Archiv der Kategorie: Im Scheinwerferlicht

Ein halber ganzer Punkt für Magnus Carlsen

Die 9. Partie in Sotschi ist durch. World Champion Carlsen kommt der Titelverteidigung näher. Seine zahlreichen Follower, hier ein Ausschnitt vor der WM in Sotschi vom Twitter-Account des Schachgenies, wird es freuen.Traveler Digital Camera

Die aktuelle Follower Zahl von Magnus Carlsen, Stand am heutigen 20.11.2014 um 17.10 Uhr deutscher Zeit, beträgt:

86.700.

Einst hatte ich 100.000 bis zum 31.12.2014 für den Medienstar prognostiziert. Schaun mer mal.

Das dritte Remis hintereinander im olympischen Medienzentrum von Sotschi bedeutet einen neuen Zwischenstand im Match um die Schachweltmeisterschaft zwischen dem Titelverteidiger Carlsen und seinem Herausforderer Anand.

5:4 für Carlsen.

Die heutige 9. Partie war ein halber ganzer Punkt für Carlsen.

Die ersten Stimmen aus dem Internet von mir zusammengetragen gibt es beim Deutschen Schachbund zu lesen.

Reblog: Reminiszenz an das Schachmatch des Jahrhunderts

Update:

Tief durchatmen. Gibt es das 3. Remis hintereinander? In der russischen Universitäts- und Sportstadt Sotschi, in der in diesem Jahr bereits die olympischen Winterspiele, die Paralympics und das Treffen der Formel-1 Boliden inklusive ihrer Starpiloten Hamilton, Rosberg und Vettel stattfand, treffen am Donnerstag im olympischen Medienzentrum der junge Mann aus Norwegen, Schachweltmeister Magnus Carlsen, sowie der lebenserfahrene Herausforderer Viswanathan Anand aus Indien zur 9. Partie im WM-Kampf 2014 an.

Aktueller Zwischenstand: 4,5:3,5 für Carlsen.

Bei 6,5 Punkten gibt es den Weltmeistertitel. Der Norweger kann sich also auch durch Punkteteilungen an die Titelverteidigung heranschieben. Kontrahent Anand steht nach der doppelten Schachblindheit vom Samstag unter Druck. Ein Rückstand im Match gegen den smarten Carlsen ist unangenehm. Kommt heute eine Szilianische Verteidigung von Anand aufs Schachbrett mit scharfen Spiel und Verwicklungen? Greift der von den Medien gern mit Tiger von Madras betitelte Ex-Weltmeister vehement in der 9. Partie an?

Kommentator Bernd Schroller ist mit dem Live-Ticker auf Spiegel Online ab 13.00 Uhr deutscher Zeit dabei.

Heute die 8. Partie im olympischen Medienzentrum von Sotschi zwischen Viswanathan Anand, der heute mit den weißen Figuren eröffnet, und Magnus Carlsen.

Der kompetente Bernd Schroller ist mit dem Live-Ticker auf Spiegel Online ab 13.00 Uhr dabei.

Gelegenheit für mich, noch einen Blogbeitrag von mir vom 26. März 2010 aus dem Archiv zu holen. Bobby Fischer ist mein Lieblingsspieler in der Schachgeschichte. Ich war vor 42 Jahren in jenem bemerkenswerten WM-Jahr 1972 beim Schachmatch des Jahrhunderts 9-Jahre alt.

Reblog (vom 26. März 2010)

Reykjavik, 1972. Der 29-Jährige amerikanische Großmeister Bobby Fischer fordert die 25 Jahre währende russische Vorherrschaft im Schach heraus. Sein Konkurrent ist Boris Spasskij. Zwischen 1951 und 1969 fanden alle Kämpfe um die Schachweltmeisterschaft in Moskau statt. Spasskij ist 36 Jahre alt und geht als Titelverteidiger ins Rennen.

Vor dem WM Kampf gab Bobby Fischer selbstbewußt ein Statement ab:

“Möglicherweise wird es das größte sportliche Ereignis der Geschichte. Bedeutender sogar als der Kampf Frazier-Ali…”

Bobby Fischer gewinnt mit 12,5 : 8,5 gegen den Großmeister aus Leningrad. Das Schachmatch war nicht nur für ein paar Millionen Schachspieler auf der Welt interessant. Selbst Leser ohne Kenntnisse des Königlichen Spiels griffen begierig zur Zeitung. In einer Zeit des kalten Krieges war es auch ein Duell der Systeme. Man mag solche Stilisierungen für übertrieben halten, jedoch entsprach es dem damaligen Zeitgeist.

Ich selber war damals 9 Jahre alt. Mit 6 Jahren hatte ich das Schachspiel von meinem Vater gelernt. Er sah 1960 bei der Schacholympiade in Leipzig Bobby Fischer live gegen Michail Tal. Die Erinnerung steckte tief in ihm. Für den Schachkampf gegen Boris Spasskij drückte er Bobby Fischer die Daumen. Jeden Schnipsel aus der Zeitung las mein Vater mir vor. Im Radio wurde stündlich nach Nachrichten gesucht. Nein nicht die allgemeine Weltlage. Nicht der Wetterbericht. Nachrichten aus Reykjavik waren das Ziel.

Bobby Fischer kämpfte unablässig für bessere und professionelle Bedingungen der Schachspieler. Er brachte mit Vehemenz das Thema Preisgelder auf den Tisch. Über die Jahre beklagte der Amerikaner den Austragungsmodus der Turniere. Oft waren ja in den Qualifikationsturnieren mehrere Russen am Start. Da wurden sich Kräfteschonend die Remise zugeschoben.

Bobby Fischer hielt sich bereits in den 60igern für den besten Schachspieler der Welt. 1972 in Reykjavik bewies er es der ganzen Schachwelt. Das Wunderkind war mit 14 USA Meister und mit 15 Schachgroßmeister. Mit 29 krönte er seine Schachlaufbahn und wurde Weltmeister.

Impressionen vom Schach-WM Kandidatenturnier London 2013

Die 6. Partie von Sotschi ist durch. Die Presseschau für den Deutschen Schachbund leite ich so ein:

,,Schachweltmeister Magnus Carlsen versüßt sich den heutigen Ruhetag in Sotschi. Mit den weißen Steinen spielend, erzielte der ehrgeizige und smarte norwegische Champion in der 6. Partie einen Sieg gegen Herausforderer Viswanathan Anand. Damit verzeichnet der WM-Kampf einen Zwischenstand von 3,5:2,5 für den Titelverteidiger. Bevor es am Montag mit der 7. Schachpartie weitergeht lohnt ein Blick auf die Samstagpartie.”

Einst qualifizierte sich Magnus Carlsen für seinen ersten WM-Kampf mit Viswanathan Anand in London. Gelegnheit einen Bick ins Blogarchiv zu werfen.

Reblog (vom 22. März 2013)

Es gibt neue Fotos von Ray Morris-Hill aus London vom Schach WM-Kandidatenturnier 2013. Der geniale Fotograf hat mir dankenswerterweise die Fotos zur Verfügung gestellt. Ray Morris-Hill seine Website ist unter rmhphotos.eu abrufbar. Am heutigen Freitag ist Ruhetag. Zeit für ein paar Impressionen.

Und für heute folgt der letzte Schnappschuss.

Schach-WM-Kampf 2014 Carlsen – Anand live

Der amtierende Schachchampion aus Norwegen ging mit der Favoritenrolle in die Weltmeisterschaft. Susan Polgar hat auf ihrem Blog bereits wieder den Turbo eingeschaltet und begleitet den WM-Kampf von Magnus Carlsen gegen Vishy Anand. Einst wuchs die in Budapest geborene Polgar mit ihren Schwestern unter Anleitung des Vaters fernab der genormten Schule auf. Sie ist megafleißig in Sachen Schachpublikation: Die charmante und charismatische Schachspielerin Susan Polgar war beim Schach-WM-Kampf von Anand und Topalov omnipräsent. Ebenso bei Anand gegen Gelfand. Selbstredend auch bei Carlsen kontra Anand in Chennai 2013.

Hier Ihr World Championship Final Game Live Commentary von der letzten Schachpartie zwischen Vishy Anand und Veselin Topalov in Sofia beim Match im Jahr 2010. Mit dem damaligen Sieg verhinderte der schachspielende Tiger von Madras einen sonst fällig gewordenen Tiebreak und verteidigte erfolgreich seinen Schachweltmeistertitel in der bulgarischen Metropole.

Die Zeit seit 2010 verging wie im Flug. 2012 dann also Viswanathan Anand gegen Boris Gelfand. Kein Carlsen, kein Aronian, kein Kramnik. Alle drei lagen in der damaligen aktuellen FIDE-Rangliste auf den Plätzen 1,2 und 3 vor dem indischen Champion. Bei Boris Gelfand musste der geneigte Betrachter gar wesentlich weiter nach unten schauen. Siehe da auf Platz 20 war der Herausforderer notiert. Doch FIDE Ranking hin oder her. Qualifiziert war qualifiziert. Es wurde deshalb kein langweiliges und einseitiges Match. Die Nicht-Qualifizierten mussten sich an die eigene Nase fassen.

2013 dann das Schachmatch des Jahrzehnts zwischen Viswanathan Anand und dem norwegischen Shootingstar Magnus Carlsen in Chennai. Der Ausgang ist bekannt. Nach vier Remispartien gelang Magnus Carlsen in der 5. und 6. Schachpartie der entscheidende Doppelschlag. Davon erholte sich Vishy Anand bis zum Schluss nicht mehr.

Nun das Revanchematch in Sotschi. Jenem russischen Vorzeigesportort, der dieses Jahr bereits die olympischen Winterspiele und ein Formel-1 Wochenende mit den Starpiloten Hamilton, Rosberg und Vettel sah. Wladimir Putin in Akquisehochform.

Wo gibt es den Schach-WM Kampf 2014 Carlsen – Anand live? Dies ist immer wieder eine sehr gern gestellte Frage.

Nun, wer bei der Schach WM 2014 in Sotschi im Internet die LIVE Angebote nutzen will, hat mannigfaltige Auswahlmöglichkeiten. Hier ist eine davon:

+++++++++++++++++++++++Schach WM Live++++++++++++++++++++++++++

Ein Sieg von Vishy Anand, der vor dem Turnier bei den Buchmachern bei 4,25 notierte wäre eine große Überraschung, nicht nur für die Favoritenwetter. Doch  die Siege von Herausforderern gegen amtierende Weltmeister mit Favoritenbonus hat es selbstverständlich in der Geschichte der Schachweltmeisterschaften hin und wieder gegeben.

Zur Einstimmung vielleicht ein wenig Lektüre:

Die hohe Kunst des fiesen PositionsspielsWiener Zeitung

Carlsen geht in FührungNeue Zürcher Zeitung

Magnus Carlsen – wer sonst?

Magnus Carlsen ging mit einer Quote von 1,20 in das WM-Match 2014 gegen Vishy Anand beim Sportwettenanbieter bwin. Nach dem Wochenendauftakt liegt er in Führung mit 1,5:0,5 und der geniale Ulrich Stock berichtete aus Sotschi bei Zeit Online unter dem Titel Und dann Carlsens Angriff aus dem Nichts. Für mich eine willkommene Gelegenheit einen Gang in das Archiv anzutreten und einen Blogbeitrag mit genialen Carlsen Fotos von Profifotograf Ray Morris-Hill an das Tageslicht zu befördern.

Reblog (vom 3. Februar 2014)

Unter den Augen von Werner Stubenvoll, Espen Agdestein, Boris Gelfand, Anastasiya Karlovich und Teimour Radjabov trug sich Magnus Carlsen vor knapp einem Jahr in die Siegerliste vom WM-Kandidatenturnier in London ein und signierte Schachbretter.

Foto: Von Ray Morris-Hill (siehe seine Website www.rmhphoto.eu ) zur Verfügung gestellt.

Auch beim Zürich Chess Challenge 2014 sieht es nach einem Eintrag in die Siegerliste aus.

Mehr dazu gibt es bei Neue Zürcher Zeitung nachzulesen.

Noch ein paar Fotos vom genialen Ray Morris-Hill aus dem Archiv vom Londoner WM-Kandidatenturnier 2013 dankenswerterweise zur Verfügung gestellt.

Magnus Carlsen gegen Levon Aronian könnte auch ein WM-Duell 2014 werden. Doch bis dahin ist noch das Kandidatenturnier demnächst in Sibirien zu spielen, der Herausforderer zu ermitteln und der WM-Austragungsort definitiv festzulegen.

Schachmatch des Jahrzehnts: Magnus Carlsen – Vishy Anand

In Sotschi sind bereits zwei WM-Partien um die Schachkrone gespielt. Magnus Carlsen geht am Sonntag mit dem Sieg gegen Herausforderer Vishy Anand mit 1,5:0,5 in Führung. Gelegenheit einen Artikel aus dem Blogarchiv zu holen, den ich im Januar 2014  mit etwas Abstand zu Chennai 2013 schrieb.

Reblog (vom 21. Januar 2014)

Schachmatch des Jahrzehnts 2013 in Chennai: Magnus Carlsen – Viswanathan Anand

Nein, der Generationswechsel kam nicht wirklich überraschend. Der Sportwettenanbieter bwin notierte vor Beginn des Schach-WM Kampfes in Chennai eine Favoritenquote von 1,30 für den jungen Norweger Magnus Carlsen. Der amtierende Weltmeister Viswanathan Anand ging mit der Außenseiterquote von 3,20 in das C&A Duell. Im Vorfeld ist viel über die Elo-Dominanz von Carlsen geschrieben worden, auch gab es einen Hype um den ersten Schachspieler aus der „westlichen Hemisphäre“ , der sich nach 41 Jahren wieder für ein WM-Match qualifizieren konnte, seit Bobby Fischers Einzug in das Finale 1972.

Einmalige Konstellation: Schachmatch des Jahrhunderts 1972

Manch einer der Kommentatoren stilisierte im Vorfeld gar die Auseinandersetzung zwischen Viswanathan Anand und Magnus Carlsen in jene historische Höhe von Reyjkjavik. Das wäre aber doch ein wenig zu viel des Guten. 1972 war eine einmalige Konstellation. 25 Jahre russische Schachvorherschaft (die WM-Kämpfe trugen Spieler aus der Sowjetunion regelmäßig in Moskau untereinander aus) wurden von einem Einzelkämpfer und Schachgenie aus Amerika herausgefordert. Fischer lernte intensiv russisch um in die Schachbücher und Geheimnisse der führenden Nation in Sachen königliches Spiel einzutauchen. Das Charisma von Bobby Fischer zu jener Zeit strahlte in die Wohnzimmer der Schachfreunde aus West und Ost. Auf dem Weg zum Schachmatch des Jahrhunderts zerlegte Bobby Fischer die Stellungen von starken Spielern wie Taimanow oder Petrosjan. Es waren dominante und beeindruckende Siege. Ein Hurrikan auf den 64 Feldern. In der damaligen Form, eine Zeitmaschine vorausgesetzt, würde man gerne Kasparow und Carlsen gegen Fischer spielen lassen. Das russische Schach sah sich herausgefordert durch Bobby Fischer. Kleine Randnotiz: Weder sein Kontrahent Boris Spasskij noch er selber repräsentierten in ihren Charakteren das jeweilige typische Gesellschaftsystem ihrer Heimatländer.

Bobby Fischer kämpfte einst für adäquate Preisgelder und scheute den Vergleich zu Ali nicht

Die Bedingungen, die beinahe zum Abbruch des Schachmatch des Jahrhunderts in der isländischen Hauptstadt geführt hätten, sind legendär und oft beschrieben worden. Bobby Fischer kämpfte um Preisgelder, professionelle Rahmenbedingungen und Respekt wie Manager Uli Hoeneß um den Erfolg von Bayern München. Unerbittlich, selbstbewusst, die Meinung der Mehrheit oft auch ignorierend, ehrgeizig bis in die Zehenspitzen, polarisierend und in der Fischerschen eigenen Logik. Er verglich sich wie selbstverständlich mit dem großen Profiboxer Muhammad Ali und forderte monetäre adäquate Entlohnung für den professionellen Schachsport. Seine hartnäckige Art in Sachen Preisgelder kam allen nachfolgenden Schachgroßmeistern zu gute. Der Berufsschachspieler Bobby Fischer wurde nicht vom amerikanischen Schachverband gehätschelt. Er hatte keinen riesigen Stab an Betreuern oder ein Managementteam um sich. Fischer boxte sich quasi fast alleine durch die Schachwelt. In seiner besten Zeit trug er auch die besten Anzüge. Ein Kennedy Schneider musste es sein. Seine eleganten Schuhe ergänzten das makellose Äußere. Bobby Fischer sah gut aus und konnte auch charmant plaudern, wenn er denn wollte.

Nach 4 Remis zum Auftakt folgt der Doppelschlag von Carlsen

Magnus Carlsen mit Bobby Fischer zu vergleichen wäre nicht fair. Diese Last sollte man dem Norweger, dem die Mutter noch vor 3 Jahren die Sachen zum Anziehen rauslegte, auch nicht aufbürden. Er ist jetzt Weltmeister, übrigens nicht der jüngste wie irrtümlicherweise in der letzten WM-Woche in einem dpa-Artikel in Zeitungen wie der Passauer Presse zu lesen war. Das Privileg hatte sich einst Garri Kasparow gesichert. Nach der großartigen Eröffnungsfeier in Chennai kam es zum lang ersehnten Schach-WM Kampf zwischen dem Champion Anand und seinem Herausforderer Carlsen. Die Eröffnungspartie war auf den 9. November terminiert. Magnus Carlsen begann mit 4 Remis. Die beiden Auftaktspiele waren blutleere Remis. Diese handzahmen und sehr schnellen friedfertigen Remis hatte Bobby Fischer immer bei Kandidatenturnieren zwischen sowjetischen Spielern vehement kritisiert. Die 3. und 4. Partie wurde ausgespielt ohne einen Sieger zu finden.

Nach dem 2. Ruhetag gab es dann den Doppelschlag von Magnus Carlsen. Er profitierte in der 5. und 6. Partie in Endspielen von Fehlern Anands. Dann kam der Sonntag mit dem 3. Ruhetag. Der amtierende Weltmeister hätte sicher auch einen weiteren gebraucht. Die Körpersprache am Brett von Anand nach dem Wochenende gefiel mir nicht.  In der 7. und 8. Partei gab es wieder Punkteteilungen. Fast aufreizend lässig blitzte Carlsen dabei die 8. Partie herunter. Magnus Carlsen schob sich so fast unauffällig mit einem 5:3 Zwischenstand dem WM-Titel näher. Die Hausaufgabe bestand nun darin, 1,5 aus 4 zu holen. Erinnerungen an das volatile Nervenkostüm vom norwegischen Schachgroßmeister beim Kandidatenturnier im Frühjahr  in London 2013 wurden wach. Das Ticket für Chennai wäre beinahe an den ehemaligen Weltmeister Kramnik gegangen. Der 22-Jährige Carlsen kam in der englischen Hauptstadt mit einem blauen Auge davon.

Doch konnte Anand nochmals einen Hitchcock-Thriller inszenieren? Den Rückstand verkürzen? Dafür ging er offensiv und gut präpariert in die 9. Partie.  Er spielte auf Angriff. Doch dann kam der Hardcore-Fehler von Vishy Anand. Der Weg zum WM-Titel war mit 3 Punkten Vorsprung nun für Magnus Carlsen frei.

Der Spiegel verzeichnet 1,15 Millionen Klicks und Schach schafft es in das ARD Morgenmagazin

Schach hatte es in der Zwischenzeit sogar bis in das Morgenmagazin von ARD und ZDF gebracht. Kein Fake. Mit Live-Bildern vom WM-Schachmatch aus Chennai, Bildschnipseln aus einer Sporthalle von einem Basketball spielenden Carlsen und ein paar Zeilen, die aus einer Agenturmeldung stammten. Manch einer der deutschen Schachfreunde rieb sich verwundert die Augen. Schach wird sonst von den öffentlich-rechtlichen Sendern links liegen gelassen. Bei der WM 2010 in Sofia zwischen dem bulgarischen Herausforderer Topalov und Anand haperte selbst der kleine kontinuierliche Nachrichtenfluss beim ARD Videotext. Doch Schach war 2013 im November auf einmal In. Deutschland hat durchaus eine bemerkenswerte Schachtradition aufzuweisen. Weltmeister Emanuel Lasker, Dr. Robert Hübner, Wolfgang Uhlmann seien hier stellvertretend genannt.  Der Spiegel, jenes ehrwürdige Hamburger Nachrichtenmagazin powerte stolz in der Printausgabe vom 18. November 2013 eine Klickrate in Rekordhöhe vom Live-Schachticker der 4. Partie heraus: 1,5 Millionen Klicks. Eine deutsche mediale Randsportart war in aller Munde. Warum gab es eigentlich 2011 in den Medien so verdammt wenig Resonanz? Damals siegte die deutsche Schachmannschaft der Männer überraschend bei der Schacheuropameisterschaft in Griechenland. Doch das ist wieder eine andere Geschichte.