Vishy Anand gewinnt London Classic 2014

Das London Classic 2014 ist auch bereits wieder Geschichte. Wie schrieb ich am 9. Dezember, einen Tag vor Beginn des renommierten Schachturniers in der englischen Metropole:

,,Vishy Anand, stellt sich nach dem WM-Kampf in Sotschi gegen Carlsen. Ein abtauchen kam für ihn nicht in Frage. Es wird interessant werden ob er den Spannungsbogen nach dem Match im November aufrechterhalten konnte. Viswanathan Anand wirkte auf mich mental und körperlich im olympischen Medienzentrum in Sotschi wesentlich stärker wie mit dem psychologischen Rucksack vor eigenem Publikum in Chennai 2013. Gereicht hat es am Ende trotzdem nicht gegen einen nervenstarken Norweger. Jetzt wäre ihm ein guter Jahresabschluss in London zu wünschen. Ich mag den mehrfachen Schachweltmeister.”

Der gute Jahresabschluss ist Vishy Anand gelungen. Er gewinnt das London Classic 2014. Herzlichen Glückwunsch. Punktgleich mit Giri und Kramnik. Die höhere Anzahl an gewonnenen Partien mit Schwarz beschert dem Sotschi Protagonisten den Turniersieg. Ein paar Impressionen von London. Eingefangen vom begnadeten Profifotografen Ray-Morris-Hill.

Die akribisch erarbeiteten Fotos von London Chess Classic hat Ray-Morris-Hill mir wieder in altbewährter Form, dankenswerterweise zur Verfügung gestellt. Hier geht es zu seiner Website: www.rmhphoto.eu

Round 5: Anish Giri vs Vladimir KramnikRound 5: Fabiano Caruana vs Hikaru NakamuraRound 5Round 5: Michael Adams vs Vishy AnandAnish GiriRound 4: Vishy Anand vs Anish GiriRound 4: Hikaru Nakamura vs Michael AdamsRound 3 under wayRound 4

Sport am Bodensee: Schach, Volleyball, Eishockey

Der 3. Advent ist im Sport am Bodensee Terminkalender gut gefüllt. Schach, Volleyball und Eishockey stehen heute auf dem Programm. Die Towerstars haben dabei für gute Stimmung bereits am Freitagabend gesorgt. Durch einen Auswärtssieg nach Penaltyschießen. Frank Enderle, Medienprofi und Pressesprecher der Ravensburg Towerstars, leitet seinen Spielbericht prägnant ein:

,,Mit zwei Punkten nach Penaltyschießen im Gepäck haben die Ravensburg Towerstars die weite Heimreise von Weißwasser nach Ravensburg angetreten. Das Team von Trainer Daniel Naud überzeugte dabei mit einer guten Defensive, einem bärenstarken Torhüter Christian Rohde und den Treffern zu wichtigen Phasen des Spiels.”

Heute warten die Eispiraten Crimmitschau als nächste Aufgabe für das Team von Coach Daniel Naud. Volleyball gibt es auch. Das sich der VfB Friedrichshafen seine 4. Saisonniederlage einhandelt (nach dem verlorenen Auftaktspiel in der Liga gegen Düren und zwei Pleiten in der Champions-League) ist kaum zu erwarten. Diese Woche hatte ich ja dargelegt warum das Pokalspiel vom VfB Friedrichshafen gegen Berlin Recycling kein Festtag für den deutschen Volleyball war. Stichwort dezimierte Volleyball-Bundesliga. Lüneburg hatte aufgrund der Dresdner Turbulenzen diese Woche kein Pokalspiel. Jetzt die Reise zum Bodensee. Ohne despektierlich klingen zu wollen: Zum Heimsieg gegen den heutigen Kontrahenten SVG Lüneburg gibt es keine Alternative für die Häfler mit Kultcoach Stelian Moculesu.

Der  Schachverein Friedrichshafen hat am Freitag seine Blitz-Vereinsmeisterschaft gehabt. Das Endergebnis auf den Podiumsplätzen sah so aus:

1. Dangelmayer 11,5
2./3. Kalker 9,5
2./3. Schnorrberger 9,5

Herzlichen Glückwunsch nochmals an den Blitzmeister Frank Dangelmayer.

Sport am Bodensee Terminkalender

14.12.2014 Schach: Schachclub Tettnang 1 – Schachverein Friedrichshafen 1 ab 09.00 Uhr

14.12.2014 Volleyball: Volley YoungStars – TSV Grafing ab 14.00 Uhr

14.12.2014 Volleyball: VfB Friedrichshafen – SVG Lüneburg ab 18.00 Uhr

14.12.2014 Eishockey: Ravensburg Towerstars – Eispiraten Crimmitschau ab 18.30 Uhr

19.12.2014 Handball: Alpla HC Hard – HSG Bärnbach/Köflach ab 19.00 Uhr

19.12.2014 Schach: Wichtel-Turnier mit Buffet beim Schachverein Friedrichshafen ab 19.30 Uhr

20.12.2014 Kiss –  Kindersportschule: Vorweihnachtliches Sportprogramm in der Graf Soden Realschulturnhalle in Friedrichshafen zwischen 10 – 12 Uhr und 14 – 16 Uhr

20.12.2014 Basketball: TV Konstanz – Ratiopharm Ulm ab 18.00 Uhr

21.12.2014 Eishockey: EV Lindau – EC Pfaffenhofen ab 17.30 Uhr

21.12.2014 Volleyball: VfB Friedrichshafen – VSG Coburg / Grub ab 18.00 Uhr

21.12.2014 Eishockey: Ravensburg Towerstars – ESV Kaufbeuren ab 18.30 Uhr

23.12.2014 Eishockey: Ravensburg Towerstars – Heilbronner Falken ab 20.00 Uhr

28.12.2014 Eishockey: EV Lindau – EHC 80 Nürnberg ab 17.30 Uhr

28.12.2014 Eishockey: Ravensburg Towerstars – Bietigheim Steelers ab 18.30 Uhr 

30.12.2014 Eishockey: Ravensburg Towerstars – EC Bad Nauheim ab 20.00 Uhr

Nachdenkenswert #261

,,Eine Initiative, sich mit der Region München für die Olympischen Winterspiele 2022 zu bewerben, scheiterte allerdings schon im letzten Jahr am Widerstand der Bevölkerung. In einer Befragung sprachen sich über 50 % in allen beteiligten Gemeinden gegen die Bewerbung aus. Diese wurde dann auch zurückgezogen, beziehungsweise nicht eingereicht. Anscheinend glaubt man im DOSB mit einer Bewerbung um die Sommerolympiade mehr Rückhalt in der Bevölkerung zu finden. Ob man sich in Berlin und Hamburg angesichts der dort vorhandenen Bauruinen Flughafen BER und Elbphilharmonie über eine neue Großbaustelle freuen wird, ist aber eher fraglich.”

André Schulz, seit 1991 bei ChessBase, seit 1997 der verantwortliche Chefredakteur der deutschsprachigen ChessBase Schachnachrichten-Seite, mit einem intensiven Rückblick auf die Mitgliederversammlung vom DOSB in Dresden in seinem bemerkenswerten Artikel Schach bleibt förderungswürdig, sieht die Bewerbungsaktivitäten in puncto olympische Sommerspiele Berlin oder Hamburg nicht euphorisch sondern eher kritisch.

Warum das Pokalspiel VfB Friedrichshafen gegen Berlin Recycling Volleys kein Festtag für den deutschen Volleyball ist

Es hätte ein Festtag werden können. Das Pokalspiel vom VfB Friedrichshafen gegen den Erzrivalen Berlin Recycling Volleys. Das Duell Pokalsieger gegen Meister der Saison 2013/2014. Ein Highlight in der ZF Arena. Ein Dauerbrenner. Zwei charismatische Trainer. Teams mit Leidenschaft, Einsatzwillen und Können. Gute Spielerkader. Doch der Deutsche Volleyball wird nach dem Rückzug von Generali Haching erneut durchgeschüttelt mit einer mehr wie traurigen Nachricht. Die Volleyball-Bundesliga hat einen Teilnehmer weniger. Vergangene Woche gab es die Nachricht aus Dresden vom Gang zum Insolvenzgericht. Diese Woche dann der Lizenzentzug. Das für gestern geplante Pokalspiel gegen die SVG Lüneburg fand nicht statt. Am Samstag war VC Dresden gar nur mit 5 Spielern gegen Düren semiprofessionell bereit um Punkte zu kämpfen. Das Spiel wurde abgesagt und mit 3:0 für Düren gewertet. Eine Geldstrafe gab es obendrauf. Schlagzeilen wie Die Volleyball-Bundesliga hat dem insolventen Herren-Team des VC Dresden die … machten die Runde. Die Elbstädter waren diese Saison unter dem Namen Cloud&Heat Volley Dresden in die Volleyball-Bundesliga gestartet. Tief durchatmen.

Nein, da mag nicht so richtig Freude auf das heutige Spiel VfB Friedrichshafen gegen Berlin Recycling Volleys aufkommen. Sollte nicht alles besser werden in der neuen Saison? Hatte die Volleyball-Bundesliga nicht einen Masterplan? Sollte der Aufwind der Nationalmannschaft und ihr 3. Platz von der WM in Polen nicht auch einen frischen Luftzug in den Ligabetrieb bringen? Trotz der Tatsache, dass ein Großteil der Nationalspieler in ausländischen Ligen spielt.

Dabei ist Volleyball eine faszinierende Sportart. Es ist eine Hallensportart. Wetterunabhängig. Es gibt keine müden 0:0 Ergebnisse wie bei manchen Fußballkick. Wie die Männer sich vom Hallenparkett abheben, fast schwerelos, scheinbar in der Luft stehen können, ihre athletischen Körper am Netz zur Geltung bringen, Satzrückstände von 0:2 in 3:2 Erfolge umwandeln, wie kürzlich beim Ligaspiel zwischen den Häflern und Berlinern passiert, dies alles macht Volleyball so spannend. So atemberaubend. So schön.

Also auf geht´s.

Sport am Bodensee Terminkalender

11.12.2014 Volleyball: VfB Friedrichshafen – Berlin Recycling Volleys ab 20.00 Uhr

12.12.2014 Schach: Blitz-Vereinsmeisterschaft Schachverein Friedrichshafen ab 19.30 Uhr

12.12.2014 Motorsport: ZF Race Reporter 2014 Abstimmungsdeadline

13.12.2014 Kiss –  Kindersportschule: Vorweihnachtliches Sportprogramm in der Graf Soden Realschulturnhalle in Friedrichshafen zwischen 10 – 12 Uhr und 14 – 16 Uhr

13.12.2014 Schach: Oberschwäbische Jugendturnierserie in Bregenz ab 12.45 Uhr

13.12.2014 Handball: Bregenz Handball – Union JURI Leoben ab 19.00 Uhr

13.12.2014 Handball: Kadetten Schaffhausen – HC Kriens-Luzern ab 19.30 Uhr

14.12.2014 Schach: Schachclub Tettnang 1 – Schachverein Friedrichshafen 1 ab 09.00 Uhr

14.12.2014 Volleyball: Volley YoungStars – TSV Grafing ab 14.00 Uhr

14.12.2014 Volleyball: VfB Friedrichshafen – SVG Lüneburg ab 18.00 Uhr

14.12.2014 Eishockey: Ravensburg Towerstars – Eispiraten Crimmitschau ab 18.30 Uhr

19.12.2014 Handball: Alpla HC Hard – HSG Bärnbach/Köflach ab 19.00 Uhr

19.12.2014 Schach: Wichtel-Turnier mit Buffet beim Schachverein Friedrichshafen ab 19.30 Uhr

20.12.2014 Kiss –  Kindersportschule: Vorweihnachtliches Sportprogramm in der Graf Soden Realschulturnhalle in Friedrichshafen zwischen 10 – 12 Uhr und 14 – 16 Uhr

20.12.2014 Basketball: TV Konstanz – Ratiopharm Ulm ab 18.00 Uhr

21.12.2014 Eishockey: EV Lindau – EC Pfaffenhofen ab 17.30 Uhr

21.12.2014 Volleyball: VfB Friedrichshafen – VSG Coburg / Grub ab 18.00 Uhr

21.12.2014 Eishockey: Ravensburg Towerstars – ESV Kaufbeuren ab 18.30 Uhr

23.12.2014 Eishockey: Ravensburg Towerstars – Heilbronner Falken ab 20.00 Uhr

28.12.2014 Eishockey: EV Lindau – EHC 80 Nürnberg ab 17.30 Uhr

28.12.2014 Eishockey: Ravensburg Towerstars – Bietigheim Steelers ab 18.30 Uhr 

30.12.2014 Eishockey: Ravensburg Towerstars – EC Bad Nauheim ab 20.00 Uhr

Sportinsider Interview mit Stefan Kindermann

Schachgroßmeister und Buchautor Stefan Kindermann hat eine bemerkenswerte Laufbahn aufzuweisen. Der am 28. Dezember 1959 in Wien geborene Schachexperte zelebrierte das Königliche Spiel erfolgreich. Sein erster Schachverein war Post SV München. Für Deutschland nahm er im Zeitraum von 1982 bis 1994 an sechs Schacholympiaden teil. Für Österreich spielte er zwei Olympiaden. Mit Bayern München wurde Stefan Kindermann neunfacher deutscher Mannschaftsmeister im Schach. Auch international sorgte der Schachclub aus der bayerischen Landeshauptstadt für Furore. Internationaler Höhepunkt im Mannschaftsschach: 1992 gewann Großmeister Stefan Kindermann mit Bayern München in Solingen den Europapokal.kindermann_stefan_310513_2444-007_b_13x18(1)Foto: Christoph Vohler

Ab 2006 ist Stefan Kindermann Geschäftsführer der Münchener Schachakademie. Im Jahr darauf wurde der Schachenthusiast Stiftungsrat der Münchener Schachstiftung. Er entwickelte das Modell Königsplan mit Professor Robert von Weizsäcker.

Großmeister Stefan Kindermann begleitete die Schach-WM in Sotschi auf dem Onlineportal der Süddeutschen Zeitung mit fachkundigen Video-Kommentaren. Diese Schachexpertise erfreute sich großer Resonanz.

Der Schach-WM Kampf von Sotschi ist bereits wieder Geschichte. Wie schätzen Sie das Duell von Sotschi zwischen dem Weltmeister Magnus Carlsen und seinem Herausforder Viswanathan Anand ein?

Magnus Carlsen war nicht so gut in Form wie im vergangenen Jahr. Anands Formkurve war stärker wie in Chennai. Er konnte letztendlich jedoch den Ausgang nicht verhindern. Carlsen hatte psychologische Vorteile. Die Fehler von Anand in den Partien 2, 6 und 11 hat er nervenstark ausgenutzt.

Zahlreiche Experten hatten vor der Schach-WM 2014 einen noch klareren Erfolg von Carlsen gegen Anand vorhergesagt. Wie war Ihre Prognose?

Es gab von mir keine direkte Prognose in Form eines konkreten Ergebnisses. Die Chancen hatte ich bei der letzten WM mit 80:20 für Carlsen, diesmal mit etwa 70:30 eingeschätzt.

In Norwegen hat das Staatsfernsehen die Schach-WM zwischen Magnus Carlsen und Viswanathan Anand in epischer Länge übertragen. Analog den Übertragungen der deutschen Fußball-Nationalmannschaft im ARD und der ZDF während des Turniers in Brasilien.

Norwegen hat mit Carlsen einen Star im Schach. Diese Situation gibt es in Schachdeutschland nicht. Ohne diesen Star ist Schach als Sport medial schwer zu vermitteln.

Kommen wir zur Münchener Schachakademie. Was war die Motivation der Gründung?

Als Vision und Gründungsidee wollten wir – Roman Krulich, Dijana Dengler, Gerald Hertneck, Ulrich Dir und ich – eine Schachschule auf neuem Niveau etablieren. Einen Gegenpol zu den verräucherten Vereinen schaffen. An dieser Stelle muss unbedingt Roman Krulich, Hauptsponsor und auch Gründer der Münchener Schachstiftung, hervorgehoben werden. Der Immobilienunternehmer hat mit seinem finanziellen Engagement entscheidend zum Erfolg beigetragen. Unsere gemeinsame Vision ist es, über das Medium Schach möglichst vielen Menschen, insbesondere aber Kindern Konzentrationsfähigkeit, Fokus auf eine Sache, spielerische Problemlösung und damit Erfolg und Selbstvertrauen zu vermitteln.

Aktuell war unsere Vorsitzende der Schachstiftung, Frau Dijana Dengler, beim Kongress Chess and Mathemathics in London .

Wie sieht die Situation aktuell in puncto Förderer und Sponsoren der Münchener Schachakademie aus?

Wir fianzieren uns zu 100% über Spenden. Der Kampf um Förderer ist jährlich neu zu führen, denn wir konnten zwar namhafte Organisationen wie z.B. die Robert Bosch Stiftung, die Stadtsparkassenstiftung oder die Brotzeit e.V. als Unterstützer und Partner gewinnen. Doch diese Förderungen sind zumeist zeitlich begrenzt. Deshalb bedarf es im Bereich des Fundraising unglaublich intensiver Arbeit. Jedes Jahr aufs Neue.

Sie haben als aktiver Spieler selbst die erfolgreichen Jahre in der Schachbundesliga bei Bayern München mitgemacht. Befällt Sie beim aktuellen Blick nicht ein wenig Wehmut? Bayern München hat ja vor einigen Jahren das Projekt Basketball aufgelegt. Wünschten Sie sich da nicht insgeheim einen Teil der Gelder für das Schach?

Ja, die Zeit war mit dem damaligen Sponsor und der Unterstützung von Bayern München sehr erfolgreich. Neunmal Meister, mehrfacher Pokalsieg. Dazu der Europapokalsieg 1992. Nach dem der Sponsor nicht mehr da war entschied sich Bayern München die Profimannschaft nicht weiter zu unterstützen. 1994 wäre der richtige Zeitpunkt gewesen sich für ein perspektivisches Engagement mit profesionellen Zuschnitt zu entscheiden. Die Spieler wechselten. Jetzt ist es eine reine Amateurmannschaft. Das ist auch in Ordnung.

Wie sehen Sie die mediale Berichterstattung der Schachbundesliga?

Schach ist als Sport schwer vermittelbar. Wer nicht die Regeln kennt, kann ihm nicht folgen. Wie ein Theaterstück das in fremder Sprache aufgeführt wird. Der Genuss hält sich da in Grenzen. Hier ist intensive Beschäftigung mit der Materie – oder aber ein guter Kommentator als Übersetzer gefragt! In der Schachakademie und Schachstiftung sehen wir Schach als Bildungsgut und Fördermittel. Neben der Arbeit mit Kindern stehen Vorträge und Seminare für Führungskräfte zum Thema ,,Strategien der Schachgroßmeister für Entscheider“ im Fokus. Die Konzepte dafür sind im Strategiemodell Königsplan enthalten.

Blicken wir noch ein wenig zur Schachberichterstattung der großen Medien in Deutschland. Wie schätzen Sie die Präsenz in den großen überregionalen Zeitungen wie Süddeutsche Zeitung und FAZ ein?

Die SZ ist in ihrem Sportteil nicht sonderlich schachaffin. Sehr erfreulich war die Zusammenarbeit mit SZ online – zur WM haben wir mit dem Videoformaten große und sehr positive Resonanz gehabt. Im Alltag hat es Schach in Deutschland in der Berichterstattung zwischen den Weltmeisterschaften schwer. Die nächste WM ist 2016.

Dabei gibt es durchaus positive Ansätze. Ihr Videoformat lief bei der WM gut. Die Printausgabe des Hamburger Nachrichtenmagazin Spiegel verkündete am 18. November 2013 mit stolzgeschwellter Brust von 1,5 Millionen Klicks der 4. Partie zwischen Anand und Carlsen. Zeit Online ist kontinuierlich mit dem Schachblog der Autoren Johannes Fischer, Dennes Abel und Ilja Schneider auch zwischen den Weltmeisterschaften präsent und gut unterwegs.

Das ist gut zu wissen. Muss ich bei der Süddeutschen Zeitung direkt ansprechen.

Wir nähern uns dem Jahresende 2014. Was wünschen Sie sich für die Schachakademie im Jahr 2015?

Weitere Spender für die Stiftung. Die kontinuierliche Unterstützung zum Beispiel durch die Stadtsparkasse München, die Robert Bosch Stiftung. Die Gewinnung von Spendern ist eine mühsame Arbeit. Wir sind froh Münchens OB München Dieter Reiter als Schirmherr der Münchener Schachstiftung gewonnen zu haben. Die Zusammenarbeit wollen wir gerne intensivieren. Auch die Entwicklung des Projekts Königsplan liegt uns sehr am Herzen – wir hoffen auf viele Anfragen zu unseren Vorträgen und Seminaren, um dieses Konzept weiter zu verbreiten.

Herr Kindermann, vielen Dank für das Interview und weiterhin viel Erfolg.

Auf folgenden Webseiten finden sie weitere Informationen:

www.schachstiftung-muenchen.de – Schachstiftung München

www.koenigsplan.com – Projekt Königsplan – Impulsvorträge und Seminare

www.mucschach.de – Münchener Schachakademie

London Chess Classic 2014 mit Anand, Kramnik, Caruana, Giri, Adams und Nakamura

Das Jahr ist noch nicht durch. In London gibt es zum Ausklang eines hochinteressanten  und abwechslungsreichen Schachjahres 2014 nochmals Feinkost. Ein auserlesenes Teilnehmerfeld stellt sich dem Kampf auf den 64 Feldern. Es ist ein Sextett am Start. Schauen wir in die Gesichter, aufmerksam und sensibel vom englischen Profifotografen Ray Morris-Hill mit seiner Kamera festgehalten.

Vishy Anand

Vishy Anand, stellt sich nach dem WM-Kampf in Sotschi gegen Carlsen. Ein abtauchen kam für ihn nicht in Frage. Es wird interessant werden ob er den Spannungsbogen nach dem Match im November aufrechterhalten konnte. Viswanathan Anand wirkte auf mich mental und körperlich im olympischen Medienzentrum in Sotschi wesentlich stärker wie mit dem psychologischen Rucksack vor eigenem Publikum in Chennai 2013. Gereicht hat es am Ende trotzdem nicht gegen einen nervenstarken Norweger. Jetzt wäre ihm ein guter Jahresabschluss in London zu wünschen. Ich mag den mehrfachen Schachweltmeister.

Anish Giri

Anish Gari, ein Talent. Wie stark ist er im direkten Duell mit dem anderen Jungstar? Doch zu Caruana kommen wir gleich. Bleiben wir noch etwas bei Anish Giri. Er wurde in St. Petersburg am 28. Juni 1994 geboren. Mit 20 Jahren ist  er das Nesthäkchen in London. Sein Vater ist nepalesischer Hydrologe. Die Mutter von Giri hat russische Wurzeln. Das Schachtalent spielt für die Niederlande. Ein Schachspieler seines Alters verzichtet selbstverständlich auch nicht auf eine eigene Website.

Fabiano Caruana

Fabiano Caruana ist der andere Jungstar. Er zerlegte in St. Louis Magnus Carlsen. Manch einer der zahlreichen Schachexperten, rief den sympathischen und auf den ersten Blick schüchtern wirkenden Shootingstar bereits zum logischen, kommenden Herausforderer vom norwegischen Schachweltmeister Carlsen aus. In St. Louis beim Sinquefield Cup erreichte er faszinierende 8,5 aus 10. Sein phänomenaler Turniersieg wies einen Abstand von 3 Punkten auf Magnus Carlsen aus. Kann er diese Form in London nur annähernd abrufen wird der Turniersieg nur über ihn gehen.

Vladimir Kramnik

Vorfreude: London Chess Classic 2014 Impressionen von Ray Morris-Hill

Traditionell hat mir der begnadete Profifotograf Ray Morris-Hill wieder Fotos vom London Chess Classic zur Verfügung gestellt. Da sage noch jemand Schachsport wäre nicht zu vermitteln. Auftakt bildete am Wochenende das London Rapidplay. Sieger war Hikaru Nakamura. Am Mittwoch steigt dann das mit Spannung erwartete hochkarätige Rundenturnier. Im Blickpunkt: Super Six. Kramnik, Anand, Caruana, Nakamura, Giri und Adams. Schachkenner schnalzen jetzt schon die Zunge vor Vorfreude.

Ray Morris-Hill seine Website www.rmhphoto.eu

Board 1, Final Round Hikaru Nakamura vs Vishy Anand

Vladimir Kramnik vs Matthew Sadler

The Final Round of the Rapidplay Open is underway

Matthew Sadler vs Hikaru NakamuraHikaru Nakamura hat offensichtlich auch das passende Energie-Getränk für sich gefunden. Das Wochenende war für ihn ja mit dem Sieg beim London Rapidplay ein guter Einstieg in das bevorstehende Turnier. Vom Selbstbewusstsein müsste er eigentlich irgendwann ein WM-Duell mit Carlsen ausfechten. Aber gemach, gemach.