2012: Magdalena Neuner Spiele?

Biathlon taucht heute hier im Blog nicht zur Premiere auf. Am 12. Februar 2010 wagte ich einen kleinen Rückblick auf die olympischen Winterspiele in Innsbruck 1976. Sie waren meine ersten intensiv medial erlebten Wintersportkämpfe. Dabei nutzte ich weder ARD noch ZDF. Es gab damals noch einen anderen deutschen sportaffinen Sender (im Laborversuch DDR) mit einem Faible für Sport im Schnee. Biathlon war noch sehr überschaubar:

,,Das heutige aufgeblähte Programm an Biathlon Wettkämpfen kam in sehr asketischer Form 1976 mit zwei Wettbewerben aus. Die Männer durften über 20 Kilometer und in der 4 x 7,5 km Staffel ihre Kräfte messen. Frauen mit dem Gewehr auf dem Rücken hatten gar keine Wettkämpfe.

Die UdSSR und die DDR belegten vor den USA die Plätze 1 und 2 in der Medaillenwertung. Auf Platz 5 kam die Bundesrepublik Deutschland. Die zwei erstgenannten Nationen gibt es heute auf der politischen Landkarte nicht mehr.”

 Nun, jetzt schreiben wir das Jahr 2012. Wintersport hat sich auch medial gemausert. Die öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten ARD und ZDF zelebrieren seit Jahren Biathlon in der intensiven Dosis. Manch einer spricht gar von Überdosis.  Christian Spiller zog kürzlich auf Zeit Online in einem TV-Experiment Bilanz. Seine Einleitungsworte des Textes Nach 15 Stunden Wintersport schlief ich ein hatten diesen Rhytmus:

,,Der Kühlschrank ist voll, das Handy aus, die Heizung auch, Besucher werden abgewimmelt. 15 Stunden wird das ZDF an diesem Wochenende Wintersport übertragen. Ich werde die ganze Zeit vor dem Fernseher sitzen, fokussiert wie ein Biathlet am Schießstand. Weil ich die knapp zwei Millionen Zuschauer verstehen möchte, die jedes Wochenende einschalten, acht Stunden pro Tag und der ARD und dem ZDF Traumquoten verschaffen. Und weil die Fußball-Bundesliga Winterpause macht.”

Im Blickpunkt seit Jahren auch die Wettkämpfe der Frauen mit dem Gewehr auf dem Rücken. Es gibt unzählige Geschichten, Bilder, Interviews, Werbebotschaften (von Bankzertifikaten bis zur Wolle) etc. über und von Magdalena Neuner. Der Star einer einstigen Randsportart.

Die WM in Ruhpolding 2012 (hier geht es zur offiziellen Website) soll der Schlußstrich unter ihre Laufbahn sein. Vielleicht werden es Magdalena Neuner Spiele. Sechs Medaillen in sechs Wettbewerben sollen es am Ende der Medaillenjagd bei der heimischen WM sein. Die Medien werden sich festbeißen an der Personalie Neuner. Wer noch keine Substratsättigung zu verzeichnen hat, mag vielleicht auch noch ein wenig im Interview “Ich bin nicht nur die kleine süße Lena” auf Welt Online stöbern.

Magdalena Neuner hat noch nie eine Heim-WM bestritten. Die Erwartungen der Zuschauer vor Ort und an den Fernsehgeräten sind hoch. Dabei hat keiner einen Anspruch darauf enttäuscht zu sein, wenn es dann doch nicht nur die insgeheim erhofften goldenen Medaillen geben sollte.  Die Welt würde sich weiterdrehen, die Sonne weiter täglich aufgehen. Also ganz entspannt der Dinge entgegensehen.

Update: Das Sportportal Spox kann sich dem Phänomen Neuner auch nicht entziehen. Dabei wird auch nach links und rechts geschaut. Die Kultseite hat sich elf Kandidaten der Damen- und Herrenkonkurrenz vorgenommen: Die Biathlon-WM Ruhpolding 2012 im Spox Medaillencheck. Wird Ruhpolding zur großen Neuner-Show? Schaun mer mal!