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Sportinsider Interview mit Jürgen Schmieder und Johannes Aumüller

Vor 14 Tagen kam am 6. Oktober 2014 ein neues Sportbuch auf den deutschen Büchermarkt. 352 Seiten gefüllt mit vielen Facetten zahlreicher Sportarten, auch jener die nicht täglich hoch und runter durch die Medien durchdekliniert werden. Der Rezension zu Sport – Das Buch folgt heute das Interview mit den Sportjournalisten Jürgen Schmieder und Johannes Aumüller, die über 5.000 Fakten für ein lesenswertes Nachschlagewerk zusammenstellten und unterhaltsam aufbereiteten.Traveler Digital Camera

Wie sind Sie auf die Idee zum Werk Sport – Das Buch gekommen?

Wir haben uns bei der SZ oft darüber gestritten, wer mehr über Sport weiß. Das ging los mit Kleinigkeiten wie der Frage nach deutschen Tore in WM-Finals bis hin zu: Wer hat die meisten Goldmedaillen im Sportangeln gewonnen? Irgendwann haben wir uns gesagt: Diese verrückten Fakten könnten doch auch noch andere Menschen interessieren. Und tatsächlich: Herr Jacob von C. Bertelsmann war begeistert – und nun hoffen wir, dass es die Leser auch sind.

Sie haben mit viel Akribie 104 Sportarten und mehr als 5.000 Fakten zusammengetragen. Welche 5 Sportarten sind Ihre Lieblingssportarten und warum?

Jürgen Schmieder: Mein ganz persönlicher Favorit ist Wagenrennen, danach kommen Angeln und Darts. Wagenrennen deshalb, weil es einfach verrückt ist und man beim Lesen Tränen lacht. Darts, weil es diesen extra Nutzwert verkörpert, den das Buch haben soll: Wir präsentieren das mathematisch fairste Brett. Und Angeln, weil es für mich persönlich widerspiegelt, was das Buch sein soll: Ich hatte keine Ahnung von dieser Sportart, doch durch die Recherche bin ich klüger geworden – und so soll es dem Leser auch gehen: Er soll sich unterhalten fühlen, aber auch ein bisschen was Neues sehen.

Johannes Aumüller: Wagenrennen ist die Nummer eins, ganz klar, schließlich sollen auch die Lateinlehrer etwas von dem Buch haben. Und überhaupt waren die Sportarten bemerkenswert, die man wenig auf dem Schirm hat: Bridge, Backgammon, solche Sachen. Aber bei denen gibt es oftmals die besten Anekdoten und Fakten.

Wie kam die Zusammenarbeit zum C. Bertelsmann Verlag zustande. Wie stark war die Unterstützung von Verlagsseite in Person von Johannes Jacob sowie Linda Walz und was war die beste Anekdote in der Zusammenarbeit mit dem Verlag?

Jürgen Schmieder: Ich hatte bei C. Bertelsmann schon ein paar Bücher veröffentlicht, deshalb war der Kontakt schon da – und Herr Jacob und Frau Walz waren dabei stets wahnsinnig nett, zuvorkommend und begeistert von Ideen. Die beiden haben uns auch immer unterstützt, auch und vor allem in Zeiten, in denen wir am Verzweifeln waren. Die lustigste Anekdote? Puh, ich glaube, da muss ich die Namensfindung für das Buch nennen, bis wir auf “Sport – Das Buch” kamen – was übrigens die allererste Idee war. Also einmal im Kreis. Die anderen Vorschläge dürfen wir leider nicht nennen, weil Sie uns sonst für verrückt erklären.Traveler Digital Camera

Mir haben die Illustrationen von Hanni Schmieder sehr gut gefallen. Für mich jetzt schon Kult, die Viererbob-Sequenz in der Badewanne auf Seite 54. Gab es Vorschläge von ihr, die ihren Weg erst in eine 2. Auflage schaffen werden?

Haha, eigentlich stammen alle Vorschläge von ihr! Im Ernst: Ohne sie wäre das Buch nicht möglich gewesen, weil die Zusammenarbeit so eng war und wir uns stets austauschen konnten. In der Schublade liegen aber noch verrückte Ideen für eine zweite Auflage – wenn wir dann noch andere Sportarten aufnehmen dürfen…

Sport – Das Buch ist seit dem 6. Oktober 2014 in Deutschland auf dem Büchermarkt. Gibt es persönliche sportive Zielsetzungen in puncto. verkaufter Auflage? Sind Fernseh- und Radioauftritte geplant?

Zielsetzung gibt es keine. Wir freuen uns über jeden, der das Buch kauft – und sich dann freut, dass er es sich gekauft hat. Und wir freuen uns über jeden Journalisten, dem unser Buch gefällt und der uns haben möchte – wie auch über jede Buchhandlung, die uns zu einem lustigen und informativen Abend einlädt.Traveler Digital Camera

Buchverkauf ist heute auch immer wieder ein Thema in den Social Media Gefilden. Wie stark nutzen Sie die Tools selber um das Buch zu promoten?

Schon immens. Wir wissen, wie wichtig Blogs, Facebook und auch Twitter sind – und wir hoffen, den ein oder anderen Leser darüber begeistern zu können.

Die Deadline für das Buch war der 31. Juli 2014. Die Volleyball-WM 2014 hat es so nicht mehr in Sport – Das Buch geschafft. Auf Seite 322 heißt es bei Wettkampf, den man gesehen haben muss: 

,,Das WM-Finale der Männer 1986. Nach Jahrzehnten, in denen bei Weltmeisterschaften ausschließlich osteuropäische Mannschaften Gold gewannen, kam es nun zum direkten Duell zwischen den USA und der Sowjetunion – und die USA siegten. Seitdem gewannen nur noch Italien (dreimal) und Brasilien (ebenfalls dreimal) WM Gold.”  

Jetzt kam Weltmeister Polen dazu. 

Haben Sie die Volleyball-WM  2014 verfolgt, sportdeutschland.tv übertrug ja im Internet alle 103 Spiele.

Jürgen Schmieder: Ja, ich habe das verfolgt – doch so toll die Spiele auch waren: Ich bleibe beim WM-Finale 1986 als Wettkampf, den man in dieser Sportart gesehen haben muss…

Johannes Aumüller: Ja, hätten wir den letzten Satz besser mal weggelassen. Zumal ich als Osteuropa-Freund ohnehin sagen muss, dass jetzt wieder eine Zeit der Osteuropäer kommt: Dieser Dmitrij Muserskij ist einfach unglaublich, und vielleicht schafft er bis zur zehnten Auflage im Jahr 2020 ja auch in die Rubrik “Bester Sportler”.

Da wir gerade bei Volleyball waren. Die aktuelle Volleyball Bundesliga hat unter neuen Namen, Claim, und Webauftritt ein Facelifting hinter sich. Wer wird in der Saison 2014/2015 bei den Männern deutscher Volleyballmeister?

Jürgen Schmieder: Ich bin ja aufgrund meines Wohnortes Los Angeles eher dem Beachvolleyball zugeneigt – gerade waren in Manhattan und Hermosa zwei wunderbare Turniere. Aber okay, hier die Tipps: Bei den Frauen muss ich auf den Titelverteidiger Dresdner SC setzen, auch wegen Louisa Lippmann. Bei den Männern wäre es einfach, nun “Berlin” zu sagen. Aber genau deshalb sage ich: Friedrichshafen.

Johannes Aumüller: Einer der seltenen Fälle rund um dieses Buch, bei denen wir uns einig wären. Normalerweise gab es ja immer heftige Diskussionen, zum Beispiel, ob beim Fußball in die Kategorie “Spiel, das man gesehen haben muss” eher das Jahrhundertspiel von 1970 gehört oder das 7:1 von Deutschland gegen Brasilien bei der WM 2014. Was meinen Sie?

Sportinsider: Nun, nach drei Jahren ohne Meistertitel ist die Mannschaft von Stelian Moculescu reif den Berlinern den Titel abspenstig zu machen. Der VfB Friedrichshafen hat sich gut verstärkt, die Stimmung im Umfeld ist gut und der Hunger auf die Meisterschaft da. Ich lege mich fest: Der VfB Friedrichshafen wird seinen 13. Meistertitel am Ende der Saison 2014/2015 feiern.

Ist Schach eine Passion von Ihnen und wie sehen die Prognosen für den in Sotschi im November beginnenden Schach-WM Kampf zwischen Magnus Carlsen und Viswanathan Anand aus?

Jürgen Schmieder: Wir sind beide Schachbegeistert, wobei Johannes der bessere Spieler ist. Ich bin der Meinung, dass Carlsen derzeit nicht zu besiegen ist – noch nicht einmal von einem Computer, den einer meiner Freunde übrigens gerade programmiert.

Johannes Aumüller: Dafür ist Jürgen der bessere Schachboxer. Meine DWZ hat sich zuletzt auch nicht wirklich verbessert, weil ich so sehr mit der Erstellung dieses Büchleins beschäftigt war. Mein Tipp für Sotschi: Carlsen, noch eindeutiger als beim letzten Mal.

Die Arbeit an Sport – Das Buch hat sicher viel Konzentration gefordert. Wie hoch war der persönliche Kaffeeverbrauch?

Jürgen Schmieder: Viel wichtiger ist die Frage: Wer hat wann Kaffee getrunken? Schließlich gab es entweder neun Stunden Zeitunterschied – oder beim Aufenthalt von Johannes in Teheran noch viel mehr. Es war tatsächlich ein immenser Aufwand, all die Fakten zusammenzutragen. Auf der anderen Seite hat es Spaß gemacht und wir haben selbst viel gelernt, also haben wir gerne Kaffee getrunken und sind wach geblieben.

Johannes Aumüller: Ich hab es geschickterweise verstanden, unsere Treffen so einzurichten, dass meist Jürgen den Kaffee-Part übernommen hat, während ich schon beim Feierabend-Bier war.

Was ist Ihre persönliche Lieblingsstelle im Buch und warum?

Jürgen Schmieder: Ganz ehrlich: die Danksagung – weil es bedeutete, dass wir endlich fertig waren.

Johannes Aumüller: Die Frage für Angeber in der Kategorie Fußball, weil mit der unser Projekt im Prinzip konkret begann. Wie viele deutsche Spieler haben in einem WM- oder EM-Finale von außerhalb des Strafraums ein Tor geschossen?

sportinsider:  Ich bedanke mich herzlich für das Interview und wünsche Ihnen weiterhin viel Erfolg mit dem Buch, dem aufspüren weiterer interessanter Sportarten und Fakten.

Zu guter Letzt: Wer den Sportjournalisten und Buchautoren per Twitter folgen möchte findet hier Jürgen Schmieder und hier Johannes Aumüller.

Sportinsider Interview mit Hans-Jürgen Dörner

Zeitsprung. Wir schreiben das Jahr 1977. Es war nach einem FDGB-Pokalendspiel in Berlin. Dynamo Dresden gewann gegen den 1. FC Lokomotive Leipzig mit 3:2. Abends hörte ich im West-Radio den Rückblick-Kommentar eines Sportreporters auf die Finalpartie. Er lobte den Dresdner Libero und attestierte ihm: -Dieser technisch beschlagene Spieler kann in jeder Mannschaft des Westens spielen-. Zahlreiche Fußballfreunde nannten ihn auch den Beckenbauer des Ostens. Er war ein begnadeter Fußballer und schrieb Geschichte. 100 Länderspiele mit der DDR-Nationalmannschaft, inklusive des sportlichen Höhepunktes bei den olympischen Sommerspielen 1976 in Montreal im atemberaubenden Finale gegen die damalige polnische Weltklassemannschaft. Auch Frankreich mit einem gewissen Michel Platini konnte den Triumph nicht verhindern. Hans-Jürgen Dörner, mit dem Spitznamen Dixie, war dreimaliger DDR-Fußballer des Jahres bei der Wahl der Fachzeitung Die neue Fußballwoche und begeisterte die Fußballfreunde mit zahlreichen exzellenten Partien im Europapokal der Landesmeister. Er war zu seiner aktiven Spielzeit bei Dynamo Dresden bereits eine Legende. Meistertitel und FDGB-Pokalsiege sammelte Hans-Jürgen Dörner mit der DDR-Spitzenmannschaft wie andere Briefmarken oder Münzen. Im Sportinsider Interview gibt der einstige technisch versierte Libero einen Rückblick auf bemerkenswerte Momente seiner langen und erfolgreichen Fußballer-Laufbahn.
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Am 22. Juni 1969 im Magdeburger Ernst-Grube Stadion gaben Sie ihr Länderspieldebüt beim Spiel DDR-Chile. In der 59. Minute wechselte der damalige Trainer Harald Seeger Sie für Henning Frenzel vom 1. FC Lokomotive Leipzig ein. Welche emotionalen Erinnerungen an das Freundschaftspiel sind noch vorhanden?
Es war ein bedeutender Moment für mich, ohne ein Oberligaspiel bestritten zuhaben, das 1.Länderspiel für die DDR zu bestreiten. 
7 Jahre später gab es am 31. Juli 1976 ein denkwürdiges Endspiel bei den olympischen Sommerspielen. Im Fußball traf die DDR gegen die polnische Elf, den WM-Dritten von 1974. Nationaltrainer Georg Buschner peilte mit Ihnen und der Mannschaft die Krönung eines beachtlichen Turnieres an. Auf dem Weg in das Finale mussten der Brasilianner Zico, der Franzose Platini oder Oleg Blochin aus der Sowjetunion die Stärke der DDR-Nationalmannschaft anerkennen. Der Olympiasieg in Montreal 1976 war ein historischer Sieg für die DDR-Nationalmannschaft. Viele Fußballexperten sprachen vom vielleicht besten Spiel der Nationalelf in ihrer Geschichte. Wie sehen Sie dieses Spiel im Rückblick von 37 Jahren?
Die Olympiade 1976 war für mich ein tolles Erlebnis. Das olympische Dorf, die Atmosphäre an sich waren sensationell. Hinzu kamen natürlich die Erfolgsspiele für uns, mit dem Gewinn der Goldmedaille. Das Endspiel gegen Polen war mit Sicherheit eins der besten Länderspiele der Nationalmannschaft.
Mit Dynamo Dresden lieferten Sie unzählige temporeiche Europapokalpartien ab. Die Rolle des Libero interpretierten Sie sehr modern. Oft fehlte nur ein Quentchen zu größeren Erfolgen oder Mannschaften wie der starke FC Liverpool standen im Weg. Aber auch Mannschaften wie der FC Zürich, Austria Wien oder Standard Lüttich versperrten Dynamo den Weg. Welche drei Europapokalpartien blieben für Sie am intensivsten im emotionalen Gedächtnis?
Wir haben in Dresden tolle Europapokalabende erlebt. Es gastierten fast alle europäischen Spitzenmannschaften im Dresdner Stadion und alle hatten es sehr schwer hier zu bestehen. Spiele wie gegen Liverpool, Bayern oder Ajax Amsterdam blieben natürlich extrem in Erinnerung. 
Vor 40 Jahren am 24. Oktober 1973 in München und im Rückspiel am 7. November in Dresden gab es die legendären Spiele gegen Bayern München mit Ihnen in der Mannschaft von Dynamo. Die Mannschaft aus dem Süden der Bundesrepublik war mit Sepp Maier, Franz Beckenbauer, Katsche Schwarzenbeck, Uli Hoeneß und Gerd Müller mit 5 späteren Weltmeistern gespickt. Nach der knappen Hinspielniederlage von 3:4 im Münchener Olympiastadion gab es beim Rückspiel durch Reinhard Häfner in der 56. Minute das 3:2. Dynamo Dresden hatte einen schnellen 0:2 Rückstand durch den Hoeneß Doppelpack in den ersten 13 Minuten zu Hause wettgemacht und wäre nach der Arithmetik der geschossenene Auswärtstore weitergewesen. Dann kam jene 58. Minute. Gerd Müller, der Torschützenkönig der WM 1970 und Rekordschütze der Bayern erzielte für die Lattek-Elf das 3:3. 
Wie nah war Dynamo Dresden damals an der europäischen Spitze dran? In der Runde vorher musste Juventus Turin aus dem Land des damaligen Vizeweltmeisters die Dynamo Überlegenheit in puncto Tempo, Torgefährlichkeit und Kombinationsspiel anerkennen.
Ich denke, wir waren von der europäischen Spitze nicht so weit weg. Uns fehlte die Erfahrung und die nötige Cleverness, die man braucht um solche Spiele auch zu gewinnen. 
Manch Fußballexperte meinte, Dynamo Dresden hat in den guten Europapokaljahren ein Torwart der Weltklasse wie Jürgen Croy gefehlt. Dann wäre mehr möglich gewesen. Wie sehen Sie im Rückblick die Torwartpersonalie. Was fehlte aus Ihrer Sicht für den absoluten Sprung in die europäische Spitze?
Dresden war immer auf der Suche nach guten Fußballspielern. Es gab leider in der DDR keine Vereinswechsel, wie das heute im Fußball üblich ist. Sonst hätten wir uns mit Sicherheit punktuell verstärkt. 
Die renommierte Fußballzeitschrift “Die neue Fußballwoche” zeichnete Sie in den Jahren 1977, 1984 und 1985 als Fußballer des Jahres in der DDR aus. Was war aus Ihrer Sicht das persönlich stärkste Fußballjahr der Laufbahn von Dixie Dörner?
Ich bin stolz darauf, diese Auszeichnung 3 x erhalten zu haben. 1977 wird in Erinnerung bleiben, weil es das 1.Mal war. 1984 und 1985 zeigt eigentlich, das man auch mit über 30 Jahren und der nötigen Erfahrung gute Leistungen bringen kann. 
Welche Fußballer inspirierten Sie bei der Interpretation der modernen Liberorolle?
Es gab viele gute Fußballspieler von denen ich profitiert habe. In erster Linie aber habe ich versucht mein Spiel zu interpretieren. 
Sprung in die neue Zeit. Heute haben Sie eine Fußballschule. Der Name Dixie Dörner ist nach wie vor sehr vielen Fußballfreunden ein Qualitätsbegriff. Ihr Manager Torsten Reitz unterstützt Sie. Wie würden Sie die Zusammenarbeit mit ihm beschreiben. Welche gemeinsamen Ziele und interessante Projekte möchten Sie gerne noch in Angriff nehmen?
Meine eigene Fußballschule besteht nicht mehr. Ich arbeite in der Fußballschule von der SG Dynamo Dresden mit und hoffe, dass die Nachwuchsarbeit dadurch weiter voran kommt. 
Ein Wort zur aktuellen Situation von Dynamo Dresden. Wo sehen Sie den Traditionsverein in 5 Jahren stehen?
Durch kontinuierliche Arbeit kann der Verein sich fest setzen im deutschen Profifußball. Das Potential dafür ist vorhanden. 
Eine Frage zum Abschluss unseres kleinen Interviews: Wie sieht der ideale Tag im Leben von Dixie Dörner aus?
Wie bei anderen Menschen auch, ganz normal.
 
Vielen Dank für das Interview und viel Erfolg, Gesundheit, Freude und noch eine ganze Reihe von schönen Erlebnissen im Fußball.
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Hier geht es zur Website von Hans-Jürgen Dörner: www.dixie-doerner.de

Sportinsider Interview mit Rudi Krafcsik

Bei den olympischen Spielen in London schlugen sich die deutschen Volleyballer sehr achtbar. In einer Zeit wo Basketballer, Handballer oder Fußballer mit der Nichtteilnahme in der englischen Metropole auffielen und damit das Scheinwerferlicht für Volleyball freigaben. Jetzt im Oktober ist die neue Saison für die deutschen Volleyballvereine in der Bundesliga gestartet. Dieses Jahr sind die Häfler die Jäger. Zeit für ein Interview mit dem Fanbeauftragten vom VfB Friedrichshafen. Rudi Krafcsik nennt seine Titelfavoriten, lobt Kulttrainer Stelian Moculescu als außergewöhnlichen Mensch mit enormen Fachwissen und skizziert einen idealen Spieltag aus Sicht des Fanbeauftragten.

sportinsider: Wie schätzen Sie die vergangene Saison mit dem Abstand von einigen Monaten ein?

Rudi Krafcsik: Im großen und ganzen war ich mit dem Verlauf der letzten Saison zufrieden. Die Mannschaft des VfB hat immerhin den Pokal nach FN geholt. In der Meisterschaft bin ich in diesem Jahr wieder zuversichtlicher.

sportinsider: Berlin Recycling Volleys präsentiert sich auffallend selbstbewusst. Wie sehen Sie die Situation in der gerade angelaufenen neuen Saison 2012/2013? Läuft es auf ein Duell der Berliner und Häfler hinaus? Oder können noch andere Teams eingreifen?

Rudi Krafcsik: Das wird mit Sicherheit nicht auf ein Duell Berlin – FN hinauslaufen. Da werden andere noch ein gewichtiges Wörtchen mitreden, z.B. Unterhaching und Düren.

sportinsider: Zuschauerzahlen sind immer wieder ein Thema. Was für Ideen haben Sie für einen größeren Zulauf in die ZF Arena?

Rudi Krafcsik: Die Zuschauerzahlen in der Arena sind mir persönlich viel zu gering. Der VfB versucht alles um einen attraktiven Abend zu gestalten. Die Fans tragen auch dazu einen nicht unerheblichen Teil dazu bei.

sportinsider: Stelian Moculescu ist ein erfolgreicher Kulttrainer. Welche 3 Dinge fallen Ihnen spontan zum Chefcoach ein?

Rudi Krafcsik:

a) Ein Mensch der alles , aber auch wirklich alles über Volleyball weiß.
b) Der beste Trainer den ich mir vorstellen kann.
c) Ein ganz feiner Mensch mit dem ich gerne zusammen bin und das Beste was dem VfB je passieren konnte.

sportinsider: Wie sieht aus Sicht des Fanbeauftragten des VfB Friedrichshafen ein idealer Spieltag aus?

Rudi Krafcsik: Ein idealer Spieltag ist es wenn alles rechtzeitig aufgebaut ist, die Halle zum Brechen gefüllt und ein Sieg der Mannschaft den Abend abrundet. Danach ein gemütliches Bierchen im Kreise der Mannschaft und der Fans.

Sportinsider Interview mit Jens-Erik Rudolph

Es gibt in Deutschland noch Schachbuchverlage mit individueller Note und Liebe zum Detail. Der Jens-Erik Rudolph Verlag ist längst ein Geheimtipp für Freunde des besonderen Schachbuchs.  Im hart umkämpften Buchmarkt hat der Verleger und Schachenthusiast seine erfolgreiche Nische gefunden. Jens-Erik Rudolph gibt im Interview Einblick in die faszinierende Welt der Schachklassiker und seiner Geschichte. Er erzählt von seiner Liebe zu Büchern, der Arbeit am aktuellen Band 10 und hält eine Laudation auf seine persönliche Schachpersönlichkeit der Geschichte.

sportinsider: Herr Rudolph, wie sahen die ersten Eröffnungszüge beim Rudolph-Verlag aus? Welche Intention spielte bei der Gründung des Verlags die entscheidende Rolle?  

Jens-Erik Rudolph: In der Systematik der Schacheröffnungen würde die Gründung meines Verlages vermutlich als unorthodoxe Flügeleröffnung klassifiziert werden. Das Zentrum (sprich den Buchmarkt)habe ich nämlich erst im Mittelspiel meines Berufslebens besetzt. Die vorhergehenden Entwicklungszüge bestanden u.a. in einer kaufmännischen Ausbildung , einem Informatik-Studium, verschiedenen Berufstätigkeiten, einer 30-jährigen aktiven Schachlaufbahn im Verein und exzessivem Bücherkonsum, dem für lange Zeit einzigen Berührungspunkt zu dieser Branche.

Mich interessierte schon immer die Geschichte des Schachspiels. Die kompromisslosen Wettkämpfe der alten Meister faszinieren mich mehr als computergenerierte eröffnungstheoretische Neuerungen im 25. Zuge. Leider sind viele ältere Schachbücher heutzutage vergriffen oder lediglich als fotomechanische Nachdrucke erhältlich . Das Ziel meines Projektes „Schachklassiker”, welches im Zentrum meiner bisherigen Verlagsaktivitäten steht, ist es daher, Meilensteine der Schachliteratur in einem zeitgemäßen Layout verfügbar zu machen. Dies betrifft Dauerbrenner wie Siegbert Tarraschs „Das Schachspiel”, aber auch zu Unrecht in Vergessenheit geratene Werke wie z.B. „Anastasia und das Schachspiel” von Wilhelm Heinse aus dem Jahre 1803.

sportinsider: Was und warum ist Ihr Lieblingsbuch aus dem eigenen Verlagsangebot? 
 

Jens-Erik Rudolph: Mein Favorit ist „Die Meister des Schachbretts” von Richard Réti, ein ganz außergewöhnliches Lehrbuch. Persönlich habe ich in schachlicher Hinsicht aus diesem Buch wohl den größten Nutzen gezogen. Ich kann es heutigen Vereinsspielern nur wärmstens ans Herz legen. Réti konzipierte sein Werk vordergründig als Partiensammlung (von Anderssen bis Aljechin) entwickelte aber gleichzeitig eine Ideengeschichte des Schachspiels. Er hatte nämlich bereits frühzeitig erkannt, dass man sich mit der historischen Fortentwicklung des Schachspiels befassen muss, um zu einem besseren Schachverständnis zu gelangen. In seinen hervorragenden Partiekommentaren widmete er sich vor allem den zugrundeliegenden Plänen und Ideen und vermittelte dem Leser so auf verständliche Weise sein tiefes Wissen.  

sportinsider: Herr Rudolph, wie schätzen Sie den Markt für Schachbücher in Deutschland ein? Wo gibt es Potenziale?  

Jens-Erik Rudolph: Der Markt für Schachbücher ist hart umkämpft. Die Buchverlage konkurrieren dabei nicht nur untereinander, sondern auch mit anderen Medien (z.B. Internet, DVD). Die Kunden sind also in der glücklichen Lage, aus einem sehr vielfältigen Angebot wählen zu können. Für die Zukunft bin ich sehr gespannt, ob die viel diskutierten eBooks nun auch den deutschen Schachbuchmarkt erobern können. Erste Versuche mit diesen Formaten sind bereits zu beobachten. Die Verbreitung der entsprechenden Lesegeräte ist hierzulande aber noch ausbaufähig, so dass eine endgültige Prognose schwerfällt. Mein Verlag ist aber für den Fall der Fälle bereits gut vorbereitet.  

sportinsider: In der Vorweihnachtszeit beginnt das nachdenken über Geschenke. Hier dürfen Sie 10 Gründe nennen warum ein gutes Schachbuch zur Zeit des Schenkens eine gute Idee ist?

Jens-Erik Rudolph: Der zehnte Grund erscheint in diesen Tagen. Mit ,,Mein System” von Aaron Nimzowitsch ,,nullt” die Schachklassiker-Reihe erstmals und die Bandzählung wird somit zweistellig. Die anderen neun Gründe können SIe sich nun vermutlich auch schon denken.

sportinsider: Welche Erwartungen knüpfen Sie an Ihren aktuell erscheinenden Band 10? Erzählen Sie ein wenig über die Entstehungsgeschichte, die investierte Zeit und der Freude an der Arbeit daran.  

Jens-Erik Rudolph: Für das erste kleine Verlagsjubiläum habe ich mir natürlich ein ganz besonderes Werk ausgesucht. „Mein System” von Aaron Nimzowitsch ist eines der erfolgreichsten und meistgelesenen Schachbücher aller Zeiten. Ein wahrer Klassiker, der in meiner Reihe natürlich auf keinen Fall fehlen darf. Mit diesem Lehrbuch haben inzwischen Generationen von Schachspielern ihre Spielstärke gesteigert. Ich muss gestehen, dass ich es selbst erst jetzt bei Arbeit an der Neuausgabe studiert habe. Vielleicht hat mich dieser Mangel auf dem Niveau eines durchschnittlichen Vereinsspielers verharren lassen?! Die anstehenden Mannschaftskämpfe werden zeigen, ob sich die intensive Arbeit mit diesem Standardwerk (für die Erstellung der Neuausgabe habe ich übrigens ungefähr 3 Monate benötigt) auch bei meiner eigenen Spielstärke positiv auswirken wird. 

sportinsider: Welche Buchprojekte sind im Rudolph-Verlag für 2011 angedacht? 

Jens-Erik Rudolph: Die Schachklassiker-Reihe wird natürlich auch in 2011 fortgesetzt werden. Geplant sind ca. 6 weitere Bände pro Jahr. Zunächst wird es die Fortsetzung von ,,Mein System” geben. ,,Die Praxis meines Systems” soll als Band 11 bereits im ersten Quartal 2011 erscheinen. Danach wird voraussichtlich eine Biografie über einen der großen alten Meister — Adolf Anderssen den Schöpfer der sogenannten ,,Unsterblichen Partie” — folgen. Es sollen in 2011 aber auch die ersten ,,neuen” Schachbücher in meinem Verlag erscheinen. Außerdem werde ich vielleicht auch eines meiner nichtschachlichen Steckenpferde in das Verlagsprogramm integrieren.

sportinsider: Wer ist Ihr bedeutendster Schachspieler in der Geschichte des Königlichen Spiels? Wie würde Ihre Laudatio auf Ihn lauten? 

Jens-Erik Rudolph: Als Hobbyspieler möchte ich mir eine solche Einschätzung eigentlich nicht erlauben. Ich denke nicht, dass meine bescheidenen Schachkenntnisse für eine qualifizierte Würdigung der großen Schachdenker hinreichend sind. Ich vertraue in diesem Zusammenhang lieber dem Urteil Bobby Fischers, welcher seinen Landsmann Paul Morphy in seiner Liste der besten Spieler aller Zeiten auf Platz 1 gesetzt hat! Würde Morphy heute leben, so vermutete Fischer, würde er ebenfalls alle Kontrahenten überragen. Ich war von der Lebensgeschichte und dem Spiel Paul Morphys auch schon immer besonders fasziniert. Den ersten Hardcover-Band der Schachklassiker-Reihe habe ich aus diesem Grund auch diesem amerikanischen Schachgenie gewidmet. Morphy war, mit seiner auf schnelle Entwicklung ausgerichteten Spielweise, seiner Zeit meilenweit voraus und den anderen Meisterspielern seiner Zeit haushoch überlegen. Fast alle Kontrahenten, zumindest diejenigen, die sich anzutreten trauten, konnte er in direkten Duellen deutlich besiegen.

sportinsider:  Herr Rudolph ich bedanke mich herzlich für das Interview und wünsche Ihnen weiterhin viel Erfolg.

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Weitere Informationen zum Schachbuchverlag von Jens-Erik Rudolph im Internet gibt es für alle Schachfreunde und Liebhaber des Königlichen Spiels unter:

                              www.schachklassiker.de

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Sportinsider Interview mit Günter Niggemann

Seit 25 Jahren gibt es eine interessante Adresse für alle Schachfreunde . Was einst mit einem kleinen Schachhandel begann hat sich zu einer Erfolgsgeschichte entwickelt. Im Interview gibt Günter Niggemann Einblicke in das Geschäft mit dem Schachversand, erzählt über die Anfänge des Geschäfts und seine spannenden Momente mit Schachbüchern, Schachfiguren sowie Schachcomputern. 

Sportinsider: Herr Niggemann, wie wird man in Deutschland einer der spannendsten Anbieter im Schachversand?

Günter Niggemann: Indem man nicht einhält an sich und seiner Idee zu arbeiten, die Entwicklungen des Marktes genau beobachtet und dabei aber vor allem auch die Wünsche seiner Kunden nicht aus den Augen verliert.

sportinsider: Können Sie kurz die entscheidenden Spielzüge beim Aufbau von Schach Niggemann erklären?

Günter Niggemann: Es begann alles vor gut 25 Jahren mit einem kleinen Schach-Handel. Zu jener Zeit war ich als Vorstandsmitglied der Schachgesellschaft Köln Porz schachlich aktiv und habe u.a. 1983/84 als Turnierleiter das Porz Open organisiert und betreut.

Hinzu kam mein Faible für Schachcomputer, der mir zuvor einige interessante Beratertätigkeiten für die damals größten Schachcomputerhersteller eintrug. Aus der ein oder anderen Enttäuschung über vermeidliche Fehlentscheidungen der Hersteller entwickelte sich dann der Wunsch, die Dinge selbst in die Hand zu nehmen und es auf diese Weise besser zu machen. Den Schwerpunkt sollten eine fachlich kompetente Beratung und die Auswahl geeigneter Schachcomputer für jeden Schachfreund bilden. Mein stetiges Bemühen um den optimalen Service wurde von den Kunden honoriert, das Geschäft wuchs und gedieh. Mit sieben Vollzeit- und bis zu fünf Teilzeitmitarbeitern sind wir heute nicht nur der in Deutschland, sondern in ganz Europa – wahrscheinlich sogar der weltweit – führende Schachvertrieb.

Sportinsider: Was sind Ihre Lieblings-Artikel im Sortiment und warum?

Günter Niggemann: Für ein richtig gutes Buch mit aufwändiger Fadenheftung und Schutzumschlag kann ich mich immer noch begeistern. Der Klassiker „Mein System“ von Aaron Nimzowitsch ist eines meiner Lieblingsbücher. Auch schöne Schachfiguren mag ich sehr, z.B. edle Staunton Figuren die für mich die Nachhaltigkeit wertbeständiger Arbeit versinnbildlichen.

Sportinsider: Wieviel Kunden bedienen Sie im Jahr? Wie groß ist Ihr Kundenstamm?

Günter Niggemann: Gegenwärtig nähern wir uns dem 60.000 Kunden weltweit. In Europa beliefern wir zudem allein ca. sechzig weitere Schachspezialhändler und darüber hinaus auch viele große und kleinere Buchhandlungen. Pro Jahr versenden wir so ca. 17.000 bis 20.000 Pakete in die gesamte Welt.

Sportinsider: Welche Philosophie leben Sie in der Firma Schach Niggemann?  

Günter Niggemann: Grundgedanke ist es, jede Bestellung und Lieferung so zu behandeln, wie wir uns dies selbst als Kunden wünschen und auch erwarten würden. So wird z.B. jeder Artikel vor dem Versand erst noch einmal eingehend auf Qualität, Funktionalität und ordnungsgemäßen Zustand geprüft. Selbstverständlich wissen auch wir, dass dort wo Menschen arbeiten, Fehler nie ganz auszuschließen sind. Daher ist es mindestens genauso wichtig, im Falle berechtigter Reklamationen nicht nur umgehend den ohnehin bestehenden rechtlichen Anspruch auf eine zufriedenstellende Regelung zu erfüllen, sondern jeden Kunden über diese Verpflichtung hinaus auch wirklich zufrieden zustellen, schließlich leben wir auch von der Qualität unserer Kundenbeziehungen.

Sportinsider: Wer ist Ihr Schachspieler in der Geschichte des Königlichen Spiels?

Günter Niggemann: Ganz eindeutig: Vlastimil Hort! Seine schachliche Kompetenz ist herausragend, dazu kommt der ihm innewohnende Schach spielende ‚Schwejk‘ – eine im positiven Sinne verstandene Schlitzohrigkeit. Mit seiner unnachahmliche Art hat er das Schachspiel populär gemacht, versteht er es doch wie kein zweiter, mit unterhaltsamer Gewitztheit, einem überragenden Fundus über die Jahre gesammelter Anekdoten sowie tiefem Schachverständnis, selbst Außenstehenden das Schachspiel anschaulich zu vermitteln. Dieses sichere Wandeln zwischen zwei ganz unterschiedlichen Welten ist einfach faszinierend! Dabei ist Vlastimil Hort über die all die Jahre Mensch geblieben.

sportinsider: Herr Niggemann, wie sehen Sie die Entwicklung im Schach – Stichwort Computer – in den nächsten Jahren?

Günter Niggemann: Das Computerschach hat in den letzten vier Jahrzehnten einen kometenhaften Aufstieg durchlaufen, angefangen von den einfachen Automaten bis schließlich zum Sieg über die stärksten menschlichen Spieler. Konnte aber vor zwanzig Jahren noch von Quantensprüngen in der Entwicklung gesprochen werden, sind diese mittlerweile nicht mehr zu erwarten.

Die meisten der Schachprogramme sind ja schon heute dem Großteil der Menschheit überlegen. Gegen die aktuellen Spitzenprogramme mit Spielstärken von über ELO 3.000 können selbst die besten Spieler der Welt – der derzeitige Weltmeister liegt bei ca. ELO 2.800 – kaum mehr bestehen, so dass der PC mit Schachprogramm als Spielpartner, wenn er in seiner Spielstärke nicht künstlich ‚gebremst‘ wird, nur selten zum Einsatz kommt. Dafür ist er als nahezu unfehlbarer Assistent bei Analysen von Schachpartien und Stellungen nicht mehr wegzudenken.

Sicherlich wird seitens der Softwarehersteller in dieser Richtung weiter an der Qualität und der Spielstärke der Programme gearbeitet, wenn auch der Mensch als Gegner schon lange keine Herausforderung mehr darstellt. Die Programmierer machen sich aber weiter an die Verfeinerung bereits bestehender Ansätze, über kurz oder lang wird vielleicht ein Schwenk zur Künstlichen Intelligenz gelingen. Die ist jedoch alles noch reine Zukunftsmusik. In jedem Fall dürfen wir auf die weiteren Entwicklungen gespannt sein.

sportinsider:  Herr Niggemann ich bedanke mich herzlich für das Interview und wünsche Ihnen weiterhin viel Erfolg.

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Weitere Informationen zu Schach Niggemann im Internet gibt es für alle Schachfreunde und Liebhaber des Königlichen Spiels unter:

www.niggemann.com    und    www.schachversand.de

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Sportinsider Interview mit Martina Berg

In Deutschland erfreut sich Nordic Walking seit Jahren wachsender Beliebtheit. Parks, Seen und Waldwege bieten 365 Tage im Jahr die Möglichkeit sich frei in der Natur zu bewegen.  Im heutigen Interview mit Martina Berg, Nordic Walking Trainerin, gibt es interessante Einblicke in die Technik, das beste Einstiegsalter für die Trendsportart sowie überraschende Erkenntnisse für Männer bei einer Tour mit den Stöcken ins Gebirge.   

sportinsider: Frau Berg, wie wird man in Deutschland Nordic Walking Trainerin?

Martina Berg: Ich habe mir beim Verband der Nordic Walking Schulen (VDNOWAS) eine Schule ausgesucht und mich weiter gebildet. Ich bin seit vielen Jahren im Fitnessstudio gewesen. Bewusst habe ich nach einer sportlichen Bewegung in der Natur Ausschau gehalten. In Herzogenaurach bot dann eine Apotheke Kurse Nordic Walking in Kombination mit Ernährungsberatung an. Ich war beim ersten Nordic Walking Erlebnis sehr begeistert.

sportinsider: Können Sie kurz die entscheidenden Momente der Technik beim Nordic Walking erklären?

Martina Berg: 99% machen es falsch. Der Kick ist die ganze Bewegung des Oberkörpers und die Arme soweit wie möglich nach hinten bewegen, damit die Muskulatur nicht nur vorne die Stöcke spazieren trägt.

sportinsider: Welche Strecken werden absolviert?

Martina Berg: Kurzstrecken von 30 Minuten werden absolviert, wenn die Zeit knapp im Alltag ist. Ansonsten sind mindestens 45 Minuten auf dem Programm. Es dürfen wie beim  BR1-Nordic Walking-Lauf in Landshut mit Rosi Mittermaier und Christian Neureuther auch gerne einmal 15 Km sein. Ich gebe auch am Tegernsee Kurse in landschaftlich reizvoller Kulisse.

sportinsider: Welche Altersgruppen trainieren Sie. Wann sollten Menschen mit Nordic Walking anfangen?

Martina Berg: In der Regel die Altersgruppe ab 40. Der älteste Kursteilnehmer kann auf 78 Lebensjahre zurückblicken. Den Einstieg in das Nordic Walking Training muß letztendlich jeder selbst entscheiden. Auch für Kinder kann Nordic Walking bereits sinnvoll sein. Übergewichtige Schüler werden in der Schule gehänselt, links liegen gelassen, keine Begabung für Bockspringen etc. Mit Nordic Walking Training stellt sich auch für Kinder mit genannten Problemen schnell das verbesserte  Körpergefühl ein.

Ich trainiere 80% Damen. Die Herren der Schöpfung haben manchmal noch Vorurteile gegenüber Nordic Walking. Ich kann da eine kleine Episode aus dem ALDIANA Ferienclub in Tunesien erzählen. Ich war dort Gasttrainerin. 8 Männer um die 40 Jahre spielten dort regelmäßig Tennis und machten die eine oder andere Bemerkung über Nordic Walking. Nun gut. Ich lud die Männer zu einem straffen Training in das nahe gelegene Gebirge ein. Die Gruppe hat nie wieder über Nordic Walking gelächelt.

sportinsider: Welche Philosophie hegen Sie beim Nordic Walking?

Martina Berg: Das schöne an Nordic Walking ist, daß es draußen stattfindet. Natur pur an 365 Tagen im Jahr. Die Jahreszeiten werden sehr intensiv erlebt. Nordic Walking kann überall ausgeführt werden. Auch bei Schnee. Mit den Stöcken im Schnee sich bewegen hinterlässt jedes mal bei mir ein besonderes Glücksgefühl.

sportinsider: Gibt es für Sie wahrnehmbare Spannungen zwischen Joggern und den Anhängern von Nordic Walking?

Martina Berg: Nein, überhaupt nicht. Ich habe bisher keine Probleme verspürt. Einst habe ich Joggen probiert. Ich habe auch eine große Bewunderung für die 42 Km Läufer. Jeder nach seiner Fasson. Für mich fühlt sich Nordic Walking gut an. Es ist meine Passion.

sportinsider: Was empfehlen Sie Interessierten an Nordic Walking? Einen Schnupperkurs?  Ausrüstung leihen oder gleich kaufen?

Martina Berg: Mein Ratschlag: Erstmal ein Schnupperkurs mit 2-3 Trainingseinheiten. Beim Auftakttraining ist man meistens noch verspannt. Ich plädiere für den Anfang für das Ausleihen von Stöcken. Das Thema Schuhe kann besprochen werden. Der Trainer kann wegen der Stöcke und der Schuhe Empfehlungen geben. Bleibt der Interessierte beim Nordic Walking dabei, sollten dann gute Stöcke gekauft werden. Ich persönlich mag die Leki Stöcke und komme damit sehr gut zurecht.    

sportinsider: Vielen Dank, Frau Berg, für dieses Interview. Ich wünsche Ihnen weiterhin viel Erfolg.

Neugierig geworden? Frau Martina Berg ist im Internet unter Ihrer Website www.image50plus.de zu finden.

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Sportinsider Interview mit Chantalle Alberstadt

Das Deutsche Eishockey konnte bei den Olympischen Spielen in Vancouver keinen positiven Beitrag zur Medaillenbilanz beitragen. Dies hatten auch nur die kühnsten Optimisten erwartet. Jedoch war der Auftritt in der Art und Weise einfach ernüchternd. Die Probleme in der hauseigenen DEL sind nicht zu übersehen. Monetäre Schwierigkeiten in Kassel, Krefeld oder Köln bestimmen die Schlagzeilen. Chantalle Alberstadt, Mitinitiatorin der Aktion Spieltag58, ist mit Herzblut Eishockeyfan. Im E-Mail Interview gibt Sie einen Einblick in die Aktion und zieht ein ausführliches Fazit.

Chantalle wie bist Du auf die Idee mit der Aktion Spieltag58 gekommen?                                                                                                                   

Gibst Du ein wenig Einblick in die Entstehungsgeschichte? Wer waren Deine Mitstreiter? Welcher zeitliche Aufwand wurde investiert?

Chantalle Alberstadt: Schon seit einigen Monaten grübeln wir, was in der Deutschen Eishockey Liga alles schief läuft. Die jüngsten Entwicklungen zeigten, dass es mit der Liga immer weiter bergab geht, seien es nun die Finanzprobleme des Kultklubs in Köln, Kassel oder Krefeld. Eishockey bei Olympia hat uns dann erneut vor Augen geführt, was diesen Sport ausmacht, warum wir ihn lieben lernten und dass es das in der DEL schon lange nicht mehr in dieser Intensität gibt.
Die grobe Idee zu der Aktion kam uns dann am 4. März mittags, daher trafen wir uns kurzfristig am Abend zu fünft zum Brainstorming und die Idee für “Spieltag58″ nahm Gestalt an. Wir mussten dem Projekt einen Schlagkräftigen Namen geben ( bei einer Internetadresse wie deutschland-trauert-um-sein-eishockey glüht die Tastatur) und einen Slogan verpassen, der bei den Menschen Interesse weckt, ggf. auch im ersten Moment anstößig aufgenommen wird – damit es sich in die Köpfe einbrennt und zum Denken anregt. Freitags Mittags ging dann die Website, sowie der Flyer online, die wir Nachts noch fertiggestellt hatten, und verbreiteten es in Eishockeyforen. Im adlerfans.de-Forum fand das Ganze sofort so große Akzeptanz, dass beim Heimspiel am gleichen Abend bereits jede Menge Flyer verteilt wurden und darüber diskutiert wurde. In den nächsten Tagen verbreitete sich das Ganze wie ein Lauffeuer in weitere Foren und die Medien fingen an davon zu berichten.
Mitstreiter war quasi jeder, der sich in irgendeiner Form an der Aktion beteiligte. Sei es nun durch schwarze Kleidung am 16./17.03.10, oder durch Verbreitung der Idee.
Wichtig ist hierbei zu erwähnen, dass es keine Aktion von Einzelpersonen war, sondern wir nur den Rahmen dazu mit der Gestaltung der Website, des Flyers und der Verwaltung via Mailadresse gegeben haben. Der Erfolg der Aktion liegt bei der Unterstützung jeder einzelnen Person zu Grunde, die zeigen wollte, dass da etwas falsch läuft.

Welche Erwartungen hattest Du an die Aktion 58? Wie sieht ein erstes Resümee von Deiner Seite aus? Welches Feedback hast Du bisher bekommen?

Chantalle Alberstadt: Unser Ziel war es zu zeigen, dass das Eishockey nicht mehr derart existent ist, wie es sein sollte, und sich an diesem entstandenen Abwärtstrend etwas ändern muss. Wir wollten zu Diskussionen anregen, zur Auseinandersetzung mit den Problemen, die das Deutsche Eishockey hat. Insofern hat die Aktion unsere Erwartungen voll auf erfüllt. Im Vorfeld gab es jede Menge Medien, die Interesse zeigten, und auch Interviews und Stellungnahmen von den Führungspositionen der DEL. Das zeigt, dass die Aktion der Problematik Gehör verschafft hat.
Generell haben wir sehr positives Feedback bekommen. Den Konsens, dass dringend etwas geändert werden muss, gibt es ja nicht erst seit Gestern. Insofern haben sich viele dafür bedankt, dass endlich etwas passiert und nicht von Zuhause aus zugeschaut wird, wie der Sport langsam aber sicher stirbt, weil manche schon lange die Lust verloren haben, in das Stadion zu gehen, das für Jahrzehnte ihr Zuhause war.
Natürlich gab es auch negatives Feedback – einige warfen der Aktion vor nicht konkret genug gewesen zu sein, keine konkreten Forderungen gestellt zu haben. Diesen Schritt hatten wir uns im Vorherein überlegt, denn wir wollten uns nicht als kleine Gruppe anmaßen, für ganz Eishockeydeutschland zu sprechen. Ziel war es, wie schon gesagt, zur Diskussion anzuregen, nicht exakte Forderungen zu stellen – die werden aus den entstandenen Diskussionen von selbst folgen.

Wie geht es weiter? Sind weitere ähnliche Aktionen geplant? Was würdest Du besser machen wollen gegenüber der Premiere in dieser Woche.

Chantalle Alberstadt: Wir werden zunächst einmal genau beobachten, ob sich etwas verändert. Sollte der Verfall des Eishockeys voran schreiten und es die Situation erfordern, wird das nicht die letzte Aktion gewesen sein. Wir haben noch nicht aufgegeben und werden weiter für unser Hobby, unsere Leidenschaft kämpfen.
Falls es somit zu einer weiteren Aktion kommen sollte, wird diese ein wenig längerfristiger geplant sein, damit auch andere Clubs sich besser mit der Aktion identifizieren können. Eventuell könnte man sich mit Fans aus anderen Vereinen zusammensetzen und das Ganze in eine Richtung planen, dass sich alle damit identifizieren können und ihre ganze Kraft hinein investieren können – aber ob das erforderlich sein wird sehen wir erst, wenn Schritte in die richtige Richtung ausbleiben oder weiterhin von der DEL-Führung proklamiert wird, dass man an XYZ nichts ändern könnte und das in anderen Ligen die selben Probleme seien, anstatt getroffene Entscheidungen selbstkritisch zu hinterfragen.

Wie siehst Du das Thema Fanbeauftragter? Henrike Wöbking schrieb im Kölner Haie Fan-Magazin Haimspiel.de:

,,Es gibt eine „Arbeitsplatzbeschreibung” für Fanbeauftragte in der DEL, die sich auf vier DIN A4 Seiten beläuft. Zuständigkeiten und Aufgabenstellungen sind hier ausführlich definiert. Die Anforderungen an die Fanbeauftragten kann man guten Gewissens als Fulltime-Job bezeichnen, denn der nötige Zeitaufwand übersteigt bei weitem, was neben einer normalen an ehrenamtlicher Arbeit leistbar ist. Langfristig ist die Installation der Fanbeauftragten, so wie es die DEL-Leitung anstrebt, sicher eine gute Sache, aber kurzfristig eben nicht umsetzbar und somit für die Vorbringung der akuten Kritikpunkte derzeit noch keine Option.”

Chantalle Alberstadt: Zunächst einmal finde ich die Position von Fanbeauftragten gut, insofern sie als Bindeglied zwischen “Fans” und dem “Unternehmen DEL” fungiert. Die Probleme der DEL und die verschlossenen Augen der DEL-Führung sind allerdings so eklatant, dass ich Henrike bei ihrem Statement recht geben muss, dass dieser Weg der Kontaktaufnahme zur DEL kurzfristig keinen Lösungsweg darstellen kann.  Wir können hoffen, dass die Installation der Fanbeautragten von langfristigem Erfolg gekrönt sein wird und die Fans sich mit Hilfe dieses Sprachrohrs Aufmerksamkeit verschaffen. Wichtig ist hierbei allerdings, dass alle Beteiligten, sei es der gemeine Fan, der seine Kritikpunkte dem Fanbeauftragten mit auf dem Weg gibt, der Fanbeauftragte, der als Sprachrohr fungiert, oder die DEL-Leitung als Exekutive, die “Institution” ernst nehmen und als Bindeglied sieht.

Was war für Dich das bewegendste Ereignis im Eishockey in der jüngeren Geschichte?

Chantalle Alberstadt: Eigentlich durch Zufall, der Besuch eines Eishockeyspiels in der Schweiz, das ich vorher nur vom Lesen – also so ganz ohne bewegte Bilder kannte. Hier und da ein grober Check, niemand pfeift (weder Fans noch Schiedsrichter) – oder ein leichter Stockschlag wird mit Drücken des Handschuhs ins gegnerische Gesicht direkt gerächt, und weiter geht’s. Der Gegenspieler war eingenordet, es gab nicht mal eine Unterbrechung – und der Schiedsrichter verfolgte das Tun der beiden Akteure sehr genau, es wurde also nicht einfach übersehen. Das macht Spaß, hält das Spiel dynamischer und gibt den Spielern die Möglichkeit körperliche Präsenz zu zeigen. Wenn man lange Zeit schleichend eingelullt wird von Warmwasser-Eishockey, vergisst man wie es war, zumindest blendest du es aus und siehst die Veränderungen in der DEL als unumgehbare, der fortschreitenden Zeit geschuldeten Veränderungen. Du findest dich damit ab – doch dann fährst du 300 Kilometer in den Süden, und hast es wieder. So wird es vielen mit dem nächtlichen Einschalten von ARD und ZDF bei Olympia gegangen sein. Übrigens: Auch die Schweiz spielt nach IIHF-Regeln, die oft in der Argumentation der DEL als Buhmann für viele Strafzeiten herhalten.

Bei welchem Eishockey Großereignis wärst Du gerne als Zuschauer dabei gewesen?

Chantalle Alberstadt: So ganz persönlich: Bei der Meisterschaft der Adler Mannheim im Jahr 1997. Und anschließend dann mit den Massen bei der Meisterfeier in der Stadt.

Eine letzte Frage zum Abschluss darf natürlich nicht fehlen. Wer wird Deutscher Meister 2010 in der schnellsten Mannschafssportart?                          

Chantalle Alberstadt: Die Meisterschaftsfavoriten vor Saisonbeginn wurden von vielen Kennern der Liga festgelegt. Hierunter fielen neben dem aktuellen Deutschen Meister Eisbären Berlin auch die Adler Mannheim, sowie die Düsseldorfer EG. Die Vorrunde nun hinter sich und die ein oder andere Überraschung erlebt, würden die meisten wohl wieder auf die Eisbären tippen, die einen unglaublichen Abstand zum zweiten Platz erkämpfen konnten. Mich hat allerdings besonders der Sprung der Wolfsburger beeindruckt. Die Jungs wirken frisch und hungrig, als hätten sie vor keinem anderen Verein mehr Respekt. Für mich hätten sie die Deutsche Meisterschaft verdient.

Ich bedanke mich recht herzlich für das offene Interview bei Chantalle Alberstadt.