Archiv der Kategorie: Im Scheinwerferlicht

Gashimov Memorial: Magnus Carlsen mit 2,5 aus 5 und der 2. Niederlage hintereinander

Tief durchatmen. Sehr tief durchatmen. Alle Magnus Carlsen Anhänger haben bereits gestern einen harten Tag gehabt. Mike Rosa schrieb treffend auf Chess-Tigers:

,,Für einige seiner Hardcore-Fans ist es eine grausame Wahrheit, aber auch der amtierende Weltmeister ist nicht unschlagbar. Den Beweis trat in der vierten Runde des Gashimov Memorials Fabiano Caruana an. Magnus Carlsen mauerte mit der Berliner Verteidigung im Spanier, doch dieses Mal liefen die Dinge nicht nach seinem Gusto. Erst fiel ersatzlos ein Bauer und bald darauf auch die Mauer. Der Norweger versuchte zwar noch jeden legalen Trick, aber Caruana behielt die Nerven und gewann verdient.”

Nun ja, auch am heutigen Tag beim Gashimov Memorial in der 5. Runde ging Schachweltmeister Magnus Carlsen als Verlierer vom Brett. Mit dem Anzugsvorteil spielend, musste sich der norwegische Schachmozart seinem Kontrahenten Teimour Radjabov nach 51. Zügen beugen.

Seinerzeit hatte ich mir vor dem Schach-WM Kampf von Magnus Carlsen gegen Vishy Anand extra noch ein neues Schachbrett in München gekauft.Traveler Digital Camera

Niederlagen schmerzen. Da kann es für den jungen Champion Carlsen fast kein Trost sein, dass zwischen den zwei Niederlagen am Schachbrett seine Mannschaft Real Madrid gestern Abend die Truppe von Bayern München mit 1:0 bezwang. Pep Guardiola, wenn meine Statistik mich nicht im Stich gelassen hat, ging noch nie als Trainer im  Estadio Santiago Bernabéu mit einer Niederlage von dannen. Andererseits erinnerte mich das Ballgeschiebe der Bayern arg an die Spätphase von Barcelona unter Pep Guardiola, der gestern wieder mit Grübelmiene und der ratlos wirkenden Handbewegung zu seiner Glatze am Spielfeldrand agierte. Zum einschläfernden Spielstil von Barcelona hatte sich Wolfram Eilenberger, Chefredakteur des Philosophie Magazins und Mitglied der deutschen Autoren-Nationalmannschaft im Interview mit Deutschlands Fußballinternetpionier Oliver Fritsch auf Zeit Online im Jahr 2013 geäußert.

,,Was mich fasziniert, ist die Geschmacksumwandlung, die sich in Deutschland offenbart. Dass Guardiolas Stil etwas anderes als schön sein könnte, wird nicht einmal erwogen. Es liegt wohl daran, dass Barcelonas Spiele von den Journalisten selten in voller Länge gesehen werden. Wenn Sie mit fachkundigen Menschen aus Barcelona sprechen, hören Sie durchaus Klagen, wie langweilig das Ganze war.”

Und Wolfram Eilenberger setzt dann auch noch einen drauf und weist auf folgendes hin:

,,Bestes Beispiel für das dunkle Potenzial des Guardiola-Ideals ist die kurz ausgeführte Ecke. Hat er bei Barcelona höchstpersönlich verordnet – eine Verhöhnung des Spiels und seiner Tiefengrammatik.”

Damit keiner eine Borussia Dortmund Note hinter vermutet. Eilenberger ist Bayern München Fan. Seine Besorgnis brachte er damals im Interview mit Hartplatzheld Oliver Fritsch so zum Ausdruck:

,,Ich bin Bayern-Fan, ich bin Fußball-Fan, und ich mache mir Sorgen um die Schönheit des Spiels. In letzter Konsequenz könnte Guardiola nicht nur mir, sondern einem ganzen Kontinent die Lust am Fußball nehmen.”

Wer übrigens noch mehr kritisches über Pep Guardiola lesen möchte, dem empfehle ich unbedingt das Buch Ich bin Zlatan Ibrahimovic – Meine Geschichte. Es sind keine schmeichelhaften Worte die der Stürmerstar Zlatan Ibrahimovic aus der gemeinsamen Zeit bei Barcelona seinem damaligen Trainer nachschreibt. Wenn ich das Buch recht in der Erinnerung habe, fängt der Torjäger gleich im ersten Kapitel offensiv und ungeschminkt mit der Personalie Guardiola an. Stichworte sind die Rolle von Messi, die erzogene Angepasstheit gestandener Profis im Biotop Barca, fehlender Mut von Guardiola bei der Aussprache mit Ibrahimovic, Unterordnung in das Schulsystem Barcelona inklusive Abgabe der eigenen Meinung, der Spruch vom Trainer zu den Autos wie Porsche, Ferrari und den vom Verein favorisierten Audi, die Lobeshymne vom schwedischen Nationalspieler auf den Guardiola Gegenspieler Mourinho. So mehr wird an dieser Stelle nicht verraten.

Doch ich schweife ab. Also Magnus Carlsen. Schach. Konzentration bitte, auch beim bloggen. Okay, also die 5. Runde ist durch. Alle Details die sich aus der erneuten Niederlage vom Schachweltmeister beim hiesigen Gashimov Memorial gegen Teimour Radjabov ergeben, hat Mike Rosa in gewohnter Qualität und zuverlässig wie ein Schweizer Uhrwerk auf Chess-Tigers aufgedröselt.

Der “Presseattaché vom Team Anand”: Eric van Reem ist neues Redaktionsmitglied bei A Tempo Magazine

titelbildDer “Presseattaché vom Team Anand”, der geschätzte niederländische Kultblogger Eric van Reem, hat sich mit mir während des Schach-WM Kandidatenturniers von Khanty Mansiysk auch  über die Besucherströme ausgetauscht. Er bloggte ja kontinuierlich, leidenschaftlich sowie mit der entsprechenden Power auf Chessintweets und hatte Zugriffe aus 98 Ländern. Bevor ich zur Top Ten meiner Länderzugriffe auf sportinsider komme, noch eine kleine und feine Neuigkeit von Eric van Reem an mich, die ich meinen Lesern nicht vorenthalten möchte. Hier ein Auszug seiner E-Mail.

,,Vielleicht hast du schon mal von dem A Tempo Magazine gehört. Es ist  eine literarisches Magazin über Schach und Musik in niederländischer  und englischer Sprache. Ich bin seit der neuesten Ausgabe  Redaktionsmitglied. Neuland für mich, aber das macht es ja auch  spannend, nicht wahr?”

Anbei die neueste Ausgabe (Englisch!) zum schmökern. Wir machen jeden
Monat ein Magazin (4 Seiten) zu einem bestimmten Thema.”

Hier geht es zum Websitenauftritt von A Tempo Magazine.

Nun, zur angekündigten Top Ten während des Anand Comeback WM-Kandidatenturniers. Meine WordPress-Statistik sagte dabei im Hinblick auf die Top Ten der Länderzugriffe im Monat April 2014 folgendes aus:

1. Deutschland
2. Österreich
3. Schweiz
4. Norwegen
5. Großbritannien
6. Niederlande
7. Spanien
8. USA
9. Frankreich
10. Indien

Gashimov Memorial: Magnus Carlsen hat 2,5 aus 4 und ein neues Buch über ihn

Magnus Carlsen verliert gegen Fabiano Caruana

Die Tabelle bekommt beim Gashimov Memorial weiter Konturen. Schachweltmeister Magnus Carlsen verliert mit schwarz gegen Fabiano Caruana. Auch kürzlich sah Carlsen gegen Caruana nicht so gut aus. Bereits bei der Schnellschachrunde zum krönenden Abschluss der Zürich Chess Challenge 2014 verlief die Sache für den jungen Weltmeister nicht optimal. Der Schachmozart verlor gegen den 21-Jährigen Caruana. Der einst bis zum 20. April 2010 mit eigenem Schachblog 1438 Tage im Universum aktive Stefan Löffler titelte nach dem Zürich Turnier im Februar diesen Jahres auf der Schachwelt offensiv: Warum Caruana dem Kandidatenturnier fehlen wird. In seinen jungen Jahren sammelte Fabiano Caruana bereits Meistertitel im Vereinsschach wie andere Briefmarken. 2009 und 2010 wurde er deutscher Mannschaftsmeister mit der OSG Baden-Baden, neben dem Premieretitel beim Serienmeister der Schachbundesliga in Deutschland gab es 2009 auch mit der SK Husek Wien einen weiteren Titel zu feiern. Mit ShSM 64 Moskau gab es 2010 und 2011 für den heutigen Carlsen Bezwinger den Meistertitel in Russland. Auch alleine kann Fabiano Caruana gewinnen. 2012 gewann er die 40. Jubiläumsausgabe der Dortmunder Schachtage. Doch zurück zum Gashimov Memorial. ChessBase hat gewohnt zuverlässig wie ein Schweizer Uhrwerk alle relevanten Fakten der 4. Runde zusammengestellt.

Derweil gibt es seit kurzen ein neues Buch über den amtierenden Schachweltmeister Magnus Carlsen von Dagobert Kolmeyer auf dem Markt. Amazon hat es im Angebot. Auch auf ebay ist es mir schon über den Weg gelaufen. Hier am Bodensee in Friedrichshafen führt die größte Buchhandlung vor Ort keine Schachbücher. Schade. Komme mir bitte keiner mit Klagen über das ach so böse Internet. Von Schachjournalist und Buchautor Raymund Stolze stammen folgende Worte:

,,Zu meinem Verleger Manfred Olms habe ich einmal gesagt, dass er eigentlich verrückt ist, Schachbüchern den Weg ins Leben zu ermöglichen – reich werden kann man mit den heutigen Auflagen wahrlich nicht.”

Ich mag Schachbücher ja sehr.  Dabei scheint der Markt an Büchern über den amtierenden norwegischen Schachweltmeister zu boomen. Siehe auch den Beitrag von Frank Rieger auf Schachwelt über das Buch von Vassilios Kotronias mit dem Titel Carlsen´s Assault on the Throne. Der beim Gashimov Memorial bis zum gestrigen Tag mit 2,5 aus 3 gut gestartete Schachmozart ist IN. Gar keine Frage. Ein paar Bücher verträgt der Markt schon noch. Dagobert Kohlmeyer stellt sein neues Schachbuch über Magnus Carlsen in Kürze persönlich vor.

                                

Der 1946 in Jena geborene Dagobert Kohlmeyer ist ein fleißiger Autor. Er studierte Germanistik und Slawistik in der DDR und übersetzte über 40 Schachbücher vom russischen ins deutsche. Darunter solche Hochkaräter wie die Arbeiten von Weltmeister Wassili Smyslow, Anatoli Karpow und Garri Kasparow oder Vizeweltmeister Viktor Kortschnoi, Alexei Suetin, Artur Jussupow etc. Zahlreiche Werke hat er selbst auch geschrieben. Seine Beschreibungen über das Rematch von Bobby Fischer gegen Boris Spasskij 1992 habe ich einst in einem Antiquariat erstanden.

Doch  jetzt ist Carlsen Zeit.

Im Rahmen eines Lasker-Treff der Emanuel Lasker Gesellschaft gibt es am Dienstag, den 29. April 2014 um 18.30 Uhr im Café Sibylle Karl-Marx-Allee 72 in 10243 Berlin-Friedrichshain (U-Bhf. Strausberger Platz) ein Gespräch mit Paul Werner Wagner und dem Schachbuchautor Dagobert Kohlmeyer. Schachpublizist Kohlmeyer wird das Buch Magnus Carlsen … kam, zog und siegte präsentieren und ein wenig über seine zahlreichen Begegnungen mit den Schachgrößen dieser Welt plaudern.

Derweil powert erfreulicherweise das Schachblog von Zeit Online. Die Themenauswahl von Johannes Fischer und Ilja Schneider gefällt mir ausgesprochen gut. Heute gibt es wieder frischen Content vom ehemaligen Schachzooblogger Ilja Schneider. Er hat sich heute die Entmündigung des Schachzuschauers vorgenommen.

Da wir vorhin bei Schachbüchern waren. Johannes Fischer hat ja auch einen eigenen Blog Schöner Schein. Dort hatte er kürzlich einen dieser schönen Texte verfasst, die er mit folgenden Worten einleitete.

,,Früher entdeckte man vergriffene Bücher im Antiquariat, heute sucht man sie im Internet. Man bekommt die Bücher leichter, aber macht weniger Entdeckungen. So weiß ich nicht, ob ich im Internet je über Chess to Enjoy von Andy Soltis gestolpert wäre. Entdeckt habe ich dieses hübsche Buch während einer USA-Reise in einem kleinen Antiquariat in der Nähe von Lexington, der Hauptstadt von Kentucky.”

Morgen gibt es dann auch noch eine ganz schöne Neuigkeit vom “Presseattaché vom Team Anand”, dem Kultblogger Eric van Reem.

Bleiben Sie mir gewogen und einen schönen Abend noch. Es spielt ja heute die Mannschaft von Magnus Carlsen, jenes königliche Real Madrid. Der Norweger wird also einen etwaigen Sieg der Madrilenen anders empfinden wie der einstige Dynamo Dresden Spieler und jetzige Bayern Sportchef Matthias Sammer. Schaun mer mal.

Wer kein Fußball mag, schaut sich vielleicht jenes geschmeidige Interview mit Magnus Carlsen und dem amerikanischen Moderator Charlie Rose an. Gut investierte 26 Minuten. Bisher gab es für das Video auf YouTube 152.759 Abrufe. Der smarte Journalist Rose interviewte bereits Warren Buffett, Larry Ellison, Quentin Tarantino sowie Barack und Michelle Obama.

,,Wie sicher ist Ihr Job als Trainer?”

Hans Meyer, einst gefeierter Trainer vom 1. FC Nürnberg und später entlassener Coach des fränkischen Traditionsvereins mit der Lizenz zur Fahrstuhlmannschaft , kokettierte gerne auf Podiumsdiskussionen über das “Schmerzensgeld” die ein Trainer bekommen würde. Inklusive des Risikos der Entlassung. Hans Meyer war der 65. Trainer in der Geschichte des am 4. Mai 1900 gegründeten Vereins. Nun jetzt hat es Gertjan Verbeek beim 1. FC Nürnberg erwischt. Das hatte sich angedeutet. Bereits gestern Abend sang die Nürnberger Zeitung das Abschiedslied, unterlegt mit zahlreichen Details. Da hat jemand dem Redakteur sehr präzise zugespielt. HAT-Tip geht an Kai Pahl von allesaussersport.

Die Sicherheit des Trainerjobs ist also wieder in den Fokus gerückt. Dieses Jahr verschliss alleine die Fußball-Bundesliga 8 Männer.

Bruno Labbadia war der erste am 26. August 2013 beim VfB Stuttgart. Es folgten Thorsten Fink mit der Demission beim Hamburger SV. Michael Wiesinger beim 1. FC Nürnberg, Mirko Slomka bei Hannover 96, Bert van Marwijk beim Hamburger SV, Thomas Schneider beim VfB Stuttgart, Sami Hyypiä bei Bayer Leverkusen  und jetzt also auch noch kurz vor Toresschluss Gert Jan Verbeek bei den Nürnbergern.

Zur Entlassung von Michael Wiesinger schrieb ich einst am 7. Oktober 2013 hier auf dem Blog unter Die Mechanismen der Branche:

,,Heute Abend wird in Nürnberg über die Personalie Michael Wiesinger gesprochen. Ein verpatzter Start in die Bundesliga mit dem vorläufigen Negativ-Höhepunkt einer 0:5 Niederlage gegen den einstigen Tabellennachbarn Hamburger SV wird die Verantwortlichen des Vereins eine Entscheidung fällen lassen. Bleibt Wiesinger Trainer vom 1. FC Nürnberg oder muss er den Platz räumen für einen Neuen?

Mein Bauchgefühl sagt mir: Man könnte das Bruttosozialprodukt der Bundesrepublik auf einen Trainerwechsel beim 1. FC Nürnberg setzen.

Nach Labbadia und Fink wäre dies am heutigen Montag die 3. Trainerentlassung der noch jungen Saison in der Bundesliga. Die Mechanismen der Branche sind unbarmherzig. Die Karawane zieht weiter.”

Langfristige Engagements wie einst von Otto Rehagel, Volker Finke, Winnie Schäfer oder Thomas Schaaf scheinen nach wie vor eher die Ausnahme in einer oft sehr hektisch und in Aktionismus verfallenden Szene zu sein.

Ein Trainer, der ebenfalls auf ein sehr langes Engagement verweisen kann ist Mister Volleyball Stelian Moculescu. Er ist seit 1997 beim VfB Friedrichshafen in der Verantwortung und wurde kürzlich im bemerkenswerten Südkurier Interview von Thomas Domjahn gefragt:

,,Wie sicher ist Ihr Job als Trainer?”

Der ehrgeizige Titelsammler Moculescu darauf:

,,Ich habe mir noch nie darüber Gedanken gemacht. Ich bin noch nie entlassen worden und war noch nicht arbeitslos.”

Momentan bereitet er sich auf die anstehenden Playoff-Finalspiele gegen den Erzrivalen Berlin Recycling Volleys vor.

Gashimov Memorial: Magnus Carlsen hat 2,5 aus 3 und ein Blick auf einen Jugendkampf

Das Gashimov Memorial nimmt weiter Fahrt auf. Alle Augen, der Fanclub von Hikaru Nakamura vielleicht ausgenommen, sind auf den amtierenden Schachweltmeister gerichtet. Magnus Carlsen, bekennender langjähriger Real Madrid Fan, hatte kürzlich im Viertelfinale der Fußball-Champions-League viel Freude. Seine Königlichen um Cristiano Ronaldo kegelten Borussia Dortmund aus dem Wettbewerb. Das 3:0 aus dem Hinspiel (Das Ding ist doch durch, oder?) konnte vom Wembley-Finalisten 2013 in Dortmund nicht mehr gekippt werden. Zwischen den Pfosten der Madrilenen stand Weltmeisterkeeper Casillas (an dieser Stelle eine Arjen Robben Gedächtnisminute für die vergebene Großchance im Endspiel 2010 in Südafrika einlegen). Mal sehen wieviel Freude Schachchampion Magnus Carlsen diese Woche mit seiner Mannschaft hat. Ach, weil es so schön war, binde ich das Geburtstagsgeschenk vom Real Madrid Präsidenten an den damals frischgebackenen Weltmeister hier nochmals mit ein.

An dieser Stelle sei mir von meinem treuen und schachinteressierten Lesepublikum gestattet, ein paar Momentaufnahmen fernab des Profischachs einzuflechten. Hier am Bodensee gibt es die verdienstvolle Nachwuchsarbeit von Tilo Balzer beim Schachverein Friedrichshafen. Schachfreund Balzer, der mir freundlicherweise auch einige Fotos vom Jugendwettkampf in Markdorf zur Verfügung stellte, schreibt:

,,Es wurde in 2 Gruppen (A- / B-Gruppe nach Spielstärke) mit jeweils 8 Spielern (4 x MA gegen 4 x FN) in 4 Runden gespielt, so dass in jeder Gruppe 4 Fnler gegen 4 Markdorfer in Rotation antraten. Da wir nur 7 Spieler hatten wurden wir durch das Tettnanger Schachtalent Sebastian Roll ergänzt.”

Ju Vgl gegen MA 003

Diese Fotos erinnern mich immer an meine Wettkämpfe in meiner Kindheit und Jugend. Das kribbeln im Bauch. Lampenfieber in Reinkultur. Die Spiellust, gepaart mit Ehrgeiz. Wer mag als Kind oder Jugendlicher schon gerne verlieren? Es ist ein königliches Spiel. Ju Vgl gegen MA 023

 ,,Karla Reif, Martin Böckler (in A) und Ludwig Reif (in B) gewannen alle ihre
4 Partien ! Super toll ! “

Ju Vgl gegen MA 013

,,Aber auch Sebastian Roll (B, 3,5), Richard Reif und Richard Teich (A, jeweils 3) spielten hervorragend.”

Ju Vgl gegen MA 006

,,David Behnke hatte etwas Pech und holte nur einen Punkt. Silas Hofmann spielt erst seit zwei Wochen bei uns und wird bei seiner guten Veranlagung durch Training und Erfahrung sehr bald ein sehr Ernst zu nehmender Spieler werden.”

Ju Vgl gegen MA 015

Ju Vgl gegen MA 011Soweit ein kleiner Ausflug in die faszinierenden Gefilden des Jugendwettkampfs Markdorf gegen Friedrichshafen.

Schachweltmeister Magnus Carlsen hat inzwischen seine heutige Partie gegen Sergey Karjakin auch beendet. Der norwegische Schachmozart, der beizeiten in seiner Kindheit mit dem Schachspiel anfing hat jetzt 2,5 aus 3. ChessBase und Chess-Tigers haben alle relevanten Informationen der heutigen 3. Runde zusammengestellt. Die aktuelle Tabelle schaut so aus:

                                         A-Turnier | Stand nach Runde 3

Bernie Ecclestone mit einem Termin in München

Traveler Digital Camera

Update: Das Medieninteresse an der Personalie Bernie Ecclestone ist riesig. Grund genug auf ein paar aktuelle Artikel hinzuweisen.

Bei der taz berichtet K. Antonia Schäfer über den letzten Autokraten.

Die Frankfurter Rundschau bringt einen Beitrag vom Sportinformationsdienst (SID).

Die tz bringt einen Artikel mit Fragen und Hintergründen von der dpa.

Auf Format.at wird getitelt Ecclestone kämpft vor Gericht um sein Lebenswerk.

Der newsticker der Neue Zürcher Zeitung bringt eine afp Meldung und verweist auf eine etwaige humorvolle Note, die sich vom Hoeneß Prozess signifikant unterscheiden könnte.

,,Für Freunde eines gepflegten Humors dürfte der Prozess am Landgericht München I einiges zu bieten haben. Denn der Brite Ecclestone und der bayerische Richter Peter Noll sind sich schon im Prozess gegen Gribkowsky begegnet. Die beiden lieferten sich bei Ecclestones Zeugenaussage Dialoge mit so viel Wortwitz, dass die Prozessbeteiligten und Zuhörer vergnügt auflachten.”

Er war nie um einen Spruch verlegen. Der Playboy brachte im vergangenen Jahr folgendes Ecclestone-Zitat:

,,Ich bin bescheiden – ein Learjet, ein Helikopter und täglich ein Steak, mehr brauche ich nicht zum Leben.”

Damit schaffte das Marketinggenie es am 29. Oktober in meine Rubrik Nachdenkenswert #200.

Doch jetzt hat der Patriarch der Formel-1 andere Sorgen. Es steht ein Prozess an.

Bernie Ecclestone und seine Sicht auf die Justiz sind so eine Sache. Einst (bei Spiegel Online im Jahr 2006) kam der Chefpromoter der Formel 1 mit folgenden Worten daher:

“Wenn man in Amerika ‘Guten Morgen’ sagt und es ist 5 nach 12, landet man vor Gericht.”

Ich lehne mich nicht zu weit aus dem Fenster, wenn ich sage: Das Urvertrauen von Bernie Ecclestone in die amerikanische Justiz ist so weit entfernt wie der Salzstock in Gorleben von einem verlässlichen Atommüll-Endlager.

Doch diese Woche steht ein Termin in einem deutschen Gerichtssaal für den sehr mächtigen Automobilsport-Funktionär und Milliardär Ecclestone an. Der 83-Jährige ist nicht als Zeuge nach München geladen.

Da rede noch einer von Krise im Journalismus oder fehlender Beharrlichkeit. Nicht alles ist über einen Kamm zu scheren. Beim hartnäckigen investigativen interpool.tv von Spiritus Rector, Organisator und Macher Fred Kowasch kommt der Ecclestone Biograph Tom Bower im bemerkenswerten Interview zu Wort.

“What is the significance for Mr Ecclestone to be on trial in Munich?”

“Ecclestone is very upset about being on trail. The last thing that he wants is to be accused of bright who to the thread is going to to prison. The german courts are very different to the british courts. Ecclestones success and genius has always been to accept that he is touchable but he then can touch them back harder to keep them away. And usually he could, he always can find a way out.”

Tom Bower seine Biografie über den britischen Medienstar und ehrgeizigen sowie umstrittenen Formel 1 Vermarkter No Angel: The Secret Life of Bernie Ecclestone war international sehr beachtet. Wer mag schaut bei The Guardian hinein. Dort hat Richard Williams sich mit dem Buch auseinandergesetzt. Williams ist selber profunder Kenner der Motorsportszene und seiner Hintergründe sowie Begleiterscheinungen. Von ihm stammt das Buch The Death of Ayrton Senna.

Auch Jörg Eigendorf und Dagmar von Taube haben sich auf welt.de mit der Personalie des machtbessenen und einflussreichen Ecclestone in ihrem Artikel unter dem Titel So funktioniert das System Bernie Ecclestone beschäftigt.

Hermann Renner berichtete aus Schanghai auf der Online Site der FAZ unter dem martialischen Titel Krieg hinter den Kulissen der Formel 1 und bemerkte unter anderen einen leeren Pavillion:

,,Pavillon Nummer 04 im Fahrerlager von Schanghai blieb leer. Normalerweise hat Bernie Ecclestone dort sein Hauptquartier. Doch der erste Mann der Formel 1 blieb dem Grand Prix von China fern. Vier Tage nach dem vierten Lauf zur Formel-1-Weltmeisterschaft beginnt am Donnerstag sein Prozess in München. Ecclestone ist dort vor dem Landgericht wegen Bestechung und Anstiftung zur Untreue angeklagt.”

Eventuell wird es dann nach Ende des Prozesses wie zuletzt geschehen, an der Zeit sein über die Neue Zürcher Zeitung mit einer kleinen Chronik der Besichtigung vom Uli Hoeneß Gefängnis zu berichten.

Gashimov Memorial: Magnus Carlsen hat 2 aus 2 und sein Gepäck wieder

An Feiertagen zeigt sich aus welchen Holz Männer geschnitzt sind. Ausruhen auf dem heimischen Sofa bei Heidelbeereis und Kaffee, Laptoppausen etc. ist eher etwas für die weniger ambitionierten Schachfreunde. Es gibt auch die kontinuierlich engagierten und fleißigen Männer mit Power. Am Ostermontag läuft der von mir sehr geschätzte Mike Rosa auf chess-tigers zu großer Form auf und berichtet schwungvoll über das Gashimov Memorial. Alleine seine Einleitung des aktuellen Textes ist mehr wie offensiv:

,,Unterschiedlicher kann die Stimmung nach einer Schachpartie nicht sein, wie sie heute bei Magnus Carlsen und Hikaru Nakamura ist. Der norwegische Weltmeister nutzte die weißen Steine erneut für einen ruhigen Aufbau und wartete ab, was dem Amerikaner Schlechtes einfallen würde. Carlsen erkannte die Schwächen des schwarzen Aufbaus und zerlegte die Nr. 9 der Weltrangliste fachgerecht. Wiederum sollte dies der einzige Sieg der Runde bleiben, die beiden anderen Partien hätten selbst ein Fass Redbull zum Einschlafen gebracht. Damit führt Carlsen mit 2/2 und hat auch endlich sein Gepäck zurück, welches am Flughafen in Dubai nicht mit in den Flieger verfrachtet worden war.”

Gewohnt stark bebildert, akribisch die wichtigen Dinge aufbereitet. Ja, Chess Tigers gehört zu den besseren deutschen Qualitätswebsiten in puncto Schach. Kenntnisreich, schachlich fundiert, immer am Puls der Zeit. Keine Ruhepause am Ostermontag.

BSG Chemie Leipzig im legendären Abstiegskampf 1984 gegen den 1. FC Union Berlin

Sie waren einst alle drei deutsche Meister im Fußball. Jetzt kleben sie am Ende der Bundesligatabelle wie Honig an den Tatzen eines Bären. Eintracht Braunschweig, 1. FC Nürnberg, Hamburger SV und Freunde des gepflegten Abstiegskampfes werden noch den einen oder anderen spannenden Moment erleben. Inklusive Herzrasen. Zeit eines der spektakulärsten Abstiegsduelle nochmals ins Scheinwerferlicht zu rücken.

[Reblog 5. Juni 2013]

Heute müssen die Anhänger des 1. FC Union Berlin tapfer sein. Ein Rückblick auf den spektakulären Abstiegskampf 1984 zwischen den Leutzschern und den Berlinern. Nach 26 Spieltagen war in der Abschlusstabelle der DDR-Oberligasaison 1983/84 noch keine Entscheidung über den zweiten Absteiger gefallen. Alleine in Halle gingen die Lichter schon aus. Der HFC Chemie stand als Absteiger mit Tabellenplatz 14 definitiv fest. Wer sollte den Hallensern folgen? Es gab zwei legendäre Abstiegsduelle im K.o. Modus zwischen dem 1. FC Union Berlin und der BSG Chemie Leipzig. Das Wort legendär wird ja mitunter etwas inflationär im Sport gebraucht. Doch für die auf Messers Schneide geführten Entscheidungsspiele zwischen der BSG Chemie Leipzig und dem 1. FC Union Berlin vor 29 Jahren trifft es 100% zu.

Bevor es in das historische Dokument geht noch ein wenig Zeitgeist von damals. Beide Teams hatten in ihren jeweiligen Städten die sportlich stärkeren und ungeliebten Rivalen. Der BFC Dynamo holte in jenem Jahr den 6. Titel in Folge und verwies Dynamo Dresden auf den undankbaren 2. Platz. Der 1. FC Lokomotive Leipzig aus Probstheida wurde 3. in jener Saison mit nur 2 Punkten Rückstand zum geförderten Serienmeister. Die BSG Stahl Brandenburg und Motor Suhl qualifizierten sich für die höchste Spielklasse der DDR. Im Nachbarland BRD holte sich der VfB Stuttgart die Meisterschaft punktgleich vor dem Hamburger SV und Borussia Mönchengladbach. Bayern München wurde 4. Den erfolgsverwöhnten Bayern blieb als Trostpflaster der DFB-Pokalsieg. Die Tour de France gewann Laurent Fignon. Niki Lauda siegte in der Formel 1. Der impulsive John McEnroe gewann Wimbledon. Die olympischen Winterspiele fanden in Sarajevo statt. Und dann waren dann auch noch die olympischen Spiele von Los Angeles ohne Beteiligung der sozialistischen Sportschwergewichte UdSSR, DDR und Co.

Doch jetzt zum Fußball zurück. Wie gesagt nach 26 Spielen kam es zu zwei Entscheidungsspielen um den Klassenverbleib in der DDR-Oberliga. Am 23. Mai 1984 gab es das Hinspiel in Berlin an der Alten Försterei und am Samstag, den 26. Mai 1984 das alles entscheidende Rückspiel im Georg-Schwarz-Sportpark. Leutzsch sollte ein hochemotionales Spiel erleben. Protagonisten von damals blicken zurück. Auch das Pedant zur Tagesschau, Die Aktuelle Kamera fehlt nicht. Nach den Honecker News kommt auch Fußball. Doch Bilder sagen mehr wie tausend Worte. Jetzt geht es gleich mit dem Video los. Alleine die Nennung der Paarung BSG Chemie Leizig – 1. FC Union Berlin sorgt heute noch bei allen damals Beteiligten für Gänsehaut. Los geht´s. Vorhang auf.

Mount Everest fordert seinen Tribut

Es ist kein gewöhnlicher Berg. In der Geschichte hat er zahlreiche Opfer auf dramatische Weise aufzuweisen. Bei mir ist die eine oder andere Geschichte über ihn im Bücherschrank gespeichert.Traveler Digital CameraJetzt gibt es wieder Tote am Mount Everest zu beklagen. Dem Königsberg. Stefan Nestler berichtet über die Todesfalle Khumbu-Eisbruch und wirft dabei auch einen Blick auf die menschliche Tragödie der hinterbliebenen Familien.

,,Die Familien der Opfer sind doppelt geschlagen. Sie haben nicht nur einen Angehörigen verloren, sondern auch einen Ernährer. Hochträger am Mount Everest können in einer Saison rund 5000 US-Dollar verdienen. Das durchschnittliche Einkommen in Nepal liegt bei nur 692 Dollar, damit gehört das Land weiterhin zu den 20 ärmsten der Welt. Die nepalesische Regierung kündigte für die Familien der Lawinenopfer eine Soforthilfe von 40.000 Rupien (rund 400 Dollar) an. Das ist kaum mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein.”

Der Mount Everest wird weiter seinen Tribut fordern. Die alljährliche Everst-Ouvertüre entlang aller Altersklassen gab es auch dieses Jahr und wird es auch 2015 wieder geben. Zu groß sind der Mythos, die Faszination, die Abenteuerlust, die Sogwirkung des Ruhms der Besteigung, die Profite der Expeditionsveranstalter und die Sehnsucht nach dem Grenzgang.

Playoff Time

Nein, es ist keine Formatierung des Planetensystems gewesen. Doch etwas überraschend kam die Finalpaarung 2014 um die deutsche Meisterschaft im Eishockey dennoch. Der ERC Ingolstadt empfängt heute am Karsamstag, nach der kurzweiligen Auftaktbegegnung in der Karnevalshochburg am Donnerstag, die Kölner Haie. Check von Hinten hat sich mit dem Playoff-Finale auseinandergesetzt und merkt an:

,,Vierter gegen Achter vor vier Jahren war nicht abgefahren genug, Köln und Ingolstadt mussten einen drauf setzen und treffen als Fünfter und Neunter der Vorrunde aufeinander, womit nebenbei zwei weitere Marken aufgestellt werden, einerseits ist es die schlechteste Platzierung, die je fürs Heimrecht im Finale gereicht hat, zum anderen ist es die schwächste Platzierung von der ein Team es ins Finale geschafft hat. Bemerkenswert.”

Das erste Playoff-Match gewannen die Kölner gegen die Ingolstädter mit 4:2. Im 2. Drittel gab es in 300 Sekunden fünf Treffer. Nichts für schwache Nerven.

Noch ein wenig Zeit bis zum ersten Playoff-Finalspiel im deutschen Volleyball am 27. April in der Max-Schmeling Halle in der Hauptstadt haben Berlin Recycling Volleys und der VfB Friedrichshafen. Volleyballexperte Peter Schlefsky hat auf schwäbische.de die Ruhe vor dem Sturm eingefangen:

,,Nach einem trainingsfreien Karfreitag, an dem sich die Spieler ausruhen konnten, starten die Vorbereitungen der Häfler Volleyballprofis für die Endspielserie gegen die BR Volleys bereits am Karsamstag. „Da wird ein bisschen durchgeatmet“, betont Stefan Mau. In den nächsten Tagen wolle man sich „mit sich und dem Gegner aus Berlin beschäftigen“, so der Manager der VfB Friedrichshafen Volleyball GmbH gegenüber der SZ.”

Die Häfler werden bis zur Auftaktbegnung keine Testspiele mehr bestreiten. Nach zwei meisterschaftslosen Jahren möchte der Rekordmeister VfB Friedrichshafen den Titel 2014 gerne an den Bodensee holen. Selbstbewusst kommt der starke Hauptstädter Konkurrent und Titelverteidiger Berlin Recycling auf seiner Website daher. Die Begrüßung lautet:

                                                            FINAAALE

                                            Aller guten Dinge sind drei!