Archiv der Kategorie: Sponsoring

Adidas und das Sportsponsoring

Nach der WM ist der Aktienkurs von Adidas unter die Marke von 60 Euro gerutscht. Dazu vielleicht in den nächsten Wochen etwas mehr davon. Heute möchte ich einfach einen Blogbeitrag aus dem Archiv holen, der sich mit dem Thema Adidas und das Sportsponsoring befasst.

Reblog [vom 3. September 2012]

Es hätte ein großer Tag werden können …

Seoul, 24. Setember 1988. Im 100-Meter Lauf der Männer bei den olympischen Spielen gewann Ben Johnson. Das Adidas Logo auf dem Lauf-Shirt, die markanten drei Streifen an der Seite der Hosen. Sportfotografen aus aller Welt hatten das Motiv des spektakulären Zieleinlaufs eingefangen. Die Zeit blieb bei 9,79 Sekunden stehen. Der muskelbepackte Sprinter verwies den vierfachen Goldmedaillengewinnter von Atlanta, Carl Lewis, auf Rang zwei. Doch die Freude in Herzogenaurach wurde jäh unterbrochen. Der Star-Läufer Ben Johnson wurde des Dopings überführt. Weltrekordzeit und olympisches Gold schmolzen wie die Butter in der glühenden Mittagshitze eines gelungenen Sommers dahin.

Adidas stattete Leichtathleten erstmalig bei den olympischen Spielen 1928 in Amsterdam aus. Der Sportartikelhersteller sollte eine lange Erfolgsgeschichte hinlegen. Adi Dassler betreute in der niederländischen Metropole die Sportler vor Ort höchst persönlich. In der Geschichte der olympischen Spiele unvergessen die Laufleistung von Emil Zátopek. 1952 in Helsinki erläuft er sich Gold über 5.000, 10.000 m und im Marathon. Zeitfenster: Eine Woche. Faszinierend und bis heute unerreicht. 1997 wurde Emil Zátopek in Tschechien zum Sportler des Jahrhunderts gewählt. Hier eine Videosequenz vom Marathonsieg in Helsinki 1952.

Adidas legte in den 90er Jahren auch einen Werbespot mit Zapotek auf. Der Trainingsschuh aus dem Jahr 1950 ist die Härte. Die Werbestrategen haben dabei auch den Prager Frühling 1968 in die Sequenz mit eingebaut.

Reinhold Messner, Grenzgänger, Extrembergsteiger, faszinierende Sportlerpersönlichkeit, einer meiner persönlichen Sporthelden bestieg am 8. Mai 1978 zusammen mit seinem Partner Peter Haberle ohne Sauerstoffgerät den Mount Everest. Den Königsberg. Mythos Mount Everest. Bis zum Basecamp trug Reinhold Messner Adidas Bergstiefel. Die Leicht-Trekking-Schuhe hatten die Franken speziell für den charismatischen 8000er Spezialisten entwickelt. In Kürze kommt ein neuer Messner Film in die Kinos. Ich freu mich drauf.

Der eine oder andere Leser wird vielleicht schon etwas unruhig und sich fragen: Wo bleibt denn der Fußball? Gemach, gemach.

Adidas und Fußball im Jahr 1954 … Da war doch was? Ja, die deutsche Fußballnationalelf gewinnt in Bern die Weltmeisterschaft. Mit dabei Adi Dassler. Der Legende nach werden im Endspiel bei Regenwetter in der Halbzeitpause die Schraubstollen der Adidas-Schuhe den Platzverhältnissen auf dem aufgeweichten und von der 1. Halbzeit durchwühlten Geläuf angepasst. Die hochfavorisierte Nationalmannschaft von Ungarn muss sich am Ende mit 2:3 geschlagen geben. Deutschland ist erstmalig Fußballweltmeister.

20 Jahre später. Fast eine Selbstverständlichkeit, dass die deutsche Elf beim Finalsieg 1974 gegen die Niederlande ebenfalls Adidas Schuhe trug. Franz Beckenbauer führte als Kapitän die Mannschaft durchs Turnier, und selbst nach dem 0:1 gegen die Georg Buschner Elf aus dem damaligen Nachbarland DDR, hielt der Weltklasse-Libero Kurs auf die Mission Weltmeistertitel. Im eigenen Wohnzimmer gab es einen 2:1 Sieg gegen die Mannschaft von König Johan Cruyff.

Bereits 1972 holte sich die erfolgshungrige Mannschaft den EM-Titel. Die Schuhe mit den drei Streifen waren wieder mit von der Partie. Vom damaligen Fußball aus der Kategorie Feinkost schwärmen heute noch viele Fußballfreunde. Schönen Gruß an Netzer, Breitner, Müller, Beckenbbauer, Maier, Hoeneß und Co.

Es bedarf keiner Fähigkeiten eines Hellsehers um auch die Spielkleidung und Besohlung der erfolgreichen deutschen Fußballweltmeister von 1990 sowie der Europameister von 1980 und 1996 bei Adidas zu vermuten.

Doch Adidas kann nicht nur Leichtathletik und Fußball. 3 Jahre vor dem Finalsieg der Helmut Schön Elf gegen die niederländischen Fußballer gab es am 8. März 1971 den Boxkampf des Jahrhunderts. Weltweit beachtet und gesehen. Muhammad Ali und Joe Frazier standen sich in einem unbarmherzigen Duell gegenüber. Beide Boxer trugen Boxstiefel von Adidas.

Doch zurück in das Jahr 2012. Kürzlich wurde während der olympischen Spiele von London die Partnerschaft zwischen dem DOSB und Adidas verlängert. Die Herzogenauracher statten die deutschen Sportler auch in Sotschi 2014 und in Rio de Janeiro 2016 aus. Bei den olympischen Spielen in diesem Sommer sind über 60.000 Produkte für die deutschen Sportler geliefert worden. Herbert Hainer, Vorstandsvorsitzender von Adidas, auf der DOSB Website dazu erfreut:

“Die Olympischen Spiele haben gezeigt, wie der Sport eine junge Generation inspirieren kann. Die Spiele sind die perfekte Bühne für unsere Marke und unsere Innovationen. Die Partnerschaft mit starken Verbänden wie dem DOSB ist ein wichtiger Bestandteil unserer Strategie.”

Herbert Hainer ist Medienprofi. In zahlreichen Interviews hat er in den letzten Jahren immer wieder seine Sicht der Dinge dargelegt. Strategische Entscheidungen im Sponsoring versucht zu begründen, die Performance von Adidas herausgestrichen und Fragen nach dem Marketing offensiv beantwortet. Hier eine kleine Auswahl seiner Interviews:

Der Adidas-Chef erläutert die Gewichtung zwischen Europameisterschaft und Weltmeisterschaft im Fußball sowie den olympischen Spielen, monetäre Zusammenhänge, erklärt wie er mit Spielern wie Franck Ribery und der Neigung Nike Schuhe zu tragen, umgeht. Seit 1970 stellt Adidas den WM-Ball. Die Flugfähigkeit des Balls, immer wieder sehr gerne von Torhütern diskutiert, erläutert Hainer medial unterhaltsam aufbereitet.

Die FAZ titelte einst im Jahre 2002 Sponsoring: Sieger trinken Coca-Cola in Adidas Hosen.

,,Sport-Sponsoring ist ein riskantes Unterfangen, kann sich aber für die Konzerne lohnen: Wenn das Image des Siegers zum Image des Sponsors wird.”

Der im Eingang angesprochene Fauxpas mit Ben Johnson ist Geschichte. Tennisqueen Steffi Graf nutzte das Schuhwerk aus Herzogenaurach mit den drei Streifen. Aktuell grüßt Bayern München mit symphatischen Spielern wie Thomas Müller oder dem preisintensiven Neuzugang  Javier Martínez in Adidas Trikots spielend von der Tabellenspitze der Bundesliga. Souverän mit einer breiten Brust. Der Respekt der Konkurrenz ist wieder da. Der amtierende Europameister und Weltmeister Spanien spielt in den Hemden mit den drei Streifen. Champions-League Sieger Chelsea London kleidet sich vor dem Gang auf den Rasen ebenfalls konzentriert und mit Vorfreude auf  Siege mit der Adidas Sportkleidung ein. Okay, des Sieges im Mai in München hätte es jetzt nicht unbedingt bedurft. Schwamm drüber.

ING-DiBa hat Basketball “fast exklusiv” und rund um das Argentinien Spiel werden erstmalig die Banden auf 11 Unternehmen begrenzt

Dirk Nowitzki ist eine der deutschen Aushängeschilder. Nach der erfolgreichen NBA Saison vor 3 Jahren sagte sein Entdecker und Förderer  Holger Geschwindner im bemerkenswerten Interview mit der Stuttgarter Zeitung:

,,Für uns ist das im Grunde dasselbe. Nur die Anzahl der Anfragen ist gestiegen. Plötzlich tauchen Verwandte von vor 30 Jahren wieder auf, und man hat auf einmal ganz viele Freunde. Aber wir haben in den vergangenen 13 Jahren sehr gut gelernt zu unterscheiden. Allerdings ist es schon erstaunlich, dass ein Deutscher aus einem Fußballland mit ein bisschen Basketball so einen Hype auslösen kann.”

Katharina Herrmann, Vorstand Marketing der ING-DiBa, wurde im Interview mit sponsor news anlässlich der Verlängerung des Sponsoringvertrages mit Basketballstar Dirk Nowitzki gefragt:

,,Wäre die ING-DiBa mit einer Massensportart wie Fußball nicht noch besser aufgestellt als mit Basketball, um den Namen weiter bekannt zu machen?” 

Die 1968 in Wiesbaden geborene Spezialistin für Zielgruppenmarketing, kam einst im Juli 1998 nach Stationen bei der Sparkasse und der Commerzbank zur ING-Diba. Zum Vorstandsmitglied in Deutschland wurde sie zum 1. Januar 2011 bestellt. Ihr klares Votum für die Sportart Basketball und Testimonial Nowitzki :

,,Wir haben uns damals bewusst für Basketball entschieden, da wir so eine wunderbare dynamische Sportart fast exklusiv für uns werblich besetzen konnten. Für Fußball hätten wir weitaus mehr Geld in die Hand nehmen müssen und wären trotzdem nur einer unter vielen Werbetreibenden gewesen. Diese Entscheidung haben wir nicht bereut, im Gegenteil. Die Verlängerung des Sponsoringvertrages mit Dirk und dem DBB sowie dem Deutschen Rollstuhlbasketball ist ein deutlicher Beleg hierfür.”

Wie eng das Gedrängle beim Fußball ist zeigt auch diese Nachricht vom Schweizer Branchenblatt Sponsoring Extra über das neue Marketingkonzept in Sachen Bandenwerbung zwischen dem DFB und dem Vermarktungspartner Infront Sports & Media. Kernaussage ist die Begrenzung auf 11 Unternehmen, die während der Freundschafts- und Qualifikationsspielen der Nationalmannschaft auf Banden werben dürfen.

,,Die Anzahl der Bandenpartner bei jedem Spiel wird künftig auf elf Marken begrenzt, die zirka im 30-Sekunden Rhythmus auf der Bande rotieren werden.”

Im illustren Kreis beim Argentinien-Spiel in Düsseldorf sind dies: Allianz, Bauhaus, Bitburger, Commerzbank, Deutsche Post, Deutsche Telekom, Engelbert Strauss, Flyeralarm, Hörmann, Mercedes und Würth. Das Bandenkonzept wird zukünftig auch bei den Frauen und den DFB-Mannschaften der U21, U20 sowie U19 angewandt.

Im Management von Vermarkter Infront Sport & Media findet sich neben Philippe Blatter auch Günter Netzer. Die einstige Gladbach Fußballikone und Real Madrid Spieler ist Executive Director. Vor 5 Monaten plauderte ein entspannter Netzer beim SWR UniTalk hier am Bodensee in Konstanz auch über Traumgeschäfte im Business Fußball.Traveler Digital CameraGünter Netzer war tiefenentspannt und selbst meiner Jahrhundertliebe, die ihn ob seiner Auftritte mit Sportkamerad Delling in der ARD bis dahin durchaus etwas kritisch sah, gefiel der Abend ausgesprochen gut. Der Hörsaal war proppevoll. Fritz Frey moderierte ebenfalls gut und unverkrampft.Foto (9)

Der Abend verflog wie im Fluge.  An jenem 1. April waren die Temperaturen am Bodensee sehr warm und die Sonne strahlte angenehm den ganzen Tag. Dies hatte Petrus dieser Tage nicht immer zu bieten.

Bliebe noch Repucom für heute. Das Beratungsunternehmen hat unter dem Titel: Neuer Sponsoringtrend im europäischen Fußball: Regionale Partnerschaften einen englischen Verein ausfindig gemacht, der den Bogen raus hat. Manchester United, im vergangenen Jahr nicht gerade mit sportlichen Erfolg von sich reden machend, hat bei den regionalen Sponsorship-Deals die Nase vorn.

,,Der aktuelle European Football Club Income Stream Report von Repucom zeigt, dass der neue Sponsoringtrend – die Vermarktung von regionalen Partnerschaften – bei europäischen Fußballklubs immer mehr im Kommen ist. Manchester United gibt in diesem Zusammenhang den Ton an. Der englische Rekordmeister generierte in der Saison 2013/2014 mit regionalen Partnerschaften über 350 Prozent höhere Einnahmen als der FC Barcelona, der zweitbeste Club in dieser Kategorie.”

 Es gibt bevorzugte Regionen. Wer Asien vermutet liegt nicht daneben.

,,Denn weltweit betrachtet ist Asien für die europäischen Vereine mit insgesamt 47 Deals der beliebteste Kontinent für regionale Partnerschaften. Finanzdienstleistung, Telekommunikation sowie Lebensmittel & Getränke gehören zu den meistvertretenen Branchen.”

Auch die Branchen sind nicht wirklich überraschend.

Uhlsport müsste sich eigentlich über den Pokalsieg von Dynamo Dresden gegen Schalke gefreut haben

Traveler Digital CameraUhlsport, jener deutsche Sportartikelhersteller mit Branchen Know How für Torhüter, wird das Ergebnis von Dynamo Dresden gegen Schalke 04 im DFB-Pokal hocherfreut zur Kenntnis genommen haben. Das Balinger Unternehmen hat ein Portfolio an Torhütern. Dazu gehört auch Benjamin Kirsten, der Keeper von Dynamo Dresden. Er war ein starker Rückhalt gegen Schalke 04 und trug seinen Teil an der Pokalsensation bei. Kirsten. Der Name ist Fußballfreunden in ganz Deutschland ein Begriff. Benjamin Kirsten sein Vater Ulf Kirsten war dreifacher Torschützenkönig in der Bundesliga. Bei seinem Debüt im DFB-Trikot am 14. Oktober 1992 beim 1:1 Unentschieden gegen Mexiko war ich mit ehemaligen Schulkumpels nach Dresden ins Rudolf-Harbig-Stadion gefahren und erlebte ihn live. In seiner Nationalmannschaftskarriere kam er auf 49 Länderspiele für die DDR und 51 für die Bundesrepublik Deutschland. Ein exzellenter Torjäger. Der Junior schlug die Torhüterlaufbahn ein. Verhinderung von Toren statt erfolgreicher Torschüsse. Vor dem Spiel mit Schalke sagte Benjamin Kirsten im Interview mit Sport1:

,,Es ist das erste Pflichtspiel für Schalke und da könnte unsere Chance liegen. Sie werden aber genauso konzentriert an die Sache rangehen wie wir. Wir haben ein Heimspiel, und bei uns ist es natürlich etwas Besonderes, vor dieser Kulisse zu spielen. Das ist kein Gerede, es ist so. Die Stimmung wird wahnsinnig sein, und die Fans werden uns nach vorne peitschen. Auf unsere Fans können wir immer zählen. Wir müssen einfach auf die kleine Chance hoffen, die wir haben. Ich freue mich unheimlich auf das Spiel.”

Die Freude war nach dem Pokalsieg des Drittligisten Dynamo Dresden gegen den Champions-League Teilnehmer Schalke 04 riesengroß. Uhlsport könnte eigentlich mit Benjamin Kirsten noch offensiver agieren, um die eigene Marke publik zu machen. In Sachen Content Marketing wäre zum Beispiel eine intensive Geschichte vorstellbar. Die mediale Saisonbegleitung von Benjamin Kirsten bis zum vielleicht erfolgreichen Wiederaufstieg in die 2. Bundesliga. Parallel dazu eine Marketingoffensive mit dem ebenfalls unter Vertrag befindlichen Weltmeister Ron-Robert Zieler.

Blattkritik: touchpoint – Das Magazin für Sponsoring

Reblog [vom 4. Dezember 2013]

Der Markt für Branchenmagazine im Sponsoring mit Schwerpunkt Sport hat dieses Jahr einen neuen Mitspieler bekommen. Das neue Blatt hört auf den Namen touchpoint und kommt aus dem Hause Verlag Werben & Verkaufen GmbH. Traveler Digital CameraAm Markt agieren in Deutschland bereits seit vielen Jahren SPONSORs und sponsor news. Beide alteingesessenen Titel kommen selbstbewusst daher und spielen gekonnt auf der Klaviatur des Eigenmarketings.

Das in Hamburg ansässige Magzin SPONSORs mit dem Gründungsjahr 1996 auf seiner Online-Site im selbstbewussten Ton:

,,SPONSORs ist der führende deutschsprachige Aufbereiter und Anbieter von Informationen im Sportbusiness.”

,,Das monatlich erscheinende SPONSORs MAGAZIN bietet den Entscheidern der Sportbusiness-Szene tiefgründige Analysen, umfangreiches Datenmaterial, spezifische Rechtsberatung, personenspezifische Hintergründe, journalistisch sauber aufbereitete Themen und vieles mehr.”

Auch sponsor news kommt mit offensiven Charme und dem Selbstbewusstsein eines Branchenführers daher:

,,sponsor news ist das richtungsweisende Fachblatt für Sponsoring im deutschsprachigen Raum und erscheint seit Februar 1992 monatlich.
sponsor news berichtet über aktuelle Sponsoring-Strategien und die Herausforderungen, vor denen Sponsoren stehen. Was führt zum Erfolg? Wer bewegt was in der Branche und wo gibt es neue Trends?”

Wer ein Gefühl für den Sound vom Münchner Branchenmagazin bekommen möchte, schaut in das Interview mit dem Borussia Dortmund Marketingleiter Carsten Cramer hinein.

Nun gesellt sich touchpoint im Markt der Sponsoringmagazine dazu. Im November gab es die zweite Ausgabe des neuen Branchenblattes mit Sitz in München.Traveler Digital CameraWas offeriert touchpoint im Heft? Die Titelstory auf den Seiten 18 bis 23 ist ganz auf den anstehenden Winter zugeschnitten und geeicht. Wintersport-Sponsoring wird unter die Lupe genommen. Die beiden namhaften Autobauer Audi und BMW aus Bayern liefern sich dabei ein Kopf-an-Kopf Rennen um begehrte Sponsorships.

,,Optisch kommt es zu mancher Kollision: Aktuell sehen Biathlon-Zuschauer mitunter das BMW-Emblem auf der Startnummer und die Audi-Ringe am Rennanzug. Das pikante PS-Werbeduell ist für Branchenbeobachter fast spannender als der sportliche Wettkampf.”

Dabei ist der bekannteste Wintersport-Sponsor laut dem Repucom Wintersport Kompass 4/2013 Milka. Danach gruppieren sich Adidas und Red Bull auf den Podiumsplätzen ein. Platz 4 verzeichnet Audi vor Erdinger Alkoholfrei und Jack Wolfskin. Auf Platz 7 notiert Intersport vor BMW sowie der DKB und Viessmann. Das neue Sponsoringmagazin touchpoint arbeitet generell gerne mit Material vom Beratungsunternehmen Repucom. Dazu später noch mehr.

Biathlon ist weiterhin Medienliebling. Die TV-Präsenz bei den öffentlich-rechtlichen ist trotz Rückgang der Reichweiten nach wie vor für Sponsoren hochinteressant. In der abgelaufenen Wintersaison 2012/2013 waren 254 Millionen Zuschauer im Fernsehsessel im frei empfangbaren Fernsehen zugegen, wenn Schießen und Laufen sich in einer Sportart abwechselten. In der Saison 2010/2011 waren gar 309 Millionen Biathlonfreunde vor den TV-Geräten der Republik bei den Biathlon-Wettkämpfen Augenzeuge. Sponsoren mögen die telegene Umsetzung des Wettkampfs auf dem Bildschirm. Die Qualität der Fernsehübertragungen und die spannende Inszenierung einer einst eher als unspektakulär daherkommenden Wintersportart sorgt für die gewünschte Aufmerksamkeit.

Wintersport und richtiger Winter sind auch immer ein Thema.  Prof. Dr. André Bühler, Direktor Deutsches Institut für Sportmarketing kommt in der Titelstory zu Wort mit dem Hinweis:

,,Wenn die Rennstrecke zwar kunstschneeweiß ist, daneben aber grüne Flächen zu sehen sind, wirkt das recht künstlich und nimmt etwas von der Faszination.”

Dem kann ich nur zustimmen. Irgendwie sehen Grünflächen abseits der Pisten und Loipen immer wie ein Wetterunfall aus und nehmen etwas von der Atmosphäre.

Noch ein Wort zu Milka. Die Schokolade mit dem arteigenen Erkennungszeichen. Milka Kühe am Rand der Skipisten sind übrigens seit 1995 festes Ritual. Im Magazin liest sich dies dann mit dem erreichten Sponsorziel so:

,,Die Alpenwelt als Heimat – das erscheint authentisch und ist gelernt. Erinnerungsdepots in den Köpfen auch internationaler TV-Zuschauer sind mit lila Farbe angefüllt.”

Im Wintersport sind auch Bridgestone, Vissmann, Jack Wolfskin aktiv. Letzterer erzählt jetzt verstärkt seine Geschichten abseits der Bandenwerbung im Fußballstadion. Markus Lichti von Repucom über die Kunst begnadeter Geschichtenerzähler:

,, Wintersport eignet sich noch besser als Fußball, um spannende Geschichten zu erzählen. Ich muss nicht nur alle Gegner besiegen, sondern habe auch oft noch eine Naturgewalt gegen mich.”

Apropos Repucom. Im Magazin touchpoint finden sich vom Beratungsunternehmen neben dem oben bereits angesprochenen Wintersportkompass zu den bekanntesten Sponsoren auch weitere Übersichten wie die Reichweiten im deutschen Free-TV oder das Interesse am Biathlon, Skispringen, Ski alpin, Nordische Kombination, Bob und Rennrodeln, Eiskunstlauf, Snowboarding und Skicross im Vergleich zwischen 2005 und 2013. Auch ein Testimonials Celebrity fehlt nicht. Namen wie Vitali und Wladimir Klitschko, Steffi Graf, Sebastian Vettel, Dirk Nowitzki, Magdalena Neuner, Manuel Neuer, Jürgen Klopp oder Martin Kaymer tauchen darin auf. Oder die Top-10-Testimonials deutscher Sportler mit den geschätzten Sponsoring-Einnahmen pro Jahr.

Im Magazin gibt es  auch einen Artikel über den Sponsor-König Red Bull. Für Red Bull Experten gab es jetzt nicht gravierend Neues zu erfahren. Die “Rasenschach” Anekdote von Dortmunds Geschäftsführer Watzke wird erzählt. Sie sollte sich aber mittlerweile bis in den hintersten Winkel der Fußballrebuplik herumgesprochen haben. Herr Watzke arbeitet sich seit Jahren an RB Leipzig ab. Da wirkt er auch immer etwas verkniffen. Sympathiepunkte holt er sich damit nicht bei mir ab.  Auch die 2009er Sache mit dem Markranstädter Deal beim damaligen Fünftligisten wird im Text erwähnt. Auch ein Schwenk zum 1. FC Lokomotive Leipzig gibt es.

,,In DDR-Zeiten war Lokomotive Leipzig einer der führenden Klubs. Doch nach der Wende war es in der Stadt rasch vorbei mit dem Erfolgsfußball.”

Nun, ich habe die Leipziger Jahre damals selber Live miterlebt. Das Jahr 1993 führte zum spektakulären Aufstieg von Lok in die Bundesliga. Damals firmierten sie unter dem Namen VfB Leipzig. Das entscheidende Spiel gegen Mainz 05 wurde im Zentralstadion (jetzt nach den Umbaumaßnahmen und der Platzverkleinerung auf den Namen Red Bull Arena hörend) von den Probstheidaern gewonnen. Die Situation im Leipziger Fußball ist komplex, emotionsgeladen und nicht in 4-5 Sätzen zu erklären. Da weder Chemie Leipzig (DDR-Meister 1964) noch der Europapokalfinalist von 1987 Kontinuität entwickelten in dieser Goldgräberzeit nach der Wende (zeitweise fühlte ich mich in Leipzig wie in die Erzählungen von Jack London über die abenteuerliche Jagd nach Gold hineinversetzt), gab es in der Messestadt immer weniger seriösen Fußball. Dadurch entstand ein fußballerisches Vakuum. Red Bull, durchaus nicht sentimental, jedoch vernünftig wirtschaftlich kalkulierend, ergriff mit RB Leipzig im Jahr 2009 eine gute Chance sich selber in der Königsdisziplin Fußball in Deutschland zu positionieren. Die ersten Spiele in Markranstädt haben bereits jetzt eine nostalgische Note. Mittlerweile spielen sie im einstigen Zentralstadion, damals im Land der hohen sportlichen Ambitionen ein Stadion der Hunderttausend. Okay, 2-Nichtaufstiege aus der vierten Liga in die 3. Liga haben Red Bull Zeit gekostet, doch die Österreicher haben einen langen Atem. Wer übrigens kompetente und kontinuierliche  Berichterstattung über RB Leipzig mag, dem sei rotebrauseblogger empfohlen.

Im Text bei touchpoint über Red Bull wird auch auf die geplante Multifunktionsarena in München verwiesen und die 50+1 Regel gestreift. In der bayerischen Landeshauptstadt sollen später die Eishockeycracks von EHC Red Bull und die Basketballer von Bayern München ihren sportlichen Leibesübungen vor Publikum nachgehen. Auch der Verweis auf die Meistertitel vom FC Red Bull Salzburg fehlt nicht. Was wäre ein Red Bull Artikel ohne die Erwähnung von Formel-1 Serienweltmeister Sebstian Vettel. Den Kontrahenten schwillt ja zuweilen der Hals. Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff steht dafür exemplarisch mit seiner kernigen Aussage:

,,Auf Dauer ist es nicht akzeptabel, dass ein Brausehersteller Mercedes vor der Nase herumfährt.”

Red Bull lässt solche Äußerungen souverän abprallen.

Themenwechsel. Es gibt im Magazin einen Artikel über Frauen – eine (noch) unverstandene Zielgruppe. Den Text gebe ich zu gegebener Zeit meinen beiden Schwestern zum lesen. Gastautorin Diana Jaffé sieht ein großes Potenzial in Sachen Sponsoring-Strategien mit der Zielgruppe Frau. So richtig hat mich das Thema nicht begeistert. Vielleicht gibt es da wirklich stärkeres Feedback wenn Frauen über die Zeilen schauen. Oder ich nehme den Text auch nochmal in einer etwas ruhigeren Minute zur Hand.

Spannend fand ich den Beitrag von Gastautor Reiner Schlump über die Sponsoring-Idee Trail Running. Der Sportmarketing-Manager ist seit 1978 für Salomon tätig. Ab 2007 erfolgte der konzentrierte Ausbau des Sponsoring-Segments Trail Running. Salomon hat einen guten Namen in der Berglaufszene. Berg- und Crosslaufevents wurden gesponsert. Mit der Nähe zur Szene ging die Produktentwicklung bei Salomon für Bergläuferspezifische Ausrüstung einher. Parallel dazu trat Salomon kontinuierlich bei einer Veranstaltungsserie auf:

,,2007 trat Salomon erstmals als Namensgeber der Trail Runnung Cup-Event-Serie in Deutschland in Erscheinung. Diese vereinigte 14 bestehende Events zu einer zusammenhängenden Serie. Ziel der Event-Reihe war es, neben der Markenkommunikation, die Läufer deutschlandweit zusammenzuführen und eine Trail-Running-Community zu bilden.”

Das wirkte sich durchschlagend auf den steigenden Bekanntheitsgrad der Marke Salomon aus. Die Anmeldungen zu den Events stiegen von jahr zu Jahr, die Umsätze steigerten sich bei den bergspezifischen Produkten für das Marktsegment Trail Running.

Insgesamt hat das Sponsoringmagazin touchpoint Potenzial. Die Münchner sind auf einem guten Weg. Abgerundet wird die 2. Ausgabe durch einen Terminkalender, einen Blick auf Bücherneuerscheinungen, ein kurzes Interview mit DTM Fahrer Pascal Wehrlein und einem ausführlicheren ganzseitigen Interview mit Oliver Müller, geschäftsführender Gesellschafter der Firma MSC Sports in Karlsruhe, über Public Affairs und Sponsoring.

Uhlsport mit einem Weltmeister im Portfolio

Uhlsport hat seinen Sitz in Balingen. Im deutschen Fußball rüstet der Sportartikelhersteller unter anderen den 1. FC Union Berlin, den 1. FC Kaiserslautern, TSV 1860 München, Stuttgarter Kickers und den 1. FC Magdeburg aus. Bei der Fußball WM lief die Nationalmannschaft vom Iran in Uhlsport Trikots auf. Einst war man auch Ausstatter von Inter Mailand. Das war die Zeit wo Lothar Matthäus, Jürgen Klinsmannn und Andreas Brehme im Uhlsport Trikot für die Mailänder aufliefen. Eine der Paradedisziplinen ist die Ausstattung von Torhütern. Der 3. Keeper in der Mannschaft von Übungsleiter Löw, Ron-Robert Zieler, vertraut auch dem Balinger Ausrüster. So ist Uhlsport ab sofort mit einem Weltmeister im Portfolio ihrer Torhüter vertreten.Traveler Digital Camera

Insgesamt hat es Uhlsport in der Vergangenheit schon gespürt wie intensiv und beinhart der Kampf um Marktanteile geführt wird. The Wall Street Journal hatte einst anlässlich der Auslosung zur Fußball-WM 2014 die Marketingchefin Melanie Steinhilber und Geschäftsführer Karsten Dormann interviewt:

,,Im Jahr 2006 haben Sie gegen die Elfenbeinküste geklagt. Der Verband war trotz eines laufenden Vertrags kurz dem Beginn der WM zu Puma gewechselt. Wie ging das aus?

Dormann: Es war keinesfalls erfreulich, dass dies so passierte. Deshalb mussten wir auch dagegen vorgehen, und schließlich konnten wir unser Recht auch im Rahmen eines Gerichtsurteils in Frankreich durchsetzen. Eine Erfüllung des Vertrages wäre uns zweifelsohne am liebsten gewesen.”

Auch der große Player Adidas kam im Laufe des Interviews ins Gespräch.

,,14,5 zu 0,06 – das ist heute das Umsatzverhältnis des Milliarden-Konzerns Adidas zu Uhlsport. Wo finden Sie da überhaupt Lücken?”

Steinhilber: Zunächst einmal ist Adidas kein klassischer Mitbewerber. Adidas gehört zu den größten Sportanbietern der Welt und adressiert als Multi-Sportsbrand alle Sportarten. Wir haben mit unserer Marke Uhlsport als Mittelständler einen anderen Fokus: die Torwartnische und das Teamsportgeschäft.”

Auch einer der besten afrikanischen Torhüter ist bei Uhlsport unter Vertrag. Der für den belgischen Fußballverein KSC Lokeren in der Provinz Ostflandern haltende Keeper Boubacar Barry ,,Copa” ist der Nationaltorhüter der Elfenbeinküste. Der 34-Jährige ist schnell am Boden. Spektakuläre Paraden durchziehen seine Laufbahn. Probleme hat er bei hohen Bällen. Vor der WM wurde der Keeper mit Lokeren belgischer Pokalsieger. Sein aktueller Marktwert laut transfermarkt liegt bei 1,20 Millionen Euro. Bei der Fußball-WM 2014 war die Elfenbeinküste eigentlich schon mit beiden Beinen im Achtelfinale. Dann kam in der Nachspielzeit der Elfmeter für Griechenland. In Balingen wird man die Daumen für Boubacar Barry ,,Copa” gedrückt haben. Es half nichts. Die Griechen verwandelten ihren Strafstoß und gewannen damit 2:1, sie fingen die Elfenbeinküste gnadenlos im Zielfinish ab.

Apropos Marktwert. Ron-Robert Zieler hat einen aktuellen Marktwert via transfermarkt von 9,50 Millionen Euro. Zuletzt hakte die Vertragsverlängerung des Weltmeisters bei Hannover 96 wohl an der Ausstiegsklausel.

Das Manager Magazin blickt auf Adidas, Nike, Puma, Burrda, Marathon, Joma, Lotto Sport und Uhlsport

Adidas und Nike, die großen Konkurrenten drehen vor der Fußball-WM 2014 in Brasilien an der Marketingschraube. Meedia titelt: Blutige Rinderherzen von Adidas: der provozierte Shitstorm. Auch der amerikanische Konzern Nike wirft die Maschinerie an. Der Tagesspiegel hat sich den WM-Song 2014 aus dem Käfig vorgenommen und urteilt über die 9-minütige Videobotschaft mit dem Schauplatz Wedding:

,,Ganz subtil werden die Markenbotschaften im Video platziert, da schnürt sich mal einer in Großaufnahme seine Schuhe, da lehnt an anderer Stelle ein Turnbeutel mit dem Swoosh an der Wand, und auch bei den Textbotschaften der Rapper wird man bei genauerem Hinhören fündig: „Rein in die Nikes, raus auf die Straßen“, heißt es da. Die bekannten Testimonials, die Fußball-Stars Sejad Salihovic (TSG Hoffenheim) und Änis Ben-Hatira (Hertha BSC), sind derweil nur für ein paar Sekunden im Bild. “

The Wall Street Journal titelte kürzlich den bemerkenswerten Artikel Fußball-WM 2014 wird zur Materialschlacht der Ausrüster und verwies auf  die enorme Bedeutung in puncto Marketing der Sportartikelindustrie.

,,Nun gilt es, in Brasilien die größtmöglichen Fußabdrücke zu hinterlassen. Unruhen in den Favelas sind vorerst nur unschöne Begleitmusik. Keine zweite Veranstaltung hat für die Sportartikelindustrie solch große Marketing-Bedeutung. Ein gewonnener Titel wäre der Traum eines jeden Konzernchefs, Haltbarkeit vier Jahre.”

Auch das Manager Magazin hat sich des Themas Sportmarketing der Ausstatter angenommen. Arvid Kaiser hat in einer 9-teiligen Serie die Protagonisten der Sportartikelindustrie Adidas, Nike, Puma, Burrda, Marathon, Joma, Lotto Sport und Uhlsport unter die Lupe genommen. In den ersten drei Teilen dreht es sich um die Platzhirsche Adidas und Nike. Selbstverständlich fehlt auch nicht die Betrachtung des WM-Fußballs Brazuca und der Blick auf zwei Stars die mit ihren Klubmannschaften Barcelona und Real Madrid dieses Jahr in der Meisterschaft hinter Atletico Madrid einkamen.

Teil 1: Nike läuft Adidas den Rang ab

Teil 2:  Adidas: Deutschland, Argentinien, Spanien – und vor allem Brazuca

Teil 3: Nike: Heimspiel mit Neymar, Hoffen mit Ronaldo

Traveler Digital CameraIm 4. Teil ist der Adidas Ortsnachbar aus Herzogenaurach Puma an der Reihe. Puma stellte ja bekanntlich bei der Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland mit Italien den Champion. Ein italienischer Spieler, der vor zwei Jahren die Mannschaft um Lahm, Khedira, Schweinsteiger, Neuer etc. im Halbfinale der EM in schwerste Enttäuschungstäler schickte,  taucht denn auch ganz speziell bei Arvid Kaiser im Manager Magazin auf.

Teil 4: Puma: Neue Kraft mit Balotelli

Puma verrutsche ja ein wenig in Richtung Lifestyle-Marke und der Pfad des Sports wurde nicht so konzentriert und konsequent mehr bestritten.

,, Der neue Puma-Chef Bjørn Gulden, selbst ehemaliger Fußball-Profi, will die sportliche Kompetenz wieder stärker betonen. Und die Chancen stehen gut, dass die WM 2014 hilft, diese Botschaft zu transportieren. Neben vier der fünf afrikanischen Mannschaften und Stammkunde Italien schickt Puma auch zwei verhältnismäßig starke südamerikanische Teams und die im Fifa-Ranking ebenfalls weit vorn rangierende Schweiz aufs Feld.”

Die zwei Teams aus Südamerika sind die unbequeme Mannschaft aus Chile. Übungsleiter Löw seine Mannschaft hatte vor Wochen beim Länderspiel in Stuttgart aller höchste Mühe mit den frischen, zweikampfstarken, laufintensiven Chilenen. Die zweite von Puma ausgestattete südamerikanische Mannschaft ist Uruguay. Jene Mannschaft also, die bei der Fußball-WM 1950 Gastgeber Brasilien eine Art kollektives Trauma bescherte.

In Teil 5 der Serie beim Manager Magazin nimmt sich Arvid Kaiser dann Burrda vor. Sie statten Belgien aus. Vielen gilt die Mannschaft von Trainer Wilmots (allen Schalke Fans in Erinnerung an die phantastische UEFA-Cup Saison 1997 und zahlreicher Bundesligaspiele als Eurofighter und Kampfschwein bekannt) schlechthin als der Geheimtipp. Mir haben sie am Wochenende gegen Schweden auch sehr gut gefallen. Die Skandinavier mussten allerdings auf ihren Star Ibrahimovic verzichten. Kann Belgien sehr weit sich ins Turnier hinein spielen und kämpfen wird auch Burrda davon in puncto Aufmerksamkeit und marketingtechnischer Resonanz profitieren.

Teil 5: Burrda: Geheimfavorit mit Belgien?

Was haben die deutsche Nationalmannschaft und die Elf mit Außenseiterchancen aus Ecuador gemeinsam? Beide vertrauen Anbietern von Textilkompetenz mit dem Firmensitz in der eigenen Heimat.  Arvid Kaiser nimmt den Sportartikelhersteller Marathon unter die Lupe und merkt einleitend an:

,,Noch exotischer als Burrda ist Marathon. Der Ausrüster der Nationalmannschaft von Ecuador (Gruppe E) hat seinen Sitz in der Landeshauptstadt Quito. Man könnte hinter der Wahl der Underdogs einen antiimperialistischen Impuls des seit 2007 regierenden Präsidenten Rafael Correa vermuten, doch die Südamerikaner setzen schon seit 1994 auf den heimischen Lieferanten.”

Teil 6: Marathon: Ecuador vertraut auf heimische Textilkompetenz

In Teil 7 nimmt sich Arvid Kaiser dann Joma vor. Sie rüsten Honduras aus und einleitend wird auf eine Schwachstelle der großen Player verwiesen:

,,Auch sonst scheint Lateinamerika eine Schwachstelle der Marktführer zu sein. Honduras (ebenfalls Gruppe E) lässt sich vom spanischen Hersteller Joma ausrüsten, der aber durchaus auf dem Weltmarkt eine Rolle spielt. Markant ist vor allem der Retro-Look der Outfits.”

Teil 7: Joma: Lateinamerikas Faible für Außenseiter

Lotto Sport ist ebenfalls mit einer Mannschaft bei der WM in Brasilien beim Schaulaufen der Sportartikelindustrie vertreten. Der Auftaktgegner der deutschen Mannschaft bei der Heim-WM 2006: Costa Rica. Ab der nächsten Saison werden die Trikots auch in der Bundesliga bei einem einstigen Sensationswintermeister zu sehen sein.

Teil 8: Lotto Sport: Was Costa Rica mit Hoffenheim gemeinsam hat

Bliebe noch das Unternehmen aus Balingen übrig. Uhlsport hatte einst die renommierte Mannschaft Inter Mailand ausgestattet. Zu jener Zeit spielte dort unter anderen ein gewisser Lothar Matthäus. Wir hatten Uhlsport diese Woche bereits hier im Blog, zu der ganzen Thematik der Vorwürfe aus dem iranischen Verband in puncto Anzahl der Trikots und der kolportierten Reaktion des Torwarttrikots nach dem Waschen beim Ersatzkeeper aus dem Iran. Mit diesen angeblich signifikanten Abweichungen nach der Wäsche hatte es dann eine entsprechende Reaktion von Uhlsport gegeben, die sich gegen die Vorwürfe zur Wehr setzten.

Arvid Kaiser verweist im letzten Teil seiner Serie über die Sporthersteller während der WM auch auf die Schwierigkeit des Irans, überhaupt eine westlcihen Sponsor bekommen zu haben.

,,In Gruppe F steht nur ein Team gegen eine Phalanx aus Adidas-Mannschaften. Iran hatte wegen der Wirtschaftssanktionen von USA und Europa in der Vergangenheit immer wieder Schwierigkeiten, einen westlichen Sponsor zu finden. Seit 2012 kommen die Trikots von Uhlsport aus dem baden-württembergischen Balingen.”

Teil 9: Uhlsport: Mit Iran kommen doch wieder Deutsche ins Spiel

Uhlsport rüstet auch 1860 München aus. Jene Mannschaft die diese Woche durch das rockige Interview ihres Präsidenten Gerhard Mayrhofer unter dem Titel “Der Wahnsinn kommt!” in die Schlagzeilen kam.

Adidas nutzt Vertragslücke bei Legea und stattet Bosnien-Herzegowina aus

Traveler Digital CameraNike kann nicht überall sein. Dem fränkischen Sportartikelhersteller Adidas ist ein Marketing-Coup vor der WM gelungen. Der italienische Ausstatter Legea hatte sich das Großereignis Fußball-WM Brasilien 2014 nicht im Vertrag mit Bosnien-Herzegowina inkludieren lassen. Das im DAX gelistete Unternehmen Adidas nutzte die Vertragslücke. Die Nationalmannschaft von Bosnien-Herzegowina wird diese Woche am 4. Juni im Länderspiel gegen Mexiko in  Adidas-Trikots auflaufen. The Wall Street Journal schrieb im langen und mit zahlreichen Grafiken von Insider Peter Rohlmann unterlegten bemerkenswerten Artikel Fußball-WM 2014 wird zur Materialschlacht der Ausrüster zu der Legea/Adidas Geschichte:

,,Der Vorgänger, die italienische Marke Legea, hatte versäumt, das Großereignis im Vertrag zu inkludieren. „Adidas kommt nach diesem Geschäft vor Lachen kaum in den Schlaf”, sagt Rohlmann. Alle anderen Wettbewerber hatten nicht schnell genug geschaltet, heißt es. Nur zwischen 500.000 Euro und einer Million Euro, Sachleistungen inklusive, dürfte dieses Sponsoring im Jahr kosten.”

Es ist nicht überliefert ob Legea den Anwalt ihrer bisherigen Wahl austauschen wird. Für Adidas ist dies das 9. Engagement in puncto Teamausstattung bei der Fußball WM. Der amerikanische Konzern Nike verweist auf 10 Mannschaften. Puma hat 8 bei dem größten Sportereignis im Jahr 2014 am Start. Bosnien-Herzegowina spielt in Gruppe F gegen Argentiniens Messi, den Iran und Nigeria. Die Argentinier und Nigerianer laufen auch im Dress mit den drei Streifen auf. Der Iran wird von dem deutschen Unternehmen Uhlsport ausgestattet. Auf die Episode mit dem kolportierten eingelaufenen Torwarttrikot hatte ich ja bereits hingewiesen. Am 13. Mai schrieb ich hier auf dem Blog:

,,Kaum glauben mag man auf den ersten Blick der Nachricht vom Schwarzwälder Boten über den bei der WM in Brasilien nicht stattfindenden Trikottausch der Mannschaft vom Iran, die vom deutschen Hersteller Uhlsport aus dem schönen Balingen ausgestattet werden. Neben dem Sparsamkeitsdiktat des iranischen Fußballverbandes hebt man die Augenbrauen auch ob der Aussage von Ersatztorwart Ali-Resa Haghighi, der nach dem Waschen sein XL Trikot in signifikant kleinerer Größe wiederfand und dem Konter vom Verbandspräsidenten:

“Die Spieler müssen die nicht mit heißem Wasser waschen.”

Das lasse ich Mal so unkommentiert stehen.”

Mittlerweile hat sich das Unternehmen Uhlsport zu Wort gemeldet und sich gegen die Vorwürfe aus dem iranischen Fußballverband gewehrt. Trikots sind dem iranischen Verband in entsprechend ausreichender Anzahl von dem Balinger Sportartikelhersteller zur Verfügung gestellt worden und es wird auch explizit darauf verwiesen, dass jedes Trikot nur für ein Spiel zur Verwendung kommt.

“Keines der Trikots einer WM kann für ein weiteres Spiel verwendet werden, da diese Trikots immer die Flaggen und das Datum der Partie auf der Brust führen”

Zu der Qualitätskritik von Ersatztorwart Ali-Resa Haghighi nimmt Uhlsport mit Verweis auf die Erfahrungen von Tests und bisheriger Teams ebenfalls Stellung:

,,Dass unsere Polyesterware eingehen soll, ist nach allen unseren Tests nicht ansatzweise nachvollziehbar. Ebenso wenig haben wir von professionellen Mannschaften und anderen Partnern Stoffbeanstandungen erfahren.”

Uhlsport nennt dann auch noch den 3. Torwart der deutschen Nationalmannschaft, Ron Robert Zieler,  den niederländischen Keeper Michel Vorm und den französischen Torwart Hugo Lloris, die Produkten aus Balingen ihr Vertrauen geschenkt haben.

Apropos Torwart. Der einstige Weltklassetorwart Peter Schmeichel auf der Facebook Seite von Bosnien-Herzegowina mit einem klaren Statement in puncto Sport:

“Bei dieser Weltmeisterschaft kann Bosnien & Herzegowina für eine Überraschung sorgen. Niemand will sie als möglichen Gegner..Sie hatten eine tolle Qualifikation hingelegt und haben einen Edin Džeko, der immer für ein Tor gut ist – er kann Spiele alleine entscheiden…”

Der 28-Jährige Džeko ist allen deutschen Fußballfreunden noch gut bekannt aus seiner Zeit beim VfL Wolfsburg. 2009 schoss er 26 Tore und kam mit seinem Sturmkollegen Grafite, der mit 28 Toren Torschützenkönig wurde, auf insgesamt 54 Tore. Das war die deutsche Meisterschaft mit Wolfsburg. Bemerkenswert an den 54 Toren war der damit aufgestellte neue Rekord. Sie lösten das Bayern München Sturmduo Uli Hoeneß und Gerd Müller mit 53 Toren aus der sagenhaften Bundesligasaison 1971/1972 in der Rekordtabelle ab.