Archiv der Kategorie: Im Scheinwerferlicht

Statement von DOSB New Media GmbH Geschäftsführer Oliver Beyer zu Sportdeutschland.TV

Die Volleyball-WM in Polen mit 103 Spielen war marketingtechnisch ein Ausrufezeichen für Sportdeutschland.TV. Alle Spiele gab es im Netz zu sehen. Auch beim Auftaktspiel des deutschen Rekordmeisters VfB Friedrichshafen in der Volleyball-Bundesliga vorige Woche am Donnerstag bei VSG Coburg/Grub gab es die Liveübertragung im Internet.

Gelegenheit für mich Oliver Beyer, den Geschäftsführer der DOSB New Media GmbH, um ein Statement zu den Zukunftsaussichten von Sportdeutschland.TV zu fragen. In der vergangenen Woche wurde die Sendelizenz der DOSB New Media GmbH, der Anbieterin von Sportdeutschland.TV, am Dienstag von der Kommission für Zulassung und Aufsicht (ZAK) als zuständigem Gremium erteilt. Bereits wenige Tage vorher in der 41. KW hatte die Kommission zur Ermittlung der Konzentration im Medienbereich (KEK) im Rahmen des mehrstufigen Zulassungsverfahrens Grünes Licht gegeben. Im Statement verweist Oliver Beyer auf die angestrebte Vielfalt der Sportarten und die drei Schwerpunkte für die nächsten 12 Monate:

Oliver Beyer, Geschäftsführer DOSB New Media GmbH:

,,Wir wollen mit Sportdeutschland.TV ja den Online-Sportsender aufbauen, der den deutschen Sport in seiner ganzen Vielfalt zeigt. In zwölf Monaten geht es daher vor allem darum, die folgenden drei Dinge zu erreichen:

1.)   Möglichst viele Sportfans geben auf die Frage, wo sie ihren Sport hautnah verfolgen, eine Antwort: bei Sportdeutschland.TV!

2.)   Sportdeutschland.TV ist der Ort sein, an dem ich auch ohne konkreten Anlass – ein Spiel meines Vereins oder die Meisterschaft in meiner Sportart – vorbei schaue, um Neues im Sport zu entdecken.

3.)   Und schließlich soll es soll einfach Spaß machen, bei Sportdeutschland.TV Sport mitzuerleben.

Das heißt für uns: noch mehr Sport auf Sportdeutschland.TV, also weitere internationale Highlights, aber auch nationale Ligen und Sportveranstaltungen sowie Sportnews aus möglichst vielen Sportarten. Dazu sind wir in vielen Gesprächen. Neuigkeiten geben wir so bald wie möglich bekannt, z. B. auf unserer Facebookseite. (Vielen Dank übrigens für Ihren Hinweis auf die Schach-WM! Eingeplant war diese noch nicht, aber vielleicht können wir es noch möglich machen.) Außerdem arbeiten wir daran, dass Sportdeutschland.TV bekannter wird. Also viel Information nach außen, Pressearbeit und Marketing. Schließlich werden wir Sportdeutschland.TV auch technisch weiterentwickeln, um möglichst viele Endgeräte – PC, Smartphone, Tablet, SmartTV – optimal bedienen zu können und damit weitere Zuschauer zu erreichen.

Der Anfang ist gemacht, dazu gehört auch die Beantragung und Erteilung der von Ihnen angesprochenen Sendelizenz. Diese bietet Sportdeutschland.TV zum einen die sichere, rechtliche Grundlage für unsere Sportübertragungen, übrigens ein Aspekt, der nicht nur in der Presse aufgenommen wurde, sondern auch diverse Contentpartner auf uns aufmerksam gemacht hat. Das ist wichtig, da wir beim inhaltlichen Ausbau von Sportdeutschland.TV nach dem Motto „Gemeinsam sind wir stark“ in besonderem Maße auf die Zusammenarbeit mit Sportverbänden, -ligen und –veranstaltern setzen. Zugleich suchen wir aber auch aktiv nach Partnern, die von unserer Mission begeistert sind und das weitere Wachstum von Sportdeutschland.TV unterstützen.

Dass wir uns da einiges vorgenommen haben, wissen wir. Aber es macht einfach riesigen Spaß, daran zu arbeiten, dass wir bald ein breiteres und vielfältigeres Bewegtbildangebot rund um den Sport in den deutschen Medien haben. Daher freue ich mich jeden Schritt, der uns diesem Ziel näher bringt.”

Soweit das Statement von Oliver Beyer. Eine Kostprobe der angestrebten Sportartenvielfalt kann der geneigte Leser und Sportzuschauer bereits an diesem Wochenende vollführen. Das Programm von Sportdeutschland.TV für Sonnabend und Sonntag hat folgendes auf dem Programm:

LIVE AUF Sportdeutschland.TV

Samstag, 25.10.2014

Volleyball

Ab 17.55 Uhr: Volleyball Bundesliga, VBL LIVE-Konferenz
Ab 18.00 Uhr: Volleyball-Bundesliga Frauen, Köpenicker SC Berlin vs. Allianz MTV Stuttgart
Ab 18.00 Uhr: Volleyball-Bundesliga Frauen, VT Aurubis Hamburg vs. VCO Berlin
Ab 19.00 Uhr: Volleyball-Bundesliga Frauen, Schweriner SC vs. VolleyStars Thüringen
Ab 19.00 Uhr: Volleyball-Bundesliga Frauen, Rote Raben Vilsbiburg

Basketball

Ab 18.00 Uhr: Damen Basketball-Bundesliga, SV Halle LIONS vs. ChemCats Chemnitz
Ab 18.30 Uhr: Damen Basketball-Bundesliga, AVIDES Hurricanes vs. TV Saarlouis Royals
Ab 19.15 Uhr: Damen Basketball-Bundesliga, TuS Bad Aibling Fireballs vs. TH Wohnbau Angels
Ab 19.30 Uhr: Damen Basketball-Bundesliga, Rhein-Main Baskets vs. Evo New Basket Oberhausen
Ab 19.00 Uhr: 2. Basketball-Bundesliga, s.Oliver Baskets vs. Bike-Cafe Messingschlager Baunach

Headis

Ab 12.00 Uhr: Headis Summertime

Boxen

Ab 14.00 Uhr: Internationales U-19 Boxturnier in Velbert, Halbfinals

Sonntag, 26.10.2014

Volleyball

Ab 14.30 Uhr: Volleyball-Bundesliga Frauen, USC Münster vs. VC Wiesbaden
Ab 18.00 Uhr: Volleyball-Bundesliga Herren, VfB Friedrichshafen vs. SWD Powervolleys Düren

Basketball

Ab 16.00 Uhr: Damen Basketball-Bundesliga, TSV 1880 Wasserburg vs. Eisvögel USC Freiburg
Ab 16.00 Uhr: Damen Basketball-Bundesliga, BC Pharmaserv Marburg vs. Herner TC

Boxen

Ab 14.00 Uhr: Internationales U-19 Boxturnier in Velbert, Finale

Crowdfunding Kritik: Sportblogger Weinreich, TV-Konsument Niggemeier, Supermarktbesucher Schader und Co. wollen 900.000 Euro für Krautreporter einsammeln

Am Ende hat es ja dann doch mit einem Endspurt geklappt. Das in puncto Marketing, Verkäuferischen Fähigkeiten und Liebe zum Detail doch arg dahingeschusterte Projekt der Krautreporter Sache war starker Kritik ausgesetzt. Nach dem einwerben der Summe ist es dann eine Weile sehr ruhig um das Projekt gewesen. Gespenstisch ruhig. Jetzt soll sich etwas regen. Horizont titelt am heutigen frühen Morgen: Krautreporter starten heute – mit gedämpften Erwartungen. Okay, Gelegenheit einen Text aus dem Blog-Archiv zu holen:

Reblogg vom 19. Mai 2014

Nein, die Champagnerkorken knallten in der letzten Woche nicht durch die Wohnzimmer Deutschlands. Dazu war das mediale Interesse dann doch nicht massenkompatibel genug.Traveler Digital CameraManch einer verbrachte die Zeit auch fernab des Netzes.

Projekte können gelingen. Oder scheitern. Bei Krautreporter ist das Ende noch offen.

Es gab reihenweise Kritik am neu aufgelegten Projekt Krautreporter. Er beherscht Online-Journalismus und sieht sich eher als Autor und inhaltsstarker Blogger: Don Alphonso. Mit dem FAZ Blog Stützen der Gesellschaft beweist er seit Jahren seine Klasse. Seit Jahren hat er einen scharfen Blick auf Berliner Aktivitäten, Projekte die im Sande verlaufen und zu große Versprechen, die oft nicht eingelöst werden. Don Aplphonso nahm sich der Sache Krautreporter unter dem prägnanten Titel Gestern Werbung, heute auf dem Weg zum Praktikum in Nordkorea analytisch in gewohnt deutlicher Formulierung im privaten Blog an und hält fest:

,,Und dann ist es schon wieder so ein berlinzentriertes Metropolending. Kann man machen, wie 124.973 andere auch. Vielleicht kann man diesen Markt der die Welt mies findenden Metropolenmänner tatsächlich kommerziell nutzen, aber ich etwa lebe in Regionen, wo 60 Euro eher kein grosses Opfer wären, und denen verspricht das Projekt nichts.”

Peter Turi hob ebenfalls die Augenbrauen und titelte Alphablogger bitten zur Kasse und bemängelt die “branchentypischen Übertreibungen”.

,,Damit die Spenden reich fließen, haben die Krautreporter ein Image-Filmchen mit Musikteppich, Pathos und Parolen online gestellt – inklusive der branchentypischen Übertreibungen wie “Ich geh’ dahin, wo’s wehtut” (Jens Weinreich). Die 25 Autoren (davon nur 6 weiblich) werden mit dem sinnfreien Superlativ “25 Journalisten aus den besten Redaktionen Deutschlands” beworben.”

Okay, ich bin beim zählen auf 28 Personen gekommen. 6 Frauen und 22 Männer. An Kleinigkeiten will ich mich nicht aufhalten.

Auch der ehemalige Handelsblatt Journalist Thomas Knüwer nimmt sich der Thematik auf seinem Blog Indiskretion Ehrensache an und stellt recht skeptisch fest im Hinblick auf das Gelingen des Projektes 15.000 Abos a 60,00 Euro zu verkaufen um die Projektgesamtsumme von 900.000 Euro zu stemmen:

,,Ob das klappt? Mir persönlich kamen gestern Zweifel. Denn die Krautreporter sagten eine Teilnahme bei uns mit einer bemerkenswerten Begründung ab: Heute komme erst die Pressemitteilung und man wolle keine anderen Medien benachteiligen. Ein Projekt, das sich der existierenden Medienarchitektur entziehen will, beugt sich dieser also. Das ist PR aus dem vergangenen Jahrtausend. Erst recht, weil man dem “Spiegel” die Story ja schon gegeben hatte.”

Gedanken hat sich auch Daniel Bouhs auf der taz unter dem Titel Kampagnenstart mit viel Pathos gemacht und nimmt sich wie Peter Turi des Videoclips an:

,,Ein Dutzend Journalisten plant die Revolution. „Alles oder nichts“ heißt es jedenfalls in ihrem Videoclip, in dem so viel klebriges Pathos steckt, dass es davon nur so trieft.”

Der Promoauftakt der Sammelaktion von Krautreporter bekommt dann von Bouhs auch keine gute Note verpasst.

,,Und natürlich wollen sie die „Geschichten hinter den Nachrichten“ liefern. Kurzum: Ihr Promo-Material ist vor allem eines – austauschbar.”

Dabei ist ja gegen gut gemachte Promotion mit Herzblut nichts einzuwenden, eine mit Liebe zum Detail gemachte Werbung in eigener Sache durchaus sympathisch.Traveler Digital CameraDie Betonung liegt auf Herzblut und Liebe zum Detail.

Lorenz Matzat vom Datenjournalist bennent Fünf Gründe, warum ich von dem Krautreporter Konzept enttäuscht bin und zieht das Fazit:

,,Insgesamt ist es erstaunlich, dass das Crowdfunding für das Krautreporter-Magazin recht schlecht vorbereitet wirkt. Weil erfahrene Personen daran beteiligt sind. Hätte sich nicht ein Best-Practice aus den Dutzenden erfolgreichen gelaufenen Fundings auf Krautreporter, geschweige denn bei Kickstarter oder eben bei De Correspondent ableiten lassen?

Trotzdem wünsche ich Krautreporter Erfolg. Aber nur weil ich die Idee gut finde – aber nicht das vorliegende Konzept.”

Martin Weigert versucht der Kritik von den verschiedenen Seiten entgegenzuwirken und schreibt bei netzwertig.com unter dem Titel Krautreporter: Über die Kraft einer positiven Sogwirkung und wie verfrühte Kritik sie verhindert. Er erinnert mich dabei ein wenig an die Dünnhäutigkeit der Bayern München Verantwortlichen nach der berechtigten Kritik  am 0:4 Debakel gegen Real Madrid. Kritik darf zu jedem Zeitpunkt erlaubt sein. Martin Weigert führt unter anderen an:

,,Was für Deutsche wie für alle anderen Nationen beim Sport selbstverständlich ist, gilt bei wirtschaftlichen Projekten nicht mehr. Für Deutsche ist ein frühzeitiges Diskutieren aller Vor- und Nachteile ein Muss. Wird ein neues, herausforderndes Vorhaben angeschoben, dann müssen sich die Initiatoren darauf einstellen, dass selbst womöglich vorhandene ehrenwerte Ziele und ein eventuelles allgemeines öffentliches Interesse an der Verwirklichung nicht vor ausgedehnten, mit negativer Tonalität untermalten Analysen schützen.”

Nein, über diese Brücke würde ich nicht gehen wollen. Klingt mir unterschwellig doch zu sehr nach geforderten Biotop inklusive Welpenschutz. Selbstverständlich dürfen Analysen kritische Bemerkungen, skeptische Sichtweisen enthalten. Die rosarote Brille muss dabei von niemanden aufgesetzt werden.

Update: Manch einem ist die zahlreich begründete Kritik an den handwerklichen Fehlern und Geburtswehen des Projektes Krautreporter gar auf das Gemüt geschlagen. Christian de Vries artikuliert auf seinem Privatblog in dem Beitrag Ihr deutsch! Ihr doof! so seine aktuelle Gemütsverfassung. Dafür ist letztendlich jeder selber verantwortlich. Etwas mehr Gelassenheit im Umgang mit Kritik wäre vielleicht in der Debatte generell ganz brauchbar.

Rezension von Sport – das Buch

,,Sport – Das Buch” von Jürgen Schmieder und Johannes Aumüller

Das 352 Seiten starke Buch ist seit dem 6. Oktober 2014 in Deutschland auf dem Markt. Der C.Bertelsmann Verlag stellte mir freundlicherweise ein Rezensionsexemplar zur Verfügung. Mein persönlicher Dank geht an Kathrin Arnold, verantwortlich für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Sie kam auf mich schriftlich zu, wir telefonierten miteinander und es erfolgte die prompte Zusendung. Jürgen Schmieder, Reporter sowie Autor für die Süddeutsche Zeitung und derzeit Korrespondent in Los Angeles hatte Lust auf Teamarbeit. Sein kongenialer Partner für Sport – Das Buch war der Sportjournalist Johannes Aumüller. Aumüller arbeitet seit 2008 für die Süddeutsche Zeitung und berichtet vor allem über Sportpolitik und das Sportgeschehen in Osteuropa.Plain black hardback book

104 Sportarten und über 5.000 Fakten werden unterhaltsam aufbereitet und dargeboten. Obligatorisch auch die Frage für Angeber. In der Sportart Fußball kommt sie auf Seite 115 geschmeidig daher:

,,Wie viele deutsche Fußball-Nationalspieler haben in einem EM- oder WM-Finale von außerhalb des Strafraums ein Tor erzielt?”

Klar, Gerd Müller hat sein Siegtor 1974 in München gegen die Niederlande im Strafraum erzielt. Auch Mario Götze erzielte das Siegtor bei der WM 2014 gegen Argentinien innerhalb des Strafraums. 1990 ist eh klar. Das Elfmetertor von Andreas Brehme. Nun, die richtige Antwort ist Horst Hrubesch. Sein 1:0 gegen Belgien im EM-Finale 1980 ist der einzige Treffer in der langen Geschichte von Toren deutscher Fußballer in Endspielen bei einer Europameisterschaft oder einer WM, der von außerhalb des Strafraums erzielt wurde.

Das Buch ist eine Fundgrube für jeden Sportfan. Skurille Sachen werden ans Tageslicht befördert, wissenswertes leicht veranschaulicht dargelegt und man merkt Jürgen Schmieder und Johannes Aumüller den Spaß am Buch an. Dabei werden die einzelnen Sportarten strukturiert abgearbeitet. Nehmen wir einfach zum besseren Verständnis die Sportart Handball auf den Seiten 128 bis 130 heraus. Der Aufbau zieht sich durch das ganze Buch und geht beim Handball so:

Mutterland: Was er war: Wie er wurde: Was er ist: Wettkampf, den man gesehen haben muss: Beeindruckendster Laufweg: Was den Sport einzigartig macht: Dinge, die den Sport grundlegend verändert haben: Typische physische Folge: Tragische Verletzung: Bester Sportler: Schlechteste Sportler: Bester Spruch: Tollster Fachbegriff: Bestes Buch zum Sport: Bester Film: Bestes Lied: Tätigkeit für Sesselsportler: Outfit, das in Erinnerung bleibt: Accessoire, das keinen Einzug in den Mainstream erhalten hat: Athlet, dessen Nachname dem Sport gerecht wird: Bester Spitzname: Beste Regel: Frage für Angeber: Größter Skandal: Lustigste Panne: Größter Gauner: Leistungsfördernd: Die 10 … besten Torschützen (Tore, Siebenmeter, Spiele) in der Geschichte der Handball-Bundesliga, die gemeinhin als stärkste Liga der Welt gilt:

Die jeweiligen Antworten birgen auch für einen belesenen Sportkenner wie mich oft überraschende Erkenntnisse, nachdenkenswertes, Anregung für die Aktivierung des Zwerchfells. Manchmal wird dabei auch das Kopfkino angeknipst. Die Emotionen kommen hoch.

Die Sportjournalisten Schmieder und Aumüller haben sich auch an Sportarten wie Angelsport, Billiard, BMX, Bodybuilding, Bogenschießen, Cheerleading, Computersport, Darts, Frisbee, Karate, Lacrosse, Motorbootsport, Pferderennen, Poker, Polo, Schach, Schachboxen, Segeln, Skeleton, Squash, Tanzsport, Trampolinturnen, Ultimate Fighting, Wasserski und Wushu herangewagt. Das ist dann doch vielfältiger wie die Monokultur der ARD-Sportschau am Sonnabend.

Nicht mehr in das Buch geschafft hat es der WM-Erfolg der polnischen Volleyballer im eigenen Land im September 2014.

Auf den Seiten 322/323 heißt es:

,,Wettkampf, den man gesehen haben muss: Das WM-Finale der Männer 1986. Nach Jahrzehnten, in denne die Weltmeisterschaften ausschließlich osteuropäische Mannschaften Gold gewannen, kam es nun zum direkten Duell zwischen den USA und der Sowjetunion – und die USA siegten. Seitdem gewannen nur noch Italien (dreimal) und Brasilien (ebenfalls dreimal) WM-Gold.”

Selbstverständlich habe ich auch Schach gecheckt. Meine Stammleser im Blog wissen von meinem Faible für das königliche Spiel.

,,Wettkampf, den man gesehen haben muss: Den WM-Kampf im jahr 1972 zwischen Boris Spasskij und Bobby Fischer. Er war die Fortsetzung des Systemkampfs zwischen Ost und West auf dem Schachbrett. Gleich zu Beginn gab es den dilettantischen Fehler des selbst ernannten Genies Bobby Fischer, der auf einen >>vergifteten Bauern<< hereinfiel. Die Gesamtpartie gewann Fischer mit 12,5:8,5.”

Okay, da gehört eigentlich unbedingt der mehr wie verdiente Titel Schachmatch des Jahrhunderts mit hinein. Ja, Fischer hielt sich bereits mehr wie ein Jahrzehnt vor Austragung des Kampfes für den besten Schachspieler der Welt, das er ein Schachgenie in seiner besten Zeit war, ist unbestritten. Zahlreiche Journalisten die in Reykjavik 1972 vor Ort waren, schrieben und plauderten ununterbrochen über das Schachgenie Fischer.

Das Buch hat sehr schöne Illustrationen von Hanni Schmieder. Ja, das Buch bereitete mir viel Lesevergnügen und wertet jede private Sportbibliothek auf. Jürgen Schmieder und Johannes Aumüller ist mit Sport – Das Buch ein guter Wurf gelungen.

USA ist mit der Basketball-WM durch und Deutschlands Volleyballer sind noch dabei

Tief durchatmen. Die Basketball-WM 2014 ist durch. Keine Endspieldramatik und Proteste der Amerikaner wie seinerzeit beim Goldraub durch die UdSSR bei den olympischen Spielen 1972.

Es gab nicht das erwartete Traumfinale mit Gastgeber Spanien gegen die USA. Am Ende mussten die Amerikaner mit der Nationalmannschaft von Serbien vorlieb nehmen und tüten den Endspielsieg souverän ein. Derweil geht die arg aufgeblähte Volleyball-WM in Polen weiter. Der Modus ist schon gewöhnungsbedürftig. Das Turnier zieht sich wie Kaugummi. 103 Spiele. Aber die Spiele wollen vermarktet werden. Weiter im Feld der Aspiranten um eine Medaille sind die deutschen Volleyballer mit Coach Vital Heynen. Am Sonnabend gab es für Deutschland gegen Olympiasieger Russland eine klare und die Stimmung etwas trübende 0:3 (17:25, 18:25, 24:26) Niederlage. Am Sonntag zogen die deutschen Volleyballcracks mit einem intensiv umkämpften 3:0 (28:26, 25:22, 25:23) gegen Kanada in die dritte Runde. Jetzt warten Frankreich und Iran auf Deutschland. Spielort Katowice. Die andere Dreiergruppe setzt sich mit Gastgeber Polen, Olympiasieger Russland und Weltmeister Brasilien zusammen. Spielort: Łódź

Die Ansetzungen:

16.9.: Brasilien – Polen und Frankreich – Deutschland
17.9.: Russland – Brasilien und Iran – Deutschland
18.9.: Russland – Polen und Frankreich – Iran

Halbfinale wird dann am 20. September gespielt. Das Endspiel findet am 21. September statt. Es wird jeweils in Katowice gespielt. Deutschland hatte vor dem Turnier eine Medaille als Ziel ausgerufen. Zwischeneinschub: Die letzte deutsche Medaille bei Weltmeisterschaften gewann 1970 die DDR. Sie gewannen vor 44 Jahren bei der WM in Bulgarien den Weltmeistertitel und distanzierten den Gastgeber auf Platz 2. Damaliger 3. wurde Japan.

Auf sportdeutschland.tv sind die Spiele zu sehen. Mit dem Endspiel am Sonntag steht dann nicht nur der neue Weltmeister im Volleyball fest, sondern dann sind auch die 103 Spiele in Polen rum.

Trend Schulschach in Deutschland

Vom 31. Oktober bis 2. November 2014 findet der Schulschachkongress mit verschiedenen Workshops zum Thema Schulschach in Bad Hersfeld statt. Alle Einzelheiten gibt es auf der Website von deutsche-schachjugend.de.

Eine gute und willkommene Gelegenheit für mich einen Beitrag aus meinem Blogarchiv zum Thema Trend Schulschach in Deutschland herauszuholen.

Reblog [vom 10. Dezember 2012]

Mit dem Schachspiel kann man nicht früh genug anfangen. Ja, Schachwunderkinder hat es immer wieder einige gegeben. Man denke an Capablanca, der mit 4 Jahren Schach erlernte und mit 12 bereits die kubanische Schachmeisterschaft gewann. Svetozar Gligoric schrieb in seinem Buch Fischer Spasskij – Schachmatch des Jahrhunderts in dem Kapitel zu den Schachweltmeistern in der Geschichte des königlichen Spiels:

,,Capablanca lernte im Alter von vier Jahren das Schachspiel, als er seinem Vater beim Spiel gegen einen Freund zuschaute. Die Figuren faszinierten ihn, und er schaute weitere zwei Tage zu. Am dritten Tag bemerkte er, wie sein Vater mogelte und einen Springer von einem weißen Feld auf ein anderes Feld verschob. Als er nach dem Spiel seinen Vater darauf ansprach, schalt der ihn, er solle keine so großen Sprüche reißen, da er noch nicht einmal die einzelnen Züge kenne. Klein José , entschlossen zu beweisen, daß er recht hatte, forderte seinen Vater zu einem Spiel heraus und schlug ihn prompt zweimal hintereinander.”

Warum ist Schach eigentlich in Deutschland kein Pflichtfach? Ab der 1. Klasse 2 Stunden pro Woche wäre doch ein guter Anfang. Die Vorzüge des Schachs sind ausgiebig bekannt. Oder? Die Befürwörter hier aufzuzählen würde  den Rahmen des Artikels sprengen. Lassen wir einen ehemaligen klugen Bundespräsidenten zu Wort kommen. Richard von Weizsäcker:

,,Der Schachsport fördert Fähigkeiten wie Konzentration, eine gute Beobachtungs- und Auffassungsgabe, Kombinationsvermögen und Ausdauer, Fähigkeiten also, die allgemein im Leben von Nutzen sind.”

In Deutschland gibt es engagierte Menschen wie Hans-Walter Schmitt der mit Herzblut, Leidenschaft, Konzentration  und dem Gespür für Schachförderung von klein auf, ganz aktiv Kinder im königlichen Spiel stetig verbessert. Das Chess Tigers Training Center fördert momentan 160 Kinder in Schulschach AGs. Siehe auch den lesenswerten Bericht Gute Plätze mit 2-3-3-4 in allen Altersstufen, aber kein Titel! Die Resonanz der Eltern und Lehrer ist durchweg positiv. Normal müsste jede Schulleitung sich nach so einer Schachförderung sehnen. Aber ich bin Realist. Es wird noch viel Aufbauarbeit vonnöten sein.

Schulschach ist noch kein Boom in der Bundesrepublik. Doch es gibt erfreuliche Ansätze. Kürzlich fand in Dortmund der 5. Schulschachkongress statt. Auf dieser Veranstaltung gab es auch den Vortrag vom Schulschachexperten Björn Lengwenus. Einige Anregungen zum diskutieren, nachdenken, zur Vertiefung.

Ich selber habe einst in der Schule Schach gespielt. Es gab eine AG (Arbeitsgemeinschaft) und eine engagierte Frau die uns 6-Jährigen in die Geheimnisse des königlichen Spiels einwies. Später kam dann der leider dieses Jahr viel zu früh verstorbene Paul Gaffron in mein Leben. Er war Schachtrainer, Organisator, engagierter Schachfunktionär und Spiritus Rector von Motor Gohlis Nord. Mit viel Liebe zum Detail, einer unheimlichen Geduld, der kontinuierlichen Analyse unserer Turnierpartien vom Wochenende am Dienstagabend im Schachvereinshaus Heinrich-Budde sowie dem unerschütterlichen Glauben an unsere schachlichen und menschlichen Fähigkeiten, begleitete er unseren Weg zu den ersten Medaillen bei den Schachkämpfen im Bezirk.

Die Fotos stammen von Ray Morris-Hill ( rmhphotos.eu) von den diesjährigen 2012 London Chess Classic Junior Events.

Günter Netzer in Pose mit dem Ferrari Dino 246 GT

Kaum hat die ARD letzten Sonnabend einen längeren Film zum 70. Geburtstag von Günter Netzer gebracht, den der einstige Gladbach Held an diesem Sonntag begeht, schnellt der Traffic meines Beitrages Autoliebhaber Günter Netzer vom 2. April 2012 in der wordpress Statistik hoch. Autos und Sportler ist ja immer wieder ein Thema. Kürzlich holten sich die Basketballer von Bayern München ihre Audi Dienstwagen ab. Es reicht dann auch traditionell zum Foto und Kurzbericht in der Regionalpresse. Selbstverständlich sind das solide Autos. Der damalige Ferrari Dino 246 GT von Günter Netzer war da jedoch schon spektakulärer. Ein Hauch Hollywood umwehte die Netzersche Pose auf dem liebsten Spielzeug. Steve McQueen oder James Dean hatten es nicht cooler drauf. Günter Netzer musste sich nicht verstecken. In der heutigen doch eher angepasst daherkommenden Spielergeneration fällt mir ad hoc kein Akteur ein, der nur annähernd in die Fußstapfen von Netzer in Sachen Image und Symbiose mit schnellen, charakteristischen Autos  treten könnte.

Ferrari stellte übrigens den Dino 246 GT erstmalig 1969 auf dem Genfer Autosalon aus. Bis 1974 wurde er gefertigt. Stückzahl: 1.868.

Natürlich wäre ein WM-Kampf Karjakin gegen Anand auch gegangen …

… doch die Unterschrift von Weltmeister Carlsen unter den Vertrag des WM-Kampf für Sotschi 2014 ist schon okay. Wenn ich es so auf den ersten Blick beim Artikel von Alejandro Ramirez bei ChessBase unter dem Titel Magnus Carlsen unterschreibt WM-Vertrag überblicke, hat das pokern keine signifikanten Vorteile für den jungen Norweger erbracht.