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Sportinsider Interview mit Hans-Jürgen Dörner

Zeitsprung. Wir schreiben das Jahr 1977. Es war nach einem FDGB-Pokalendspiel in Berlin. Dynamo Dresden gewann gegen den 1. FC Lokomotive Leipzig mit 3:2. Abends hörte ich im West-Radio den Rückblick-Kommentar eines Sportreporters auf die Finalpartie. Er lobte den Dresdner Libero und attestierte ihm: -Dieser technisch beschlagene Spieler kann in jeder Mannschaft des Westens spielen-. Zahlreiche Fußballfreunde nannten ihn auch den Beckenbauer des Ostens. Er war ein begnadeter Fußballer und schrieb Geschichte. 100 Länderspiele mit der DDR-Nationalmannschaft, inklusive des sportlichen Höhepunktes bei den olympischen Sommerspielen 1976 in Montreal im atemberaubenden Finale gegen die damalige polnische Weltklassemannschaft. Auch Frankreich mit einem gewissen Michel Platini konnte den Triumph nicht verhindern. Hans-Jürgen Dörner, mit dem Spitznamen Dixie, war dreimaliger DDR-Fußballer des Jahres bei der Wahl der Fachzeitung Die neue Fußballwoche und begeisterte die Fußballfreunde mit zahlreichen exzellenten Partien im Europapokal der Landesmeister. Er war zu seiner aktiven Spielzeit bei Dynamo Dresden bereits eine Legende. Meistertitel und FDGB-Pokalsiege sammelte Hans-Jürgen Dörner mit der DDR-Spitzenmannschaft wie andere Briefmarken oder Münzen. Im Sportinsider Interview gibt der einstige technisch versierte Libero einen Rückblick auf bemerkenswerte Momente seiner langen und erfolgreichen Fußballer-Laufbahn.
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Am 22. Juni 1969 im Magdeburger Ernst-Grube Stadion gaben Sie ihr Länderspieldebüt beim Spiel DDR-Chile. In der 59. Minute wechselte der damalige Trainer Harald Seeger Sie für Henning Frenzel vom 1. FC Lokomotive Leipzig ein. Welche emotionalen Erinnerungen an das Freundschaftspiel sind noch vorhanden?
Es war ein bedeutender Moment für mich, ohne ein Oberligaspiel bestritten zuhaben, das 1.Länderspiel für die DDR zu bestreiten. 
7 Jahre später gab es am 31. Juli 1976 ein denkwürdiges Endspiel bei den olympischen Sommerspielen. Im Fußball traf die DDR gegen die polnische Elf, den WM-Dritten von 1974. Nationaltrainer Georg Buschner peilte mit Ihnen und der Mannschaft die Krönung eines beachtlichen Turnieres an. Auf dem Weg in das Finale mussten der Brasilianner Zico, der Franzose Platini oder Oleg Blochin aus der Sowjetunion die Stärke der DDR-Nationalmannschaft anerkennen. Der Olympiasieg in Montreal 1976 war ein historischer Sieg für die DDR-Nationalmannschaft. Viele Fußballexperten sprachen vom vielleicht besten Spiel der Nationalelf in ihrer Geschichte. Wie sehen Sie dieses Spiel im Rückblick von 37 Jahren?
Die Olympiade 1976 war für mich ein tolles Erlebnis. Das olympische Dorf, die Atmosphäre an sich waren sensationell. Hinzu kamen natürlich die Erfolgsspiele für uns, mit dem Gewinn der Goldmedaille. Das Endspiel gegen Polen war mit Sicherheit eins der besten Länderspiele der Nationalmannschaft.
Mit Dynamo Dresden lieferten Sie unzählige temporeiche Europapokalpartien ab. Die Rolle des Libero interpretierten Sie sehr modern. Oft fehlte nur ein Quentchen zu größeren Erfolgen oder Mannschaften wie der starke FC Liverpool standen im Weg. Aber auch Mannschaften wie der FC Zürich, Austria Wien oder Standard Lüttich versperrten Dynamo den Weg. Welche drei Europapokalpartien blieben für Sie am intensivsten im emotionalen Gedächtnis?
Wir haben in Dresden tolle Europapokalabende erlebt. Es gastierten fast alle europäischen Spitzenmannschaften im Dresdner Stadion und alle hatten es sehr schwer hier zu bestehen. Spiele wie gegen Liverpool, Bayern oder Ajax Amsterdam blieben natürlich extrem in Erinnerung. 
Vor 40 Jahren am 24. Oktober 1973 in München und im Rückspiel am 7. November in Dresden gab es die legendären Spiele gegen Bayern München mit Ihnen in der Mannschaft von Dynamo. Die Mannschaft aus dem Süden der Bundesrepublik war mit Sepp Maier, Franz Beckenbauer, Katsche Schwarzenbeck, Uli Hoeneß und Gerd Müller mit 5 späteren Weltmeistern gespickt. Nach der knappen Hinspielniederlage von 3:4 im Münchener Olympiastadion gab es beim Rückspiel durch Reinhard Häfner in der 56. Minute das 3:2. Dynamo Dresden hatte einen schnellen 0:2 Rückstand durch den Hoeneß Doppelpack in den ersten 13 Minuten zu Hause wettgemacht und wäre nach der Arithmetik der geschossenene Auswärtstore weitergewesen. Dann kam jene 58. Minute. Gerd Müller, der Torschützenkönig der WM 1970 und Rekordschütze der Bayern erzielte für die Lattek-Elf das 3:3. 
Wie nah war Dynamo Dresden damals an der europäischen Spitze dran? In der Runde vorher musste Juventus Turin aus dem Land des damaligen Vizeweltmeisters die Dynamo Überlegenheit in puncto Tempo, Torgefährlichkeit und Kombinationsspiel anerkennen.
Ich denke, wir waren von der europäischen Spitze nicht so weit weg. Uns fehlte die Erfahrung und die nötige Cleverness, die man braucht um solche Spiele auch zu gewinnen. 
Manch Fußballexperte meinte, Dynamo Dresden hat in den guten Europapokaljahren ein Torwart der Weltklasse wie Jürgen Croy gefehlt. Dann wäre mehr möglich gewesen. Wie sehen Sie im Rückblick die Torwartpersonalie. Was fehlte aus Ihrer Sicht für den absoluten Sprung in die europäische Spitze?
Dresden war immer auf der Suche nach guten Fußballspielern. Es gab leider in der DDR keine Vereinswechsel, wie das heute im Fußball üblich ist. Sonst hätten wir uns mit Sicherheit punktuell verstärkt. 
Die renommierte Fußballzeitschrift “Die neue Fußballwoche” zeichnete Sie in den Jahren 1977, 1984 und 1985 als Fußballer des Jahres in der DDR aus. Was war aus Ihrer Sicht das persönlich stärkste Fußballjahr der Laufbahn von Dixie Dörner?
Ich bin stolz darauf, diese Auszeichnung 3 x erhalten zu haben. 1977 wird in Erinnerung bleiben, weil es das 1.Mal war. 1984 und 1985 zeigt eigentlich, das man auch mit über 30 Jahren und der nötigen Erfahrung gute Leistungen bringen kann. 
Welche Fußballer inspirierten Sie bei der Interpretation der modernen Liberorolle?
Es gab viele gute Fußballspieler von denen ich profitiert habe. In erster Linie aber habe ich versucht mein Spiel zu interpretieren. 
Sprung in die neue Zeit. Heute haben Sie eine Fußballschule. Der Name Dixie Dörner ist nach wie vor sehr vielen Fußballfreunden ein Qualitätsbegriff. Ihr Manager Torsten Reitz unterstützt Sie. Wie würden Sie die Zusammenarbeit mit ihm beschreiben. Welche gemeinsamen Ziele und interessante Projekte möchten Sie gerne noch in Angriff nehmen?
Meine eigene Fußballschule besteht nicht mehr. Ich arbeite in der Fußballschule von der SG Dynamo Dresden mit und hoffe, dass die Nachwuchsarbeit dadurch weiter voran kommt. 
Ein Wort zur aktuellen Situation von Dynamo Dresden. Wo sehen Sie den Traditionsverein in 5 Jahren stehen?
Durch kontinuierliche Arbeit kann der Verein sich fest setzen im deutschen Profifußball. Das Potential dafür ist vorhanden. 
Eine Frage zum Abschluss unseres kleinen Interviews: Wie sieht der ideale Tag im Leben von Dixie Dörner aus?
Wie bei anderen Menschen auch, ganz normal.
 
Vielen Dank für das Interview und viel Erfolg, Gesundheit, Freude und noch eine ganze Reihe von schönen Erlebnissen im Fußball.
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Hier geht es zur Website von Hans-Jürgen Dörner: www.dixie-doerner.de

Sportinsider Interview mit Rudi Krafcsik

Bei den olympischen Spielen in London schlugen sich die deutschen Volleyballer sehr achtbar. In einer Zeit wo Basketballer, Handballer oder Fußballer mit der Nichtteilnahme in der englischen Metropole auffielen und damit das Scheinwerferlicht für Volleyball freigaben. Jetzt im Oktober ist die neue Saison für die deutschen Volleyballvereine in der Bundesliga gestartet. Dieses Jahr sind die Häfler die Jäger. Zeit für ein Interview mit dem Fanbeauftragten vom VfB Friedrichshafen. Rudi Krafcsik nennt seine Titelfavoriten, lobt Kulttrainer Stelian Moculescu als außergewöhnlichen Mensch mit enormen Fachwissen und skizziert einen idealen Spieltag aus Sicht des Fanbeauftragten.

sportinsider: Wie schätzen Sie die vergangene Saison mit dem Abstand von einigen Monaten ein?

Rudi Krafcsik: Im großen und ganzen war ich mit dem Verlauf der letzten Saison zufrieden. Die Mannschaft des VfB hat immerhin den Pokal nach FN geholt. In der Meisterschaft bin ich in diesem Jahr wieder zuversichtlicher.

sportinsider: Berlin Recycling Volleys präsentiert sich auffallend selbstbewusst. Wie sehen Sie die Situation in der gerade angelaufenen neuen Saison 2012/2013? Läuft es auf ein Duell der Berliner und Häfler hinaus? Oder können noch andere Teams eingreifen?

Rudi Krafcsik: Das wird mit Sicherheit nicht auf ein Duell Berlin – FN hinauslaufen. Da werden andere noch ein gewichtiges Wörtchen mitreden, z.B. Unterhaching und Düren.

sportinsider: Zuschauerzahlen sind immer wieder ein Thema. Was für Ideen haben Sie für einen größeren Zulauf in die ZF Arena?

Rudi Krafcsik: Die Zuschauerzahlen in der Arena sind mir persönlich viel zu gering. Der VfB versucht alles um einen attraktiven Abend zu gestalten. Die Fans tragen auch dazu einen nicht unerheblichen Teil dazu bei.

sportinsider: Stelian Moculescu ist ein erfolgreicher Kulttrainer. Welche 3 Dinge fallen Ihnen spontan zum Chefcoach ein?

Rudi Krafcsik:

a) Ein Mensch der alles , aber auch wirklich alles über Volleyball weiß.
b) Der beste Trainer den ich mir vorstellen kann.
c) Ein ganz feiner Mensch mit dem ich gerne zusammen bin und das Beste was dem VfB je passieren konnte.

sportinsider: Wie sieht aus Sicht des Fanbeauftragten des VfB Friedrichshafen ein idealer Spieltag aus?

Rudi Krafcsik: Ein idealer Spieltag ist es wenn alles rechtzeitig aufgebaut ist, die Halle zum Brechen gefüllt und ein Sieg der Mannschaft den Abend abrundet. Danach ein gemütliches Bierchen im Kreise der Mannschaft und der Fans.

Sportinsider Interview mit Jens-Erik Rudolph

Es gibt in Deutschland noch Schachbuchverlage mit individueller Note und Liebe zum Detail. Der Jens-Erik Rudolph Verlag ist längst ein Geheimtipp für Freunde des besonderen Schachbuchs.  Im hart umkämpften Buchmarkt hat der Verleger und Schachenthusiast seine erfolgreiche Nische gefunden. Jens-Erik Rudolph gibt im Interview Einblick in die faszinierende Welt der Schachklassiker und seiner Geschichte. Er erzählt von seiner Liebe zu Büchern, der Arbeit am aktuellen Band 10 und hält eine Laudation auf seine persönliche Schachpersönlichkeit der Geschichte.

sportinsider: Herr Rudolph, wie sahen die ersten Eröffnungszüge beim Rudolph-Verlag aus? Welche Intention spielte bei der Gründung des Verlags die entscheidende Rolle?  

Jens-Erik Rudolph: In der Systematik der Schacheröffnungen würde die Gründung meines Verlages vermutlich als unorthodoxe Flügeleröffnung klassifiziert werden. Das Zentrum (sprich den Buchmarkt)habe ich nämlich erst im Mittelspiel meines Berufslebens besetzt. Die vorhergehenden Entwicklungszüge bestanden u.a. in einer kaufmännischen Ausbildung , einem Informatik-Studium, verschiedenen Berufstätigkeiten, einer 30-jährigen aktiven Schachlaufbahn im Verein und exzessivem Bücherkonsum, dem für lange Zeit einzigen Berührungspunkt zu dieser Branche.

Mich interessierte schon immer die Geschichte des Schachspiels. Die kompromisslosen Wettkämpfe der alten Meister faszinieren mich mehr als computergenerierte eröffnungstheoretische Neuerungen im 25. Zuge. Leider sind viele ältere Schachbücher heutzutage vergriffen oder lediglich als fotomechanische Nachdrucke erhältlich . Das Ziel meines Projektes „Schachklassiker”, welches im Zentrum meiner bisherigen Verlagsaktivitäten steht, ist es daher, Meilensteine der Schachliteratur in einem zeitgemäßen Layout verfügbar zu machen. Dies betrifft Dauerbrenner wie Siegbert Tarraschs „Das Schachspiel”, aber auch zu Unrecht in Vergessenheit geratene Werke wie z.B. „Anastasia und das Schachspiel” von Wilhelm Heinse aus dem Jahre 1803.

sportinsider: Was und warum ist Ihr Lieblingsbuch aus dem eigenen Verlagsangebot? 
 

Jens-Erik Rudolph: Mein Favorit ist „Die Meister des Schachbretts” von Richard Réti, ein ganz außergewöhnliches Lehrbuch. Persönlich habe ich in schachlicher Hinsicht aus diesem Buch wohl den größten Nutzen gezogen. Ich kann es heutigen Vereinsspielern nur wärmstens ans Herz legen. Réti konzipierte sein Werk vordergründig als Partiensammlung (von Anderssen bis Aljechin) entwickelte aber gleichzeitig eine Ideengeschichte des Schachspiels. Er hatte nämlich bereits frühzeitig erkannt, dass man sich mit der historischen Fortentwicklung des Schachspiels befassen muss, um zu einem besseren Schachverständnis zu gelangen. In seinen hervorragenden Partiekommentaren widmete er sich vor allem den zugrundeliegenden Plänen und Ideen und vermittelte dem Leser so auf verständliche Weise sein tiefes Wissen.  

sportinsider: Herr Rudolph, wie schätzen Sie den Markt für Schachbücher in Deutschland ein? Wo gibt es Potenziale?  

Jens-Erik Rudolph: Der Markt für Schachbücher ist hart umkämpft. Die Buchverlage konkurrieren dabei nicht nur untereinander, sondern auch mit anderen Medien (z.B. Internet, DVD). Die Kunden sind also in der glücklichen Lage, aus einem sehr vielfältigen Angebot wählen zu können. Für die Zukunft bin ich sehr gespannt, ob die viel diskutierten eBooks nun auch den deutschen Schachbuchmarkt erobern können. Erste Versuche mit diesen Formaten sind bereits zu beobachten. Die Verbreitung der entsprechenden Lesegeräte ist hierzulande aber noch ausbaufähig, so dass eine endgültige Prognose schwerfällt. Mein Verlag ist aber für den Fall der Fälle bereits gut vorbereitet.  

sportinsider: In der Vorweihnachtszeit beginnt das nachdenken über Geschenke. Hier dürfen Sie 10 Gründe nennen warum ein gutes Schachbuch zur Zeit des Schenkens eine gute Idee ist?

Jens-Erik Rudolph: Der zehnte Grund erscheint in diesen Tagen. Mit ,,Mein System” von Aaron Nimzowitsch ,,nullt” die Schachklassiker-Reihe erstmals und die Bandzählung wird somit zweistellig. Die anderen neun Gründe können SIe sich nun vermutlich auch schon denken.

sportinsider: Welche Erwartungen knüpfen Sie an Ihren aktuell erscheinenden Band 10? Erzählen Sie ein wenig über die Entstehungsgeschichte, die investierte Zeit und der Freude an der Arbeit daran.  

Jens-Erik Rudolph: Für das erste kleine Verlagsjubiläum habe ich mir natürlich ein ganz besonderes Werk ausgesucht. „Mein System” von Aaron Nimzowitsch ist eines der erfolgreichsten und meistgelesenen Schachbücher aller Zeiten. Ein wahrer Klassiker, der in meiner Reihe natürlich auf keinen Fall fehlen darf. Mit diesem Lehrbuch haben inzwischen Generationen von Schachspielern ihre Spielstärke gesteigert. Ich muss gestehen, dass ich es selbst erst jetzt bei Arbeit an der Neuausgabe studiert habe. Vielleicht hat mich dieser Mangel auf dem Niveau eines durchschnittlichen Vereinsspielers verharren lassen?! Die anstehenden Mannschaftskämpfe werden zeigen, ob sich die intensive Arbeit mit diesem Standardwerk (für die Erstellung der Neuausgabe habe ich übrigens ungefähr 3 Monate benötigt) auch bei meiner eigenen Spielstärke positiv auswirken wird. 

sportinsider: Welche Buchprojekte sind im Rudolph-Verlag für 2011 angedacht? 

Jens-Erik Rudolph: Die Schachklassiker-Reihe wird natürlich auch in 2011 fortgesetzt werden. Geplant sind ca. 6 weitere Bände pro Jahr. Zunächst wird es die Fortsetzung von ,,Mein System” geben. ,,Die Praxis meines Systems” soll als Band 11 bereits im ersten Quartal 2011 erscheinen. Danach wird voraussichtlich eine Biografie über einen der großen alten Meister — Adolf Anderssen den Schöpfer der sogenannten ,,Unsterblichen Partie” — folgen. Es sollen in 2011 aber auch die ersten ,,neuen” Schachbücher in meinem Verlag erscheinen. Außerdem werde ich vielleicht auch eines meiner nichtschachlichen Steckenpferde in das Verlagsprogramm integrieren.

sportinsider: Wer ist Ihr bedeutendster Schachspieler in der Geschichte des Königlichen Spiels? Wie würde Ihre Laudatio auf Ihn lauten? 

Jens-Erik Rudolph: Als Hobbyspieler möchte ich mir eine solche Einschätzung eigentlich nicht erlauben. Ich denke nicht, dass meine bescheidenen Schachkenntnisse für eine qualifizierte Würdigung der großen Schachdenker hinreichend sind. Ich vertraue in diesem Zusammenhang lieber dem Urteil Bobby Fischers, welcher seinen Landsmann Paul Morphy in seiner Liste der besten Spieler aller Zeiten auf Platz 1 gesetzt hat! Würde Morphy heute leben, so vermutete Fischer, würde er ebenfalls alle Kontrahenten überragen. Ich war von der Lebensgeschichte und dem Spiel Paul Morphys auch schon immer besonders fasziniert. Den ersten Hardcover-Band der Schachklassiker-Reihe habe ich aus diesem Grund auch diesem amerikanischen Schachgenie gewidmet. Morphy war, mit seiner auf schnelle Entwicklung ausgerichteten Spielweise, seiner Zeit meilenweit voraus und den anderen Meisterspielern seiner Zeit haushoch überlegen. Fast alle Kontrahenten, zumindest diejenigen, die sich anzutreten trauten, konnte er in direkten Duellen deutlich besiegen.

sportinsider:  Herr Rudolph ich bedanke mich herzlich für das Interview und wünsche Ihnen weiterhin viel Erfolg.

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Weitere Informationen zum Schachbuchverlag von Jens-Erik Rudolph im Internet gibt es für alle Schachfreunde und Liebhaber des Königlichen Spiels unter:

                              www.schachklassiker.de

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Sportinsider Interview mit Günter Niggemann

Seit 25 Jahren gibt es eine interessante Adresse für alle Schachfreunde . Was einst mit einem kleinen Schachhandel begann hat sich zu einer Erfolgsgeschichte entwickelt. Im Interview gibt Günter Niggemann Einblicke in das Geschäft mit dem Schachversand, erzählt über die Anfänge des Geschäfts und seine spannenden Momente mit Schachbüchern, Schachfiguren sowie Schachcomputern. 

Sportinsider: Herr Niggemann, wie wird man in Deutschland einer der spannendsten Anbieter im Schachversand?

Günter Niggemann: Indem man nicht einhält an sich und seiner Idee zu arbeiten, die Entwicklungen des Marktes genau beobachtet und dabei aber vor allem auch die Wünsche seiner Kunden nicht aus den Augen verliert.

sportinsider: Können Sie kurz die entscheidenden Spielzüge beim Aufbau von Schach Niggemann erklären?

Günter Niggemann: Es begann alles vor gut 25 Jahren mit einem kleinen Schach-Handel. Zu jener Zeit war ich als Vorstandsmitglied der Schachgesellschaft Köln Porz schachlich aktiv und habe u.a. 1983/84 als Turnierleiter das Porz Open organisiert und betreut.

Hinzu kam mein Faible für Schachcomputer, der mir zuvor einige interessante Beratertätigkeiten für die damals größten Schachcomputerhersteller eintrug. Aus der ein oder anderen Enttäuschung über vermeidliche Fehlentscheidungen der Hersteller entwickelte sich dann der Wunsch, die Dinge selbst in die Hand zu nehmen und es auf diese Weise besser zu machen. Den Schwerpunkt sollten eine fachlich kompetente Beratung und die Auswahl geeigneter Schachcomputer für jeden Schachfreund bilden. Mein stetiges Bemühen um den optimalen Service wurde von den Kunden honoriert, das Geschäft wuchs und gedieh. Mit sieben Vollzeit- und bis zu fünf Teilzeitmitarbeitern sind wir heute nicht nur der in Deutschland, sondern in ganz Europa – wahrscheinlich sogar der weltweit – führende Schachvertrieb.

Sportinsider: Was sind Ihre Lieblings-Artikel im Sortiment und warum?

Günter Niggemann: Für ein richtig gutes Buch mit aufwändiger Fadenheftung und Schutzumschlag kann ich mich immer noch begeistern. Der Klassiker „Mein System“ von Aaron Nimzowitsch ist eines meiner Lieblingsbücher. Auch schöne Schachfiguren mag ich sehr, z.B. edle Staunton Figuren die für mich die Nachhaltigkeit wertbeständiger Arbeit versinnbildlichen.

Sportinsider: Wieviel Kunden bedienen Sie im Jahr? Wie groß ist Ihr Kundenstamm?

Günter Niggemann: Gegenwärtig nähern wir uns dem 60.000 Kunden weltweit. In Europa beliefern wir zudem allein ca. sechzig weitere Schachspezialhändler und darüber hinaus auch viele große und kleinere Buchhandlungen. Pro Jahr versenden wir so ca. 17.000 bis 20.000 Pakete in die gesamte Welt.

Sportinsider: Welche Philosophie leben Sie in der Firma Schach Niggemann?  

Günter Niggemann: Grundgedanke ist es, jede Bestellung und Lieferung so zu behandeln, wie wir uns dies selbst als Kunden wünschen und auch erwarten würden. So wird z.B. jeder Artikel vor dem Versand erst noch einmal eingehend auf Qualität, Funktionalität und ordnungsgemäßen Zustand geprüft. Selbstverständlich wissen auch wir, dass dort wo Menschen arbeiten, Fehler nie ganz auszuschließen sind. Daher ist es mindestens genauso wichtig, im Falle berechtigter Reklamationen nicht nur umgehend den ohnehin bestehenden rechtlichen Anspruch auf eine zufriedenstellende Regelung zu erfüllen, sondern jeden Kunden über diese Verpflichtung hinaus auch wirklich zufrieden zustellen, schließlich leben wir auch von der Qualität unserer Kundenbeziehungen.

Sportinsider: Wer ist Ihr Schachspieler in der Geschichte des Königlichen Spiels?

Günter Niggemann: Ganz eindeutig: Vlastimil Hort! Seine schachliche Kompetenz ist herausragend, dazu kommt der ihm innewohnende Schach spielende ‚Schwejk‘ – eine im positiven Sinne verstandene Schlitzohrigkeit. Mit seiner unnachahmliche Art hat er das Schachspiel populär gemacht, versteht er es doch wie kein zweiter, mit unterhaltsamer Gewitztheit, einem überragenden Fundus über die Jahre gesammelter Anekdoten sowie tiefem Schachverständnis, selbst Außenstehenden das Schachspiel anschaulich zu vermitteln. Dieses sichere Wandeln zwischen zwei ganz unterschiedlichen Welten ist einfach faszinierend! Dabei ist Vlastimil Hort über die all die Jahre Mensch geblieben.

sportinsider: Herr Niggemann, wie sehen Sie die Entwicklung im Schach – Stichwort Computer – in den nächsten Jahren?

Günter Niggemann: Das Computerschach hat in den letzten vier Jahrzehnten einen kometenhaften Aufstieg durchlaufen, angefangen von den einfachen Automaten bis schließlich zum Sieg über die stärksten menschlichen Spieler. Konnte aber vor zwanzig Jahren noch von Quantensprüngen in der Entwicklung gesprochen werden, sind diese mittlerweile nicht mehr zu erwarten.

Die meisten der Schachprogramme sind ja schon heute dem Großteil der Menschheit überlegen. Gegen die aktuellen Spitzenprogramme mit Spielstärken von über ELO 3.000 können selbst die besten Spieler der Welt – der derzeitige Weltmeister liegt bei ca. ELO 2.800 – kaum mehr bestehen, so dass der PC mit Schachprogramm als Spielpartner, wenn er in seiner Spielstärke nicht künstlich ‚gebremst‘ wird, nur selten zum Einsatz kommt. Dafür ist er als nahezu unfehlbarer Assistent bei Analysen von Schachpartien und Stellungen nicht mehr wegzudenken.

Sicherlich wird seitens der Softwarehersteller in dieser Richtung weiter an der Qualität und der Spielstärke der Programme gearbeitet, wenn auch der Mensch als Gegner schon lange keine Herausforderung mehr darstellt. Die Programmierer machen sich aber weiter an die Verfeinerung bereits bestehender Ansätze, über kurz oder lang wird vielleicht ein Schwenk zur Künstlichen Intelligenz gelingen. Die ist jedoch alles noch reine Zukunftsmusik. In jedem Fall dürfen wir auf die weiteren Entwicklungen gespannt sein.

sportinsider:  Herr Niggemann ich bedanke mich herzlich für das Interview und wünsche Ihnen weiterhin viel Erfolg.

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Weitere Informationen zu Schach Niggemann im Internet gibt es für alle Schachfreunde und Liebhaber des Königlichen Spiels unter:

www.niggemann.com    und    www.schachversand.de

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Sportinsider Interview mit Martina Berg

In Deutschland erfreut sich Nordic Walking seit Jahren wachsender Beliebtheit. Parks, Seen und Waldwege bieten 365 Tage im Jahr die Möglichkeit sich frei in der Natur zu bewegen.  Im heutigen Interview mit Martina Berg, Nordic Walking Trainerin, gibt es interessante Einblicke in die Technik, das beste Einstiegsalter für die Trendsportart sowie überraschende Erkenntnisse für Männer bei einer Tour mit den Stöcken ins Gebirge.   

sportinsider: Frau Berg, wie wird man in Deutschland Nordic Walking Trainerin?

Martina Berg: Ich habe mir beim Verband der Nordic Walking Schulen (VDNOWAS) eine Schule ausgesucht und mich weiter gebildet. Ich bin seit vielen Jahren im Fitnessstudio gewesen. Bewusst habe ich nach einer sportlichen Bewegung in der Natur Ausschau gehalten. In Herzogenaurach bot dann eine Apotheke Kurse Nordic Walking in Kombination mit Ernährungsberatung an. Ich war beim ersten Nordic Walking Erlebnis sehr begeistert.

sportinsider: Können Sie kurz die entscheidenden Momente der Technik beim Nordic Walking erklären?

Martina Berg: 99% machen es falsch. Der Kick ist die ganze Bewegung des Oberkörpers und die Arme soweit wie möglich nach hinten bewegen, damit die Muskulatur nicht nur vorne die Stöcke spazieren trägt.

sportinsider: Welche Strecken werden absolviert?

Martina Berg: Kurzstrecken von 30 Minuten werden absolviert, wenn die Zeit knapp im Alltag ist. Ansonsten sind mindestens 45 Minuten auf dem Programm. Es dürfen wie beim  BR1-Nordic Walking-Lauf in Landshut mit Rosi Mittermaier und Christian Neureuther auch gerne einmal 15 Km sein. Ich gebe auch am Tegernsee Kurse in landschaftlich reizvoller Kulisse.

sportinsider: Welche Altersgruppen trainieren Sie. Wann sollten Menschen mit Nordic Walking anfangen?

Martina Berg: In der Regel die Altersgruppe ab 40. Der älteste Kursteilnehmer kann auf 78 Lebensjahre zurückblicken. Den Einstieg in das Nordic Walking Training muß letztendlich jeder selbst entscheiden. Auch für Kinder kann Nordic Walking bereits sinnvoll sein. Übergewichtige Schüler werden in der Schule gehänselt, links liegen gelassen, keine Begabung für Bockspringen etc. Mit Nordic Walking Training stellt sich auch für Kinder mit genannten Problemen schnell das verbesserte  Körpergefühl ein.

Ich trainiere 80% Damen. Die Herren der Schöpfung haben manchmal noch Vorurteile gegenüber Nordic Walking. Ich kann da eine kleine Episode aus dem ALDIANA Ferienclub in Tunesien erzählen. Ich war dort Gasttrainerin. 8 Männer um die 40 Jahre spielten dort regelmäßig Tennis und machten die eine oder andere Bemerkung über Nordic Walking. Nun gut. Ich lud die Männer zu einem straffen Training in das nahe gelegene Gebirge ein. Die Gruppe hat nie wieder über Nordic Walking gelächelt.

sportinsider: Welche Philosophie hegen Sie beim Nordic Walking?

Martina Berg: Das schöne an Nordic Walking ist, daß es draußen stattfindet. Natur pur an 365 Tagen im Jahr. Die Jahreszeiten werden sehr intensiv erlebt. Nordic Walking kann überall ausgeführt werden. Auch bei Schnee. Mit den Stöcken im Schnee sich bewegen hinterlässt jedes mal bei mir ein besonderes Glücksgefühl.

sportinsider: Gibt es für Sie wahrnehmbare Spannungen zwischen Joggern und den Anhängern von Nordic Walking?

Martina Berg: Nein, überhaupt nicht. Ich habe bisher keine Probleme verspürt. Einst habe ich Joggen probiert. Ich habe auch eine große Bewunderung für die 42 Km Läufer. Jeder nach seiner Fasson. Für mich fühlt sich Nordic Walking gut an. Es ist meine Passion.

sportinsider: Was empfehlen Sie Interessierten an Nordic Walking? Einen Schnupperkurs?  Ausrüstung leihen oder gleich kaufen?

Martina Berg: Mein Ratschlag: Erstmal ein Schnupperkurs mit 2-3 Trainingseinheiten. Beim Auftakttraining ist man meistens noch verspannt. Ich plädiere für den Anfang für das Ausleihen von Stöcken. Das Thema Schuhe kann besprochen werden. Der Trainer kann wegen der Stöcke und der Schuhe Empfehlungen geben. Bleibt der Interessierte beim Nordic Walking dabei, sollten dann gute Stöcke gekauft werden. Ich persönlich mag die Leki Stöcke und komme damit sehr gut zurecht.    

sportinsider: Vielen Dank, Frau Berg, für dieses Interview. Ich wünsche Ihnen weiterhin viel Erfolg.

Neugierig geworden? Frau Martina Berg ist im Internet unter Ihrer Website www.image50plus.de zu finden.

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Sportinsider Interview mit Chantalle Alberstadt

Das Deutsche Eishockey konnte bei den Olympischen Spielen in Vancouver keinen positiven Beitrag zur Medaillenbilanz beitragen. Dies hatten auch nur die kühnsten Optimisten erwartet. Jedoch war der Auftritt in der Art und Weise einfach ernüchternd. Die Probleme in der hauseigenen DEL sind nicht zu übersehen. Monetäre Schwierigkeiten in Kassel, Krefeld oder Köln bestimmen die Schlagzeilen. Chantalle Alberstadt, Mitinitiatorin der Aktion Spieltag58, ist mit Herzblut Eishockeyfan. Im E-Mail Interview gibt Sie einen Einblick in die Aktion und zieht ein ausführliches Fazit.

Chantalle wie bist Du auf die Idee mit der Aktion Spieltag58 gekommen?                                                                                                                   

Gibst Du ein wenig Einblick in die Entstehungsgeschichte? Wer waren Deine Mitstreiter? Welcher zeitliche Aufwand wurde investiert?

Chantalle Alberstadt: Schon seit einigen Monaten grübeln wir, was in der Deutschen Eishockey Liga alles schief läuft. Die jüngsten Entwicklungen zeigten, dass es mit der Liga immer weiter bergab geht, seien es nun die Finanzprobleme des Kultklubs in Köln, Kassel oder Krefeld. Eishockey bei Olympia hat uns dann erneut vor Augen geführt, was diesen Sport ausmacht, warum wir ihn lieben lernten und dass es das in der DEL schon lange nicht mehr in dieser Intensität gibt.
Die grobe Idee zu der Aktion kam uns dann am 4. März mittags, daher trafen wir uns kurzfristig am Abend zu fünft zum Brainstorming und die Idee für “Spieltag58″ nahm Gestalt an. Wir mussten dem Projekt einen Schlagkräftigen Namen geben ( bei einer Internetadresse wie deutschland-trauert-um-sein-eishockey glüht die Tastatur) und einen Slogan verpassen, der bei den Menschen Interesse weckt, ggf. auch im ersten Moment anstößig aufgenommen wird – damit es sich in die Köpfe einbrennt und zum Denken anregt. Freitags Mittags ging dann die Website, sowie der Flyer online, die wir Nachts noch fertiggestellt hatten, und verbreiteten es in Eishockeyforen. Im adlerfans.de-Forum fand das Ganze sofort so große Akzeptanz, dass beim Heimspiel am gleichen Abend bereits jede Menge Flyer verteilt wurden und darüber diskutiert wurde. In den nächsten Tagen verbreitete sich das Ganze wie ein Lauffeuer in weitere Foren und die Medien fingen an davon zu berichten.
Mitstreiter war quasi jeder, der sich in irgendeiner Form an der Aktion beteiligte. Sei es nun durch schwarze Kleidung am 16./17.03.10, oder durch Verbreitung der Idee.
Wichtig ist hierbei zu erwähnen, dass es keine Aktion von Einzelpersonen war, sondern wir nur den Rahmen dazu mit der Gestaltung der Website, des Flyers und der Verwaltung via Mailadresse gegeben haben. Der Erfolg der Aktion liegt bei der Unterstützung jeder einzelnen Person zu Grunde, die zeigen wollte, dass da etwas falsch läuft.

Welche Erwartungen hattest Du an die Aktion 58? Wie sieht ein erstes Resümee von Deiner Seite aus? Welches Feedback hast Du bisher bekommen?

Chantalle Alberstadt: Unser Ziel war es zu zeigen, dass das Eishockey nicht mehr derart existent ist, wie es sein sollte, und sich an diesem entstandenen Abwärtstrend etwas ändern muss. Wir wollten zu Diskussionen anregen, zur Auseinandersetzung mit den Problemen, die das Deutsche Eishockey hat. Insofern hat die Aktion unsere Erwartungen voll auf erfüllt. Im Vorfeld gab es jede Menge Medien, die Interesse zeigten, und auch Interviews und Stellungnahmen von den Führungspositionen der DEL. Das zeigt, dass die Aktion der Problematik Gehör verschafft hat.
Generell haben wir sehr positives Feedback bekommen. Den Konsens, dass dringend etwas geändert werden muss, gibt es ja nicht erst seit Gestern. Insofern haben sich viele dafür bedankt, dass endlich etwas passiert und nicht von Zuhause aus zugeschaut wird, wie der Sport langsam aber sicher stirbt, weil manche schon lange die Lust verloren haben, in das Stadion zu gehen, das für Jahrzehnte ihr Zuhause war.
Natürlich gab es auch negatives Feedback – einige warfen der Aktion vor nicht konkret genug gewesen zu sein, keine konkreten Forderungen gestellt zu haben. Diesen Schritt hatten wir uns im Vorherein überlegt, denn wir wollten uns nicht als kleine Gruppe anmaßen, für ganz Eishockeydeutschland zu sprechen. Ziel war es, wie schon gesagt, zur Diskussion anzuregen, nicht exakte Forderungen zu stellen – die werden aus den entstandenen Diskussionen von selbst folgen.

Wie geht es weiter? Sind weitere ähnliche Aktionen geplant? Was würdest Du besser machen wollen gegenüber der Premiere in dieser Woche.

Chantalle Alberstadt: Wir werden zunächst einmal genau beobachten, ob sich etwas verändert. Sollte der Verfall des Eishockeys voran schreiten und es die Situation erfordern, wird das nicht die letzte Aktion gewesen sein. Wir haben noch nicht aufgegeben und werden weiter für unser Hobby, unsere Leidenschaft kämpfen.
Falls es somit zu einer weiteren Aktion kommen sollte, wird diese ein wenig längerfristiger geplant sein, damit auch andere Clubs sich besser mit der Aktion identifizieren können. Eventuell könnte man sich mit Fans aus anderen Vereinen zusammensetzen und das Ganze in eine Richtung planen, dass sich alle damit identifizieren können und ihre ganze Kraft hinein investieren können – aber ob das erforderlich sein wird sehen wir erst, wenn Schritte in die richtige Richtung ausbleiben oder weiterhin von der DEL-Führung proklamiert wird, dass man an XYZ nichts ändern könnte und das in anderen Ligen die selben Probleme seien, anstatt getroffene Entscheidungen selbstkritisch zu hinterfragen.

Wie siehst Du das Thema Fanbeauftragter? Henrike Wöbking schrieb im Kölner Haie Fan-Magazin Haimspiel.de:

,,Es gibt eine „Arbeitsplatzbeschreibung” für Fanbeauftragte in der DEL, die sich auf vier DIN A4 Seiten beläuft. Zuständigkeiten und Aufgabenstellungen sind hier ausführlich definiert. Die Anforderungen an die Fanbeauftragten kann man guten Gewissens als Fulltime-Job bezeichnen, denn der nötige Zeitaufwand übersteigt bei weitem, was neben einer normalen an ehrenamtlicher Arbeit leistbar ist. Langfristig ist die Installation der Fanbeauftragten, so wie es die DEL-Leitung anstrebt, sicher eine gute Sache, aber kurzfristig eben nicht umsetzbar und somit für die Vorbringung der akuten Kritikpunkte derzeit noch keine Option.”

Chantalle Alberstadt: Zunächst einmal finde ich die Position von Fanbeauftragten gut, insofern sie als Bindeglied zwischen “Fans” und dem “Unternehmen DEL” fungiert. Die Probleme der DEL und die verschlossenen Augen der DEL-Führung sind allerdings so eklatant, dass ich Henrike bei ihrem Statement recht geben muss, dass dieser Weg der Kontaktaufnahme zur DEL kurzfristig keinen Lösungsweg darstellen kann.  Wir können hoffen, dass die Installation der Fanbeautragten von langfristigem Erfolg gekrönt sein wird und die Fans sich mit Hilfe dieses Sprachrohrs Aufmerksamkeit verschaffen. Wichtig ist hierbei allerdings, dass alle Beteiligten, sei es der gemeine Fan, der seine Kritikpunkte dem Fanbeauftragten mit auf dem Weg gibt, der Fanbeauftragte, der als Sprachrohr fungiert, oder die DEL-Leitung als Exekutive, die “Institution” ernst nehmen und als Bindeglied sieht.

Was war für Dich das bewegendste Ereignis im Eishockey in der jüngeren Geschichte?

Chantalle Alberstadt: Eigentlich durch Zufall, der Besuch eines Eishockeyspiels in der Schweiz, das ich vorher nur vom Lesen – also so ganz ohne bewegte Bilder kannte. Hier und da ein grober Check, niemand pfeift (weder Fans noch Schiedsrichter) – oder ein leichter Stockschlag wird mit Drücken des Handschuhs ins gegnerische Gesicht direkt gerächt, und weiter geht’s. Der Gegenspieler war eingenordet, es gab nicht mal eine Unterbrechung – und der Schiedsrichter verfolgte das Tun der beiden Akteure sehr genau, es wurde also nicht einfach übersehen. Das macht Spaß, hält das Spiel dynamischer und gibt den Spielern die Möglichkeit körperliche Präsenz zu zeigen. Wenn man lange Zeit schleichend eingelullt wird von Warmwasser-Eishockey, vergisst man wie es war, zumindest blendest du es aus und siehst die Veränderungen in der DEL als unumgehbare, der fortschreitenden Zeit geschuldeten Veränderungen. Du findest dich damit ab – doch dann fährst du 300 Kilometer in den Süden, und hast es wieder. So wird es vielen mit dem nächtlichen Einschalten von ARD und ZDF bei Olympia gegangen sein. Übrigens: Auch die Schweiz spielt nach IIHF-Regeln, die oft in der Argumentation der DEL als Buhmann für viele Strafzeiten herhalten.

Bei welchem Eishockey Großereignis wärst Du gerne als Zuschauer dabei gewesen?

Chantalle Alberstadt: So ganz persönlich: Bei der Meisterschaft der Adler Mannheim im Jahr 1997. Und anschließend dann mit den Massen bei der Meisterfeier in der Stadt.

Eine letzte Frage zum Abschluss darf natürlich nicht fehlen. Wer wird Deutscher Meister 2010 in der schnellsten Mannschafssportart?                          

Chantalle Alberstadt: Die Meisterschaftsfavoriten vor Saisonbeginn wurden von vielen Kennern der Liga festgelegt. Hierunter fielen neben dem aktuellen Deutschen Meister Eisbären Berlin auch die Adler Mannheim, sowie die Düsseldorfer EG. Die Vorrunde nun hinter sich und die ein oder andere Überraschung erlebt, würden die meisten wohl wieder auf die Eisbären tippen, die einen unglaublichen Abstand zum zweiten Platz erkämpfen konnten. Mich hat allerdings besonders der Sprung der Wolfsburger beeindruckt. Die Jungs wirken frisch und hungrig, als hätten sie vor keinem anderen Verein mehr Respekt. Für mich hätten sie die Deutsche Meisterschaft verdient.

Ich bedanke mich recht herzlich für das offene Interview bei Chantalle Alberstadt.

Sportinsider Interview mit Marc Hankmann

Für meine sehr geschätzten Leser habe ich ein Interview mit dem Journalisten Marc Hankmann geführt. Er äußert sich über die Sportberichterstattung, sagt warum er es richtig findet, dass die Fußball WM in Südafrika stattfindet. Marc Hankmann ist sehr sportinteressiert und verrät welches Bild von welchem Weltmeister er im Büro hängen hat und schildert seinen idealen Sporttag. Er betreibt auch einen eigenen Hankmann  Blog.

sportinsider: Marc, Du bist seit Kindesbeinen sehr sportinteressiert. Wie siehst Du die momentane Entwicklung des Leistungssports zwischen Mediendruck und den wirtschaftlichen Erwartungen der Wirtschaft?

Marc Hankmann: Ich glaube, der eigentliche Grund, warum Sport getrieben wird, ganz gleich ob Breiten- oder Hochleistungssport, bleibt mehr und mehr auf der Strecke. Er wird quasi zwischen Mediendruck und wirtschaftlich-politischen Interessen zermalmt. Sport verkommt zur Show.
Warum läuft jemand gegen andere die 100-m-Strecke? Weil er wissen will, wer der Schnellste ist. Er will sich mit anderen Läufern messen. Welchen Sinn macht es da zu betrügen? So erfahre ich ja nicht, ob ich wirklich der Schnellste bin. Externe Einflüsse zerstören den Sport. Sportler dopen, um Reichtum und Ansehen zu erlangen, Funktionäre verwandeln Sportarten in telegene Events. Das Beste an einer Fußball-WM ist immer noch das Fußballspiel und nicht die Eröffnungsfeier, die Interviews oder die TV-Stammtische.

sportinsider:  Wie beurteilst Du die Monokultur der Sportberichterstattung in der Sportschau der ARD? Unter dem Druck der Quote und anderen monetären Erwägungen (Werbung) kommen die Öffentlich-Rechtlichen Ihrem Auftrag einer vielfältigen und in die Breite gehenden Berichterstattung ja nicht richtig nach. Viele Sportarten finden gar nicht statt. Unterklassiger Fußball der 3. Liga wird jedoch gezeigt.

Marc Hankmann: Die Argumentation der ARD ist, dass in den Dritten immer noch jede Menge Sport abseits vom Fußball gezeigt wird. Selbst im Programm des Ersten läuft ja nahezu jeden Samstag eine Live-Sportberichterstattung über mehrere Stunden. Zum Auftrag der Öffentlich-Rechtlichen gehört auch, über das zu berichten, was die Massen interessiert. Ganz allgemein meine ich aber, dass die Öffentlich-Rechtlichen dem Quotendruck zu sehr nachgeben und mutiger in ihrer Programmauswahl sein sollten.
Die Sportschau trägt ihren Namen zu unrecht. Es ist eine Fußballschau, vielleicht sogar eine Fußball-Show. Im Ersten fehlt eine Sportsendung, die wirklich umfassend über Sport berichtet. Das ZDF hat so etwas mit der Sport Reportage. Dabei stellt sich allerdings auch die Frage, ob wirwirklich zwei solcher öffentlich-rechtlicher Formate benötigen.

sportinsider: Wo und wie intensiv informierst Du Dich über die sportlichen Ereignisse und seine Hintergründe und Begleiterscheinungen?

Marc Hankmann: Ich muss zugeben, dass ich mich morgens bei der Zeitungslektüre am längsten mit dem Sportteil auseinandersetze. Da ich als Journalist viel unterwegs bin, kaufe ich mir gerne die Süddeutsche oder die FAZ und informiere mich so über Hintergründe aus der Welt des Sports. Seitdem ich unter hankmann.wordpress.com blogge, durchstöbere ich natürlich auch die Blogs der Kollegen. Absolut klasse finde ich die TV-Sendung “Sport inside”. Die kann ich wirklich nur empfehlen.

sportinsider: Du hast in Deinem Blog über das geplante Comeback von Michael Schumacher geschrieben. Ist die Sehnsucht der Medien nach deutschen Sporthelden nicht auch ein Ausdruck der Erwartungen und Träume des Sportpublikums?

Marc Hankmann: Ich glaube eher, dass die Rückkehr Schumachers die Sehnsüchte der Formel-1-Granden und die der übertragenden Sender wie Sky und RTL erfüllt. Die nächste Generation an deutschen Sporthelden hat sich ja in der Formel 1 bereits mit Vettel und Rosberg angekündigt. Anscheinend brauchen die jungen Fahrer aber zu lange, um die knirschende Maschinerie der Formel 1 wieder in Gang zu bringen.
Natürlich will das Publikum auch seine Helden sehen. Der Sport ist hierfür ideal, insbesondere durch die mediale Verwertung. Allerdings sollten die Medien nicht nur dem hinterher hecheln, von dem sie glauben, dass es das Publikum sehen will. Meiner Meinung nach müssen die Medien auch aufklären. Doch gerade wenn es um Goldmedaillen und Weltmeistertitel geht, wird zu oft lieber verklärt.

sportinsider: Dieses Jahr steht die Fußball WM an. Nach den Ereignissen um den Afrika Cup steht die Veranstaltung in Südafrika stärker im Fokus der Zweifelnden und Bedenkenträger. Der Vorverkauf der Tickets läuft schleppend. Thomas Kistner schrieb in der Süddeutschen Zeitung vom Festival der Freikarten. War es richtig die WM nach Südafrika zu geben?

Marc Hankmann: Ja, auf jeden Fall. Es bestehen zu viele Vorurteile gegenüber dem Kontinent Afrika. Es ist eben ein Kontinent und kein einheitliches Land. 
1992 tobte auf dem Balkan der Krieg, im 2.000 km entfernten Schweden fand aber dennoch gleichzeitig die Fußball-EM statt. Es machte sich keiner Sorgen um die Sicherheit. Im Januar wird in Angola ein Anschlag auf die togolesische Nationalmannschaft verübt und die 2.000 km entfernte WM wird in Frage gestellt.
Die Stadien sind bereits jetzt fertig, übrigens eher als die Arenen zur WM 1990 in Italien fertig gestellt waren, die Infrastruktur steht, Südafrika wird während der WM in einen Überwachungsstaat verwandelt.
Meine Gründe nicht zur WM zu fahren sind die hohen Hotelpreise, nicht aber Sicherheitsbedenken.
Zugegeben, der Vorverkauf der Karten läuft schleppend. Aber man darf das nicht mit der Euphorie von 2006 vergleichen. Auch für die WM in Japan und Südkorea wurden nur wenige tausend Tickets verkauft. Ich hoffe, dass Südafrika die Chance nutzt und mit einigen Vorurteilen gegenüber dem Kontinent aufräumen kann.

sportinsider: Marc, wie sieht Deine ideale mediale Sportlandschaft aus?

Marc Hankmann: Schwere Frage. Ich wünsche mir mehr Hintergrundberichte. Der Kampf gegen Doping muss in den Medien mehr im Mittelpunkt stehen. In vielen Sportarten wurden die Trainer der DDR, die gedopt haben, mir nichts dir nichts von westdeutschen Sportverbänden übernommen, ohne groß nachzufragen, was der- oder diejenige eigentlich im staatlichen Sportregime der DDR getrieben hat. Funktionäre, die so fahrlässig handeln, müssen über die Medien den öffentlichen Druck spüren, die Missbilligung von uns Breitensportlern. Da ich selbst Fußball spiele und während meines Sportstudiums die Fußballtrainer-B-Lizenz erworben habe, wünsche ich mir mehr Fachkompetenz bei Interviews und Analysen. Es ist mehr als offensichtlich, dass auf die platten Fragen der Sportreporter die Plattitüden der Sportler folgen – dem Medientraining sei dank. Wenn jemand eine Flanke in den 16-m-Raum schlägt, brauche ich keinen Kommentator, der mir sagt, dass jetzt jemand eine Flanke in den 16-m-Raum schlägt.

sportinsider: Mit welchen Prominenten würdest Du gerne einmal sporteln gehen?

Marc Hankmann: Also unterhalten würde ich mich gerne mal mit Marco Materazzi. Jemand, der Zinedine Zidane dermaßen beleidigt, dass dieser mit dem Kopf zustößt, muss eine falsche Auffassung seines Sports haben. Das vermute ich übrigens auch bei Fußballern wie Maik Franz, die mit psychischen Spielchen ihr mangelndes Talent wettmachen wollen. Wie sehr sich Maik Franz in seiner Rolle als Bad Boy gefällt, zeigt schon seine Internetadresse: http://www.iron-maik.de. Über ihn habe ich auch in meinem Blog geschrieben.
Mir gefallen eigentlich Sportler, die natürlich rüberkommen wie zum Beispiel Georg Hackl, Kati Witt oder Paul Biedermann. Allerdings betreiben alle drei Sportarten, mit denen ich nichts am Hut habe.
Eiskunstlauf mit Kati Witt? Das wäre die Krönung aller Peinlichkeiten für mich und ein Grauen für jeden, der sich das angucken muss.

sportinsider: Hast Du ein sportliches Idol?

Marc Hankmann: Ich hatte mal das Glück, Horst Eckel persönlich zu treffen. Ein Bild von mir mit dem Weltmeister von 1954 hängt noch in meinem Büro. Ich fand es bewundernswert, wie er den Rummel um seine Person über sich ergehen ließ. Im Gegensatz zu manch anderen aus der 54er-Mannschaft ist Eckel mit beiden Beinen auf dem Boden geblieben. Das gelang nicht alle während ihres Lebens nach 1954.
Aber eigentlich tue ich mich schwer mit Idolen. Kaum ein Sportler besitzt meines Erachtens die Souveränität, die nötig ist, um über all dem Blitzlichtgewitter, den Interviews, den Schmeicheleien und Kritiken zu stehen. Vielleicht ist das auch nur mein Eindruck. Am Mikrofon sind solche Sportler wahrscheinlich weniger zu sehen und zu hören.

sportinsider: Das für Dich bewegendste Ereignis der jüngeren Geschichte?

Marc Hankmann: Die Fußball-WM im eigenen Land. Das waren einfach vier sensationell tolle Wochen. So eine Euphorie und Freude habe ich selten erlebt. Ich glaube, wir Deutsche haben uns als gute Gastgeber erwiesen. Ich habe gehört, dass in einem amerikanischen Reiseführer zur WM gestanden haben soll, dass die Deutschen nicht gerne lachen. Das sollte nun aber wohl der letzte Reiseführer gewesen sein, in dem so ein Quatsch steht.

sportinsider: Welche Sportart würdest Du gerne besser können?

Marc Hankmann: (lachend) Natürlich Fußball. Immerhin versuche ich schon seit meinem achten Lebensjahr in diesem Sport besser zu werden. Aber im Ernst: Eigentlich bewundere ich Schwimmer und Turner, die aus meiner Sicht den am ehesten komplett austrainierten Körper besitzen, sowohl was Ausdauer als auch Kraft anbelangt. Wenn es bedeuten würde, dass ich einen solchen Körper besitzen würde, wenn ich eine Sportart besser könnte, würde ich mich für Schwimmen oder Turnen entscheiden. Unglücklicherweise haben ich zu beiden Sportarten absolut keinen Draht. in der Schule hat mich das 200-m-Warmschwimmen schon immer an die Grenzen meiner Kondition gebracht. Das Dreieck Reck, Schwerkraft und ich, in dem jede Motivation auf Nimmerwiedersehen verloren geht, ist ein Kapitel für sich.

sportinsider: Bei welchem sportlichen Großereignis wärst Du gerne als Zuschauer dabei gewesen?

Marc Hankmann: Ich wäre gerne bei der Handball-WM 2007 als Zuschauer bei den Spielen der deutschen Nationalmannschaft gewesen. Da ich vom Handball nicht viel verstehe und für mich als Fußballer ein 2-Tore-Rückstand schon nahezu uneinholbar ist, bin ich bei den Krimis gegen Spanien und Frankreich vor dem Fernseher tausend Tode gestorben. Bei solchen Herzschlagspielen live dabei zu sein, muss nochmal ein viel größerer Kick sein.

sportinsider: Dein größtes Erfolgserlebnis im Sport?

Marc Hankmann: Wir sind im Jahr 2000 aus der Kreisliga A in die Bezirksliga aufgestiegen. Obwohl wir bis auf drei Unentschieden alle Spiele gewonnen hatten, entschied sich die Meisterschaft erst am drittletzten Spieltag, als wir den eigentlichen Meisterkandidaten 3:2 schlugen. Das eigentlich Tolle daran war aber, dass unser Verein das erste Mal seit 30 Jahren wieder in die Bezirksliga aufstieg und wir den Favoriten, der sich mit viel Geld etliche höherklassige Spieler gekauft hatte, hinter uns ließen. Unsere Truppe bestand aus Spielern, die in der eigenen Jugend groß wurden.

sportinsider: Welche Macke hast Du beim Sport?

Marc Hankmann: Ich habe eigentlich keine besonderen Rituale wie zum Beispiel erst den linken und dann den rechten Schuh anzuziehen oder sich die Sporttasche auf bestimme Art und Weise zu packen. Letzteres wäre bei mir aber sicherlich sinnvoll. Dann würde ich nicht so oft das Handtuch, die Socken oder sonst was vergessen.

sportinsider: Wie sieht der perfekte Sporttag aus?

Marc Hankmann: Morgens ausschlafen, reichhaltig frühstücken, dann in Ruhe die Zeitung lesen, anschließend Sport treiben, danach zu einem Fußballspiel gehen und abends die Zusammenfassung der Bundesliga im Fernsehen schauen. Ich glaube, so könnte ich es im Sommer aushalten. Im Winter würde ich Sport und Fußball durch Skifahren mit anschließendem Aprés Ski ersetzen.

sportinsider: Welche Sportart ist für Dich überflüssig?

Marc Hankmann: Über Eiskunstlauf, Schwimmen und Turnen habe ich mich ja schon ausgelassen, wenngleich ich diese Sportarten nicht für überflüssig halte. Mir erschließt sich allerdings das Gehen nicht so recht. Wenn ich doch eine Strecke möglichst schnell ohne Hilfsmittel überwinden will, dann gehe ich nicht, ich laufe. Genauso gut könnte man beim Schwimmen eine neue Disziplin einführen, bei der man wie ein Hund im Wasser paddeln muss. Also mit der Sportart Gehen habe ich so meine Probleme.

sportinsider: Mit welchem Sportler/in würdest Du gerne einen Tag tauschen?

Marc Hankmann: Mit einem Spieler des FC Bayern München. Mich interessiert, wie hoch die Trainingsbelastung ist, wie sich die Spieler untereinander benehmen, ob es da beim Training genauso zugeht wie in den Kreisligen, wie professionell das ganze Umfeld wirklich ist und welche Termine ein Profifußballer neben dem Training noch wahrnehmen muss. Ich befürchte aber, dass mir als Fan des 1. FC Nürnberg ein Tag bei den Bayern mehr als ausreicht.

Ich bedanke mich recht herzlich für das offene Interview bei Marc Hankmann. Mehr Infos über ihn gibt es bei Xing.

Sportinsider Interview mit Laufsau Marc Bischoff

Marc Bischoff ist bekennender Läufer. Nein. Er ist in Deutschland die Laufsau. Marc Bischoff erhielt bereits den Ritterschlag. Der Journalist Hajo Schumacher sitzt nicht nur gelegentlich bei Maybrit Illner im Fernsehstudio, er hat vor Jahren auf Spiegel Online die Kunstfigur Achim Achilles geschaffen. Seine Leseempfehlung an das deutsche Laufvolk:  ,,Mit seinen Laufabenteuern begeistert Laufsau Marc seit Monaten die Achilles-Community. Jetzt gibt es seine besten Geschichten auch als Buch.”

Ich konnte die Laufsau Marc Bischoff zu einem laufstarken Interview gewinnen. Die eine oder andere lächelnde Laufeinheit war dabei. Los gehts!

sportinsider: Marc wie bist Du auf den Namen laufdusau für Dein Laufblog gekommen?

Marc Bischoff: Mein Wunschname

blogeinesmittvierzigersdersichaufseinealtentageeinbildetermüsse unbedingtnochmaleinenmarathonlaufen.de war zu lang.

Nein, im Ernst: Wenn man bloggt, möchte man natürlich auch gelesen werden. Es lag also nahe, einen plakativen, auffälligen Namen zu wählen. Der Motivationsspruch, mit dem Udo Bölts 1997 Jan Ullrich die Vogesen hinauftrieb, “Quäl dich du Sau”, war die Inspiration dafür. Im Prinzip sagt er in 4 Worten alles aus, was Sport, besonders Leistungssport ausmacht. Und ein bisschen von diesem Glanz wollte ich auf meine bescheidenen Beiträge übertragen. Da wusste ich noch nicht, dass die Tour de France, und besonders Jan Ullrich bald in ganz anderem Lichte glänzen würde, und damit möchte man ja dann lieber nicht in Verbindung gebracht werden. Aber da war es schon zu spät. Im Lauf der Zeit hat sich herauskristallisiert, dass der Name im Internet Gold wert ist. Wer die Laufsau sucht, z.B. über “Laufsau”, oder “Lauf, du Sau!”, der findet mich sofort.

sportinsider: Wie viel Zeit investierst Du wöchentlich in Deine Passion Laufen?

Marc Bischoff: Weniger, als ins Schreiben, befürchte ich. In guten Zeiten drei Stunden, in schlechten eine halbe. Ich glaube, von einer Passion zu sprechen, wäre hier ein bisschen vermessen.

sportinsider: Du hast ein Buch zu Deiner Lauflust unter dem Titel – Lauf, Du Sau! – im AGON Sportverlag veröffentlicht. Wie würdest Du die Zusammenarbeit mit dem Verlagschef Wolfgang  Fuhr skizzieren?

Marc Bischoff: Ohne Wolfgang Fuhr und den AGON Verlag gäbe es dieses Buch schlicht nicht im Buchhandel zu kaufen. Es finden sich zwar Möglichkeiten in Deutschland ein Buch – auch ohne großes finanzielles Risiko und ohne Verlag – selbst zu veröffentlichen, aber das Produkt erreicht in den seltensten Fällen ein größeres Publikum, dazu bedarf es der Infrastruktur eines Verlages und der Verlagsvertreter. Wenn man wirklich das Potential sieht, von einem Buch ein paar tausend Stück zu verkaufen, braucht man auf jeden Fall einen professionellen Verlag. Als neuer Autor ist man natürlich froh um jeden Verlag, der die eigenen Texte zu veröffentlichen bereit ist, aber erst während der Arbeit am Produkt merkt man, wie wichtig eine vertrauensvolle und partnerschaftliche Beziehung zueinander ist. Der Agon Verlag ist klein, aber sehr bemüht und wir haben noch einiges vor. Und wer, neben Laufliteratur, gute Fussballbücher sucht, der sollte sich dort einmal umsehen.

sportinsider: In Deutschland schreibt ja auch der Journalist Hajo Schumacher alias Achim Achilles bei Spiegel Online mit spitzer Feder über die Schmerzen und das Leid beim Laufen. Seid Ihr Euch schon mal persönlich über den Weg gelaufen?

Marc Bischoff: Wir beide haben in Mallorca mal einen sehr netten Abend miteinander verbracht, erst in der Show von Eckhart von Hirschhausen und dann bei einem guten Roten und einem Essen auf der TUI Party. Hajo Schumacher ist ein sehr sympathischer und offener Typ, vielseitig interessiert und mit einem bissigen Humor ausgestattet, eben genauso wie sein Alter Ego Achim Achilles. Ich bin Hajo zu großem Dank verpflichtet, er hat mich sehr bei der Vermarktung des Buches unterstützt, sei es beim Klappentext für mein Buch, oder bei Verlosungen auf der Achim-Achilles.de website. Dieses völlige Fehlen von “Stutenbissigkeit” ist nicht selbstverständlich im Medienbereich.

sportinsider: Ein eigenes Buch will promotet sein, wenn es nicht in den Regalen der Buchhandlungen verstauben soll. Welche Buch-Lauf-Verkauf-Aktivitäten sind geplant?

Marc Bischoff: Es wird eventuell eine Lesereise im Frühjahr geben, und wir denken darüber nach, bei der einen oder anderen großen Laufveranstaltung Flyer mit Leseproben des Buches zu verteilen. Und wir hoffen inständig, dass das Buch einmal in einem der großen Medien besprochen wird, nicht nur in den läuferspezifischen. Denn die bisherigen Rückmeldungen zeigen: Wer das Buch kauft, mag es und empfiehlt es in der Regel weiter oder verschenkt es gar.

sportinsider: Wie lange hast Du am Buch gearbeitet, getüftelt, in Erinnerungen geschwelgt?

Marc Bischoff: Den Blog schreibe ich seit August 2008, also hatte ich etwa 9 Monate Vorlauf mit den Geschichten, die ja zuerst im Blog erschienen und dann ins Buch eingingen. Dazu noch etwa 4 Wochen Arbeit für Cover, Lektorat, Korrekturen etc. Das war aber nur mein Aufwand, der Verlag hat ja mindestens noch einmal so viel Aufwand hineingesteckt.

sportinsider: Du hast unlängst für den 100. Follower auf twitter die Sektkorken knallen lassen. Bei welcher Verkaufszahl Deines Buches wirst Du Champagner ordern?

Marc Bischoff: Die Gattin und ich haben schon beim ersten Tausend die Korken knallen lassen, denn dass das innerhalb von 6 Wochen passiert, damit hatte niemand gerechnet. Aber bei 10.000 schmeiße ich eine Party. Und mit Party meine ich eine richtige Party, wie sie der Laufsau würdig ist.

sportinsider: Wie viele Laufschuhe hast Du im Schuhschrank?

Marc Bischoff: 4 Schuhe. Zwei von New Balance und zwei von Asics. Von meinen alten New Balance habe ich mich neulich getrennt, schnüff. Moment, muss mal kurz ein Taschentuch holen…

sportinsider: Welches Zeitpensum investierst Du wöchentlich in das Laufblog?

Marc Bischoff: Etwa 2 Stunden am Sonntag abend. Und dann noch eine halbe Stunde pro Woche für die Recherche nach amüsanten Videos.

sportinsider: Mit welchem Prominenten würdest Du gerne einmal sporteln gehen?

Marc Bischoff: Nicht mit Haile Gebreselassie, denn dem komme ich nicht mal ansatzweise hinterher. Ottfried Fischer? Da hätte ich eine reelle Chance.

sportinsider: Hast Du ein sportliches Idol?

Marc Bischoff: Nein. Es gibt Menschen, bei denen ich einzelne Leistungen bewundere: Den Leiter unseres Lauftreffs, der mit Anfang Fünfzig seinen ersten Ironman bestritt. Die Jungs vom Team Hoyt, da heule ich jedesmal, wenn ich das Video sehe. Ich bewundere vor allem Leute, die ihren Zugang zum Sport über alle Widerstände hinweg (Behinderung, Krankheit etc.) schaffen. Dann frage ich mich immer, worüber ich überhaupt die ganze Zeit meckere.

sportinsider: Das für Dich bewegendste Ereignis der jüngeren Geschichte?

Marc Bischoff: Der Tod von Michael Jackson. Nein. War nur Spaß. Der Fall der Berliner Mauer natürlich. Oder der Tag, an dem die DVD “Robby, Tobby und das Fliewatüüt” im Haushalt der Laufsau eintraf? Hach, ich kann mich nicht entscheiden…

sportinsider: Welche Sportart würdest Du gerne besser können?

Marc Bischoff: Schach (gilt das?)

sportinsider: Bei welchem sportlichen Großereignis wärst Du gerne als Zuschauer dabei gewesen?

Marc Bischoff: Ich bin nicht so begabt im “Sport-Zuschauen”. Das langweilt mich immer schnell. Vielleicht am ehesten beim Finale des Schlammcatchens der Frauen.

sportinsider: Dein größtes Erfolgserlebnis im Sport?

Marc Bischoff: Zieleinlauf Köln Marathon 2008. Ganz klar.

sportinsider: Welche Macke hast Du beim Laufen?

Mar Bischoff: Ich atme manchmal rhythmisch, zähle mit. “Einsundzweiunddreiundvier – pffffffht”

sportinsider: Bist Du Warm- oder Kaltduscher?

Marc Bischoff: Warm. Immer warm. Ich hab mal kalt probiert. Hat mir nicht gefallen…

sportinsider: Wie sieht der perfekte Lauftag aus?

Mar Bischoff: Es ist warm, aber nicht heiß. Ich laufe am späten Vormittag ca. eine Stunde, oder etwas mehr. Ich weiß nach 10 Minuten, das es super wird. Ich höre Imogen Heap auf dem mp3-Spieler. Ich begegne auf der Strecke jungen, hübschen Frauen mit blonden Haaren. Sie grüßen mich zurück. Ich drehe mich um und sehe ihnen nach. Ich laufe gegen einen Laternenpfahl. Aber ich spüre nichts.

sportinsider: Welche Sportart ist für Dich überflüssig?

Marc Bischoff: Handy-Weitwurf. Minigolf. Formel-1.

sportinsider: Mit welchem Sportler/in würdest Du gerne einen Tag tauschen?

Marc Bischoff: Michael Schumacher. Oder Andre Agassi. Gerade erst 40 und schon in Rente.

sportinsider: Die nächsten sportlichen Laufziele sind in Sicht. St. Pölten ist geplant. Begleitet Dich Deine Frau?

Marc Bischoff: Naja, St. Pölten. Also meinen englischen Kollegen ist irgendwann aufgefallen, dass das in Österreich liegt und man von der Grafschaft Surrey nicht so gut mit dem Auto dahin kommt. Das es teuer werden könnte. Und lange dauern würde. Also im Moment sieht es wohl doch wieder so aus, als ob die Laufsau nach good old england muss. Aber dann kommt die Gattin natürlich mit, und Söhne #1 und #2 ebenfalls.

sportinsider: Auf wie viel Liebe stößt Deine Laufpassion bei Deiner Familie?

Marc Bischoff: Die sind alle voll dabei. Ohne die familiäre Unterstützung ginge es gar nicht. Sohn#2 fragt immer, wenn er mich in Laufklamotten sieht: “Papa, wo bist du hinnedschoggt?”. Dann will er es aber ganz genau wissen.

Marc Bischoff ist Familienvater, Läufer, Buchautor und Spiritus Rector des Blogs laufdusau.

Ich bedanke mich bei Marc Bischoff für das Interview.