Archiv der Kategorie: Sponsoring

Red Bull: Nike löst Adidas bei den Fußballern ab

Noch ist der Aufstieg von RB Leipzig nicht perfekt, es sieht jedoch bereits verdammt gut aus.  Die Getränke, bei Bedarf auch in den neuen Geschmacksrichtungen von Red Bull, können bereits kaltgestellt werden.Traveler Digital Camera

In Anlehnung an die Frage von Jochen Breyer vorige Woche im Interview mit Jürgen Klopp darf auch vermutet werden: Die Sache ist durch, oder? Das wird nicht allen gefallen. Der aktuelle Tabellenzweite der 3. Liga polarisiert. Derweil gibt es auch positive Nachrichten in Sachen Equipment. Ein neuer  Bus und ein Ausrüstervertrag mit einem amerikanischen Sportartikelhersteller. Guido Schäfer, einst Fußballprofi in der 2. Liga bei Mainz 05 und Mannschaftskamerad von Jürgen Klopp, wechselte nach seiner Laufbahn zur Zeitung. Seine erste Station war die Allgemeine Zeitung in Mainz. Seit 2000 schreibt er für die Leipziger Volkszeitung. Seine Texte sind Kult. Wie es ihn eigentlich nach Leipzig verschlug machte er im Interview mit Lisa Garn auf urbanite.net offenkundig:

,,Im März 2000 wurde ich bei der Allgemeinen Zeitung unehrenhaft entlassen. Der Chef, ein fetter böser Typ, hat Mobbing der übelsten Sorte betrieben. Als ich ihm ans Leder wollte, flog ich raus. Ich habe mich bundesweit beworben, die LVZ hat mich genommen.”

Guido Schäfer ist hart im nehmen. Nimmt in der Regel kein Blatt vor den Mund. Er begleitet seit Jahren auch den Weg von RB Leipzig, jenem erfolgversprechenden Projekt von Red Bull.  Aktuell berichtet er von zwei Zugängen des ambitionierten Fußballvereins aus der sächsischen Metropole. Da wäre der bereits eingangs erwähnte neue Bus. Jenes luxuriöse Modell wie es bereits die Profis von Borussia Dortmund und Bayern München  zu schätzen wissen. Stichwort MAN. Dann wäre da auch noch ein Wechsel in Sachen Ausrüster. Nike statt Adidas. Guido Schäfer weist auf einen feinen aber entscheidenden Unterschied in den Vertragsmodalitäten hin:

,,Durchgesickert: Der Deal ist perfekt, Nike wird mit Beginn der Saison 2014/2015 die Salzburger und Leipziger Werktätigen von Brause-Tycoon Dietrich Mateschitz ausrüsten. Die Zusammenarbeit unterscheidet sich übrigens fundamental von der zwischen Red Bull und Adidas. Während die Herzogenauracher „nur“ Schuhe, Trikot et cetera zum Nulltarif rüber wachsen lassen (ließen), überweist Nike darüber hinaus eine nennenswerte Summe (erfolgsabhängig) ans Mateschitz-Imperium.”

Erfolg macht sexy. Für Nike auch eine gute Gelegenheit im Wettbewerb mit Adidas die Aura weiter aufzuladen. Realistisch betrachtet ist RB Leipzig der einzige ostdeutsche Fußballclub der momentan das Zeug hat perspektivisch zügig in die Bundesliga aufzusteigen und dort mehr wie eine flüchtige  Fahrstuhlmannschaft zu werden.

Generali Haching und die Suche nach einem neuen Hauptsponsor

Es war ordnungsgemäß und beizeiten verkündet, dies machte die Sache nicht angenehmer: Die Generali Versicherungen sind über das Saisonende hinaus nicht mehr der Hauptsponsor für den Volleyball-Spitzenclub Generali Haching. Tief durchatmen. Für die Volleyballer ist trotz intensiver Suche immer noch kein neuer Sponsorship zu vermelden. Die Suche nach einem neuen Hauptsponsor ist bisher ergebnislos verlaufen. Dabei konnte auch dieses sympathische Video bisher nichts daran ändern.

Manchmal kommt ja überraschend ein Retter in letzter Minute auf die Bühne. Andererseits zeigt das Beispiel auch wie wichtig auch ein über die Jahre gewachsener Sponsorenpool ist. Ist er nicht adäquat vorhanden, schüttelt der Abgang eines Hauptsponsors den Verein durch und bringt existenzielle Nöte mit sich.

Doch noch wird Volleyball gespielt. Am Donnerstag findet gegen den VfB Friedrichshafen das 2. Spiel im Playoff-Halbfinale statt. Dabei kommt Generali Haching durchhaus mit Selbstvertrauen daher. Hachings Libero Ferdl Tille will denn auch noch den besseren Spirit bei seinem Team ausgemacht haben:

,,Der VfB hat die besseren Einzelspieler, wir aber den besseren Teamspirit. Friedrichshafen ist zu knacken, wenn es uns gelingt, sie nicht ins Rollen kommen zu lassen. Wir müssen um jeden Punkt fighten, ihnen unser Spiel aufdrücken. Dann fangen sie an mit sich und den Teamkollegen zu hadern. Das haben wir schon erlebt und das müssen wir mit unserem Spiel provozieren. Ist der VfB mal ein Punkte voraus, wird es schwer.“

Derweil laufen bei den Fans vom VfB Friedrichshafen die Vorbereitungen für die Unterstützung beim Auswärtsspiel auf Hochtouren.

,,Zusammen mit den VfB-Bluebears ist die erste Fahrt zum Halbfinale gesichert. Am 10. April (Abfahrt 16 Uhr, ZF Arena) geht es für die Häfler nach Unterhaching. Gegen Generali Haching wollen nicht nur die Spieler sondern auch die Bluebears einen bleibenden Eindruck hinterlassen. „Wir würden gerne ins Finale einziehen“, sagt VfB-Fanbeauftragter Rudi Krafcsik. „Dafür werden wir von Fanseite aus unser bestmögliches geben.“ 50 Plätze hat er im Bus nach Unterhaching zu vergeben, doch: „notfalls stocken wir auf“, so Krafcsik. „Wir nehmen jeden mit, der mit will.“ Abfahrt ist am Donnerstag (10. April) um 16 Uhr an der ZF Arena Friedrichshafen. Wer sich nur eine Karte (10€) reservieren möchte und die Anreise selbst in die Hand nehmen will, kann dies auch bei Rudi Krafcsik tun.”

Die E-Mail Adresse vom VfB-Fanbeauftragten Rudi Krafcsik lautet:

                                                             rudi.krafcsik@vfb-volleyball.de

Rudi Krafcsik hatte einst im sportinsider Interview auch seine Vorstellungen von einem idealen Spieltag umrissen:

,,Ein idealer Spieltag ist es wenn alles rechtzeitig aufgebaut ist, die Halle zum Brechen gefüllt und ein Sieg der Mannschaft den Abend abrundet. Danach ein gemütliches Bierchen im Kreise der Mannschaft und der Fans.”

Derweil stehen sich heute Abend um 20 Uhr der TV Ingersoll Bühl und der deutsche Meister Berlin Recycling Volleys in der Großsporthalle Bühl gegenüber.

Der österreichische Sportwettenanbieter bwin bietet eine Quote von 8,00 für einen Heimsieg der TV Ingersoll Bühl. Bei einem Favoritensieg der Berliner gibt es die Quote von 1,05.

Auch Generali Haching und der VfB Friedrichshafen sind bereits für ihre morgige Partie ausgepreist. Der Gastgeber geht mit einer Quote von 2,75 ins Rennen. Der VfB Friedrichshafen notiert  bei einem Auswärtssieg mit 1,40.

Die Aufladung einer Aura von Nike, Adidas und Co.

Nein, Sportschuhe verkaufen sich in der Regel nicht von alleine wie geschnitten Brot von einem  Bäcker, der den Namen noch verdient und auf treue Kunden mit sensitiven Geschmacksnerven verlässlich bauen kann. Die Sportartikelhersteller müssen intensiv für ihre Produkte in puncto Marketing das große Rad drehen. Der Adidas Frontmann Herbert Hainer, frischgebackener Nachfolger von Uli Hoeneß als Aufsichtsratchef der FC Bayern AG (der 59-Jährige wurde kürzlich vom Aufsichtsrat einstimmig gewählt) brachte diese Binsenweisheit einst sehr schön im Interview mit der Wirtschaftswoche am 26.07.2008 unter dem Titel “Schlechtes Gewissen? Wieso?”, unmittelbar vor den Olympischen Spielen in Peking zu den gigantischen Marketing- und Werbeausgaben auf den Punkt:

,,Wie sollen wir den Schuh dann verkaufen? Wenn Sie nicht werben, können Sie bald die Schuhe im Büro stapeln. Das wäre der erste Schritt in den sicheren Ruin.”

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Die Marke wird inszeniert. Adidas überlässt da nichts dem Zufall. In bester Innenstadtlage wird intensiv um den Verkauf der Produkte gefightet. Auch der amerikanische Konkurrent Nike beherrscht das Spiel der emotionalen Aufladung seiner Marke und steht den Herzogaurachern da in nichts nach. Im besten Falle umweht beide eine Aura.

Einen der besten nachdenkenswerten Texte zur Aufladung der Produkte der beiden Sportartikelhersteller lieferte einst Friedrich von Borries, Architekt und Design-Theorektiker, im vierseitigen Interview beim Wirtschaftsmagazin brand eins in der Ausgabe 10/09:

„Irgendwann ist Nike und Adidas klar geworden, dass es nicht besonders sexy ist, wenn ihre Turnschuhe bei Karstadt-Sport gestapelt werden. Nike hat 1990 als erstes Mode-Unternehmen angefangen, Flagship Stores zu entwickeln. Es ging darum, die Produkte mit Aura zu versehen und zum Beispiel Original-Schuhe oder -Tennisschläger berühmter Sportler wie Kunstwerke auszustellen. Was wir aus dem Völkerkundemuseum kennen, passiert nun mit unserer eigenen Konsumkultur: Alltagsgegenstände werden als Reliquien präsentiert, eine Ethnologie der Konsumgesellschaft – allerdings mit spezifischen kommerziellen Interessen. Was in der alten, fordistischen Industriegesellschaft zählte, also Funktion, technische Innovation, Gebrauchswert, Preis, wird abgelöst durch Aura und kulturellen Mehrwert. Lifestyle-Accessoires wie Nike-Sneakers brauchen diese Aufladung.“

Die Aufladung der amerikanischen Marke Nike wird auch nicht dem Gevatter Zufall überlassen. Generalstabsmäßig wird bei dem Sportartikelhersteller alles geplant. Ein Blick auf den Nike Campus fördert dann auch solche Bereiche wie den Run-way Biomechanics, die Motion Capture Lab oder  Physiology-Environmental Chambers hervor. Im letztgenannten Sektor liest sich das bei der Stippvisite dann auf lesmads so:

,,Hier werden in zwei verschiedenen Räumen einmal an Athleten oder am Roboter “Hal” die Ausmaße von Temperaturunterschieden beim Work-Out analysiert. Bei unserer Führung wurde zum Beispiel der eine Raum, in dem eine Frau trainierte, auf Temperatur von Rio de Janeiro hochgestuft. Aber nicht nur das: Auch Luftfeuchtigkeit und Luftdruck können exakt eingestellt und somit die Wetterbedingungen eines beliebigen Ortes auf der Welt – egal ob heiß oder kalt – nachempfunden werden.”

Doch es gibt auch immer wieder die kritischen Stimmen. Stichwort Arbeitsbedingungen. Entlohnung. Erinnert sei an den Film aus dem Jahr 1997 von Michael Moore Der große Macher (im Originaltitel: The Big One). Hier der sehr nachdenklich stimmende Wikipedia Eintrag und hier die Sequenz mit dem Interview von  Filmemacher Michael Moore mit dem damaligen Nike-Vorstandsvorsitzenden Phil Knight auf youtube. (8 Minuten und 23 Sekunden).

Entlohnung ist selbstverständlich auch bei Adidas immer wieder ein Thema. Die Arbeitskosten sind auch in Ländern wie China nicht in Stein gemeißelt. Am 20. November 2011 bemerkte Adidas-Chef Herbert Hainer im Interview auf Welt Online dazu an:

,,Die Preise beschäftigen uns natürlich. Sie sind im Vergleich zur Situation vor zwei Jahren immer noch hoch. Allerdings gibt es inzwischen auch positive Signale. Etwa bei den Baumwollpreisen. Die waren innerhalb von zwölf Monaten um 200 Prozent gestiegen, dann fielen sie wieder um die Hälfte. Gummi- oder Polyesterpreise stagnieren oder gehen leicht zurück. Allerdings bemerken wir den starken Anstieg der Arbeitskosten in China. Die Regierung verordnet Lohnsteigerungen um 15 bis 25 Prozent – und es ist noch keine Entspannung zu sehen.”

Übrigens bei dem anstehenden Fußball-Jahreshöhepunkt im Land des Rekordweltmeisters sieht es bei der Ausstattung der Teams für die WM Brasilien 2014 in der Reihenfolge so aus: Nike (10), Puma (8), Adidas (8). Die Aufladung der Aura geht weiter.

Adidas in der Währungsfalle

Nein, heute keine Nachlese zum temporeichen Spiel der chilenischen Mannschaft in Puma Trikots gegen die doch farblich gewöhnungsbedürftigen Leibchen vom deutschen Team im nicht ausverkauften Stadion in Stuttgart. Schwächelt das Zuschauerinteresse an der Mannschaft von Übungsleiter Löw? Oder sind die Eintrittspreise zu hoch? Ist die Nationalelf gar mit zu viel Marketingaktionen im Fahrwasser Übersättigung beim Publikum gelandet?

Habe ich das eigentlich richtig mitbekommen: Adidas ist in der Währungsfalle. Dieser verflixte und ungeliebte Euro aber auch. Dabei sehen die Läden vom fränkischen Sportartikelhersteller aus Herzogenaurach in Deutschland, wie hier in der pulsierenden, attraktiven und heimlichen Fußballhauptstadt München, auf den ersten Blick eigentlich kerngesund aus. Traveler Digital CameraAber es sind ja oft die internationalen Märkte, die Bauchweh verursachen. Fußballnationen wie Argentinien und Brasilien werteten ihre Währungen ab. Die Fuballschuhe mit den markanten drei Streifen zum Beispiel kosten im Weltmeisterland von 1978 und 1986 weiterhin den annähernd selben Preis in Pesos in Buenos Aires. Doch am Ende der Verwertungskette kommt für Adidas nach Umrechnung der schwachen argentinischen Währung in den Euro weniger bei rum. Auch Adidas-Chef Herbert Hainer kann nicht mit einem Patentrezept aufwarten. Im heutigen Südkurier auf Seite 6 Wirtschaft in Kooperation mit dem Handelsblatt kommt er im Artikel von Klaus Tscharnke, DPA, unter dem Titel Euro läuft Adidas davon zu Wort in Sachen Währungsprobleme:

,,Da gibt es im Moment nur ganz wenig, was wir tun können.”

Die Sache ist komplex. Stichwort die kräftige Entwicklung des Euros gegenüber dem Dollar 2013. Die Produkte von Adidas verteuerten sich für ausländische Geschäftspartner. Andere Baustelle. Die Entwicklung der Adidas Läden in China. Klaus Tscharnke verweist auf die Schwierigkeit von Herbert Hainer, den aktuellen sowie exakten Stand der Anzahl von Stores im Riesenreich zu beziffern.

,,Alleine in China verkündete Adidas-Chef Herbert Hainer stolz, betreibe der Konzern inzwischen mehr als 7600 in 1000 Städten. ,,Dass ich ihnen heute nicht die genaue Zahl nennen kann, liegt nicht daran, dass ich zu faul war, sie zu zählen, sondern dass wir täglich in China zwei bis drei neue Adidas-Stores eröffnen”, sagte er.”

Okay, dass lasse ich mal so stehen. Wenn dozierende Volkswirte ihren Studenten die Definition von Wachstum erklären wollen, können sie ja auf das Adidas Beispiel der Läden in China verweisen.

Sponsoring der olympischen Spiele: Coca-Cola und die Macht der Bilder

Es gäbe viel kritisches über diese olympischen Spiele in Sotschi zu berichten. Nehmen wir nur die intensiv verwendete Axt an Mutter Natur. Der unersättliche und gnadenlose Raubbau an der Umwelt. Vielleicht sollte auch nochmals ein Blick in die Geschichte der olympischen Winterspiele erfolgen. Axel Zängl und Sylvia Hamberger haben da einen sehr nachdenklichen und ausführlichen Text mit zahlreichen Quellen angefertigt auf der Website Nolympia.

Derweil fragt die altehrwürdige Neue Zürcher Zeitung Sponsoring für den Sport oder für Putin? und weist auf die vermeintliche Crème de la Crème hin.

,,Das IOK wird von zehn Grosskonzernen mitfinanziert, die geschätzt jeweils rund 100 Millionen Dollar bezahlen, um während eines Vierjahreszyklus mit Sommer- und Winterspielen unter anderem die Marke Olympia für ihre Werbung nutzen zu dürfen. Sechs der zehn Firmen stammen aus den USA, nämlich McDonald‘s, Coca-Cola, Visa, Dow Chemical, General Electric sowie Procter & Gamble. Der Rest der Wirtschaftswelt wird durch Atos (Frankreich), Omega (Schweiz), Panasonic (Japan) und Samsung (Südkorea) vertreten. Gerade für die US-Konzerne, überwacht durch das feine Sensorium ihres Heimatpublikums für (vermeintliche) Diskriminierungen aller Art, ist das Engagement in Sotschi zu einem Balanceakt geworden.”

Einer dieser US-Konzerne ist der Brausehersteller Coca-Cola. Die wikipedia Akte ist dick. Siehe besonders Punkt 6 Kritik. Der Getränkehersteller hatte in Deutschland auch gerade wieder Schlagzeilen geliefert. Der sogenannte Regalstreit mit dem Discounter Lidl. Der andere Branchenriese im Lebensmitteldiscounterbereich, der im Volksmund auch gerne als Feinkostanbieter Albrecht bezeichnete ALDI, wird die Auseinandersetzung aufmerksam verfolgt haben. Doch Regalstreit hin oder her: Coca-Cola wird weiter getrunken. Der Sponsor der olympischen Spiele ist megapräsent in Russland. Er begleitet den olympischen Fackellauf. Locker und flockig, mit einer Prise russischer Folklore und einer unübersehbaren Werbebotschaft. Coca-Cola überlässt normal in Sachen Marketing nichts dem Zufall. Ausgeklügelte marketingtechnische Aspekte und Szenarien werden intensiv geplant und dann mit der arteigenen Konsequenz umgesetzt. Die Macht der Bilder wird dabei jedesmal bemüht. Aber meine geschätzen Leserinnen und Leser können selber in das Video schauen und sich ein Urteil bilden

Das Video hat eine Länge von 3 Minuten und 26 Sekunden. Vorhang auf.

Schweizer Olympiamannschaft in Nike, Descente und Salomon nach Sotschi

Spieglein, Spieglein an der Wand, wer hat die schönste Olympiakleidung an im ganzen Land? Ja, die Sportbekleidungsbranche ist immer an namhaften Mannschaften interessiert. Die Umsätze müssen angekurbelt werden. Die Präsenz der Marken-Hersteller in Top-Lagen wie hier in München ist nicht zu übersehen.Traveler Digital CameraWir hatten hier ja kürzlich den Fokus auf die im Sommer bevorstehende Fußball-WM gerichtet unter dem Titel Nike (10), Puma (8), Adidas (8) bei der Fußball-WM Brasilien 2014. Doch vorher gibt es erst die olympischen Winterspiele in Sotschi. Auch dort gibt es einen harten Wettbewerb um Ausstattungsmandate, Image, werbewirksame Auftritte, Marktanteile und Umsätze.

Die Schweizer Olympiadelegation hat sich auch bereits entschieden in welcher Kleidung sie im Februar auflaufen werden. Das Branchenblatt Sponsoring extra aus unserem Nachbarland mit den sympathischen Eidgenossen kündigte inklusive Fotos der Kollektion an:

,,Zur Verfügung gestellt werden die 30 Teile der Ausrüstung von Ochsner Sport mit dem Hersteller Nike (Bekleidung und Reisegepäck), von Descente (Winterbekleidung) und von Salomon (Winter-/Sportschuhe).”

Bei meinem Aufenthalt in Zürich im Oktober 2013 war Sotschi 2014 noch ewig weg. Doch jetzt läuft die Zeit unerbittlich. Das Eishockey-Blog Check von hinten berichtete bereits über den nominierten Olympia-Kader der schweizer Kufencracks. Die Putin-Winterspiele sind jetzt bereits sehr nah. Persönlich waren die olympischen Winterspiele 1976 in Innsbruck (ich war damals 12 Jahre alt) die ersten wahr genommenen Spiele in der kälteren Jahreszeit. In meiner Erinnerung, die ich einst vor Vancouver 2010 festhielt, las sich dies in puncto Sporthelden so:

,,Die Helden von Innsbruck waren für mich Franz Klammer, Meinhard Nehmer, Hans-Georg Aschenbach, Toni Innauer, Rosi Mittermaier, Uli Wehling und der legendäre Eishockeytorwart Wladislaw Tretjak. Das Sonderheft zu den Spielen war eine ständige Begleitlektüre. Ich konnte damals alle Olympiasieger aus dem Kopf aufsagen. Heute müßte ich dafür den Google Sehschlitz bemühen.”

Der draufgängerische österreichische Skiadler Toni Innauer hat es 38 Jahre später auch in meine Blogroll geschafft. Damals war das Programm noch etwas dünner gehalten und eine Gesellschaftsform dominierte die Medaillenwertung.

,,Das heutige aufgeblähte Programm an Biathlon Wettkämpfen kam in sehr asketischer Form 1976 mit zwei Wettbewerben aus. Die Männer durften über 20 Kilometer und in der 4 x 7,5 km Staffel ihre Kräfte messen. Frauen mit dem Gewehr auf dem Rücken hatten gar keine Wettkämpfe.

Die UdSSR und die DDR belegten vor den USA die Plätze 1 und 2 in der Medaillenwertung. Auf Platz 5 kam die Bundesrepublik Deutschland. Die zwei erstgenannten Nationen gibt es heute auf der politischen Landkarte nicht mehr.”

Auch das leidige Thema Doping gab es 1976 bei den olympischen Winterspielen in Innsbruck.

,,Wie war das eigentlich damals mit dem Doping? Ich erinnere mich an einen Vorfall in der Mannschaft der damaligen CSSR. Der Eishockeyspieler Frantisek Pospisil hatte  ein unerlaubtes Mittel genommen. Codein. Das Thema Doping nimmt heute einen viel größeren Rahmen in der Wahrnehmung und wohl auch in der Anwendung ein. Aus meinem Bauchgefühl heraus würde ich sagen: Die Spiele haben ihre Unschuld verloren.”

Ich war ab dem Winter 1976 infiziert von den olympischen Spielen. Im Sommer kam dann noch Montreal mit dem größten sportlichen Erfolg der Mannschaft von Georg Buschner gegen die polnische Fußballelf mit ihrer hochkarätigen Besetzung im Endspiel. Vielleicht das beste Spiel einer DDR-Fußballnationalmannschaft in ihrer Geschichte. Auch Waldemar Cierpinski … aber die Geschichte erzähle ich ein andermal.

Blattkritik: touchpoint – Das Magazin für Sponsoring

Der Markt für Branchenmagazine im Sponsoring mit Schwerpunkt Sport hat dieses Jahr einen neuen Mitspieler bekommen. Das neue Blatt hört auf den Namen touchpoint und kommt aus dem Hause Verlag Werben & Verkaufen GmbH. Traveler Digital CameraAm Markt agieren in Deutschland bereits seit vielen Jahren SPONSORs und sponsor news. Beide alteingesessenen Titel kommen selbstbewusst daher und spielen gekonnt auf der Klaviatur des Eigenmarketings.

Das in Hamburg ansässige Magzin SPONSORs mit dem Gründungsjahr 1996 auf seiner Online-Site im selbstbewussten Ton:

,,SPONSORs ist der führende deutschsprachige Aufbereiter und Anbieter von Informationen im Sportbusiness.”

,,Das monatlich erscheinende SPONSORs MAGAZIN bietet den Entscheidern der Sportbusiness-Szene tiefgründige Analysen, umfangreiches Datenmaterial, spezifische Rechtsberatung, personenspezifische Hintergründe, journalistisch sauber aufbereitete Themen und vieles mehr.”

Auch sponsor news kommt mit offensiven Charme und dem Selbstbewusstsein eines Branchenführers daher:

,,sponsor news ist das richtungsweisende Fachblatt für Sponsoring im deutschsprachigen Raum und erscheint seit Februar 1992 monatlich.
sponsor news berichtet über aktuelle Sponsoring-Strategien und die Herausforderungen, vor denen Sponsoren stehen. Was führt zum Erfolg? Wer bewegt was in der Branche und wo gibt es neue Trends?”

Wer ein Gefühl für den Sound vom Münchner Branchenmagazin bekommen möchte, schaut in das Interview mit dem Borussia Dortmund Marketingleiter Carsten Cramer hinein.

Nun gesellt sich touchpoint im Markt der Sponsoringmagazine dazu. Im November gab es die zweite Ausgabe des neuen Branchenblattes mit Sitz in München.Traveler Digital CameraWas offeriert touchpoint im Heft? Die Titelstory auf den Seiten 18 bis 23 ist ganz auf den anstehenden Winter zugeschnitten und geeicht. Wintersport-Sponsoring wird unter die Lupe genommen. Die beiden namhaften Autobauer Audi und BMW aus Bayern liefern sich dabei ein Kopf-an-Kopf Rennen um begehrte Sponsorships.

,,Optisch kommt es zu mancher Kollision: Aktuell sehen Biathlon-Zuschauer mitunter das BMW-Emblem auf der Startnummer und die Audi-Ringe am Rennanzug. Das pikante PS-Werbeduell ist für Branchenbeobachter fast spannender als der sportliche Wettkampf.”

Dabei ist der bekannteste Wintersport-Sponsor laut dem Repucom Wintersport Kompass 4/2013 Milka. Danach gruppieren sich Adidas und Red Bull auf den Podiumsplätzen ein. Platz 4 verzeichnet Audi vor Erdinger Alkoholfrei und Jack Wolfskin. Auf Platz 7 notiert Intersport vor BMW sowie der DKB und Viessmann. Das neue Sponsoringmagazin touchpoint arbeitet generell gerne mit Material vom Beratungsunternehmen Repucom. Dazu später noch mehr.

Biathlon ist weiterhin Medienliebling. Die TV-Präsenz bei den öffentlich-rechtlichen ist trotz Rückgang der Reichweiten nach wie vor für Sponsoren hochinteressant. In der abgelaufenen Wintersaison 2012/2013 waren 254 Millionen Zuschauer im Fernsehsessel im frei empfangbaren Fernsehen zugegen, wenn Schießen und Laufen sich in einer Sportart abwechselten. In der Saison 2010/2011 waren gar 309 Millionen Biathlonfreunde vor den TV-Geräten der Republik bei den Biathlon-Wettkämpfen Augenzeuge. Sponsoren mögen die telegene Umsetzung des Wettkampfs auf dem Bildschirm. Die Qualität der Fernsehübertragungen und die spannende Inszenierung einer einst eher als unspektakulär daherkommenden Wintersportart sorgt für die gewünschte Aufmerksamkeit.

Wintersport und richtiger Winter sind auch immer ein Thema.  Prof. Dr. André Bühler, Direktor Deutsches Institut für Sportmarketing kommt in der Titelstory zu Wort mit dem Hinweis:

,,Wenn die Rennstrecke zwar kunstschneeweiß ist, daneben aber grüne Flächen zu sehen sind, wirkt das recht künstlich und nimmt etwas von der Faszination.”

Dem kann ich nur zustimmen. Irgendwie sehen Grünflächen abseits der Pisten und Loipen immer wie ein Wetterunfall aus und nehmen etwas von der Atmosphäre.

Noch ein Wort zu Milka. Die Schokolade mit dem arteigenen Erkennungszeichen. Milka Kühe am Rand der Skipisten sind übrigens seit 1995 festes Ritual. Im Magazin liest sich dies dann mit dem erreichten Sponsorziel so:

,,Die Alpenwelt als Heimat – das erscheint authentisch und ist gelernt. Erinnerungsdepots in den Köpfen auch internationaler TV-Zuschauer sind mit lila Farbe angefüllt.”

Im Wintersport sind auch Bridgestone, Vissmann, Jack Wolfskin aktiv. Letzterer erzählt jetzt verstärkt seine Geschichten abseits der Bandenwerbung im Fußballstadion. Markus Lichti von Repucom über die Kunst begnadeter Geschichtenerzähler:

,, Wintersport eignet sich noch besser als Fußball, um spannende Geschichten zu erzählen. Ich muss nicht nur alle Gegner besiegen, sondern habe auch oft noch eine Naturgewalt gegen mich.”

Apropos Repucom. Im Magazin touchpoint finden sich vom Beratungsunternehmen neben dem oben bereits angesprochenen Wintersportkompass zu den bekanntesten Sponsoren auch weitere Übersichten wie die Reichweiten im deutschen Free-TV oder das Interesse am Biathlon, Skispringen, Ski alpin, Nordische Kombination, Bob und Rennrodeln, Eiskunstlauf, Snowboarding und Skicross im Vergleich zwischen 2005 und 2013. Auch ein Testimonials Celebrity fehlt nicht. Namen wie Vitali und Wladimir Klitschko, Steffi Graf, Sebastian Vettel, Dirk Nowitzki, Magdalena Neuner, Manuel Neuer, Jürgen Klopp oder Martin Kaymer tauchen darin auf. Oder die Top-10-Testimonials deutscher Sportler mit den geschätzten Sponsoring-Einnahmen pro Jahr.

Im Magazin gibt es  auch einen Artikel über den Sponsor-König Red Bull. Für Red Bull Experten gab es jetzt nicht gravierend Neues zu erfahren. Die “Rasenschach” Anekdote von Dortmunds Geschäftsführer Watzke wird erzählt. Sie sollte sich aber mittlerweile bis in den hintersten Winkel der Fußballrebuplik herumgesprochen haben. Herr Watzke arbeitet sich seit Jahren an RB Leipzig ab. Da wirkt er auch immer etwas verkniffen. Sympathiepunkte holt er sich damit nicht bei mir ab.  Auch die 2009er Sache mit dem Markranstädter Deal beim damaligen Fünftligisten wird im Text erwähnt. Auch ein Schwenk zum 1. FC Lokomotive Leipzig gibt es.

,,In DDR-Zeiten war Lokomotive Leipzig einer der führenden Klubs. Doch nach der Wende war es in der Stadt rasch vorbei mit dem Erfolgsfußball.”

Nun, ich habe die Leipziger Jahre damals selber Live miterlebt. Das Jahr 1993 führte zum spektakulären Aufstieg von Lok in die Bundesliga. Damals firmierten sie unter dem Namen VfB Leipzig. Das entscheidende Spiel gegen Mainz 05 wurde im Zentralstadion (jetzt nach den Umbaumaßnahmen und der Platzverkleinerung auf den Namen Red Bull Arena hörend) von den Probstheidaern gewonnen. Die Situation im Leipziger Fußball ist komplex, emotionsgeladen und nicht in 4-5 Sätzen zu erklären. Da weder Chemie Leipzig (DDR-Meister 1964) noch der Europapokalfinalist von 1987 Kontinuität entwickelten in dieser Goldgräberzeit nach der Wende (zeitweise fühlte ich mich in Leipzig wie in die Erzählungen von Jack London über die abenteuerliche Jagd nach Gold hineinversetzt), gab es in der Messestadt immer weniger seriösen Fußball. Dadurch entstand ein fußballerisches Vakuum. Red Bull, durchaus nicht sentimental, jedoch vernünftig wirtschaftlich kalkulierend, ergriff mit RB Leipzig im Jahr 2009 eine gute Chance sich selber in der Königsdisziplin Fußball in Deutschland zu positionieren. Die ersten Spiele in Markranstädt haben bereits jetzt eine nostalgische Note. Mittlerweile spielen sie im einstigen Zentralstadion, damals im Land der hohen sportlichen Ambitionen ein Stadion der Hunderttausend. Okay, 2-Nichtaufstiege aus der vierten Liga in die 3. Liga haben Red Bull Zeit gekostet, doch die Österreicher haben einen langen Atem. Wer übrigens kompetente und kontinuierliche  Berichterstattung über RB Leipzig mag, dem sei rotebrauseblogger empfohlen.

Im Text bei touchpoint über Red Bull wird auch auf die geplante Multifunktionsarena in München verwiesen und die 50+1 Regel gestreift. In der bayerischen Landeshauptstadt sollen später die Eishockeycracks von EHC Red Bull und die Basketballer von Bayern München ihren sportlichen Leibesübungen vor Publikum nachgehen. Auch der Verweis auf die Meistertitel vom FC Red Bull Salzburg fehlt nicht. Was wäre ein Red Bull Artikel ohne die Erwähnung von Formel-1 Serienweltmeister Sebstian Vettel. Den Kontrahenten schwillt ja zuweilen der Hals. Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff steht dafür exemplarisch mit seiner kernigen Aussage:

,,Auf Dauer ist es nicht akzeptabel, dass ein Brausehersteller Mercedes vor der Nase herumfährt.”

Red Bull lässt solche Äußerungen souverän abprallen.

Themenwechsel. Es gibt im Magazin einen Artikel über Frauen – eine (noch) unverstandene Zielgruppe. Den Text gebe ich zu gegebener Zeit meinen beiden Schwestern zum lesen. Gastautorin Diana Jaffé sieht ein großes Potenzial in Sachen Sponsoring-Strategien mit der Zielgruppe Frau. So richtig hat mich das Thema nicht begeistert. Vielleicht gibt es da wirklich stärkeres Feedback wenn Frauen über die Zeilen schauen. Oder ich nehme den Text auch nochmal in einer etwas ruhigeren Minute zur Hand.

Spannend fand ich den Beitrag von Gastautor Reiner Schlump über die Sponsoring-Idee Trail Running. Der Sportmarketing-Manager ist seit 1978 für Salomon tätig. Ab 2007 erfolgte der konzentrierte Ausbau des Sponsoring-Segments Trail Running. Salomon hat einen guten Namen in der Berglaufszene. Berg- und Crosslaufevents wurden gesponsert. Mit der Nähe zur Szene ging die Produktentwicklung bei Salomon für Bergläuferspezifische Ausrüstung einher. Parallel dazu trat Salomon kontinuierlich bei einer Veranstaltungsserie auf:

,,2007 trat Salomon erstmals als Namensgeber der Trail Runnung Cup-Event-Serie in Deutschland in Erscheinung. Diese vereinigte 14 bestehende Events zu einer zusammenhängenden Serie. Ziel der Event-Reihe war es, neben der Markenkommunikation, die Läufer deutschlandweit zusammenzuführen und eine Trail-Running-Community zu bilden.”

Das wirkte sich durchschlagend auf den steigenden Bekanntheitsgrad der Marke Salomon aus. Die Anmeldungen zu den Events stiegen von jahr zu Jahr, die Umsätze steigerten sich bei den bergspezifischen Produkten für das Marktsegment Trail Running.

Insgesamt hat das Sponsoringmagazin touchpoint Potenzial. Die Münchner sind auf einem guten Weg. Abgerundet wird die 2. Ausgabe durch einen Terminkalender, einen Blick auf Bücherneuerscheinungen, ein kurzes Interview mit DTM Fahrer Pascal Wehrlein und einem ausführlicheren ganzseitigen Interview mit Oliver Müller, geschäftsführender Gesellschafter der Firma MSC Sports in Karlsruhe, über Public Affairs und Sponsoring.

touchpoint – Das Magazin für Sponsoring

Der November ist durch. Er war geprägt vom Schach-WM Kampf in Chennai zwischen dem exzellent vermarkteten Magnus Carlsen und Viswanathan Anand. Es gab auch die 2. Ausgabe von touchpoint. Das Magazin für Sponsoring ist ein branchenspezifisches Verlagsprodukt aus dem Hause Verlag Werben & Verkaufen GmbH. Das Magazin bietet Hintergründe, Analysen und Handlungsempfehlungen aus der großen Welt des Sponsorings und Sportbusiness.Traveler Digital CameraDurch die Schach-WM ist bei mir einiges liegen geblieben. Die genaue Heftbesprechung von touchpoint gibt es diese Woche noch von mir. Es wird die Wintersport-Sponsoring Strategie von Audi und BMW besprochen, es wird ein Blick auf den Sponsor-König Red Bull geworfen, der Fluch und Segen von Testimonials  für Unternehmen unter die Lupe genommen, Sponsoring für Frauen und seine Fallstricke untersucht oder wie Salomon Manager Reiner Schlump über die Sponsoring-Idee Trail Running denkt und schreibt.

Meinen Leserinnen und Lesern wünsche ich eine entspannte Woche!

Nike (10), Puma (8), Adidas (8) bei der Fußball-WM Brasilien 2014

Noch sind ein paar Wochen im Jahr 2013 zu absolvieren. Dann schreiben wir bereits 2014. Dann ist die WM in Brasilien nur noch wenige Monate entfernt. Das Wettrennen um die Ausstattung der Fußballmannschaften ist ja nie in einer richtigen stillen Phase ohne Aktivitäten. Es geht im Verdrängungswettbewerb der Sportartikelhersteller immer um Marktanteile, Präsenz, Absatzmärkte mit Prioritäten, Marketing und Umsätze. Traveler Digital CameraDas Branchenmagazin Sponsoring extra wirft einen kleinen und dezenten Blick auf den Stand in Sachen Ausrüstung für die WM 2014.

,,Die Amerikaner rüsten zehn Teams aus, darunter mit Gastgeber Brasilien, den USA und England die wichtigsten Absatzmärkte. Die in den Playoffs qualifizierten Franzosen warben sie 2011 von Adidas ab. Selbst Puma rüstet mit neun Nationalmannschaften dank der Qualifikation von Uruguay mehr Teams aus als Adidas (acht). Zudem sind diesmal mehrere kleine Ausrüster wie Burrda (Belgien), Legea (Bosnien-Herzegowina) oder Marathon (Ecuador) vertreten.”

Adidas hat unter anderen Spanien und die deutsche Fußballnationalmannschaft unter Vertrag und verlängerte gerade den Kontrakt mit der FIFA bis 2030.

Update: Es hat sich der Fehlerteufel eingeschlichen. Die fränkischen Hersteller Adidas und Puma rüsten je 8 Mannschaften zur WM 2014 aus.

Adidas rüstet im einzelnen folgende Teams aus:

Nigeria, Mexiko, Kolumbien, Japan, Russland, Spanien, Argentinien und Deutschland

Puma rüstet im einzelnen folgende Teams aus:

Elfenbeinküste, Algerien, Ghana, Kamerun, Chile, Uruguay, Schweiz und Italien

Nike rüstet im einzelnen folgende Teams aus:

Südkorea, USA, Kroatien, Australien, Brasilien, England, Frankreich, Griechenland, Niederlande und Portugal

Burrda

Belgien

Uhlsport

Iran

Marathon

Ecuador

Lotto

Costa Rica

Legea

Bosnien-Herzegowina

Joma

Honduras

Red Bull, Digitale Sport Medien, Rückblick 9. SPONSORs Clubmanager Summit und Projekt Stadionbau in Zürich

Red Bull hat wieder Grund zum Feiern. Die Marketingstrategie von Dietrich Mateschitz hat einen weiteren Erfolg zu verzeichnen. Der Red Bull Pilot Sebastian Vettel holte sich den 4. WM Titel in Serie. Am 3. Dezember 2009 schrieb ich unter Red Bull und das Sportsponsoring:

,,Der 21-Jährigen neue Formel 1 Star hat keinerlei Starallüren. Seine Interviews sind ungefiltert. Sein Lachen nicht einstudiert. Mit 9 Jahren (so die Legende) suchte Sebastian Vettel schon die ersten Sponsoren. Den Vertrag mit Red Bull ließ er nur durch einen Anwalt checken. Mehr nicht. Kein Manager. Kein Beraterstab. Keine Juristen-Gruppe. Vettel mag es einfach.”

Der Red Bull Racer hatte 2009 in der Regenschlacht beim China GP in Shanghai einen Geniestreich hingelegt und verwies Mark Webber auf Platz zwei.

,,Werden wir Sebastian Vettel und Red Bull noch öfter auf dem Podium sehen ? Ja, das werden wir erleben. Die Chancen stehen verdammt gut. Dietrich Mateschitz und Red Bull verleihen Sebastian Vettel Flügel.”

Okay, die Sache mit den Flügeln war vielleicht etwas flapsig von mir auf die Tastatur gebracht. Fahren muss Vettel dann schon noch selber. Aber der griffige Werbeslogan, auch vor Beginn eines Kinofilmes durchaus im Angebot, ist untrennbar mit Red Bull verbunden. Traveler Digital CameraEs gab vor Jahren auch Ratschläge den Stall zu wechseln. Sie kommem punktuell immer wieder. Siehe die kürzliche Sache eines vermeintlich gutgemeinten Ratschlages von der Formel-1 Legende Michael Schumacher mit Blick auf die Traditionsmarke Ferrari. Doch Vettel packte den Stier bei den Hörnern und blieb den Österreichern treu und fuhr einen Sieg nach dem anderen ein. Einen anderen Ratschlag zum Stallwechsel, im Gegensatz zur Meinung von Schumacher, gab es ja bereits im Frühjahr von Bernie Ecclestone. Der Patriarch des Formel-1 Business sah das Karriereende von Sebastian Vettel bei Red Bull und riet von einem Transfer zu den Italienern ab.

Themawechsel. RESULT SPORTS hat die 33. Ausgabe vom Magazin Digitale Sport Medien herausgebracht. Hier geht es zur PDF. In Sachen Social Media gab es Interviews mit den Verantwortlichen von Sampdoria Genua, Arsenal London und der TSG Hoffenheim. Dazu ein Interview von Robert Burkhardt zum Thema Sportler als Markenbotschafter. Auch Freunde von Statistiken und Rankings kommen nicht zu kurz. Ein Facebook Fanzahl Ranking der 3 spielstärksten Fußballigen Deutschlands, ein Blick auf die Follower bei Twitter bei den einzelnen Vereinen sowie der Check bei Google+ werden geboten.

Das Branchenmagazin SPONSORs hat einen Service anzubieten um den 9. SPONSORs Clubmanager Summit nochmals Revue passieren zu lassen:

,,250 Teilnehmer waren am 14. Oktober zum 9. SPONSORs Clubmanager Summit in die BayArena Leverkusen gekommen. Clubs, Ligen und Verbände diskutierten sportartenübergreifend aktuelle Themen aus dem Fußball, Handball, Basketball, Eishockey und Volleyball. Klicken Sie sich jetzt durch die Bilder in der Mediathek.

Ich war kürzlich in Zürich. Eine immer wieder sehr schöne Stadt. Diesmal kletterte ich auf den Hausberg von Zürich. Den Uetliberg. 869 Meter hoch. Von der Bahnhofstrasse aus bis zum Gipfel waren es 461 Höhenmeter, die es zu bewältigen gab. Vom Uetliberg gab es als Belohnung auf dem Gipfel auch einen Ausblick auf das Stadion.Traveler Digital CameraApropos Stadion in Zürich. Es ist ja ein Neubau im Gespräch gewesen. Die Bevölkerung der preisintensiven Stadt wurde daraufhin befragt. Trotz der ablehnenden Haltung der Bewohner verfolgen die beiden Fußballvereine das Vorhaben weiterhin ernsthaft. SPONSORs berichtet am heutigen Tag darüber:

,,Vor einem Monat hat die Züricher Bevölkerung den Bau eines reinen Fußballstadions für den FC Zürich und den Grasshopper Club abgelehnt. Nun wollen die beiden Fußball-Erstligisten dennoch bauen. 2018 könnte das Projekt fertig sein.”

Die Ablehnung des Projektes in der Bevölkerung vor ca. 4 Wochen war knapp. Die Neue Zürcher Zeitung berichtete am 22. September 2013 über die Abstimmung:

,,Dass es das neue Stadion für 216 Millionen Franken schwer haben dürfte in der Abstimmung, war  zu erwarten. Tatsächlich kam es am Ende zu einem Kopf-an-Kopf-Rennen – wobei die Tendenz zu einem Nein allmählich absehbar war. Schliesslich sagten nur drei von neun Wahlkreisen Ja.  51 311 Zürcherinnen und Zürcher stimmten schliesslich zu, 53 058 lehnten ab.”

Nun sollen es private Investoren richten. Urs Bühler hat dazu in der NZZ einen Kommentar geschrieben unter dem Titel Stadion Zürich: Allzu spätes Erwachen und begint den Einstieg in das Thema so:

,,Hurra. Die zwei Stadtzürcher Super-League-Klubs raufen sich zusammen, holen private Partner ins Boot und präsentieren einen interessant klingenden Vorschlag, wie innert nützlicher Frist ohne viele Steuermillionen eine gemeinsame Fussballarena realisierbar wäre. So hätte man es sich gewünscht – aber bevor letzten September an den Urnen ein 216-Millionen-Franken-Kredit für ein Stadion scheiterte.”

An die Wahlurne geht es demnächst auch in München. Es ist großflächig plakatiert. Dazu diese Woche noch mehr von mir. Nach 2018 ist vor 2022. Die Bewerbung für die Winterspiele in 5 Jahren war kein Erfolg und reihte sich in gescheiterte Olympia-Projekte wie Berlin oder Leipzig nahtlos ein. Jetzt wird ein neuer Versuch unternommen. Auch das alte Werbemittel Plakat kommt wieder zum Einsatz.Traveler Digital CameraDer Bürgerentscheid über die Olympia-Bewerbung von München für 2022 steht am 10. November 2013 an. Die Befürworter Website findet sich unter oja22.de. Wer die Dinge nicht in losgelöster Jubelstimmung sieht und die kritischen Aspekte einer Großveranstaltung sowie derer Rahmenbedingungen im Auge hat findet auf nolympia.de nachdenkenswerte Argumente.